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reiseetui nähen

Reiseetui nähen – kleine Geschenkidee

Endlich wieder bloggen! Nach der DSGVO wird es nun wirklich Zeit, dass ich mich wieder meinem Kernthema widme: Nähen! Es wird hier zukünftig auch noch mehr genäht, denn ich deutete in meinem letzten Post über die DSGVO bereits an, dass ich nach einer kleinen Blog-Unlust mittlerweile voller neuer Ideen stecke und auch einen weiteren Blog plane! Mehr dazu demnächst. Heute zeige ich einfach mal wieder was Genähtes. Dieses Reiseetui habe ich schon vor unserem Urlaub genäht. Es war ein Geschenk für meine Mama und ihren Herzensmann, denn die beiden haben uns alle (also insgesamt 6 Kinder + Ehegatten + Kinder + Hunde) nach Dänemark eingeladen! Und als Dankeschön haben wir uns zusammengetan und den beiden einen Kurztrip nach Hamburg spendiert – mit Hotel, Musical, Essen usw. Da lassen wir uns ja nicht lumpen ;). Und dafür konnte ich nicht anders – ich musste dieses Reiseetui nähen!

 

Reiseetui nähen – Schnitt und Ideen

Ich habe mit diesem Reiseetui das Rad nun nicht neu erfunden, aber das Schnittmuster habe ich mir nach einiger Recherche selbst überlegt. Mir hatte auch das Freebook von Pattydoo gefallen, aber ich hatte nicht genug Material da. Außerdem brauchte ich keine Fächer für Reisepässe und überhaupt wollte ich meine eigenen Maße haben. Also habe ich mir mehr oder weniger freihand was ausgeschnitten. Derzeit existiert dazu noch kein Schnittmuster, aber wenn du mir jetzt über die Kommentare bescheid gibst, könnte ich da sicher noch was machen. Demnächst will ich nämlich noch eins für unsere ganzen Pässe nähen, und das muss auch anders als das von Pattydoo, weil ich ja sechs Reisepässe und weitere Unterlagen darin verwahren will.

reiseetui nähen

Das hatte ich vor dem Dänemark-Urlaub nicht geschafft. Da braucht man übrigens Kinderreisepässe!! Also, wir wurden nicht kontrolliert, aber rein gesetzlich braucht man die Pässe. Und jedes Kind muss persönlich den Pass abholen. Auch, wenn es erst drei Tage alt ist. So ist das, wissta bescheid.

Mein Reiseetui ist recht einfach: Auf der einen Seite habe ich dieses gebogene Fach gemacht, auf der anderen ein Einschubfach und ein Reißverschlussfach. Und meine Stickmaschine durfte auch ein bisschen was tun – meine Stickwerke zeige ich viel zu wenig. Das Muster war von der Maschine, gestickt habe ich mit dem Farbverlaufsgarn von SULKY® (Werbung). Das Garn hatte ich ja für die Entwicklung der Freebook-Tasche-Joelle gestellt bekommen. Bei diesem eigentlich einfarbigen Muster kam es sehr schön raus:

sticken mit farbverlaufsgarn

Außen habe ich Korkstoff verwendet, weil der schön robust ist. Geschlossen wird es mit einem Gummiband.

reiseetui nähen

Nähwettbewerb und mehr Ideen

Mit diesem Reiseetui nehme ich am Nähwettbewerb von Talu.de teil. Schon im letzten Jahr habe ich bei dem Kräuterwettbewerb von Talu teilgenommen, da war mein Kräutersalz entstanden, das übrigens mit längerer Lagerung erst sein Aroma voll entfaltet. Ich bin sehr begeistert!

Mehr Nähideen für Stoffreste oder Geschenkideen zum Selbermachen sammle ich auf Pinterest – schau vorbei, ich freue mich auch dort über Besuch :). Damit gebe ich nun ab zu TT-Taschen und Täschchen, Creadienstag und den Stickfreuden!

 

Bis sehr bald,

Sonja

Mutter-Tochter-Wochenende auf dem Pferdehof

Es war soooooooooooooooo schön! Und meine Große ist nun endgültig mit dem Pferdevirus infiziert. Aber der Reihe nach: Ich hatte schon vor einem halben Jahr nach etwas gesucht, das ich mal allein mit meiner ältesten Tochter unternehmen kann. Immer mal wieder geraten wir zwei mal mehr, mal weniger heftig aneinander, und ich hatte die Idee mal ganz allein was mit ihr zu machen – als „Teambuilding“ sozusagen. Ich wollte, dass wir etwas haben, das uns eint. Ist mir wohl gelungen – soviel vorweg!

Die Pony-Ranch Lanwermann

Finja steht schon lange auf Pferde, nicht erst seit „Bibi & Tina“*. Und da ich selbst auch Pferde liebe (ich bin früher jahre voltigiert und habe dann später Reitstunden genommen; leider fehlt mit für dieses Hobby einfach die Zeit), kam ich dann schnell auf die Idee mit ihr ein „Ponywochenende“ zu machen. Nur wo?

Nach einiger Recherche stieß ich auf die Pony-Ranch Lanwermann in Kalletal, die von uns in einer knappen Stunde Autofahrt zu erreichen ist. Die Pony-Ranch hat verschiedene Pakete im Angebot, darunter natürlich auch Reiterferien, wie man das vom „Martinshof“ bei Bibi&Tina kennt, aber auch spezielle „Mutter-Kind-Wochenendene„. DAS war das ideale Angebot für uns!

In dem Angebot ist Vollverpflegung mit Frühstück, Mittag, Kaffee und Abendbrot enthalten, und man kann für sich als Mama und für das Kind zwischen verschiedenen Reitpaketen wählen. Ich wollte ursprünglich auch Reitstunden nehmen, musste dann aber leider wegen der Schwangerschaft auf das Nicht-Reiter-Paket umbuchen (was problemlos möglich war). Für Finja habe ich ein Anfänger-Paket gebucht.

Finja in „Reitmontur“ – Bibi&Tina-Shirt, genäht von Mama (Stoff:
Stoffe Hemmers*), und Reithose (Jako-O)*

Die Reitstunden

Angereist sind wir am Freitag Nachmittag. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben (jede Partei hat ein eigenes Zimmer mit angeschlossenem Bad), ging es dann auch bald los mit der ersten Reitstunde – das heißt: 10 Minuten Longenunterricht und 20 Minuten von Mama durch die Halle geführt. Das klingt wenig, hat Finja aber fürs erste vollkommen ausgereicht um überhaupt ein Gefühl für das Pferd zu bekommen. Sobald sie aufsaß, strahlte sie über das ganze Gesicht.

Unser Reitwochenende für Mutter und Tochter (ab 5 Jahren!) war einfach perfekt.

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Am Samstag war dann nach dem Frühstück die erste Reitstunde. Nach dem Mittagessen hatten die Kinder dann einen Pony-Putz-Wettbewerb (den Finja prompt mit ihrem Team gewonnen hat), und bei dem sie eine echte Siegerschleife bekam – spätestens jetzt war Finja selig! 

Später haben wir dann noch einen Führ-Ausritt unternommen, und Finja sagte auf dem Rückweg: „Heute ist der schönste Tag meines Lebens.“

Abends wurde in der hofeigenen Grillhütte gegrillt, und der Abend klang sehr schön und ruhig aus. Am Sonntag nach dem Frühstück haben wir dann noch einen kleinen Führausritt gemacht, und dann ging es nach Hause – und mein Tochterkind war glücklich.

Der Hof und die Unterbringung

Der helle und freundliche Hof Lanwermann liegt idyllisch inmitten weitläufiger Weiden, so wie man sich einen Reiterhof eben vorstellt. Von der A2 bis zum Hof fährt man noch gut eine halbe Stunde durch Dörfer und Felder, bis man sein Ziel erreicht hat.
Der Hof selbst ist wie gesagt hell und freundlich – da kenne ich ganz andere Ställe! Die Pferde und Ponys fühlen sich hier sichtlich wohl – so freundliche und liebe Tiere habe ich selten erlebt.

Nicht nur Pferde sind hier zuhause; auch ein paar Hühner, Ziegen und niedliche Teddy-Kaninchen wohnen hier – für Finja war es das Größte, in den Zeiten zwischen den Mahlzeiten und Reiteinheiten das Kleinvieh zu füttern. Ich erwähne dies, falls jemand sich Gedanken macht, was man in den Zwischenzeiten so anfangen soll.

Ältere Kinder sind vielleicht nicht mehr so leicht mit Ziegen und Kaninchen zu beeindrucken. Finja war mit ihren fast sechs Jahren mit die Jüngste. Der Altersdurchschnitt der anderen Mädchen lag eher so bei 9-11 Jahren.

Für Abwechslung sorgte neben den Tieren auch der schöne Spielzplatz (inkl. Seilbahn) auf dem Gelände, der auch gut von allen Altersgruppen frequentiert wurde, während die Mamas in der Sonne (oder auf dem Pferd) saßen.

Für Beschäftigung ist also auch gesorgt, wenn man als Mama selbst auf dem Pferd sitzt. Speziell am ersten Abend waren die Mädchen allesamt nach dem Abendessen irgendwo in den Ställen und der Reithalle verschwunden. Wir Mamas konnten in Ruhe quatschen (das stelle ich mir in den kommenden Jahren auch noch entspannter vor, wenn Finja noch größer und selbstständiger ist).

Die Zimmer sind auf mehrere Personen ausgelegt – unser Zimmer war z.B. für drei Personen gedacht. Der Hof Lanwermann bietet hauptsächlich Reitferien an; die Ausstattung ist also mehr Jugendherberge als Hotel oder Ferienwohnung. Die Einrichtung ist freundlich, einfach und zweckmäßig. Alle Zimmer verfügen über ein eigenes Bad mit Dusche und WC – alles sauber und einwandfrei. Unser Zimmer hatte sogar eine kleine Küchenzeile, aber das ist kein Standard in allen Zimmern. Bei den Betten handelte es sich um Stockbetten.

Das Essen war ebenfalls einfach gehalten, aber gut. Wir sind satt geworden, und wir waren ja auch nicht auf Gourmet-Reise, sondern aufm Ponyhof. Und werden mit Sicherheit wiederkommen!

Bis bald,
Sonja






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Hinweis: Ich habe unser Mutter-Tochter-Reitwochenende selbst gebucht und bezahlt; es handelt sich bei diesem Artikel um keine Kooperation.

Urlaub mit Kindern – ein Überlebensratgeberpost mit Urlaubstipp

Familienurlaub ist etwas völlig anderes als „Urlaub“, das werden Eltern mit Kindern aller Altersstufen bestätigen können. Bei uns sind die Zeiten, in denen wir im Urlaub Urlaub hatten, seit gut fünf Jahren vorbei, seit unsere erste Tochter geboren wurde und wir mit jeder Reise in das Thema „Familienurlaub“ hineingewachsen sind.

Mittlerweile sind wir nicht nur im Alltag, sondern auch im Urlaub ein eingespieltes Team, denn auch das will gelernt sein: Mit Kindern Urlaub machen! Ich kenne nicht wenige Eltern, die nach dem Urlaub gern wieder zur Arbeit gehen, weil das entspannter ist als den ganzen Tag die Zwerge um sich zu haben. Wie und wo wir das dieses Mal gut geschafft haben – davon bericht ich heute!

Reisegesellschaft
Seit ein paar Jahren fahren wir einmal im Jahr mit einer sehr gut befreundeten (und mittlerweile verpateten) Familie, die auch drei Kinder im Alter unserer Kinder haben, in den Urlaub. Mein Mann und der Papa von Familie K. kennen sich noch aus Abizeiten, und auch zwischen Frau K. (auch eine Nähmama) und mir, sowie unseren Kindern hat es von Anfang an „gepasst“.

Wir feiern seit Jahren Silvester zusammen und sind dann irgendwann dazu übergegangen auch den Urlaub gemeinsam zu verbringen – bisher eine Erfolgsgarantie und Win-Win-Situation für alle! 

Stress pur im Familienurlaub? 
Es empfiehlt sich aus verschiedenen Gründen mit einer befreundeten Familie zu fahren:

Familienurlaub ist deutlich „stressiger“ als der normale Alltagstrott: Auch wir Erwachsenen müssen uns erstmal neu orientieren und im Zielgebiet organisieren. Wir müssen weiter funktionieren und können es uns eben nicht sofort im Liegestuhl bequem machen, wie wir es in unserem Leben vor den Kindern vielleicht gewöhnt waren.

Wir müssen weiterhin für halbwegs geregelte Mahlzeiten sorgen, Essen einkaufen, Koffer auspacken, ggfs. Bettwäsche auf fünf Betten aufziehen, ein Campingbett aufbauen, den Kindern erklären, dass wir leider irgendein Lieblingsspielzeug zuhause vergessen haben und nach einer möglicherweise langen und tränenreichen Anreise bei Stau und schwächelnder Klimaanlage ein Abendessen zaubern. Je nachdem wie gut wir mental darauf vorbereitet sind, entwickelt sich dann aus Kleinigkeiten Frust und Streit.

Es ist deutlich einfacher, wenn man zwei Erwachsene mehr ist, um all diese Aufgaben zu übernehmen, auch wenn es insgesamt mehr Kinder sind – das ist die Quintessenz unserer gemeinsamen Urlaube.

Auch die Kinder sind aufgedreht, wenn sie im Ziel ankommen: Sie haben ziemlich lange gesessen und sich eventuell gelangweilt, haben steife Glieder und Hunger. Ausgeschlafen sind sie meistens – was uns Große dann zusätzlich stresst, weil wir uns bange fragen, ob und wann wir die ganze Bagage ins Bett kriegen. Wir selbst sind nämlich reif für ein Nickerchen. Oder wenigstens eine Dusche.

Mit Freunden urlauben löst das Problem: Die Wiedersehensfreude ist meist groß, und schon sind zumindest unsere vier „Großen“ im Alter von fast vier bis fast sechs verschwunden um das Gelände zu erkunden.

Natürlich muss es auch irgendwie die „richtige“ Familie sein – wir haben Glück mit unseren Reisefreunden – wir alle haben einen „Partner“ in der jeweils anderen Familie auf einer Wellenlänge, und es funktioniert total gut. So eine ideal passende Familie zu finden ist nicht immer einfach – gibt ja auch Familien, mit denen ich mir einen gemeinsamen Urlaub nicht so entspannt vorstelle. Wichtig ist, dass sich die Elternpaare gut verstehen und möglichst eine große Deckung verschiedener Weltansichten und auch Kindererziehung haben, denn für die Urlaubswoche sind wir alle für alle Kinder irgendwie mit verantwortlich und sollten uns über bestimmte Grenzen und Leitlinien einig sein.

Wir haben jetzt nie einen „Kriegsrat“ dazu abgehalten und unsere Statuten aufgestellt, und wir sind auch nicht in allen Dingen einer Meinung. Aber in den Wichtigen Dingen sind wir uns einig und vor allem fallen wir uns nicht gegenseitig in den Rücken, z.B. bei der Verteilung von Gummibärchen oder Eis (ein Rat, den ich auch an einzelne Elternpaare weitergeben kann! Ihr bildet zusammen die „Front“! Meinungsverschiedenheiten sind immer erwünscht, aber werden ohne Kinder ausdiskutiert. Vor den Kindern seid ihr einander solidarisch, und wenn einer was verbietet, kann der andere es nicht erlauben. Punkt.)

Das Ganze funktioniert auch nur, wenn beide Paare „intakt“ sind und bei dem gemeinsamen Projekt Familienurlaub gleichermaßen mitmachen. Natürlich gibt es so ein Urlaub auch her, dass einer mal mittags Schlaf nachholen kann, aber es muss auf der Paarebene abgesprochen sein – so, wie es idealerweise auch im Alltag funktioniert.

Marla komplett benäht – Body nach Schnabelina, Tunika Ottobre, Monkey Pants von Kid5

Eine kleine Bewährungsprobe war bei uns das Thema Streit unter den Kindern. Das hatten wir in den letzten Jahren nicht so. Mittlerweile sind speziell die großen vier aber in einem streitfähigen Alter, und allein unsere beiden gehen ja auch zuhause schon gut aufeinander los.

Auch im Urlaub gab es dann zum Ende der Woche ein paar heftige Auseinandersetzungen, die wir aber zum Glück alle gut lösen konnten, wenngleich nicht ohne Tränen.

Hier versteckt sich allerdings Zündstoff, und ich finde es wichtig darauf hinzuweisen, dass wir Großen uns nicht in die Streite der Kinder hineinziehen lassen und die Probleme eben auch „wie Große“ klären – mit den Kindern. Der Anlass in unserem Fall war jeweils nichtig; dahinter steckte wahrscheinlich eine gewisse Ermüdung und ein „Zuviel“ an Nähe – eine Woche mit einer ganzen anderen Familie so eng zusammen zu leben bedeutet für die Kinder auch Stress!

Das richtige Reiseziel und welche Fehler man vermeiden sollte
Beim Familienurlaub kann man schon bei der Buchung alles falsch machen: Ok, wenn Du nunmal der 5-Sterne-Hotel-all-inclusive-Urlauber mit Kinderanimation bist, und Dich jeden Urlaub ärgerst, dass Du das Hotelzimmer nicht gescheit abdunkeln kannst oder dass Deine Kinder sich beim Essen nicht benehmen – vielleicht sollte es doch mal was „bodenständigeres“ sein?


Die Anfahrt in den Familienurlaub sollte für alle Beteiligten in einem überschaubaren Rahmen liegen, speziell wenn Kinder berühmt für Reisekrankheit sind. Außerdem müssen wir nicht glauben, dass besonders weit weg oder besonders teuer auch besonders gut für die Kinder ist. (Besonders teuer fällt allerspätestens ab dem dritten Kind sowieso erstmal aus, bis die fertig sind mit Studieren — hoffentlich!? )

Meiner Erfahrung nach sind gerade junge Kinder vollkommen zufrieden, wenn sie eine Woche lang im Sand sitzen und Wasser in der Nähe zum Matschen haben. Ob sie das an der Ostsee oder Mallorca oder in Florida oder Australien machen ist den Kindern völlig wumpe. Die erinnern sich am Ende an so Sachen wie eine besonders coole Ritterburg, die sie gebaut haben, oder ein riesengroßes Eis, das sie bekommen haben.

Neben Sand und Wasser (das hatten wir in unseren letzten Urlauben) gibt es noch was, was Kinder im Kindergartenalter super finden: Tiere.
Das war in diesem Jahr auch ausschlaggebend für unser Reiseziel, die Ziegenalm Sophienhof im Harz. Wir haben bereits in unserem letzten Urlaub gemerkt, dass die Kinder sich sehr gut den ganzen Tag mit Tieren beschäftigen können. Der Harz war als Reiseziel außerdem ideal, also haben wir recht bald die „Ziegenalm“ gefunden und dort zwei Ferienwohnungen in einem Haus gebucht.

Der aufmerksame Leser hat richtig erkannt: Wir haben unser Ziel nach den Bedürfnissen der Kinder ausgewählt. Wellness und Erholung machen wir ein anderes Mal! Ich glaube, dass dies am wichtigsten für den gelungenen Familienurlaub ohne Stress ist: Dass die Kinder gut beschäftigt sind und sich wohl fühlen. Dann finden auch wir die Lücken und Nischen, in denen wir entspannen können.

Die beiden Ferienwohnungen erwiesen sich als ideal für uns – beide Wohnungen waren nur durch einen kurzen Flur getrennt, und wir hatten so eine große Etage plus schönem, verwilderten Garten für uns, das war super: Die Kinder hatten draußen viel Gelegenheit Abenteuer zu erleben und was zu entdecken. Die eigentliche Ziegenalm lag in Fußnähe, sodass wir außerdem jeden Tag die Ziegen sehen und füttern konnten.

Das war schade an der Lage der Wohnungen: Wir waren nicht direkt auf dem Hof, etwas mehr Interaktion hätten wir uns da im ersten Moment gewünscht, aber auch so war es nah genug dran, und so haben wir die Kinder auch mal von den Ziegen weggekriegt.

Von der Ziegenalm Sophienhof aus haben wir viele wunderschöne Ausflüge und auch eine schöne Wanderung unternommen – die Sonne sonnte uns wohl, und ich muss sagen, dass der Harz gerade für Tagesausflüge mit Kindern sehr sehr viel zu bieten hat. Da uns Strand und Meer fehlten, war unser Urlaub entsprechend programmintensiv.

Unsere Ausflüge


Von der Ziegenalm aus war es nicht weit zum Rabensteiner Stollen, den wir auch als erstes besichtigt haben.

Ich fand das Kohle-Bergwerk sehr interessant, allerdings muss ich als Mama von Kleinkindern das Fazit ziehen: So toll war es für die Kleinen nicht! Das jüngste Kind sollte schon fünf bis sechs Jahre sein um inhaltlich überhaupt folgen zu können.

Unser Sohn Jesper hatte mit seinen vier Jahren Angst, gerade beim Runterfahren: Wir sind mit einer kleinen Bahn in einen stockfinsteren Tunnel gefahren; ich habe Finja vor mir festgehalten, Jesper saß hinter mir und klammerte sich an mich, und Stefan hielt Marla fest.
Wir hatten auch einen Tragerucksack dabei, aber durch die niedrigen Decken durften wir Marla nicht reinsetzen – ich hatte sie also die meiste Zeit der knapp einstündigen Führung auf dem Arm. Und sie wand sich und wollte runter, jammerte, verlor andauernd ihren Helm und nur mit Mühe und Not NICHT ihren Schnuller.

Jesper im Raglan T-Shirt nach Ottobre

Fazit: Bergwerke erst in ein paar Jahren wieder! Grundsätzlich ist der Rabensteiner Stollen aber ein schönes Ziel für einen Familienausflug, und gerade abenteuerlustige Kids werden voll auf ihre Kosten kommen!

Pullman City – Westernstadt im Harz
Am nächsten Tag trafen wir es besser: Wir haben uns wieder auf eine Zeitreise begeben und Pullman City, die Westernstadt im Harz, besucht. Von der Ziegenalm aus liegt die ca. eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Montag und Freitag kommt man zum halben Preis rein, und so zog es uns dann dorthin – ein voller Erfolg!

Besonders gefallen hat uns hier der gewaltfreie Ansatz. Die amerikanische Geschichte ist bis in die heutige Zeit blutig, und der Genozid an den Ureinwohnern des Kontinents ist noch lange nicht aufgearbeitet. Insofern kann man vor dem Besuch der Westernstadt im Harz tatsächlich gewisse Ressentiments pflegen. Wir haben uns darauf eingelassen und eben besonders die positive Feststellung gemacht, dass es eine Wild-West-Show ohne knallende Colts und Gewalt geben kann.

Die Westernstadt ist wirklich nett aufgebaut mit reichlich Verpflegungsmöglichkeiten, Unterhaltung (tolle Pferdeshow!!!), einem super Spielplatz und Ponyreiten, dem Highlight für unsere Kinder. Nun folgt eine kleine Bilderflut um ein paar Eindrücke der Westernstadt zu bekommen:

Es gab auch ein authentisches Trapperlager, ein Mandan-Erdhaus, ein Museum zur amerikanischen Geschichte der Kolonialzeit, und vieles mehr!

Uns und allen Kindern hat der Ausflug in die Westernstadt sehr gut gefallen, und wir würden gern wieder hinfahren!

Finja im Raglankleid nach klimperklein

Der Brocken
Man kann gar nicht in den Harz fahren ohne den Brocken zu sehen – wir wollten uns fast aus Kostengründen drücken. Man kommt nur zu Fuß oder mit der Harzer Schmalspurbahn hinauf, und das Ticket für einen Erwachsenen ist dermaßen unverschämt teuer, dass wir eigentlich nicht hinauf wollten. 

Aber wenn man schonmal da ist… Und es fährt eine echte Dampflok… und alles andere kostet auch Geld…

  
Wir haben es also getan und sind mit der Dampflok hinauf gefahren! Bewusst sind wir ab Drei Annen Hohne zugestiegen um eine möglichst kurze Fahrt zu haben. Mit einer knappen Stunde war auch unsere Belastungsgrenze erreicht – für die Kinder ist es natürlich ein Stückchen aufregend, aber nach einer halben Stunde muss man sich schon was einfallen lassen. Und die Babies im Alter von einem halben und einem Jahr war die Bahnfahrt auch eher nicht so interessant.

Oben angekommen war es windig und kalt, und auf dem Rundweg ging schnell das Geheule von zwei Kindern los: Zu windig, zu kalt, Hunger, Füße tun weh etc…
Es war schon nicht so leicht die Motivation zu halten. Die Aussicht aber war grandios:

Nach dem Rundweg und einer Brotzeit ging es dann zurück – trotz der Anstrengung und des Fahrpreises war es schön dort gewesen zu sein. Zumindest ich hatte zuvor noch nie die Gelegenheit!

Thale
Einer unserer letzten, sehr gelungenen Ausflüge führte uns in die Stadt Thale, die neben einem mystischen Wanderweg durch die Stadt ein paar schöne Spielplätze, eine Gondelbahn und natürlich den Hexentanzplatz zu bieten hat!

Vor dieser wunderschönen Kulisse kommt richtig „Harz-Feeling“ auf: Hier ist der Nationalpark Harz richtig nah!

Diese Bilder sind aus der Gondelbahn heraus entstanden, die mich ja doch etwas Überwindung gekostet hat zu betreten, ich bin da eher so der Schisser.

 Mit der Gondelbahn ging es hinauf zum Hexentanzplatz, einem beliebten Touristenziel, das auch für Kinder einiges zu bieten hat.

 Da sitzt er, der Beelzebub:


In der Nähe stand natürlich auch ein Hexenhaus auf dem Kopf, das ich mit den vier großen Kindern besichtigt habe – sehr nett gemacht, und ich bin ja empfänglich für die ganzen Symbole und alles rund um Hexen und Teufel, daher noch zwei Bilder aus dem Haus, in dem alles auf dem Kopf steht. Eine uralte Nähmaschine hing da auch unter der Decke, und ein Spinnrad, aber das Licht war zu dunkel – da müsst ihr dann wohl selber hinfahren und gucken!

Ach ja, einen Tierpark gibt’s da auch noch zu besuchen, und unten bei der Gondelbahn gibt’s einen tollen Spielplatz (ok, die haben auch diese ganzen elektrischen Karussels und so, wo man nen Euro reinstecken muss, aber unsere waren mit dem „Schiff“ dort total happy) und für größere Kinder einen Kletterwald. Also: Thale ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Jetzt verabschiede ich mich – vielen Dank für’s Lesen, ich hoffe, der Artikel hat Dir gefallen?

Bis bald,
Sonja

Hinweis: Dieser Blogpost enthält eine Menge Reise- und Ausflugsempfehlungen, allerdings KEINE WERBUNG. Weder die Reise noch Teile davon wurden in irgendeiner Form gesponsort. Sollten Sie an einer Kooperation interessiert sein, schreiben Sie mir gern eine Mail. Vielen Dank.