Schlagwort: Motivation

Zeitmanagement für Mamas. Life Balance und Glücklichsein mit Kindern, Haushalt und Blog

Immer mal wieder bekomme ich Komplimente oder ernte Erstaunen. Das drückt sich dann meist ungefähr so aus: „Wie schaffst du das alles?“ – „Wie machst du das nur?“ Flankiert wird das meistens von Sätzen wie „Ich bin abends so platt, ich kann dann nur noch fernsehen.“ Ich wurde sogar schon als „Zeitmanagement-Genie“ bezeichnet – alles Komplimente, die ich gern annehme. Aber eigentlich empfinde ich meine Art Haushalt und Kinder und Blog und Nähstudio zu organisieren ganz normal. Oder doch nicht? Meine goldenen Regeln und ein paar ganz grundsätzliche Dinge über das Leben und das Glücklichsein und zum Zeitmanagement für Mama(-Blogger) lest ihr heute hier…

Zeitmanagement und Life Balance

Ich kenne so viele Leute, die dauernd im Stress sind (dem negativen), weil sie keine Zeit mehr haben. War ich auch mal. Bin ich auch immer noch, aber irgendwie positiver, finde ich. Wie komme ich jetzt auf Stress? Nun ja, Stress und Zeitmangel hängen ja irgendwie zusammen. Wer kennt das nicht, dieses „Ich brauch mal wieder Zeit für mich“? Die Lösung ist also scheinbar, dass man möglichst viel Zeit „für sich“ zusammenspart um dann viel Zeit zu haben. Was dann automatisch zu Entspannung führt. Jedenfalls theoretisch.

Ich schreib heute mal ein paar Takte aus meiner Sicht dazu. Und eigentlich gehts auch nur vordergründig um Zeitmanagement, sondern vielmehr um „Life Balance“. Nicht Work-Life-Balance oder Blog-Life-Balance oder Kids-Life-Balance, sondern ganz schlicht „Life Balance“. Denn für mich gehört alles zu meinem Leben dazu: Meine Kinder, mein Mann, mein Blog, meine Nähwerkstatt und auch der Haushalt. Das alles und noch mehr unter einen Hut zu bekommen geht nicht, wenn man mit strikten Polen arbeitet, die sich bitte nicht berühren dürfen. Ich glaube fest daran, dass alles um uns im Fluss ist. Und nur so funktioniert auch der Alltag mit vier Kindern, Blog, Haushalt und der Nähmaschine.

Ich werde im folgenden Text also mehr auf die Basis eines glücklichen Zeitmanagements eingehen statt irgendwelche Tools zur Terminorganisation vorzustellen. Dazu kommt dann nochmal ein separater Beitrag! Denn eins beobachte ich immer wieder: Das „Problem“ ist nicht das richtige Tool, sondern mehr …

… eine Frage der Einstellung

Fühlst du dich von Terminen und To-Dos verfolgt? Hast du allem und jedem gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil du nie Zeit hast? Und eigentlich fühlst du dich leer und ausgebrannt und fragst dich, wann denn mal wieder Zeit für dich ist?

Also zunächst einmal: Es geht uns allen so! Wenn man „Zeitmanagement“ googelt, landet man bei diversen Methoden und/oder Tools, die einem helfen die einem „zur Verfügung stehende Zeit möglichst produktiv zu nutzen.“ (Wikipedia)

Wenn man sich Definitionen wie diese mal auf dem Zahnfleisch zergehen lässt, muss man sich gerade als Mama fragen, ob die „produktive Nutzung von Zeit“ beim Thema Kinder nicht vollkommen deplatziert ist, denn Kinder nutzen ihre Zeit – ihre Kindheit! – genau gegenteilig zu dem betriebswirtschaftlichen Streben möglichst viel Profit aus der uns gegebenen Zeit herauszuholen. Kinder spielen einfach. Vergessen die Zeit dabei. Und damit sind sie die großen Gewinner.

Das ist der Kern dessen, was ich Dir heute sagen will: Wir sind es in unserer kapitalistischen Welt gewöhnt überall das Optimum herauszuholen – den größten Profit und die besten Rendite zu machen. In punkto Geld, und in punkto Zeit. Denn Zeit ist Geld, haben wir alle mal gelernt. Aber so wenig wie Geld glücklich macht, macht Zeit allein glücklich. DAS habe ich von meinen Kindern gelernt.

Zeit muss man nutzen. Auch das wissen wir eigentlich alle. Nur wie, ist die Frage. Ganz ehrlich: Wenn ich z.B. eine Glotze hätte, vor der ich jeden Abend versumpfen könnte, würde es mir wahrscheinlich auch viel schlechter gehen. Denn Fernsehen ist tote Zeit (das gilt auch für deine Kinder, nur mal so nebenbei). Sobald wir uns in eine passive Rolle begeben, geben wir nicht nur die Verantwortung für uns ab, sondern auch wertvolle Energie. Ja, ich sitze abends lieber an der Nähmaschine oder schreibe für meinen Blog. Aber der Unterschied ist: Das GIBT mir Energie, anstatt sie mir zu nehmen! Das heißt nicht, dass ich nicht auch mal gern einen Filmabend habe oder nicht gern ins Kino gehe – im Gegenteil!

Aber wie und wo soll man anfangen? Immer wieder nicken alle eifrig, wenn ich Weisheiten wie diese von mir gebe, und meist kommt dann, dass der Anfang das Schwerste ist. Das stimmt natürlich. Aber anfangen muss man, sonst endet man echt frustriert und wird zu einem sehr unangenehmen Zeitgenossen, der so zwischen Selbstmitleid, Neid und Griesgram vor sich hinvegetiert und auf den nächsten Arzttermin wartet.

 

Zeitmanagement für Mamas

Vor etwa einem Jahr habe ich einen Workshop besucht. Dabei ging es generell um die Mutterrolle, Selbstfindung, eigene Stärken und Schwächen usw. Das hatte rein gar nichts mit Zeitmanagement zu tun, und doch drehte sich bei allen Teilnehmerinnen alles um Zeit!

Eine Teilnehmerin sagte, sie würde gern Gitarre spielen lernen, aber jetzt mit ihrem dritten Kind hätte sie überhaupt keine Zeit mehr, und selbst wenn sich mal ein Zeitfenster auftäte, wüsste sie ja nie, ob das nur zehn Minuten sind und ob es sich „lohnt“ die Gitarre überhaupt zu hervorzukramen.

Dieses Problem kenne ich nur zu gut! Und mein Tipp war und bleibt: JA! Es „lohnt“ sich! Man kann Pech haben und es sind sogar weniger als zehn Minuten. Man kann aber auch Glück haben und plötzlich hat man eine ganze Stunde Zeit! Ich nenne das die „Mama-Schlaf-Lotterie“. Und ich ziehe auch nicht immer sechs Richtige.

Einmal hab ich mich richtig geärgert, dass ich bei einem unverhofft langen Mittagsschlaf nicht vorbereitet war und am Ende die schöne Zeit irgendwie verplempert habe. Das war tote Zeit, die ich mit nutzlosen Dingen vergeudet habe. Irgendeinen Mist im Internet gesucht oder irgendeine dämliche Diskussion im social network verfolgt oder so. Ich weiß nicht mal mehr, was ich in der Zeit gemacht habe. Es war tote Zeit, die mir Energie geraubt hat. Das hat mich maßlos geärgert, und es ist mir nie wieder passiert.

Die Kehrseite dieser Medaille ist aber auch: Wenn man mit einem langen Mittagsschlaf des Kindes rechnet und dann enttäuscht wird, sollte man für sich Strategien entwickeln das nicht ganz so schwer zu nehmen. Dein Baby macht das nicht um dich zu ärgern, auch wenn man sich in dem Moment echt betrogen fühlt. Auch das gehört dazu: Gelduldig sein und sich darauf freuen, dass der nächste Schlaf bestimmt kommt.

 

Ziele, Prioritäten und Entscheidungen

Der Schlüssel jedes erfolgreichen Zeitmanagements ist die Zielsetzung. Wenn man recht planlos durch seinen Alltag stolpert und am Ende des Tages einfach nur froh ist, dass das Kind schläft und man selbst vor der Glotze liegt, ist das völlig in Ordnung. Ich habe auch immer wieder solche Tage.
Dass man so aber weiter nichts erreicht und auch nicht das schöne Gefühl erlebt etwas Tolles, Kreatives geschaffen zu haben, erklärt sich aber auch von selbst: Du entscheidest!

Das mit der Entscheidung ist auch sowas. Ich habe mal den schönen Satz gelernt „Keine Entscheidung ist immer die schlechteste Entscheidung.“ Dieser Satz ist wahr. Egal um was es geht – ein Problem aufschieben oder sich selbst überlassen hilft nicht. Am Ende wirst du gezwungen sein eine Entscheidung zu treffen, dann kannst du das auch gleich machen, wenn dein Handlungsspielraum am größten ist. (Wir) Mamas wissen das. Es ist so ziemlich das erste, das wir spätestens ab Geburt unserer Kinder lernen.

Auch „Glücklichsein“ ist am Ende eine Entscheidung. Du kannst natürlich warten, bis das Glück irgendwann ausgerechnet an deine Tür klopft, oder du kannst entscheiden hier und jetzt etwas für dein Glücklichsein zu tun. Dich nicht dem Zufall überlassen und darauf warten, dass dich einer rettet. Die Zeiten sind vorbei. Wenn du also neben Kindern und Haushalt irgendwas machen willst, triff diese Entscheidung und entwerfe dir einen Plan, wie du das schaffen willst! Steck dir Ziele, und seien sie noch so klein.

„Gitarre spielen lernen“ kann ein Ziel sein. Oder „eine Pumphose für mein Baby nähen“. Fang klein an, lass Dir Zeit zu wachsen und vor allem: Sei nachsichtig mit Dir selbst, wenn es nicht auf Anhieb klappt.

 

Widerstände: Der Haushalt, der innere Schweinehund, die Müdigkeit…

Ich schreibe die ganze Zeit von irgendwelchen Zielen und Prioritäten, dabei müsste eigentlich erstmal der Tisch abgeräumt, die Wäsche gewaschen und die Spülmaschine ausgeräumt werden. Und der Müll rausgebracht. Fenster geputzt. Wäsche gebügelt. Bis das alles fertig ist, ist das Kind wieder wach. Und eigentlich wollte ich mich hinlegen…

Ja, ich hab diese Probleme auch, jeden Tag. Essen kochen kommt noch dazu, und dann natürlich Texte wie diesen schreiben, Fotos dazu machen, usw.

Zunächst einmal: Ich habe jahrelang daran gearbeitet (und optimiere immer noch!!), dass der Haushalt, Kinder und mein Blog „laufen“. Und es gibt gaaaaaaaaanz viele Tage, an denen ich scheitere. Da klappt auch mal nichts, weil die Kinder mies drauf sind oder krank oder weil irgendwas dazwischen kommt.

Meine ganz persönliche, goldene Regel ist: Ich mache keinen Haushalt, während mein Kind schläft. Die Zeit der schlafenden Kinder gehört MIR ALLEIN. Und ich habe immer irgendwas vor in dieser Zeit (und wenn es einfach schlafen ist, das kommt gerade jetzt in der Spätschwangerschaft häufig vor!).

Für die „Gefahr“, dass sich unverhofft ein Zeitfensterchen auftut, hab ich immer was im Hinterkopf: Schnittmuster ausdrucken oder kleben, Stoff zuschneiden, ein Bild für einen Beitrag bearbeiten… Das sind alles Sachen, die man auch in zehn Minuten schaffen kann! (Womit wir wieder bei den Basics sind: Lohnen sich 10 Minuten? – IMMER!!!)

Der Nachteil ist: Wir haben es eigentlich nie aufgeräumt. Ich versuche soviel wie möglich an Putzerei und Aufräumen unter der Woche mit wachem Kind zu schaffen, aber ich gebe zu, dass mein Ehrgeiz und mein Anspruch in diesen Dingen noch Luft nach oben haben. Für mich ist das ok, für die Kinder auch, und mein Mann hat sich weitgehend daran gewöhnt, solange ich ab und zu bei gemeinsamen Hau-Ruck-Aufräumaktionen am Wochenende mitziehe.

Der andere „Nachteil“ ist: Ich hab meist zig Projekte gleichzeitig, und manchmal – wenn privat auch noch Termine dazu kommen – komme ich ins Trudeln und drohe den Überblick zu verlieren.

Zusammenfassung: Zeitmanagement für Mamas

Ich habe schon das Feedback bekommen, dass das ja alles viel zu aufwändig sei. Dass es sich nicht „lohnt“, dass man sich verzettelt und am Ende nichts geschafft kriegt.
Naja, ich denke, es kommt hier wirklich auf die Einstellung an: Ich bin in meinen ganzen kleinen und großen kreativen Projekten sehr zielstrebig und ehrgeizig, und ich kann wohl und sicher behaupten sehr sehr viel zu schaffen (wenngleich ihr gar nicht ahnt, wieviel hier aufgrund von Alltag hinten rüber fällt! Ja, ich weiß, was ich alles nicht schaffe!). Aber ich habe gelernt, dass ich lieber mein Augenmerk auf meine Erfolge richte als auf alles, was gerade nicht läuft. Oder anders formuliert:

Und was den „Lohn“ angeht: Mir gibt meine Nähmaschine und auch der Erfolg meines Blogs in Form von Kommentaren, Likes usw. soooooo viel mehr als jeder Abend vor der Glotze (wir haben ja auch nicht einmal einen Fernseher…), dass ich ganz sicher sagen kann: Natürlich lohnt es sich! Immer! Es gibt dir ein gutes Gefühl. Du bist aktiv. Du lebst! Ich kann mir gar nicht vorstellen es jemals anders zu haben.

Bevor ich zum Ende komme, fasse ich noch einmal zusammen, was ein glückliches und erfolgreiches Zeitmanagement ausmacht, bevor wir mit dem Organisieren überhaupt beginnen (Tipps dazu werde ich bestimmt auch nochmal schreiben).

  1. Fang einfach an.
  2. Warte nicht auf Idealbedingungen.
  3. Nutze die Zeit, auch wenn es vielleicht nur zehn Minuten sind, für dich (was immer du gern machen möchtest).
  4. Stecke dir kleine, realistische Ziele.
  5. Sei nachsichtig mit dir selbst.
  6. Wenn dein Kind schläft, ist Deine Zeit!
  7. Gib nicht auf. Du schaffst das!

Dieses Thema wird mich hier auf dem Blog auch weiterhin immer mal beschäftigen. Wenn Dich ein Aspekt besonders interessiert, schreib mir doch einen Kommentar! Ich greife gern einzelne Themen nochmal besonders auf.

Das war auch schon die ganze Zauberei! So in etwa schaff ich das alles!

Wie sieht es bei dir aus? Wie bringst Du Dein Leben als Mama und als Blogger unter einen Hut? Hast du vielleicht noch einen Trick oder Tipp zur Optimierung?

Lieber Gruß,
Sonja

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