Kategorie: Kreatives Leben

Hier findest du Beiträge rund um das kreative Leben: Ich stelle Bücher und Zeitschriften vor, schreibe über das Bloggen selbst und gewähre dir Einblicke hinter die Kulissen.

blog redaktion planung

Social Media und Blog Redaktion 2021: Dein Fahrplan zur perfekten Planung

Planst Du Deine Blog Redaktion mithilfe eines Content- und Redaktionsplans, oder bloggst Du spontan nach Lust und Laune? Ich verrate Dir was: Bei mir ist es tatsächlich eine Mischung aus Beidem – zum einen habe ich immer Luft, um spontane Themen aufgreifen zu können, zum anderen habe ich immer einen Plan in petto. Meine Posts auf Facebook und Instagram sind in der Regel drei Monate im Voraus geplant, mit Text und Bild. Dahinter steckt mein Blogplaner, mein Masterplan, damit die Nähshow hier und auf Social Media niemals ins Stocken gerät. Wie ich diesen Blogplan erstelle, welche (zum Großteil kostenlosen!) Tools mir dabei helfen, und wie und wo ich das gelernt habe, und als Bonus noch ein paar näh-relevante Aktionstage für Deine Social-Media-Planung – das erfährst Du heute in diesem ganz persönlichen Einblick in meine Bloggersuppenküche.

Dieser Artikel ist interessant für Dich, wenn Du Deinen Blog besser strukturieren und organisieren möchtest, wenn Du nicht mehr nachts aufwachen willst, weil Du für Facebook noch keinen Beitrag fertig hast, wenn Du Deine Seitenaufrufe steigern und wenn Du Deinen Shop mehr pushen möchtest. Oder wenn Du einfach wissen möchtest, wie andere so arbeiten – ich finde das immer interessant, bei anderen über die Schulter zu schauen.

Auch wenn Du nicht selbst bloggst, oder wenn Du einfach nur zum Spaß bloggst, kann Dir der Artikel helfen, eine bessere Übersicht zu erhalten. Außerdem hilft Dir dieser Beitrag, wenn Du gerade mit dem Bloggen anfängst und Dich fragst, wie man am besten so einen Blog-Redaktionsplan erstellt, der funktioniert, also bei dem man dann auch dranbleibt.

Ziele setzen, Erfolg planen

Es klingt nach Business und nach BWL, aber es ist was dran: Welche Ziele hast Du für Deinen Blog für 2021? Ohne Zielsetzung braucht es ja nun keine Planung, deshalb betone ich diesen Punkt, bevor wir richtig einsteigen.

Ziele nach dem Mond. Selbst wenn du ihn verfehlst, wirst du zwischen den Sternen landen.

Friedrich Nietzsche

„Erfolg“, das sind eigentlich viele kleine Erfolge, viele kleine Ziele. Seitenaufrufe, Umsatz, affiliate-Einnahmen, größere Reichweite in Social Media, mehr Newsletterabonenntinnen, Anzahl neuer Ebooks: Für all diese Punkte, aus denen mein Business besteht, setze ich mir Ziele. Nicht alle erreiche ich, und so geradlinig wie es ab und zu aussieht, ist es definitiv nicht – dies als Mutmacher, falls Du eher jemand bist, der sich von kleinen Misserfolgen runterziehen lässt. Lass es einfach nicht zu! Konzentriere Dich auch das, was gut läuft, und vor allem: Vergleiche Dich oder Deinen Blog nicht mit anderen! Selbst wenn wir alle ein Kissen nähen, werden sie alle anders aussehen.

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“

Sören Kierkegaard

Beispiel für ein kleines Ziel: Facebook-Follower

Ein Beispiel zum Thema „Teilerfolg“ und Social Media: Ich wollte auf Facebook über 1000 Follower, und ich wollte dort mehr Interaktion. Ich muss gestehen, Facebookfollowerzahlen und auch meine Facebookseite haben mich echt lange gar nicht so interessiert – ich habe alle Social Media bis auf Pinterest in der Vergangenheit eher so als lästiges Showprogramm wahrgenommen und habe da mal mehr, mal weniger enthusiastisch einfach nur meine Links reinkopiert und ab und zu in Nähgruppen geteilt.

Das hat sich erst dank eines extrem guten Kurses zur Social-Media-Planung* von Julia Bräunig (ex-Kreativlabor Berlin) geändert. Dank dieses Kurses habe ich einige Dinge für mich völlig neu sortiert und siehe da: Irgendwann in 2020 wuchs nicht nur die Facebook-Follower-Zahl auf über 1.000, sondern ich hatte endlich die für mich perfekte Methode gefunden, um Social-Media-Postings und meine Blogredaktion zu planen. Weit im Voraus und so, dass ich trotz Corona irgendwie immer präsent war und dass alles irgendwie gut von alleine lief! So konnte ich vergleichsweise entspannt nebenbei weitere Ebooks veröffentlichen, trotz Homeschooling und allen Schwierigkeiten, die 2020 so mitbrachte.

Julias Kurs kann ich Dir also sehr ans Herz legen, auch wenn Du schon ein bisschen länger bloggst. Meine Planung ist inzwischen eine Mischung aus dem, was ich bei Julia gelernt habe, und dem, was ich mir selbst angeeignet habe. Und jetzt steigen wir direkt ein in die Tools zur Blogplanung, weiter unten schreibe ich noch etwas über meine Herangehensweise und habe die Liste mit den näh-relevanten Daten, die Du für Deine Blogplanung verwenden kannst.

Analoge Planung: Unser Gehirn arbeitet nunmal analog. Ziele, die wir handschriftlich festhalten, setzen wir mit höherer Wahrscheinlichkeit um, als solche, die wir in eine App tippen!

Kalender und Tools für die Blogplanung

Ich wurde schon so einem amazon-affiliate-Typen ausgelacht, weil ich per Hand plane, also handschriftlich mit bunten Stiften und Textmarker. Der Typ meinte, ohne fancy Online-Tools und Apps würde heute ja gar nichts mehr gehen und handschriftliche Aufzeichnungen seien genauso out wie Nähen. Äh, tja. Ich nehme mir zum Glück nicht jede Kritik zu Herzen. Ich habe laut gelacht, dass es solche Typen wirklich gibt, und habe dann weiter so mein Ding gemacht.

Der Punkt ist: Unser Gehirn arbeitet analog. Ziele, die wir mit der Hand aufschreiben, setzen wir mit höherer Wahrscheinlichkeit um, als jene, die wir stumpf in eine App tippen. Wissenschaftler kamen außerdem zu dem Schluss, dass es hilfreich ist, über seine Zielerreichung Protokoll zu führen (Quelle). DAS ist auch der Grund, aus dem ich ein „Erfolgstagebuch“ führe, in dem ich mir kleine Erfolge notiere. Das hilft mir übrigens auch über so manches Tief und Rückschläge hinweg!

Insofern ist es überhaupt nicht verwerflich – im Gegenteil – noch von Hand zu planen ;).

Familienplaner

blog redaktion planung mit kostenlosem Kalender
Analoge Blogplanung mit einem kostenlosen Familienplaner aus dem Supermarkt: Perfekt für den Überblick über Blogbeiträge und Verkaufsaktionen.

An meiner Wand hängt ein kostenloser Familienplaner vom Supermarkt. Der ist super für den Monatsüberblick. Hier habe ich Blogbeiträge und Verkaufsaktionen auf einen Blick. Man kann hier mit verschiedenen Farben und Textmarkern arbeiten und auch Social-Media-Planung übersichtlich eintragen. Nachteil: Man kann nichts löschen, bzw. das sieht dann manchmal auch ganz wüst aus, wenn ich was ändern muss. (Deshalb hab ich auch ein leeres Kalenderblatt fotografiert ;). Tipp-Ex hilft!)

Wochenkalender

Wochenkalender und Trello-App ergänzen sich im Alltag ganz gut. Diese Wochenkalender gibt es recht günstig (ich hab meinen im Doppelpack unter 5€ bekommen).

Mein Wochenkalender ist ein günstiger, handlicher Kalender*, der über meiner Tastatur liegt und mir zeigt, was im Hintergrund so ansteht: Buchhaltung, Newsletter schreiben, Fotos machen, Anleitung schreiben, Texte vorbereiten…. Ein Großteil meiner Arbeit ist Vorbereitung, Vorbereitung, Vorbereitung. Im Monats-Familienplan habe ich VÖ-Termine, der Wochenplan zeigt mir, was ich tun muss, um diese einhalten zu können.

Buchkalender und Profi-Blogplaner

Mit Kalendern in Buch-Format verbindet mich eine Hassliebe: Ich liebe das Planen und drin Rumkritzeln, aber in 2020 bin ich gut ohne ausgekommen. Für 2021 habe ich mir nun wieder einen gekauft, einen ganz normalen Buchkalender ohne schnick und schnack*. (Ich kaufe übrigens sämtliches Büromaterial wie auch diese Kalender über Büroshop24, das ist schnell da, und die Preise sind echt gut.)

Es gibt auch spezielle Blogplaner, die oft mit viel Liebe für’s Detail von Bloggern für Blogger herausgegeben werden. In den vergangenen Jahren habe ich auch gern solche speziellen Blogplaner für meine Blog Redaktion gekauft, weil da viele Formulare für Blogartikel dabei waren, die einem einen guten Überblick bieten, und weil die Blogprofis, die diese Formulare entwickeln, da sehr viel Know-How reinpacken. Lernen von den Besten lautet ein Motto, das sich bei mir sehr bewährt hat.

Wenn Dein Kalender also auch hübsch aussehen, bloggerspezifische Formulare bereithalten soll und Du eine Kollegin unterstützen willst, schau doch mal z.B. bei Easycontentmarketing vorbei, da erfüllt der Erlös obendrein einen guten Zweck, oder guck Dir den Content-Planer für Blogger von Blog-Coach Anne Häusler* an.

Da gibt außerden es eine Menge schöner Vorlagen und Formulare für Blogger, z.B. auf Etsy*, meist zum selbst ausdrucken und mehrheitlich auf Englisch. (Wollte ich nur der Vollständigkeit halber hier erwähnt haben.) Man kann sich manche Vorlagen im Copyshop auch schön auf Postergröße ausdrucken.

Kostenlose digitale Vordrucke, Tabellen und Planungsblogs

Du brauchst einfach nur einen digitalen Kalender als Grundlage und bastelst Dir selbst ein Tool nach Deinen Bedürfnissen? Dann empfehle ich Dir die Kalenderpedia. Hier findest Du kostenlose Excel-, Word- und pdf-Vorlagen zum Ausdrucken. Es gibt Wochenpläne, Monatspläne, Jahrespläne, Feiertage, Ferienübersichten – ich nutze z. B. gern die Jahresübersicht für unsere Familien- und Urlaubsplanung, die ich ja auch mit meinem Blog abstimmen muss.

Etwas spezieller ist zum Beispiel der Planer von Marike von dem sehr empfehlenswerten Blog WasJournalistenWollen. Ich folge Marike schon länger und finde ihren kostenlosen Planer mit den Ideen für Inhalte genial. Nicht alles passt auf meine Näh- und DIY-Redaktion, aber ihre Einblicke und Tipps in den Alltag echter Journalisten und wie sie denken und arbeiten, sind Gold wert. Um den Planer zu bekommen, musst Du ihren Newsletter abonnieren, und ich kann Dir versprechen, dass der sich wirklich mal richtig lohnt, auch wenn Pressearbeit vielleicht (noch) gar nicht in Deinem Fokus steht.

Einen weiteren, sehr ausführlichen Planer gibt’s kostenlos als Excel-Tabelle bei Easycontentmarketing für die Anmeldung zum Newsletter (auch dieser lohnt sich sehr!). Heike hat sich extrem viel Arbeit gemacht, alle möglichen Feiertage und Social-Media-Tage herauszusuchen. Natürlich ist nicht alles für meine Inhalte von Relevanz. Aber dass es einen Tag der Kissenschlacht, einen Tag des Knopfes und einen Tag der Nähmschine überhaupt gibt – nun, das weiß ich dank Heikes Planer! Weiter oben hatte ich schon die Print-Version verlinkt. Ihren Newsletter und ihren Blog kann ich übrigens auch sehr empfehlen – sie hat viele Schreibtipps rund ums Bloggen auf Lager, und Ende des Monats gibt sie immer Content-Tipps für den kommenden Monat, das ist echt ein toller, kostenloser Service :).

Einen sehr coolen und kostenlosen Excel-Planer habe ich außerdem noch bei Booklovin gefunden. Genial finde ich, dass man mit dem auch gleich sein Blog-Business skalieren, also eine Erfolgsmessung durchführen kann, und zwar alle Kanäle auf einem Sheet. Ich bin ein großer Excel-Freak, bei sowas schlägt mein Herz höher. Aber dieser Planer ist sicher nichts für Dich, wenn Du generell nicht gern mit Excel arbeitest oder wenn Dein Fokus gar nicht auf der Blog Redaktion liegt. Ich habe ja nun den Fokus im letzten Jahr mehr auf meinen Shop als auf den Blog gelegt und bin mir noch nicht ganz sicher, ob dieses Tool dann für mich nicht zu aufwändig ist. (Exceltabellen wollen ja gefüttert werden, und ich habe da schon eine Menge zu fütten.)

Projekt- und Social-Media-Planung per App

Der Blogalltag spielt sich mobil und online ab. Tabellen und Kalender sind das eine, aber auch bei mir nur Teil des großen Ganzen. Natürlich nutze ich einige Apps, die mir den Alltag erleichtern.

Google Calendar

Viele Blogger nutzen den Google Kalender für ihren Blog. Ich arbeite mit dem nur privat, aber ich wollte ihn hier erwähnen, weil er ein schönes Standard-Tool ist, mit dem man grundsätzlich auch prima planen und eben mobil immer darauf zugreifen kann. Sehr schön: Die Erinnerungsfunktion!

Trello ist eine kostenlose Software für Desktop und Smartphone für Projektmanagement. Man kann Trello für die Blogplanung nutzen, aber auch, wie ich, für alle Projekte drumherum: Wartungsarbeiten am Blog, Ebookplanung, nächste Nähprojekte, Ideensammlung.

Trello

Ein weiteres, kostenloses Tool, das ich gern nutze, ist Trello. Trello ist eigentlich eine App zur Projektplanung und für Projektmanagement. Das klingt sehr nach BWL, aber so ein Blog ist ja auch einfach ein Dauerprojekt. Du kannst die App auf dem Handy und auf dem Laptop nutzen. (Ich arbeite noch ganz oldschool am Desktop-PC). Für meinen Redaktionsplan nutze ich Trello weniger, sondern eher für meine Ebookprojekte und für die technische Wartung meiner Blogs. Dort kann ich Checklisten, Erinnerungen und Registerkarten für alles mögliche anlegen und sehen, wie weit ich an welcher Stelle bin. Das hilft mir enorm weiter. Mein Mann und ich nutzen das übrigens auch privat für Gartenprojekte und das neue Langzeit-Projekt „Sauna im Keller“. Trello kannst Du aber auch für Deinen Blog-Redaktionsplan nutzen. Wie, das erklärt zum Beispiel Lisa von Mein Feenstaub ganz wunderbar in diesem Beitrag. Auch Greenfietsen nutzt Trello und hat in diesem Beitrag ganz toll beschrieben, wie sie das macht.

Calendar-Plugin

Ein letztes, kostenloses Kalender-Tool habe ich noch für alle WordPress-Blogger, und zwar das kostenlose Calendar-Plugin. Du erhältst dadurch unter „Beiträge“ einen zusätzlichen Punkt „Calendar“, wo Du Deine geplanten Beiträge direkt sehen kannst. Ich meine, man könnte sich diese Übersicht auch auf dem Dashboard installieren. Ich habe eine ganze Weile damit gut gearbeitet, bis ich inzwischen weitgehend Julias Methode aus dem Kurs (siehe oben) übernommen und für mich angepasst habe: Ich arbeite inzwischen mit meinen analogen Kalendern und einem Excel-Tool.

Later und Instagram

Für die Social Media Planung nutze ich für Instagram Later. Hier kann ich Beiträge vorbereiten, also Texte und Bilder planen. Die werden dann automatisch veröffentlicht, und das hilft im Alltag mit den Kindern enorm. Ich mache regelmäßig „Sessions“, in denen ich dann nur diese Beiträge plane, und habe es dann auch erstmal aus dem Kopf.

Facebook

Für Facebook nutze ich aktuell noch nichts – Facebook selbst hat eine Planungsoption für Beiträge, und die nutze ich auch. Meine Beiträge plane ich immer monateweise, und bei mir ist das eine Mischung aus bewährten Beiträgen, die saisonal passen, neuen Blog-Beiträgen, Shop-Angeboten usw.. Dieses Konzept hat sich für mich als gut planbar und gut umsetzbar herausgestellt. Manche Sachen poste ich immer noch spontan in die Lücken rein, aber insgesamt hab ich nicht mehr so den Druck, dass ich mir jetzt auch noch was für Facebook ausdenken muss, und das erleichtert den Alltag dann an anderer Stelle enorm.

Pinterest und Tailwind

Pinterest ist noch ein bisschen anders. Da nutze ich Tailwind*, allerdings nicht mehr in der Bezahlversion. Pinterest hat meinem Blog vor zwei Jahren einen wahren Auftrieb an Seitenaufrufen gegeben, und ich finde Pinterest auch immer noch gut. ABER seit dem Börsengang und auch schon davor hat sich Pinterest meiner Ansicht nach doch sehr verändert, und nicht alles gefällt mir.

Kurz zu Pinterest: Mein Feed ist jetzt voller Werbung und Videos, und obwohl ich selbst Werbung mache und auch inzwischen einen YouTube-Kanal habe, bin ich Pinterest als User ein bisschen leid, sorry. Trotzdem bringt mir Pinterest immer noch viele Besucherinnen, insofern kann und will ich darauf nicht verzichten. In meinen Boards steckt auch ne Menge Zeit und Arbeit.

Ich habe aber dank meiner SEO-Strategie inzwischen genauso viele Besucher einfach über Google, Tendenz steigend. Insofern hat Pinterest bei mir keine Prio mehr. Nachdem ich den kostenpflichtigen Plan von Tailwind abbestellt habe, konnte ich keinen nennenswerten Zahlenrückgang feststellen. Ich pinne wohl noch über Tailwind, aber manuell. Ich bin da auch noch in ein paar Tribes und finde die Idee dahinter auch gut. Ich vermisse ein bisschen die SmartLoops und das automatisierte Pinnen, das nimmt einem Tailwind wirklich gut ab, aber es geht auch ohne! Bei allem Geld, was man in so Tools investiert (und Tailwind lässt sich ja nun jeden Handschlag versilbern), muss man sich eben auch fragen, was es einem bringt. Und da meine Verkäufe in meinem Shop und über affiliate Links erst seit meiner besagten SEO-Strategie so richtig nennenswert gestiegen sind, habe ich Pinterest erstmal knallhart aus meinen Ausgaben gestrichen. Kann sein, dass ich nochmal irgendwann auf den kostenpflichtigen Plan bei Tailwind zurückgehe, weil der einem schon viel Arbeit abnimmt; kann aber auch sein, dass ich alles so beibehalte – gewachsen ist der Blog auch so. Dies nur mal am Rande als Tipp ;).

Blogplanung leicht gemacht

Auch das schönste Tool macht Deine Planung nicht von selbst. Die Planung musst Du selbst übernehmen und dann – das ist das wichtigste: Umsetzen! Dranbleiben! Es gibt so viele schöne, liebevolle Blogs, die irgendwann brach liegen, und das ist schade. Aber das Dranbleiben nimmt Dir kein Tool ab. Mir helfen hier definitiv Pausen, in denen ich den Blog auch einfach ruhen lasse, aber eben auch eine gute Planung, auf die ich immer wieder zurückgreifen kann, auch wenn sich mal coronabedingt eine vierwöchige Lücke eingeschlichen hat.

Um diese gute Planung – das bedeutet auch: sich nicht zuviel vornehmen! – hinzukriegen, gibt es viele Möglichkeiten – ein paar habe ich in diesem Beitrag verlinkt.

Bei mir ist es, wie ich eingangs schon sagte, eine Mischung aus Online und Offline. Alles, was irgendwie mit Planung, Nachdenken und Ideenhaben zu tun hat, mache ich mit einem Zettel und dem Stift in der Hand.

Ich gehe bei meiner Planung vom Großen ins Kleine und werde immer detaillierter. Dabei berücksichtige ich natürlich Feiertage, Ferien und besondere Jahrestage – hier helfen mir die verlinkten Planer von Marike und Heike. Oder ich schaue hier nach. Für uns als Nähblogger sind natürlich Ostern, Weihnachten, Muttertag interessant. In den Wochen vorher suchen unsere Leserinnen nach Ideen und Inspirationen zum Nähen – das bedenke ich natürlich bei meiner Planung. Pinterest ist hier auch eine Plattform, die sehr auf solche saisonalen Inhalte achtet. Wenn man seine Pins z.B. mit Tailwind* plant, sollte man das beachten.

Tipp: Schau mal in Deiner Statistik vom Vorjahr, in welchem Monat welche Inhalte am meisten aufgerufen wurden. Das sind die Beiträge, die Du gut zum jeweiligen Zeitpunkt auf Facebook zum Beispiel posten kannst. Denn auch das ist Teil meiner Content-Strategie, dass auch ältere Artikel aktuell bleiben. Je älter ein Blog, desto besser, speziell für Google. Je mehr kannst Du auch an „alten“ Themen wiederverwenden, z.B. für Karneval, Ostern, Muttertag usw.

Um für Facebook und Instagram ein eigenes Programm zu haben (früher hab ich da nur so meine Blogposts reingepostet und die dann wild in irgendwelche Gruppen geteilt), verwende ich vor allem Julias Methode*, die ich hier natürlich nicht ausplaudere. Ich kann aber sagen: Ihr Kurs ist sein Geld absolut wert – ich bin so froh, dass ich das gemacht habe. Seitdem machen mir Insta und Co. sogar richtig Spaß! Die Interaktion in Form von Likes und Kommentare ist gestiegen, und auch die Followerzahl hat zugenommen – und das völlig organisch, also ohne dass ich da Follower gekauft hätte. Für 2021 will ich mir da auch noch etwas mehr Zeit für nehmen – da muss ich jetzt mal mit dem erneuten Lockdown gucken, wie ich das so schaffe.

Meine Planung trage ich in eine Master-Tabelle ein, die ich von Julia für meine Bedürfnisse abgewandelt habe. Die Details zu einzelnen Postings habe ich in meinem Buchkalender. Da notiere ich mir Ideen, die Zielgruppe usw..

Auch die geplanten Ebooks berücksichtige ich bei der Planung, wobei die Projektplanung dann mehr über Trello stattfindet. Ich plane auch immer Pausen, z.B. in den Ferien.

Termine für Nähblogger

Zum Abschluss habe ich noch was für Dich, was Du für Deine Planung verwenden kannst, auch auf die Gefahr hin, dass wir dann alle an dem Tag dasselbe posten ;). Ich rate dazu, diese Themen möglichst individuell aufzubereiten, damit unser aller Zielgruppe nicht zu gelangweilt ist, wenn wir plötzlich alle den Tag des Knopfes feiern ;).

Hier kommt meine Sammlung von Aktions-, Gedenk- und Feiertagen für DIY- und Nähblogger. Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielleicht inspiriert sie Dich, auch ein bisschen nach solchen Tagen zu suchen ;). Es macht auch Spaß, gerade wenn man etwas graben und rechnen muss.

10.03. – Tag des Rocks

06.04. – Tag der Kissenschlacht

08.04. – 80. Geburtstag von Vivien Westwood

erster Freitag im Mai: Ohne-Hose-Tag

09.06. – Tag der Handarbeit

13.06. – Tag der Nähmaschine

05.07. – Tag des Bikinis

04.08. – 200. Geburtstag von Louis Vuitton

10.10. – Tag der Handtasche

28.10. – Tag des Kuscheltiers

16.11. – Tag des Knopfes

03.12. – 15. Jahrestag Dawanda-Gründung

Es gibt noch viel mehr solcher Tage, dafür gibt es richtige Verzeichnisse! Zum Teil sind diese Tage total absurd, und dann auch wieder witzig. Du findest bestimmt auch noch ein paar Tage, die genau zu Dir und Deinem Blog passen.

Nun wünsche ich Dir viel Spaß bei Deiner Planung – vielleicht machen wir ja auch mal eine Blogparade zu einem der Themen gemeinsam? Wenn Dich dieser Artikel weiterbringt, was ich sehr hoffe, dann freue ich mich über Deinen Kommentar und über’s Teilen, vielen Dank!

stoffbeutel nähen

Tipps zum Geschenke nähen mit wenig Zeit und großen Plänen

In den Wochen vor Weihnachten rattern die Nähmaschinen wieder besonders viel: Ab Herbst wird wieder fleißig gebastelt, gehäkelt und genäht. Auch ich überlege mir jedes Jahr wenigstens eine Kleinigkeit, die ich als Geschenk nähen kann. Für alle Geschenke nähen würde ich gern, schaffe ich aber leider auch nicht. Wie ich aus wenig Zeit viel heraushole, zeige ich Dir heute in meinen Tipps für die Massenproduktion.

Überblick

Zu allererst hilft ein aufgeräumter Nähplatz und eine Übersicht: Wen will ich beschenken? Was will ich schenken? Was will ich nähen? Welche Zutaten brauche ich? Dafür habe ich mir Formulare erstellt, die mir helfen den Überblick zu behalten: 1. Geschenke-Nähplan 2. Geschenke-Übersicht und 3. Geschenke-Übersicht Kinder

Du erhältst das Formular-Paket kostenlos, bzw. für einen freiwilligen Obulus in meinem Shop. So sehen die Formulare aus:

Die Formulare sind selbsterklärend. Die „Geschenke-Übersicht“ soll eine allgemeine Geschenke-Übersicht geben: Wen beschenkst Du mit was? Du kannst noch den Preis eintragen und abhaken, wenn Du es besorgt hast.

Für die Kinder habe ich ein extra Formular erstellt. Hier kannst Du in einer zusätzlichen Spalte eintragen, ob Oma und Opa oder Paten ein Geschenk übernehmen, und welches Präsent es schon zu Nikolaus gibt – das hilft auch meinem Mann und mir insgesamt den Überblick zu behalten – bei vier Kindern ist das gar nicht so leicht.

Der „Geschenke-Nähplan“ ist dann für alle Geschenke aus der Übersicht gedacht, die Du selbst nähen willst.

geschenke nähplan

Muss ich wirklich alles selbst machen?

Alle Geschenke nähen oder selbermachen habe ich irgendwann aufgegeben, weil ich das einfach nicht schaffe. Deshalb sage ich vor allem anderen: Sei realistisch! Jetzt im November spontan mit einem 150teiligen Quilt anzufangen kannst Du vielleicht schaffen, aber dann schaffst Du nichts anderes mehr, auch keinen Pudding zum Nachtisch.

Hand aufs Herz: Gerade wenn man gerade mit dem Nähen angefangen hat, stürzt man sich voller Begeisterung in das Hobby „Nähen“ und würde am liebsten alles selbst nähen. Ich kenn das ;). Aber: Nicht jeder weiß wirklich selbst genähte Sachen zu schätzen, das ist leider so. Und: Du willst ja auch nicht am 23.12. ins Trudeln kommen, weil irgendwas noch nicht fertig ist.

Deshalb rate ich unbedingt dazu, dass Du Dir ganz realistische Ziele mithilfe des Nähplans steckst: Überlege Dir bei jedem Projekt auf Deiner Liste, wieviel Zeit Du benötigst und ob Du es schaffen kannst.

Ich liebe auch individuelle Geschenke, schaffe aber längst nicht alles. Daher kaufe ich z.B. sehr gern individuelle Geschenke bei Etsy*, so kann ich begabte Kunsthandwerkerinnen unterstützen und schenke trotzdem keinen Plastikschrott. Da in diesem Jahr Weihnachtsmärkte flach fallen, finde ich das eine super Sache um z.B. schöne Keramik zu finden (ich persönlich liebe Keramik und verschenke die auch gern).

Erst der Zuschnitt, dann das Vergnügen 😉

Schnittmuster für die Massenproduktion – Geschenkideen für Weihnachten

Bei der Wahl des Schnittmusters oder des Nähprojekts achte darauf, dass Du die Sachen möglichst schnell nähen kannst und der Zuschnitt einfach ist. Je weniger Schnittteile, umso besser. Ein komplexer Zuschnitt hält sehr auf, das darf man nicht unterschätzen.

Auch sollten die Projekte zum eigenen Kenntnisstand passen. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt um ganz neue Sachen auszuprobieren. Greife am besten auf bewährte Schnittmuster zurück. Das reduziert auch Fehlerquellen, und Du kannst an Weihnachten wirklich schön genähte Dinge verschenken.

Es gibt da massenhaft Ideen und Schnittmuster für einfache Nähprojekte, z.B. alle Nähen-für-Faule-Anleitungen. Geschenkideen zum Nähen sammle ich auch auf Pinterest, speziell weihnachtliche Nähideen findest Du auf diesem Pinterest-Board. Stöbere Dich einfach mal durch und sammle Ideen und die Anleitungen, bzw. Schnittmuster.

Weitere Geschenkideen zum Nähen findest Du außerdem hier auf dem Blog oder in meinem Shop.

Der optimale Näh-Workflow

Hast Du Ideen gesammelt? In diesem Beitrag geht’s mir ja weniger um Ideenfindung als um das optimale Zeitmanagement. Und das gelingt mit einem guten Näh-Workflow.

Das klingt jetzt so nach Business, und ein bisschen ist es das auch: Weihnachten startet ja bei vielen die Massenproduktion, und da kann man einiges optimieren – das weiß jede, die schon für einen Basar genäht hat.

Zunächst einmal schreibst Du Deinen Geschenke-Nähplan und schaust, ob Du für die Projekte alles da hast. Besorge zuerst alle Zutaten.

Bereite Deinen Nähplatz vor. Lege Dir alles benötigte Zubehör griffbereit. Ein goldwerter Tipp: Spule Unterfaden vor! Nichts ist ärgerlicher, als wenn man mittendrin Unterfäden aufspulen muss. Ich spule mir immer mehrere Spulen vor und kann dann zwischendurch schnell wechseln.

Wenn Du ansonsten vielleicht das Glück hast eine Zweitmaschine zu besitzen (ich habe vor Kurzem eine für die Kinder gekauft, diese hier*), kannst Du bei der Zweitmaschine weißes Garn einfädeln – das hilft, wenn man sonst viel mit buntem Garn näht und auf das lästige Garn- und Spulenwechseln verzichten will. Aber wie gesagt – das ist für Fortgeschrittene und eigentlich Luxus. Ich habe die Zweitmaschine auch nur, weil ich den Kindern während Corona zum Üben und Lernen eine gekauft habe.

Tipp: Unterfaden vorspulen ;). Nichts ist ärgerlicher als zwischendurch Spulen zu müssen!

Überlege Dir als nächstes eine Reihenfolge. Wenn Du z.B. einen Pullover, vier Sternkörbchen, drei Büchertaschen und eine Nähgitarre nähen willst, überlege Dir, welches die beste Reihenfolge ist: Das Aufwändigste zuerst? Oder das, wo Du sofort loslegen kannst? Willst Du zusätzlich etwas beplotten oder besticken? Hast Du dafür alle Zutaten da? Dann bereite zunächst diese Sachen und auch die einzelnen Schnittteile vor!

  1. Der erste Schritt ist nun der Zuschnitt. Früher hab ich ein Projekt auf einmal genäht, und das ist sicher empfehlenswert, wenn man Zeit hat. Das haben wir jetzt kurz vor Weihnachten nicht mehr. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man wirklich schneller voran kommt, wenn man den Zuschnitt fertig hat.
    Oft verbringe ich einen ganzen Nähabend (bei mir sind das ca. 2 Stunden) bei guter Musik oder Hörbuch und schneide nur zu. Bei Sternkörbchen oder Buchtaschen kann man sehr viel auf einmal zuschneiden, sodass dann am Ende ein ganzer Haufen zugeschnittener Projekte da liegt. (Wenn ich richtig gut bin, schneide ich aus dem Verschnitt aus Webware 10×10 Quadrate für die nächste Decke, und aus Jersey-Verschnitt schneide ich mir Unterhosen-Teile für die Kinder zu).
    Du kannst es Dir auch noch einfacher machen und z.B. auf vorbereitete Näh-Sets wie diese hier* oder hier bei buttinette* zurückgreifen, da gibt es mittlerweile echt tolle Sets, speziell wenn man Geschenke für Kinder nähen will.
  2. Bügeln / Sticken / Kleinteile: Am zweiten Abend beginne ich mit der Vorbereitung der Stoffteile, z.B. Vlieseline aufbügeln oder Stoffe besticken. Wenn ich z.B. Büchertaschen auf Masse nähe, bereite ich die Stoffhenkel vor (bügeln und absteppen). Wenn ich Hoodies nähe, nähe ich schonmal die Kapuzen, dann kann man später schneller alle Teile zusammensetzen. Die Stickmaschine arbeitet so nebenbei mit, da wechsel ich nur ab und an die Farbe, das geht ganz gut. (Die Harry-Potter-Stickdatei habe ich übrigens von Etsy*.)
  3. Nähen: Beim Nähen auf Masse nähe ich nicht ein Teil nach dem anderen, sondern ich stapel mir die Stoffteile und nähe dann fabrikmäßig immer dieselbe Naht. Ich nähe dann meist mit weißem oder grauen Garn, damit ich kein Garn wechseln muss.
    Beim Sternkörbchen verstürze ich z.B. zuerst die Stoffe bis auf die Wendeöffnung, bei der Buchtasche, die ich gern auch als Geschenkbeutel nähe, mache ich zuerst die zwei Nähte der Außenstoffe, dann die zwei Nähte der Innenstoffe (wo ja die Wendeöffnung bleibt), usw.
    Bei mir hat sich dieser Ablauf bewährt. Ich hab die Zeit nicht gestoppt, aber ich werde so tatsächlich schnell fertig und kann dann direkt auf meinen Nähplan abhaken ;).
geschenktasche nähen einfach
Eine „Buchtasche aus einem Stück“ als Geschenktasche im Werden. Der Zuschnitt besteht nur aus rechteckigen Zuschnitten, was eine Massenverarbeitung sehr gut möglich macht – dem Rollschneider sei Dank!

Weihnachtsgeschenke nähen – Deine Tipps?

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesen Tipps ein bisschen Hilfestellung leisten? Gerade wenn man große Pläne hat und sie Zeit drängt, kann man sich schnell verzetteln. Was sind Deine Tipps für die Weihnachtsproduktion? Was hat sich bei Dir bewährt? Und hast Du ein Standard-Schnittmuster, das immer gut ankommt und flugs genäht ist? Dann schreib es mir gern in den Kommentaren!

Damit verlinke ich zum Freutag und wünsche Dir einen guten Start in die Adventszeit!

sonja blogger

Glücklich oder nicht? Über Vorteile und Nachteile des Selbstständigseins. Blogparade

Die liebe Sirit von Textwelle.de ruft zu einer Blogparade über Vorteile und Nachteile des Selbstständigseins auf. Das Thema „(Un-)Glück im Job oder der Selbstständigkeit“ wirkte auf mich so magnetisch, dass ich unbedingt mitmachen wollte. Was sind meine Vorteile und Nachteile, selbstständig zu sein? Wie so oft im Leben bringt eine Selbstständigkeit, auch eine kleine, nebenberufliche, beides mit. Was es in meinem konkreten Fall als kreative Bloggerin und Schnittdesignerin bedeutet, ob es mich glücklich macht und ob ich es weiterempfehle – erfährst Du heute.

Blogparade über Glück und Unglück des Selbstständigseins

Falls Du auch an der Blogparade teilnehmen möchtest: Sie läuft ab dem 14.10.2020 für ca. 2 Wochen. Den Beitrag mit dem Aufruf findest Du hier.

nähmaschine nähblog

5 Nachteile des Selbstständigseins

Fangen wir gleich mit den Nachteilen und dem Schlechten an, oder? Denn nein, selbstständig zu sein ist kein andauerndes Kleidchennähen. Es gibt da Dinge, die mir zuweilen das Leben schwer machen.

1. Keine Kolleginnen und Kollegen haben. Das stimmt so auch nicht ganz, denn ich pflege ein paar wenige, sehr nette Kontakte zu anderen Nähbloggerinnen und Schnittdesignerinnen. In unserem Boykott der 2€-Aktionen auf Makerist zum Beispiel halten wir gut zusammen, und da wird auch nicht rumgezickt – was ich sehr genieße.

Wir geben uns auch Tipps und Hilfestellung, trotzdem gehen die Kontakte selten darüber hinaus – am Ende fischen wir doch im selben Ozean, jede für sich allein, und wir sind auch alle gut beschäftigt, da bleibt gar nicht die Zeit für mehr. Das heißt auch: Ich trage die Verantwortung allein, und meine Erfolge feiere ich auch weitgehend allein – was manchmal ein bisschen einsam ist. Mein Mann freut sich ja für mich, wenn es was zu freuen gibt, aber im Grunde weiß er absolut gar nicht, was ich eigentlich so mache.

Natürlich gibt es da noch das Stamm-Nähteam, und das genieße ich sehr, dass wir zu einer richtig tollen Truppe zusammengewachsen sind. Aber – nun ja. Meine Mama hat vor Kurzem ihr Arbeitsleben beendet und wurde von ihrer Truppe so lieb mit vielen Geschenken, selbst geschriebenen Liedern, Reden, Anekdoten, Kuchen und Häppchen verabschiedet. Das werde ich voraussichtlich nicht haben, und das finde ich manchmal etwas schade.

2. Selbst und ständig. Viele haben es in diesem Jahr mit dem Home Office auch erkannt: Es ist schon cool allein von zuhause aus zu arbeiten, aber es erfordert deutlich mehr Selbstdisziplin. Bei mir haben sich inzwischen dank Schule und Kindergarten feste Arbeitszeiten etabliert, doch jahrelang – das sag ich jetzt mal an alle Mamas, die sich selbstständig machen wollen – habe ich so nebenbei und in jeder Minute vor dem Rechner gesessen um noch eben schnell was zu erledigen.

Außerdem liegt meine Arbeit hier überall herum. Es gibt keine deutliche Trennung, und die Arbeit (die ja viel mehr ein Teil von mir ist als irgendein Job es je war!) ist immer bei mir, in meinen Gedanken. Das kann ich nicht abstellen, wobei ich seit ca. 2 Jahren sehr deutlich trenne und am Wochenende NICHTS für mein Business mache. Nur Ideen, die mir spontan unter der Dusche einfallen, schreibe ich mir auf.

3. Finanzielle Unsicherheit. Reden wir über Geld. Ich bin immer noch Kleinunternehmerin neben dem Leben als Mama und Hausfrau, aber ich strebe natürlich an, dass sich die Einnahmen in die Höhe eines nennenswerten Einkommens entwickeln, also vierstellig pro Monat. Davon bin ich die meiste Zeit weit entfernt, wobei es schwankt – es gibt durchaus richtig gute, vierstellige Monate, aber die sind noch in der Unterzahl.

Hätte ich keinen Mann mit einem ordentlichen Gehalt im Hintergrund – ich hätte vor Jahren aufgeben müssen. Es hat lange gedauert, bis der Blog sich halbwegs selbst getragen und schwarze Zahlen geschrieben hat. Inzwischen bleibt jeden Monat genug übrig, dass ich ein bisschen was für meine Altersvorsorge tun kann (immer noch viel zu wenig), und dass ich ein bisschen was zurück an den Haushalt zahlen und ein bisschen was für Kinder in Not spenden kann.

Das läuft alles heute, nach knapp fünf Jahren, recht gut, und in den letzten Jahren sind Seitenaufrufe und Einnahmen organisch und solide gewachsen. Jedes Jahr hat bisher das Vorjahr in Sachen Umsatz deutlich übertroffen. Trotzdem steht jeden Monatsanfang eine 0, und ich weiß nie, ob ich meine Einkommensziele (denn die Abbuchungen laufen ja auf jeden Fall!) erreichen werde. Das muss man aushalten können. (Mehr über das Geldverdienen als Nähblogger erfährst Du hier.)

selbstständig nachteile
DSGVO? IT? Geh mir weg damit!

4. Alles selbermachen. Das geht ein bisschen Richtung Punkt 2 „selbst und ständig“, und es steht ein bisschen im Widerspruch zu meinem Credo, denn ich liebe selbermachen. Aber: Ich muss mich um alles selber kümmern, also auch rechtliche Fragen oder IT-Fragen. Beides stresst mich total, denn meine Fähigkeiten und Kenntnisse in beiden Themen sind begrenzt, meine Lust an diesen Themen auch.

Ich liebe es, wenn Dinge einfach funktionieren. Aber neue Gesetze, Updates… die rauben mir Zeit und Nerven! In einer Firma gibt’s ganze Abteilungen, die das für einen machen. Hier bin ich allein, und … naja, ab und zu gebe ich Geld für Experten aus, die mir das dann einfach fertig machen, aber da mein Budget da nicht so wahnsinnig riesig ist, bin ich darauf angewiesen ganz viel selber zu machen. Nicht nur die schönen Dinge wie nähen und fotografieren. Es gehört eben alles dazu.

(Übrigens mag ich Buchhaltung ganz gern, darüber meckern ja viele andere – mir macht das aber echt Spaß!)

5. „Ich bin ja zuhause“. Obwohl ich stolz auf das Erreichte bin, obwohl mein Mann auch anerkennt, dass meine Arbeit wirklich Arbeit ist und nicht mehr nur Hobby – ich bin zuhause. Ich nehme die Pakete der ganzen Nachbarschaft an, ich werde vom Kindergarten und der Schule angerufen. Weil ich zuhause bin. Ich bin selbstständig, ich kann den Stift jederzeit fallen lassen. Mich meckert kein Chef dafür an, ich hab kein Stundenkonto. Ich bin hier die, die als erstes zurücksteckt, allein weil ich immer zuhause bin. Das ist ok – dafür passt der Job ja auch gut zu unserer Familie, aber danke gesagt hat bisher auch noch keiner. Dafür bin ich ja zuhause.

6 Aspekte der Freiheit, die ich nicht mehr missen möchte

Genug gejammert! Jetzt kommen die Dinge, die mich erfüllen, für die ich brenne, und die ich nie wieder anders haben will! Diese Vorteile sind es, die mich zu dem Schluss bringen: Selbstständig sein ist wunderbar!

1. Absolut freie Zeiteinteilung. Ich habe Lohnbeschäftigung immer als Sklaverei empfunden, ehrlich. In meinem letzten, stinklangweiligen (Büro!-) Job waren 10 Minuten Verspätung schon ein Grund für einen ernsten Blick und den Hinweis, das solle bitte nicht mehr vorkommen. Das war so ein bisschen wie im Zaubereiministerium unter Dolores Umbridge zu arbeiten.

Das sagt mir heute keiner mehr!

Ja, meine Zeit ist eingegrenzt durch die Kinderbetreuung, das ist wahr. Aber ich gehe auch einmal die Woche morgens zum Yoga und einmal zum Pilates – weil ich das will. Ich kann auch mal nen Tag freinehmen und bekomme immer den Urlaub, den ich will. Weil das meine Freiheit ist und ich mir das einfach so legen kann. Ich kann auch mal einen Tag oder eine Woche nichts für den Blog tun – mein Geschäft läuft trotzdem weiter. Das fühlt sich gut an.

sonja blogger

2. Kein Chef. Vielleicht hab ich nur schlechte Erfahrungen gemacht? Oder ich bin einfach nicht obrigkeitshörig genug? Ich muss alles selbermachen, aber ich muss mich auch niemand gegenüber verantworten. Oder werde angemacht, weil ich 10 Minuten zu spät im Büro bin. Und ich muss mit niemand um meinen Urlaub diskutieren oder gar als Bittsteller ankommen, ob ich an einem bestimmten Tag frei bekomme, obwohl ich ja wegen kranker Kinder schon drei Tage gefehlt habe. No Chef, no Dolores, no cry!

3. Kreatives Vollgas. Ich lege meine inhaltlichen Schwerpunkte selbst. Gut, ein bisschen gucke ich darauf, welche Artikel am beliebtesten sind, und was gut ankommt. Davon bin ich nicht unabhängig. Aber meist mache ich einfach, was mir in den Sinn kommt. Ich probiere aus, teste Ideen, Materialien — das macht einfach Spaß und bringt mir noch mehr Ideen. Ich habe so viel in den letzten Jahren gelernt – was ICH wollte, was ich brauchte. Das ist einfach toll. Ich habe die Freiheit mich voll kreativ zu entfalten und dabei und damit andere zu begeistern – und das ist einfach schön!

4. Wunderbare Kundinnen. Meine Kundinnen und Leserinnen sind „meine“. Ich bin nicht die namenlose Mitarbeiterin in einem Großkonzern, sondern sie schicken MIR direkt Bilder von ihren genähten Sternkörbchen und anderen Sachen. Das ist ein wunderbares, schönes Gefühl, dass andere etwas nach meinen Anleitungen nähen und mir auch darüber Feedback geben – das schwächt dann Punkt 1 der negativen Dinge sehr ab. Und darüber kann ich mich viel mehr freuen als über jedes Problem, das ich in meinem früheren Leben im Kundenservice für diverse Konzerne gelöst habe. Und weil es gerade dazu passt, füge ich hier noch meinen Instagram-Post von vor einiger Zeit ein:

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5. Ein Horizont zum Lernen. Ja, ich musste auch viel lernen, worauf ich nicht so Lust hatte. Aber dadurch kam ich auch in den Genuss zu erkennen, wie schön es ist, Dinge zu lernen. Und selbst zu entscheiden, was ich lerne und in welcher Tiefe. Niemand schreibt mir vor, in was ich mich einarbeiten muss, (außer vielleicht eine Situation wie die drohende DSGVO. Selbst sich da durchzukämpfen war irgendwie cool).

Worauf ich hinauswill: Ich lerne echt gern. Und ich darf mich einfach mit Dingen beschäftigen, die mich interessieren – ob es nun Nähen ist, oder Marketing, oder Fotografie, oder Finanzkompetenz oder wie ich bessere Texte schreibe.

Der Horizont über mir ist frei, mein Denken und Lernen darf in jede Richtung. Ich weiß, ich bin auf mich gestellt, aber ich dafür habe ich sehr viel Raum.
Das Leben als Angestellte kam mir immer gedeckelt und dunkel vor – limitiert auf diesen Job, auf dieses Gehalt. Mehr war nicht drin. Aber wenn man selbstständig ist, ist alles drin. Ich muss nur losgehen.

6. Ich habe Zeit für die Kinder. Zu uns passt es einfach perfekt, gerade weil mein Mann meist unter der Woche in Hamburg ist (seit Corona macht er auch mehr Home Office). Was eben auch negativ ist („Ich bin zuhause“), ist auch positiv: Ich bin da.

Unsere Kinder müssen nicht in die OGS, und sie sind ganz dankbar dafür, dass das so ist. Wenn was ist, bin ich sofort da, und ich habe einen intensiven und guten Kontakt zu meinen Kindern. So wollten wir es haben.

selbstständig

Glück oder Unglück?

Es bleibt die Frage: Bin ich glücklich oder unglücklich mit meiner Selbstständigkeit? Und ich sage es mal so: Ja, ich will es so und nicht anders haben, ich bin glücklich. Ich wär noch glücklicher, wenn die Einnahmen noch mehr steigen, aber da arbeite ich ja stetig dran – neue Schnitmuster sind ja schon in Arbeit! Insofern: Ich bin froh und dankbar, dass ich die Chance hatte meinen Traum zu verwirklichen.

Wie bei vielen Dingen gibt es nichts Gutes ohne Schattenseiten – das Yin-Yang-Prinzip stimmt voll aufs Selbstständigsein. Wer das eine will, muss das andere mögen. Damit gebe ich nun noch ab zum Freutag. Wenn Du bei der Blogparade mitmachen willst, schau in Sirits Originalbeitrag vorbei!

Und ich mag das Gesamte. Danke fürs Lesen!

Dieser Beitrag ist viel länger geworden als geplant, aber ich freu mich, wenn Du bis hierhin durchgehalten hast. Bist Du auch selbstständig oder planst Du eine Selbstständigkeit? Schreib mir gern in den Kommentaren oder mach auch bei der Blogparade mit – ich fand es sehr erfrischend das alles mal niederzuschreiben.

schnittmuster mädchen handtasche joelle

Kundengalerie: Eure Werke nach meinen Nähanleitungen

Seit ich Nähanleitungen schreibe und seit ich Ebooks mit Nähanleitungen verkaufe, stelle ich immer wieder fest: Es gibt nichts schöneres, als wenn mir jemand per Email, über Facebook, Instagram oder Pinterest ein Bild ihres Nähwerkes zeigt, das nach meiner Anleitung genäht wurde. Noch immer macht mein Herz dann einen kleinen Sprung, denn ich freue mich, dass Du Dich über Dein fertiges Werk freust und Deine Freude darüber auch mit mir teilst. Über die Jahre habe ich einige Bilder gesammelt, und die zeige ich heute – als kleines Danke an alle, die mir so schöne Bilder und so liebe Texte schreiben.

Vorrangig geht es heute um die Taschen-Schnittmuster, also meine Schnittmuster Käferlein, roXXanne und Joelle – aber keine Sorge: Ich plane nun regelmäßig solche Kundenbilder-Posts. Wenn Du also ein Bild hast, das Du gern hier zeigen möchtest, dann schick es mir am besten per Email an info@crafting-cafe.de – vielen Dank!

Wie alles begann: Die Käferlein Kindergartentasche

Für mich ist dieser Artikel eine kleine Zeitreise, denn ich wandere damit ja einige Ebooks und somit einige Stationen meiner Nähanleitungen ab. Die Sortierung ist daher chronologisch, und ich beginne mit meinem ersten „richtigen“ Ebook, der Kindergartentasche „Käferlein“. Erschienen ist es 2016, also in meinem ersten Jahr dieses Blogs, der damals noch über Blogspot lief.

Das „Käferlein“ ist ein Schnittmuster für eine Kindergartentasche mit doppelter Klappe, unter der sich auch ein Geheimfach verbirgt. Da es auch mein allererstes ist und ich designtechnisch seit damals doch ein bisschen was gelernt habe (ich schrieb ja hier neulich schon, dass ich mich laufend weiterbilde), werde ich das Ebook demnächst komplett überarbeiten und erweitern. Deshalb gibt es das bisher nicht hier im Shop, sondern nur bei Crazypatterns und Makerist. (Sobald ich es upgedatet habe, werden auch alle bisherigen Käuferinnen das neue Ebook ohne Aufpreis erhalten.)

Diese ersten Bilder von der niedlichen Faultier-Tasche fand ich richtig niedlich. Anita hat sie für ihr Patenkind genäht und schrieb mir dazu:

Vielen Dank, ich bin begeistert von dem Täschchen und freue mich diese bald meinem Patenkind zu schenken. 

Anita P. – Käferlein-Kundin

Ich danke auch an dieser Stelle – Feedback und Bilder wie diese haben mich schon durch so manchen Zweifel getragen :).

Die nächste Kindergartentasche hat Jana mir geschickt. Sie hat alle Details eingebaut – das Namensfach, das Geheimfach, usw. und eine süße Kindergartentasche genäht.

Über ihre Tasche schrieb Jana mir:

Vielen Dank für die liebevollen Details, ich habe alle mit eingebaut. Statt Gurtband habe ich Jeansstoff genommen.

Jana H.

Das Käferlein auf Instagram

Ab und zu finde ich genähte Werke nach meinen Nähanleitungen auf Instagram. Ich bin auch dankbar, wenn ich dort getaggt werde ;). Hier hat @Strickfee eine sehr schöne Version genäht, aber eher als Damen-Handtasche, was natürlich auch super geht:

Instagram

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roXXanne – die Handtasche mit der Schnürung

roXXanne ist eine Handtasche in insgesamt drei Größen – in klein für Handy und Portemonnaie zum Ausgehen, Größe 2 ist so fürs Büro und Alltag, und Größe 3 ist der große Shopper, in dem auch ein Laptop Platz findet. Das Schnittmuster gibt es einzeln oder als Gesamtpaket im Shop. Auch hier ist ein Update geplant – zum einen um das Design aufzuhübschen und zum anderen für Erweiterungen. Wie beim geplanten Käferlein-Update profitieren auch Bestandskunden von dem Update – ich gebe Bescheid, sobald ich soweit bin!

Dieses Bild ist von Vanessa aus Luxemburg; sie hat es mir über Facebook geschickt – vielen Dank!

Bild: Vanessa K. aus Luxemburg

Über roXXanne schrieb Vanessa mir:

Es ist die dritte Handtasche, die ich nähe. Es war nicht einfach, aber ich habe es geschafft. Ich wollte Ihnen nur mal das Ergebnis zeigen. Die schenke ich morgen meiner Mutter zum Muttertag.

Vanessa K. aus Luxemburg

Eine weitere roXXanne ist von Claudia, die neulich meinem Aufruf zum Feedback über den Newsletter gefolgt ist und mir eine sehr liebe Email geschrieben hat – danke nochmal dafür! Sie hat auch ein paar Verbesserungswünsche geäußert, die ich beim Update der Anleitung berücksichtigen werde. Ihre roXXanne in Größe 2 kann sich aber auch sehen lassen – sie hat diese schöne Tasche genäht:

Bild: Claudia A.

Obwohl es auch Stellen gab, die nicht so einfach waren, schrieb sie mir:

An der Tasche finde ich total super, dass es sie in drei Größen gibt und dass man sie so individuell anpassen kann. Die vielen Designbeispiele sind sehr hilfreich und inspirierend. Auch die Materialübersicht ist super, da man bei Taschen schnell mal den Überblick verliert, was man alles braucht. Deine Erklärungen (und Vereinfachungen) sind an den meisten Stellen auch für Anfänger geeignet.

Claudia A.

Lieben Dank nochmal, liebe Claudia! Deine Punkte zur Verbesserung werde ich auf jeden Fall im Update berücksichtigen!

Andere Blogger und Instagrammer

Viele Designbeispiele meiner Anleitungen begegnen mir auch einfach über Social Media, und ich freue mich immer, wenn eine andere Nähbloggerin sich die Zeit nimmt einen schönen Beitrag zu schreiben. Die „Sachsenmuddi“ hat ihre roXXanne z.B. auf ihrem Blog vorgestellt. Dabei sind auch ganz wunderbare Bilder entstanden – vielen Dank!

Eine sehr schöne roXXanne zeigt auch @MelFei auf ihrem Instragram-Kanal, den ich sowieso sehr zum Folgen empfehlen kann.

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Bild: @MelFei (Instagram)

Joelle, die Mädchen-Handtasche

Die Mädchen-Handtasche JOELLE war ein Gemeinschaftsprojekt mit SULKY® by GUNOLD®, d.h. ich wurde bei der Entwicklung des Schnittmusters finanziell von SULKY unterstützt – dafür ist und bleibt das Ebook komplett kostenlos! Im Moment wird JOELLE wieder viel heruntergeladen, was mich sehr freut: Die Tasche ist für kleine Mädchen gedacht – zum Sammeln im Garten oder als kleine Spielzeugtasche für unterwegs.

Diese niedlichen Bilder hat Jackie H. mir geschickt:

Sie schrieb mir dazu:

Danke für das gratis Schnittmuster von JOELLE. Super auch für Anfänger geeignet ☺ habe die Trageriemen etwas verlängert so kann die Kleine sie auch über die Schulter tragen…

Jackie H.

Eine weitere JOELLE hat mir Hilde geschickt:

Hilde hat den Schnitt als Basis genommen und selbst ein bisschen was geändert. Sie schrieb mir dazu:

Zunächst einmal vielen lieben Dank für das kostenlose Schnittmuster und die Anleitung. Ich habe gleich nach dem Download mit dem Nähen begonnen und es hat riesig Spaß gemacht. Ich bin prima mit der Anleitung zurecht gekommen. Ich muss jedoch gestehen, dass ich dein Design ein kleines bisschen verändert habe da es mir wichtig ist dass der Schultergurt in der Länge verändert werden kann. Die Tasche sieht jetzt fast wie das Model Roxxanne aus. Da ich aber noch nie eine Mädchentasche genäht habe – bisher nur für Erwachsene – hat mir das Schnittmuster für Joelle sehr geholfen.

Hilde K.

Die Anleitung für die Windräder als Applikation gibt es ebenfalls kostenlos auf dem SULKY-Blog. Die Anleitung für die Rüsche ist ja beim Ebook mit dabei.

Bilder schicken 🙂

Damit schließe ich nun die erste Runde „Kundengalerie“ und bedanke mich bei allen, deren Bilder ich für diesen Artikel verwenden durfte! Falls Du etwas nach meinen Anleitungen genäht hast und gern hier erwähnt werden möchtest, dann schreib mir einfach eine Email an info@crafting-cafe.de oder PN auf Facebook oder Instagram. Ich sammle immer ein bisschen, und dann kommt ein neuer Beitrag mit Kundenbildern.

Falls Du auf Pinterest unterwegs bist: Auch da kannst Du Bilder Deiner Werke hochladen. Hier hat z.B. eine Kundin ein Bild von ihren JOELLES hochgeladen und meinem Pin hinzugefügt. Ich versuche dranzubleiben und schaue mir alle Kundenbilder an, die ich entdecke :).

Bis zum nächsten Mal!

ein tag auf meinem nähblog

Ein Tag auf meinem Nähblog

„Na, zählste Deine Follower?“ fragte mein Mann immer, sobald ich mein Handy in der Hand hielt. Als Antwort erhielt er ein Paar genervt rollende Augen. Doch was macht man eigentlich so als Bloggerin (oder Blogger)? Ist Bloggen ein Beruf? Und wie sieht ein Tag auf einem Nähblog aus?

Heute nehme ich Dich mal mit hinter die Kulissen vom Crafting Café. Das hatte ich mir schon ewig vorgenommen, allein weil die Vorstellung vom Leben als Blogger und die Realität doch sehr weit auseinander liegen. Nicht, dass ich das jemand vorwerfe: Ich bin ja selbst nicht ganz frei von Vorstellungen, wie das Leben eines Bloggers so aussieht – liegt wohl daran (das ist jetzt die Medienwissenschaftlerin in mir), dass kein Berufsstand das eigene Leben so sehr mit dem Beruf verknüpft hat UND zugleich nach außen inszeniert. Andersrum gesagt:

Das Öffentliche wird privatisiert, das Private veröffentlicht.

Sonja

Wie gesagt: Ich hatte selbst auch schon alle möglichen Vorstellungen, wie mein Leben als Bloggerin aussehen würde, bis ich jetzt nach knapp fünf Jahren „professionellem Bloggen“ (also Bloggen mit Geld verdienen) festgestellt hab: Ach, so ist das. Bei mir zumindest.

willkommen auf meinem nähblog
Im Nähzimmer: Ungeschminkt an der Nähmaschine 😉

Vielleicht hast Du auch einen Blog oder möchtest einen Blog starten und fragst Dich, wohin die Reise gehen wird. Und wie der Arbeitsalltag eines Bloggers eigentlich so aussieht, solltest Du vorhaben damit vielleicht auch Geld zu verdienen. Immer mal wieder stehen ja „Influencer“ in der medialen Kritik, weil sie versuchen sich durch Restaurants und Hotels zu schnorren.

Bevor ich Dir zeige, wie es bei mir aussieht, gehe ich einen Schritt zurück und zeige Dir eine Übung, die ich vor etwa vier Jahren gemacht habe, und die mir viel Mut und Zuversicht für meinen Nähblog und überhaupt das Selbstständigsein gegeben hat. Du kannst sie gern nachmachen – schreib mir gern, ob sie Dir etwas gebracht hat :). Sie ist durchaus hilfreich, wenn man sich gerade fragt, ob man noch so auf dem richtigen Weg ist und ob die gesteckten Ziele überhaupt erreichbar sind. (Und zwar nicht nur beim Bloggen.)

mehr reichweite für nähblogger
Idyllische Darstellung meiner Arbeit 😉

Bloggen ist eine Reise – eine Übung zu Beginn

Vor ungefähr vier Jahren habe ich an einem Seminar teilgenommen. Es richtete sich an Mütter, die nach den ersten beiden Babyjahren so langsam den Weg zurück ins „normale Leben“ suchten. Dabei ging es primär um den Spagat zwischen dem „Ich“ und den Kindern, der Arbeit, der Liebe und den Wünschen, die wir in uns tragen – eine Beziehung, die ja nicht immer einfach ist.

Damals war ich frisch gebackene Dreifachmama und hatte gerade begonnen mich „mit dem Nähen“ selbstständig zu machen. Ich war damals aber furchtbar unsicher, zweifelte an mir und hatte auch so vom „Bloggen“ überhaupt keine Ahnung. Ich wusste nur, dass es mir schon lange Spaß machte.

Die Übung ging so: Wir haben ein langes Seil auf dem Boden gelegt und es dann in Aufs und Abs gezogen. Das war der Weg, der bis dahin hinter uns lag. Bestimmte Wegpunkte, die uns selbst etwas bedeuteten, haben wir mit Symbolen markiert, z.B. einem Stein oder einer Blume oder einer Tasse oder einem Schlüssel. Das kann wirklich alles sein, z. B. auch eine Stoffschere oder ein Nadelkissen. Such Dir ein paar Requisiten zusammen, die passen. Du kannst das auch im Kleinen nachbauen, z.B. mit einer Rolle Garn auf dem Nähtisch, oder Du malst Deine Kurve auf Papier ;).

Ich blickte damals auf mein Seil und stellte fest: Ich hatte verdammt viele Tiefs in meinem Leben, aber auch viele Hochs. Die Ausschläge waren regelmäßig nach oben und nach unten; es ergab einen Zickzack ähnlich wie die Kurve eines EKGs. Es gab nur wenige kurze Strecken, in denen das Seil gerade in der Mitte verlief.

Als nächstes sollten wir uns vorstellen, wie die Kurve der Zukunft aussehen würde. Mittlerweile hatten wir alle begriffen, worum es bei der Übung ging: Nämlich dass „Erfolg“ niemals linear von unten nach oben verläuft. Und dass es die Ausschläge sind, die uns wirklich weiterbringen.

Ich seufzte bei dem Gedanken daran, wie mein Weg vor mir aussah, aber meine Kursleiterin lächelte mir aufmunternd zu und stellte mir folgende Frage: „Und wie ist das dann in 5 Jahren, Sonja? Wie sieht Dein Leben dann aus, wenn Du darauf zurückblickst?“

nähblog
Nähen – Schreiben – Fotografie – das sind die drei Säulen meines Arbeitsalltags 😉

Schein & Sein im Bloggerland

Auf Instagram sieht das Leben eines Bloggers (oder „Influencers“, ich persönlich kann mich mit diesem Begriff nicht identifizieren) so schön aus. So einfach, so erfolgreich. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum auch ich mich ab und frage, warum das bei mir nicht so ist.

Ich sagte eingangs bereits: Kein anderer Beruf ist so eng mit dem eigenen Privatleben verzahnt, und kein anderer inszeniert und definiert sich so sehr selbst über die Eigendarstellung. Das hat vor Jahren mit „Big Brother“ angefangen. Heute ist daraus eine regelrechte Selbstvermarktungsindustrie geworden.

Mein Alltag ist dagegen völlig normal. Da ist nichts „abgehobenes“ dran, nichts, was man auf so manchem Instagram-Kanal so sieht. Mich hat die Dauerpräsenz auf Social Media immer mehr geschockt. Wenn man aber im Internet was verkaufen will, dann muss man natürlich präsent sein. Es hat bei mir gedauert, bis ich da die richtige Balance gefunden habe zwischen dem, was ich preisgebe, und dem, was ich nicht schreibe und zeige. Heute bin ich endlich zufrieden mit dem, wie es sich eingependelt hat. Ich poste regelmäßig (ok, manchmal mit längeren Pausen) auf Instagram und auf Facebook. Neben meinem Newsletter, den ich am liebsten von allen habe, sind das meine Kern-Kanäle.

Worauf ich hinauswill, ist das, wovor alle BloggerInnen früher oder später stehen: Die Diskrepanz zwischen dem, was Du glaubst, was und wie ein Blogger sein muss, und dem, was und wer Du bist. Ich finde das ja im „echten“ Leben schon manchmal schwierig zwischen meinen Persönlichkeiten „Mama“ – „Ich“ – „Metalfan“ usw. zu unterscheiden.

Damals vor fünf Jahren hatte ich noch eine andere Vorstellung davon, wie mein Arbeitsalltag so aussehen würde.

Bloggerbüro in Wohnzimmerecke – nix mit Latte trinken im Café 😉

Arbeitsplätze eines Nähbloggers.

Wir alle kennen die Bloggerin, die mit ihrem Latte Macchiato im Café sitzt und bloggt. Sie trägt eine teure, funkelnde Uhr, hat lackierte Fingernägel und setzt andauernd Selfies in grau-weißem oder mokka-weißem Farbkonzept ins Netz. Ich weiß gar nicht, woher dieses Bild stammt, aber es trifft wohl speziell auf Nähblogger am allerwenigsten zu.

Meine Arbeitsplätze sind der PC, die Nähmaschine und die Kamera. Mit letzterer bin ich natürlich mobil, aber die meisten Bilder entstehen aus Zeitgründen bei uns im Garten oder in direkter Nähe, oder im Rahmen eines Familienausflugs oder Urlaubs, und dann auch nur, wenn die allgemeine Stimmung es zulässt!

Mit der Nähmaschine und dem PC bin ich ortsgebunden. So sehr ich gern im Café beim Latte Macchiato arbeiten würde – allein für die Fahrt in die Stadt würde ja schon eine Dreiviertelstunde ins Land gehen, und wenn ich Sprit, Parkgebühren und Latte Macchiato zusammenreche, nun da müsste ich schon mindestens 5 Ebooks verkaufen, damit sich das lohnt. Es gibt zwar durchaus Tage und Jahreszeiten, wo das klappt, aber auch genug andere Zeiten – wie z.B. jedes Jahr im Juli – wo es doch sehr schleppend läuft. Wenn ich außerdem an die verlorene Zeit denke – nee, ich bleibe dann lieber hier in meinem Home Office, wo ich nochmal schnell in den Keller was nachmessen oder schon mal die Stickmaschine anwerfen kann. Meine Vormittags-Zeit ist außerdem spätestens um 12:30h beendet, da lohnt es sich für mich wirklich nicht woanders als zuhause zu arbeiten.

Auch Co-Working-Places muss ich als Arbeitsplatz ausschließen, obwohl es mich reizt das mal auszuprobieren. Neuerdings gibt es sowas auch in Paderborn (genau wie ein stundenweise mietbares Fotostudio), und die Vorstellung, dass sich das Arbeiten dadurch auch mal richtig wie Arbeiten anfühlt und nicht nur wie das Hobby, mit dem ich ein paar Kröten dazuverdiene und bei dem ich meine Follower zähle – DAS werde ich definitiv mal testen, aber noch nicht. Während Corona bleibe ich auch weiter vorsichtig.

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An der Nähmaschine: Hier sitze ich abends ab ca. 22h, wenn alle Kinder schlafen

Aufgaben im Bloggerbüro

Meine Arbeitszeit ist morgens am PC und abends ab ca. 22h, wenn die Kinder schlafen, im Nähzimmer. Zwischendurch hab ich keine Zeit um im Café Latte zu trinken und Selfies zu machen – da mache ich dann Haushalt, Garten, Essen und bin Taxi. Aber was macht man als Nähblogger eigentlich so? Welche Aufgaben fallen auf einem Nähblog schon an, außer ab und an Artikel schreiben?

Während meiner Morgens-Arbeitszeit beantworte ich Emails, drucke Rechnungen aus, pflege Social Media, bearbeite Bilder für den Blog oder Ebooks und schreibe Blogtexte, Nähanleitungen oder entwickle neue Schnittmuster. Oder ich mache Bilder – das ist mal mehr, mal weniger aufwändig. Außerdem will die Technik rund um den Blog und den Shop gepflegt werden, und rechtlich muss man auch auf dem Stand bleiben und die Vorgaben umsetzen. Da gehen auch mal diverse Vormittage für drauf, denn ich erarbeite mir das alles selbst – ich hab zwar ein paar Leute, die ich auch mal frage oder beauftrage, aber im Grunde setze ich alles selbst um.

Regelmäßig überarbeite ich alte Artikel, plane meine Redaktionen (also Blogs, Facebook, Instagram und Newsletter), schreibe Newsletter und mache inzwischen sehr viel Keyword-Recherche und SEO.

Ich frage mich: Was interessiert Dich eigentlich? Dazu werte ich natürlich die Statistik des Blogs, des Newsletters und die Statistiken meiner Social Media Kanäle aus, die mir verraten, welches die interessantesten und beliebtesten Artikel sind.

Auch Buchhaltung kommt regelmäßig wieder – das erledige ich meist im Zwei-Wochen-Takt. Da geht es hauptsächlich um meinen Shop hier, der sich inzwischen zum Kerngeschäft entwickelt hat. Von den externen Shops bekomme ich monatliche Abrechnungen, die ich nur in meine Excel-Tabelle eintrage und abhefte – der Aufwand hält sich bisher in Grenzen und macht mir sogar Spaß. (Ich war ja auch mal Teamleiterin im Kassenbüro.)

Diese Aufgaben teile ich mir auf die ganze Woche auf und portioniere sie auch auf meine beiden Blogs, denn inhaltlich ist das inzwischen so viel geworden, dass ich für die Bereiche Social Media und Grafik jeweils jemand in Teilzeit einstellen könnte.

Wenn gerade ein Probenähen läuft, bin ich viel in meinem Nähforum unterwegs, was z.T. sehr zeitraubend ist. Hier beantworte ich Fragen, nehme Feedback entgegen und setze alle Änderungen im Ebook um, bzw. korrespondiere mit der Schnittdirektrice. Und natürlich arbeite ich in dieser Zeit verstärkt an Schnittmustern und Anleitungstexten für Ebooks und entwickle clevere Marketingstrategien um die dann zu verkaufen. (Clever ist natürlich relativ. Nicht alles, was ich so im ersten Moment superclever finde, funktioniert dann auch.)

In den vergangenen fünf Jahren hat sich hier viel getan: Anfangs hangelte ich mich von Blogbeitrag zu Blogbeitrag – heute ist das alles sehr komplex geworden, und der Shop steht mehr im Mittelpunkt, allein weil das alles so gewachsen ist, dass ich dem Finanzamt steigende Einnahmen vorweisen muss.

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Im Nähzimmer: Kreatives Refugium und Zuflucht, wenn mir alles andere zu nervig wird. Im Hintergrund das „Stickregal“ und geliebtes Chaos.

Ein Nähblog macht Arbeit. Und Spaß.

Früher habe ich immer möglichst alles auf einmal gemacht. Heute teile ich mir schon im Vorfeld im Kalender farbig ein, wann ich am Blog und wann am Ebook arbeite. Beides gleichzeitig ist bei meinem Stundenkontingent gar nicht möglich ist. Wenn hier auf dem Blog also mal längere Zeit keine neuen Artikel erscheinen, dann bin ich meist mit Probenähen beschäftigt, oder es sind Ferien. Oder Corona.

Inzwischen kaufe ich mir für manche Schnittprojekte auch Hilfe ein, in Form einer Schnittdirektrice, die meine Schnittmuster optimiert und gradiert. Das ist weniger teuer, als ich zunächst gedacht habe, und schenkt mir wieder viel Zeit, die ich sonst hauptsächlich mit Fluchen verbracht hätte.

Auch in anderen Dingen gebe ich ab und zu Geld für Beratung oder Support aus: SEO, Blogstrategie, Redaktion und Schreiben ;). Ich lasse das dann nicht unbedingt erledigen, aber ich bilde mich hier regelmäßig weiter. Ich kaufe Online-Kurse oder Bücher, die mich weiterbringen. Ich kann Dir nur raten, wenn Du diesen Weg ebenfalls einschlagen willst, das auch zu tun: Bilde Dich selbst immer weiter! Dazu braucht es auch keinen dreistelligen Kurs, sondern vielleicht erst einmal ein Buch. Meiner Erfahrung nach sammelt man da auch sehr viel, bevor man anfängt wirklich was umzusetzen. Ich habe auch schon viel Zeit verschwendet, die mir am Ende die Erkenntnis brachte, dass das jetzt Zeitverschwendung war. Dann lieber eine Sache richtig machen als 1000 Sachen anfangen und durchdrehen, weil man nichts schafft.

Mir hat am Anfang sehr das Buch „Wie Du mit deinem DIY-Blog Geld verdienen kannst“ von Julia Bräunig* weitergeholfen. Damit habe ich hier ein Fundament gebaut, das mir immer wieder geholfen hat, und das eine wichtige Grundlage für alles weitere ist – der Shop, die Ebooks, Social Media. Jahre später hat Julia mich auch konkret hier beraten und gecoacht, was mir ebenfalls sehr geholfen hat. Manchmal reicht ja schon der Input von jemand anderem, der einem mal ganz ehrlich ein Feedback gibt, damit man weiterkommt. Bei mir war das so: Ich habe seitdem einige Dinge geändert, und schwups, kam auch die Lust am Bloggen wieder. (Mit der Folge, dass ich dann auch mehr Follower zum Zählen hatte ;)).

5 Jahre Nähblog. Und nu?

Voll, würde ich sagen :).

Ich habe damals nicht gewusst, dass das Blog-Starten auch der Beginn einer Verwandlung zur Unternehmerin, Marketing-Strategin und Online-Redakteurin sein würde. Ich hab das nie so konkret geplant, sondern hangele mich auch so von Projekt zu Projekt.

Wenn ich die eingangs erwähnte Übung heute wiederhole, liegt hinter mir eine Kurve mit vielen Aufs und Abs und einem klaren Trend nach oben. Ich fühl mich gut damit und freue mich auf alles, was da noch so kommt. Und wenn mir der Trubel im Netz zuviel wird, verkrieche ich mich an die Nähmaschine. Wie ist das bei Dir? Bloggst Du oder bist Du dabei einen Nähblog zu starten? Hast Du vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht oder fragst Dich gerade, wo Dich das noch hinführen soll?

Ich überlege, dass ich regelmäßig über „hinter den Kulissen“ schreibe. Hast Du Interesse daran? Was würdest Du gern erfahren?

Damit gebe ich nun ab zum Freutag und starte in mein Wochenende!

*bei gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbelinks, d.h. ich verdiene im Fall eines Verkaufs eine geringfügige Provision. Diese Einnahmen finanzieren die laufenden Kosten dieses Blogs und erlauben mir weiterhin Freebooks und kostenlose Nähanleitungen zu erstellen. Ich empfehle nur Schnittmuster, Stoffe, Zubehör und Bücher, deren Qualität mich überzeugt hat. Mehr dazu, wie dieser Blog Geld verdient, liest du auf meiner Transparenz-Seite. Danke für deine Unterstützung!

Nähen fürs Baby - Windeltasche und Stillkissen nähen

Für’s Baby nähen ~ Geschenke zur Geburt selber machen

Während der Sommerpause ist etwas ganz Wunderbares passiert: Ich bin wieder Tante geworden, dieses Mal von einem süßen kleinen Mädchen! Natürlich habe ich für die Kleine ein paar Sachen genäht; was gibt es Schöneres als für ein Baby zu nähen und Geschenke zur Geburt selber zu machen? Es war eine willkommene Gelegenheit um nochmal ein paar meiner eigenen Schnittmuster zu nähen und um noch (ein letztes Mal?) in Erinnerungen zu schwelgen. Dabei kommen auch immer so Gedanken rund um den Kinderwunsch, und ich kann nun mit Sicherheit sagen: Ich bin geheilt!

windeltasche nähen
Zwei Windeltaschen MIKA für die Eltern der kleinen Loreley: Einmal passend zum Stillkissen, einmal in einer heavy-metal-Version „motörkind“ für den Papa ;).

Vom Kinderwunsch geheilt

Eins weiß ich heute nach vier Kindern ganz sicher: Ich bin vollständig vom Kinderwunsch geheilt. Vier Kinder in acht Jahren haben wir bekommen, und wir sind glücklich und dankbar für jedes, aber noch eins will ich beim besten Willen nicht. Ich freu mich für meine Geschwister, dass sie nun auch alle Eltern sind, aber ich bin froh, dass ich das ganze Theater nicht mehr habe. Dass ich nicht mehr stillen muss, und überhaupt – dass unser Kleiner auch demnächst windelfrei ist!

Wann immer ein Kind in meinem Umfeld geboren wird – es waren ja noch ein paar in den letzten zwei Jahren – stelle ich das immer mehr fest: Ich habe genug Kinder. Ich reiße mich nicht einmal mehr darum die Babys anderer auf den Arm zu nehmen. Ich weiß nicht, ob sich das nochmal ändert, bevor mich meine zur Oma machen?

schnittmuster MARTA Stillkissen
Stillkissen MARTA (Halbmond).

10 Jahre Mama

Diese Gedanken kommen mir zwangsläufig, wenn ich wieder für ein Baby nähe. Ich nähe gern für Babys, aber ich bin jedes Mal froh, wenn die Sachen dann für jemand anderen sind! Es war eine intensive und schöne Zeit, aber auch die anstrengendste in meinem Leben: 10 Jahre bin ich jetzt eine Mama, und bis vor zwei Jahren kam jedes zweite Jahr ein Baby dazu. Im Moment wird alles – trotz Corona – irgendwie anders und auch leichter, allein weil diverse Alltagsprobleme wegfallen (Mittagsschlaf! Stillen!), und für mich fühlt es sich an, dass ich endlich etwas entspanne.

Mein Mann kommt immer auf die Idee, ob wir nicht doch nen Hund…? Aber ich weigere mich da energisch: Ich habe auch so noch genug zu tun und muss die entstandene Lücke nicht gleich mit der nächsten Verpflichtung füllen – nicht, solange er unter der Woche in Hamburg ist. Dann wäre ich ja die, die immer raus muss mit dem Hund, zum Tierarzt usw. Nö.

Nähen fürs Baby: Geschenke zur Geburt

Trotzdem nähe ich gern für Babies – vielleicht, weil ich die Babyzeit der anderen ganz anders wahrnehmen und genießen kann *lach*. Die Babies wachsen und lachen, und ich kriege die Nächte und das ganze Theater nicht so mit.

Für die kleine Loreley habe ich natürlich ein bisschen was aus meinem eigenen Schnittmuster-Fundus genäht, und zwar ein Stillkissen MARTA als Halbmond und MIKA, die Windeltasche – letztere gleich zweimal: Eine passend zum Stillkissen und eine rockige Version für mein Bruderherz, der ein riesengroßer Motörhead-Fan ist.

Windeltasche nähen Schnittmuster

Einige Bilder habe ich auf Instagram neulich schonmal gezeigt – da bin ich schneller im Zeigen von Bildern als hier auf dem Blog. Während der letzten Wochen und Monate habe ich den Schwerpunkt mehr auf das Entwickeln neuer Schnittmuster gelegt als aufs Bloggen. Ich hoffe, dass wir demnächst wieder sowas wie einen Alltag mit Kinderbetreuung haben – dann habe ich auch wieder mehr Zeit für meine Blogs. (Padermama gibt es ja auch noch….).

motörkind rockige windeltasche motörhead geschenke zur geburt selber nähen

Die motörkind-Windeltasche für den kleinen Windelrocker ist ein Upcycling aus einer alten Jeans. Den Henkel habe ich aus dem alten Hosenbund gemacht. Ich habe da auch nicht viel versäubert – es gehört zum Look, dass der ein bisschen ausfranst. Ansonsten habe ich schlichte Baumwollstoffe kombiniert und mit der Stickmaschine „motörkind“ aufgestickt. Auf der Rückseite befindet sich natürlich noch ein Motörhead-Aufnäher.

windeltasche nähen
motörhead windeltasche

Innen ist sie wie üblich ausgestattet mit vier Fächern für Windeln, einem Reißverschluss-Fach für Pflege, einem weiteren Fach für Einmalunterlagen unterwegs und dem Feuchttuchfach mit Tuch-an-Tuch-Entnahme.

windeltasche rockig selber nähen

Für die Mama gab es die Tasche ganz in „mädchen“. Ich war mir nicht so ganz sicher, was ihr gefällt, aber ich dachte, bei grau-rosa-weiß mache ich nicht soviel verkehrt. Ihre Tasche ist aus Kunstleder in anthrazit, kombiniert mit Baumwollstoffen von buttinette* aus meinem Fundus. Ich habe hier noch soviel Stoff liegen, dass ich im Moment nur abbaue und selbst gar nichts neues mehr kaufe.

Auch diese Windeltasche habe ich bestickt, dieses Mal mit dem Namen der kleinen Maus. Das Stillkissen besteht aus Inlett und Bezug. Befüllt habe ich es mit EPS-Perlen*, was wieder eine Sauerei war, aber ich war gut vorbereitet, und die Explosion der Kügelchen war nicht so schlimm.

Weitere Nähideen fürs Baby

Neben diesen Sachen habe ich natürlich der Kleinen auch noch eine Pumphose genäht. Gerade hier wurde mir so klar: Oh Mann, wieviel Zeit ist vergangen! Und wie lang habe ich früher an so einer kleinen Hose gesessen! Heute nähe ich die so im Vorbeigehen. Der Schnitt ist übrigens kostenlos und von Lybstes. Du bekommst ihn hier.

Falls Du noch eine Idee zum Nähen fürs Baby suchst, die keine Pumphose, kein Stillkissen und keine Windeltasche ist: Wie wäre es mit einem Strampler, z.B. nach dem Freebook von Schnabelina? Hier stelle ich den „Strampelina“ vor, den habe ich damals für unsere Nummer 4 genäht.

pumphose fürs baby schnittmuster kostenlos

Warum keine Babydecke dazu? Über blöde Nähunfälle und ein neues UFO…

Außerdem wollte ich noch eine Patchwork-Decke nach meinem Tutorial „Babydecke ohne Einfassen“ nähen, und ich habe auch angefangen, ABER dann hab ich Blödi zwischendurch was anderes zugeschnitten – und zwar auf dem Top der fast fertigen Decke – und habe dabei die Decke kaputtgeschnitten *heul*. Es ist keine Riesenbeule, aber ich war dann soooo frustriert, dass ich das Projekt Babydecke vorerst abgebrochen habe. Dabei hatte ich mal wieder Lust auf Patchwork und wollte da unbedingt was ausprobieren, und dann… nun ja… :(. Schade Schokolade!

Vielleicht mache ich aus dem Rest nochmal irgendwann ein Kissen. Im Moment bin ich noch zu sauer auf mich selbst.

Aber wenigstens haben mein Bruder und meine Schwägerin sich über ihre Geschenke zur Geburt gefreut :).

Damit gebe ich nun ab zu Creadienstag, HoT, und Elfis Kartenblog.

*bei gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbelinks, d.h. ich verdiene im Fall eines Verkaufs eine geringfügige Provision. Diese Einnahmen finanzieren die laufenden Kosten dieses Blogs und erlauben mir weiterhin Freebooks und kostenlose Nähanleitungen zu erstellen. Ich empfehle nur Schnittmuster, Stoffe, Zubehör und Bücher, deren Qualität mich überzeugt hat. Mehr dazu, wie dieser Blog Geld verdient, liest du auf meiner Transparenz-Seite. Danke für deine Unterstützung!

Nähzimmer aufräumen

10 Dinge, die du gegen den Nähblues tun kannst

„Was kann ich nur gegen den Nähblues machen?“ schrieb unlängst jemand in einem Facebook-Forum. Spontan ist mir erstmal nichts eingefallen, aber den Nähblues, oder das Nähtief – kenne ich auch! Vielleicht liegt es an dem oll-grauen Wetter oder daran, dass mit Weihnachten jetzt eine anstrengende Zeit vorbei ist. Bei vielen ist die Luft einfach raus. Doch trotzdem sind mir dann ein paar Dinge eingefallen, die man dann wunderbar zum Jahresbeginn machen kann, damit die Lust am Nähen wiederkommt.

Vorab empfehle ich dir, dir einen Zettel und Stift bereit zu legen, damit du alle Ideen aufschreiben kannst, die dir beim Aufräumen und ausmisten kommen.

1. Nähzimmer / Nähecke aufräumen

Nötig war es bei mir sowieso mal wieder das Nähzimmer aufzuräumen. Die Zeit nach der Weihnachtsnäherei eignet sich perfekt das mal gründlich zu tun. Bei mir hatten sich viele Dinge angesammelt, die nicht einmal wirklich ins Nähzimmer gehören, sondern da einfach nur abgestellt waren. Mein Fußboden lag voll mit halb fertigen Nähprojekten und Foto-Equipment. Das freizuräumen hat mir viel Ballast genommen.

2. Bügelbrettbezug waschen

Mal ehrlich: Wie oft wäschst du den Bügelbrettbezug? Ich habe meinen jetzt drei Jahre und habe ihn noch nie gewaschen. Aber Vlieseline-Bügel-Unfälle und Flusen sind nicht schön. Also ab damit in die Waschmaschine! Das war auch DIE Gelegenheit das Bügelbrett von Probesticks zu befreien, die sich da stapelten.

nähzimmer aufräumen: Stoffe und Zubehör sortieren
Stoffe, Bänder, Reißverschlüsse, Bündchen — die sammle ich alle in diesen durchsichtigen Plastikboxen vom Möbelschweden. Für ALLES habe ich auch eine Kiste mit Reststücken.

3. Stoffe sortieren: Webware, Jersey, Müll

Ich sortiere nach Stoffart, Größe und nach Müll. Ich habe lange auch kleinste Stofffitzelchen aufgehoben, aber da mich diese Reste mehr belasten als glücklich machen – frei nach Marie Kondo – habe ich mich von einem ganzen Haufen Stoffmüll getrennt. Alles andere habe ich schön sortiert. Ich habe mir beim Möbelschweden diese durchsichtigen Kisten in allen Größen gekauft und darin alles geordnet. Und dabei kamen mir schon wieder viele Ideen!

4. Nähtisch aufräumen

Ein Nähtisch und ein Schreibtisch sind miteinander verwandt: Überall kleine Zettelchen und Gedächnisstützen. Auf dem Nähtisch lagen Nadeln, Klammern, Knöpfe, Stoffreste, unvernähte Bündchen, unsortierte Schnittmuster…

Mein Nähtisch ist ja aus einer alten Tür gebaut – da sammelte sich ordentlich was an. Jetzt hab ich aufgeräumt und fühle mich besser.

Nähtisch aufräumen
Mein Nähtisch ist irgendwie immer voll – es tut gut, wenn man alles Zeug und Müll aufgeräumt hat.

5. Schneidetisch aufräumen

Mein schöner Schneidetisch ist leider nicht mehr – ich habe mich aus Platzgründen davon getrennt. Stattdessen verwende ich nun einen ausrangierten Wickeltisch als Schneidetisch. Zumindest, wenn er freigeräumt ist. Leider ist das selten der Fall. Hier warten Schnittmuster und Stoffe auf den Zuschnitt. Also alles runter damit!

6. Maschinen entflusen

Auch die Maschinen brauchen ab und zu Pflege. Meine Nähmaschine muss ich nicht ölen, aber ich baue regelmäßig die Stichplatte ab und befreie sie von Flusen. Das mache ich auch mit der Overlock und der Stickmaschine – das gehört einfach dazu, wenn man länger was von den Maschinen haben will! Alles über meinen Nähpark erfährst du übrigens hier.

7. Schubladen aufräumen

Ich habe ein Schubladenelement, in dem ich Knöpfe und meine Poststation aufbewahre. Hier habe ich auch aufgeräumt und inventarisiert.

8. UFOs sammeln

UFO: Käferlein in progress
Eine Käferlein-Tasche in progress: Die habe ich vor Monaten angefangen und jetzt liegt sie da. Das Ebook-Re-Release ist eigentlich für März geplant. Das neue wird etwas erweitert. In dem alten Notizbuch habe ich meine allerallerersten Zeichnungen für das „Käferlein“ wiedergefunden – ein kleiner Schatz in meinem Nähreich. Jetzt wird dieses Projekt wirklich Zeit…

In meinem Nähzimmer flogen überall UFOs herum, also UnFertige Objekte. Die habe ich mal alle eingefangen und neben dem Nähtisch aufgestapelt.

9. Stoffreste bündeln

Stoffreste
Bald wird meine Kleine 5 – bestimmte Motive muss ich ihr dann einfach nicht mehr nähen. Also habe ich mir diese Jerseys schon bereit gelegt. Das passt auch gut zu „Stoffleichen wegnähen vorm Neukauf“.

Auch Stoffreste habe ich sortiert: Einige in die Kiste, einige in den Müll und einige habe ich bereits für Nähprojekte vorgesehen. Die liegen bei den UFOs. Eine Idee für Stoffreste, die immer geht und den Januar etwas bunter macht, ist diese Super-Easy-Anleitung für Untersetzer. Jerseyreste werden bei mir immer zu Pippa oder Pippin – da stehen bei meinen Kindern auch die nächsten Größen an!

10. Nähzeitschriften sortieren

Das Finish ist das Regal mit den Schnittmustern und Nähzeitschriften. Die sammle ich in Zeitschriftensammlern. Bei der Gelegenheit kann man gleich mal durchblättern, stöbern und Ideen wiederentdecken.

buchregal im nähzimmer
Das ist ein Teil meines Bücherregals im Nähzimmer. Auch Zeitschriften bewahre ich hier auf. Nach dem fertigen Aufräumen ist das Durchblättern und -stöbern eine kleine Belohnung. Und vor Ideen kann ich mich am Ende gar nicht retten!

Fazit

Ich habe mich über Webbänder und Stoffe gefreut, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie besitze. Mir fielen Projekte ein, die ich schon ewig umsetzen wollte und vergessen habe. Ich bin nicht der Typ, der so eine Aktion monatlich macht, aber so zum Jahresanfang war das das perfekte Näh-Warm-Up! Wie ist es bei dir? Räumst du immer direkt auf, oder machst du auch eine Hau-Ruck-Aktion, wenn der Nähblues auf der Matte steht?

Lieber Gruß,

Sonja

jahresrückblick 2019

Das Nähjahr 2019 aus Designersicht

Das wird jetzt ein längerer Text. Nur so als Warnung. Dieses Jahr war für mich so eine Art Neu-Findungsphase. Ich nehme dich mit auf eine kleine Zeitreise durch das vergangene Nähjahr. Ich bin mit einer Krise gestartet und schließe 2019 nun motivierter als je zuvor ab! Was war passiert? Und wie ist dieses Jahr gelaufen? Heute gibt’s einen Einblick hinter die Kulissen: Meine Ups und Downs, die Erfolge und die Niederlagen, die beliebtesten Ebooks, Freebooks und Blogbeiträge, und natürlich meine Pläne für 2020. Da habe ich auch eine Mini-Umfrage vorbereitet und bin dir dankbar, wenn du mitmachst!

Neujahr mit Blogkrise

Ende 2018 meinte Stefan, es wäre wohl besser alles hinzuschmeißen, wenn mich mein Blog und mein kleines Nähbusiness so sehr belastet. Ich hatte hier echt schlechte Laune und war auf vielen Ebenen unzufrieden. Und fast hätte ich wirklich alles hingeschmissen und den Blog vom Netz genommen.

„Gründe“ für meine Krise dafür gab es viele. Ich bin auch nicht die erste Bloggerin, die nach drei Jahren einen Durchhänger hat. Meine Seitenaufrufe stagnierten (ok, bei 25.000 im Monat, das ist Jammern auf hohem Niveau), ich hatte noch immer kaum Zeit neben Haushalt und Kindern diesen Blog so aufzubauen, wie ich mir das eigentlich gewünscht hatte. Finanziell ging es zwar leicht bergauf, aber ich war ungeduldig – immerhin strampelte ich mich schon sehr lange ab ohne dass es irgendwie wirklich vorwärts ging.

Dazu gesellte sich bei einigen Kolleginnen und mir die Frage: Wie wird es mit der Nähwelt weitergehen? Wer die Entwicklungen der letzten Jahre verfolgt hat (Dawanda-Pleite, Makerist-Provisionsdrama, dazu gleich mehr…), weiß, dass sich einige Designerinnen Sorgen machen, ob und wie es finanziell weitergehen soll. Dahinter steht ja auch irgendwann das Finanzamt, das mich dann fragt, ob ich den Laden nicht lieber wieder dichtmachen will, weil mein Online-Business einfach zu wenig abwirft.

Hm.

Die Online-Nähwelt 2018 aus Designersicht

Was zuvor geschehen war: Im Herbst 2018 hatte Makerist diese große Änderung in den Provisionen gemacht. Die Erhöhung war so empfindlich, dass bei einer der berühmten 2€-Aktionen dem Designer gerade mal 0,75€ statt bisher 0,99€ blieben. Ich hatte zuvor einige 2€-Aktionen mitgemacht und festgestellt: Gekauft wird hauptsächlich zu diesen Aktionen, dazwischen nur sehr verhalten. Der Unterschied zwischen 2€-Aktion und Normalverkauf war drastisch: Zum Normalpreis hatte ich monatlich zweistellige Kleckerbeträge, zur Aktion dann dreistellige Umsätze.

Mein eigener Shop hier lief gerade erst an – außer gelegentlich freiwillig bezahlten Freebooks war hier noch nicht viel los. Makerist war zu dem Zeitpunkt meine Haupt-Einnahmequelle neben gelegentlichen Kooperationen, die aber auch nicht vom Himmel fielen.

Wie du wahrscheinlich mitbekommen hast, wenn du hier schon länger liest oder meinen Newsletter abonniert hast, habe ich mich dann einer Gruppe Widerständlerinnen angeschlossen und seitdem an keiner 2€-Aktionen mehr teilgenommen. Ich sah mich außerdem gezwungen meine Preise zu erhöhen – eine Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist. Natürlich hatte ich Zweifel: Ich habe befürchtet, dass ich damit alle Kundinnen vergraule. So richtig schön kann man Preiserhöhungen nie kommunizieren, und die Online-Nähwelt ist inzwischen so sehr von Rabatten geprägt, dass es mir kaum möglich erschien höhere Preise anzusetzen.

Zum Glück war und bin ich im Gegensatz zu anderen (noch) nicht darauf angewiesen alle vier Kinder und den Kredit durchzufüttern. Vielleicht wäre ich eingeknickt und hätte dann doch bei einer 2€-Aktion mitgemacht. Anderen, großen Designern ist z.T. es so ergangen! Das alles fand vor dem Hintergrund der Dawanda-Pleite statt, und ich sah in all dem kein gutes Signal für den Nähmarkt.

Krisen um 2018/19 – kein guter Start

Auch inhaltlich war ich unglücklich damit zu viele Themen auf dem Blog zu haben. Im Mai 2018 habe ich deshalb die Mamathemen auf Padermama.de ausgelagert und war mit dieser Entscheidung grundsätzlich glücklich. Nur ist dann ja auch ne Menge Arbeit (auch immer noch, bis heute) da, bis man aus einem Blog zwei gemacht hat. Ich dokterte gefühlt also an zwei Blogs herum ohne zu wissen warum und ob das jemals zu Ergebnissen (in Form von Reichweite und auch Euros) führen würde.

Mit Kooperationen lief es eher schleppend, zumal ich mich endgültig von einer Bloggeragentur getrennt habe (warum und wieso schreibe ich nochmal separat), mit der ich in der Vergangenheit einige Kooperationen durchgeführt habe.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hatte zwei halbe Blogs, einen dicken Einbruch in meinen Einnahmen und irgendwie keine Ahnung, ob Schnittmuster so die langfristige Perspektive sind – wegen DaWanda und wegen Makerist. Dass auch einige namhafte Designer finanziell auf die 2€-Aktion angewiesen waren oder sich komplett umorientierten, gab mir zusätzlich zu denken.

Wenn du die Online-Nähwelt vor allem als Näherin kennst und dich über schöne Stoffe, Probenähen und kostenlose Schnittmuster freust, wirst du jetzt vielleicht ein bisschen stutzen – aber so sieht es im Leben einer Kleinunternehmerin aus, die einfach nur den Traum hat kreativ zu arbeiten, zu nähen, neue Nähprojekte auszuprobieren und über den Verkauf ihrer Ebooks die Wertschätzung und Anerkennung zu erhalten, die sie sich vorstellt.

Raus aus der Blogkrise

Ich habe mir Hilfe gesucht.

Julia – ehemals Kreativlaborberlin – war ihrerseits dabei ihr Geschäftsmodell zu ändern: Sie hat der Nähwelt den Rücken gekehrt und arbeitet nun als Coach und Mentorin unter businessheldinnen.com. Da sie die Nähwelt und den ganzen Zirkus hinter den Kulissen kannte, war sie meine ideale Ansprechpartnerin und hat meine Website (und mein Geschäftsmodell) auf Herz und Nieren geprüft.

Natürlich hat sie dann auch gleich – Alptraum! – den Finger in die richtigen Wunden gelegt. Das war für mich eine Überwindung mal so richtig Feedback von jemand einzuholen. Da stand ich doch erst einmal recht nackig da – denn eigentlich wusste ich schon, wo ich ansetzen muss. Aber manches will man sich ja selbst nicht eingestehen. Ich zumindest nicht.

schnittmuster yogakissen
Beliebtestes Ebook 2019: LUNA, das Yogakissen.

Julia hat das superprofessionell gemacht und ihr Feedback nicht nur sehr positiv, sondern auch sehr ermutigend formuliert! Plötzlich war ich nicht mehr allein. Julia hat mir unzählige wertvolle Tipps gegeben, an welchen Schrauben Knöpfen ich drehen kann, und was ich auch mental tun kann um meinen Fokus neu auszurichten. Seitdem bin ich ihrer kostenlosen Facebook-Gruppe beigetreten, aus der ich weitere wertvolle Impulse erhalten habe.

Das Wichtigste ist aber nicht mehr allein zu sein. Denn Bloggen ist ja irgendwie auch ein einsames Dasein – da tut es gut Teil einer Gruppe zu sein, die sich gegenseitig supportet.

Viele kleine Schritte: Ebooks, Bloggeraktionen, Fernsehen…

Das war der erste Schritt. Es folgten viele weitere, kleine Schritte, Rückschritte, Zweifel, und dann irgendwann die Gewissheit: Es geht irgendwie weiter.

Im Februar/März kam mein Ebook LUNA, das Yogakissen heraus. Kein anderes meiner Ebooks hat sich im ersten Jahr bisher so gut verkauft wie dieses, und ich bin auch ein bisschen stolz darauf, dass die Anleitung so gut ankommt. Das hat gut getan. Auch die Makerist-Kunden sind nicht weggelaufen, im Gegenteil. Der Verkauf erholte sich nicht nur – er stieg über das Vorjahresniveau, ganz ohne 2€-Aktion. Die Kundinnen haben die Preiserhöhung mitgemacht – DANKE!

Nebenbei war ich bereits mit SULKY® by GUNOLD® für eine größere Zusammenarbeit – die Gewichtsdecke – im Gespräch und bereitete da die Beiträge vor. Außerdem begann ich mit der Arbeit an der Jungs-Unterhose Pippin, die dann im Sommer erschien, wo ich außerdem noch bei der Sommer-Blogger-Aktion Kreative Sommerhits mitgemacht habe. Das war eine sehr beschäftigte, kreative und schöne Zeit, in der ich mich mit aller Leidenschaft und Energie in die Projekte gestürzt habe – das war toll!

Während das also alles so lief, kam die Lust aufs Bloggen natürlich wieder: Ich habe mich mehr aufs Nähen und DIY konzentriert und weniger um den ganzen Zirkus drumherum.

Das hat mir sehr gut getan, und ich habe in dem Zuge in ein neues Theme – in ein neues Design investiert. Dahinter steckt auch ein erster Schritt für ein größeres Projekt im kommenden Jahr – dazu verrate ich unten mehr ;). Im Sommer kam dann ja sogar ein Fernsehteam um mit uns eine Upcycling-Sendung zu drehen – das war für uns ein absolutes Highlight! Hier kannst du den Beitrag nochmal ansehen:

SEO im Sommer

Im Sommer wurde es dann ruhiger: Sommerloch! Da ist auf dem Blog nie viel los – niemand sitzt viel an der Nähmaschine. Ich habe Ferien und Blog dieses Mal sehr gut aufeinander abgestimmt – besser als in den Jahren zuvor. So habe ich mich bei einer SEO-Schulung angemeldet um selbige zu testen. Sie war damals als Beta-Version für vier Wochen kostenlos.

Ich habe allein in diesen vier Wochen so viel über Google und meinen Blog gelernt wie in den drei Jahren davor zusammen. All meine Kenntnisse konnte ich direkt bei dem Gewichtsdecken-Beitrag unterbringen, und der Beitrag ist bei Google auf Platz 2. Das fühlt sich total irre an, wenn man das einmal verstanden hat, wie man es machen muss um gefunden zu werden.

Ich habe nach dem kostenlosen Kurs noch drei weitere Monate das Coaching bei Finn von Blogmojo mitgemacht. Aktuell setze ich aus, weil ich im nächsten Jahr noch andere Pläne habe, aber ich will unbedingt zurück! Finn macht das wahnsinnig gut und ist dabei so nett, hilfsbereit und ehrgeizig einem mit der Seite auf die vorderen Plätze bei Google zu bringen. Seit diesem Kurs habe ich außerdem Blut geleckt und arbeite seitdem immer so nebenbei an der Optimierung meiner alten Artikel – mit Erfolg, denn LUNA würde sich ohne SEO wahrscheinlich nicht so gut verkaufen.

blog statistik 2019

Die Seitenaufrufe des Blogs haben sich in dieser Zeit verdreifacht: Von vorher 25.000 stehen sie seit Oktober monatlich bei 70.000 – und zwar ganz ohne weitere Kraft und Geld in Pinterest, Facebook oder Instagram zu investieren. Mit diesen Fortschritten in punkto SEO (und gutem Verkauf von LUNA) war die Blogkrise endgültig vom Tisch :).

Harry Potter im Herbst

All das führte natürlich dazu, dass ich meinen Mamablog Padermama erst einmal vernachlässigen musste. Ich schrieb bereits an dem Harry-Potter-Zauberermantel, an weiteren DIYs wie dem Bilderrahmen und dem Schlittenregal, nähte, und schrieb außerdem an der Einschlagdecke SULLY. Da kam dann zusätzlich noch diese Geschichte, dass SULLY eigentlich ein Freebook war und dann ein Bezahl-Ebook wurde, nachdem mich eine Kollegin darum bat. Das habe ich alles hier erklärt.

Direkt danach ging es dann weiter mit der Arbeit am Stillkissen MARTA, das vorletzte Woche herauskam – ein Probenähen, das sehr angenehm flott vonstatten ging. Auch das fertige Ebook kommt bisher sehr gut an – das freut mich!

Shop – Verkauf

Den Ebookverkauf habe ich jetzt schon mehrfach angesprochen: Darauf habe ich mich spätestens seit LUNA und dem SEO-Training konzentriert. Mein Ziel dahinter: Ich will unabhängiger von bezahlten Kooperationen werden. 2018 hielten sich Kooperationen und Ebookverkauf umsatztechnisch die Waage. Bereits in diesem Jahr hat der Ebookverkauf den Anteil der Kooperationen überholt. Ich bin ja ein Kind aus einer Handwerkerfamilie, und es liegt mir einfach mehr meine eigenen Produkte zu verkaufen als meine Haupteinnahmen aus gelegentlichen Zusammenarbeiten zu bestreiten – so sehr mir das auch Spaß macht.

Ich habe mich also verstärkt auf den Verkauf von Ebooks und auf affiliate Marketing – also Einnahmen über Provisionslinks – konzentriert. Hier ich selbst kunterbunt auswählen, welche Produkte, Schnittmuster, Stoffe, Zubehör und Shops ich empfehle.

Ein weiteres Ziel von mir war, dass mein eigener Shop der umsatzstärkste wird, und das hat auch geklappt. Das heißt aber nicht, dass ich mich nun darauf ausruhe – ich habe jetzt erst vor Kurzem die Entscheidung getroffen, dass ich im kommenden Jahr auch auf Etsy starten will. Ich hab dort jetzt einige Male eingekauft und bin ganz angetan von der Atmosphäre. Den Shop habe ich dort bereits angelegt, aber es wird noch etwas dauern, bis ich ihn befüllt habe.

Das beliebteste Freebook war – wie immer – das Sternkörbchen mit über 300 Downloads. Der Partnerhandschuh liegt knapp dahinter, hat aber einen leicht höheren Umsatz erzielt – beide Freebooks können ja freiwillig bezahlt werden. Diese Funktion wird bei ca. jeder vierten Bestellung genutzt. Auch hierfür vielen Dank! (Falls du dich fragst, wie das funktioniert und vielleicht selbst sowas installieren willst: Das macht bei mir dieses Plugin*.)

Best of Blog – 2019

Der beliebteste Blogbeitrag war wie im letzten Jahr die „Babydecke ohne Einfassen“ mit allein über 35.000 Seitenaufrufen. Der beliebteste Beitrag, der auch in diesem Jahr erst erschienen ist, ist die Gewichtsdecke mit immerhin 8.500 Seitenaufrufen (seit September).

Da kristallisiert sich natürlich irgendwie ein Muster heraus – Babydecke, Einschlagdecke, Gewichtsdecke: Ich nähe eine Menge Decken ;). Das ist mir selbst erst jetzt irgendwie klargeworden. Aber ich habe auch noch ein paar andere Dinge vor. Und falls du noch Lust hast zu erfahren, was dich hier im kommenden Jahr erwartet, dann einfach weiterlesen!

Pläne für 2020

Ich sagte es eingangs bereits: Ich bin motivierter als je zuvor. Natürlich fliege ich auf den Schwingen meiner jüngsten SEO-Erfolge. Auch das Weihnachtsgeschäft lief gut – SULLY und MARTA kamen beide gut an, was mich sehr beruhigt. Nicht jedes Ebook findet sofort Käufer – diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht, dass sich monatelange Arbeit auch langfristig nicht lohnt, weil es sich einfach nicht verkauft.

Für das kommende Jahr habe ich mir ein paar schöne Themen für den Blog überlegt – das wird inhaltlich dem bisherigen Programm folgen: Nähen rund um Baby und Kinder, praktische DIYs und (neu!) Einblicke hinter die Kulissen – über das Bloggen und über das Entwickeln von Schnittmustern.

Neue Ebooks habe ich natürlich auch geplant: Das erste Probenähen soll im Januar starten. Das wird eine Windeltasche, und die wird die Baby-Ebooks (SULLY, MARTA) vorerst komplettieren. Außerdem plane ich eine Neuauflage der Kindergartentasche KÄFERLEIN und von roXXanne (im Herbst).

Aber die größte Herausforderung wird sein: Ich habe mich jetzt für ein Fernstudium Schnittkonstruktion für Kindermode angemeldet. Ideen und Entwürfe für Kinderkleidung habe ich ohne Ende, aber ich habe bisher gezögert, weil ich einfach nicht vom Fach bin. Da möchte ich nun endlich nachbessern und mir das fachliche Wissen aneignen! Und natürlich werde ich dann auch Kinderkleidung designen – da freue ich mich drauf wie eine kleine Eiskönigin :).

Ganz im Stillen träume ich auch von einer Kollektion für Mittelalter- und LARP-Gewandung, aber ob ich das in 2020 realisieren kann, weiß ich noch nicht. Ich werde es so machen wie bisher: In kleinen Schritten.

sonja crafting cafe

Neben diesen plane ich wie gesagt noch den Shop bei Etsy, und ich arbeite an einer Erweiterung meines Shops, der es auch anderen Designerinnen ermöglichen soll, hier zu verkaufen. Hier kläre ich gerade rechtliche, technische und steuerliche Voraussetzungen – und dann muss ich natürlich noch welche finden, die das gern nutzen wollen! (Und wenn du Interesse hast deine Ebooks auch hier zu verkaufen, schreib mich gern schon an!)

Zum Abschluss dieses MEGA-Artikels (danke fürs Lesen) habe ich noch eine Mini-Leserumfrage vorbereitet und danke dir fürs Mitmachen!

Nun wünsche ich dir schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Ich werde mich nun rar machen – ab der zweiten Januarwoche melde ich mich dann über die üblichen Kanäle wieder.

Deine Sonja

stillkissen nähen ebook marta

Stillkissen einfach selber nähen mit MARTA

Was kann man Schönes als Geschenk zur Geburt nähen? Oder was kann man selbst nähen, während man noch sehnsüchtig auf den Bauchzwerg wartet? Diese Fragen haben mich nicht erst seit der Einschlagdecke SULLY beschäftigt. Eine Antwort habe ich darauf gefunden: Wie wäre es mit einem schönen, individuellen Stillkissen?

wdr fernsehen

Liebling, ich bin dann mal im Fernsehen.

Eine Redakteurin schrieb mir im Frühjahr, ob wir als Familie nicht Lust hätten bei einer Ausgabe der Upcycling-Sendung „Lieblingsstücke“ im WDR Lokalfernsehen mitzumachen. Wow, hab ich damals gedacht, jetzt fragt hier schon das Fernsehen an! Und dann war ich erstmal total verunsichert und dachte nee, lieber nicht. Wer sowas alles sieht! Aber mein Mann war komischerweise gleich dabei und meinte „Ach, da sind wir doch genau die Richtigen für.“ Also haben wir zugesagt. Wie das dann so war – „am Set“ – und natürlich den coolen Upcycling-Clip, der daraus entstanden ist, erzähle ich heute. Definitiv KEIN normaler Tag im Bloggerleben!

Lieblingsstücke

Diese Geschichte wollte ich jetzt schon so lange erzählen, wurde aber durch einige Dinge aufgehalten, wie die Blogplanung, der andauernde Umbau der Seite oder meine doch recht umfangreiche SEO-Schulung seit Sommer. Was man als Blogger so erlebt – tatsächlich wäre wir wohl nicht im Fernsehen gelandet, würde ich nicht bloggen.

liebling, ich bin dann mal im fernsehen
Für zwei Tage war dieser Anblick in unserem Esszimmer völlig normal.

Die Redakteurin der „Lieblingsstücke“ hat uns über meinen Blog gefunden. Die Firma (es ist gar nicht der WDR direkt, sondern eine Produktionsfirma) sitzt in Dortmund, was von Paderborn nur ca. 100km entfernt liegt. Bei der Sendung „Lieblingsstücke“ handelt es sich um eine Upcycling-Reihe, bei der Steffi Treiber Leute zuhause besucht und aus deren alten Gerümpel coole Sachen upcycelt. Ich habe mir mittlerweile einige Folgen angesehen und finde ihre Ideen einfach klasse! Im Windschatten des Drehs ist übrigens dann gleich im Anschluss das Schlitten-Regal entstanden – die Idee kam mir schon während der Dreharbeiten.

Wenn ich im Fernsehen auftrete, muss das schon was sein, das ich ohne Bedenken auch meiner Mama zeigen kann. Die ist zum Glück auch richtig begeistert von dem Clip, der am Ende dabei herausgekommen ist. Witzigerweise lief das Video im Fernsehen, als meine Mama meine Oma gerade in ihrer Seniorenresidenz besuchte, und meine Oma meinte nur: „Ist das nicht die Sonja?“

Den fertigen Clip zeige ich nun – anschließend erzähle ich ein bisschen was zu den Dreharbeiten (hier übrigens der Link zur Datenschutzerklärung des WDR, dessen Inhalt ich hier einbette). Wir haben zwei Sachen selber gebaut, nämlich eine Kinderküche aus einem alten Stuhl und eine Lampe aus einem Lattenrost.

Risiken und Nebenwirkungen des Bloggens: Plötzlich steht da ein Filmteam auf der Terrasse

Ich kannte die Sendung vorher gar nicht, muss ich gestehen. Aber mir gefiel natürlich das Konzept, und natürlich fühlte ich mich geschmeichelt, dass hier wildfremde Redakteurinnen anrufen und meinen Blog so nett finden, dass sie uns quasi direkt casten.

Der Dreh hat dann auch echt Spaß gemacht! Zwei volle Tage war das vierköpfige Team hier, und natürlich auch Steffi! Und wir hatten natürlich überhaupt keine Ahnung, dass man für einen fünfminütigen Clip soviel Zeit investiert!

Das Drehen und das Vor-der-Kamera-Stehen war dank der lockeren Atmosphäre viel leichter, als ich mir das vorher vorgestellt habe. Ich muss aber dazu sagen, dass wir doch einige Szenen mehrfach gedreht haben, weil der Ton z.B. durch Autos im Hintergrund nicht so gut geworden war. Das war dann manchmal echt ärgerlich, weil ich meine schönen Antworten dann nicht mehr so auf die Reihe bekommen habe wie beim ersten Mal! Einen Text gab es nicht – wir haben jedes Mal ganz frei gesprochen!

blogger im fernsehen

Zu diesen Interview-Szenen kamen dann die „Schnittbilder“. Das war echt interessant, denn dabei wird man z.B. beim Nicken, Staunen oder Lachen gefilmt, wie man zu jemand schaut, der gerade spricht, bzw. gerade gesprochen hat. Wenn eine Szene gedreht wird, bei der drei Leute da stehen und eine spricht, wird ja die sprechende Person gefilmt – die Kamera kann schlecht gleichzeitig die beiden anderen filmen! Also wird die Szene nochmal und nochmal gedreht – dieses Mal mit den beiden anderen Personen, die der redenden Person aufmerksam zuhören. Beim Schnitt wird dann am Ende alles zusammengeschnitten, der Ton läuft dann da drüber – als Zuschauer merkt man das gar nicht mehr!

Allein sowas mal mitzuerleben war super spannend – ich werde auch nie wieder etwas im Fernsehen sehen können, ohne mir den Tontechniker, Kameramann und tausend Kabel vorzustellen. Es ist auch irgendwie eine absurde Situation.

Upcycling Lampe aus Lattenrost
„Lattenrost ist die neue Palette.“ sagte Steffie während des Drehs. Da könnte sie Recht behalten, oder?

Profis über die Schulter schauen

Was mir aber sehr bekannt vorkam, war das Filmen aller einzelnen Bauschritte. Wenn ich Anleitungen schreibe, mache ich ja auch nichts anderes – nur halt mit unbewegten Bildern. Und hier war es echt interessant zu sehen, wie die Profis das machen. Soviel anders als ich das mache, ist es gar nicht. Aber beim Film muss man natürlich auf noch mehr achten, z.B. dass wir an beiden Tagen dieselben Klamotten tragen, dass die Haare an beiden Tagen gleich sind, dass man nicht in einer Szene eine Uhr trägt und in der nächsten keine – und ich sage dir, die achten wie die Luchse auf jedes Detail! Dem fertigen Video sieht man ja auch nicht an, dass es an zwei Tagen entstanden ist, oder?

Die gebauten Sachen – die Kinderküche und die Lampe – haben übrigens bei allen Freunden, Bekannten und Verwandten Begeisterungsstürme ausgelöst. Es tut einfach gut ein bisschen Gerümpel aus dem Keller abzubauen und daraus noch was Cooles zu basteln :).

kinderküche upcycling
Eine Kinderküche aus einem alten Stuhl. Idee und Umsetzung: Steffi Treiber

Kreative unter sich

Ich habe mich übrigens total wohl gefühlt – das ganze Team und vor allem Steffi sind superliebe Menschen. Ich fand es faszinierend jemand wie Steffi kennenzulernen und ihr auch beim Kreativsein über die Schulter zu schauen und mich mit ihr auszutauschen. Letztendlich bewegen wir uns beide in einer großen, kreativen Welt; wir liefern beide Ideen für schöne, neue Dinge. Sie hat eigentlich ein Label für upgecycelte Industrielampen, die „Lieblingsstücke“ sind nur ein Teil ihres kreativen Lebens. Mehr über sie erfährst du auf ihrer Website.

steffie treiber sonja feierabend
Selfie während des Drehs 🙂

Ich liebe es ja auf so interessante Persönlichkeiten zu treffen, und die Begegnung hat mich noch einige Wochen lang getragen – diese beiden Drehtage haben auch ein bisschen mit dazu beigetragen, dass ich meine Blogkrise vom letzten Jahr überwinden konnte und jetzt irgendwie ganz entspannt in die Zunkunft blicke.

Links

Steffi Treiber

WDR Lieblingsstücke

Tagebuch einer Bloggerin

Ich habe hier auf dem Blog eine neue Rubrik eingerichtet: „Kreatives Leben“. Darunter möchte ich etwas mehr von hinter den Kulissen erzählen und ab und an ein paar Bloggertipps weitergeben. Du kannst mich auch gern alles fragen – ich versuche alles zu beantworten!

Damit verabschiede ich mich für heute und gebe ab zum Freutag.