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Vidalita – ein Maxikleid für mich

*Werbung wegen Namensnennung und Werbelink*

Das Nähen für mich kommt wie immer zu kurz, und das verbloggen erst Recht! Nach unserer Herbstferien-Tour im Wohnmobil folgte direkt der achte Geburtstag unserer Großen, und da wir dann auch noch zwei Parties gemacht haben (1x Familie und 1x Kindergeburtstag), liege ich leider ein bisschen mit meinem Terminkalender zurück. Dieses wunderschöne Maxikleid wollte ich nämlich schon vergangene Woche vorstellen. Nun bekommt es diese Woche den großen Auftritt: Vielleicht willst du dir ja auch für Weihnachten ein schönes Kleid nähen und suchst noch nach einem schönen Schnitt?

 

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Party als Mama? Mama als Partyqueen?

Dieses Kleid habe ich schon vor zwei Monaten genäht. Anlass war der runde Geburtstag meiner Mutter, die zu einer „Rockparty“ eingeladen hat. Und tatsächlich wär ich da fast einfach in Jeans und schwarzem Top aufgekreuzt. Ein paar Tage vorher fiel mir dann halb frustriert ein, dass mir für die Party noch ein Outfit fehlt. Bei uns bleibt es ja auch immer bis zum Ende spannend, ob es mit den Kindern überhaupt so klappt. Ich habe sämtliche Hochzeiten im Freundeskreis nur halb oder gar nicht miterlebt, weil ich immer mindestens ein Baby dabei hatte. Bei der letzten Hochzeit vor zwei Jahren musste ich auf die zweite Runde Buffet verzichten, und auf die Tanzfläche habe ich es auch nicht geschafft. Inzwischen sind sie alle verheiratet; die erste Scheidung wurde eingereicht. (Himmel, bin ich alt geworden?)

Jedenfalls denk ich dann bei so Einladungen schon immer seufzend: „Na toll, ich kann da eh nicht! Wie sag ich am charmantesten ab?“ Tatsächlich ist die Organisation der Betreuung ein so großer Aufwand, dass er in keinem Verhältnis zu ein paar Stunden Feiern steht. Und am nächsten Tag bekommt man eh noch die Quittung, weil man mit wenig Schlaf und womöglich verkatert auch noch vier Kinder bespaßen muss. Ich will die ja auch nicht den ganzen Tag vor der Glotze parken – der Schuss geht erfahrungsgemäß ja auch nach hinten los.

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Es lohnt sich also eigentlich nicht sich auf Parties zu freuen. Wenn, können wir eh nicht zusammen oder nur mit Handbremse feiern. Und eigentlich hab ich immer gern gefeiert. Ich fahr gern auf Konzerte, Festivals, Parties. Und ich hab mich auch gern immer dafür aufgebrezelt.

Seit ich Mama bin, hat sich das geändert. Anfangs haben wir es noch versucht, aber mit jedem Kind wurde es weniger. Inzwischen gehen wir vielleicht einmal im Jahr aus.

 

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Ein langes Kleid für die Rockparty: Vidalita von Fadenfactory

Als meine Mam nun wirklich alle eingeladen hat, war die Liste unserer potentiellen Babysitter kurz: Denn alle waren irgendwie mit eingeladen. Zum Glück hatten sich Schwiegereltern dann aber bereit erklärt unsere Kinder nach Hause zu bringen und aufzupassen.

Da sich diese Lösung einige Tage vorher anbahnte, hatte ich nun doch Lust mir was zu nähen! Die Zeiten von Ledermini und zerrissenen Nylons sind allerdings nun wirklich vorbei, also habe ich gezielt nach einem langen Kleiderschnitt gesucht – weil ich auch schon länger von einem Maxikleid träumte. Bei „Vidalita“ von Fadenfactory bin ich fündig geworden – ein sehr wandelbarer und vielseitiger Kleiderschnitt, der bei mir keine Wünsche offen ließ: Man kann Vidalita kurz oder lang nähen, und bei der kurzen Version gibt’s noch zwei Rockoptionen (A und Glocke). Es gibt drei verschiedene Ausschnittlösungen (U-Boot, Falten- und Herzausschnitt) und zwei verschiedene Ärmeloptionen in verschiedenen Längen – oder auch ganz ohne Ärmel. Fazit: Dieses Ebook ist jeden Cent wert! Du bekommst es z.B. hier.

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Ich habe mich für das Maxikleid mit Herzausschnitt und 3/4 Arm entschieden. Erst hab ich über Trompetenärmel nachgedacht, aber wenn ich ehrlich bin, finde ich die total unpraktisch. Als Stoff habe ich schwarzen Modal-Jersey* verwendet. Der flutscht ganz schön beim Zuschneiden und Nähen, fließt dafür aber auch richtig schön! Ich konnte außerdem gleich eine Größe kleiner nähen, das war fürs Gefühl dann die Sahne obendrauf. Kombiniert mit meinem Nietengürtel und schwarzen Pumps war mein Partyoutfit perfekt. An dem Abend hatte ich natürlich ausnahmsweise die Augen mal wieder schön schwarz angemalt – im Alltag trage ich ja sonst nie Make-Up. Wie gefällts dir?

Stefan und ich waren übrigens auf der Party die Letzten auf der Tanzfläche. Um ca. 5:00h morgens sind wir sehr glücklich Arm in Arm nach Hause gestolpert. Wir haben so ab 23h kinderfrei dann durchgetanzt, und ich hab viele Komplimente für meine Rockpartyklamotte bekommen.

Jetzt geb ich ab zu Du für dich am Donnerstag, zu SewLaLa,  und zu Woman on Fire und gucke mal, was die anderen alles so genäht haben :).

Bis demnächst, Sonja

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Frauen unter sich: Über Mütter und Nicht-Mütter

Es ist schon ein paar Jahre her, als ich auf einem Spielplatz irgendwo in Deutschland stand, mit meinen beiden Kindern (3 und etwas um die 1,5 Jahre alt), und mich mit einer anderen Mutter unterhielt, die mit ihrer Tochter (damals 5 J.) da war. Unsere Töchter kannten sich aus dem Kindergarten, in dem Finja gerade neu war, und waren gut befreundet; ich kannte die Mutter – eine sehr sympathische Frau – nur so vom Kindergartenflur, wo wir morgens und abends kurze Höflichkeiten zwischen Alltag, Büro und Kindern austauschten.

Ihre Tochter war ein tolles Mädchen, das sich wie eine große Schwester um Finja kümmerte. Wir Mütter beobachteten unsere Töchter und lächelten uns zu, und ich sagte sowas wie „E. ist ja wie eine große Schwester für Finja, und schon so groß!“ E. hatte mich wohl gehört, denn sie strahlte wie ihre Mutter. Unser Gespräch ging weiter, während ich meinem Kleinen Anschwung gab und die Nachmittagssonne sich golden über den Sandplatz neigte. Und irgendwie kam dann irgendwann diese Frage aus mir heraus, gerichtet an das Mädchen: „Na, hast Du denn auch Geschwister?“ – Nein, sie schüttelte den Kopf, und auch ihre Mutter schüttelte den Kopf, lächelnd, und sie sagte sowas wie „Aber sie wünscht sich Geschwister.“ – Und ich hab irgendwas flackern spüren – irgendwas war nicht in Ordnung – und ich sagte vorsichtig „Naja, kann ja noch kommen.“ – Aber ihre Augen verrieten mir für den Bruchteil einer Sekunde, wie traurig sie war. Dass es wohl nichts mehr werden würde mit dem zweiten Kind.

Diese Geschichte ist mir wieder eingefallen, als ich heute über diesen kurzen Text (englisch) im Internet stolperte.
Mutter und Tochter sind kurz darauf gegangen, und bald danach sind sie ganz weggezogen, sodass wir nie wieder die Gelegenheit hatten zu reden. Ich glaube, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir Freundinnen werden können. Ich kenne die Geschichte dieser Frau nicht; ich erinnere mich nicht einmal an ihren Vornamen. Aber es tut mir leid, wenn ich ihr durch diese unbedachte Frage weh getan habe. Das wollte ich nicht.

Kinderwunsch-Konflikte
Frauen und ihre Kinder – die gewollten, die ungewollten, die nie geborenen, aber gewünschten – wir alle sehen uns irgendwann mit dieser Frage nach dem Kinderwunsch konfrontiert, und längst nicht jede Frau kann dieser Frage angst- und konfliktfrei begegnen.

Es gibt so viele Konstellationen bei der Kinderfrage wie es Menschen gibt, und ich kann hier gar nicht alle aufzählen – ich vermeide dies auch ganz bewusst, um die Masse „Frau“ nicht auch in Gruppen zu zerteilen, die sich konträr gegenüber stehen. Ich kann nur von mir ausgehen und den Frauen, denen ich begegnet bin. Es liegt nicht in meinem Interesse bestehende Meinungsverschiedenheiten und Emotionen zu dem Thema weiter anzufachen. Die ganze öffentliche Debatte rund ums Kinderkriegen – vom Kinderwunsch bis zu „Regretting Motherhood“ – ist emotional und hitzig genug.

Viele Frauen leiden an der Kinderfrage und am Kinderwunsch, aus den unterschiedlichsten Gründen, und sie alle werden immer wieder – oft unbedacht – von außen mit dem Thema konfrontiert, so wie die Frau, der ich mit meiner Frage weh getan habe. Und wie oft passiert es, dass wir bei Frauen ab spätestens 30 (oder wenn sie heiraten) erst scherzhafte Hinweise geben, die in Richtung Kinder gehen. Wie oft frage auch ich mich bei kinderlosen Frauen ab 35, dass es nun doch langsam Zeit wird, und ab 40 ist es schon zappenduster.

Ich ertappe mich also auch immer wieder bei der Verurteilung und Einteilung von Frauen in die mit und ohne Kinder, Frauen mit und ohne Kinderwunsch.
Ohne ihre Geschichte wirklich zu kennen.
Ohne zu wissen, ob sie es vielleicht schon seit Jahren erfolglos versuchen.
Ohne zu wissen, ob und wie ihr Partner – sofern vorhanden – zu Kindern steht.
Ohne zu wissen, welche Kindheitserfahrungen sie geprägt haben, welche Wünsche und Ängste ihre Lebensplanung beeinflussen.

Steht es mir zu darüber zu urteilen, nur weil ich mit meiner Viele-Kinder-Chaos-Näh-Kiste glücklich bin?

Die Verurteilung von Frauen
Diese reflexhafte Verurteilung anderer Frauen findet auch unter Müttern immer wieder statt; regelmäßig sehe ich mich auch in Diskussionen rund um „Kaiserschnitt vs. natürliche Geburt“, „stillen vs. nicht stillen“ usw. verwickelt oder stolpere über sehr emotional geführte Debatten in den sozialen Netzwerken. Dabei gilt auch hier: Das sind viel zu persönliche Themen um eine allgemeine und allgemein gültige Richtlinie zu entwickeln, geschweige denn darüber zu urteilen, wenn jemand sich für einen Kaiserschnitt entscheidet oder es wagt nicht zu stillen.

Später dann geht es weiter: Arbeitende Mütter vs. Stay-Home-Moms – und wie jung gibst Du Dein Kind in der Krippe ab? Hast Du nur ein Kind? Schnauze voll danach, wie? Wie, drei oder vier? Na hast Du Dir das gut überlegt? Noch mehr? Bist du wahnsinnig?

Irgendwie können wir (Frauen) nichts richtig machen.

Das ist alles nicht neu, aber es ist immer noch aktuell. 2017!

Wenn ich dann andere Mütter morgens im Kindergarten treffe – die alle zwischen Job, Kindern, Haushalt, Alltag und Ehemann jonglieren und versuchen sich selbst nicht dabei völlig aufzugeben – wenn ich sehe, wie auch deren Kinder mal echt knatschig sind oder rumtrödeln und rumnölen – und ich mich dann trotzdem erwische, wie ich bei mir denke, ob die soviel Makeup auflegen müssen…

Tja… vielleicht denken die über mich ja auch „ach, die ohne Makeup, die sich sich morgens auch nur ne Mütze über die ungebürsteten Haare zieht, die mit den vielen Kindern, oweia…“…

Keine Ahnung… vielleicht lernen wir ja alle irgendwann dazu und hören auf immer nur darauf zu schielen wie andere ihr Leben mit und ohne Kinder gestalten. Vielleicht gelingt es mir auch irgendwann wirklich jeden Menschen und seinen gewählten Lebensentwurf einfach mal so hinzunehmen und so sein zu lassen.

Ich arbeite daran.

10-Minuten-Universalaufhängung

~enthält Werbelinks/Produktlinks, für die ich eine winzige Provision als Dankeschön erhalte – die Links sind mit * gekennzeichnet ~

Irgendwann im Sommer hatte ich schon einmal Bilder eines Kundenauftrages mit meiner Universal-Aufhängung für den Kinderwagen gezeigt. Auf Pinterest erfreut sich vor allem das Bild mit der Aufhängung wachsender Beliebtheit, weshalb ich mich entschlossen habe eine Nähanleitung dazu zu schreiben. Selbst absolute Nähanfängerinnen, die gerade erst ihre erste Nähmaschine geerbt oder gekauft haben, dürften damit ruckzuck ihre Kinderwagenaufhängung genäht haben. Ich habe beide Aufhängungen in 10 Minuten fertig. Wie es geht, zeige ich dir heute.

Anwendung

Praktisch ist die Kinderwagenaufhängung für große Wickeltaschen oder „Mamataschen“ zum einfachen An- und Abklicken. In meinem Mama-Alltag hat sich diese kleine Vorrichtung sehr bewährt. Auf den Bildern kommt übrigens mein neuestes Schnittmuster zum Einsatz: roXXanne in Größe 3 – das ist die kinderwagenbreite „Mamagröße“. (Und da ich in dem E-Book auf dieses Tutorial hinweise, kommt das jetzt auch.)

tutorial Aufhängung für Kinderwagen nähen

Zutaten

2 Ringe (ich habe ausgemusterte Gardinenringe genommen)
2 Karabiner* (einzige Voraussetzung: Sie MÜSSEN durch die Ringe passen!)
2x ca. 30-35cm Gurtband*

optional:
Webband*

 

Anleitung

Wenn Du ein Webband aufnähen willst, machst Du das zuerst. Wenn das einen Garnwechsel erforderlich macht, erhöht sich die Gesamtzeit des Nähens – dann kommst Du mit den versprochenen 10 Minuten nicht hin (wollte ich nur gesagt haben). Man kann den Gurt auch ganz schlicht lassen oder mit dem Plotter oder Stickmaschine verzieren – ganz so, wieviel man tüddeln möchte. Wer meine Anleitungen kennt, weiß, dass man immer alles kann und nix muss ;).


Wenn Dein Gurtband fertig vorbereitet ist, fädelst Du je einen Ring und einen Karabiner auf Dein Gurtband und schließt dann den Gurt zu einem Ring.

Optional kannst Du noch Karabiner und Ring an je einem Ende fixieren, indem Du eine Naht absteppst.

Das war’s schon! FERTIG.

Wenn Du an der Aufhängung etwas befestigen willst, legst Du den Gurt einmal um die Stange und ziehst den Karabiner durch wie auf dem Bild. Das funktioniert am Kinderwagen, im Auto, an der Kleiderstange…

tutorial Aufhängung für Kinderwagen nähen

 

Freebook und Newsletter

Diese Anleitung ist auch in meinem Doppel-Freebook „Kinderwagensonnensegel“ erschienen. Schau mal hier in meinem Shop vorbei! Wenn du außerdem auf leichte Nähanleitungen mit wenig Aufwand und viel Wow-Effekt stehst, empfehle ich dir meine Rubrik „Nähen für Faule“.

Wenn Dir diese Anleitung gefallen hat, freue ich mich, wenn Du meinen Newsletter abonnierst oder mir auf einem meiner Social-Media-Kanäle folgst – dann erfährst Du als erste von neuen Anleitungen, Probenähen und Rabattaktionen.

Viel Spaß beim Nachnähen – schreib mir gern, wie du mit der Anleitung klargekommen bist! Ich freu mich immer über nette und konstruktive Kommentare!

Lieber Gruß,
Sonja

PS: Verlinkt mit Creadienstag, Handmade on Tuesday, DienstagsDinge, Kiddikram und TT – Taschen und Täschchen.

* Um weiterhin kostenlose Nähanleitungen und Freebooks anbieten zu können, brauche ich Deine Hilfe! Mit Deinem Einkauf über eines meiner Werbebanner oder über *-Links erhalte ich eine Provision: So kannst Du meine Arbeit unterstützen und wertschätzen, ohne dass Dir Mehrkosten entstehen, vielen Dank!

Urlaub mit Kindern – ein Überlebensratgeberpost mit Urlaubstipp

Familienurlaub ist etwas völlig anderes als „Urlaub“, das werden Eltern mit Kindern aller Altersstufen bestätigen können. Bei uns sind die Zeiten, in denen wir im Urlaub Urlaub hatten, seit gut fünf Jahren vorbei, seit unsere erste Tochter geboren wurde und wir mit jeder Reise in das Thema „Familienurlaub“ hineingewachsen sind.

Mittlerweile sind wir nicht nur im Alltag, sondern auch im Urlaub ein eingespieltes Team, denn auch das will gelernt sein: Mit Kindern Urlaub machen! Ich kenne nicht wenige Eltern, die nach dem Urlaub gern wieder zur Arbeit gehen, weil das entspannter ist als den ganzen Tag die Zwerge um sich zu haben. Wie und wo wir das dieses Mal gut geschafft haben – davon bericht ich heute!

Reisegesellschaft
Seit ein paar Jahren fahren wir einmal im Jahr mit einer sehr gut befreundeten (und mittlerweile verpateten) Familie, die auch drei Kinder im Alter unserer Kinder haben, in den Urlaub. Mein Mann und der Papa von Familie K. kennen sich noch aus Abizeiten, und auch zwischen Frau K. (auch eine Nähmama) und mir, sowie unseren Kindern hat es von Anfang an „gepasst“.

Wir feiern seit Jahren Silvester zusammen und sind dann irgendwann dazu übergegangen auch den Urlaub gemeinsam zu verbringen – bisher eine Erfolgsgarantie und Win-Win-Situation für alle! 

Stress pur im Familienurlaub? 
Es empfiehlt sich aus verschiedenen Gründen mit einer befreundeten Familie zu fahren:

Familienurlaub ist deutlich „stressiger“ als der normale Alltagstrott: Auch wir Erwachsenen müssen uns erstmal neu orientieren und im Zielgebiet organisieren. Wir müssen weiter funktionieren und können es uns eben nicht sofort im Liegestuhl bequem machen, wie wir es in unserem Leben vor den Kindern vielleicht gewöhnt waren.

Wir müssen weiterhin für halbwegs geregelte Mahlzeiten sorgen, Essen einkaufen, Koffer auspacken, ggfs. Bettwäsche auf fünf Betten aufziehen, ein Campingbett aufbauen, den Kindern erklären, dass wir leider irgendein Lieblingsspielzeug zuhause vergessen haben und nach einer möglicherweise langen und tränenreichen Anreise bei Stau und schwächelnder Klimaanlage ein Abendessen zaubern. Je nachdem wie gut wir mental darauf vorbereitet sind, entwickelt sich dann aus Kleinigkeiten Frust und Streit.

Es ist deutlich einfacher, wenn man zwei Erwachsene mehr ist, um all diese Aufgaben zu übernehmen, auch wenn es insgesamt mehr Kinder sind – das ist die Quintessenz unserer gemeinsamen Urlaube.

Auch die Kinder sind aufgedreht, wenn sie im Ziel ankommen: Sie haben ziemlich lange gesessen und sich eventuell gelangweilt, haben steife Glieder und Hunger. Ausgeschlafen sind sie meistens – was uns Große dann zusätzlich stresst, weil wir uns bange fragen, ob und wann wir die ganze Bagage ins Bett kriegen. Wir selbst sind nämlich reif für ein Nickerchen. Oder wenigstens eine Dusche.

Mit Freunden urlauben löst das Problem: Die Wiedersehensfreude ist meist groß, und schon sind zumindest unsere vier „Großen“ im Alter von fast vier bis fast sechs verschwunden um das Gelände zu erkunden.

Natürlich muss es auch irgendwie die „richtige“ Familie sein – wir haben Glück mit unseren Reisefreunden – wir alle haben einen „Partner“ in der jeweils anderen Familie auf einer Wellenlänge, und es funktioniert total gut. So eine ideal passende Familie zu finden ist nicht immer einfach – gibt ja auch Familien, mit denen ich mir einen gemeinsamen Urlaub nicht so entspannt vorstelle. Wichtig ist, dass sich die Elternpaare gut verstehen und möglichst eine große Deckung verschiedener Weltansichten und auch Kindererziehung haben, denn für die Urlaubswoche sind wir alle für alle Kinder irgendwie mit verantwortlich und sollten uns über bestimmte Grenzen und Leitlinien einig sein.

Wir haben jetzt nie einen „Kriegsrat“ dazu abgehalten und unsere Statuten aufgestellt, und wir sind auch nicht in allen Dingen einer Meinung. Aber in den Wichtigen Dingen sind wir uns einig und vor allem fallen wir uns nicht gegenseitig in den Rücken, z.B. bei der Verteilung von Gummibärchen oder Eis (ein Rat, den ich auch an einzelne Elternpaare weitergeben kann! Ihr bildet zusammen die „Front“! Meinungsverschiedenheiten sind immer erwünscht, aber werden ohne Kinder ausdiskutiert. Vor den Kindern seid ihr einander solidarisch, und wenn einer was verbietet, kann der andere es nicht erlauben. Punkt.)

Das Ganze funktioniert auch nur, wenn beide Paare „intakt“ sind und bei dem gemeinsamen Projekt Familienurlaub gleichermaßen mitmachen. Natürlich gibt es so ein Urlaub auch her, dass einer mal mittags Schlaf nachholen kann, aber es muss auf der Paarebene abgesprochen sein – so, wie es idealerweise auch im Alltag funktioniert.

Marla komplett benäht – Body nach Schnabelina, Tunika Ottobre, Monkey Pants von Kid5

Eine kleine Bewährungsprobe war bei uns das Thema Streit unter den Kindern. Das hatten wir in den letzten Jahren nicht so. Mittlerweile sind speziell die großen vier aber in einem streitfähigen Alter, und allein unsere beiden gehen ja auch zuhause schon gut aufeinander los.

Auch im Urlaub gab es dann zum Ende der Woche ein paar heftige Auseinandersetzungen, die wir aber zum Glück alle gut lösen konnten, wenngleich nicht ohne Tränen.

Hier versteckt sich allerdings Zündstoff, und ich finde es wichtig darauf hinzuweisen, dass wir Großen uns nicht in die Streite der Kinder hineinziehen lassen und die Probleme eben auch „wie Große“ klären – mit den Kindern. Der Anlass in unserem Fall war jeweils nichtig; dahinter steckte wahrscheinlich eine gewisse Ermüdung und ein „Zuviel“ an Nähe – eine Woche mit einer ganzen anderen Familie so eng zusammen zu leben bedeutet für die Kinder auch Stress!

Das richtige Reiseziel und welche Fehler man vermeiden sollte
Beim Familienurlaub kann man schon bei der Buchung alles falsch machen: Ok, wenn Du nunmal der 5-Sterne-Hotel-all-inclusive-Urlauber mit Kinderanimation bist, und Dich jeden Urlaub ärgerst, dass Du das Hotelzimmer nicht gescheit abdunkeln kannst oder dass Deine Kinder sich beim Essen nicht benehmen – vielleicht sollte es doch mal was „bodenständigeres“ sein?


Die Anfahrt in den Familienurlaub sollte für alle Beteiligten in einem überschaubaren Rahmen liegen, speziell wenn Kinder berühmt für Reisekrankheit sind. Außerdem müssen wir nicht glauben, dass besonders weit weg oder besonders teuer auch besonders gut für die Kinder ist. (Besonders teuer fällt allerspätestens ab dem dritten Kind sowieso erstmal aus, bis die fertig sind mit Studieren — hoffentlich!? )

Meiner Erfahrung nach sind gerade junge Kinder vollkommen zufrieden, wenn sie eine Woche lang im Sand sitzen und Wasser in der Nähe zum Matschen haben. Ob sie das an der Ostsee oder Mallorca oder in Florida oder Australien machen ist den Kindern völlig wumpe. Die erinnern sich am Ende an so Sachen wie eine besonders coole Ritterburg, die sie gebaut haben, oder ein riesengroßes Eis, das sie bekommen haben.

Neben Sand und Wasser (das hatten wir in unseren letzten Urlauben) gibt es noch was, was Kinder im Kindergartenalter super finden: Tiere.
Das war in diesem Jahr auch ausschlaggebend für unser Reiseziel, die Ziegenalm Sophienhof im Harz. Wir haben bereits in unserem letzten Urlaub gemerkt, dass die Kinder sich sehr gut den ganzen Tag mit Tieren beschäftigen können. Der Harz war als Reiseziel außerdem ideal, also haben wir recht bald die „Ziegenalm“ gefunden und dort zwei Ferienwohnungen in einem Haus gebucht.

Der aufmerksame Leser hat richtig erkannt: Wir haben unser Ziel nach den Bedürfnissen der Kinder ausgewählt. Wellness und Erholung machen wir ein anderes Mal! Ich glaube, dass dies am wichtigsten für den gelungenen Familienurlaub ohne Stress ist: Dass die Kinder gut beschäftigt sind und sich wohl fühlen. Dann finden auch wir die Lücken und Nischen, in denen wir entspannen können.

Die beiden Ferienwohnungen erwiesen sich als ideal für uns – beide Wohnungen waren nur durch einen kurzen Flur getrennt, und wir hatten so eine große Etage plus schönem, verwilderten Garten für uns, das war super: Die Kinder hatten draußen viel Gelegenheit Abenteuer zu erleben und was zu entdecken. Die eigentliche Ziegenalm lag in Fußnähe, sodass wir außerdem jeden Tag die Ziegen sehen und füttern konnten.

Das war schade an der Lage der Wohnungen: Wir waren nicht direkt auf dem Hof, etwas mehr Interaktion hätten wir uns da im ersten Moment gewünscht, aber auch so war es nah genug dran, und so haben wir die Kinder auch mal von den Ziegen weggekriegt.

Von der Ziegenalm Sophienhof aus haben wir viele wunderschöne Ausflüge und auch eine schöne Wanderung unternommen – die Sonne sonnte uns wohl, und ich muss sagen, dass der Harz gerade für Tagesausflüge mit Kindern sehr sehr viel zu bieten hat. Da uns Strand und Meer fehlten, war unser Urlaub entsprechend programmintensiv.

Unsere Ausflüge


Von der Ziegenalm aus war es nicht weit zum Rabensteiner Stollen, den wir auch als erstes besichtigt haben.

Ich fand das Kohle-Bergwerk sehr interessant, allerdings muss ich als Mama von Kleinkindern das Fazit ziehen: So toll war es für die Kleinen nicht! Das jüngste Kind sollte schon fünf bis sechs Jahre sein um inhaltlich überhaupt folgen zu können.

Unser Sohn Jesper hatte mit seinen vier Jahren Angst, gerade beim Runterfahren: Wir sind mit einer kleinen Bahn in einen stockfinsteren Tunnel gefahren; ich habe Finja vor mir festgehalten, Jesper saß hinter mir und klammerte sich an mich, und Stefan hielt Marla fest.
Wir hatten auch einen Tragerucksack dabei, aber durch die niedrigen Decken durften wir Marla nicht reinsetzen – ich hatte sie also die meiste Zeit der knapp einstündigen Führung auf dem Arm. Und sie wand sich und wollte runter, jammerte, verlor andauernd ihren Helm und nur mit Mühe und Not NICHT ihren Schnuller.

Jesper im Raglan T-Shirt nach Ottobre

Fazit: Bergwerke erst in ein paar Jahren wieder! Grundsätzlich ist der Rabensteiner Stollen aber ein schönes Ziel für einen Familienausflug, und gerade abenteuerlustige Kids werden voll auf ihre Kosten kommen!

Pullman City – Westernstadt im Harz
Am nächsten Tag trafen wir es besser: Wir haben uns wieder auf eine Zeitreise begeben und Pullman City, die Westernstadt im Harz, besucht. Von der Ziegenalm aus liegt die ca. eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Montag und Freitag kommt man zum halben Preis rein, und so zog es uns dann dorthin – ein voller Erfolg!

Besonders gefallen hat uns hier der gewaltfreie Ansatz. Die amerikanische Geschichte ist bis in die heutige Zeit blutig, und der Genozid an den Ureinwohnern des Kontinents ist noch lange nicht aufgearbeitet. Insofern kann man vor dem Besuch der Westernstadt im Harz tatsächlich gewisse Ressentiments pflegen. Wir haben uns darauf eingelassen und eben besonders die positive Feststellung gemacht, dass es eine Wild-West-Show ohne knallende Colts und Gewalt geben kann.

Die Westernstadt ist wirklich nett aufgebaut mit reichlich Verpflegungsmöglichkeiten, Unterhaltung (tolle Pferdeshow!!!), einem super Spielplatz und Ponyreiten, dem Highlight für unsere Kinder. Nun folgt eine kleine Bilderflut um ein paar Eindrücke der Westernstadt zu bekommen:

Es gab auch ein authentisches Trapperlager, ein Mandan-Erdhaus, ein Museum zur amerikanischen Geschichte der Kolonialzeit, und vieles mehr!

Uns und allen Kindern hat der Ausflug in die Westernstadt sehr gut gefallen, und wir würden gern wieder hinfahren!

Finja im Raglankleid nach klimperklein

Der Brocken
Man kann gar nicht in den Harz fahren ohne den Brocken zu sehen – wir wollten uns fast aus Kostengründen drücken. Man kommt nur zu Fuß oder mit der Harzer Schmalspurbahn hinauf, und das Ticket für einen Erwachsenen ist dermaßen unverschämt teuer, dass wir eigentlich nicht hinauf wollten. 

Aber wenn man schonmal da ist… Und es fährt eine echte Dampflok… und alles andere kostet auch Geld…

  
Wir haben es also getan und sind mit der Dampflok hinauf gefahren! Bewusst sind wir ab Drei Annen Hohne zugestiegen um eine möglichst kurze Fahrt zu haben. Mit einer knappen Stunde war auch unsere Belastungsgrenze erreicht – für die Kinder ist es natürlich ein Stückchen aufregend, aber nach einer halben Stunde muss man sich schon was einfallen lassen. Und die Babies im Alter von einem halben und einem Jahr war die Bahnfahrt auch eher nicht so interessant.

Oben angekommen war es windig und kalt, und auf dem Rundweg ging schnell das Geheule von zwei Kindern los: Zu windig, zu kalt, Hunger, Füße tun weh etc…
Es war schon nicht so leicht die Motivation zu halten. Die Aussicht aber war grandios:

Nach dem Rundweg und einer Brotzeit ging es dann zurück – trotz der Anstrengung und des Fahrpreises war es schön dort gewesen zu sein. Zumindest ich hatte zuvor noch nie die Gelegenheit!

Thale
Einer unserer letzten, sehr gelungenen Ausflüge führte uns in die Stadt Thale, die neben einem mystischen Wanderweg durch die Stadt ein paar schöne Spielplätze, eine Gondelbahn und natürlich den Hexentanzplatz zu bieten hat!

Vor dieser wunderschönen Kulisse kommt richtig „Harz-Feeling“ auf: Hier ist der Nationalpark Harz richtig nah!

Diese Bilder sind aus der Gondelbahn heraus entstanden, die mich ja doch etwas Überwindung gekostet hat zu betreten, ich bin da eher so der Schisser.

 Mit der Gondelbahn ging es hinauf zum Hexentanzplatz, einem beliebten Touristenziel, das auch für Kinder einiges zu bieten hat.

 Da sitzt er, der Beelzebub:


In der Nähe stand natürlich auch ein Hexenhaus auf dem Kopf, das ich mit den vier großen Kindern besichtigt habe – sehr nett gemacht, und ich bin ja empfänglich für die ganzen Symbole und alles rund um Hexen und Teufel, daher noch zwei Bilder aus dem Haus, in dem alles auf dem Kopf steht. Eine uralte Nähmaschine hing da auch unter der Decke, und ein Spinnrad, aber das Licht war zu dunkel – da müsst ihr dann wohl selber hinfahren und gucken!

Ach ja, einen Tierpark gibt’s da auch noch zu besuchen, und unten bei der Gondelbahn gibt’s einen tollen Spielplatz (ok, die haben auch diese ganzen elektrischen Karussels und so, wo man nen Euro reinstecken muss, aber unsere waren mit dem „Schiff“ dort total happy) und für größere Kinder einen Kletterwald. Also: Thale ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Jetzt verabschiede ich mich – vielen Dank für’s Lesen, ich hoffe, der Artikel hat Dir gefallen?

Bis bald,
Sonja

Hinweis: Dieser Blogpost enthält eine Menge Reise- und Ausflugsempfehlungen, allerdings KEINE WERBUNG. Weder die Reise noch Teile davon wurden in irgendeiner Form gesponsort. Sollten Sie an einer Kooperation interessiert sein, schreiben Sie mir gern eine Mail. Vielen Dank.

 

Entspannt durch Babys erstes Jahr

Das erste Jahr im Leben eines Babys habe ich vor allem als anstrengend in Erinnerung. Für mich war es die größte und intensivste Umstellung in meinem Leben. Es änderte sich einfach alles.
Was ein Kind für eine Veränderung ist und wie man ihr vielleicht besser gewappnet begegnen kann, darüber schreibe ich heute.

Unsere Nummer 3 hat jetzt ihren ersten Geburtstag gefeiert, und somit haben wir ihr erstes Jahr nunmehr erfolgreich hinter uns gebracht. Mittlerweile sind wir da relativ routiniert (wenn man das so sagen darf). Entspannt auch, denk ich. Das Feedback kommt jedenfalls immer mal wieder bei uns an. Bei unserem ersten Kind waren wir im Rahmen unserer damaligen Möglichkeiten auch entspannt, aber heute haben wir da noch ein anderes Level erreicht. Wie wir dahin gekommen sind? Wir haben bei jedem Kind dazu gelernt. Ein paar unserer Lernmomente möchte ich hier skizzieren.

Johnny Depp hat gesagt: „Ab der Minute, ab der man Kinder hat, beginnt der Schlafentzug.“

Damit hat er Recht. Das wissen auch die meisten, die dabei sind Eltern zu werden. Zumindest haben sie davon schon einmal gehört. Wie sich das dann wirklich anfühlt, oder besser: Wie Du Dich fühlst, wenn Dein Baby Nacht für Nacht und Tag für Tag den Takt vorgibt, das ist etwas vollkommen anderes. Zum Thema Schlaf gibt es soviel zu sagen – ich werde dem sicherlich auch einmal einen Beitrag widmen, dabei gilt hier wie bei allen Themen rund um Babies und Kinder: Es gibt KEIN Patentrezept. 

Nicht wenige frisch gebackene Mamis fallen nach der Geburt erst einmal in ein Loch, ohne dass das gleich eine Wochenbettdepression ist. Natürlich ist die Freude da über den kleinen Zwerg, und Du kannst wahnsinnig stolz auf Dich sein, dass Du die Schwangerschaft und die Geburt (egal in welchem Modus!) gemeistert hast: Herzlichen Glückwunsch! Leider hast Du jetzt nicht die Chance einen Haken daran zu machen, Dich auszuruhen und zu sammeln, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Ich hab mir das zumindest nach jeder Geburt gewünscht, und doch hat es teilweise Wochen gedauert, bis ich das erste Mal wirklich soweit entspannt war, dass ich mal in Ruhe alles Erlebte reflektieren konnte.

„Baby wach“ und „Baby schläft“
Richtig gelesen: Wochen! Wenn das Baby da ist, stellt sich der komplette Rhythmus um. Plötzlich gibt es nur noch „Baby wach“ und „Baby schläft“. Irgendwann schlüsselt sich „Baby wach“ weiter auf in „Baby braucht Beschäftigung“, „Baby hat Hunger“, „Baby hat Pups“, „Baby hat irgendwas“ und „Baby wach, aber zufrieden“.

In den meisten Fällen sind wir als Mama gefragt zu handeln. Die eigenen Bedürfnisse werden hinten angestellt. Das geht eine Weile gut, aber früher oder später erreichen wir alle den Moment, in dem wir einfach nicht mehr können. Bei Babys, bei denen gesundheitliche Probleme hinzukommen, oder wenn Du mit ernsteren Geburts- oder Schwangerschaftsfolgen zu kämpfen hast, wird diese Zeit noch intensiver.

Die erste Zeit nach der Geburt
In den ersten Lebenswochen des Babys – zumindest meiner ersten beiden – hatte ich noch mit der Verarbeitung der Geburt zu kämpfen. Ich kenne keine Mutter, die dieses Erlebnis so mal eben abhakt, egal wie es gelaufen ist.

Der Körper ist nach der Geburt noch eine ganze Weile geschwächt, selbst wenn man ohne nennenswerte Komplikationen und Blessuren zuhause im Wochenbett angekommen bist.
Spätestens wenn das Baby den ganzen Tag kräht und man es von morgens bis abends durch die Gegend schleppt und alles nur noch einhändig machst, melden sich Rücken und Schultern mit Schmerzen, und zwar zusätzlich zu chronischem Schlafmangel und Hunger, weil man es noch nicht geschafft hast was zu essen.

Und die Nerven liegen blank.

Erste Hilfe beim Nervennotstand
Ich will niemandem etwas vormachen: So schön es ist, dass der kleiner Engel endlich da ist – alle Eltern erreichen diesen Punkt früher oder später.

Aber man kann sich zumindest ein Stückchen mental darauf vorbereiten. Oder – wenn Du gerade jetzt in der Situation steckst und vielleicht ein bisschen verzweifelt bist, weil Du nicht weißt, ob und wann Du mal wieder unter die Dusche kommst oder allein aufs Klo gehen kannst (jaja, die Wünsche richten sich wieder ganz nach diesen elementaren Bedürfnissen aus, man wird bescheiden) – ich kann Dir versichern: Es geht und ging uns allen so!  

 
Mama zu sein bringt eine an ihre Grenzen und darüber hinaus. Ich bin mir inzwischen sicher, dass wenigstens ein Teil von uns auch deshalb Mama/Eltern werden wollte: Um zu wachsen.

Wahres Glück entsteht nicht durch die Beschäftigung mit sich selbst, sondern durch die Hingabe an ein lebenswertes Ziel. Helen Keller

Dieses Zitat der taubblinden Schriftstellerin Helen Keller fällt mir in diesen Momenten gern ein. Das hilft Dir wahrscheinlich wenig, wenn Du übermüdet bist und Dein Baby schreit und schreit und sich gar nicht mehr beruhigt. Und Du Dich nach Stunden fragst, ob das jetzt immer so ist?

Nein, ist es nicht. Es wird besser! Dein Baby hat immer einen Grund, wenn es schreit, auch wenn es nicht immer sofort klar ist, welcher das ist. Wenn Dein Baby übermäßig viel schreit, berätst Du Dich am besten mit Deiner Hebamme und dann als nächstes mit Deinem Kinderarzt. Frag nicht Google – Google findet alle möglichen Antworten, aber kann Dir keine individuelle, kompetente Antwort auf Deine Situation geben. Das gilt übrigens auch für Fragen während der Schwangerschaft oder überhaupt für Gesundheitsfragen!

Das eigene Nervenkostüm stärken
Ich habe bei mir irgendwann mal festgestellt, dass ich besonders dann gereizt reagiere, wenn ich selbst zu wenig Schlaf hatte oder Hunger habe oder mir gerade irgendetwas anderes wichtiges unter den Nägeln brennt, oder wir unter Zeitdruck stehen. Das passiert mir auch heute immer noch – und dann werde ich nervös und reagiere genervt.

Ich finde es ganz wichtig, solche Situationen für mich zu analysieren um ihnen besser vorbeugen zu können. Nicht, dass mir das immer gelingen würde, aber ich bin doch immer gelassener geworden.

Schlaf – ok, das ist in der Regel ein Dauerthema – kann man zumindest versuchen zu organisieren! Und Hunger – nimm den Rat aller Hebammen an und leg Dir einen Vorrat Tiefkühlnahrung an. Auch ein Laugenbrezel mit Butter kann ein Festmahl sein.

Einmal hatte ich einen nervlichen Totalnotstand und habe – nachdem ich die beiden Großen beim Turnen abgegeben habe – erstmal den Supermarkt angesteuert und mir drei Tafeln meiner Lieblingsschokolade gekauft. Zwei hatte ich runter, bevor ich den Laden wieder verlassen habe. Damit ging es mir etwas besser. Wir haben alle den Rest des Tages überlebt. Ich glaube, NUR wegen der Schokolade.

Buchempfehlungen

Je gelassener man bist, desto gelassener wird das Baby sein, und der Partner auch. (Meist schaukelt man sich ja gegenseitig hoch und streitet sich dann wegen Kleinigkeiten! Und man darf auch nicht unterschätzen, dass sich eine Partnerschaft SEHR ändert, wenn man plötzlich zu dritt ist. Darüber werde ich auch separat nochmal was schreiben…)

Um entspannt zu bleiben, finde ich es wichtig sich zu informieren. Und da kann ich zunächst einmal zwei Bücher empfehlen, die mir bei allen drei Kindern sehr geholfen haben.

Das erste Buch ist ein Longseller und belegt seit Jahrzehnten den ersten Platz auf der Hitliste der Elternratgeber: „Oje, ich wachse„* von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij.
Dein Baby macht mehrere „Sprünge“, in denen es sich körperlich und mental weiterentwickelt. Diese äußern sich in der Regel mit schlechter Laune, Geschrei, Gequengel und einem unruhigen Schlaf. Das klingt jetzt recht lapidar, endet aber nicht selten in dem Nervenkrieg, den ich eingangs beschrieben habe. Ein Baby zu haben bringt einen schnell an die eigene Grenze. Selbst beim dritten Kind und dem Wissen, dass es „nur ein Sprung“ ist, lagen bei mir zuweilen die Nerven blank.

In „Oje, ich wachse„* werden die Sprünge bis zum 14. Lebensmonat beschrieben. Was mir sehr geholfen hat waren die Zitate der Mütter darin, die genau das in Worte fassten, was ich jeweils mit meinem Baby erlebte.Bei jedem Sprung lernt Dein Baby etwas anderes, und Du wirst auch feststellen, dass Dein Baby nach jedem Sprung etwas wacher und erwachsener wirkt. Dieses Buch empfehle ich allen werdenden Eltern, und ich verschenke es immer wieder gern zur Geburt.
Es gibt dazu auch ein Praxisbuch*. Außerdem gibt es inzwischen eine App, die eine grobe Übersicht über die Sprünge liefert. Die hat mich bei unserer Jüngsten durch den Alltag begleitet. Inzwischen weiß ich ja, wie sich so ein Sprung anfühlt, und mir reicht es heutzutage nur nochmal schnell nachzugucken, welcher Sprung das jetzt ist. Durch müssen sie da alle!

Das zweite Buch, das ich empfehlen kann, ist „Babyjahre„* von Remo Largo. Der Autor ist Kinderarzt und erklärt in klaren Worten die Entwicklung eines Kindes ohne ein Erziehungsratgeber zu sein. „Babyjahre“ ist sehr informativ und findet Antworten auf die meisten Fragen, die sich besonders beim ersten Kind so stellen. In diesem Buch zu blättern war für mich deutlich gehaltvoller als das Internet nach Antworten abzusuchen.

Abgesehen von diesen Büchern empfehle ich immer, sich an die Hebamme mit Fragen zu wenden. Es hilft auch, wenn man Menschen in der Nähe hast, die einem das Baby wenigstens mal für einen ausgedehnten Spaziergang im Kinderwagen abnehmen können, damit man selbst ausschlafen kann.

Lieber Gruß,
Sonja


Babyzeiten.de - Babyartikel mit Hebammentipps

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Welche Größe trägt Dein Baby wann?

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich das erste Mal schwanger war und ratlos im Laden vor dem Regal mit Babysachen stand. Ich hatte das letzte Mal vor gefühlt zwanzig Jahren (selbst noch ein Kind) ein Baby im Arm gehalten und hatte keine blasse Ahnung, was ich in welcher Größe kaufen sollte.

Was trägt ein Baby wann? Was zieht ein Baby überhaupt an?
Ich habe viele Zeitschriften usw. gelesen, aber die meisten konzentrierten sich auf die Zeit direkt nach der Geburt und die erste Zeit. Aber ich hab ja auch viele niedliche Babysachen gesehen, die ich auch schon in größeren Größen haben wollte. Aber mit Berücksichtigung der Jahreszeiten wurde es dann ganz schnell schwierig, was ich denn nun in welcher Größe kaufen sollte.

Was Babygrößen eigentlich bedeuten
Beim ersten Baby-Einkauf stolpert man über Größen wie „56“, „62“ und dann später „104“ usw., immer in 6er-Schritten. Diese Baby- und Kindergrößen richten sich nach der Körpergröße des Babys in cm. Üblicherweise trägt der Zwerg bis zu der jeweiligen Körperlänge die entsprechende Größe, also z.B. bis 56cm Länge = Größe 56. Spätestens 2cm vor Erreichen der eigentlichen Größe passt dann schon die nächste Größe – das ist zumindest meine Erfahrung.

Welche Babygröße trägt mein Baby wie lange?
Die Babygrößen fangen glaub ich so bei 44 an. Das ist für Frühchen, das braucht man in der Regel nicht zu kaufen, es sei denn natürlich, es ist eine Frühgeburt absehbar oder z.B. für Zwillinge, die ja häufig etwas kleiner sind. Üblicherweise geht es bei 50/56 los.

Ein Beispiel aus meinem Mama-Alltag: Meine Kinder kamen mit 51cm, 54cm und 52cm auf die Welt. Nach zwei Wochen waren sie alle knapp 60cm groß, Größe 56 passte da also schon nicht mehr!

Die Zeiten und Größen sind Richtwerte – jedes Kind ist anders. Mein Sohn kam z.B. schon mit 54cm auf die Welt. 56 hat er vielleicht drei Tage getragen. Als wir zuhause waren, habe ich ihm gleich die 62 angezogen.

Die 56 wird also ganz schnell zu klein. Das Baby trägt Gr. 56 bis maximal zwei Wochen, der Übergang zur 62 ist fließend. Deshalb mag ich die Babypumphosen so gern: Dank der langen Beinbündchen wachsen die eine Weile mit, bevor sie zu klein werden. Außerdem sind sie superbequem zum Strampeln, später zum Krabbeln, und auch zum Laufen und Toben.

Natürlich geht es nicht in dem Tempo weiter, aber ein Baby wächst zügig. Ab der zweiten Lebenswoche beginnt man schon mit 62, ab ca. sechs Wochen bis drei Monaten trägt das Baby Größe 68. Einige tragen dann sogar schon 74!

Die Babygröße 74 haben alle meine Babies sehr lange getragen, ca. bis zu einem halben Jahr und teilweise länger. Deshalb verschenke ich selbst gern Kinderkleidung in 74 zur Geburt – da haben die Babies (und die Mamas) am meisten von. Natürlich gibt es auch andere Erfahrungen von anderen Müttern. Ich kenne eine Mutter, bei deren Kindern die 74 eine Durchgangsgröße war; ihre Babies sind von 68 fast direkt in die 80 gewachsen. Sowas gibt es natürlich auch.

Viele Grüße,
Sonja

Wir feiern Geburtstag! Mit neuem Shirt und Muffins :)

Vier Jahre ist es her, dass dieser kleine Strolch das Licht der Welt erblickte. Ich möchte keinen Tag (und keine Nacht) davon missen.

 Mit seinen vier Jahren ist Jesper schon ein großer Fan von Rittern, Drachen, Mittelaltermärkten und -musik. Wir sind sehr froh, dass unsere Kinder diese Leidenschaft mit übernehmen und soviel Spaß an den Themen haben. Klar hab ich meinem Sohn ein Rittershirt zum Geburtstag genäht. Als ich den Stoff gesehen habe, konnte ich gar nicht anders als zuschlagen. Auf eine „4“ habe ich verzichtet, weil ich den Drachenstoff nicht töten wollte. Hab aber lang überlegt, ob ich eine appliziere.

Das Raglanshirt stelle ich euch noch einmal separat vor; ich habe da noch einen anderen Post (und natürlich noch weitere Sachen zu nähen) in Planung.

Jetzt hab ich mal was Süßes für Euch. Wir haben fleißig gebacken: Hier seht ihr die Schoko-Johannisbeer-Muffins (in Ermangelung von Johannisbeeren habe ich Tiefkühl-Beeren in den Teig versenkt). Läääääääcker! Bei der Verzierung habe ich es mir einfach gemacht: Schokolade + Smarties + Gummibärchen + Zuckerstreusel. Jesper hat mitgeholfen. „Wenn der schon ein Gummibärchen hat, kann ich den in der Hand ja essen, Mama?“ 
Backbuch für Backen mit Kindern
Das Rezept für die Muffins habe ich aus diesem Buch: Backen für Kinder und mit Kindern* von Heidi Hauser und Johanna Schmidt. Dieses Backbuch – es gibt ja eine ganze Menge, und im Internet findet man ja auch irgendwie alles – begleitet mein Mamasein bereits ein paar Jahre. 
Tatsächlich habe ich aus diesem Buch schon einige Rezepte mit den Kindern nachgebacken und alle für gut befunden. Es gibt ja auch Koch- und Backbücher, die kauft man sich und macht nur ein Rezept in zehn Jahren – dieses hat tatsächlich für alle Gelegenheiten eines Familienjahres Ideen und Rezepte. 
Es sind viele Standard-Rezepte und ein paar „ausgefallene“ Sachen wie unsere Muffins hier enthalten. Außerdem stehen bei den Rezepten viele Tipps dabei, wie man den Kuchen noch abwandeln oder dekorieren kann, sowie eine allgemeine Einführung über verschiedene Teigsorten – kurzum: kann ich empfehlen, und das mache ich ja hiermit auch. 
Aber das war ja noch nicht alles! Wir haben noch mehr gebacken. Diesen Schiffkuchen hat Jesper sich gewünscht. Auch diese Idee kommt in dem Buch vor; ich hab die so oder so ähnlich aber auch in anderen Backbüchern und natürlich im Internet gesehen: Einfach einen Kastenkuchen auf den Kopf stellen, mit Schokolade überziehen und nach Belieben dekorieren. Mit einem Schaschlik-Spieß und einem Blatt Papier entsteht das Segel! 
Ich glaub, das ist der einfachste Kindergeburtstagskuchen, den man backen kann. Sogar ich hab das hingekriegt ;). 
Als Rezept kann man jeden Rührkuchen nehmen; da haben die meisten sicher ihren bevorzugten Standard. Ich hab folgendes Rezept genommen – das ist mein Standard, den back ich schon seit Jahrzehnten, wenn ich einfach mal schnell nen Kuchen backen will:
250g Butter/Margarine
250g Zucker + Vanillezucker
5 Eier
500g Mehl + 1 Pkt Backpulver
Eventuell ein Schuss Milch, und optional natürlich Schokosplits oder gemahlene Haselnüsse. Man kann den Teig auch teilen und eine Hälfte mit Kakaopulver einfärben und dann marmorieren. Das Ganze geht dann so ne knappe Stunde in den Ofen. (Ich mache Ober-/Unterhitze bis 220°C, da muss jede ihren Ofen selbst einschätzen Ich hatte mal nen Ofen, also bei dem wär der Kuchen nach 10 Minuten verkohlt gewesen, ohne Witz.)
So, zum Schluss noch einmal das Geburtstagskind – ich verabschiede mich vorzeitig ins Wochenende, weil wir jetzt erstmal feiern und die Hütte voll haben.

Verlinkt mit Made4Boys und FürSöhneundKerle.
Lieber Gruß,
Sonja
*affiliate link: Wenn Du über diesen Link etwas bestellst, erhalte ich dafür eine kleine Provision. Dir entsteht kein Nachteil. Merci. 🙂