Kategorie: Crafting

wdr fernsehen

Liebling, ich bin dann mal im Fernsehen.

Eine Redakteurin schrieb mir im Frühjahr, ob wir als Familie nicht Lust hätten bei einer Ausgabe der Upcycling-Sendung „Lieblingsstücke“ im WDR Lokalfernsehen mitzumachen. Wow, hab ich damals gedacht, jetzt fragt hier schon das Fernsehen an! Und dann war ich erstmal total verunsichert und dachte nee, lieber nicht. Wer sowas alles sieht! Aber mein Mann war komischerweise gleich dabei und meinte „Ach, da sind wir doch genau die Richtigen für.“ Also haben wir zugesagt. Wie das dann so war – „am Set“ – und natürlich den coolen Upcycling-Clip, der daraus entstanden ist, erzähle ich heute. Definitiv KEIN normaler Tag im Bloggerleben!

Lieblingsstücke

Diese Geschichte wollte ich jetzt schon so lange erzählen, wurde aber durch einige Dinge aufgehalten, wie Blogplanung, der andauernde Umbau der Seite oder meine doch recht umfangreiche SEO-Schulung seit Sommer. Was man als Blogger so erlebt – tatsächlich wäre wir wohl nicht im Fernsehen gelandet, würde ich nicht bloggen.

liebling, ich bin dann mal im fernsehen
Für zwei Tage war dieser Anblick in unserem Esszimmer völlig normal.

Die Redakteurin der „Lieblingsstücke“ hat uns nämlich über meinen Blog gefunden. Die Firma (es ist gar nicht der WDR direkt, sondern eine Produktionsfirma) sitzt in Dortmund, was von Paderborn nur ca. 100km entfernt liegt. Bei der Sendung „Lieblingsstücke“ handelt es sich um eine Upcycling-Reihe, bei der Steffi Treiber Leute zuhause besucht und aus deren alten Gerümpel coole Sachen upcycelt. Ich habe mir mittlerweile einige Folgen angesehen und finde ihre Ideen einfach klasse! Im Windschatten des Drehs ist übrigens dann gleich im Anschluss das Schlitten-Regal entstanden – die Idee kam mir schon während der Dreharbeiten.

Wenn ich im Fernsehen auftrete, muss das schon was sein, das ich ohne Bedenken auch meiner Mama zeigen kann (und die ist auch richtig begeistert von dem Clip, der am Ende dabei herausgekommen ist). Den fertigen Clip zeige ich jetzt schonmal – anschließend erzähle ich ein bisschen was zu den Dreharbeiten (hier übrigens der Link zur Datenschutzerklärung des WDR, dessen Inhalt ich hier einbette).

Wir haben zwei Sachen selber gebaut, nämlich eine Kinderküche aus einem alten Stuhl und eine Lampe aus einem Lattenrost.

Risiken und Nebenwirkungen des Bloggens: Plötzlich steht da ein Filmteam auf der Terrasse

Ich bin ehrlich: Ich kannte die Sendung vorher gar nicht. Aber mir gefiel das Konzept, und der Dreh hat dann auch echt Spaß gemacht! Zwei volle Tage war das vierköpfige Team hier, und natürlich auch Steffi! Und wir hatten natürlich überhaupt keine Ahnung, dass man für einen fünfminütigen Clip soviel Zeit investiert!

Das Drehen und das Vor-der-Kamera-Stehen war dank einer echt lockeren Atmosphäre viel leichter, als ich mir das vorher vorgestellt habe. Ich muss aber dazu sagen, dass wir doch einige Szenen mehrfach gedreht haben, weil der Ton z.B. durch Autos im Hintergrund nicht so gut geworden war. Das war dann manchmal echt ärgerlich, weil ich meine schönen Antworten dann nicht mehr so auf die Reihe bekommen habe wie beim ersten Mal! Einen Text gab es nicht – wir haben jedes Mal ganz frei gesprochen!

blogger im fernsehen

Zu diesen Interview-Szenen kamen dann die „Schnittbilder“. Das war echt interessant, denn dabei wird man z.B. beim Nicken, Staunen oder Lachen gefilmt, wie man zu jemand schaut, der gerade spricht, bzw. gerade gesprochen hat. Wenn eine Szene gedreht wird, bei der drei Leute da stehen und eine spricht, wird ja die sprechende Person gefilmt – die Kamera kann schlecht gleichzeitig die beiden anderen filmen! Also wird die Szene nochmal und nochmal gedreht – dieses Mal mit den beiden anderen Personen, die der redenden Person aufmerksam zuhören. Beim Schnitt wird dann am Ende alles zusammengeschnitten, der Ton läuft dann da drüber – als Zuschauer merkt man das gar nicht mehr!

Allein sowas mal mitzuerleben war super spannend – ich werde auch nie wieder etwas im Fernsehen sehen können, ohne mir den Tontechniker, Kameramann und tausend Kabel vorzustellen. Es ist auch irgendwie eine absurde Situation.

Upcycling Lampe aus Lattenrost
„Lattenrost ist die neue Palette.“ sagte Steffie während des Drehs. Da könnte sie Recht behalten, oder?

Was mir aber sehr bekannt vorkam, war das Filmen aller einzelnen Bauschritte. Wenn ich Anleitungen schreibe, mache ich ja auch nichts anderes – nur halt mit unbewegten Bildern. Und hier war es echt interessant zu sehen, wie die Profis das machen. Soviel anders als ich das mache, ist es gar nicht. Aber beim Film muss man natürlich auf noch mehr achten, z.B. dass wir an beiden Tagen dieselben Klamotten tragen, dass die Haare an beiden Tagen gleich sind, dass man nicht in einer Szene eine Uhr trägt und in der nächsten keine – und ich sage dir, die achten wie die Luchse auf jedes Detail! Dem fertigen Video sieht man ja auch nicht an, dass es an zwei Tagen entstanden ist, oder?

Die gebauten Sachen – die Kinderküche und die Lampe – haben übrigens bei allen Freunden, Bekannten und Verwandten Begeisterungsstürme ausgelöst. Es tut einfach gut ein bisschen Gerümpel aus dem Keller abzubauen und daraus noch was Cooles zu basteln :).

kinderküche upcycling
Eine Kinderküche aus einem alten Stuhl. Idee und Umsetzung: Steffi Treiber

Kreative unter sich

Ich habe mich übrigens total wohl gefühlt – das ganze Team und vor allem Steffi sind superliebe Menschen. Ich fand es faszinierend jemand wie Steffi kennenzulernen und ihr auch beim Kreativsein über die Schulter zu schauen und mich mit ihr auszutauschen. Letztendlich bewegen wir uns beide in einer großen, kreativen Welt; wir liefern beide Ideen für schöne, neue Dinge. Sie hat eigentlich ein Label für upgecycelte Industrielampen, die „Lieblingsstücke“ sind nur ein Teil ihres kreativen Lebens. Mehr über sie erfährst du auf ihrer Website.

steffie treiber sonja feierabend
Selfie während des Drehs 🙂

Ich liebe es ja auf so interessante Persönlichkeiten zu treffen, und die Begegnung hat mich noch einige Wochen lang getragen – diese beiden Drehtage haben auch ein bisschen mit dazu beigetragen, dass ich meine Blogkrise vom letzten Jahr überwinden konnte und jetzt irgendwie ganz entspannt in die Zunkunft blicke.

Links

Steffi Treiber

WDR Lieblingsstücke

Tagebuch einer Bloggerin

Ich habe hier auf dem Blog eine neue Rubrik eingerichtet: „Kreatives Leben“. Darunter möchte ich etwas mehr von hinter den Kulissen erzählen und ab und an ein paar Bloggertipps weitergeben. Du kannst mich auch gern alles fragen – ich versuche alles zu beantworten!

Damit verabschiede ich mich für heute und gebe ab zum Freutag.

Mollie Makes - DIY-Zeitschrift

DIY-Zeitschriften-Hygge mit „Mollie Makes“ und Verlosung

Der Herbst hat mich nun auch ein bisschen überrollt. Nachdem der Sommer mehrheitlich stressig war, kehrt mit dem nasskalten Wetter bei uns so langsam die Ruhe und auch die Zeit für das kreative Dasein ein. Herbst und Winter sind ja irgendwie die traditionelle Handarbeitssaison. Nach dem Schuleinstieg und der Kindergarteneingewöhnung (also dem ganzen Mama-organisiert-das-schon-irgendwie) beginnt nun endlich MEINE kreative Zeit: Ich darf wieder mehr nähen, basteln, werkeln und an neuen Schnittmustern tüfteln. Die ersten Kaminabende habe ich nun auch schon ganz „hyggelich“ zugebracht – ich beginne diese Kreativsaison nämlich mal ganz offline mit einer DIY-Zeitschrift, der „Mollie Makes“, die ich auch verlose!

Kreatives Leben – neu auf dem Blog

Die Entschleunigung, die so eine Zeitschrift am Kamin mir bietet, kommt gerade wie gerufen. Mein Blog – mein kleines Nähbusiness – befindet sich gerade im Wandel. Im letzten Jahr um diese Zeit begann bei mir eine Krise voller Zweifel und Gedanken das Bloggen völlig an den Nagel zu hängen. Trotz der Abspaltung aller „Mama-Themen“ auf meinen neuen Blog Padermama.de war ich noch sehr unzufrieden mit dem Gesamtkonzept. Erst ein Coaching hat meinen Kompass neu ausgerichtet.

Seitdem hat sich einiges bei mir bewegt – einerseits meine innere Haltung, und andererseits ganz sichtbar für alle das äußere Erscheinungsbild des Blogs, der seit dem Frühjahr einen neuen Look bekommen hat. Diese Veränderung zieht eine Umstrukturierung meiner Inhalte nach sich: Zukünftig gibt es hier die Rubrik „Kreatives Leben“, und darin plaudere ich ein bisschen (mehr) von „hinter den Kulissen“, über das Bloggen und über die kreative (Online-)Welt.

Für das kommende Jahr plane ich noch ein paar weitere Neuerungen, aber das wird dann so nach und nach kommen. Mit der Neuausrichtung des Blogs kam nämlich auch die Einsicht (oder die Kapitulation?): Die Kinder gehen vor. Und es kann und es muss auch mal sein, dass ich hier vier Wochen offline bin, einfach weil Ferien sind oder irgendwer krank.

diy zeitschrift mollie makes

DIY-Zeitschrift „Mollie Makes“

Vor einiger Zeit flatterte eine schöne Anfrage in mein Emailpostfach: Sarah Theresa Stöhr, die neue Chefredakteurin der „Mollie Makes“ fragte, ob ich nicht das DIY- und Kreativmagazin „Mollie Makes“ vorstellen und verlosen wolle. Und so liegen nun ein paar Weihnachtsausgaben vor mir – eine für mich und noch zwei zum Verlosen! (Eine Ausgabe habe ich bereits über meinen Newsletter verlost – solche kleinen Geschenke mache ich meinen treuesten Leserinnen immer gern.)

Falls du die „Mollie Makes“ noch nicht kennst: Das ist ein Kreativ- und DIY-Magazin rund ums Selbermachen, also basteln, häkeln, stricken und nähen. Die Weihnachtsausgabe beschäftigt sich natürlich mit selbst gemachten Geschenken und wartet mit viel Inspiration rund ums Handarbeiten für Weihnachten auf.

Für Nähfans gibt es eine Nähanleitung für kuschelige Winterpantoffeln, und ansonsten bietet die Zeitschrift viele weitere Anleitungen aus den Bereichen Stricken, Häkeln, Basteln und Makramee – alles wunderschöne Ideen für Weihnachten. Interviews mit Kreativen bieten schöne Blicke in die Ateliers – ich finde es immer außerordentlich spannend zu sehen, wie andere so arbeiten, und welche Wege hinter ihnen liegen! Online durchblättern kannst du das Magazin hier.

Verlosung

Ich verlose zwei Ausgaben der „Mollie Makes“! Beantworte mir einfach in den Kommentaren folgende Frage:

Was machst du gern selbst zu Weihnachten?

EDIT: Gewonnen haben Bettina Henke und Anne – ihr habt beide bereits eine Email von mir bekommen. Herzlichen Glückwunsch! Allen anderen möchte ich sagen: Wow, vielen Dank, dass ihr so zahlreich mitgemacht habt, da habe ich mich irre gefreut! Ich wünschte, ich hätte für alle eine Ausgabe gehabt! Ich kann euch nur auf die nächste Verlosung vetrösten – die kommt aber bestimmt :).

Ich verlinke zum Abschluss noch mit dem Freutag.

zauberermantel nähen schnittmuster kostenlos

Nähen für Halloween: Zauberermantel Tutorial

Lumos! … und Bühne frei heißt es hier heute, denn heute habe ich die Ehre bei Ulrikes wunderbaren Halloween Bloghop mitzumachen! Ich erfülle mit dem heutigen Tutorial meiner Tochter einen Traum, denn sie ist ein Riesen-Harry-Potter-Fan und schlüpft mit ihrem Bruder und ihrer Freundin eigentlich täglich in die Welt von Hogwarts. Was ihr für das Rollenspiel bisher noch gefehlt hat, war ein Zaubererumhang, bzw. ein richtiger Zauberermantel! Den habe ich nun endlich geliefert, nachdem ich ihn schon sehr lange nähen wollte. Wie ich den genäht habe, zeige ich in diesem Tutorial, das ich bereits im Vorfeld auf Facebook und über den Newsletter veröffentlicht habe.

zaubererumhang nähen anleitung kostenlos

Halloween Bloghop

Bevor es mit der Nähanleitung für den Zauberermantel losgeht, möchte ich noch kurz auf Ulrikes Aktion eingehen: Vom 01. Oktober an hat jeden Tag eine andere Bloggerin eine Idee oder Anleitung rund um Halloween vorgestellt. Da waren sooooo wunderschöne Sachen dabei – es lohnt sich wirklich einmal bei ihr vorbeizuschauen und nach Inspiration zu suchen. Hier geht’s zum Bloghop. Heute bin ich nun dran und zeige, wie du eigentlich recht einfach einen Zauberermantel nähen kannst. Das Schnittmuster dafür basteln wir selbst.

Kostüme nähen: Vampir, Elbenprinzlein, Jedi, Sith-Lord oder Voldemort?

Den Zauberermantel kannst du natürlich auch als Vampirmantel oder als Elbenmantel, z.B. für den Mittelaltermarkt oder fürs LARP nähen. Die Methode, die ich hier vorstelle, kannst du beliebig auf andere Projekte anwenden und dir dein neues Kostüm nähen. So ein Mantel bildet die Grundlage vieler Kostüme – nicht selten reicht ja ein Mantel oder Umhang schon aus um als Jedi, Sith-Lord, Hobbit, Waldläufer, Elb oder Du-weißt-schon-wen erkannt zu werden. Ich bin selbst beim Nähen auf so viele Kostümideen gekommen – ich könnte bis zu meinem 100. Geburtstag jedes Jahr zum „Ball Bizarre“ einladen und würde meine Gäste wohl immer noch erschrecken (höhö).

Naja, im Ernst: Kostüme nähen war mal irgendwann für mich ein Hauptgrund um überhaupt zu nähen (lange bevor die Kinder kamen), und ich habe diesen Zauberermantel jetzt sehr genossen. Ich bin sehr froh, dass meine Kinder sich so gern verkleiden – wir fahren gern auf Mittelaltermärkte, und da ist man mit so einem Mantel schon wunderbar gewandet ;).

Eine Bitte habe ich an dieser Stelle: Wenn du mal was nach dieser Anleitung nähst – schick mir doch einfach mal ein Bild oder tag mich auf Instagram – danke!

So, nun geht’s aber los!

zauberermantel kostüm nähen für kinder

Zutaten

Du brauchst für einen Zauberermantel mit Kapuze (normal oder mit Zipfel) in Gr. 140:

– 2,5m Außenstoff*
– 2,5m Innenstoff*
– farblich passendes Garn
– ein x-beliebiges Shirt-Schnittmuster (Raglan geht auch), gern mit Kapuze, muss aber nicht.

Optional (das kann man auch später noch besorgen, da komm ich nochmal zu)
Knebelverschluss*
Stickdatei*
– Bügelbild
– Plot
– Applikation

Zum Basteln des Schnittmusters brauchst du außerdem am besten eine Rolle Packpapier oder Öko-Geschenkpapier.

HINWEIS: 2m Stoff pro Innen- und Außenstoff sollten in Gr. 140 reichen, aber dann kann es dir wie mir passieren, dass du die Kapuze quer zum Stoffbruch zuschneiden musst. Bei undehnbaren Stoffen ist das nicht sooooo schlimm, finde ich. Wer das auf keinen Fall möchte, kauft halt 0,5m mehr, hat aber auch mehr Verschnitt…

Bei den Stoffen habe ich außen einen glatten, unifarbenen Baumwollstoff genommen und für innen einen Satinstoff in rot, weil Gryffindor natürlich ;). Den schwarzen Baumwollstoff bekommst du auch sehr günstig beim Möbelschweden – der heißt da „DITTE“ und eignet sich perfekt für Kostüme und Gewandung.

Schnittmuster selber erstellen

Um das Schnittmuster selber zu erstellen, schnappst du dir ein ganz einfaches Shirt-Schnittmuster von einem gerade geschnittenen Shirt mit langen Ärmeln. Es darf auch ein Raglan-Schnitt sein, dann musst du bei den Ärmeln gleich ein bisschen selbst mitdenken ;).

Bevor du jetzt einfach losschneidest oder abpaust: Nimm nicht die normale Größe, sondern 2 Nummern größer als du sonst wählen würdest!

Beispiel: Für meine Tochter, die normal 140 trägt, habe ich Größe 152 zugeschnitten. Ich habe das erstbeste Freebook genommen, das ich gefunden habe, ein recht einfacher Schnitt mit Vorderteil=Rückteil und Ärmel im Stoffbruch.

So, los geht’s:

Wir beginnen mit dem Rückteil. Lege das Papier-Schnittteil des Shirts in 2 Nummern größer als normal auf eine Rolle Packpapier.

schnittmuster selber erstellen

Den oberen Teil mit Hals- und Armausschnitt zeichnest du ganz normal ab. Jetzt verlängerst du den Stoffbruch um die gewünschte Mantellänge (z.B. miss bei dir oder deinem Kind von Schulter bis Knöchel). Bei mir waren das ca. +60cm.

Unterhalb des Ärmelloches oder ca. ab Taille zeichnest du dann ein, wie weit der Mantel fallen soll. Du kannst hier ein bisschen spielen – ich habe es so gemacht wie auf diesem Bild (rote Linie). Den Saum habe ich freihand abgerundet. (Trau dich, das ist gar nicht sooo schwer!)

schnittmuster selber erstellen für zaubererumhang

Jetzt kommt das Vorderteil. Das ist im Prinzip dasselbe Schnittmuster, nur dass der Halsausschnitt tiefer ausgeschnitten ist. Orientiere dich an dem Originalschnitt, der deinem zugrunde liegt.

Wichtig ist, dass die seitliche Länge von der Taille bis zum Saum bei Vorder- und Rückteil gleich lang sind.

Hinweis für den Zuschnitt: Das Rückteil wird im Stoffbruch zugeschnitten, das Vorderteil bei doppelter Stofflage, sodass du am Ende zwei Vorderteile hast! (Zuschnitt machen wir aber erst beim nächsten Mal).

Wir machen weiter mit dem Ärmel:

schnittmuster selber erstellen

Mein Ärmel wird im Original im Stoffbruch zugeschnitten. Wenn du einen anderen Ärmel (z.B. Raglan) hast, kannst du trotzdem so vorgehen wie ich hier in dem Bild!

Ich wollte gern Trompetenärmel haben, aber auch nicht zu große, damit man nicht überall hängen bleibt.

Ich habe mich an der vorgegebenen Ärmellänge orientiert und nach Lust und Laune eine Trompete angezeichnet, so wie hier. Du kannst natürlich den Winkel beliebig vergrößern oder verkleinern. Größere Trompetenärmel brauchen aber mehr Stoff!

Der obere Teil – die Ärmelkugel – belassen wir, wie sie ist, damit sie dann später zu den anderen Teilen passt ;).

schnittmuster für zaubererumhang selber erstellen

Den Saum habe ich auch freihand abgerundet. Das geht besonders gut bei Ärmeln im Stoffbruch. Bei Raglan oder Nicht-Stoffbruch-Ärmeln würde ich erstmal nur eine Seite einzeichnen und dann das Papier im Stoffbruch falten, sodass du das Schnittmuster symmetrisch hinbekommst ;).

Jetzt fehlt noch die Kapuze. Die habe ich erst gezeichnet, als ich den Mantel aus den jetzigen Teilen schon fertig hatte, damit ich am Kind messen konnte. Ich finde es auch weiterhin sinnvoll, jetzt erst einmal zuzuschneiden und zu nähen ;). Die Kapuze zaubern wir dann zum Schluss dran!

Zuschnitt

Die bisherigen Schnittteile schneiden wir nun aus Stoff zu:

– Rückteil im Stoffbruch, 1x aus Außenstoff und 1x aus Innenstoff
– Vorderteil je 1x bei doppelter Stofflage (= ergibt 2 Teile), aus Außenstoff und Innenstoff
– Ärmel im Stoffbruch, 2x aus Außenstoff und 2x aus Innenstoff

Achte beim Zuschnitt darauf, dass noch genug Stoff für die Kapuze bleibt! Ich habe am Ende die Kapuze quer zum Fadenlauf zugeschnitten… :/

Nähanleitung für den Zauberermantel

Wir beginnen mit dem Rückteil und den beiden Vorderteilen. Schließe die Schulternähte.

Schulternähte schließen - Zauberermantel nähen

Als nächstes steckst du die Ärmel und steppst die anschließend ab. Ich hab hier extra ein Bild des Mantels aus Innenstoff genommen, weil der schwarze einfach zu dunkel war.

Ärmel annähen - Zauberermantel nähen

Das war es schon fast! Schließe nun die Seitennähte und wiederhole das Nähen mit den Teilen aus Innenstoff. Dann hast du zwei Mäntel ohne Kapuze.

zauberermantel nähen

Kapuze: Schnitt erstellen und nähen

Es folgt als nächstes die Kapuze. Dazu brauchen wir ein paar Maße. Theoretisch hätten wir die Kapuze auch vorher schon konstruieren können, aber ich finde es einfacher das erst jetzt zu tun, wenn der Mantel da ist und man direkt am Kind (oder an einem selbst) ausmessen kann.

Vielleicht war bei deinem Grundschnitt eine Kapuze dabei? In dem Fall kannst du die einfach nehmen (denk aber daran die richtige Größe zu wählen, also auch 2 Nummern größer!). Ich hatte keinen Kapuzenschnitt, aber hey — so schwer ist das nun wirklich nicht! 😉

Hier noch einmal meine:

vampir umhang nähen

Du brauchst für die Kapuzenkonstruktion drei Maße ;).

Maß 1: Miss (beim angezogenen Mantel) vom Halsausschnitt bis zum Scheitel. Gib gern noch 2-3cm Bequemlichkeitszugabe hinzu.

(Für eine elbenhafte Oversize-Kapuze à la Arwen in diesem Traumumhang, den sie im zweiten (?) Teil Herr der Ringe auf dem Pferd trägt, den ich mir immer schonmal für den Mittelaltermarkt nachschneidern wollte… ok, anderes Thema, sorry…, kannst du jedenfalls noch mehr Zugabe addieren!)

Meine Kapuze habe ich (für Kind in Gr. 140, Mantel in 152 zugeschnitten) 32cm hoch gemacht.

Maß 2: Vom Scheitel bis Hinterkopf = das ist das Mindestmaß für den oberen Rand der Kapuze. Ich wollte natürlich eine Zipfelkapuze und habe das Maß freihand verlängert.

Maß 3 = 1/2 Halsausschnitt des Mantels. In meinem Fall waren das 25cm. Das ist der untere Rand der Kapuze.

Zur Verdeutlichung habe ich ein Bild von meinem Schnitt gemacht. Den gibt’s nicht digital, aber zum Nachzeichnen mit dem Schneiderlineal*.

Schema Kapuze: Ausgehend von dieser Grundkonstruktion erstellst du deine Kapuze!

Jetzt hast du drei von vier Maßen und ein Rechteck, das hinten offen ist. Verbinde einfach den Zipfel mit dem hinteren Halsausschnitt (grüne Linie). Die Ecken und Gerade kannst du freihand ein bisschen runder zeichnen – verlass dich ein bisschen auf dein Gefühl, das klappt schon :).

Voilà.

Hier der Zuschnitt:

Aus dem Schema ist dieser Schnitt entstanden.

Nähen der Kapuze

Der Rest ist jetzt wirklich ein Klacks :).
Zuerst schließt du die obere und hintere Naht der Kapuze (oben + grün), und zwar bei beiden Kapuzen.

Und dann steckst du die Kapuze auf den jeweils richtigen Mantel, also die schwarze an den schwarzen Mantel und die rote an den roten Mantel. Achte dabei darauf, dass die Kapuzen richtig gesteckt sind, also die schönen Stoffseiten sich angucken und die Nähte alle außen liegen.

Auch ich habe es schon geschafft Kapuzen komplett falschrum anzunähen, deshalb betone ich das! Gerade im Endspurt passieren dann gerne solche doofen Fehler!

Steppe die Kapuze fest, bei beiden Mänteln natürlich. Jetzt bist du fast fertig!

Stickerei & Zusammensetzen des Mantels

Bevor du den Mantel zusammensetzt, kannst du noch eine Stickerei (oder Bügelbild oder Plot) anbringen.

Ich habe natürlich was gestickt – die Stickdatei mit dem Gryffindor-Banner habe ich bei Etsy* gefunden (nebst einigen weiteren Harry-Potter-Stickdateien, mit denen ich mich glücklich geshoppt habe…).

Gryffindor Banner Stickdatei
Diese Stickdatei kam in einem Set mit allen Hogwarts-Bannern. Ich freue mich schon die anderen zu sticken – mir schweben da noch einige Projekte vor 🙂

Stick/Plot/Bügelbild/Applikation werden vor dem Zusammensetzen angebracht. Du kannst auch eine kleine Innentasche in den Mantel einnähen. Falls du das machen willst, empfehle ich dir mein Tutorial für Innentaschen, da erkläre ich 3 Möglichkeiten Innentaschen zu nähen – von super einfach bis „mit Reißverschluss“.

Anschließend steckst du die beiden Mäntel rechts aus rechts ineinander und steppst die Mantelöffnung und vordere Kapuzennaht ab.

Lass die Ärmelsäume und den Mantelsaum offen!

Wende nun den Mantel. Die Ärmelsäume und den Mantelsaum schließt du durch umschlagen, stecken und absteppen.

Ich habe in meinem Nähleben schon andere Experimente gemacht, aber diese ist die einfachste und zuverlässigste Methode den Mantel fertig zu nähen – Mäntelsäume haben es manchmal an sich, dass sie sich veziehen, da ist es besser sie erst zum Schluss in einem Rutsch zu nähen, so kann man Ungenauigkeiten besser ausgleichen oder den Mantel auch nochmal kürzen/begradigen ;).

Zum Schluss steppst du rundherum alle Säume und Kanten noch einmal ab. Hier können auch schöne Mittelalter-Webbänder* oder Zierstiche zum Einsatz kommen. Auf meinen Bildern hab ich das noch nicht gemacht, weil ich das Fotowetter (als es endlich da war!) ausnutzen musste.

So, fertig! 😀

zaubererumhang nähen

Ok. Fast fertig: Optional kannst du noch einen Knebelverschluss anbringen. Unser Mantel hat bisher keinen, aber das könnte ich theoretisch noch sehr einfach nachholen.

Übrigens – nur zur Info: Der „Originalmantel“, den man bei Amazon kaufen kann, sieht so aus. Ich finde, der selbst genäht steht dem in nichts nach ;). Fehlen nur noch Brille und Krawatte. Und ein grauer Strickpullunder, wie meine Tochter direkt bemerkte. Aber im Stricken bin ich leider absolut talentfrei…

Abschließend noch eine kleine Bilderflut:

Optionen & Varianten

Ich sagte es eingangs bereits: Beim Nähen kamen mir noch sehr sehr viele Ideen! Allein beim Schnitt könnte man soviel ändern, auch ohne dass man Modedesign studiert haben muss: Du kannst mit der Länge des Mantels spielen, also z.B. einen Vokuhila-Saum nähen. Du könntest den Mantel weiter ausstellen oder enger nähen. Du könntest auch erstmal nur ein Oberteil wie eine Jacke nähen und dann aus mehreren Bahnen einen Rock annähen – so wird der Saum länger und dreht sich noch besser!

Ich schaue für Inspiration gern auf Pinterest oder über die Google Bildersuche, oder ich suche gezielt nach Kostümen aus Filmen, die mir gefallen haben – Fantasy- und Science Fiction sind hier cineastisch wie kostümtechnisch meine Favoriten. Oder natürlich Dracula mit Gary Oldman – da gibts auch noch das ein oder andere Kleid, das ich gern mal nachnähen würde (meine Kinder sind ja mittlerweile etwas größer, da gehen solche Projekte besser – die Mädchen haben bei mir auch schon ein Kleid aus „3 Nüsse für Aschenbrödel“ bestellt. Das letzte Kleid natürlich…). Da kann man viele weitere Ideen finden!

Die hier vorgestellte Methode der Schnittkonstruktion ist natürlich recht hemdsärmelig. Das kann man alles noch viel genauer und wissenschaftlicher machen. Ich hoffe aber, für den nächsten Ausflug nach Hogwarts, zur Halloweenparty oder zum Mittelaltermarkt reicht es ;). Wie ging doch dieser schöne Spruch?

Kleide dich für den Job, den du willst, nicht für den, den du hast. Sitze jetzt im Harry Potter Kostüm im Meeting.

unbekannt (Twitter??)

Jetzt würde mich noch interessieren, wie dir diese Nähanleitung gefallen hat? Bist du gut damit klargekommen, oder wo lagen Probleme? Wenn du selbst bloggst und den Mantel genäht hast, schick mir doch gern mal einen Link über die Kommentare, dann können andere sich auch bei dir umsehen (und ich gucke einfach zu gern!!)

Bis die Nähte,

Sonja

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Einschlagdecke für Babyschale nähen

Die Idee zu diesem Ebook ist schon über drei Jahre alt. Damals habe ich für unsere Nummer 4 eine Einschlagdecke fürs MaxiCosy genäht, nach einem Freebook. Dieses gibt es aber mittlerweile nicht mehr, und eine Leserin machte mich vor einiger Zeit auf diesen Umstand aufmerksam. Dank dieses Hinweises habe ich dann meine alten Entwürfe wieder hervorgekramt, ein Schnittmuster gezeichnet und eine Nähanleitung geschrieben. Das Ergebnis präsentiere ich heute, die Einschlagdecke „Sully“ fürs MaxiCosy, die du nun auch ganz einfach nähen kannst.

Einschlagdecke für Babyschale nähen – wozu eigentlich?

Unsere Einschlagdecke damals hat herausragende Dienste geleistet. Unseren kleinen Wurm habe ich darin auch so oft durch die Gegend getragen, denn in so einer Einschlagdecke sind die Babies so herrlich gebündelt – auch die ganz Kleinen kann man darin wunderbar tragen und bekuscheln. An unserem Kleinen war auch in den ersten Monaten nicht viel dran, weil er mehr gespuckt als getrunken hat, und so hatte er es in seiner Decke schön warm und gemütlich.

Fürs MaxiCosy ist so eine Einschlagdecke überaus praktisch, denn ein lästigen An- und Ausziehen von Schneeanzügen entfällt. Du legst das Baby einfach in die Babyschale, schlägst es in die Decke ein, und die Reise kann losegehen!

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„Sully“ – Probenähen und Ideen

Das Schnittmuster für Einschlagdecke „Sully“ hat im Probenähen noch ein paar Teddyohren erhalten. Die Idee stammt von meiner lieben Kollegin Eva Kartoffeltiger. Sie hat für ihren zweiten Bauchzwerg mitgenäht (und testet derzeit schon das nächste „Baby“-Ebook, das noch in diesem Jahr erscheinen soll).

Außerdem haben wir im Probenähen mit einem abnehmbaren Fußsack experimentiert. Eine Anleitung habe ich dazu nicht geschrieben, aber Eva hat z.B. eine Version mit abnehmbaren Fußsack genäht. Dazu hat sie einen teilbaren Reißverschluss eingenäht. Mit ein bisschen Erfahrung und Geschick ist das gar nicht so schwierig. Alternativ – der Hinweis kam von Annette von Augensternswelt (die auch wieder einmal sehr akribisch lektoriert hat – 1000 Dank an dieser Stelle!!) – kann man den Fußsack auch mit Druckknöpfen am Hauptteil befestigen. So kann man ihn ebenfalls abnehmbar machen.

Diese und weitere Ideen habe ich im vorliegenden Ebook nicht als Nähanleitung aufgenommen. Aber ich weise hier auf diese Möglichkeiten hin und betone: Du kannst das Schnittmuster privat natürlich beliebig erweitern und deine eigenen Ideen anhand des Grundschnitts einarbeiten. Schreib mir auch gern hier im Kommentar oder per Email, wie du deine Einschlagdecke umgesetzt hast – ich freue mich auch über jedes Bild wie eine Eiskönigin.

Die Einschlagdecke kannst du übrigens auch für andere Hersteller von Babyschalen nähen – ich empfehle nur genau zu messen, wo der Schlitz für die Gurtschnalle hinsoll. Die Schultergurte oben werden über der Decke hergeführt, sodass du nur ein Knopfloch für den Gurtschlitz nähen musst.

Beim Probenähen haben mich neben Eva Kartoffeltiger und Annette von Augensternswelt meine Freundin Barbara und Marita von Maritabw.de unterstützt. Vielen lieben Dank an dieser Stelle!!

Materialverbrauch

Du benötigst zum Nähen zwei Stoffe, gern warme, flauschige Stoffe wie Alpenfleece*, Fleece, angerauten Sweat*, Strickstoff* usw. Theoretisch könntest du zwischen die beiden Stofflagen auch noch ein Volumenvlies einnähen und absteppen. So wird die Einschlagdecke besonders warm und robust. Für je außen und innen brauchst du knapp 1m Stoff bei 140cm Breite. (Da bleibt was für einen kleinen Pullover übrig.)

einschlagdecke für babyschale selber nähen
„Sully“ – die Einschlagdecke für die Babyschale

FAQ – Einschlagdecke

Wieviel Stoff brauche ich für die Einschlagdecke?

Du benötigst zwei passende, warme Stoffe – jeweils 1m bei 140cm Breite. Da bleibt noch genug für einen Mini-Pullover übrig :).

Wie lange dauert das Nähen?

Das kommt auf deine Näherfahrung an. Geübte nähen diese Decke – wenn sie einmal zugeschnitten ist – innerhalb einer knappen Stunde. Das kommt auch darauf an, ob du z.B. einen abnehmbaren Fußsack einnähen möchtest.

Bis zu welchem Alter kann ich die Einschlagdecke nutzen?

Meiner Erfahrung nach etwa ein halbes Jahr – je nach Größe bis zu 8 Monaten. Die Decke hat eine Länge von 77cm. Wenn du sie länger nutzen willst, musst du sie selbst entlang des Stoffbruchs verlängern. Meiner Erfahrung nach verändert sich in dem Alter aber soviel beim Kind, dass man die Einschlagdecke dann gar nicht mehr so sehr braucht (und womöglich ist bis dahin Sommer?).

War die Einschlagdecke nicht zunächst kostenlos?

Ja, das war sie. Um zu erklären, warum das nicht mehr so ist, muss ich ein bisschen ausholen: Das war so nicht geplant! Wenn du mir schon länger über den Newsletter oder Facebook folgst, oder auch bei anderen Designerinnen mitliest, weißt du, dass es im letzten Jahr einen großen Aufschrei in der Schnittdesignerwelt gab: Makerist – bekannt und beliebt durch 2€-Aktionen – erhöhte die Verkaufsprovisionen sehr empfindlich, um nicht zu sagen existenzbedrohlich für einige.

Eine Gruppe von Designerinnen – inkl. meiner Wenigkeit – haben sich damals zusammen geschlossen: Wir leisten seitdem Widerstand gegen diese Billigaktionen und nehmen auch nicht mehr daran teil. (Für dich zur Info: Pro verkauftem Ebook bleiben der Designerin 0,75€ bei so einer Aktion. Zuvor waren es immerhin 0,99€ gewesen. Makerist setzt jährlich Millionen um, kassiert aber schön bei der kreativen Energie der Designer und den Kunden ab.)

Ich denke, es leuchtet ein, dass diese Preispolitik gerade für Kleinunternehmerinnen wie mich langfristig schädlich ist – am Ende werden Designerinnen aufgeben, umsatteln, oder/und die Qualität der Ebooks wird drastisch fallen. Und das hilft auch dir dann beim Nähen nicht, wenn ungenau gradiert wurde, Nähte nicht passen oder die Anleitung lieb- und bilderlos dahingerotzt wurde.

Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Das Freebook, das vor „Sully“ existierte, gibt es ja auch auf einmal nicht mehr. Die Designerin hat umgesattelt!

Was hat das jetzt konkret mit Sully zu tun? – Direkt erstmal nichts – das ist einfach die Kulisse, vor der wir hier stehen. Trotzdem habe ich bei vollem Bewusstsein „Sully“ als Freebook mit freiwilliger Bezahloption geschrieben und veröffentlicht.

Die Decke kam bei Veröffentlichung wahnsinnig gut an, und das freut mich auch sehr – danke an alle, die mir auch schon Bilder geschickt haben, die freiwillig bezahlt haben, und die mir jetzt so zahlreich auf Insta und Facebook folgen!

Was dann geschah, war: Mich erreichte eine Email einer Kollegin, die selbst in ihrem Shop eine Einschlagdecke anbietet.

Es ging in ihrer Mail nicht um Urheberrecht, Ideenklau oder irgendwas – wir sind uns direkt einig gewesen, dass beide Modelle sich doch sehr unterscheiden – aber natürlich bricht ihr Geschäft ein, wenn ich nun einfach daherkomme und eine kostenlose Alternative zur Verfügung stelle.

Das passiert jeden Tag im Netz, ich weiß. Ganze Facebookgruppen haben sich der Suche nach kostenlosen Alternativen für Kauf-Ebooks verschrieben, weiß ich. Ich weiß auch, dass man mit ein bisschen Nachdenken und eventuell einem Fehlversuch auch selbst so eine Decke konstruieren kann. Das ist jetzt nicht das aufwändigste Ebook, das ich je geschrieben habe. Ich hatte es sozusagen als „Weihnachtsgeschenk“ gedacht.

Ich hätte auch der Kollegin sagen können „Pech gehabt, mir doch egal.“

Aber so jemand bin ich nicht – wir sind ja hier auch nicht bei „Sew and the City“, sondern auf dem Boden der Tatsachen. Die Kollegin – ich bezeichne sie bewusst so und nicht als Konkurrentin – ist auch in jener Widerstandsgruppe gegen Preisdumping. Dort vertreten wir dieselben Interessen. Sie ist außerdem mit ihrem Label ein ganzes Stück größer als ich.

Wie hättest du entschieden?

Wir haben uns virtuell wie zwei erwachsene Geschäftsfrauen hingesetzt und nach einer Lösung gesucht. Und die ist nun: Die Einschlagdecke wird ab Montag, den 11.11.2019, kein Freebook mehr sein, sondern ab da 4,90€ kosten. Dieser Preis orientiert sich an ihrem und räumt uns beiden zukünftig gleiche Chancen ein.

Ich danke dir für dein Verständnis!

Die ersten Reaktionen auf dieses Statement, das ich über den Newsletter und Facebook veröffentlicht habe, waren übrigens sehr ermutigend – DANKE! Hier einige Auszüge aus Mails und Kommentaren:

„Ich finde Deine Haltung großartig und die Makerist-Aktion verstehe ich jetzt auch.“

„Ich wollte dir eigentlich nur sagen, RECHT HAST DU!! Es steckt hinter all dem sooooo viel Arbeit, lass sie dir bitte bezahlen!!Ich wünsch dir noch einen kreativen Tag, und gratuliere dir nochmals zu deiner Entscheidung!!!“

„Ich finde deine Entscheidung sehr gut und absolut richtig. Toll, dass ihr gemeinsam einen guten Weg gefunden habt.“

„Ich finde Dein Verhalten sehr fair und anständig der Kollegin gegenüber.“

„Eigentlich finde ich es fast schade, dass du das so erklären musst… Ich komme noch aus einer Zeit in der es keine EBooks gab und Schnittmuster sogar recht teuer, aber umständlich waren… Ich genieße den Luxus jetzt und ich finde, dass jede für diese aufwendige Arbeit auch etwas verlangen darf… Man sollte das Erstellen der Schnittmuster mehr anerkennen..“

„Finde ich absolut richtig so! Das EBook ist den Preis in jedem Fall wert. Habe es selbst schon genäht und war dankbar für die Maße damit es gleich passt und ich nicht ewig tüfteln und ggf. neu zuschneiden muss.“

„Das ist ein fairer Zug 💓Hut ab !!!!“


Und ich sage auch danke für das Verständnis und die Unterstützung! 🙂

Nähen fürs Baby: Anleitungen im Shop

Sully? Who the fuck is… Sully?

Jetzt bleibt nur noch die Frage, warum die Einschlagdecke „Sully“ heißt? Nun, ich wollte einen „flauschigen“ Namen, und da fiel mir Sulley ein, das kinderliebe Monster aus „Die Monster AG“. Den Film habe ich vor Kurzem mit meinen mittlerweile großen Babies gesehen. Ich weiß noch, als ich damals im Kino war. Das Fell von Sulley war damals eine bahnbrechende Neuheit, denn es bestand aus 2,3 Millionen einzeln animierten Haaren! Nie zuvor war es gelungen ein Fell so naturgetreu darzustellen. Flauschiger geht es nicht, dachte ich mir ;). Außerdem hieß damals der freundliche (und gutaussehende) Indianer aus „Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft“ so, das habe ich eine Weile geguckt (falls das noch jemand kennt??)

Damit gebe ich nun ab zu Creadienstag, HoT, und Elfis Kartenblog.

*bei gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbelinks, d.h. ich verdiene im Fall eines Verkaufs eine geringfügige Provision. Diese Einnahmen finanzieren die laufenden Kosten dieses Blogs und erlauben mir weiterhin Freebooks und kostenlose Nähanleitungen zu erstellen. Ich empfehle nur Schnittmuster, Stoffe, Zubehör und Bücher, deren Qualität mich überzeugt hat. Mehr dazu, wie dieser Blog Geld verdient, liest du auf meiner Transparenz-Seite. Danke für deine Unterstützung!

bilderrahmen upcycling anleitung

Bilderrahmen Upcycling – mit Anleitung!

Klirr! Das hat mir niemand gesagt, bevor ich Mutter wurde: Dass Mutterschaft zuweilen einem Höllentrip über Scherbenberge, vergossene Milch und Schmierwurstbrotresten in Sofaritzen zum Verwechseln ähnlich sieht. Es vergeht kein Tag ohne kleine oder große Katastrophe. Schön, wenn man die Spuren schnell beseitigen kann, und gut, wenn sich niemand verletzt! Aber doch ist es ärgerlich, wenn Bilderrahmen und andere Dinge einfach so kaputt gehen. Mein Sohn wollte sich ein Bild an der Wand nur mal genau ansehen, schon war es passiert: Kaputt! Aber Fotorahmen einfach wegschmeißen? Da kann man doch noch was draus machen! Deshalb stelle ich in der Anleitung heute ein kleines Bilderrahmen Upcycling vor – der Aufwand ist gering, du kannst es auch prima in den Herbstferien mit deinem Kind basteln, und du wirst auch noch einen Stoffrest los!

Zutaten

Für das Bilderrahmen Upcycling brauchst du nicht viel:

  • alter Bilderrahmen
  • Stoffrest (Webware) etwas größer als der Bilderrahmen, siehe Zuschnitt!
  • Volumenvlies* in derselben Größe wie der Stoff, Dicke: so dick wie möglich! Ich habe 1cm genommen (alternativ ein Rest Fleece), für das Stick-Wandbild habe ich gar kein Vlies genommen
  • Heißklebepistole*
zutaten anleitung

Bilderrahmen Upcycling

Das Bilderrahmen Upcycling eignet sich prima zum Basteln mit Kindern! Meine Großen (7 und 8) stöbern ja mittlerweile auch gern im Nähzimmer und können sich für Stoffe begeistern, und basteln mit Kindern geht ja auch immer! Speziell in den Ferien muss man sich da was einfallen lassen. Letztes Jahr haben wir ja die Tafel mit den Knöpfen gebastelt, und einen Wärmflaschenbezug habe ich auch schon mit meiner Tochter genäht.

Die Anleitung für das Bilderrahmen Upcycling ist so simpel, dass es eigentlich keiner bedarf. Trotzdem habe ich ein paar Schritt-für-Schritt-Bilder gemacht.

Zuschnitt

Zuerst musst du den Stoff und das Volumenvlies zuschneiden. Wenn du den Bilderrahmen als Stoff-Pinnwand nutzen willst, empfehle ich ein möglichst dickes Vlies, mindestens 1 cm Dicke. Wenn du das nicht da hast, geht bestimmt auch ein Stück Fleece oder mehrere dünnere Vlieseinlagen übereinander. Der Rahmen soll ja gut gepolstert sein.

Wenn du nur einen Bilderrahmen als Deko mit Stoff beziehen willst, kannst du das Vlies natürlich weglassen!

Beim Zuschnitt achte darauf, dass der Stoff die Größe des Rahmens (bzw. des Rückteils!) + mindestens 2cm Stoffzugabe zu allen Seiten hat, damit man das gut umschlagen kann. Das Vlies sollte genau die Größe des Rahmen-Rückteils haben. Beispiel Zuschnitt bei einem 13×18 Fotorahmen: Stoff = 17×22, Vlies = 13×18.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Lege zuerst das Vlies auf die Rückseite des Bilderrahmens.

Rein theoretisch hält das Ganze schon ganz gut. Um zu verhindern, dass irgendwas verrutschen kann, habe ich nun mit der Heißklebepistole* von hinten den überlappenden Stoff fixiert. Das funktioniert natürlich besser, je mehr Stoff überlappt! Bei meinem ersten Rahmen hatte ich sehr knapp zugeschnitten, bei dem zweiten habe ich mehr „Nahtzugabe“ gelassen und hatte es deutlich leichter den Stoff richtig zu spannen.

Das war es schon!

Ich nutze meine neuen Upcycling-Rahmen als kleine Pinnwand auf dem Schreibtisch und im Nähzimmer. Sie würden sich aber auch gut an der Wand z.B. als Postkartenhalter machen ;). Wie gefällt dir dieses kleine DIY?

bilderrahmen DIY upcycling
Meine Bilderrahmen – nun Pinnwände auf Schreibtisch und im Nähzimmer.

EDIT: Weil es so schön und so einfach ist, habe ich nach dieser Anleitung auch ein Stickbild gemacht. Die Stickdatei „Waiting for my letter from Hogwarts“ habe ich auf Etsy* gefunden.

Waiting for my letter from Hogwarts - ein Stickbild als Geschenk für einen Harry-Potter-Fan.

Ich geh jetzt erst einmal verlinken bei Creadienstag, Elfis Kartenblog und Handmade on Tuesday.

Wenn dir diese Anleitung gefallen hat, gefallen dir vielleicht auch meine anderen DIY/Upcycling-Tutorials oder meine Ideen zum Verwerten von Stoffresten? Schöne DIY-Inspirationen sammle ich übrigens auch auf Pinterest – folge mir dort gern, wenn du schöne DIY- und Upcycling-Ideen rund ums Haus und Wohnen magst – danke! Das folgende Bild darfst du dir gern mitnehmen und auf Pinterest pinnen!

bilderrahmen diy upcycling

*bei gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbelinks, d.h. ich verdiene im Fall eines Verkaufs eine geringfügige Provision. Diese Einnahmen finanzieren die laufenden Kosten dieses Blogs und erlauben mir weiterhin Freebooks und kostenlose Nähanleitungen zu erstellen. Ich empfehle nur Schnittmuster, Stoffe, Zubehör und Bücher, deren Qualität mich überzeugt hat. Mehr dazu, wie dieser Blog Geld verdient, liest du auf meiner Transparenz-Seite. Danke für deine Unterstützung!

yogatasche nähen

Tutorial: Yogamattentasche nähen

* enthält Werbelinks, die Stoffe wurden mir von MT Stofferie* zur Verfügung gestellt *

Meine Yogamatte und ich, wir haben schon einiges mitgemacht: Shivas Tanz, den „Flying Dragon“, den Krieger in allen Formen und natürlich jede Menge Sonnengrüße. Ich liebe Yoga, und seit der Kleine nun endlich regelmäßig in den Kindergarten geht, gehe ich ca. 5-6 Mal pro Monat in das Yogastudio meines Vertrauens. Da wurde es jetzt endlich Zeit für ein Projekt, das ich schon lange im Kopf hatte, für das mir aber irgendwie der richtige Moment fehlte. Ich wollte mir schon lang eine Yogamattentasche nähen, also eine Baguette-Tasche für meine Yogamatte. Daraus ist nun in Zusammenarbeit mit MT Stofferie*, die das Material hierfür gespendet haben, gleich eine kostenlose Nähanleitung zum Nähen der Yogatasche entstanden. Außerdem findest du weiter unten noch ein paar Tipps zum Kauf deiner eigenen Yogamatte. Viel Spaß!

yogamattentasche einfach selber nähen

Nähen fürs Yoga

#nähenistmeinyoga ist so ein beliebter Hashtag auf Instagram – Nähen und Yoga liegt gar nicht so weit voneinander entfernt. Und natürlich kann man diese beiden wunderbaren Dinge verbinden. Falls du dich also auch schon gefragt hast: Was kann ich denn fürs Yoga nähen? – dann bist du hier genau richtig. Denn man kann einiges selbst nähen, z.B. ein Tanktop und eine Yogahose, wie ich sie hier schon einmal vorgestellt habe. Und dann kannst du dir natürlich auch ein Yogakissen nähen – zufällig habe ich da Anfang des Jahres das Ebook „Luna“ für ein Halbmondkissen mit Schnittmuster und Nähanleitung rausgebracht ;).

Heute folgt die nächste Nähidee und Anleitung fürs Yoga, nämlich die Yogamattentasche! Nachdem ich sie nun genäht habe, weiß ich nicht, warum ich es so lang vor mir hergeschoben habe, denn schwierig ist es eigentlich nicht.

yogamattentasche nähen anleitung

Zutaten

Das Material für die Yogatasche wurde mir wie eingangs erwähnt von MT Stofferie* gestellt. Der Händler ist hier in Deutschland noch nicht so sehr bekannt, er stammt eigentlich aus Frankreich. Das MT steht für Mondial Tissus. Wenn du zufällig in Stuttgart wohnst, kennst du vielleicht die Filiale? Sie führen ein sehr schönes, modernes Sortiment mit Stoffen und Nähzubehör – auch wunderschöne Biostoffe!

Ich habe diese Stoffe verwendet – besonders angetan hat es mir das Gurtband in Flechtoptik:

Stoffauswahl für die Yogatasche
Das Material für dieses Nähprojekt und die Anleitung wurden mir von MT Stofferie gesponsert – vielen Dank! Der Flechtgurt hat es mir besonders angetan – er liegt auch sehr weich und angenehm auf der Schulter.

Zuschnitt und Schablone

Für den Zuschnitt habe ich einfach ohne Schnittmuster gebastelt – die Pi-mal-Daumen-Methode muss nicht immer die schlechteste sein. Die stelle ich auch in der Anleitung mit vor. Wenn du dir aber unsicher bist und es gern etwas genauer hast, habe ich eine Schablone gebastelt, die du in meinem Shop unter den Freebooks findest. Da ist nur das Schnittmuster für die Kreise an den Seiten + nochmal die Maße für die Rechtecke enthalten, nicht die komplette Anleitung (denn dann wäre es keine kostenlose Anleitung mehr geworden). Die findest du nur hier in diesem Blogbeitrag.

Die Größe deiner Yogamatte ist ausschlaggebend für die Größe des Zuschnitts. Ich habe meine eingerollt auf den Stoff gelegt und gemessen. In der Länge habe ich die Tasche etwas weiter gemacht, damit man die Matte bequem rein und raus nehmen kann, ohne dass es so ein Gefummel wird. Die Matte ist ja rutschfest – wenn die knatscheng in der Tasche sitzt, bekommt man sie schlecht raus. Das wollte ich vermeiden und habe am Ende …

…. zwei Rechtecke (je 1x aus Außen- und Futterstoff) mit diesen Maßen ausgeschnitten: 42 cm x 78 cm (das sind die Maße inklusive 0,7cm Nahtzugabe!)

Optional kannst du auch noch ein Volumenvlies mit einbügeln – ich habe hier darauf verzichtet, weil der Jacquard schon recht dick ist. Die Tasche hätte ich dann im Ganzen 1cm größer zugeschnitten.

Für die Kreise an den Enden (du brauchst je 2 aus Futter- und Außenstoff) habe ich meine Yogamatte als Schablone genommen und dann im Anschluss am Stoff angepasst. Das ist die Methode ohne Schnittmuster, für Fortgeschrittene. Der Umfang des Kreises ist 40,6cm + Nahtzugabe. Das ist nicht unbedingt leicht, wenn man das zum ersten Mal macht. Daher habe ich eine Schablone gebastelt, die du kostenfrei (oder für freiwillig 0,99€ als Trinkgeld) in meinem Shop downloaden kannst. Alternativ kannst du auch eine Tasse nehmen, die vom Umfang her passt.

Nähanleitung Yogamattentasche

Jetzt beginnen wir mit dem Nähen! Zuerst habe ich den Gurt auf das Rechteck aus Außenstoff gelegt. Die offenen Enden treffen sich in der Mitte des Stoffes – später unter der Tasche. Der Gurt in Flechtoptik ribbelt sich auf, also habe ich ihn mit einer Quernaht gesichert. Wie du genau den Gurt legst, überlasse ich dir – er sollte gleichmäßig zu den Enden liegen und eine angenehme Tragehöhe für dich haben. Ich habe 2,60m Gurt verbraucht und bin 1,64m groß.

Yogamattentasche nähen Anleitung kostenlos
Zuerst wird der Gurt auf dem Außenstoff platziert und aufgenäht.

Als nächstes schlage den Außenstoff rechts auf rechts ein und steppe an den beiden Enden je 2-3cm ab. Jetzt kannst du die Kreise in die Öffnungen setzen und zunächst stecken. Bei dieser Anleitung brauchen wir sehr viele Stecknadeln und/oder Stoffklammern, zumal der Jacquard sehr franst. Hier zeigt sich dann, ob der Kreis passt, oder nicht ;).

Steppe dann den Kreis fest. Nähe dabei von oben, also so, dass der Kreis oben liegt. Du kannst es dir einfacher machen, indem du die Stichlänge etwas verlängerst und langsam nähst. Bloß nicht am Stoff reißen, sondern ganz entspannt mit viel „Om“ ;).

Diese Schritte wiederholst du mit den Zuschnitten aus Innenstoff. Hier schneidest du nach dem Annähen der Kreise die Nahtzugabe ein. Beim Jacquard habe ich darauf verzichtet, weil der so franst.

yogatasche nähen
Nahtzugabe beim Innenstoff einschneiden, dann legt sich die Rundung besser.

Jetzt kannst du schon die beiden Taschen ineinander legen. Das sieht dann schon fast fertig aus:

yogatasche nähen

Es folgt zum Schluss der wahrscheinlich schwierigste und nervigste Teil (für mich zumindest): Der Reißverschluss! Ich habe lange überlegt, ob man den nicht schon vorher einnähen kann. Ob das nicht einfacher wäre, gerade für Anfänger. Die Anwtort darauf lautet: Jein. Ja, den Reißverschluss könnte man auch wie bei meinem Kissen aus einem Stück zuerst einnähen, aber dann bräuchten wir eine Wendeöffnung im Futter, und die müssten wir dann bei einem der Kreise lassen. Und dann am Ende da die Wendeöffnung zu schließen wollte ich weder mir noch sonst jemand zumuten. Du kannst das allerdings auch mal so versuchen, wenn du schon etwas mehr Erfahrung hast.

Ich arbeite gern mit Endlos-Reißverschlüssen. Damit ich den hier sauber einnähen kann, habe ich noch zwei kleine Stoffstücke zugeschnitten um die Enden wie auf den Bildern zu versäubern:

Als nächstes wird der Reißverschluss in die Tasche gesteckt, und zwar zwischen Außen- und Futterstoff. Das ist eine mühselige Kleinarbeit, zumal der Jacquard so ein Fransenmonster ist. Aber wenn dann alles gut gesteckt ist, kannst du theoretisch den Reißverschluss mit dem Reißverschlussfuß deiner Nähmaschine annähen. Ganz Akribische nähen den Reißverschluss selbstverständlich von Hand. Und wenn ich ehrlich bin: Bei soviel Steckerei kann man wirklich gleich von Hand nähen! Wichtig beim Einnähen des Reißverschlusses: Erst die eine Seite, dann den Reißverschluss öffnen, und dann die zweite Seite nähen.

Es ist eine Fummelarbeit, die sich am Ende aber lohnt, denn deine Tasche ist nun fertig – herzlichen Glückwunsch und danke fürs Nähen! 🙂 Bist du mit der Anleitung klargekommen? Dann schreib mir doch gern einen Kommentar! Ich freue mich außerdem immer über Bilder von genähten Werken – schick mir einfach eine Email, oder verlinke hier deinen Blogpost – danke!

yogamattentasche mit Reißverschluss nähen

Zum Abschluss folgt noch eine kleine Bilderflut der fertigen Yogatasche. Pin dir gern ein Bild auf Pinterest, oder teile die Anleitung auf Facebook – das würde mich sehr freuen :). Zum Abschluss habe ich nun noch ein paar Tipps für den Kauf der idealen Yogamatte.

yogatasche nähen

Passend dazu in meinem Shop:

Die beste Yogamatte für dich: Tipps für den Kauf

Solltest du gerade erst mit Yoga anfangen und dich auf dem Markt umschauen, wirst du feststellen, dass du eine Yogamatte für 10€ oder für 200€ kaufen kannst. Der ganze Yoga-Sektor ist so aufgeladen mit Produkten, für die man auch nicht wenig Geld ausgeben kann. Darunter sind auch viele Produkte, die man gar nicht braucht. Yogasocken zum Beispiel – Yoga macht man nämlich barfuß! Und auch im Winter wird einem schnell genug warm, das Geld kannst du dir wirklich sparen und lieber für ein schönes Ebook ausgeben ;). Die Yogaklötze und Riemen usw. brauchst du am Anfang auch nicht unbedingt. Ich rate eigentlich immer, erst einmal irgendwo eine Probestunde zu machen und dann nach und nach die Ausstattung zu kaufen (oder zu nähen).

Wenn du in ein Yogastudio gehst oder einen Kurs besuchst (wozu ich dir immer raten würde um es wirklich zu lernen – Youtuber können dich einfach nicht korrigieren oder Fehlhaltungen bei dir sehen!), werden da in den meisten Fällen Yogamatten gestellt. Für den Anfang ist das völlig ausreichend!

Wenn du dann aus hygienischen Gründen oder für Zuhause deine eigene Yogamatte haben willst, nimm bitte keine Billigmatte für unter 50€. Den Fehler hab ich anfangs gemacht und wie immer, wenn man billig kauft, dann am Ende doppelt gekauft. Eine Yogamatte sollte in erster Linie rutschfest sein, damit du bei stehenden Übungen guten Halt hast. Außerdem gilt: Nur eine dünne Yogamatte ist eine gute Yogamatte! Meine ist ca. 0,5cm dick und bietet mir optimalen Halt. Ich habe sie mir vor über drei Jahren gekauft und bin noch immer sehr glücklich mit ihr.

Beim Kauf habe ich außerdem darauf geachtet, dass sie aus einem nachhaltigen Material hergestellt wurde, in meinem Fall aus Naturkautschuk. Sie kann komplett biologisch abgebaut werden – wenn ich mich denn jemals von ihr trenne! Preislich lag sie im Mittelfeld – ich habe ca. 80€ ausgegeben und bin wie gesagt auch nach 3 Jahren noch sehr glücklich mit ihr.

yogatasche nähen

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit MT Stofferie* entstanden – Stoffe und Flechtgurt sind mir für die Nähanleitung gestellt worden. Vielen Dank! Eine weitere Vergütung erfolgte nicht. Bei den Links in diesem Artikel handelt es sich um Werbelinks, d.h. ich verdiene pro Bestellung eine Provision, ohne dass Dir Mehrkosten entstehen. Mehr zum Thema Werbung und wie ich eigentlich als Blogger Geld verdiene, erfährst du auf meiner Transparenzseite.

Buddha: Tschibo* – Yogamatte: Maduka eKO Mat*

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Mädchen Pullover Schnittmuster

Pullover Schnittmuster für Mädchen: Girly Long Sweater

enthält Werbelinks, Info dazu auf der Transparenzseite

Ich gebs zu: Ich habe neulich schon den Kamin angemacht, weil mir zu kalt war. Ich weigere mich die Heizung vor Oktober anzuschalten, aber ein schönes Kaminfeuer brauchte ich einfach. Das war so ein Tag, an dem es plötzlich kalt war, und der Schein des Feuers etwas Tröstendes hatte – mit dem kalten Wetter kommt bei mir auch die Traurigkeit – da ist es gut einen Kamin zu haben und ein gutes Buch. Aber davon wollte ich gar nicht erzählen, sondern den neuen Pullover meiner kleinen Tochter vorstellen – ein niedlicher Mädchen-Pulli, genäht nach einem bewährten Schnittmuster.

Nicki-Pullover zum Kuscheln nähen

Meine Kleine mag verständlicherweise gern Flausche-Stoffe zum Kuscheln. Für ihren neuen Pullover habe ich deshalb einen Rest Nicki verwendet – im Moment habe ich mir selbst ein Stoffkaufverbot auferlegt und baue Reste ab. Dieser Nicki wartete schon lange auf seinen Einsatz. Da die Kleine sich außerdem schon lange einen Ringelpulli wie die Kinderbuchheldin Conni* wünscht (nicht, dass ich da jetzt sonderlich begeistert wäre) und ich nirgends so einen Pulli gefunden habe, war klar: Die Nicki-Ringel werden zum neuen Kuschelpulli!

Als Schnittmuster für den Mädchenpullover habe ich auf ein bewährtes zurückgegriffen, nämlich den „Girly Long Sweater“* von mommymade. Da war ich damals beim Probenähen dabei und habe den schon oft genäht – hier der erste für die Große mit Schalkragen, hier der süße Weihnachtspulli der Kleinen vom vorletzten Jahr, und hier der Mädchen Pullover mit Schalkragen aus Alpenfleece, der nun der Großen leider gerade zu groß wird. Für mich habe ich den Pullover in der Damenversion auch schon genäht, und demnächst vielleicht wieder – ich bin noch nicht ganz entschieden, aus welchem Schnitt ich mir einen neuen Pullover nähen will.

Style-Tipp: Applikation für den Pulli

Mädchenpullover nähen - Raglan Schnittmuster

Die Applikation habe ich „freihand“ gemacht. Den Cupcake habe ich aus dem Kurzwaren-Regal im Supermarkt, die wollte ich schon lange verarbeiten. Ich habe zunächst zwei Runde Stoffstücke aus Baumwolle rechts auf rechts abgesteppt und dann in eins mittig ein kleines Loch zum Wenden geschnitten. Auf die heile Seite habe ich dann den Cupcake aufgenäht (Bügeln allein reicht erfahrungsgemäß bei diesen Applikationen leider nicht!). Anschließend habe ich die runde Applikation mittig auf dem Vorderteil aufgenäht. Dazu habe ich farblich passende Stickgarne verwendet und einfach kreuz und quer gesteppt. Dabei habe ich noch drei kleine Stückchen Webband als Schlaufen eingefasst – fertig!

Mädchenpullover für Herbst und Winter nähen

Mädchen Pullover: Das Schnittmuster

An dem Schnittmuster mag ich den leicht taillierten Sitz – alle unsere Mädchenpullis saßen bisher immer perfekt! Der Pullover fällt bis über den Po und schützt die gefährliche Kältelücke zwischen Hose und T-Shirt darunter. Man kann ihn mit Schalkragen oder Bündchen nähen – nur eine Kapuze fehlt hier, kann man sich aber eventuell von einem anderen Schnittmuster konstruieren – das werde ich mal bei einem der nächsten Pullover testen. Als nächstes sind aber erstmal die anderen dran. Die Große braucht wieder einen neuen Pullover, und die Jungs, der Mann und ich auch. Nicht, dass mir noch langweilig wird!

schnittmuster mädchen pullover

Material

Nicki: Reststück aus dem Nähladen meines Vertrauens, gibt’s z.B. auch bei Etsy*.
Stickgarn: Natürlich wieder SULKY® by Gunold®
Schnittmuster: „Girly Long Sweater“* von mommymade

mädchen pullover schnittmuster

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Kulturbeutel für Kinder nähen

Anzeige – Tutorial: Einfachen Kulturbeutel nähen

Die heutige Nähanleitung ist etwas Besonderes, denn ich zeige dir nicht einfach nur, wie du einen Kulturbeutel (zum Aufhängen) nähen kannst, sondern auch, wie ich ihn konstruiert habe. Das ist viel leichter, als es jetzt erstmal klingt! Mit meiner Anleitung kannst du dir dann selber ein Schnittmuster erstellen und dir eine Kulturtasche nach deinen eigenen Wünschen nähen! Deshalb gibt es für die heutige Anleitung auch kein Schnittmuster in dem Sinne, sondern mehr die Hilfe zur Selbsthilfe. Und ich bin schon sehr gespannt, ob dich das weiterbringt und was du daraus zauberst! Fertig?

Nähen für den Urlaub: Kulturbeutel für Kinder

Die Ursprungsidee hinter dem Kulturbeutel zum Aufhängen war, dass ich eine kleine Kulturtasche für Kinder nähen wollte, in der Zahnbürste und Zahnpasta Platz haben. Ich wollte sie gern zum Aufhängen nähen, weil ich das sehr praktisch finde (speziell beim Camping, aber auch in einer Ferienwohnung – über unsere Familienreisen erfährst du mehr auf meinem Mamablog).

Es ist dann nach einigen Überlegungen das vorliegende Modell in Zusammenarbeit mit dem Nähkaufhaus entstanden, wo ich bevorzugt mein ganzes Zubehör und Zutaten zum Nähen von Taschen bestelle. Vielen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung!

Kulturtasche für Kinder nähen

Schnittmuster selber erstellen

Nachdem ich in den letzten Monaten viel Kinderkleidung aus Jersey genäht habe, kehre ich mit dieser Anleitung zu meinen Wurzeln – Taschen – zurück. Wenn man ein paar Taschen genäht hat, kommen ganz schnell eigene Ideen und der Wunsch selbst eine Tasche zu konstruieren. Zumindest bei mir war das immer so. Bei diesem Kulturbeutel für Kinder machen wir es mal nicht zu kompliziert: Die Grundlage ist ein DIN A 4-Blatt. Hier habe ich ein bisschen abgemessen und eingezeichnet. Das sah dann ungefähr so aus:

Du kannst bei deiner eigenen Tasche diese Maße übernehmen oder dir etwas ganz eigenes konstruieren. DIN A 4 fand ich zum Zeigen recht praktisch, und für einen Hänge-Kulturbeutel für Kinder reicht die Größe auch noch. Bei einer Kulturtasche für eine Erwachsene würde ich breiter werden, sonst passt die Zahnbürste nicht rein. (Natürlich kannst du auch was ganz anderes nähen – ein Stifteetui zum Beispiel, oder ein Reiseetui ähnlich wie das hier…)

Mir ist immer ganz wichtig, dass bei solchen Konstruktionen nichts herausfallen kann, daher hat die Kulturtasche ein Innenfach mit Reißverschluss. Wenn du dich da nicht rantraust, kannst du das natürlich anders machen, z. B. nur ein aufgesetztes Innenfach, das du mit einem Knopf schließen kannst.

Zutaten und Zubehör

Wenn du dein Schnittmuster fertig hast, kann es schon mit dem Zuschnitt losgehen! Für ein Täschchen dieser Art brauchst du:

  • 1 Stück Außenstoff (bei mir eine alte Jeans)
  • 1 Stück Baumwollstoff für die Innenseite
  • 1 kleines Stück Wachstuch für das Zahnbürsten-Innenfach
  • 1 Stück Baumwollstoff für ein weiteres Innenfach
  • Bügel-Volumenvlies als Einlage zum Wattieren, damit das Täschchen etwas mehr Stand hat.
  • 1 Endlos-Reißverschluss oder 20cm Reißverschluss (ich bevorzuge Endlos-Reißverschlüsse, weil die im Einkauf deutlich günstiger sind)
  • 1 Stück Kordel oder Paracord (ich steh auf Paracord) – es sollte lang genug sein, dass du das Täschchen damit verschließen kannst
  • 1-2 Ösen mit 11mm Innendurchmesser (damit man die Tasche an einen handelsüblichen Handtuchhaken hängen kann)

Außerdem brauchst du das übliche Nähwerkzeug wie Rollschneider, Lineal und Schneidematte – bekommst du alles auch im Nähkaufhaus, falls du noch keine hast.

Kulturbeutel nähen

Nun starten wir mit dem Nähen! Zuerst bügelst du das Volumenvlies auf die Rückseite des Baumwollstoffes, der später innen liegen soll. Anschließend habe ich mir mit einem Stoffmarker auf dem Baumwollstoff markiert, wo er später gefaltet wird und wo das Innenfach mit Reißverschluss liegen soll.

Nun kommt schon das Reißverschluss-Innenfach! Aber keine Angst, das schaffen wir! Zunächst legst du das Wachstuch mit der schönen Seite nach unten auf den Baumwollstoff und steppst ein schmales Rechteck ab – das wird der Schlitz für den Reißverschluss. Anschließend schneidest du mittig ein. Zu den Ecken schneidest du Y-förmig ein und wendest im Anschluss das Wachstuch durch den Schlitz.

Jetzt hinterlegst du den Reißverschluss. Wenn du einen Endlos-Reißverschluss verwendest, musst du den Schieber erst auffädeln. Dazu trennst du zunächst die beiden Reißverschlussteile und schneidest einen unten schräg ein (etwa 45°-Winkel). Dann fädelst du den Schieber erst auf die eine Seite und steckst dann die angeschnittene Seite ein. Das funktioniert bei mir immer wunderbar. Wenn es vielleicht nicht geht, hast du eventuell den Schieber falschrum (ist mir auch schon passiert…). Wenn du deinen Endlos-Reißverschluss im Nähkaufhaus bestellst, schicken sie normalerweise immer eine Karte mit, auf der das auch nochmal gezeigt wird :). Außerdem gibt’s immer Gummibärchen.

Den Reißverschluss legst du nun unter den Schlitz und steckst ihn fest. Alternativ kannst du auch Stylefix verwenden, das ist ein dünnes Klebeband zum Fixieren von Reißverschlüssen – sehr nützlich bei kniffligen Stellen. An der Nähmaschine kannst du schon den Reißverschlussfuß anbauen. Nun steppst du den Reißverschluss von oben rundherum ab.

Wenn der Reißverschluss festgenäht ist, schlage das Wachstuch nach oben – du erhältst eine kleine Tasche. Ich habe dann von der Oberseite aus das Wachstuch-Innenfach festgenäht – das ist einfacher als wenn du „unsichtbar“ nur auf der Rückseite des Innenfachs arbeitest. Außerdem war die Nahtzugabe oberhalb des Reißverschlusses bei mir zu knapp geworden, sodass ich es mir in diesem Schritt einfach gemacht habe. Die Variante „unsichtbar“ und zwei weitere Möglichkeiten um Innenfächer zu nähen erkläre ich in meinem Beitrag über drei verschiedene Innenfach-Varianten.

Jetzt fehlt noch etwas für unten. Hier kann man mit Gummiband arbeiten und so einfache Halterungen für Zahnpasta oder eine Bürste nähen – ganz nach dem Vorbild eines Schuletuis. Oder man macht ein einfaches Einsteckfach. Das habe ich hier gemacht: Einfach noch ein Stück Stoff zuschneiden (Breite = Breite der Tasche, Höhe = 2x vorhandene Höhe), falten und mit dem Stoffbruch nach oben zeigend an den Seiten feststeppen.

Nun ist die Tasche schon fast fertig. Lege den Außenstoff mit der schönen Seite nach unten auf den Innenstoff. Ich habe den Außenstoff noch mit zwei Fledermäusen bestickt – so eine Tasche wie diese bietet sich für Stickerei, Plot oder Applizieren an. Spätestens jetzt vor dem Zusammensetzen kannst du den Außenstoff noch bearbeiten.

Die beiden Teile werden nun verstürzt – das heißt, du nähst sie rechts auf rechts zusammen und wendest sie im Anschluss durch die Wendeöffnung, die du an einer Seite lässt – am besten die Seite oberhalb des Einsteckfachs. Nach dem Wenden steckst du die Wendeöffnung ab und steppst rundherum füßchenbreit ab. Die Wendeöffnung wird dadurch gleich mit geschlossen, ohne dass du dich mit dem Matratzenstich aufhalten musst. (Damit schließt man normalerweise von Hand die Wendeöffnung und erhält im besten Fall eine unsichtbare Naht.)

Jetzt bist du eigentlich fertig. Es fehlt noch die Aufhängung. Ursprünglich wollte ich zwei Ösen einschlagen, habe mich aber dagegen entschieden. Warum? Weil man das Wasch-Utensilo aufhängen soll. Meist ist aber nur ein Handtuchhaken da, oder wenn es zwei sind, dann hängen sie nicht in dem exakten Abstand, den ich für meine Ösen brauche. Ein Band von einer zur anderen zu spannen wär auch doof: Dann müsste ich oben noch etwas Festes zur Stabilisierung einnähen. Also lautet die einzige Lösung: Es kommt nur mittig eine Öse!

Beim nächsten Utensilo würde ich das im Schnitt anders berücksichtigen und oben einen kleinen Bogen oder Dreieck machen. Du kannst das natürlich gern so machen! Das ist das Schöne am Nähen: Man verbessert und optimiert immer weiter, bis man seinen perfekten Schnitt gefunden hat ;).

Für die Öse habe ich extra große gewählt, damit man die Tasche direkt an der öse an einen Handtuchhaken hängen kann. Eine Öse dieser Größe schafft die Vario-Zange nicht mehr. Also habe ich mir in Stefans Werkstatt nebenan einen Hammer gesucht und Mjölnir persönlich gefunden. Das Teil ist höllisch schwer – genau richtig für diesen Job!

Zuerst musst du an der gewünschten Stelle ein Loch machen – ich nehme dafür gern eine Lochzange. Das Loch kann kleiner sein als die Öse – wenn es zu groß ist, rutscht die Öse raus. Also lieber ein kleines Loch und die Öse mit Kraft durchstecken. Anschließend wie in der Beschreibung auf der Packung den Ring auf die Öse stecken, gut zielen, Augen zu und hoffen, dass es nicht den Daumen erwischt. Zuletzt ziehst du noch das Stück Paracord durch die Öse und hast damit einen Verschluss für die Tasche. FERTIG!

Kulturbeutel für Kinder nähen

Variationen und Ideen

Du kannst dein Hänge-Täschchen nach Belieben größer oder kleiner machen und z.B. mithilfe von Gummiband noch weitere Halterungen anzubringen. Du kannst diesen Kulturbeutel auch als Hänge-Utensilo in groß für den Wickeltisch, das Auto, Nähzimmer oder das Badezimmer nähen (letzteres plane ich gerade, weil wir zu wenig Platz haben, bzw. zuviel Zeug für den gegebenen Platz).

Damit gebe ich nun ab zu Creadienstag, HoT, und Elfis Kartenblog.

Sponsored Post: Diese Anleitung ist in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Nähkaufhaus.de entstanden. Vielen Dank! Zum Thema Werbung auf dem Blog schreibe ich mehr auf meiner Transparenzseite.

Gewichtsdecke einfach selber machen

Anzeige – Nähen für Faule: Gewichtsdecke einfach selber machen!

Letzte Woche habe ich bereits eine Anleitung zum Nähen einer Gewichtsdecke vorgestellt. Ich habe dort angekündigt, dass es auch einfacher geht. Diese Methode stelle ich heute vor. Auch wenn dies dein allerallererstes Nähprojekt sein sollte, verspreche ich dir: Auch du kannst mit meiner Anleitung eine Gewichtsdecken einfach selber machen! Die Nähanleitung gehört nämlich auch in die Reihe „Nähen für Faule“, und die zeichnet sich dadurch aus, dass sie super einfach zu nähen ist UND am Ende auf jeden Fall gelingt. Die Gewichtsdecke kannst du übrigens auch aus einer alten Bettdecke einfach selber machen – also fast ohne Nähen! Für dieses Projekt „Gewichtsdecke nähen“ unterstützt mich wieder SULKY® by Gunold® – vielen Dank!

Viskose Rayon Garne von SULKY® by Gunold®
Rayon Viskose-Garne von SULKY® by Gunold®

Die Nähen-für-Faule-Methode

Vielleicht bist du heute zum ersten Mal hier gelandet (soll ja vorkommen) und hast es nun gleich mit der Gewichtsdecke zu tun? Deshalb stelle ich einmal kurz meine Nähen-für-Faule-Methode vor: Inzwischen wird der Begriff „Nähen für Faule“ sogar bei Google eingegeben, was mich doch ein bisschen freut. Schon in meinen ersten Anleitungen habe Wert darauf gelegt, dass du meine Nähanleitungen mit nur geringem Aufwand nachnähen kannst und den maximalen Erfolg erreichst! In dieser Reihe sind z.B. das Utensilo aus einem Stück, die Buchtasche aus einem Stück und natürlich das berühmte Sternkörbchen entstanden.

Nähen muss nicht kompliziert sein! In der Reihe „Nähen für Faule“ zeige ich, wie einfach es gehen kann, und wie schön und wandelbar die Ergebnisse sein können. Alle Nähanleitungen der Reihe findest du hier.

Gewichtsdecke einfach selber machen
Fertige Gewichtsdecke nach der Nähen-für-Faule-Methode.

Wichtige Vorbemerkungen

Zu den Anwendungsgebieten der Gewichtsdecke (sie ist auch unter dem Namen „Therapiedecke“ bekannt) habe ich letzte Woche schon sehr viel geschrieben. All das gilt auch für diese Decke, und ich möchte folgenden Punkt wiederholen:

WICHTIG: Ich zeige dir hier nur, wie du eine Gewichtsdecke selber machen kannst. Warum du eine Gewichtsdecke nähst und ob es ratsam ist wegen einer eventuellen Diagnose vorher mit einem Arzt zu sprechen, liegt in deiner Verantwortung! Ich bin keine Ärztin oder Heilpraktikerin. Ein Heilsversprechen gibt es deshalb selbstverständlich auch nicht. Ich verlasse mich darauf, dass du weißt, was du tust und ggfs. mit einem Arzt über die Anwendung sprichst.

Außerdem, falls du die Gewichtsdecke für deine Kinder nähen willst: Achte darauf, dass Kopf und Hals nicht bedeckt sind, und dass das Gewicht nicht zu schwer ist. Wie schwer die Gewichtsdecke wird, entscheidest du selbst: Die Decke sollte maximal 10% des Körpergewichts wiegen. Die Decke, die ich heute vorstelle, wiegt 2,5kg.

Gewichtsdecke selber machen
Sie wiegt gut 2,5kg. Beim Gewicht gilt: maximal 10% des Körpergewichts.

Zutaten und Material

Um die Gewichtsdecke zu nähen benötigst du neben deiner Nähmaschine, Bügeleisen und den üblichen Nähutensilien wie Schneidematte, Rollschneider, Schneiderkreide oder Stoffmalstift usw., optional eine Stickmaschine und Garne von SULKY® by Gunold® für die Zier- und Quiltstiche.

Wer etwas applizieren will, kann gut auf das Thermofix von SULKY® by Gunold® zurückgreifen. Ein Projekt dieser Größe bietet sich sehr zum Applizieren an. Wie das geht, habe ich z.B. ausführlich in dem Freebook „Joelle – Mädchenhandtasche“ beschrieben. Ich habe bei dieser Decke natürlich was gestickt, die Stickdatei für das niedliche Krönchen gibt es auch bei SULKY® by Gunold.

Vernäht habe ich einen einfachen Webware-Stoff. Du kannst hier auch eine alte Bettwäsche upcyceln – dann wird es fast eine „Gewichtsdecke ohne nähen“. Als Füllung habe ich wieder die Polypropylen-Perlen* genommen, wieder aus den im letzten Beitrag genannten Gründen: So ist die Gewichtsdecke auch waschbar. Bei den natürlichen Alternativen geht das leider nicht. Alternativ kannst du es mit Linsen oder Reis versuchen – die Decke ist dann halt nicht waschbar! Ich würde in dem Fall einen extra Bezug nähen oder die Decke gleich auf ein Bettwäsche-Maß nähen, damit du einen gekauften Bettwäsche-Bezug verwenden kannst ;). Mit meiner Anleitung kannst du das Maß beliebig anpassen.

Zuschnitt

Der Zuschnitt ist an sich simpel – du musst dir nur überlegen, wie groß deine Gewichtsdecke werden soll. Meine sollte ca. 70cm x 110cm werden. Ich habe den Stoff also mit großzügiger Nahtzugabe in 75cm Breite und 225cm Länge zugeschnitten, das ließ sich gut rechnen und gut schneiden.

Hinweis: Falls du eine kuschelige Unterseite haben willst wie bei der anderen Decke, kannst du für Ober- und Unterseite je ein eigenes Stoffstück in 75cm x 115cm zuschneiden. Als kuschelige Unterseite bieten sich Microfleece oder Fleece an – du kannst auch eine Wolldecke nehmen. Die Decke wird dann insgesamt noch etwas schwerer.

Wenn du eine Bettwäsche upcycelst, musst du überhaupt nichts zuschneiden.

Anleitung: Gewichtsdecke selber machen

Der Stoff wird zunächst doppelt gelegt, sodass du an der kurzen Seite einen Stoffbruch hast. Das ist dann schon ungefähr die Größe der späteren Decke. Wenn du mit zwei verschiedenen Stoffstücken arbeitest, wird eine kurze Seite rechts auf rechts (also schöne Seite auf schöne Seite) zuerst geschlossen.

gewichtsdecke selber machen

Wenn deine zukünftige Decke so vor dir liegt, kannst du jetzt nach Herzenslust sticken oder applizieren. Bei einem großflächigen Projekt wie diesem kannst du dich richtig austoben. Es gilt nur eins zu bedenken: Durch die späteren Steppnähte ergeben sich viele kleine Kästchen – du solltest also vorher genau überlegen, wo du was platzierst.

Ich habe meiner kleinen Prinzessin (die Kleine ist gerade voll in dieser Phase) ein verspieltes Krönchen aufgestickt, das sich im dazugehörigen Kissen wiederholt. Die Stickdatei ist von SULKY® by Gunold®, ebenso das schöne Stickgarn. Ich habe zuerst einen Probestick gemacht und probegelegt.

Sticken mit SULKY
Sticken der Applikation von SULKY® by Gunold® .

Wenn du keine Stickmaschine besitzt, kannst du alternativ auch etwas applizieren. Eine ausführliche Beschreibung wie das geht, findest du z.B. in meinem Freebook „Joelle“, der Mädchenhandtasche, die ich im vergangenen Jahr ebenfalls in Zusammenarbeit mit SULKY® by Gunold® entworfen habe. Ich verwende zum Applizieren das Thermofix von SULKY® by Gunold® – das kommt auf einer praktischen Rolle. Das finde ich sehr handlich und gut zu verarbeiten im Gegensatz zu anderen Herstellern.

Als nächstes schließt du die beiden offenen Längsseiten (es sei denn, du nimmst eine Bettwäsche), und wendest den so entstandenen Sack auf die schöne Seite. Ich habe dann die Außenkanten mit einem Zierstich abgesteppt. Vorsicht: An der offenen Seite sollte der Zierstich erst 2cm unterhalb der Kante anfangen, weil wir hier ja später noch nach innen schlagen und absteppen.

Die Linien für die Steppnähte hast du ja bereits eingezeichnet. Wenn nicht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Anschließend steppst du die langen Linien parallel zu den geschlossenen Seiten ab. Du erhältst so mehrere Tunnel. Anschließend zeichnest du die Quernähte ein. Bevor du sie aber absteppst, musst du sie befüllen ;).

Gewichtsdecke selber machen
Zuerst werden die Längsnähte abgesteppt.

Jetzt starten wir mit dem Befüllen! Wieviele Kästchen wirst du insgesamt haben? Teile die Anzahl der Kästchen durch das gewünschte Gesamtgewicht in Gramm und fülle immer die Kügelchen in jeden Tunnel. Anschließend steppst du die erste Quernaht. Das geht so lange, bis du oben die letzte Reihe befüllt hast. Wenn die Kästchen sehr prall gefüllt sind, kann es hilfreich sein ein Reißverschlussfüßchen zu verwenden. In meinem Fall waren es nur 50g pro Kästchen – das ließ sich gut verarbeiten.

Wenn die letzte Reihe befüllt ist, schlägst du den oberen Rand 2x ein. Es ist hilfreich vor dem Befüllen der letzten Reihe ie eingeschlagene, offene Kante vorzubügeln. Stecke sie fest und schließe dann die Öffnung mit deinem Zierstich. FERTIG!

Zierstich mit SULKY
Ich habe eine gerade Steppnaht und diesen wellenartigen Zierstich für den Rand verwendet, beides natürlich mit Rayon Viskose Garn von SULKY® by Gunold®.

Passendes Kissen zur Gewichtsdecke

Ich habe zu der selbst genähten Gewichtsdecke noch ein Kissen genäht. Die Anleitung dafür ist auch von mir – es ist auch ein Kissen nach der Nähen-für-Faule-Methode, nämlich das Kissen aus einem Stück. Wenn du Nähanfängerin bist und nach dem erfolgreichen Gewichtsdecken-Projekt an der Nadel hängst, kann ich dir sehr das Kissen für Faule als nächstes Projekt empfehlen: Da verlierst du nämlich die Angst vor dem Reißverschluss :).

Kissen aus einem Stück nähen
Kissen aus einem Stück nach der Nähen-für-Faule-Methode

Bei meinem Kissen hier habe ich lediglich zur Verzierung gestickt statt appliziert – ansonsten ist die Anleitung dieselbe!

Damit verabschiede ich mich nun und verlinke noch mit dem Creadienstag, HoT und DienstagsDinge.

Gewichtsdecke selber nähen Anleitung

Sponsored Post – Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit SULKY® by Gunold® entstanden. Ich bedanke mich für die erneut kreative und schöne Zusammenarbeit! Mehr zu Werbung auf diesem Blog erfährst du auf meiner Transparenzseite.

gewichtsdecke nähen

Tutorial: Gewichtsdecke nähen

Was um Himmels Willen ist eine Gewichtsdecke? Die Frage runzelte sich in Falten auf meine Stirn, als ich zum ersten Mal darauf stieß. Gewichtsdecken sind auch unter dem Namen „Therapiedecke“ bekannt. Im Prinzip sind es schwere Decken. Sie werden extra beschwert um beim Zudecken eine beruhigende Wirkung zu erzielen. Gewichtsdecken werden in Krankenhäusern und in der Pflege eingesetzt – z.B. bei psychischen Störungen und bei Einschlafproblemen. Einschlafprobleme waren mein Stichwort: Da mindestens zwei meiner Kinder Einschlafproblemexperten sind, war ich neugierig und hab gleich zwei Gewichtsdecken genäht. Heute stelle ich das erste der beiden Tutorials vor und zeige, wie du ganz leicht eine Gewichtsdecke nähen kannst.

Vorbemerkungen

Eine Gewichtsdecke selber zu nähen ist nicht schwer. Das heutige Tutorial ist etwas schwieriger als das nach der Nähen-für-Faule-Methode. Für die Nähanleitung heute ist es von Vorteil, wenn du vorher schon einmal eine einfache Patchwork-Decke genäht hast, z.B. meine einfache Babydecke ohne Einfassen. Damit kennst du sozusagen die Grundbegriffe des Decken-Nähens und kannst gleich losstarten!

Unterstützt hat mich bei diesem Projekt (wieder einmal) SULKY® by Gunold® , mit denen ich ja schon oft und immer wieder gern zusammen arbeite, z.B. bei der Mädchenhandtasche Joelle oder bei meinem Text über die Grundausstattung zum Sticken.

Hinweise zur Anwendung und Wirkung der Gewichtsdecke – wichtig!

Eine Gewichtsdecke oder Therapiedecke wird bei Schlafproblemen und bei verschiedenen ärztlichen Diagnosen empfohlen. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass ich hier keinerlei medizinische Beratung und Haftung übernehme! Ich habe gelesen, dass eine Gewichtsdecke durch das Gewicht beruhigend wirkt (wie eine Umarmung) und dadurch Glückshomone auslöst. Aus einem Selbstversuch kann ich diesen Eindruck bestätigen. Die Decke allein wird aber keine Depressionen oder ähnliches heilen – sie kann lediglich bei der Behandlung unterstützen!

Daher mein unbedingter Rat: Bitte halte bei medizinischen Fragen und Problemen Rücksprache mit dem Arzt oder Kinderarzt! Das gilt besonders, wenn eine Erkrankung der Atemwege, des Herzens oder Kreislaufprobleme bekannt sind. Menschen, die mit Skoliose oder Diabetes diagnostiziert wurden, sollten sich einen ärztlichen Rat einholen ob der Einsatz einer Gewichtsdecke sinnvoll ist.

Bei Kindern – ist eigentlich selbstverständlich – achte bitte darauf, dass Kopf und Hals nicht bedeckt sind. Das Kind muss immer frei atmen können! Auch deshalb sollte das Kind älter sein. (Ich hab eine Decke für meinen Jüngsten genäht, der ist jetzt zwei Jahre.)

Vielleicht hast du ja auch schon mit einem Arzt gesprochen, und er hat eine Gewichtsdecke empfohlen? Und jetzt suchst du eine Anleitung zum selbernähen der Gewichtsdecke? Man kann die natürlich fertig kaufen, doch gehen die Preise bei einer guten Qualität, Größe und Gewicht schnell ins Dreistellige. Das geht auch günstiger! Wenn du Geld sparen willst, empfehle ich dir die Nähen-für-Faule-Methode zum Nähen der Gewichtsdecke – die kannst du nämlich aus einer alten Bettdecke nähen!

FAQ Gewichtsdecke

Bei welchen Krankheitsbildern wird eine Gewichtsdecke eingesetzt?

Bei folgenden Diagnosen soll eine Gewichtsdecke helfen können, um hier nur einige zu nennen. Bitte verwende die Gewichtsdecke nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und/oder Therapeuten!
– ADHS
– Autismus
– Asperger-, Down-, Hallermann-. Streiff-, Rett-, oder Tourette-Syndrom
– Posttraumatische Belastungsstörung
– Epilepsie
– Angst- und Zwangsstörungen
– Depression
– bipolare affektive Störung

Wie schwer soll eine Gewichtsdecke sein?

Das ist individuell vom eigenen Körpergewicht abhängig. Die Gewichtsdecke soll 10% des eigenen Körpergewichts wiegen.
Die erste Decke für meinen Kleinen (11kg) habe ich insgesamt 1kg schwer gemacht. Ich war auch lieber etwas vorsichtiger.

Womit wird die Gewichtsdecke befüllt?

Es kommen verschiedene Füllstoffe in Frage, z.B.: Reis, Sand, Linsen, Bohnen oder Polypropylen-Granulat* . Ich habe mich für Letzteres entschieden, damit man die Decke waschen kann.

Kann man die Gewichtsdecke waschen?

Ja, wenn du sie mit Polypropylen-Granulat* befüllst. Bei allen anderen Füllstoffen geht es nicht – organisches Füllmaterial schimmelt. (Eine mit Sand gefüllte Decke kann man theoretisch waschen.) Ich würde sie NICHT SCHLEUDERN und auch NICHT in den Trockner geben!

Wie wirkt die Gewichtsdecke?

Durch den gleichmäßigen Druck werden Glückshormone freigesetzt, ähnlich wie bei einer Umarmung.

Mein Kind schläft schlecht ein/durch. Hilft eine Gewichtsdecke beim Einschlafen?

Eine Gewichtsdecke kann helfen. Es gibt aber auch Kinder, die sie wegstrampeln . Da hilft nur Ausprobieren!

Gewichtsdecke nähen

Zutaten und Füllung

Für die heutige Decke habe ich ein (!) Fat Quarter-Bundle von Gütermann vernäht. (Das war auch ein bisschen die Challenge aus einem Stoffpaket eine Kleinkinderdecke zu nähen.) Die Rückseite habe ich, weil ich einen weichen Stoff haben wollte, aus einem Rest Sweatshirtstoff genäht.

Gütermann Fat Quarter
Gütermann Fat Quarter – ein Bundle reicht für eine kleine Decke.

Für die Füllung gibt es mehrere Möglichkeiten:

Ich wollte am liebsten einen natürlichen Füllstoff, aber aus rein praktischen Überlegungen habe ich mich am Ende für das Füllgranulat entschieden. Das kommt auch beim Nähen von Kuscheltieren, Türstoppern oder Nähgewichten zum Einsatz und hat den Vorteil, dass es bis 40°C waschbar ist. Reis, Linsen und Bohnen kann man leider nicht mitwaschen ohne die Decke damit für immer zu ruinieren – also blieb nur die Plastikvariante.

Sand ist theoretisch auch möglich und wahrscheinlich die günstigste Variante. Ob ich eine Sanddecke waschen würde, weiß ich nicht – vielleicht hast du da Erfahrungswerte?

Wenn du unbedingt einen natürlichen Füllstoff nehmen willst, kannst du einen extra Bezug nähen oder mit Reißverschlüssen arbeiten um die Füllung vor dem Waschen herauszunehmen (was sehr aufwändig ist, deshalb habe ich darauf verzichtet). Ein Vorteil der Reißverschlusslösung ist, dass man das Gewicht der Decke mit dem Alter der Kinder erhöhen kann. Aber sehr aufwändig!

Gewichtsdecke selber nähen

Nähanleitung

Jetzt legen wir aber los! Für den Zuschnitt benötigst du die Werkzeuge, die ich immer empfehle und die bei fast jedem Nähprojekt zum Einsatz kommen: Schneidematte, Rollschneider und Lineal. Außerdem benötigst du ein Bügeleisen und Bügelbrett, sowie eine grammgenaue Küchenwaage. Ein Trichter ist ebenfalls praktisch zum Einfüllen der Kügelchen. Fürs Nähen der Gewichtsdecke habe ich ca. 5 Stunden gebraucht. Das ist ein ungefährer Richtwert und abhängig von deiner Näherfahrung und dem eigenen Tempo. Beim Nähen will man sich ja auch nicht hetzen.

Zuschnitt

Vor dem Zuschnitt habe ich alle Stoffstücke gut gebügelt.

gütermann creativ stoff

Als nächstes habe ich alle Fat-Quarter-Stoffstücke in kleine Rechtecke zugeschnitten: 11cmx20cm. Die Größe hat sich durch die Fat Quarter-Größe ergeben. Du kannst natürlich deine eigenen Maße nehmen! Wichtig ist, dass eine Seite doppelt so lang ist wie später das Kästchen auf der Decke sein soll. Dann werden alle kleinen Rechtecke mittig gefaltet und gebügelt. So entstehen kleine Säckchen, die später befüllt werden.

Anschließend habe ich mir ein Muster überlegt und die gefalteten Rechtecke probegelegt. Wenn du schon Erfahrung mit Patchwork-Decken hast, weißt du vielleicht, dass dieser Teil sehr zeitraubend sein kann, bis man das optimale Muster für sich entdeckt hat.

gewichtsdecke probelegen
Probelegen der Decke: Überlege dir zuerst ein Muster und nähe dann Reihe für Reihe.

Nun nähst du Säckchen für Säckchen in der festgelegten Reihenfolge aneinander – Reihe für Reihe! Die Nahtzugaben der Unterseite bügelst du auseinander.

Wenn alle Säckchen-Reihen fertig sind, legst du dir am besten alle Reihen schon in der richtigen Reihenfolge zurecht, damit du beim Zusammensetzen nicht durcheinander kommst. Jetzt ist die Frage: Wie schwer woll deine Decke werden? Ich wollte eine 1kg-Decke. Teile das gewünschte Gewicht durch die Anzahl der Säckchen. So erhältst du die Gramm-Angabe pro Säckchen! Bei mir waren es 16g pro Säckchen. Ein Hinweis an dieser Stelle: Viel mehr Granulat hätte nicht in die Säckchen gepasst. Wenn deine Decke schwerer werden soll, musst du mehr Säckchen nähen, dann reicht ein Fat Quarter nicht. Oder du verwendest dann gleich die andere (einfachere) Methode, die ich nächste Woche vorstelle.

Die oberste Reihe habe ich nach dem Befüllen einfach abgesteppt um sie zu verschließen. Die zweite Reihe Säckchen wird an die erste Reihe genäht und dadurch verschlossen. Das geht dann immer so weiter, bis du alle Säckchen befüllt und die Decke fertig genäht hast.

Diese Arbeit habe ich mir auf mehrere Nähabende aufgeteilt, bis ich irgendwann soweit war:

Gewichtsdecke Nähanleitung
Zwischenstand der Gewichtsdecke – sieht schon fast fertig aus!

Abschluss der Gewichtsdecke nähen: Verschiedene Möglichkeiten

Für den Abschluss der Decke hast du nun verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste Methode ist die Decke wie bei der Babydecke ohne Einfassen mit dem Rückseitenstoff zu verstürzen, also rechts auf rechts abzusteppen und durch eine Wendeöffnung zu schließen. Diese Methode empfehle ich dir, wenn du noch nicht soviel Näherfahrung hast und/oder schnell und ohne Probleme fertig werden willst. Lediglich auf eins musst du hier achten, nämlich dass die Füllung nicht unter die Nadel rutscht! Am besten langsam und vorsichtig nähen und immer fühlen und Kügelchen aus dem Weg schieben. Günstige und hochwertige Nadeln bekommst du übrigens bei meinem Partner SULKY by Gunold – mir sind bei diesem Projekt leider auch ein, zwei Nadeln abgebrochen :(.

Die zweite Möglichkeit ist das klassische Einfassen der Decke – das empfehle ich dir, wenn du das schon einmal gemacht hast. Zum ersten Mal würde ich es hier nicht ausprobieren, weil auch hier die Gefahr besteht, dass Kügelchen unter die Nadel rutschen. Das erschwert das Nähen zusätzlich und bringt dann auch keinen Spaß.

Die dritte Möglichkeit habe ich mir selbst ausgedacht. Ich suche ja immer nach noch einfacheren Nähmethoden für das Nähen für Faule. Diese Methode ist nicht unbedingt leicht – sie geht schon eher in Richtung klassisches Einfassen. Von daher ist das jetzt nicht unbedingt etwas für Anfänger. Ich will diese Methode auch nochmal an einer normalen Patchworkdecke testen und perfektionieren.

So habe ich es also gemacht: Ic habe meine Decke ausgemessen und dann ein Rechteck aus Sweatshrtstoff zugeschnitten, dass an jeder Seite 5cm länger ist, also +10cm in der Länge und Breite. An den Ecken habe ich ein 5x5cm Quadrat ausgeschnitten und die dann rechts auf rechts wie einen Abnäher abgesteppt.

Jetzt kommt die Fummelarbeit: Ich habe dann den überstehenden Rand doppelt eingeschlagen und festgesteckt. An den Ecken ist es fummelig, zumal ich Sweat verwendet habe (was man ja eigentlich bei Patchworkdecken nicht macht – ich wollte aber eine kuschelige Unterseite!). Bügeln bringt einen hier also nicht weiter – ich werde wie gesagt noch weiter experimentieren, nächstes Mal mit Webware ;).

Zuletzt habe ich den Rand abgesteppt. Aufs Quilten habe ich verzichtet, weil die Säckchen so gut befüllt waren, dass ich nach zwei Nadelbrüchen Angst vor weiteren Verlusten hatte. Die Decke hate aber auch so einen guten Stand und ist von unten wirklich schön weich, sodass ein Kind bequem darunter liegen kann. Kleiner Tipp für die letzte Naht: Ein Reißverschlussfuß kann hier nützlich sein, wenn die Säckchen prall gefüllt sind. Ich bin beim Nähen darauf umgestiegen.

nähen
Die letzte Naht! Juhu!

Und? Wirkt die Gewichtsdecke?

Abschließend brennt natürlich diese Frage: Hat es was genützt? Nun – jein! Die Kinder fanden die Decke alle ganz toll, weil sie einfach anders ist. Der Kleine ist jetzt im Sommer doch zu zappelig dafür – der strampelt die sich dann einfach weg. Meine Töchter dagegen lieben die Decke (auch die größere, die ich nächste Woche vorstelle) und wollen nie mehr ohne schlafen. Ich finde das Gewicht angenehm, z. B. auch beim Sitzen auf dem Schoß.

Kurz: Probier es selbst aus! Mit dem Selbermachen der Gewichtsdecke sparst du zumindest im Vergleich zu einer gekauften Decke viel Geld. Und kommende Woche zeige ich noch, wie es noch einfacher und günstiger geht.

Bis dahin wünsche ich dir viel Spaß beim Nähen – schreib mir doch gern, wie deine Erfahrungen sind und ob dir die Anleitung gefallen hat!

Bis die Nähte,

Deine Sonja

Anleitung Gewichtsdecke nähen kostenlos

Damit gebe ich nun ab zu Creadienstag, HoT, und Elfis Kartenblog.

*Sponsored Post: Diese kostenlose Anleitung wurde durch die freundliche Zusammenarbeit und Unterstützung durch SULKY® by Gunold® möglich. Die Materialien wurden mir zum Teil kostenlos zur Verfügung gestellt, bei Links handelt es sich um Werbelinks. Mehr zu Werbung auf diesem Blog erfährst du auf meiner Transparenzseite.