Schlagwort: Geburt

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{Blogparade} Wer inspiriert Dich?

~ enthält Werbelinks (mit * gekennzeichnet), mehr Info unten ~

Welche Person hat dich in den letzten 12 Monaten am meisten inspiriert?  Diese Frage hat mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Ich dachte mir, jetzt in der Weihnachtszeit mache ich mal was „besinnliches“. Etwas, das ein bisschen mehr ist als das übliche Weihnachts-blabla. Oder sich wenigstens so anfühlt. Und deshalb starte ich heute eine Blogparade mit der Frage: Welche Person inspiriert Dich am meisten? Inspiriert hat mich übrigens das neue Kartenspiel Vertellis*, das ich bereits bei den Crafting Linktipps November und in meinem jüngsten Newsletter als Geschenkidee empfohlen habe. Dieses neue Spiel will mehr echte, aufrichtige Gespräche fördern – mithilfe dieser und weiterer Fragen, die einfach sind und dennoch eine stärker reflektierte Antwort provozieren. Ich bin davon sehr begeistert und habe mittlerweile drei Spiele gekauft (eins für uns und zwei zum Verschenken). Wie auch immer – dieses Spiel hat mich zu diesem Blogpost inspiriert. 

 

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Blogparade: Welche Person inspiriert Dich? Wer ist Dein Vorbild?

Was ist eine Blogparade eigentlich? Das funktioniert so: Ein Blog gibt ein Thema / Frage vor, und dann kann jeder Blog, der sich angesprochen fühlt, dieses Thema aufgreifen und auch einen Beitrag dazu schreiben. Diesen Beitrag verlinkst du dann hier in der Linkparty oder auch als Kommentar, und ich sammle alle Links – auf dass eine schöne Sammlung inspirierender Blogposts entsteht!

Ich möchte das eigentlich nicht zeitlich begrenzen, weil es ja so ein zeitloses Thema ist. Aber ich habe die Linkparty auf den 28.02.2018 begrenzt. Du hast also genug Zeit einen Beitrag dazu zu schreiben. Wenn du nach dem Stichtag noch einen Beitrag schreiben willst, verlink dich einfach als Kommentar!

Um noch ein bisschen Hilfestellung zu geben: Orientiere dich an der Frage! Es kann irgendjemand sein, den du kennst, oder ein Künstler oder ein Vorfahre von dir, oder eine beeindruckende geschichtliche Persönlichkeit. Oder eine fiktive Figur! Schreib es raus und lass uns alle teilhaben, wer dich am meisten inspiriert, oder wer dein Vorbild ist! Dein Text kann lang oder kurz sein, ganz egal!

Nun mache ich erstmal den Anfang und stelle Euch den Mann vor, der neben Stefan wohl der wichtigste in meinem Leben ist. Dabei weiß er nicht einmal, dass es mich gibt.

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Meine Muse, Inspiration, Vorbild und Kraftquelle

Ich war mit meinem dritten Kind schwanger, als seine Musik meine Seele berührte. Das klingt sehr schwülstig, aber nichts anderes trifft es. Ich habe damals viel Yoga gemacht. Nach einem Kaiserschnitt und einer Saugglockengeburt hatte ich soeben ganz tollkühn beschlossen mein drittes Kind im Geburtshaus zur Welt zu bringen. Mir war sehr wichtig, dass ich nach den beiden ersten Geburten wenigstens eine „schöne“ und natürliche Geburt erlebe. In meinem Blogpost über meine persönliche Yoga-Geschichte habe ich darüber schon einmal geschrieben. Und ja, die Geschichte meiner Geburten werde ich auch noch verbloggen (ich werde ja immer mal wieder danach gefragt). Bitte seht mir nach, wenn ich es bisher nicht getan habe, denn es gibt kaum ein Thema, das für mich so persönlich ist. Aber da meine Geschichte vielleicht der ein oder anderen unter euch Kraft geben kann, werde ich da auch bald was zu schreiben. *versprochen*

Heute geht’s erst mal um den Mann, der mich nicht nur „inspiriert“, sondern der seit dieser Zeit damals auch mein Vorbild ist und mir immer wieder Kraft gibt, egal wie tief unten ich mich gerade fühle. Er ist nicht nur Inspirationsquelle, Vorbild und Kraftquelle, sondern auch Vision und Wegweiser – für meinen ganz persönlichen Weg. Ich wollte euch schon lange von ihm erzählen, brauchte aber den richtigen „Aufhänger“. Seine Musik höre ich jeden Abend beim Nähen, und insofern hat dieser Beitrag doch noch was mit Nähen zu tun *lach*.

Wie er zu mir kam: Ich hatte mir für mein Schwangeren-Yoga auf Youtube eine Playlist zusammengestellt. Und wie das so ist, wenn die mal durch ist, sucht der Youtube-Algorithmus ja weitere, passende Musik raus und spielt die einfach so ab. Sein Song war dabei: ein unbeschreiblich schönes Musikstück von über 10 Minuten Länge, und eins der erfolgreichsten Youtube-Videos überhaupt mit mehreren Millionen Klicks. Die Rede ist von Nahko Bear und seinem Song „Aloha Ke Akua“. Ich verlinke euch alles am Ende!

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Aloha Ke Akua ~ wie ich auf Nahkos Zauber stieß

Den Zauber dieses Songs kann man glaub ich nur nachvollziehen, wenn man sich das Video ansieht. Um mich war es ein für allemal geschehen, als ich es mir angesehen habe (und es geht mir noch immer so, wann immer ich es ansehe.) Das Video ist auch gar kein „offizielles“, sondern ursprünglich war es ein Werbevideo für Mexiko als Reiseziel. Zu sehen sind sehr ästhetische, wunderschöne Landschaftsaufnahmen und Aufnahmen indigener Kultstätten, kombiniert mit Bildern wunderschöner Frauen in atemberaubenden Kleidern, die mit wilden Tieren posieren. Man sieht eine Frau, die mit einem Alligator kuschelt, oder eine in inniger Verbundenkeit mit einem Leoparden und einem Panther. Eine Frau in einem beneidenswerten, tiefroten Kleid galoppiert auf einem pechschwarzen Araber durch die mexikanische Wüste.

Das ist es schon: Spektakuläre, slow motion-Landschaftsbilder, Frauen in flatternden Kleidern, wilde Tiere und Portraits indigener Ureinwohner. Untermalt werden diese Bilder von Nahko Bears unvergesslicher Piano-Version zu „Aloha Ke Akua“ – gemeinsam ergeben sie ein bildgewaltiges 10-Minuten-Epos, das ich mir gerade auch nebenbei in einer Endlos-Schleife anschaue. Und ich bekomme immer noch Gänsehaut!

Dieser Song hat mich tatsächlich durch die dritte (und vierte) Schwangerschaft getragen. Es war der erste, den ich von Nahko Bear kannte und ist immer noch einer meiner Top 3 von ihm. Mein größter Wunsch ist, ihn mal live auf der Bühne zu erleben. Denn hinter der Musik steckt nicht nur irgendein Musiker, sondern einer der stärksten Menschen, die ich jemals „kennengelernt“ habe. Seine Geschichte gibt auch mir Kraft, wenn ich mal wieder ein kleines Tief habe: Er war nie geplant, als er auf die Welt kam und gehörte nirgendwohin. Heute hat er eine wachsende Fangemeinde rund um den Erdball – seinen tribe, wie er seine Fans liebevoll nennt.

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Nahko Bear und die Macht der Vergebung

Seine gesamte Geschichte ist herzzerreißend traurig, und doch ist er wohl der positivste Mensch auf unserer Erde. Seine Mutter, die selbst noch ein Kind war, als sie ihn bekam (sie war 14 Jahre alt!), gehört zum indianischen Stamm der Apatschen. Ihre eigene Mutter wiederum zwang sie zur Prostitution – und das ist sehr komprimiert die Entstehungsgeschichte von Nahko Bear. Seine Wurzeln sind ensprechend „indianisch“-puertoricanisch-philippinisch.

Seine Mutter musste ihn einige Monate später zur Adoption freigeben, obwohl sie ihn liebte und gern selbst aufziehen wollte. Nahko wuchs in einem weißen, amerikanischen Elternhaus auf. In seinen Songtexten geht er sehr offen mit seiner Geschichte um. In einem Text einer meiner liebsten Songs „Build a Bridges“ erzählt er:

I said, life was pretty crazy, I was nine months old
Yeah, mama gave me up – fourteen years old
Said, I don’t give a shit, grandmother, she was so bold
Son of that rapist, mama’s body got sold
Not to say poppa didn’t have a good soul
‚Cause he did give me the anger, I was born so cold
Raised white-Christian in a white neighborhood
There was no bridges for me and my indigenous blood
Said I’m confused, identity crisis
Indigenous mastery is so timeless
Now I’m building bridges so that it will all make sense

(aus „Build a Bridge“, Album: HOKA*)

Als junger Erwachsener riss er aus. Durch das Leben begleitete ihn fortan seine Musik. Dies ist sehr sehr komprimiert wiedergegeben. Für alle, die nun mehr über ihn erfahren wollen, habe ich unten ein paar Links gesammelt, die sehr gut und detailreich Nahko Bears Geschichte erzählen. Um es kurz zu machen: Er traf seine Vorfahren und er „fand sich selbst“. Aber viel wichtiger: Er vergab allen.

Es steckt so viel in diesen Worten: Er vegab allen.

Er hat seiner Oma vergeben, dass sie seine Mutter gegen Sex verkauft hat. Er vergab seiner Mutter. Seinem biologischen Vater. Er vergab auch dem Mann, der später seinen Vater erschoss. In dem Song „San Quentin“ (HOKA*, das Video habe ich ebenfalls unten verlinkt) beschreibt er, wie er den Mörder seines Vaters im Gefängnis traf. Der Mann wurde später begnadigt und kam nach seiner Haftstrafe wieder frei.

Seine Mutter – den Link findet ihn unten – hat eine nicht weniger interessante Geschichte erlebt: Sie fand tatsächlich irgendwann den „Richtigen“ und bekam eine neue, echte Chance im Leben, die sie vorher nie hatte. Heute arbeitet sie als Sozialarbeiterin und hilft Prostituierten.

Wenn man diese Geschichte zumindest so rudimentär kennt, kann man sich vielleicht vorstellen, dass hinter dem Musiker Nahko Bear nicht irgendein Robbie Williams steckt. Nahko Bear hat tatsächlich eine Mission, und die lautet: Liebe und Vergebung.

Und wer von euch auch sein kleines Päckchen mit sich herumträgt – diese Mischung aus Schuld, Scham, Angst und Trauer, die uns alle mehr oder weniger im Leben fertigmacht, dem kann ich nur empfehlen sich mit dem Oeuvre dieses Ausnahmekünstlers zu beschäftigen. Wenn ich in meiner Wanne liege, lasse ich mich von seiner Musik umarmen. Beim Nähen setzt bei die Sofortentspannung ein, wenn der CD-Player die ersten Takte anspielt.

 

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Peace, love, energy ~ great spirit

In seinen Songtexten und in vielen Interviews geht Nahko Bear offen und ehrlich mit seiner Geschichte um. Er beschreibt seine eigene Krise, seine Konflikte. Und er besingt immer wieder die Kraft der Liebe und Vergebung. Viele seiner Texte sind spirituell, oder bedienen sich spirituellen Elementen. Immer wieder wird von dem „inner guide“, also dem inneren Führer, gesprochen. Von „shape shifter“ (Formwandler) und auch Krafttieren ist die Rede – kein Wunder also, dass in dem besagten Video die wilden Tiere so gut reinpassen! Die indianische Kultur ist sehr präsent. Er sagt selbst, dass er dort sein geistiges Zuhause gefunden hat. Dabei sieht er in der durchdringenden Weisheit das Verbindende der Religionen, nicht das Trennende – was mir heutzutage angesichts der Lage der Welt mehr als wichtig erscheint.

Die Textzeile „Aloha Ke Akua“ stammt aus dem Hawaiianischen, und sie bedeutet soviel wie „Atem Gottes“ oder „Lebenshauch“. Nahko geht es immer wieder um die ganzheitliche Schöpfung, unabhängig von festgeschriebenen Göttern. In seinem Song „Great Spirit“ betet er, und er räumt ein „I should talk to you more often“ (ich sollte öfter mit dir reden). An vielen Stellen seiner Songs kommen Zweifel, und dann wieder Hoffnung – am Ende bleibt er in seinem Glauben an das Gute immer positiv. Und ich kann nur von mir sprechen: Es ist ansteckend!

Time based prophecies that kept me from living
in the moment I am struggling
to trust the divinity of all the guides
and what the hell they have planned for us.
I cry for the creatures who get left behind
but everything will change in a blink of an eye
and if you wish to survive
you will find the guide inside.
(aus Aloha Ke Akua, Nahko Bear)

Er kritisiert vielfach den Umgang des Menschen mit der Natur, und er setzt sich mit Rassismus und der Gier des weißen Mannes auseinander. Dem entgegen stellt er sein „Konzept“ von Liebe, Vergebung, Spirit. Neben seiner Musik ist er sehr engagiert in verschiedenen Umweltschutzorganisationen, und auch politisch hat er sich sowohl für Bernie Sanders eingesetzt, als auch für die Indianer am Standing Rock (für die, die das mitbekommen haben.)

 

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Inspiration und Vorbild

Ich fühle mich seinem gesamten Werk inzwischen sehr verbunden. Mit „Aloha Ke Akua“ hat es begonnen, aber ich liebe auch viele weitere Songs von ihm – meine liebsten Zitate habe ich für diesen Beitrag als Grafiken verewigt.

Seine Musik wirkt sofort beruhigend auf mich – ich fühle mich bei ihm einfach wohl! 🙂 Seit ich mich intensiv mit seiner Geschichte und seiner Musik auseinandergesetzt habe, hat sich viel in meinem Leben verändert. Ja, das hatte auch mit den Geburten zu tun, denn die fielen zufällig (wenn es Zufälle gibt) in diese Zeit. Man lernt nie wieder so viel und so schnell über sich selbst wie in der Zeit als Eltern, das ist einfach so. Nahko Bear hat mich mit seiner Musik zusätzlich „geerdet“. Ich bin in vielen Dingen gelassener geworden, und ich habe von ihm wohl eins der schwersten Dinge gelernt: Mich selbst zu lieben, indem ich mir (und anderen) vergebe. Dieses „Päckchen“, das ich eben erwähnte, das trage ich auch mit mir herum. Aber es ist längst nicht mehr so schwer wie früher. Und seine Sichtweise auf die Welt hat sehr dazu begeitragen!

Nun habe ich natürlich noch das Video für euch, nebst einigen Links zum Weiterlesen! Und vielleicht erreicht sein Zauber ja auch euch? Schreibt mir in den Kommentaren und macht auch bei der Blogparade mit! 🙂 Ich freue mich schon zu sehen, wer euch so inspiriert!

 

Alben, die ich habe und empfehle


HOKA*

Dark as Night*

My Name is Bear* – ist ganz frisch erschienen und mein Geschenk an mich :).

 

Songs/Videos auf Youtube

Ich habe euch aufgrund der Fülle einfacherhalber eine Playlist auf Youtube zusammengestellt – auch die Alben „Dark as Night“ und „On The Verge“ sind dabei.

Ein weiterer Favorit – mein aktueller Lieblingssong, bei dem mir spätestens bei der Zeile

the day you were born
you came out perfect, no reason to be torn
in silence

die Tränen kommen, ist „Love letters to God“ von HOKA. Den picke ich euch mal raus und verlinke den ebenfalls direkt – in der Akustik-Version:

 

 

Links

Nahko – offizielle Seite

„When love wins“ – die Geschichte von Nahko Bears Mutter (englisch)

It is Written, La Yoga Magazine – über Nahko’s politisches Engagement

Stand with Standing Rock – Infoseite

 

Bilder

Die Bilder für diesen Beitrag sind aus meinem Urlaubs-Archiv. Sie sind 2009 auf unserer Great Ocean Road-Tour in Australien entstanden.

 

*affiliate link: Bei Kauf über den mit * gekennzeichneten Link erhalte ich eine Provision, ohne dass Dir Mehrkosten entstehen. Meine Empfehlungen wähle ich sehr sorgfältig aus und stecke sehr viel Zeit und Arbeit in jeden meiner Beiträge. Über Provisionen und Werbung finanziere ich die laufenden Kosten dieses Blogs und kann auch zukünftig hochwertige Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen. Vielen Dank!

MaxiCosy-Decke // Einschlagdecke fürs Baby

Dieses Freebook wollte ich eigentlich selbst schreiben. Ich hatte schon unser MaxiCosy ausgemessen und einen ersten Entwurf für eine MaxiCosy-Decke handschriftlich skizziert, als ich bei Facebook zufällig über diese praktische Einschlagdecke fürs Baby stolperte: Als Freebook! Da brauchte ich das Rad also nicht mehr neu zu erfinden und konnte das ganze Projekt sehr fix umsetzen – sogar noch vor der Geburt! Zum Verbloggen hat es da schon etwas länger gedauert, aber hier ist sie endlich – ganz kurz und schmerzlos!

MaxiCosy-Decke nähen

Ich bin von dieser MaxiCosyDecke für Babies übrigens restlos begeistert – wir nutzen sie auch nicht nur für unterwegs, sondern auch für zuhause. Der Kleine schläft darin sehr zuverlässig und fühlt sich  sehr sehr wohl (und sieht einfach total niedlich darin aus). Insofern kann ich diese Einschlagdecke allen Mamas empfehlen, die fürs Baby nähen und noch nach einer Nähidee fürs Baby suchen.

Stoffe und Größe

Vernäht habe ich außen und innen Sweatshirtstoff. Fleece wäre natürlich noch kuscheliger gewesen, aber ich mag Fleece irgendwie nicht (davon wird man so elektrisch). Ich wollte eine glatte Oberfläche, und kuschelig warm ist sie auch! Ich könnte mir für die Decke übrigens auch gut Nicki vorstellen. Nicki ist natürlich eine Näh-Herausforderung, weil es sich so dehnt, aber ich glaube, es würde sich sehr lohnen. (Vielleicht mache ich das nochmal, wenn ich mal Tante werde…)

Die MaxiCosy-Decke reicht so ca. bis Gr. 68, würde ich sagen. Danach muss man sich die Decke selbstständig verlängern oder einfach mit einer anderen Decke zum Drüberlegen arbeiten, z.B. meine Sweat-Decke.

Nähen fürs Baby

Du suchst noch weitere Ideen zum Nähen fürs Baby? Dann schau dich doch mal hier um – ich nähe regelmäßig und viel für Babys und stelle viele Nähideen auf dem Blog vor! Sehr beliebt ist zum Beispiel der Baby-Hoodie oder auch der Strampler, oder mein Tutorial für eine Decke aus Sweat/Alpenfleece – alles Freebooks! Außerdem sammle ich Nähideen fürs Baby auf meiner Pinterest-Wand „Nähen fürs Baby“.

Auch über meinen Newsletter stelle ich regelmäßig meine Blogposts vor – ich teste viele Freebooks, ebooks, Stoffe und schreibe auch über meinen alltäglichen Mamawahnsinn mit vier Kindern – ich würde mich sehr freuen, wenn du dich in meinen Newsletter einträgst! Immer mal wieder gibts auch Rabatte oder Freebies aus meinem Shop.







 

Das Freebook

Genäht ist die Decke sehr schnell, der Schwierigkeitsgrad ist einfach. Man muss natürlich ein langes Knopfloch nähen! Für mich war es das erste mit meiner Maschine, aber es hat sehr gut geklappt. Im Zweifel hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung. Abgesehen davon ist es nicht schwer zu nähen.

So, das war es schon für heute – aber die Woche war ja auch schon voll genug! Ich verlinke noch mit Kiddikram, Sew Mini und Freebook Friday!

Lieber Gruß,

Sonja

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Hebammen und Geburtshilfe – ein Hilferuf

Dieses Thema begleitet mich seit sechs Jahren, seit ich das erste Mal schwanger war. Das war 2010. Inzwischen bin ich mit dem vierten Kind schwanger, und die Lage hat sich im Vergleich zu vor sechs Jahren deutlich verschlechtert: Die Rede ist von der Situation der Hebammen und Geburtshilfe in Deutschland. Aktuell ist das Thema für mich mal wieder sehr präsent – die nächste, die vierte, Geburt steht im Februar 2017 an. Ich werde an dieser Stelle NICHT im Einzelnen über die vorangegangenen Geburten schreiben, sondern das separat machen. Eins kann ich aber zu meinen Geburtsgeschichten sagen: Ich hatte alles – zwei Krankenhausgeburten mit 1x Kaiserschnitt und 1x Saugglocke und eine „Traum“-Geburt im Geburtshaus Paderborn.

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen möchte ich mich nun für die Hebammen stark machen und auch junge und Erst-Schwangere und auch (werdende) Väter für das Thema sensibilisieren.

„Meine“ Hebammen

Ich habe in den letzten sechs Jahren ausnahmslos fantastische Frauen als Hebammen kennengelernt, die ihren Beruf mit Leidenschaft, Liebe und Begeisterung ausgeübt haben. (Selbiges kann ich – nur zum Vergleich – längst nicht von allen Frauenärzten behaupten, die meine Schwangerschaften betreut haben!)

Wir sind in den vergangenen Jahren viel umgezogen, daher hatte ich eigentlich bei jedem Kind eine andere Hebamme. Zusätzlich habe ich über Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse viele wunderbare Hebammen kennenlernen dürfen, und ich kann eins mit Sicherheit sagen: Sie waren alle individuell und verschieden, und ich habe von jeder einzelnen etwas gelernt. Danke an dieser Stelle!

Hebammen und Geburtshilfe in Deutschland: Status Quo

Denk ich an die Geburtshilfe in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

So würde der gute alte Heinrich Heine das wohl formulieren. Es sieht finster aus. Wie in vielen Wirtschaftszweigen zählt auch im Gesundheitssektor nur noch eins: Die harte Währung. Und damit sind nicht die Gehälter des Pflegepersonals gemeint, sondern der Profit, der am Ende für die Krankenhäuser, Pharmakonzerne und wer da sonst noch dran verdient herausspringen soll.

Das gilt allgemein für Krankenhäuser und den Pflegesektor, aber eben auch speziell für die Geburtshilfe. Ich persönlich finde das einen Skandal, und ich werde auch sagen warum:

Eine Hebamme ist heute kaum noch in einem Krankenhaus angestellt, maximal in Teilzeit. Die meisten arbeiten freiberuflich und tragen schon darin ein gewisses Finanzierungsrisiko. Gut, das haben sie in der Regel vorher gewusst. Die, die trotzdem Hebammen werden, entscheiden sich meist aus Leidenschaft und Idealismus dafür – wovon wir als Schwangere und später als Mütter ungemein profitieren!

Viele Hebammen schlagen sich also mit dem Angebot diverser Kurse rund um Baby, Wochenbett, Schwangerschaft und Rückbildung durch, bieten Nach- und Vorsorgen an, leisten unersetzliche Hilfestellung im Alltag mit dem Baby und begleiten Geburten – und das alles auch am Wochenende, an Feiertagen und nachts.

Berufshaftpflicht unbezahlbar

Der letzte Punkt – die Geburtshilfe – ist allerdings selten geworden, denn kaum noch Hebammen können die Geburtshilfe überhaupt anbieten. Warum? Weil ihre Berufshaftpflichtprämie horrend gestiegen ist. Aktuell zahlt eine Hebamme in der Geburtshilfe 6.800€ im Jahr, Tendenz steigend. Gemessen an dem, was eine Hebamme im Durchschnitt verdient, ist es für die meisten kaufmännischer Irrsinn überhaupt noch Geburtshilfe anzubieten. Mit einer schlimmen Folge: Kreißsäle und Geburtshäuser werden geschlossen, und Schwangeren bleibt für die Entbindung nur noch die spärliche Auswahl, in welchem Krankenhaus sie entbinden wollen. Alternativen wie Geburtshäuser oder gar Hausgeburten werden mit dieser Politik systematisch ausgeräumt. Und genau das ist mehr als beklagenswert.

Immer noch gibt es viele Vorurteile gegen Hausgeburten oder Geburtshäuser, und auch ich sah mich bei meiner Entscheidung, mein drittes Kind im Geburtshaus zur Welt bringen zu wollen, mit Unglauben bis Entsetzen in meiner Familie konfrontiert. Mit diesen Ängsten und Vorurteilen werde ich an anderer Stelle noch einmal aufräumen – einen sehr schönen Beitrag dazu hat Sabrina von Mamahoch2 vor einiger Zeit geschrieben; in diesem Blogpost möchte ich auf etwas anderes hinaus.

Seit September 2015 bekommen Hebammen, die pro Quartal mindestens eine Geburt betreuen, einen Sicherheitsabschlag, damit sie sich ihren Beruf leisten können (ja, die Formulierung ist Absicht), ABER der Fehler liegt da schon wieder im Detail: Ist die Frau nämlich privat versichert, wird es schon wieder schwierig. Außerdem hat man ja auch mal Urlaub, das eigene Kind ist krank oder man selbst, oder es ist einfach ein schlechter Zeitraum mit wenig Geburten (ist in unserem Land auch nicht ungewöhnlich).

(Das ist übrigens eine ähnliche Milchmädchenrechnung wie die Maut-Debatte, bei der sie uns weismachen wollen, dass wir erstmal schön zahlen sollen, den Ausgleich dann aber an anderer Stelle bekommen in Form von Steuererleichterungen. Das ist ein genauso fiskalischer Unsinn wie die Gängelei der Hebammen, die wir gar nicht hoch genug bezahlen können für das, was diese Frauen leisten!)

Hinter der gesamten Problematik stehen finanzstarke Versicherungskonzerne und Krankenversicherungen, die mit wahnwitzigen Millionensummen getreu dem neoliberalistischen „Mehr-Wachstum“-Mantra dabei sind einen ganzen Berufsstand auszulöschen.

Bei der ganzen Debatte rund um die „sichere“ und „natürliche“ Geburt, oder bei den Nebenschauplätzen „Kaiserschnitt vs. natürliche Geburt“ geht es leider nicht um Argumente (von denen ich auch eine ganze Menge nur aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz beisteuern könnte), sondern um Geld. Davon haben besagte Versicherungskonzerne eine ganze Menge, und damit machen sie gerade die Hebammen platt. Das muss man einfach mal so sagen.

Aber die Hebammen haben uns. Frauen. Mütter. Eltern. Wir sind die Öffentlichkeit! Und wir müssen uns dagegen wehren, sonst werden unsere Töchter nur noch per Plan-Kaiserschnitt im Akkord im Krankenhaus (das, nebenbei gesagt, für Kranke ist!!) entbinden. Ein Blick nach Amerika – dem Land des Kapitalismus im Endstadium, das sich gerade vor der ganzen Welt mit seiner Präsidentschaftswahl blamiert hat – zeigt uns, wohin die Reise geht: Seit Jahren steigt dort die Kaiserschnittrate; der schlechte Zustand der Geburtshilfe wird immer wieder beklagt.

Dich geht das nichts an? Sicher?

Jetzt mag vielleicht die ein oder andere denken, dass sie das nichts angeht, weil sie sowieso keine Kinder will. Oder schon welche hat (aber die wollen vielleicht auch selbst mal welche haben?). Oder weil für viele aus medizinischen Gründen ein Kaiserschnitt unumgänglich ist. Oder weil viele die Optionen Hausgeburt und Geburtshaus schon nicht mehr haben. Oder sowieso nicht in Erwägung ziehen.

Ja, kann alles sein, und ich hab auch Verständnis für jede individuelle Entscheidung. Mir geht es im Gegensatz zu 99% aller Frauen- und Elternmagazine auch NICHT darum diese einzelnen Gruppen und Grüppchen jetzt inhaltlich gegeneinander aufzuhetzen, damit meine Klickzahlen stimmen.

Ich verurteile niemand für die Entscheidung per Plan-Kaiserschnitt entbinden zu wollen (das war auch mal anders, aber dazu schreibe ich ein anderes Mal). Was ich will: Dass wir uns alle bewusst machen, was da auf Kosten von Schwangeren, Müttern und unseren Kindern gerade verhandelt wird!! Auch wenn Du Dich selbst nicht für betroffen hältst, so geht uns das Thema sehr wohl gesamtgesellschaftlich an.

Dass die Optionen Hausgeburt und Geburtshaus zukünftig gar nicht mehr existieren sollen – das geht in einer demokratischen Gesellschaft nicht, bin ich der Meinung. Auch wenn Du selbst keine Hausgeburt oder Entbindung im Geburtshaus haben willst – die Möglichkeit dazu sollten alle Gebärenden in diesem Land haben!

Sollte es wirklich so weit kommen, dass es das Angebot Geburtshaus/Hausgeburt zukünftig nicht mehr gibt, weil die Versicherungsprämien für die Hebammen zu hoch sind (was für ein bescheuerter Grund, mal ehrlich!), dann werden Frauen und ihre Hebammen, die dies trotzdem wünschen, als nächstes kriminalisiert. In was für einem Staat lebten wir dann, wenn das Gebären zum kriminellen Akt wird??? — Ja genau, bitte mal kurz nachdenken!

Aktionen und Protest

Was machen wir jetzt? Ich mag es ja nicht die Dinge einfach nur zu beklagen. Es gibt ein paar Möglichkeiten sich für die Hebammen einzusetzen und die Geburtshilfe in Deutschland noch zu retten. Der Berufsverband der Hebammen setzt sich seit Jahren öffentlichkeitsstark ein. Außerdem gibt es die Eltern-Initiative „Mother Hood e.V.“, die eine Petition gestartet hat und ebenfalls seit Jahren auf die Missstände hinweist. Beide verlinke ich im Folgenden – klick Dich durch, lies Dich in die Problematik ein, teile auf Facebook, schreib an die Verantwortlichen, sammle Unterschriften, flute das Netz mit den entsprechenden hashtags, nerv die Politiker zu dem Thema …!!!

Wir können den Trend stoppen, wenn wir der Politik ganz klar sagen: Wir wollen eine weiterhin gute Betreuung durch unsere Hebammen! Rettet die Geburtshilfe, lasst Hausgeburten und Geburtshäuser nicht wegen Geld scheitern. Warum die sooooo wichtig sind, haben viele Mütter, Hebammen, Studien, Bloggerinnen bereits überzeugend dargelegt, während die Gegenseite immer nur mit Geld und möglichen Risiken herumfantasiert. Meine Geschichte wird bald dazukommen. (Leider geht’s ja nicht um Argumente oder Inhalte, aber trotzdem hab ich einiges zu dem Thema zu sagen. Freut Euch drauf!…)

Was mich an dieser Stelle allerdings brennend interessiert: Wie geht oder ging es Dir mit Deiner Hebamme? Welche Erfahrungen hast Du rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett mit Deiner Hebamme gemacht?

Ich werde dieses Thema noch das ein ums andere Mal in den nächsten Wochen aufgreifen. Bis dahin freue ich mich auf Kommentare und auch gern Fragen!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
Lieber Gruß,
Sonja

Links

Berufsverband der deutschen Hebammen, mit Möglichkeiten mitzumachen und sich dem Protest anzuschließen

Mother Hood e.V.  – Elterninitiative zur sicheren Geburt in Deutschland

Hebammenblog – sehr schöner Blog rund um Hebammenarbeit, Geburten und Schwangerenbetreuung

Hebammenpolitik – ein (älterer) Blog zum Thema