Kategorie: Fürs Zuhause nähen

Babydecke selber nähen

Heute geht es weiter mit meiner kleinen Themenwoche „Babydecken“, und zwar inkl. einem kleinen Tutorial. Wenn du also eine Babydecke selber nähen willst, bist du hier ganz richtig. Warm genug können es die kleinen Mäuse ja nun kaum haben, insofern habe ich Decken für jede Gelegenheit hergestellt. Gestern habe ich schon die Patchwork-Krabbeldecke gezeigt, und hier geht es zu meiner Häkeldecke (inkl. Tutorial). Heute zeige ich eine kleine Decke für den Alltag und unterwegs, in die man Baby zur Not auch schnell einschlagen kann (ältere Kinder nehmen sie auch gern als Umhang…): Die Sweat-Decke!

Stoff und Idee…

…kamen zusammen: Ich hatte einfach noch ein Rechteck von diesem kuscheligen Alpenfleece übrig! Da lag es irgendwie auf der Hand, dass der zur Babydecke wird, die man ja nun auch zuhauf kaufen kann.


Diese Decke war also auch sehr schnell fertig – da das Reststück Sweat, bzw. Alpenfleece sowieso durch mein Nähzimmer flog, musste ich die Ränder nur mit Bündchen einfassen. (Für Nähprofis: Dies war schon die Kurzanleitung!)

En Detail hab ich natürlich auch eine kleine Anleitung geschrieben. Das Projekt hat so seine Tücken, weil Stoff und Bündchen dehnbar sind. Trotzdem ist diese Nähanleitung für Anfänger geeignet!

Material

1 Stück Sweatshirtstoff in beliebiger Größe, z.B. 0,5m x 0,75m
Bündchen 5cm breit; Länge = Summe der 4 Seiten des Sweatshirtstoffes + Nahtzugabe

Hinweis zum Bündchen: Es werden mehrere Bündchenstücke mit 5cm Breite aneinander genäht um auf die Länge zu kommen; in der Regel wird das Bündchen sonst immer zu kurz sein.

 

Anleitung: Babydecke nähen

1.
Zuerst habe ich die 90°-Ecken meines Stoffes abgerundet, damit ich mit dem Bündchen besser drumherum komme. Das habe ich freihand gemacht. Damit sie alle einigermaßen gleich werden, habe ich die Decke so gefaltet, dass alle vier Ecken übereinander liegen.

 

2.
Dann ging es schon los! Ich habe meinen Bündchenstreifen (den ich zuvor aus mehreren Streifen aneinander genäht hatte) zunächst auf der linken Stoffseite rechts-auf-rechts festgesteckt. Kleiner Tipp: Fang mit dem Stecken irgendwo in der Mitte einer Seite an, auf keinen Fall in der Kurve!!
Dabei habe ich außerdem darauf geachtet, dass das Bündchen sich in den runden Ecken (*höhö, runde Ecken!*) NICHT dehnt. Es soll sich idealerweise gar nicht dehnen!!

Anschließend wird natürlich mit feinem Zickzack oder Elastik-Stich abgesteppt. Ich bin zusätzlich mit der Overlock drüber, damit ich eine schöne Kante erhalte.

3.
Same Procedure: Das Bündchen wird um die Kante herumgeschlagen und dann von oben abgesteppt, sodass die Kante der Decke eingefasst wird.

Ich habe alles vorher festgesteckt. Dieser Part ist fummelig, da rutscht gern mal was raus. (Beim nächsten Mal würde ich glaub ich auch Stück für Stück stecken, nähen, weiter stecken, nähen.)

Dann wird abgesteppt. Fertig :).

Leider – das sieht man auf diesem Bild – wellt sich meine Decke trotz aller Sorgfalt – trotzdem ist es eine schöne kuschelige Decke, die dem Kleinen mit Sicherheit gute Dienste leisten wird!

Variationen und weitere Nähideen fürs Baby

Du kannst auch statt Sweatshirtstoff Jersey nehmen und mit Alpenfleece oder Fleece unterfüttern um deine Babydecke zu nähen. Da die Seiten eingefasst werden, ist das theoretisch möglich, erhöht aber den Schwierigkeitsgrad!

Einfacher wird es, wenn das Bündchen längs gefaltet und angenäht wird; dann wird nicht eingefasst – man erhält also eine „unschöne“ Unterseite. Mit einem hübschen Zierstich abgesteppt und mit Ovi versäubert, ist das aber völlig ok, denke ich :).

Hast Du weitere Ideen? Her damit!

Weitere Näh-Inspirationen fürs Baby findest Du übrigens auch auf meiner Pinterest-Wand „Nähen fürs Baby“. Hier auf dem Blog stelle ich auch immer mal wieder schöne Babysachen vor. Beliebt ist zum Beispiel das Freebook Baby-Hoodie, das ich hier vorstelle, oder der Strampler „Strampelina“, ebenfalls ein Freebook, oder die MaxiCosy-Einschlagdecke, auch nach einem Freebook genäht!

Wenn Du Dich in meinen Newsletter einträgst, halte ich Dich über meine neuesten Freebook-Entdeckungen, Nähideen, Schnipsel meines Mama-Daseins und natürlich meine eigenen Probenähen und speziellen Rabattaktionen auf dem Laufenden! Manchmal gibts auch Verlosungen, also lohnt es sich anzumelden. 🙂

Damit geht es für diese Decke zu Kiddikram, Sew Mini, Made4Boys und Für Söhne und Kerle, Weekend Wonderland und natürlich meiner Linkparty, dem Freebook Friday!

Viele Grüße,
Sonja



 

Patchworkdecke nähen für Anfänger

Ich hatte ja vor einiger Zeit angekündigt, dass auf dem Blog bald viel zum Thema „Baby“ zu sehen sein wird. Deshalb starte ich heute mal direkt in eine Themenwoche. In dieser Woche dreht sich hier auf dem Blog alles um Babydecken! Auf diesen ersten Bildern sind schon alle drei Decken zu sehen, die ich euch nach und nach genauer vorstelle. Auch meine instagram-Follower haben schon Ausschnitte aus der Entstehungszeit von zwei der Decken gesehen. Ich habe für diese Themenwoche drei verschiedene Materialien und Techniken angewandt und auch zwei Tutorials geschrieben, die ich euch kostenlos zur Verfügung stelle. Im Einzelnen sind entstanden: Eine Patchwork-Babydecke, eine einfache Babydecke aus Sweatshirtstoff und eine Häkeldecke fürs Baby!

Eins der ersten Projekte, an dem ich seit Dezember gearbeitet habe, ist die heutige Patchwork-Krabbeldecke. Irgendwie sind beim Nähen fürs Baby Patchwork-Krabbeldecken obligatorisch, finde ich. UND ich wollte seit meinem MugRug zu Halloween mit meiner Nähmaschine das Quilten und binden üben – beides sind so Angstgegner von mir, und ich habe einen sehr hohen Respekt vor allen Patchworkerinnen und Quilterinnen, die diese Kunst beherrschen!

Muster

Ich habe mir für unsere Nr. 4 ein recht einfaches Muster ausgedacht – bestehend aus kleinen und größeren Quadraten sowie 10cm breiten Längsstreifen. Jetzt, wo sie fertig ist und ich wieder ein bisschen „drin“ bin, will ich auch nochmal ne klassische Babydecke im einfachen Schachbrett machen – ich habe bei diesem Projekt mal wieder gesehen, wie schnell das Top – also der gepatchte obere Teil – genäht ist.

Die Schemazeichnung für die Decke habe ich mal auf instagram gezeigt. Das war auch schon die ganze Planung! Man kann natürlich noch deutlich mehr Zeit und Arbeit in so eine Patchworkdecke stecken, aber irgendwie stehe ich hier dauernd unter Zeitdruck – allein weil ich sooooo viele andere Ideen an der Nähmaschine umsetzen will, oder weil meine Nähzeit durch meine schlaflosen Kinder sehr begrenzt ist.

Eine Patchworkdecke fürs Baby nähen

Das Top nähte sich sehr schnell – die Erfahrung habe ich schon bei anderen Patchwork-Projekten in der Vergangenheit gemacht. Die Arbeit kam dann erst mit dem Quilten, das ich ganz angriffslustig mal mit meiner jetzigen Nähmaschine probieren wollte!

Quilting

Mit dem Anfang bin ich sehr zufrieden – es lohnt sich doch sehr, so ein Quilting mit einer „guten“ Nähmaschine zu machen. Leider kamen nach dem ersten Erfolg dann doch Fehlstiche. Ob ich in meiner Euphorie einfach zuviel Gas gegeben habe, oder ob das verwendete Volumenvlies* zu dick war – ich weiß es nicht!

Ich hatte mich bewusst für das besagte Vlies entschieden, aus zwei Gründen: 1. die Breite: es lag breit genug für meine Decke, und 2. es hat eine schöne Dicke, die die Decke dann wirklich zu einer schönen Krabbeldecke macht. (Und 3. ist natürlich der Preis unschlagbar!) Aber bei der nächsten Decke werde ich mal langsamer nähen um Fehlstiche zu vermeiden. Und vielleicht doch auf eine andere Vlies-Qualität umsteigen.

Ich wollte ja schon seit dem bereits erwähnten MugRug die Quilt- und Zierstiche der Nähmaschine testen. Mit einigen bin ich sehr zufrieden, andere habe ich wohl zu dem Zweck falsch gewählt. Naja. Ich nehme diese Decke als Übungsdecke. Unterm Strich bin ich doch sehr stolz auf sie, denn sie ist von meinen bisherigen Baby-Patchworkdecken (vier habe ich bislang genäht) doch die beste.

Das Binding hat deutliche Fortschritte zum MugRug. Es ist nicht perfekt, aber schon viel besser und sorgfältiger geworden. (Und jaha – eigentlich muss man das von Hand machen, weiß ich. Mach ich aber nicht. So. ;))

Die Unterseite ist übrigens aus Flanell! Den Tipp habe ich mal aus einem Patchwork-Kurs erhalten. Flanell hat eine schöne Haptik und ist weich – was sehr schön ist, wenn man die Decke auch als Tagesdecke oder Schlafdecke verwenden möchte. Den Rest will ich noch zu Kissen, Leseknochen oder Puppenbettwäsche verarbeiten – letzteres wäre ein schönes erstes Nähprojekt für meine Große – mal sehen, wann wir dafür Zeit finden!

Die Stoffe des Tops sind von verschiedenen Herstellern – hauptsächlich Tante Ema und Westfalenstoffe. Da merkt man gleich die Qualität – diese Stoffe sind genau für diesen Zweck gemacht und lassen sich super verarbeiten!

Hast Du nun Lust auch eine Patchworkdecke fürs Baby selber zu nähen? Ich habe aus Zeitgründen kein Tutorial gemacht, aber wenn Interesse besteht, würde ich das gern nachholen. Ansonsten empfehle ich bei Youtube nach einer Video-Anleitung zu suchen oder einen Kurs, z.B. an der VHS, zu buchen. Ich habe Patchwork selbst in einem Kurs gelernt, und so einfache Projekte schafft man da ganz schnell und einfach. (Das schwierigste ist ja auch das Quilten und nicht das Nähen – das ist sogar sehr einfach, weil es meist nur gerade und kurze Näht sind.)

Damit verabschiede ich mich für heute! Die beiden anderen Decken – eine Sweat-Decke und eine Häkeldecke – werde ich noch separat in dieser Woche vorstellen – inkl. Tutorials!
Ich verlinke noch mit HoT, DienstagsDinge, Made4Boys, Für Söhne und Kerle und Kiddikram und Weekend Wonderland!

Viele Grüße,
Sonja

Themenwoche Babydecken

PS: Übrigens werde ich in dieser Woche noch zwei weitere Babydecken vorstellen – inkl. Tutorials! Die Babydecke aus Sweatshirtstoff findest du hier, und eine schöne Häkeldecke fürs Baby habe ich auch gemacht.

Hier noch ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Decken:

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Tutorial – Freebook: Kissen nähen mit Reißverschluss

enthält Werbelinks

Kissen sind das kleine 1×1 des Nähens und oftmals die Einstiegsdroge: Wer diese erste Hürde geschafft hat, hängt an der Nadel ;). Es gibt unzählige Möglichkeiten und Techniken ein Kissen zu nähen, und ich erfinde das Rad hier bestimmt nicht neu. In dieser kostenlosen Anleitung zeige ich dir eine einfache Methode um ein Kissen mit Reißverschluss zu nähen. Das ist auch überhaupt nicht schwierig – versprochen! Diese Anleitung gehört zu meiner Nähreihe „Nähen für Faule“. Das bedeutet: wenig Zuschnitt, einfache Anleitung und maximaler Erfolg – auch als Anfängerin! Viel Spaß beim Nähen!

Kissen mit Reißverschluss nähen

Ich mag meine Kissen gern mit Volumen – ich mag es NICHT, wenn Kissen auf Dauer platt aussehen, was bei einem Hotelverschluss schnell passieren kann. Da ist auch der Stoffverbrauch größer. Also nähe ich Kissen mit Reißverschluss. Davor muss man auch wirklich keine Angst haben. Gerade Neulinge haben ja Respekt vor Reißverschlüssen, aber das muss wirklich nicht sein. Mit einem Reißverschluss-Fuß klappt es auf jeden Fall. Wie – das zeige ich heute Schritt für Schritt.

Kissen aus einem Stück nähen

Zutaten

1 Inlet*, z.B. 40cm x 40 cm
40cm x 80cm Stoff (Baumwolle, Flanell, etc: NICHT dehnbar!)
1 (Endlos-)Reißverschluss*, 42cm
Baumwoll-Stoffreste und
Vliesofix* oder Thermofix für die Applikation

Hinweis zum Zuschnitt und zu den Zutaten: Ich schneide meine Kissen sehr knapp zu. Wenn ich ein Inlet 40cmx40cm habe, schneide ich auch wirklich so knapp zu, dass das es „so eben“ passt. Du kannst natürlich je nach Geschmack noch Nahtzugaben auf alle vier Seiten draufrechnen!

Bei den Reißverschlüssen empfehle ich Endlos-Reißverschlüsse – die sind günstiger als die anderen. Das Auffädeln des Reißverschlusses ist auch nicht so schlimm, wenn man es einmal gemacht hat ;).

Applikation mit Vliesofix

Vorweg: Du kannst auf diese Applikation natürlich verzichten, wenn Du z.B. schon einen schönen Motivstoff hast. In dem Fall scrollst Du gleich weiter zur eigentlichen Kissen-Nähanleitung!

Für die Applikation bügelst Du auf das Stoffrest-Stücke, das der Stern wird, das Vliesofix auf…

… und schneidest dann die Motive aus. In diesem Fall platziere ich einen Stern auf einen Kreis. Die Vorlage kannst Du entweder dem Freebook entnehmen oder Dir selbst basteln. Du kannst natürlich auch jedes andere Motiv nehmen!

Zunächst platzierst Du den Stern auf den Kreis – die Trägerfolie vom Stern hast du abgenommen!! –  und bügelst den Stern auf dem Kreis fest. Optional hab ich hier noch ein Webband knapp mit angenäht.

Der Stern wird mit einem sehr eng gestellten Zickzack-Stich abgesteppt – weil es schöner aussieht, und weil die Applikation dann deutlich langlebiger ist!

Dasselbe wiederholst Du nun mit dem Kreis: Erstmal Vliesofix auf die Rückseite bügeln, Trägerpapier abziehen.
Nun wird die Applikation MITTIG auf dem Stoff platziert und festgebügelt:

 

Auch der Kreis wird mit einem engen Zickzack oder einem schönen Zierstich abgesteppt.

Kissen aus einem Stück nähen

Hier beginnt die eigentliche Nähanleitung für das Kissen aus einem Stück! Hinweis zum Stoff: Ich habe Flanell verarbeitet, weil der schön kuschelig weich ist und das Kissen für meine Tochter gedacht war. Es eignen sich aber alle undehnbaren Stoffe für diese Nähanleitung.

Du nimmst den Reißverschluss und steckst ihn erst einmal an einer der beiden 40cm-Seiten fest wie auf dem Bild:

Die Zähne gucken die schöne Seite des Stoffes an! Alles richtig? Dann wird der Reißverschluss mit dem Reißverschlussfuß abgesteppt. Anschließend klappst Du auch die andere Seite auf die noch verbleibende Reißverschluss-Seite und steppst diese dort auch fest.

Du hast nun einen „Schlauch“. Leg ihn so in etwa vor Dich:

Du siehst hier, dass die Applikation mittig liegt, der Reißverschluss ist gegenüber eingenäht. Den öffnest Du bis zur Hälfte, steckst die obere und untere Kante fest und steppst sie dann ab.
Vorsicht beim Nähen über den Reißverschluss! Langsam!

Durch den Reißverschluss wendest Du Dein Kissen und probierst schonmal das Inlet aus. Voilà:

Es sitzt noch etwas locker, obwohl ich ja knapp zugeschnitten habe! Die Optik hängt auch sehr von der Inlet-Füllung ab. Ich empfehle also eher stramm und einen halben cm zu knapp zuzuschneiden als zuviel – wobei wir jetzt noch korrigieren können für den optimalen Sitz.

Inlet wieder rausnehmen. Jetzt wird der Reißverschluss fast komplett geschlossen und das Kissen einmal rundherum abgesteppt – wie weit entfernt vom Rand hängt vom Füllgrad des Kissens ab. Ich hab in diesem Fall ca. 1cm genommen und einen schönen Quiltstich ausprobiert:

Fertig ist Dein Kissen mit Reißverschluss! War gar nicht so schwierig, oder?

 

Größe anpassen

Übrigens kannst Du nach diesem Tutorial Kissen in allen Größen nähen – je nach Inletgröße! Die Faustformel für die Berechnung des Zuschnitts ist:

Länge des Inlets x doppelte Breite des Inlets

Beispiel: 40cm x 40cm Inlet = 40cm x 80cm Zuschnitt

Für mein Seitenschläferkissen* (das ich über alles liebe und sehr für die Schwangerschaft empfehlen kann ;)) hatte ich beispielsweise folgende Inlet-Maße: 145cm x 40cm. Der Zuschnitt war dann: 145cm x 80cm, und der Reißverschluss war 145cm (hier empfehle ich Endlos-Reißverschlüsse, die sind einfach günstiger!) lang.

 

 

Liebe Grüße und viel Spaß beim Nähen!

Sonja

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Weitere einfache Anleitungen in meinem Shop

*bei gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbelinks, d.h. ich verdiene im Fall eines Verkaufs eine geringfügige Provision. Diese Einnahmen finanzieren die laufenden Kosten dieses Blogs und erlauben mir weiterhin Freebooks und kostenlose Nähanleitungen zu erstellen. Ich empfehle nur Schnittmuster, Stoffe, Zubehör und Bücher, deren Qualität mich überzeugt hat. Mehr dazu, wie dieser Blog Geld verdient, liest du auf meiner Transparenz-Seite. Danke für deine Unterstützung!

Sternkörbchen – kostenlose Nähanleitung und Freebook

Heute habe ich etwas halbwegs Weihnachtliches für euch – das Sternkörbchen! Ich glaube, man kann es auch gut nähen, wenn gerade nicht Weihnachten ist ;). Ich kann es mir auch sehr gut als Osternest vorstellen oder einfach als kleines Utensilo oder Geschenkkörbchen. Es ist ein kleines Stoffkörbchen, das sich perfekt als Keks- oder Walnussschälchen macht. Mit dieser kostenlosen Nähanleitung kannst Du Dein Sternkörbchen ruckzuck in beliebiger Größe nähen. Ohne Schnittmuster. Oder du nimmst meins, ich hab nämlich eins gezeichnet. Auch Anfänger kommen problemlos mit dem Sternkörbchen zurecht! Ich wünsche dir viel Freude an der Anleitung.

 

Nähen für Faule und weitere Geschenkideen

Weil das Sternkörbchen total einfach zu nähen ist UND auch nur aus einem Stück besteht, gehört es – Du ahnst es schon – in meine kleine Tutorial-Reihe „Nähen für Faule“. In dieser Reihe stelle ich leichte Nähanleitungen vor, die meist „aus einem Stück“ genäht sind. Kennst Du schon die Büchertasche aus einem Stück, das Utensilo aus einem Stück, oder auch das Kissen aus einem Stück? Dadurch sparst Du Zeit beim Zuschneiden und kannst dich schneller über dein neues Nähwerk freuen!

Alle Anleitungen dieser Reihe sind für Anfänger geeignet. Schau auch gern in meinem Shop vorbei – neben meinen ebooks biete ich viele einfache Nähanleitungen als Freebook an! Auch das Sternkörbchen findest du dort – inklusive Schnittmuster. Nun aber zur kostenlosen Nähanleitung für das Sternkörbchen!

 

Nähanleitung Sternkörbchen

Zutaten
2 Baumwollstoffe, ca. 40cm x 40xm
H630 und H250 je ca. 40cm x 40cm

Zuschnitt

Der Grundschnitt für das Sternkörbchen ist ein einfaches Sechseck mit sechs gleich langen Seiten. Du kannst Dir in Deiner Wunschgröße ein eigenes Schnittmuster zeichnen, oder mein Schnittmuster nehmen – das findet sich im Freebook (siehe Ende dieses Beitrags)

Schneide je das Schnittmuster aus den beiden Stoffen und den Vlieselinen zu.

Hinweis: Wenn Du Wachstuch oder einen festeren Stoff verarbeitest, kannst Du auf H250 verzichten – die dient nur zur Verstärkung bei dünnen Baumwollstoffen!

Vorbereitung
Du bügelst nun je eine Vlieseline auf je ein Stoffstück. Anschließend legst Du die Stoffstücke rechts auf rechts aufeinander, die schönen Stoffseiten gucken sich also an!

Nähen
Jetzt steppst Du rundherum das Sechseck ab und lässt eine Wendeöffnung frei! Dann wendest Du das Nähstück und steppst noch einmal rundherum alles ab. Ich nutze dazu auch gern Zierstiche meiner Nähmaschine.

Jetzt hast Du sowas:

Jetzt kommt das einzig „Schwierige“: Die Abnäher! Die zeichnest Du jetzt mit Schneiderkreide oder so einem Markierstift ein! Sechs Stück brauchst Du an allen Ecken. Du kannst die Größe beliebig variieren – dadurch verändert sich auch die Form des späteren Körbchens.

Ich finde diese Methode sinnvoll: Zuerst klappst Du das Sechseck wie auf dem Bild zusammen

und misst dann mit dem Schneiderlineal die Länge Deines Abnähers ab. Dieser sollte direkt unter der darüber liegenden Ecke liegen, wie das folgende Bild zeigt:

Bei der Höhe habe ich mich für  2cm (vom Stoffbruch gemessen) entschieden. Zwischen den beiden Punkten ziehst Du eine Linie, die dann abgesteppt wird:

 

Ich empfehle, erst alle Abnäher einzuzeichnen und dann alle abzusteppen, sonst kann man durcheinander kommen (ist mir jedenfalls so gegangen).

Mit vier Abnähern sieht Dein Körbchen so aus – wie ein Schiffchen:

Noch zwei, et voilà:

Sternkörbchen Freebook The Crafting Café
Sternkörbchen Freebook The Crafting Cafe

Gewendet ist es übrigens ein Blumenkörbchen:

Ganz egal wie Du es hinstellst – ich hoffe, Du hattest Spaß beim Nähen und Dir gefällt diese Nähanleitung? Ich freu mich über Kommentare und Likes!

 

Sternkörbchen Freebook und Support

Ich habe ein einfaches Schnittmuster zum Sternkörbchen gebastelt und alles zu einem kleinen Freebook aufbereitet. Das Freebook ist kostenlos, aber es ist möglich, dass du freiwillig einen Betrag deiner Wahl spendest, vielen Dank!

Wenn du Fragen hast, stell sie gern hier in den Kommentaren oder im Nähforum.

Weitere Geschenkideen zum Selbermachen findest du übrigens hier auf dem Blog  oder auf meiner Pinterest-Wand DIY Geschenkideen. Weitere Nähideen, neue ebooks und Freebooks, Rabatte und Probenähen erfährst du am besten über meinen Newsletter.

Gewerbliche Nutzung

Übrigens darfst Du nach dieser Anleitung genähte Sternkörbchen gern mit dem Hinweis auf diese Anleitung/das Freebook „Das Sternkörbchen von The Crafting Café“ verkaufen.

sternkörbchen utensilo nähen

 

Ich verlinke abschließend noch mit Creadienstag, HoT, Dienstagsdinge und Kostenlose Schnittmuster.

Lieber Gruß,
Sonja

NEU: Das Sternkörbchen als Nähvideo!

Ganz neu, rund vier Jahre nach der Erstveröffentlichtung: Ich habe die Nähanleitung für das Sternkörbchen endlich verfilmt! Du kannst das Video auf meinem YouTube-Kanal ansehen – und ich freue mich, wenn Du mir dort folgst!

Tutorial Mugrug nähen

Heute zeige ich im Rahmen unserer aktuellen Themenwoche „Laubgeflüster“ ein Tutorial für einen MugRug. Was’n das? fragst Du Dich vielleicht. Also ein „Mugrug“ ist ein kleiner Teppich (engl. „rug“) für eine Tasse (engl. „mug“). Gern werden die Mugrugs aus Reststücken gepatcht und gequiltet – Könnerinnen zaubern richtige kleine Kunstwerke! Ich habe mir für unsere Themenwoche ein sehr einfaches Motiv überlegt – immerhin ist das auch mein erster Mugrug, und ich habe ihn auch gleich dazu genutzt meine Nähmaschine etwas mehr zu testen – immerhin verfügt sie über eine illustre Zahl an Zierstichen, die viel zu selten zum Einsatz kommen.

EinenMugrug nähen

Ich mag Patchwork grundsätzlich total gern, ab das kommt in meinem Nähalltag leider viel zu kurz. Entsprechend bin ich – das möchte ich hier vorausschicken – auch nicht 100%ig zufrieden mit meinem Mugrug; für meine Kaffeetasse wird er aber wohl reichen. Und angefixt bin ich nun schon – mit Sicherheit werde ich noch den ein oder anderen Mugrug als Weihnachtsgeschenk nähen.

Zutaten

verschiedene Stoffreste, je ca. DIN A 4 groß (bitte erst Anleitung anschauen!)
Vliesofix

Volumenvlies* oder H640*

 

Schritt für Schritt

Am Anfang habe ich gezeichnet und ein paar Entwürfe auf dem Papier gemacht. Den ein oder anderen will ich noch umsetzen. Für diese Anleitung halte ich es einfach. Das sind die drei Teile, die Du für das Topteil brauchst:

Das Motiv sollte ein Nachthimmel mit Mond und Fledermaus sein. Der gelbe Stoff ist am Ende (auch dank der Stickerei) ein bisschen zu sonnig geworden. Naja, sowas gibt’s.
Der blaue Stoff hat die Größe DIN A 4, den „Sonnenmond“ habe ich freihand zugeschnitten, damit er zur Rundung der Fledermausflügel passt.

Die Fledermaus und den Sonnenmond habe ich mit Vliesofix* hinterbügelt. Die Teile habe ich mir dann einmal zur Probe hingelegt:

Als nächstes habe ich das Papier des Vliesofix abgezogen und den Sonnenmond und die Fledermaus auf den blauen Stoff aufgebügelt.

So sitzt dann schonmal alles an Ort und Stelle. Je nach Motiv kannst Du mit der Methode alles mögliche auf einen Stoff aufbügeln – du könntest z.B. auch ein Kissen auf diese Weise gestalten. Deiner Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt!

Nun habe ich die Fledermaus und den Sonnenmond mit dem so genannten „Raupenstich“, einem sehr engen Zickzackstich, rundum abgesteppt, damit sich die Applikation im Falle des Waschens nicht löst. Das mache ich immer, wenn ich auf diese Weise appliziere – die Applikation wirkt dadurch auch plastischer.

Leider lässt sich hier schon erahnen, dass die Stoffqualität des Sternenstoffes nicht unbedingt für Patchwork und Quilting geeignet ist: Zu dünn!
Daher mein Rat an mich für meinen nächsten Mugrug und vor allem das Patchworkdecken-Baby-Projekt in meinem Kopf: Lieber gleich hochwertigen Stoff nehmen; mit der Stoffqualität hat man einfach am falschen Ende gespart.

Trotzdem – ich wollte ja erstmal die Technik an sich testen und obendrein ein paar Zierstiche meiner Nähmaschine testen. Deshalb habe ich das Teil nicht in die Tonne gekloppt, sondern weitergemacht.

Jetzt kommt das Volumenvlies zum Einsatz, sowie ein ebenfalls DIN A 4-großes Stoffstück als Unterlage. Ich habe einen Rest Cordstoff genommen – ich wollte eigentlich Flanell, den ich gern als Unterseite für Patchworkdecken nehme, aber ich hab wegen meines Nähzimmerumzuges meinen Flanell nicht gefunden. Also Cord und ein Rest 1cm-dickes, nicht aufbügelbares Volumenvlies, das günstig im Preis ist, aber durch die Unbügelbarkeit eher von Nachteil. Naja, der Rest musste weg, und für ein kleines Teil wie den Mugrug fand ich es ok. Für die geplante Babydecke nehme ich die höhere Qualität.

Nun kommt das Quilten, also das Durchnähen durch alle drei Lagen. Ich habe das das letzte Mal vor sehr langer Zeit und mit meiner alten Nähmaschine gemacht, die dafür definitiv nicht gebaut war.
Es hat sich immer was verzogen, und ich bin mit meinen bisherigen Quilt-Arbeiten nie zufrieden gewesen, weil immer irgendwas weggerutscht ist, oder die Stoffmassen nicht rechts durch den Nähmaschinenarm passten. Ich glaube, diese Probleme kennt jede, die sich schon einmal mit dem Thema beschäftigt hat.

Jetzt bin ich schon seit einiger Zeit stolze Besitzerin einer Pfaff expression 3.5, aber ich habe mich bisher an kein Quilt-Projekt getraut – eben aus den schlechten Erfahrungen. Dabei hat die Maschine eine Reihe Quilt- und Zierstiche, die ich schon lange mal testen wollte.

Zunächst habe ich mir ungefähr eingezeichnet, wo und wie ich quilten will (ich habe mit dem Sonnenmond begonnen). Ich wollte einen Kreis für meine Tasse und dann Kreisel drumherum. Die sollten bewusst nicht ganz symmetrisch sein – irgendwie bin ich selbst auch nicht so der symmetrische Typ.

Dann habe ich vorsichtig die ersten Quiltstiche getestet. Und ich muss sagen, dass ich ganz begeistert war, da ich die ganzen Probleme mit dem Rutschen und Verziehen dieses Mal nicht hatte!
Ja, es ist alles nicht so ganz gerade geworden, weiß ich. Aber ich weiß auch, dass mir vor allen Dingen Übung fehlt, die ich nachzuholen gedenke.

Ich habe dann einfach mal nach hübschen Zierstichen geguckt, die ich schon immer mal ausprobieren wollte, und habe einfach drauflos genäht (und es hat Spaß gemacht!).

… und so wurde aus dem Mond eine Sonne! Die Nähmaschine wollte das einfach so haben. Die hatte so Spaß an den Wellen… da konnte ich kaum Einspruch erheben. Als nächstes erfolgte noch das Quilting des blauen Stoffes, der nun wirklich nicht für Quilts gedacht ist und von mir zu diesem Zweck auch nie wieder verwendet wird!

Der Nähmaschine kann ich allerdings keinen Vorwurf machen – im Gegenteil! Ich freue mich schon auf das nächste Projekt, bei dem ich definitiv mehr Sorge in die Qualität der Materialien stecke und auch vorzeichnen werde.

Vor der Einfassung – noch so ein Trauma – habe ich erstmal die Kanten begradigt. Dann habe ich einen langen Stoffstreifen wie Schrägband gebügelt und mich an die Einfassung gewagt. Ich sagte es schon: auch das ist so ein Trauma von mir. Das einzige Mal, das ich das richtig schön hinbekommen habe, war mit viel Gefluche in einem Patchwork-Kurs.

Und ja, es stimmt auch, dass man das am besten von Hand macht. Nur welche nähende Mama hat dafür Zeit? Ich will ja auch irgendwann fertig werden.

Die Einfassung, die zum Schluss folgt, habe ich nach der Methode genäht, die in diesem Video gezeigt wird. Mit Bildern ist es sehr schwer zu zeigen, daher sehe ich in diesem Beitrag davon ab. Ich habe die Technik mal in einem Kurs gelernt, und einen solchen empfehle ich auch jedem, der sich näher mit Patchwork und Quilting beschäftigen möchte.

So, fertig ist mein erster – aber nicht letzter! – Mugrug:

 

Mein Fazit zu diesem Projekt: Es hat total Spaß gemacht, und ich freue mich auf mein Babydecken-Projekt, aber der Fehlerteufel steckt im Detail, und es ist enorm wichtig sich im Zweifel für die bessere Material-Qualität zu entscheiden. Und: Geduld! Ich bin ja jemand, der immer eine ganze Menge Projekte und Aufträge zu nähen hat, und der gleichzeitig immer das Babyphon im Blick hat. So richtig die Ruhe ist einfach nie da, aber Patchwork und Quilting brauchen viel Zeit und Sorgfalt. Die bekommt das Babydeckenprojekt auf jeden Fall.

Themenwoche Laubgeflüster

Damit verabschiede ich mich aus der Themenwoche „Laubgeflüster“ und verweise noch ganz schnell zu meinen lieben Nähblogger-Kolleginnen, die sich heute alle mit dem Thema „Halloween“ auseinandergesetzt haben. Außerdem verweise ich auf mein Gewinnspiel von Montag! Noch bis heute Abend kannst Du ein Backbuch gewinnen!

 

 

Lieber Gruß,
Sonja

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Anleitung Utensilo nähen kostenlos

Einfache Nähanleitung: Utensilo nähen aus einem Stück!

Ich gebs zu: Ich bin faul. Ich mag die Dinge gern einfach. Und ich will beim Nähen auch mal fertig werden. Das waren alles Gründe um diese Anleitung für das „Utensilo aus einem Stück“ zu erfinden. Ich habe auch nicht soviel Zeit, während das Babyfon mal ruhig ist – ich will also einfach loslegen und schnell ein schönes Ergebnis haben. Geht dir ähnlich? Dann ist diese Anleitung zum Utensilo nähen perfekt für dich: Näh dir super einfach einen Stoffkorb – diese Nähanleitung ist übrigens perfekt auch zum nähen lernen und zum Nähen für Anfänger geeignet!

Utensilo nähen Anleitung

Dieses Tutorial ist für alle, die gern beim Zuschneiden Zeit sparen wollen. Es ist wirklich egal ob Shopper, Utensilo oder Snackbeutel – alle diese Taschenkörper lassen sich mit dieser Technik nähen. Auch meine Büchertasche aus einem Stück ist z.B. nach dieser Technik entstanden.

Mit etwas Erfahrung kannst du die hier gezeigte Technik ganz easy auf andere Taschengrößen adaptieren. Ich zeige Dir Schritt für Schritt, wie ich ein Utensilo nach der Technik „Nähen für Faule“ nähe.

Mein Utensilo hat fertig ca. die Maße (bxhxt) 12cm x 25cm x 20cm. Diese kann man natürlich selbst individuell anpassen – das Utensilo kannst du in JEDER gewünschten Größe nähen.

Dazu musst du dir einfach vorher überlegen, wie breit und tief es werden soll. Diese Maße (nennen wir sie a + b musst du dann doppelt nehmen, also 2 x (a+b). Das ergibt die Breite des Stoffes. Dazu kommt natürlich noch die Nahtzugabe, die wird 2x draufgerechnet. Die Höhe (c) legst du dann auch noch fest. Wenn du das Utensilo umschlagen willst, mach es etwas höher.

utensilo nähen kostenlose anleitung

Zutaten

Du brauchst:

  • 2 Baumwollstoffe, je 30cm x 65cm, z.B. aus einem Patchwork-Set von Stoffe-Hemmers* oder von buttinette*
    Tipp: Du kannst auch ein Upcycling z.B. aus alter Jeans machen, oder Wachstuch als Innenstoff nehmen, oder was auch immer.
  • H630* 30cm x 65cm
  • Vlieseline (bei sehr dünnen Stoffen zur Stabilisierung): 30cm x 65cm

Optional:
Webband, Applikationen, Glitzer, Dein Label…

Hilfreich sind außerdem ein
Rollschneider*
Schneidematte*
Patchwork-Lineal*

Diese Dinge zählen zu meiner Näh-Grundausstattung, ich habe meine täglich im Einsatz. Ich weiß, die Sachen sind erstmal teuer. Alle diese Sachen bekommst du sicherlich auch in einer Nummer kleiner oder günstiger. Aber bedenke: Kauf dir gleich was Gescheites, was nicht sofort kaputt geht! Meine Billig-Schneidematte dient jetzt als Nähmaschinenunterlage, und der Billig-Rollschneider zerfiel in seine Einzelteile. Das war mindestens so ärgerlich als wenn einem der Unterfaden fünf Stiche vorm Ende der letzten Naht ausgeht.

Mehr Tipps zur Näh-Grundausstattung habe ich übrigens hier gesammelt.

Nun beginnen wir aber mit dem Utensilo aus einem Stück nähen!

Zuschnitt

Schneide zuerst deine zwei Baumwollstoffe zu – ich habe hier beide in 30×65 zugeschnitten.

Utensilo aus einem Stück nähen - nähen für Faule

Vorbereitung

Schneide Deine zwei Stoffstücke und je ein Stück H630 und Vlieseline zu und bügle H630 und die Vlieseline auf die linken Stoffseiten auf: H630 auf den Innenstoff, Vlieseline auf den Außenstoff.

Hinweis: Wenn Du innen Wachstuch verwendest, bügelst Du da nichts hinter. In dem Fall würde ich auf den Außenstoff H630 bügeln.Wenn Du Applikationen, Webbänder etc. verwenden willst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt die anzubringen. Damit Du sie dahin platzierst, wo sie hinsollen, lies am besten einmal die Anleitung komplett durch oder näh ein Probestück. Das gilt auch für etwaige Innentaschen oder Taschengurte, wenn Du nach dieser Anleitung einen Shopper nähst.

Utensilo aus einem Stück nähen - nähen für Faule

Utensilo nähen

Lege Deinen Stoff quer und schlage ihn einmal in der Mitte rechts auf rechts aufeinander, sodass die kurzen Seiten (=30cm) aufeinander liegen. Näh die Kante zusammen. Hinweis: Wenn Du den Innenstoff zusammennähst, lass eine Wendeöffnung am besten mittig frei.

Du hast jetzt einen Schlauch. Leg Dir die Naht mittig gegenüber der anderen Seite.

Steppe die untere Kante ab.  Jetzt hast du schon eine einfache Tasche. Beul sie Dir ein bisschen zurecht, so wie auf dem Bild.

Erfahrene Näherinnen ahnen jetzt schon, wohin die Reise geht. Wie ich eingangs bei der Maßanpassung schon sagte, legt man die Tiefe der Tasche erst im Nähprozess fest. Und zwar jetzt.
Wer schon Taschen genäht hat, weiß, dass man jetzt die „Dreiecke“ rausschneidet. Auf dem oberen Bild deutet sich das schon an. Miss erstmal aus, wie tief
Dein Utensilo/Deine Tasche werden soll:

Und dann ist es wichtig genau im 45°-Winkel das Dreieck abzusteppen! (Auf dem Bild oben halte ich das Lineal leicht schief, also davon nicht verunsichern lassen!). Ich habe mir zur
Orientierung eine Linie eingezeichnet, wo ich nähen muss.

Verfahre so mit beiden Seiten!

Achte darauf, auf beiden Seiten exakt zu nähen, es sei denn, Du wünschst Dir einen asymmetrischen Boden. Ich habe das noch nicht ausprobiert, aber das müsste grundsätzlich gehen. Wer das ausprobiert, schick mir bitte Links, da bin ich neugierig.

Nach dem Absteppen der Dreiecke werden diese abgeschnitten. Du kannst ei auch dranlassen und so Müll vermeiden :).

Der Blick hinein sieht so aus:

Jetzt nähst Du noch fix aus dem Futterstoff nochmal genauso, dabei die Wendeöffnung nicht vergessen! (Ich sag’s lieber einmal zu oft – ich hab sie nämlich auch vergessen…)

Jetzt kommt der Teil, den erfahrene Näherinnen schon kennen. Der Vollständigkeit halber erkläre ich weiter. Wenn Du beide Taschen fertig hast, steckst Du sie so ineinander:

Utensilo aus einem Stück nähen - nähen für Faule

Die Stoffe zeigen rechts auf rechts aufeinander; der Innenstoff ist außen. Im Innenstoff hast Du ja eine Wendeöffnung gelassen, das ist wichtig. Die obere Kante, die wir hier offen sehen, wird nun füßchenbreit zusammengenäht.

Anschließend wendest Du das Utensilo durch die Wendeöffnung und schließt die Wendeöffnung. Das kannst Du per Hand mit einem Matratzenstich machen oder wie ich ganz knappkantig mit der Nähma drüber.

Zum Schluss wird die geschlossene Kante oben auch noch einmal schön füßchenbreit abgesteppt. Hier kann man auch einen hübschen Zierstich einsetzen.

utensilo aus einem stück nähen

Alternativer Abschluss

Statt mit Wendeöffnung zu arbeiten, kannst du auch beide Teile des Utensilos links auf links ineinander stecken und die obere Kante mit Schrägband verschließen. Bei dieser Variante ist es wichtig sehr genau zu arbeiten. Das Schöne daran: Du vermeidest die Wendeöffnung und hast zu allen Seiten saubere Nähte!

Und das war es schon! Fertig ist Dein Utensilo!

Nähanleitung Utensilo nähen

Varianten

Zahlreiche Variationsmöglichkeiten sind hier noch drin! Ich bin schon gespannt, was Du so daraus machst! Frag mich ruhig, wenn Du irgendwo nicht weiterkommst :).

Ansonsten wünsche ich Dir jetzt erstmal viel Spaß beim Nähen und freue mich, wenn Du Dein Ergebnis hier verlinkst. Diese Anleitung wird verlinkt mit Kostenlose Schnittmuster, greenfietsens Taschen-Sew-Along, zu dem ich noch was anderes beitragen wollte, Handmade on Tuesday und Dienstagsdinge.

utensilo aus einem stück

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Viele Grüße,

Sonja

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