Schlagwort: Baby

ras freebook babyhose nähen

RAS – welteinfachste Babyhose nähen

Eigentlich stecke ich ja immer noch in meiner Blogpause, aber nachdem ich die totschicke RAS-Babyhose von Eva Kartoffeltiger vor Kurzem bewundern durfte, wurde ich auf den aktuellen Nähwettbewerb von Nähfrosch aufmerksam. Und da mein Jüngster mal wieder eine Hose brauchte, habe ich kurzerhand entschieden auch mitzumachen. Die RAS ist eine sehr einfache und schnell genähte Babyhose, das hab ich mal eben dazwischen gequetscht.

RAS – einfacher Babyhosenschnitt

Letztes Wochenende habe ich übrigens meinen allerallerersten Nähkurs gegeben: Nähen fürs Baby. Das lief hier über die VHS Paderborn. Es hat uns allen superviel Spaß gemacht – ich werde zukünftig sicher mehr solcher Kurse geben. Ich zweifele ja auch manchmal an meiner Kompetenz, doch da sein, zu beraten, Fragen zu beantworten – ich habe mich gefühlt wie ein Fisch im Wasser.

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Worauf ich hinauswill: Bei unserem Vortreffen haben wir die geplanten Projekte durchgesprochen, und da habe ich neben den Schnittmustern von Schnabelina, mit denen ich angefangen bin, auch die kostelose RAS von Nähfrosch empfohlen. Ich selbst habe sie schon einige Male genäht – oft schaffen es meine Werke aber gar nicht bis auf den Blog. Hier habe ich schonmal eine gezeigt.

Die RAS ist ein einfacher Schnitt, aber nicht nur für Anfänger! In dem Artikel von Eva Kartoffeltiger zeigt sie, wie man die Hose noch pimpen kann – z.B. mit Taschen oder Fake-Knopfleiste.

Meine RAS für den Nähwettbewerb: Dinos mit Stern

Aktuell läuft ein Nähwettbewerb mit tollen Gewinnen bei Nähfrosch, und ich steige jetzt auch einfach mal mit in den Ring. Ich bin gar nicht so der Nähwettbewerbstyp, aber die RAS passte uns jetzt ganz gut.

Genäht habe ich eine RAS in Größe 92. Sie ist ganz schlicht, ich habe nur einen Stern aus Ringelstoff appliziert und abgesteppt, so als kleinen Hingucker. Ich stehe irgendwie auf Sterne, ich appliziere die überall drauf *lach*. Mein Sohn war total begeistert. Er wird ja in zwei Wochen zwei Jahre alt, und er sagte ganz begeistert „Dinos, Dinos.“

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Noch mehr Babysachen zum Selbernähen findest du übrigens hier auf dem Blog oder auf Pinterest.

Nähwettbewerb

Viel mehr hab ich über meine RAS gar nicht zu erzählen, aber ich würde mich sehr freuen, wenn du mir ab dem 04.02 bis 11.02.2019 deine Stimme für diesen Wettbewerb gibst – DANKE! 🙂

Ich geb nun noch ab zu Kiddikram, Made4Boys, Für Söhne und Kerle.

ras freebook babyhose nähen



Freebook RAS Babyhose

Freebook RAS von Nähfrosch

~ enthält Werbelinks (mit * gekennzeichnet), mehr Info unten ~

Die Zeit rast mal wieder – geht euch das auch so? Plötzlich habe ich hier soooo viele Dinge, die noch fertig werden wollen. Mit Geschenken liege ich ganz gut – für die Kinder haben wir jetzt alles (bestellt), und auch so muss ich nur noch ein paar Sachen nähen – hauptsächlich Pullis! Die zeige ich euch dann im neuen Jahr, über die Feiertage mache ich hier nämlich zu ;). Heute zeige ich euch auch nur ganz fix mal zwischendurch meines Jüngsten neueste Hose – genäht nach dem Freebook RAS von Nähfrosch. Außerdem stelle ich euch eins meiner Standard-Shirts vor, das ich vor einiger Zeit gekauft habe und für die beiden Kleinen sehr sehr gern nähe.

Babyhose und Shirt – Kombination

Die Babyhose und das Shirt sind beides einfache Grundmodelle, die ich als nähende Mama andauernd brauche. Meist schaffen die es auch gar nicht auf den Blog, weil die so schnell angezogen und zum ersten Mal vollgekleckert sind. Oder weil ich es einfach nicht schaffe Text, Bilder usw. zu schreiben. Auch dieses Mal bin ich mit den Bildern gar nicht so glücklich – ich warte derzeit auf mein Weihnachtsgeschenk an mich: meine neue Hintergrundleinwand!!! – aber ich dachte mir: egal! Muss auch mal so gehen. Das Set ist nämlich total niedlich (genauso wie der junge Mann von 10 Monaten, der es trägt).

Das Shirt hat einen Schlupfkragen, auch bekannt als „amerikanischer Ausschnitt“. Diesen Ausschnitt-Typ liebe ich für Kinderkleidung, deshalb ist auch der Regenbogenbody von Schnabelina mein Standard-Schnitt für Babybodies. Hier habe ich das Schlupfshirt von selbermacher123* genäht. Die Anschaffung des ebooks hat sich bisher sehr gelohnt – ich nähe das Shirt auch gern als Geburtsgeschenk. Ich habe übrigens auch noch kein vergleichbares Freebook gefunden (und ich bin sehr viel im Netz unterwegs und ich habe auch danach gesucht! Gibt es meines Wissens nicht!) Die Größen sind von 56 bis 104, da hat man auch was von! Den Stoff kennt ihr noch von dem Stern-T-Shirt-Freebook, das ich im Sommer vorgestellt habe.

Schlupfshirt nähen

Nun aber zu der Hose! Mit nur drei Nähten + Bündchen was sie ein 15-Minuten-Projekt. 20 Minuten mit Zuschnitt (ja, ich hatte es eilig). Auch den Stoff kennt ihr noch von dem Freebook Strampler aus dem Frühjahr. Inzwischen ist der Kleine doch ein bisschen gewachsen ;).

Das Freebook RAS ist ein Klassiker unter den Baby-Freebooks. Ich habe die Babyhose in Gr. 80 genäht. Und wie gesagt. Schnell genäht und schnell verbloggt! Ihr bekommt den Schnitt bei Nähfrosch.

Freebook RAS Shirt Baby-Set nähen RAS Freebook Babyhose nähen

Damit gebe ich für heute direkt ab an Creadienstag, HoT, DienstagsDinge, Kiddikram, Made4Boys, RAS-Linkparty und Für Söhne und Kerle -uff!

Lieber Gruß,

Sonja

Bilderbuch Baby

{Anzeige / Rezension} Unkaputtbares Buggy Bilderbuch für Baby: Jahreszeiten

Eine Rezension für ein textfreies Buch Büchlein? Hmmmm. Ok, es ist nicht ganz textfrei. Es stehen auf dem Einbändchen ein paar Sachen drauf. Der Titel natürlich: Jahreszeiten. Und: Unkaputtbar! Unkaputtbar? Alles klar, das testen wir! Eigentlich müsste ich es unserer Master of Desaster Marla alias K3 in die Hand drücken. Die macht ohne Witz Kleinpapier aus jedem Buch – keins unserer Kinder war je so zerstörungswütig wie Madame. Aber mit 2 1/2 ist sie ja schon zu alt für dieses unkaputtbare Baby-Bilderbuch. Also darf der Kurze ran. Worüber ich hier eigentlich schreibe? Na, wir haben von Carlsen nicht nur die Schule der magischen Tiere zum Testlesen bekommen, sondern auch dieses Bilderbuch für Baby: Jahreszeiten von Igor Dolinger.

 

Ein Bilderbuch für Baby

Wie wichtig das Vorlesen und das gemeinsame Angucken von Bilderbüchern schon im ganz jungen Alter ist, muss man mir gar nicht sagen – ihr wisst spätestens seit diesem Beitrag, wie bibliophil ich bin. Aber es gibt Kinder – das habe ich schon von Erzieherinnen aus dem Kindergarten gehört – die wischen über Bücher! Wie über ein Smartphone!! Ich brauchte ja einen Moment um das zu kapieren. Da kann ich ja nur den Kopf schütteln, obwohl ich – mea culpa – das Smartphone auch viel zuviel in der Hand habe. Aber das ist ein anderes Thema!

Bilderbuch Baby

Vincent ist jetzt mit seinen gut 8 Monaten genau in dem richtigen Alter, dass man mit ihm „Buch angucken“ anfangen kann, und er bringt auch echte Begeisterung mit, wenn ich mit ihm zusammen Bücher anschaue. Aber natürlich „erlebt“ er in dem Alter Bücher noch ganz anders, sprich: er verschlingt Bücher. Im Wortsinn!

Bilderbuch Baby

Daher ist es natürlich schon sehr sinnvoll, dass sich Verlage auch auf die ganz kleinsten „Leser“ einstellen, indem sie sich was einfallen lassen. Ich kann auch gar nicht mehr sagen, wieviele Papp-Bilderbücher schon ihre Entdecker-Klappen an Babyspucke verloren haben oder einfach mutwillig zerstört wurden. Das ist schon sehr schade, denn wir geben tatsächlich sehr viel Geld für Kinderbücher und Bilderbücher aus, und die sollten ja möglichst auch länger halten.

Bilderbuch Baby

Bei dem „Jahreszeiten“-Buch aus der bekannten Pixi-Reihe von Carlsen geht es mir als Mama daher weniger um den Inhalt, der natürlich sehr schön gestaltet ist, als um Schadstofffreiheit und besagte „Unkaputtbarkeit“. Ich habe es also einfach meinem Jüngsten in die Hand gegeben und ihn einfach mal machen lassen.

Bilderbuch Baby

Tatsächlich hat das Buggybuch, das man mit der Gummihalterung am Kinderwagen befestigen kann, sein Versprechen gehalten! Das Material ist sehr robust. Es reißt nicht, und es löst sich auch unter viel Baby-Sabber nicht auf. Das Büchlein, bzw. die Reihe, kann ich also sehr als erste Lektüre für Kleinkinder empfehlen! Nur das Gummiband… nun ja. Ich kenne mich ja ein bisschen mit den CE-Vorschriften für die Herstellung von Spielzeug aus. Das darf natürlich nicht zu fest und zu lang sein. Dementsprechend würde ich das als Sollbruchstelle bezeichnen. Hält nicht ewig. Jedenfalls nicht bei uns! Der Rest aber schon! 🙂

Bilderbuch Baby

Auf der Verlagsseite von Carlsen habe ich eine Seite mit Informationen zum Thema Vorlesen gefunden: Hier entlang. Das Buch gibts für 4,99€ z.B. bei buecher.de*.

Bilderbuch fürs Baby: ein unkaputtbares Buggybuch

 

Lieber Gruß,

Sonja

Das Buggybuch „Jahreszeiten“ von Igor Dolinger wurde mir kostenfrei vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

*affiliate Link: Bei dem Link mit * handelt es sich um einen affiliate link / Werbelink. Das bedeutet, dass ich eine Provision erhalte, wenn Du etwas über diesen Link bei meinem Werbepartner einkaufst. Es entstehen Dir keinerlei Mehrkosten. Du unterstützt auf diese Weise meine Arbeit, vielen Dank!

Bauchzwergen-Landung

Einige haben es über instagram schon mitbekommen: Der kleine Bauchzwerg ist gelandet! Er kam direkt am Valentinstag am 14.02.2017 bei einer vollkommen unkomplizierten Geburt im Geburtshaus Paderborn zur Welt und macht seitdem unser Leben noch ein kleines Stück perfekter!

Er heißt Vincent, bringt 3kg auf die Waage und wird sicher sehr bald noch mehr von sich sehen und erzählen lassen. Bisher ist er ein sehr verschlafener Zeitgenosse, und wir genießen vorerst die Ruhe.

Lieber Gruß,
Sonja

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Blogparade „Bye Bye Kinderwunsch – Familienplanung abgeschlossen?“

Katja von Mamatized hatte eine wunderbare Idee zu einer Blogparade, bei der man noch bis zum 30.09.2016 mitmachen kann. Ich bin zufällig darüber gestolpert und fühlte mich direkt angesprochen: „Bye Bye Kinderwunsch – Familienplanung abgeschlossen?“ Wie Du weißt, wenn Du in letzter Zeit häufiger hier warst, bin ich mit unserem vierten Kind schwanger – 19. SSW, um genau zu sein. Mit keinem unserer Kinder habe ich mich innerlich so schwer getan wie mit diesem. Warum, wieso, weshalb und warum und wann sich der Schalter irgendwann umgelegt hat – darüber schreibe ich heute.

Der Kinderwunsch

Irgendwie bin ich im Kreis meiner besten Freundinnen die Einzige, die Kinder hat. Und die schon immer Kinder haben wollte. Als ich irgendwann Stefan kennenlernte und in ihm jemand gefunden habe, der auf jeden Fall auch Kinder haben wollte, war sogar die Zielvereinbarung recht schnell klar: VIER.

Beim Schreiben wandere ich nun durch die vergangenen sechs Jahre, und dabei stelle ich fest, wie eng das Thema mit unserem Leben verbunden ist. Bitte verzeih die ein oder andere Länge – wie so häufig liegt manche Antwort im Detail, und viele Entscheidungen haben wir situativ getroffen.

Nummer 1

Wir haben nicht viel Zeit verloren. Wir wollten beide und haben uns direkt ins Abenteuer gestürzt, allen Warnungen zum Trotz, dass unsere Partnerschaft noch jung war. Vielleicht verrückt, vielleicht naiv. Vielleicht ist das der Schlüssel zum Glück?
Ich habe auch Ehen und Partnerschaften auseinandergehen sehen, die schon Jahre hielten und „erprobt“ waren (und keine Kinder hatten).
Dabei kann man sich also fragen, ob man das Zusammensein an sich schon mit „erprobt“ bezeichnen darf – und wenn ja, wieviele Jahre sollten es denn sein? – , oder ob „erprobt“ eher was mit gemeinsam gemeisterten Hürden zu tun hat – damit, dass man auch in einer Krise zusammenhält?

Für uns war es von Anfang an klar, und obwohl es erst gar nicht so einfach war (vielleicht weil wir es zu sehr wollten?), hat es dann doch bald geklappt, und Finja kam zur Welt – und stellte unsere auf den Kopf.

Was auch immer ich vorher für Vorstellungen hatte, Finja hat meine Welt definitiv neu geordnet. Einen kleinen Einblick in unsere Welt mit Kind habe ich vor einiger Zeit hier beschrieben.

Nummer 2

Nachdem wir die ersten turbulenten Monate mit Finja bestritten haben, war uns klar, dass wir nicht zu lange auf Nr. 2 warten wollten. Vielleicht waren wir so sehr im Babyrausch, ich weiß es nicht. Als Finja 8 Monate alt war, war ich wieder schwanger. Jesper kam 16 Monate nach Finja zur Welt. Dieses Mal (und jedes Mal danach) war das Schwangerwerden keine Hürde mehr. Vielleicht sollte es einfach so sein?

 

Mit zwei Kindern ändert sich das Familienidyll nochmal vollständig. Mit zwei so kleinen Kindern reißt es einen in den Abgrund, vor allem wenn man wie ich die ganze Woche über allein ist, weil der Mann irgendwo auf Dienstreise ist.

Ich weiß nicht, wie ich dieses erste Jahr in Jespers Leben überstanden habe. Es als anstrengend zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Diese beiden Zwerge haben mich nicht selten an den Rand des Wahnsinns gebracht und auch uns als Partner, als Eltern, einiges abverlangt. Wir haben dank dieser Zeit viel über uns gelernt, kann ich heute sagen. Wir haben es irgendwie geschafft nicht uns gegenseitig verantwortlich zu machen und mit gegenseitigen Vorwürfen zu überhäufen, sondern in erster Linie die Situation als solche als Stressfaktor zu entlarven.

Stefans erster Monat Elternzeit war eine Katastrophe. Er hatte bei seinem damaligen Arbeitgeber viel Stress auf der Arbeit – vor der Elternzeit war er ganz früh montags zur Arbeit gefahren und kam erst spät Freitag Abend zurück. Als die Elternzeit (ein popeliger Monat! Was ist das schon?) kam, gab es prompt ein Riesenproblem, und er saß jeden Tag mit dem Laptop und dem Handy in der Küche und hat gearbeitet. Ich weiß gar nicht, wie ich damals dafür noch Verständnis aufbringen konnte.

In dieser Zeit begann ich übrigens immer stärker mit dem Nähen. Habe Kurse besucht und die alte Leidenschaft immer mehr gepflegt.

Die zweite Elternzeit am Ende von Jespers erstem Lebensjahr haben wir eine lange Reise unternommen: Sechs Wochen mit unserem VW Bus durch Frankreich, Spanien und Portugal, zwei Wochen Surfcamp, und zurück. Mit den Kindern. Ich war zwar urlaubsreif, als wir losgefahren sind, aber so ein klassisch-romantischer VW-easy-going-Surf-Trip war das nun auch nicht.

Es hat ne Weile gedauert, bis wir richtig „in Urlaub“ waren und den bisher schönsten Urlaub unseres Lebens verbrachten.

Und weil das so schön war, zeige ich von diesem Trip ein paar mehr Bilder:

 

Nach dem Urlaub ist Stefan nicht mehr zu seinem Arbeitgeber zurück. Das stand vorher schon fest. Er fing bei seinem jetzigen an, der für uns eine 100%ige Kehrtwende in punkto „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ darstellte.

Vieles wurde Stück für Stück besser. Finja kam in den Kindergarten. Für Jesper haben wir einen Krippenplatz bekommen. Ende des Jahres bekam ich einen Job.

Nummer 3

Mein Plan war ganz klar: Arbeiten gehen, und nach ca. einem Jahr werde ich wieder schwanger und habe dann einen Arbeitsplatz, zu dem ich zurückkehren kann.

Tja. John Lennon hat es in dem berühmten Zitat schon ganz richtig getroffen:

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

Ich versuche mich kurz zu fassen: Ich bin in Vollzeit eingestiegen, und das war eine Katastrophe, das würde ich niemand empfehlen und selbst auch nie wieder machen. Netterweise durfte ich nach drei Monaten (in denen ich schon eine schwere Bronchitis kaum wieder los wurde) auf 32 Stunden pro Woche reduzieren.

Diese Zeit war trotzdem so knapp mit den Kindergartenzeiten kalkuliert, dass ich morgens die Kinder mit ganz viel Druck und Krach wegbringen und noch so eben pünktlich abholen konnte. Da Stefan eh das stärkere Gehalt hatte und einen längeren Weg nach Hamburg rein, hat er dann gleich Überstunden gemacht, damit wir uns das Atmen im Speckgürtel Hamburgs überhaupt leisten konnten.

Am Ende einer Woche waren wir alle vier fertig – die Kinder, weil sie den ganzen Tag von 8h bis 17h im Kindergarten waren, Stefan und ich vom Arbeiten und der ganzen Organisiererei drumherum. Und die Sorgen – denn obwohl wir beide arbeiteten, blieb nichts übrig. Wir machten jeden Monat ein bisschen Minus, dabei leisteten wir uns nichts.

In meinem Job wurde die Situation schlimmer. Es war eigentlich nur dann erträglich, wenn die zahlreichen Chefs nicht im Hause waren. Alle Kolleginnen, die schon länger da waren, litten unter der Druck- und Drohatmosphäre, aber sie alle waren irgendwie abhängig von ihren Jobs und haben die Ausfälle unserer Geschäftsführung und die schlechte Bezahlung irgendwie erduldet.

Mein Plan schwanger zu werden festigte sich. Ich wollte sowieso noch mindestens ein Kind, warum also warten? Geld. Ja. Wir hatten gedacht, dass wir die Kinder dann nicht mehr ganztags abgeben müssen, und das würde Geld sparen. Außerdem liebäugelte ich mit der Idee Tagesmutter zu werden.

So richtig einen Plan hatten wir zu dem Zeitpunkt nicht, aber ich verspürte so sehr diesen Wunsch, diese Sehnsucht, nach einem weiteren Kind! Wie kann ich das beschreiben? Wir waren ja auch irgendwie schon glücklich mit unseren beiden Großen, aber mir fehlte einfach noch was. Ich sah Schwangere und wollte einen Bauch. Ich sah Babies und wollte eins. So einfach.

Es hat fast sofort geklappt. Ich wusste es sofort, als es geklappt hatte. Anstandshalber hatte ich inzwischen meine Probezeit überstanden. Und mein Chef hat es echt cool aufgenommen. Ob er mir das mit dem Unfall wirklich abgekauft hat, weiß ich nicht. Eine meiner Kolleginnen kannte mich ein bisschen und fragte, ob das geplant war. Und eine andere sagte zu mir: „Das ist so toll, Sonja. Nutz die Chance und komm bloß nie wieder!“

Jo. Hab ich gemacht. Bis Ende des Jahres wurde es insgesamt so stressig für mich, weil Stefan dann auch noch auf einem längeren Einsatz war, dass ich – inzwischen sehr schwanger und wieder allein mit den Kindern – sogar vorzeitige Wehen bekam. Meine Ärztin hat mich aus dem Verkehr gezogen, und ich habe meinem Job keine Träne nachgeweint.

 

Der Zufall (wenn es ihn gibt) wollte es, dass meine Mutter ein fast leer stehendes Haus hier in meiner Heimatstadt Paderborn hatte. Sie war zu ihrem Lebensgefährten gezogen, und nur meine Schwester wohnte in der oberen Wohnung. Nachdem wir hörten, dass man in Paderborn deutlich weniger für den Kindergarten zahlt, UND dass auch immer nur ein Kind bezahlt, statt wie bisher jedes Kind über 300€ im Monat (!), reifte in uns der Entschluss nach Paderborn zu ziehen. Mehr darüber, wieviel Geld (und Nerven!) wir tatsächlich mit dieser Entscheidung gespart haben, habe ich hier geschrieben.

Stefan reduzierte seine Arbeitszeit auf 36 Stunden pro Woche und verteilte diese auf Montag bis Donnerstag. Unter der Woche bleibt er in Hamburg, wo er bei seiner Mutter wohnen kann.

Und ich bin mit den Kindern hier und hab meine Mutter und meine Schwester direkt hier, wenn mal was ist. Und dann kam Marla dazu, knapp drei Jahre nach Jesper.

 

Unser Leben heute

Unser Leben hat sich hier in Paderborn seitdem sehr „gesettled“. Wir haben festgestellt, was für einen tollen Kindergarten wir hier haben, und was für eine Katastrophe der letzte war. Wir haben Ende des Monats Geld übrig und können uns ab und zu mal wieder ne Pizza bestellen (auch, weil die hier detulich weniger kostet). Wir sind alle irgendwie entspannter.

Die Kinder haben Vollzeit-Plätze, aber oft hole ich sie ab drei Uhr ab und wir haben noch den ganzen Nachmittag zum Spielen. Meine Mutter bringt ab und zu morgens die Kinder weg; meine Schwester nimmt Finja auch mal mit, wenn sie als Vorschulkind ganz früh da sein muss (sonst schaffen wir es selten vor 9h). Mittags gehe ich immer mit dem Hund meiner Schwester und Marla spazieren, was meine Instagram-Freunde schon wissen. Ich genieße es, dass ich keinen Chef und keine Kolleginnen mehr habe, die alle irgendwelchen Depressionen oder Neurosen pflegen.

Anfang des Jahres habe ich mein kleines Unter-näh-men gegründet, samt dieses Blogs (ja, ich achte den Genitiv, wenn ich ihn finde). Seitdem tobe ich mich kreativ aus, verkaufe hauptsächlich durch Dawanda, individuelle Nähaufträge (und hoffentlich auf dem Weihnachtsmarkt) und möchte meine Ebook- und Schnittmuster-Erstellerei gern weiter ausbauen – alles im Rahmen meiner Zeit. Das alles läuft bisher echt ganz gut – ich fahre vielleicht nicht die Wahnsinnsumsätze, aber ich weiß sehr zu schätzen, was selbstbestimmtes, freies und kreatives Leben und Arbeiten wert ist. Und ich bekomme soviel positives Feedback, dass ich gar nicht anders kann als weiterzumachen.

Das Haus haben wir meiner Mutter mittlerweile abgekauft, nachdem wir lange nach einer bezahlbaren Immobilie hier in der Gegend gesucht haben.

Zum ersten Mal war es nun so, dass ich eigentlich „zufrieden“ war. Anfang des Jahres hatte ich einmal den Verdacht schwanger zu sein. Ich kann es bis heute nicht beweisen, aber ich kann das glaub ich schon ziemlich gut beurteilen, obwohl Stefan mir das nicht glaubt. (Er hat mir auch sonst keine Schwangerschaft geglaubt, aber dies nur am Rande.) Damals war ich mit den Nerven runter – damals hab ich definitiv kein weiteres Kind gewollt. Ich stand kurz vor meiner Unter-näh-mensgründung und hatte nun wirklich anderes im Sinn.

Meine Tage kamen dann mit etwas Verspätung, und sehr heftig. Ich glaube, dass es ein Abgang war. Beweisen kann ich das nicht. Ich war jedenfalls erleichtert.

Noch ein Kind?

Aber die Gedanken wanderten dann immer wieder zu der Frage, ob wir noch ein viertes Kind wollten. Stefan wollte, das war ganz klar. Ich stand sehr lange im Ungewissen. Marla war nun fast ein Jahr. Ich habe mit ihr die schönste der drei Geburten erlebt (darüber werde ich nochmal separat schreiben), und irgendwie verspürte ich nicht mehr diese Sehnsucht nach einem Baby, dieses Verlangen nach einem weiteren Kind. Ich hab zum ersten Mal eher die Probleme und Nachteile gesehen, die ein Baby so mit sich bringt – angefangen vom Schlafen, über die ganze Organisiererei und dass man den ganzen Tag ein Baby mit sich rumschleppt und nicht nähen kann!

Die Großen sind in diesem Jahr mit ihren 5 und 4 Jahren in einer echt anstrengenden Phase… Will ich da noch eins haben? Wo ich doch froh bin, dass Marla jetzt bald alle Zähne hat und laufen kann? Meine Tendenz war eher nein.

Als es dann doch passiert ist, hat es echt gedauert, bis ich mich mit dem Gedanken anfreunden konnte. Unser Umfeld reagierte zum Teil mit „War ja klar“, aber auch vielfach mit „habt ihr euch das gut überlegt?“ (Auch darüber könnte ich ganze Bände füllen!) Mein Arzt meinte nur „Na, wenn Sie es nicht gewollt hätten, hätten Sie es verhindert.“

Er hat schon irgendwie Recht damit. Aber ich brauchte trotzdem eine ganze Weile, bis ich mich wirklich freuen konnte. Natürlich war irgendwo der Wunsch noch da, aber sehr versteckt. Es wäre ja auch schön gewesen jetzt bald irgendwann mal fertig mit Baby und Kleinkind zu sein.

bye bye Kinderwunsch

Bye bye Kinderwunsch

Erst vor Kurzem keimte nun endlich echte Freude auf: Das Baby auf dem Ultraschall zu sehen hatte ein bisschen was damit zu tun. Seit zwei, drei Wochen kann ich es auch spüren. Ganz ganz selten natürlich, aber ich weiß, dass es der kleine Mann ist. Seit ich nun auch weiß, dass es wohl ein Junge wird, nimmt „das Baby“ wahrhaftigere Züge an. Jetzt überlegen wir schon Namen. Himmel, 19. SSW, das ist fast Halbzeit! Auf einmal freue ich mich. Plane Baby-Näh-Projekte. Freue mich auch, obwohl das bedeutet eine Weile nicht wirklich nähen (und bloggen) zu können.

Aber ich werde mit einem ganzen Haufen Inhalte zurückkommen! Und bis es soweit ist, hab ich noch ein paar Projekte, die ich stemmen möchte, z.B. das aktuelle Probenähen. Und vielleicht schaffe ich noch mein allererstes Kinder-Schnittmuster. Mal gucken.

Eins weiß ich jedoch ganz sicher: Dieses Baby wird unser letztes. Ich bin glücklich, dass jetzt alles so gekommen ist, aber das Thema Kinderwunsch ist durch und ich kann nun sagen: Bye bye Kinderwunsch!

 

Was wird nun kommen? Ich lasse es auf mich zukommen. Das ist ein positiver Begleiteffekt Mutter vieler Kinder zu sein: Man wird wirklich gelassener in vielen Dingen. Stefans Motto, das das unsere geworden ist, war immer „Life’s a journey, NOT a destination.“ Heute drücke ich das so aus: „Life’s a journey. Enjoy!“

 

Danke fürs Lesen!

Sonja

 

EDIT: Dieser Artikel wurde in der Oktober-Ausgabe 2016 des Familienbloggerzins aufgenommen. Vielen Dank! Das freut mich – neben der sonst sehr großen und positiven Resonanz zu diesem Beitrag – ganz besonders!

 

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Freutag mit Windeltasche

Heute ist so richtig Freutag für mich, denn ich hab ein paar Freu-Schnipsel gesammelt, die ich gern einmal zusammenfassen will, bevor ich sie alle wieder verliere. Und dazu zeige ich ein paar aktuelle Werke von mir.

Grund zur Freude – und DANKE an alle Fans, Follower und Kommentatoren 🙂

Schon seit ein paar Tagen und Wochen sammeln sich bei mir die Glücksgefühle, wenn ich mich hier an den Rechner setze. Ich hab zunächst auch ein bisschen gestaunt, aber die Follower-Zahlen und auch die Besucher-Zahlen meines kleinen Blogs steigen, und das, obwohl ich in letzter Zeit eher weniger gepostet habe. DAS erfüllt mich mit Freude und auch ein wenig Stolz, wenn ich daran denke, dass ich erst im Januar mit fast nichts gestartet bin. Daher ist es mal wieder an der Zeit einfach „DANKE“ zu sagen – für Dein Vertrauen, für Deine Kommentare und für Dein + oder Dein Däumchen oder Herzchen: DANKE!



Außerdem festigen sich ein paar sehr liebe Blog-Bekanntschaften, und auch das freut mich ebenfalls  sehr. Ich freue mich auch auf die kommenden, gemeinsamen Blogger-Projekte, wie z.B. die nächste Themenwoche!

Was mich allerdings mit Abstand am meisten freut, ist, dass eine meiner jüngsten, kostenlosen Nähanleitungen – die Büchertasche aus einem Stück – so gut aufgenommen wird! Ich hatte daraus ja ein Freebook gemacht, das man über meinen Shop bei CrazyPatterns herunterladen kann. Und was soll ich sagen – sie ist bisher über 1000 Mal runtergeladen worden!! Und dazu geben immer mehr Leute mir eine 5-Sterne-Bewertung und schreiben total nette Sachen wie „super,so macht Bücher verschenken Spaß“ oder „leichter geht es echt nichtmehr wie bei dieser Tasche“.
Übrigens – das will ich hier nicht unterschlagen – wurde die Anleitung auch in den Newsletter von CrazyPatterns als Top-Anleitung aufgenommen (das wird wohl auch zum Erfolg der Anleitung beigetragen haben). Als ich den aufgemacht habe, bin ich hier fast vom Stuhl gekippt und hab mit meinen Freudeschreien fast die Kinder alle wieder wach gemacht!

Meine Facebook-Follower wissen bereits, wie sehr ich mich darüber freue. Aber weil es mich immer wieder freut sowas zu lesen, möchte ich mich hiermit auch bei allen ausdrücklich bedanken, die so nett kommentieren und so großzügig Sterne für die Anleitung verteilen: DANKE, ihr seid spitze!

 

Ich liebe, was ich hier tue, aber ich bin auch ehrlich und sage: Es kostet auch verdammt viel Arbeit, Grips und Zeit. Es fließt praktisch jede irgendwie freie Minute, die ich finde, in diesen Blog, meine Näharbeiten, Anleitungen, Ebooks. Und es bedeutet mir unheimlich viel, wenn sich immer mehr Menschen für die Ergebnisse begeistern und mir auf diesem Wege zeigen, dass sie wertschätzen, was ich mache.

Die Windeltasche mit U-Heft-Hülle

Jetzt ist dieser erste Freude-Teil ewig lang geworden. Aber Du hast schon die Bilder gesehen. Die Windeltasche ist eine aktuelle Auftragsarbeit. Ich habe sie im Set mit der U-Heft-Hülle (die ich ja nur als Auftrag nähe) für meine Kundin genäht.


Bestückt wird die Windeltasche wie alle meine Windeltaschen mit einem „Starter-Set“ für Eltern. Dazu gehören 1 30er-Pack Feuchttücher, 6 Newborn-Windeln, 1 Einmal-Wickelunterlage und ein Baby-Pflegeprodukt.

Ich wünsche meiner Kundin viel Freude mit ihrer neuen Windeltasche und alles Liebe für sie und ihr Baby!

Windeltasche kaufen

Wenn Du Interesse an einem ähnlichen Set hast, so melde dich am besten per Mail an info@crafting-cafe.de bei mir, oder schau mal in meinem Shop vorbei – dort stelle ich gelegentlich handgefertigte Windeltaschen ein. Jedes Stück ist ein liebevoll genähtes Unikat.

 

Jetzt verabschiede ich mich ins Wochenende und bereite das kommende Probenähen vor, für das Du Dich heute noch bewerben kannst!

Schönes Wochenende,
Sonja

Na, schläft Dein Baby schon durch?

„Schläft Dein Baby denn schon durch?“ – Diese Frage hat mich als frisch gebackene Neugeborenen-Mama wohl auch interessiert. Trotzdem konnte ich sie seinerzeit allerhöchstens mit einem Seufzen und später dann mit einem genervten Augenrollen beantworten, und ich kann heute sagen: Keine Frage ist mir so sehr auf die Nerven gegangen wie diese. Warum und weshalb, und was es mit dem Schlaf der Babies auf sich hat, darüber möchte ich heute schreiben. Wenn Du eine Mama in derselben Situation bist – vielleicht kann ich Dich ein bisschen trösten. Und wenn Du das auch hinter Dir hast, lachst Du vielleicht eine Runde mit. Heute also meine Antworten zum Schlaf der Babies.

 

„Hurra, das Baby ist da“ ~ über Babyglück vs. Nervenkrieg

Neulich habe ich schon darauf hingewiesen, dass die Freude über das Baby auch schnell in einen Nervenkrieg umschlagen kann – dann nämlich, wenn plötzlich der Alltag einkehrt, und die Tage lang und knatschig werden. Wenn Dein Baby seine „Sprünge“ macht und vor allem: Wenn das mit dem Schlafen so gar nicht klappen will.

Die Tage (und Nächte) werden bestimmt von diesen Fragen: Warum schläft das Baby nicht einfach? Und wann wird es endlich schlafen?

Als Mutter von drei Kindern habe ich drei vier „Schlaftypen“ kennenlernen dürfen. Jedes Kind ist anders. Und ich bin nach vielen Gesprächen mit anderen Müttern auch davon überzeugt, dass es noch viele weitere Schlaftypen gibt. Für so viele verschiedene „Typen“ kann es keine pauschale Antwort geben.

Was daran gut ist? – Na, du kannst nicht soviel „verkehrt“ machen.

 

Unser Alptraum-Schlaftyp

Schlaftyp Nr. 1 – Finja – war gleichzeitig unsere härteste Prüfung. Sie ist nur an der Brust eingeschlafen, und wollte immer auf den Arm, auch wenn sie wach war. Wann immer der Körperkontakt abriss, ging das Gebrüll los. War sie an der Brust eingeschlafen, war es nicht möglich sie hinzulegen – und wenn, dann nur für eine halbe Stunde. Das war lange Zeit der einzige Tagesschlaf!

Anfangs hat sie ausschließlich bei meinem Mann oder mir auf dem Bauch geschlafen, was für mich nach einem Kaiserschnitt mit starken Schmerzen verbunden war. Wir hatten uns so sehr auf sie gefreut und liebten sie über alles, aber es dauerte nicht lang, bis mir klar war: Das geht so gar nicht.

Nachts kam sie drei- bis viermal (also zwischen 22h und 6h), was ihrem üblichen 2-Stunden-Rhythmus entsprach. Nachdem ich nun vor kurzem die „Schreibaby-Gebrauchsanweisung“ rezensieren durfte, kam mir im Nachhinein der Gedanke, ob sie ein Schreibaby war – ihr Schlafverhalten spricht dafür, aber sie hat nie so intensive, lange Schreiphasen gehabt (wobei ich sie immer viel herumgetragen und gestillt habe, und sie damit dann auch sehr zufrieden war).

Ich war verzweifelt. Ich habe mich gefragt, ob das jetzt immer so bleibt. Ob das normal ist? Alle anderen Babies schienen mit drei Monaten durchzuschlafen.
Ob ich irgendwas falsch mache? Da kamen die ersten, die mich komisch anguckten, dass Finja nur an der Brust einschlief. Dann müsse ich mich ja auch nicht wundern, durfte ich mir anhören.

Zu diesem Zeitpunkt wurde ich langsam allergisch auf die Frage „Na, schläft dein Baby schon durch?“ – Als wäre das mit dem Durchschlafen ein Contest! Als wäre man ein Versager, wenn man das mit seinem Baby nicht hinkriegt. Und gleichzeitig das aufgesetzte Mitleid oder die besagte Unterstellung „Ja, soooo klappt das ja auch nicht!“ oder „Ihr verwöhnt sie ja auch zu sehr.“

Ich konnte andersherum die Geschichten anderer nicht glauben, die ihr Baby wach ins Bett legen konnten. Geschichten von Babies, die mit vier Monaten durchschliefen!

Ich habe ein Schlafprotokoll geführt. Aber das Ergebnis blieb dasselbe: Das Baby schläft nicht.

Im Nachhinein weiß ich nicht, was ich großartig hätte anders oder besser machen können. Auch unser viertes Kind ist sehr hellhörig, sehr nervös und braucht tagsüber nur sehr wenig Schlaf. Und was immer die Experten schreiben oder welche Richtlinien und Durchschnittswerte es da gibt: Unser Baby war anders.

 

Baby schläft nicht ~ was tun?

Als Eltern ist Dein Handlungsspielraum – gerade wenn die Kinder noch Babies sind – sehr begrenzt. Es gibt diese „Ferber-Methode“ oder „ferbern“ – das kontrollierte Schreienlassen des Kindes, bis es resigniert. Das halte ich für den vollkommen falschen Ansatz. Funktioniert auch nicht nach unserer Erfahrung. Folgende Episode kann ich dazu erzählen:

Das war das einzige Mal, dass wir es mit „schreien“ versucht haben. Ich schreibe das hier nicht, weil ich stolz darauf bin, sondern um Dich vor ähnlichen Experimenten zu bewahren!

Finja muss ca. eineinhalb gewesen sein. Als sie nachts aufwachte und schrie, blieb mein Mann dieses Mal bei ihr. Er versuchte sie zu beruhigen ohne sie aus dem Bettchen zu holen (das ist ja so ein toller Tipp, den die Ratgeber und Experten alle parat haben: Bloß nicht aus dem Bettchen holen, das reißt dann ein! Wo soll das noch hinführen? Damit erziehst Du Dein Kind völlig falsch!). Jedenfalls saß er dann da und versuchte sie hinzulegen, Händchen zu halten usw. Finja brüllte. Sie wollte zu uns ins Elternbett. Irgendeine Hebamme hatte uns mal erklärt, dass kein Kind länger als eine Stunde voller Inbrunst schreien kann. Finja tobte und heulte vier Stunden lang.

Ich war zwischendurch völlig am Ende; ich wollte das Ganze abbrechen. Stefan meinte, dann wäre alles umsonst gewesen (und ich gab ihm Recht), also blieb er an ihrem Bettchen und hielt ihre Hand, sprach auf sie ein. Sie brüllte nicht durchgehend, muss ich dazu sagen. Aber sie beruhigte sich nie lange. Irgendwann in den frühen Morgenstunden schlief sie erschöpft ein.

Wir fühlten uns schlecht, aber wir hatten sie nicht allein gelassen, deshalb konnten wir es mit unserem Gewissen vereinbaren. Eine Woche lang lief es danach besser mit dem Einschlafen und vor allem: Durchschlafen!

Und dann? Dann wurde Finja krank. Richtig mit hohem Fieber, Bronchitis und Atemnot (sagt auch viel aus, wenn man sich das bewusst macht!). Sie zog sofort in unser Bett und blieb auch nach der Krankheit da.

Ähnliche Geschichten kenne ich auch von anderen Eltern, die eine Woche lang rigoros ein neues „Schlafprogramm“ angewandt haben, z.B. dass Papa statt Mama das Kind ins Bett bringt. Und auch als das nach ein paar Tagen recht gut lief, riss es sehr bald wieder ein, weil man es im Alltag gar nicht so diszipliniert durchziehen kann. Das ist im täglichen Familienwahnsinn mit mehreren Kindern und unregelmäßigen Arbeitszeiten einfach nicht möglich.

Aus dieser und vielen anderen Erfahrungen bin ich zu folgender Überzeugung gelangt:

Baby schläft nicht

Wir haben noch viel mehr versucht, was wir für vertretbar hielten. In den ganz frühen Monaten ging es nur mit Einschlafen an der Brust. Mir haben auch damals schon viele zu verstehen gegeben, dass das der Fehler war. Heute weiß ich, dass a) nichts anderes möglich gewesen wäre, und dass b) das überhaupt nicht schlimm ist! Klar hatte ich bei allen Babies Zweifel, ob ich damit nicht alles vermurkse und sie zu sehr „verwöhne“, und wie lange das denn bitteschön so weitergehen soll. Aber gerade in den ersten drei Monaten sehe ich da überhaupt keine Probleme. Richtig ist, was funktioniert!

Fakt ist: Im Leben Deines Babies ändert sich alle 4 bis 6 Wochen alles, und je nachdem wie Dein Baby so gestrickt ist, kommt es damit besser oder schlechter klar. Im Schlafen äußern sich diese Phasen besonders intensiv. Das ist stressig für Dich als Mama oder Papa, aber es geht irgendwann auch vorbei! Immer.

Wenn ich sage, dass Dein Handlungsspielraum gerade im ersten halben Jahr eingeschränkt ist, meine ich damit: Du kannst nichts machen. Du kannst nur Dein Baby unterstützen. Es liebhaben. Es festhalten. Abwarten.

 

Bleibender Schaden durch Familienbett oder In-den-Schlaf-stillen?

Meine Zweifel von damals – dass sich das Schlafverhalten nie bessert, sie nie allein durchschlafen kann, etc – haben sich bis heute nie bewahrheitet. Sie alle hatten Phasen, in denen sie schlecht einschliefen oder schlecht durchschliefen, auch viel später noch. Wenn ich damals dann alle Vorsätze über Bord geworfen habe und mein Kind in den Schlaf gestillt habe oder es in meinem Bett habe schlafen lassen, weil es als einziges funktionierte, so bin ich mir heute sicher: Es war richtig so. Kein bleibender Schaden erkennbar!

Ich sehe meine Beobachtungen auch bei anderen verzweifelten Eltern, bei denen diverse „Methoden“ einfach nicht helfen, bestätigt. Und der Kinderarzt Remo Largo schreibt in seinem Standard-Werk „Babyjahre“ * (S.205):

„Säuglinge wachen in den ersten Lebensmonaten nachts auf, weil ihr Schlaf-Wach-Rhythmus noch nicht ausreichend entwickelt ist und sie auf die Nahrungszufuhr angewiesen sind. […] Sie sind auch kaum in der Lage sich selbst zu beruhigen, beispielsweise durch Daumenlutschen. Es ist daher quälend und sinnlos, Säuglinge schreien zu lassen. Es gibt keinerlei Hinweise, dass Kinder eher durchschlafen, wenn die Eltern sie schreien lassen.“

Übrigens haben viele Traumschlaf-Baby-Eltern aus unserem Bekanntenkreis beim zweiten Kind auch ein Horror-Schlafkind bekommen. Und die standen plötzlich vor denselben Problemen wie wir ein Kind vorher! (Wir haben bei unserer Nr. 2 übrigens das große Los gezogen: Jesper konnte von Anfang an super allein (!) einschlafen und schlief auch lange Phasen, statt immer nur 30 Minuten. Natürlich haben wir bei ihm schon einiges anders gemacht, aber wir sind ja trotzdem dieselben Eltern. Er ist einfach ein anderer Schlaftyp!

Baby schläft nicht

Unsere Schlaf-Odyssee

Über die Monate – und am Ende Jahre – wurde es besser. Wir haben kleine Fortschritte und immer wieder Rückschritte gemacht, aber es ging bergauf. Das ist die gute Nachricht, wenn du jetzt gerade völlig übernächtigt bist und DAS Rezept zum Schlafenlegen suchst. Von Brust auf Brei, den sie nicht mochte, dann Flaschenmilch und Zähneputzen. Viel kuscheln und schaukeln. Wach, aber müde ins Bett legen. Mit fast einem Jahr brauchte sie nur noch die Hand zum Einschlafen.

Das Einschlafen zog sich endlos. Auch hier will ich Dir die Illusionen nehmen: Bis zu zwei Stunden haben wir neben ihrem Bett gesessen und die Hand gehalten und gewartet, bis sie einschlief. Sie wurde sofort wach, wenn man die Hand zu früh wegzog. Oft schlief sie dann nur kurz. Irgendwann wurde es ihre Angewohnheit nachts um zwei weinend aufzuwachen (das ist ungefähr ihre Geburtszeit; auch das ist nicht ungewöhnlich!), und dann in unser Bett umzuziehen.

Immerhin schlief sie die erste Etappe in ihrem eigenen Bett. Als sie dann soweit war, dass sie von selbst zu uns kam, mit ihrer eigenen Decke bewaffnet, war es für mich schon angenehm, weil ich mittlerweile Nr. 2 mit im Bett hatte und dann nachts wenigstens nicht mehr aufstehen musste. Sie war da fast zwei.

 

 

Was hilft denn nun?

Mir hat durch die ganze Zeit das Buch „Oje, ich wachse“* geholfen, das ich schonmal empfohlen habe. Bei all meinen Kindern konnte ich die Sprünge, die sie durchlaufen, mit dem Buch sehr gut beobachten und einordnen. Das hat mir sehr viel Halt gegeben, und das sichere Gefühl, dass es richtig ist, sie nicht brüllen zu lassen.

Etwas später stieß ich noch auf dieses (digitale) Buch mit mp3-Bonusmaterial* – das hätte ich gern eher gehabt!

Uns hat nur die Zeit geholfen. Finja wurde älter. Es wurde sprunghaft besser, als sie keinen Mittagsschlaf mehr machte. Da war sie dreieinhalb.
Irgendwann konnten wir mit ihr reden. Inzwischen lagen wir allabendlich eine Stunde (nach der Gutenachtgeschichte und unserem Abendprozedere) Minimum mit ihr im Bett und haben gekuschelt (also einer von uns), bzw. sie hat an meiner Hand rumgeknibbelt. Irgendwann habe ich gesagt, ich würde mal kurz raus auf Klo, und dann käme ich gleich wieder.
Anfangs hat sie da noch viel geklammert und protestiert. Ich habe das dann nach und nach ausgedehnt.

Eine Zeitlang kam sie noch häufig aus dem Bett. Inzwischen war sie vier. Erst mit fast fünf und einem weiteren Geschwisterchen wurde es deutlich besser: Sie hörte jetzt abends im Bett noch ein Hörspiel und schläft dann allein ein.

Auch heute noch braucht sie deutlich weniger Schlaf als ihre jüngeren Geschwister. Sie ist abends lange wach, auch wenn sie morgens früh raus muss. Das ist ihr Naturelle. Gleichzeitig ist sie sehr „wach“, intelligent und kreativ. Ihr Talent für Malerei ist so überdurchschnittlich, dass uns ihre Erzieherin zu einem Malkurs geraten hat, den sie einmal die Woche besucht (mit erstaunlichen Ergebnissen! Dabei bin ich kein Freund so genannter „Frühförderung“).

 

Was kann man tun, wenn das Baby nicht schläft?

Es gibt keinen Punkt, ab dem ein Baby von nun an für alle Nächte tief und selig durchschlafen wird. Es gibt zwischendurch Nächte, in denen sie super schlafen, auch Finja. Meist kamen danach dann knüppelharte drei Wochen, auch da will ich niemand etwas vormachen. Insofern ist es müßig sich mit der Frage „Schläft dein Baby schon durch?“ zu beschäftigen. Durchschlafen bedeutet anfangs ja auch erstmal 4-6 Stunden am Stück, mehr nicht!

Hab also Geduld mit deinem Baby und verabschiede dich von allem, was du eigentlich jetzt lieber machen würdest als es in den Schlaf zu kuscheln! Ich hab oft die kreativsten Ideen, während ich im Dunkeln eine Kinderhand halte, bis sie leicht wird.

Wichtig ist – das gilt für alles, was die Erziehung der Kinder angeht – dass man selbst von dem überzeugt ist, was man tut. Sonst klappt gar nichts. Und wie sagte mir mal eine Hebamme: Niemand kann sein Kind „schlafen legen“. Wir können nur eine Umgebung für sie schaffen, in denen sie sich sicher und geborgen fühlen. Und da schlafen sie ein.“

Dies war nun ein langer, bildarmer Text zu einem sehr persönlichen Thema, das mir auf der Seele lag. Wie sind Deine Erfahrungen? Steckst Du gerade mittendrin? Hast Du auch sowas erlebt? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Bis bald,
Sonja

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Entspannt durch Babys erstes Jahr

Das erste Jahr im Leben eines Babys habe ich vor allem als anstrengend in Erinnerung. Für mich war es die größte und intensivste Umstellung in meinem Leben. Es änderte sich einfach alles.
Was ein Kind für eine Veränderung ist und wie man ihr vielleicht besser gewappnet begegnen kann, darüber schreibe ich heute.

Unsere Nummer 3 hat jetzt ihren ersten Geburtstag gefeiert, und somit haben wir ihr erstes Jahr nunmehr erfolgreich hinter uns gebracht. Mittlerweile sind wir da relativ routiniert (wenn man das so sagen darf). Entspannt auch, denk ich. Das Feedback kommt jedenfalls immer mal wieder bei uns an. Bei unserem ersten Kind waren wir im Rahmen unserer damaligen Möglichkeiten auch entspannt, aber heute haben wir da noch ein anderes Level erreicht. Wie wir dahin gekommen sind? Wir haben bei jedem Kind dazu gelernt. Ein paar unserer Lernmomente möchte ich hier skizzieren.

Johnny Depp hat gesagt: „Ab der Minute, ab der man Kinder hat, beginnt der Schlafentzug.“

Damit hat er Recht. Das wissen auch die meisten, die dabei sind Eltern zu werden. Zumindest haben sie davon schon einmal gehört. Wie sich das dann wirklich anfühlt, oder besser: Wie Du Dich fühlst, wenn Dein Baby Nacht für Nacht und Tag für Tag den Takt vorgibt, das ist etwas vollkommen anderes. Zum Thema Schlaf gibt es soviel zu sagen – ich werde dem sicherlich auch einmal einen Beitrag widmen, dabei gilt hier wie bei allen Themen rund um Babies und Kinder: Es gibt KEIN Patentrezept. 

Nicht wenige frisch gebackene Mamis fallen nach der Geburt erst einmal in ein Loch, ohne dass das gleich eine Wochenbettdepression ist. Natürlich ist die Freude da über den kleinen Zwerg, und Du kannst wahnsinnig stolz auf Dich sein, dass Du die Schwangerschaft und die Geburt (egal in welchem Modus!) gemeistert hast: Herzlichen Glückwunsch! Leider hast Du jetzt nicht die Chance einen Haken daran zu machen, Dich auszuruhen und zu sammeln, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Ich hab mir das zumindest nach jeder Geburt gewünscht, und doch hat es teilweise Wochen gedauert, bis ich das erste Mal wirklich soweit entspannt war, dass ich mal in Ruhe alles Erlebte reflektieren konnte.

„Baby wach“ und „Baby schläft“
Richtig gelesen: Wochen! Wenn das Baby da ist, stellt sich der komplette Rhythmus um. Plötzlich gibt es nur noch „Baby wach“ und „Baby schläft“. Irgendwann schlüsselt sich „Baby wach“ weiter auf in „Baby braucht Beschäftigung“, „Baby hat Hunger“, „Baby hat Pups“, „Baby hat irgendwas“ und „Baby wach, aber zufrieden“.

In den meisten Fällen sind wir als Mama gefragt zu handeln. Die eigenen Bedürfnisse werden hinten angestellt. Das geht eine Weile gut, aber früher oder später erreichen wir alle den Moment, in dem wir einfach nicht mehr können. Bei Babys, bei denen gesundheitliche Probleme hinzukommen, oder wenn Du mit ernsteren Geburts- oder Schwangerschaftsfolgen zu kämpfen hast, wird diese Zeit noch intensiver.

Die erste Zeit nach der Geburt
In den ersten Lebenswochen des Babys – zumindest meiner ersten beiden – hatte ich noch mit der Verarbeitung der Geburt zu kämpfen. Ich kenne keine Mutter, die dieses Erlebnis so mal eben abhakt, egal wie es gelaufen ist.

Der Körper ist nach der Geburt noch eine ganze Weile geschwächt, selbst wenn man ohne nennenswerte Komplikationen und Blessuren zuhause im Wochenbett angekommen bist.
Spätestens wenn das Baby den ganzen Tag kräht und man es von morgens bis abends durch die Gegend schleppt und alles nur noch einhändig machst, melden sich Rücken und Schultern mit Schmerzen, und zwar zusätzlich zu chronischem Schlafmangel und Hunger, weil man es noch nicht geschafft hast was zu essen.

Und die Nerven liegen blank.

Erste Hilfe beim Nervennotstand
Ich will niemandem etwas vormachen: So schön es ist, dass der kleiner Engel endlich da ist – alle Eltern erreichen diesen Punkt früher oder später.

Aber man kann sich zumindest ein Stückchen mental darauf vorbereiten. Oder – wenn Du gerade jetzt in der Situation steckst und vielleicht ein bisschen verzweifelt bist, weil Du nicht weißt, ob und wann Du mal wieder unter die Dusche kommst oder allein aufs Klo gehen kannst (jaja, die Wünsche richten sich wieder ganz nach diesen elementaren Bedürfnissen aus, man wird bescheiden) – ich kann Dir versichern: Es geht und ging uns allen so!  

 
Mama zu sein bringt eine an ihre Grenzen und darüber hinaus. Ich bin mir inzwischen sicher, dass wenigstens ein Teil von uns auch deshalb Mama/Eltern werden wollte: Um zu wachsen.

Wahres Glück entsteht nicht durch die Beschäftigung mit sich selbst, sondern durch die Hingabe an ein lebenswertes Ziel. Helen Keller

Dieses Zitat der taubblinden Schriftstellerin Helen Keller fällt mir in diesen Momenten gern ein. Das hilft Dir wahrscheinlich wenig, wenn Du übermüdet bist und Dein Baby schreit und schreit und sich gar nicht mehr beruhigt. Und Du Dich nach Stunden fragst, ob das jetzt immer so ist?

Nein, ist es nicht. Es wird besser! Dein Baby hat immer einen Grund, wenn es schreit, auch wenn es nicht immer sofort klar ist, welcher das ist. Wenn Dein Baby übermäßig viel schreit, berätst Du Dich am besten mit Deiner Hebamme und dann als nächstes mit Deinem Kinderarzt. Frag nicht Google – Google findet alle möglichen Antworten, aber kann Dir keine individuelle, kompetente Antwort auf Deine Situation geben. Das gilt übrigens auch für Fragen während der Schwangerschaft oder überhaupt für Gesundheitsfragen!

Das eigene Nervenkostüm stärken
Ich habe bei mir irgendwann mal festgestellt, dass ich besonders dann gereizt reagiere, wenn ich selbst zu wenig Schlaf hatte oder Hunger habe oder mir gerade irgendetwas anderes wichtiges unter den Nägeln brennt, oder wir unter Zeitdruck stehen. Das passiert mir auch heute immer noch – und dann werde ich nervös und reagiere genervt.

Ich finde es ganz wichtig, solche Situationen für mich zu analysieren um ihnen besser vorbeugen zu können. Nicht, dass mir das immer gelingen würde, aber ich bin doch immer gelassener geworden.

Schlaf – ok, das ist in der Regel ein Dauerthema – kann man zumindest versuchen zu organisieren! Und Hunger – nimm den Rat aller Hebammen an und leg Dir einen Vorrat Tiefkühlnahrung an. Auch ein Laugenbrezel mit Butter kann ein Festmahl sein.

Einmal hatte ich einen nervlichen Totalnotstand und habe – nachdem ich die beiden Großen beim Turnen abgegeben habe – erstmal den Supermarkt angesteuert und mir drei Tafeln meiner Lieblingsschokolade gekauft. Zwei hatte ich runter, bevor ich den Laden wieder verlassen habe. Damit ging es mir etwas besser. Wir haben alle den Rest des Tages überlebt. Ich glaube, NUR wegen der Schokolade.

Buchempfehlungen

Je gelassener man bist, desto gelassener wird das Baby sein, und der Partner auch. (Meist schaukelt man sich ja gegenseitig hoch und streitet sich dann wegen Kleinigkeiten! Und man darf auch nicht unterschätzen, dass sich eine Partnerschaft SEHR ändert, wenn man plötzlich zu dritt ist. Darüber werde ich auch separat nochmal was schreiben…)

Um entspannt zu bleiben, finde ich es wichtig sich zu informieren. Und da kann ich zunächst einmal zwei Bücher empfehlen, die mir bei allen drei Kindern sehr geholfen haben.

Das erste Buch ist ein Longseller und belegt seit Jahrzehnten den ersten Platz auf der Hitliste der Elternratgeber: „Oje, ich wachse„* von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij.
Dein Baby macht mehrere „Sprünge“, in denen es sich körperlich und mental weiterentwickelt. Diese äußern sich in der Regel mit schlechter Laune, Geschrei, Gequengel und einem unruhigen Schlaf. Das klingt jetzt recht lapidar, endet aber nicht selten in dem Nervenkrieg, den ich eingangs beschrieben habe. Ein Baby zu haben bringt einen schnell an die eigene Grenze. Selbst beim dritten Kind und dem Wissen, dass es „nur ein Sprung“ ist, lagen bei mir zuweilen die Nerven blank.

In „Oje, ich wachse„* werden die Sprünge bis zum 14. Lebensmonat beschrieben. Was mir sehr geholfen hat waren die Zitate der Mütter darin, die genau das in Worte fassten, was ich jeweils mit meinem Baby erlebte.Bei jedem Sprung lernt Dein Baby etwas anderes, und Du wirst auch feststellen, dass Dein Baby nach jedem Sprung etwas wacher und erwachsener wirkt. Dieses Buch empfehle ich allen werdenden Eltern, und ich verschenke es immer wieder gern zur Geburt.
Es gibt dazu auch ein Praxisbuch*. Außerdem gibt es inzwischen eine App, die eine grobe Übersicht über die Sprünge liefert. Die hat mich bei unserer Jüngsten durch den Alltag begleitet. Inzwischen weiß ich ja, wie sich so ein Sprung anfühlt, und mir reicht es heutzutage nur nochmal schnell nachzugucken, welcher Sprung das jetzt ist. Durch müssen sie da alle!

Das zweite Buch, das ich empfehlen kann, ist „Babyjahre„* von Remo Largo. Der Autor ist Kinderarzt und erklärt in klaren Worten die Entwicklung eines Kindes ohne ein Erziehungsratgeber zu sein. „Babyjahre“ ist sehr informativ und findet Antworten auf die meisten Fragen, die sich besonders beim ersten Kind so stellen. In diesem Buch zu blättern war für mich deutlich gehaltvoller als das Internet nach Antworten abzusuchen.

Abgesehen von diesen Büchern empfehle ich immer, sich an die Hebamme mit Fragen zu wenden. Es hilft auch, wenn man Menschen in der Nähe hast, die einem das Baby wenigstens mal für einen ausgedehnten Spaziergang im Kinderwagen abnehmen können, damit man selbst ausschlafen kann.

Lieber Gruß,
Sonja


Babyzeiten.de - Babyartikel mit Hebammentipps

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Welche Größe trägt Dein Baby wann?

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich das erste Mal schwanger war und ratlos im Laden vor dem Regal mit Babysachen stand. Ich hatte das letzte Mal vor gefühlt zwanzig Jahren (selbst noch ein Kind) ein Baby im Arm gehalten und hatte keine blasse Ahnung, was ich in welcher Größe kaufen sollte.

Was trägt ein Baby wann? Was zieht ein Baby überhaupt an?
Ich habe viele Zeitschriften usw. gelesen, aber die meisten konzentrierten sich auf die Zeit direkt nach der Geburt und die erste Zeit. Aber ich hab ja auch viele niedliche Babysachen gesehen, die ich auch schon in größeren Größen haben wollte. Aber mit Berücksichtigung der Jahreszeiten wurde es dann ganz schnell schwierig, was ich denn nun in welcher Größe kaufen sollte.

Was Babygrößen eigentlich bedeuten
Beim ersten Baby-Einkauf stolpert man über Größen wie „56“, „62“ und dann später „104“ usw., immer in 6er-Schritten. Diese Baby- und Kindergrößen richten sich nach der Körpergröße des Babys in cm. Üblicherweise trägt der Zwerg bis zu der jeweiligen Körperlänge die entsprechende Größe, also z.B. bis 56cm Länge = Größe 56. Spätestens 2cm vor Erreichen der eigentlichen Größe passt dann schon die nächste Größe – das ist zumindest meine Erfahrung.

Welche Babygröße trägt mein Baby wie lange?
Die Babygrößen fangen glaub ich so bei 44 an. Das ist für Frühchen, das braucht man in der Regel nicht zu kaufen, es sei denn natürlich, es ist eine Frühgeburt absehbar oder z.B. für Zwillinge, die ja häufig etwas kleiner sind. Üblicherweise geht es bei 50/56 los.

Ein Beispiel aus meinem Mama-Alltag: Meine Kinder kamen mit 51cm, 54cm und 52cm auf die Welt. Nach zwei Wochen waren sie alle knapp 60cm groß, Größe 56 passte da also schon nicht mehr!

Die Zeiten und Größen sind Richtwerte – jedes Kind ist anders. Mein Sohn kam z.B. schon mit 54cm auf die Welt. 56 hat er vielleicht drei Tage getragen. Als wir zuhause waren, habe ich ihm gleich die 62 angezogen.

Die 56 wird also ganz schnell zu klein. Das Baby trägt Gr. 56 bis maximal zwei Wochen, der Übergang zur 62 ist fließend. Deshalb mag ich die Babypumphosen so gern: Dank der langen Beinbündchen wachsen die eine Weile mit, bevor sie zu klein werden. Außerdem sind sie superbequem zum Strampeln, später zum Krabbeln, und auch zum Laufen und Toben.

Natürlich geht es nicht in dem Tempo weiter, aber ein Baby wächst zügig. Ab der zweiten Lebenswoche beginnt man schon mit 62, ab ca. sechs Wochen bis drei Monaten trägt das Baby Größe 68. Einige tragen dann sogar schon 74!

Die Babygröße 74 haben alle meine Babies sehr lange getragen, ca. bis zu einem halben Jahr und teilweise länger. Deshalb verschenke ich selbst gern Kinderkleidung in 74 zur Geburt – da haben die Babies (und die Mamas) am meisten von. Natürlich gibt es auch andere Erfahrungen von anderen Müttern. Ich kenne eine Mutter, bei deren Kindern die 74 eine Durchgangsgröße war; ihre Babies sind von 68 fast direkt in die 80 gewachsen. Sowas gibt es natürlich auch.

Viele Grüße,
Sonja