Schlagwort: Familienstadt

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

Kindergeburtstag auf der Wewelsburg – mit der „kleinen Hexe“

~ enthält Werbelinks (mit * gekennzeichnet), mehr Info unten ~

Im letzten Jahr haben wir den Kindergeburtstag unserer Großen auf dem Pferderücken gefeiert. Hier habe ich davon berichtet. Leider gibt es das Angebot meines Wissens nun nicht mehr, sodass wir uns nach einer Alternatrive umsehen mussten. Außerdem sollte es dann doch etwas anderes sein. Über einen Flyer im Kindergarten wurde ich auf das Angebot der nahe gelegenen Wewelsburg aufmerksam: Warum also nicht den Kindergeburtstag auf der Wewelsburg feiern? Meine Kinder stehen auf Burgen, Schlösser, Geheimnisse und alles Zauberhafte. Das Programm „Die kleine Hexe“ nach dem Buch von Otfried Preußler passte also perfekt.

 

Die Wewelsburg – Museum und Geschichte

Die Wewelsburg ist Paderbornern natürlich bekannt. Deutschland einzige Dreiecksburg steht in Wewelsburg nahe Büren. Der Paderborner Flughafen, an dem ich während meines Studiums gearbeitet habe, liegt in Sichtweite. Die Geschichte der Burg reicht bis in das 10. Jahrhundert zurück. In ihrer heutigen Form wurde sie allerdings erst Anfang des 17. Jahrhunderts als fürstbischöfliches Schloss errichtet. Die weitere Geschichte könnt ihr bei der Wikipedia nachlesen – weiterführende Links habe ich am Ende dieses Blogbeitrags gesammelt.

Eine sehr unrühmliche Episode möchte ich hervorheben: Die Wewelsburg erlebte während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933-45 traurige Berühmtheit, bzw. wurde zum Mittelpunkt der SS. Ausgerechnet diese Burg war von Heinrich Himmler erkoren zum neuen Hauptquartier zu werden. So wurde die komplette Inneneinrichtung durch die SS verändert und mit nordischen Symbolen versehen. Auch ein KZ wurde hier errichtet. Diesen traurigen Teil deutscher Geschichte arbeitet das Kreismuseum Wewelsburg akribisch und gewissenhaft auf – ihm ist eine Dauerausstellung gewidmet.

Nach Kriegsende brannte die Burg vollständig aus und wurde neu aufgebaut. Heute findet sich das Kreismuseum Wewelsburg, das sich auf zwei Dauerausstellungen konzentriert: Die Aufarbeitung der Nazizeit und der Geschichte des Hochstifts Paderborn. Außerdem gibt es hier eine Jugendherberge, in der ich als junges Mädchen sogar schon mal übernachtet habe. (Und vielleicht machen wir das bald mit den Kindern auch nochmal, so als Abenteuer zwischendurch…)

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

 

Kindergeburtstag auf der Wewelsburg

Die traurige Geschichte der Wewelsburg ist natürlich hier in der Umgebug bekannt, und auch mir läuft immer wieder ein Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke. Dennoch: Verdrängen nützt nichts. Gerade heute finde ich es wichtiger denn je, dass man auch diesem Kapitel unserer Landesgeschichte offen und kritisch begegnet. Und eigentlich gehts ja auch um einen Kindergeburtstag! Der hatte natürlich überhaupt nichts mit diesem Kapitel der Geschichte zu tun, sondern stand ganz im Zeichen der kleinen Hexe.

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

 

Von dem Muff der Nazis spürt man heute glücklichweise kaum noch etwas, wenn man heute die Wewelsburg besucht. Die Kinder sind da auch unvorbelastet und freuten sich auf das Burgerlebnis! Mehrere Kiindergeburtstags-Programme stehen zur Auswahl (siehe unten in den Links). Es gibt Themen für verschiedene Altersgruppen, und eigentlich alle beinhalten eine Schatzsuche. Ältere Kinder sogar mit GPS! Wir haben uns für „Die kleine Hexe“ entschieden, das auf dem gleichnamigen Buch von Otfried Preußler* basiert.

Unsere Kinder kennen natürlich „Die kleine Hexe“, und viele unserer Gäste auch. Mit 10 Kindern sind wir zur Wewelsburg gefahren, und es hat sehr viel Spaß gemacht! Der Geburtstag wird von einer Pädagogin geleitet und ist sehr abwechslungsreich und lehrreich gestaltet. Zu Beginn verkleiden sich die Kinder, und dann geht es auch schon los! Gut 2,5 Stunden dauert das Programm, das uns allen viel Spaß gemacht hat. Wir als Eltern waren auch wieder überzeugt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben den Geburtstag auszulagern.

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

Kindergeburtstagsprogramm: Die kleine Hexe

Bei der „kleinen Hexe“ wird natürlich aus dem Buch von Otfried Preußler vorgelesen. Außerdem lernen die Kinder spielerisch einiges über Kräuterkunde und brauen im Spiel einen Zaubertrank in einem echten Hexenkessel. Anschließend haben wir den Hexenkeller und das Burgverlies besichtigt. Ein bisschen gruselig kann das für einige Kinder schon sein, aber gerade meine Kinder fahren auf so einen Nervenkitzel total ab.

Die grauenhafte Geschichte der Hexenverfolgung und überhaupt wer wohl seinerzeit elendig in dem Hexenkeller zugrunde gegangen ist, wird natürlich nicht weiter thematisiert. Das Programm ist sehr kindgerecht und orientiert sich an der Erfahrungs- und Erlebniswelt der Kinder, etwa ob sie irgendwelche Hexen aus Büchern und Geschichten kennen – Bibi Blocksberg oder Hexe Lilli.

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

Nach dem Hexenkeller gab es eine Kuchen- und Bastelpause, die den Kindern viel Spaß gemacht hat. (Und ich merke mir, dass ich nur noch Schokomuffins backe und keine mit Früchten drin. Die kommen einfach nicht an.)

Nach dem Basteln und der zweiten Vorlese-Einheit mit einem wilden Mitmach-Spiel, das die Kindern auch gut auspowert, sucht die Hexentruppe noch einen echten Schatz. Natürlich haben wir die Schatztruhe bestückt; die Geschenktäschchen mit dem Süßkram hatte ich zuvor abgegen. (Leider hatte ich es dieses Mal nicht geschafft Taschen für alle zu nähen wie beim letzten Mal.)

Die Kosten für den Kindergeburtstag auf der Wewelsburg halten sich in Grenzen: Das Programm kostet 40€, zzgl. 1€ Eintritt pro Person und 0,50€ Bastelmaterial pro Kind – ich finde, dass das ziemlich preiswert ist.

 

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

 

Geburtstagsessen und Gesamtkosten

Nach so einem langen Programm haben natürlich alle Hunger. Wir haben die Möglichkeit genutzt direkt im Café nebenan ein Geburtstagsmenü zu bestellen. Man kann dort zwischen mehreren Geburtstagsessen wählen, und wir Erwachsene haben die Gelegenheit genutzt und à la Carte gegessen (wie oft gehen wir essen? Irgendwie nie…!?). Das war übrigens sehr gut!

Summa Summarum lagen wir kostentechnisch am Ende bei ca. 130€ inkl. Programm, Essen und Getränke für 10 Kinder und 2 Erwachsene. Da kann man wirklich nicht meckern, finde ich. Das Museum hatte uns übrigens auch Einladungskarten zugeschickt, die waren inklusive! Wir hatten einen tollen Tag und haben diese ganze Organisation und Ideenfindung für einen Kindergeburtstag zuhause gespart.

Meine größte Sorge war eigentlich, dass irgendwer einpullert (hatten wir bei den letzten zwei Geburtstagen). Also hab ich die Kinder immer mal wieder auf Klo geschickt, auch wenn die meinten sie müssten nicht. Sie mussten dann doch ganz schön viel, als sie erstmal saßen.

Unser Sohn hat schon gesagt, dass er auch einmal dort feiern will – vielleicht probieren wir dann im März das nächste Programm! Die Große will nächstes Jahr gern nochmal Hexe sein.

 

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Dann freue ich mich, wenn Du mir auf meiner Facebookseite ein Däumchen schenkst, oder mir auf Pinterest folgst. Und wenn du dich für noch mehr „Mama-Themen“ interessierst, abonniere doch einfach meinen Newsletter! Der kommt so ca. alle 4-6 Wochen, oder wenn ich mal was ganz aktuelles habe (Verlosungen oder Gewinnspiele). Du kannst Dich auch in meinen speziellen Newsletter für alle Themen rund um Paderborn eintragen!

 

Pader-Blog-News

* indicates required



Email Format


Vielen Dank für Deine Unterstützung!

Lieber Gruß,

Sonja

 

Links

Kreismuseum Wewelsburg – offizielle Seite

Kindergeburtstag auf der Wewelsburg

Jugendherberge Wewelsburg

Café Restaurant Wewelsburg

Wewelsburg in der Wikipedia

Kindergeburtstag in Paderborn – eine Sammlung mit vielen Tipps!

 

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum Wewelsburg entstanden – vielen Dank!

 

*affiliate link: Bei einem Kauf über den mit * gekennzeichneten Link erhalte ich eine Provision, ohne dass Dir Mehrkosten entstehen. Meine Empfehlungen wähle ich sehr sorgfältig aus und stecke sehr viel Zeit und Arbeit in jeden meiner Beiträge. Über Provisionen und Werbung finanziere ich die laufenden Kosten dieses Blogs und kann auch zukünftig hochwertige Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen. Vielen Dank!

 

Paderborn Dom

Paderborn familienfreundlich? – Warum wir in die Domstadt gezogen sind

Vor einiger Zeit bin ich auf eine längst abgeschlossene Eltern-Blogparade gestolpert, in der Elternblogger „ihre“ Städte vorstellen. Die habe ich leider verpasst – trotzdem möchte ich euch „meine“ Stadt aus der Familienperspektive vorstellen. Paderborn und ich – das war nicht immer die große Liebe, und ich bin sehr froh auch ein paar Jahre weg gewesen zu sein. Vor gut zwei Jahren sind wir sehr bewusst wieder hierher zurückgezogen, weil wir Paderborn als sehr familienfreundlich kennengelernt haben. Weil unser bisheriger Standort im Süden Hamburgs für uns als Familie nicht mehr das Richtige war. Warum gerade Paderborn familienfreundlich ist und was für uns als Familie entscheidende Standortfaktoren sind? Das erzähle ich euch heute!

Paderborn – allgemein

Paderborn ist eine kleine Großstadt mit 150.000 Einwohnern und liegt im östlichen Westfalen, ziemlich genau im Bermuda-Dreieck von Bielefeld, Dortmund und Kassel. Ihren Namen hat die Stadt von der Pader, Europas kürzesten Fluss. Sie entspringt mitten in der Stadt, dem Paderquellgebiet, das zugleich einer der schönsten Orte der Stadt ist.

Paderborn gilt als provinziell und ein bisschen rückständig, und ich werde an dieser Stelle gar nicht dagegen argumentieren. Ob diese Stadt provinziell und rückständig ist, kommt enorm auf den Blickwinkel und die eigene Einstellung an. (Und es kommt auch auf den Blickwinkel an, ob man „provinziell“ eher als positiv oder negativ wahrnimmt.)  Natürlich sind „wir Ostwestfalen“ manchmal genau so, wie man es uns nachsagt – dann gehen wir zum Lachen in den Keller, bekommen die Zähne nicht auseinander und reden um Himmels Willen niemals mit Fremden. Aber „wir“ können auch sehr herzliche und kontaktfreudige Menschen sein *lach*. Übrigens habe ich auch schon in größeren und „moderneren“ Städten gewohnt, die in punkto Rückständigkeit durchaus mit dem Ruf Paderborns mithalten könnten. Aber dies nur am Rande.

Paderborn Paderquellgebiet

Infrastruktur, Stadtbild und Innenstadt

Die Innenstadt selbst ist nicht wirklich groß. Was mich in größeren Städten schon manches Mal zur Verzweiflung gebracht hat, ist hier alles recht nahe gelegen: Wer gut zu Fuß ist, kann die Paderborner Innenstadt innerhalb von 15 Minuten durchqueren. Die Wege sind kurz und man muss nicht drei U-Bahnstationen vom Café zum Kino und zum Shopping fahren. (Eine U-Bahn oder Straßenbahn gibt es auch gar nicht.) Der Nachteil: Man hat dann recht schnell alles gesehen. Natürlich gibt’s hier noch viel zu entdecken – gerade die Stadtgeschichte und viele alte Bauten haben viel zu erzählen, z. B. der Paderborner Dom (s. Titelbild).

 

(Kirchen haben wir eine ganze Menge hier – das ist typisch für diese Stadt, die zugleich ein Erzbistum ist und wahrscheinlich die katholischste Stadt nach dem Vatikan *hust*. Da muss man sich drauf einstellen, wenn man hierher zieht – die Stadtgeschichte ist eng mit der Kirchengeschichte verknüpft. „Die Paderborner“ sind heute aber auch nicht mehr alle katholisch.)

Paderborn Domplatz

Bei der Erreichbarkeit und Infrastruktur kommt gleich ein unschlagbarer Vorteil Paderborns im Vergleich zu anderen Städten: Die Parkgebühren sind lächerlich gering. Zentral kann man wunderbar in der Tiefgarage parken, über die man diverse Geschäfte trockenen Fußes erreicht. Außerdem sind rings um den „inneren Ring“ günstige Parkplätze zu finden – wenn nicht gerade Libori ist – dann fährt man am besten mit den Öffis.

Besorgungen sind in der Innenstadt schnell gemacht, für kurzweilige Erholung und Pausen sorgen viele Cafés. Als Mama nutze ich die nur sehr selten, denn entgegen dem Klischee sitze ich NICHT ganze Vormittage dort um mit anderen gelangweilten Mamas Kaffee zu trinken und mich über neueste Breigerichte auszutauschen.

Entscheidungsfaktor: Betreuungsgebühren

Soweit klingt das nach einer ganz normalen Kleinstadt. Was macht Paderborn also familienfreundlich? Für uns war das ausschlaggebende Argument nach Paderborn zu ziehen ganz schlicht und ergreifend: Geld. Ich möchte in Erinnerung rufen, dass wir seit unserem Umzug den Spagat zwischen Hamburg und Paderborn machen, denn Stefan arbeitet nach wie vor vier Tage die Woche in Hamburg! Lohnt sich das also für uns als Familie? Immerhin hat er auch die Fahrerei und den zweiten Wohnsitz zu bezahlen.

Kurzer Rückblick in unser Leben vor Paderborn: Vorher lebten wir im Süden Hamburgs (recht weit außerhalb – von wegen Provinz!). Wir hatten damals zwei Kinder Vollzeit im Kindergarten und Krippe und waren im Monat locker 700€ für die Betreuung los. Dabei war die Qualität der Betreuung zumindest in einem Kindergarten eher mäßig. Neben meiner persönlichen Jobhölle (hier habe ich schon einmal darüber geschrieben) war diese Zeit alles andere als lustig.

Tatsächlich gibt es hier ein sehr familienfreundliches Gebührenmodell. Natürlich richten sich die Gebühren hier auch nach der Stundenzahl und dem Einkommen, allerdings ist allein die Tabelle schon sehr viel familienfreundlicher (und realistischer) gestaltet. In unserem vorherigen Ort erreichte man schon mit einem kleinen Einkommen ganz schnell die höchste Bezahlstufe, wohingegen die Staffelung hier sehr viel „humaner“ ist.

Paderborn Markt

 

Ab dem zweiten Kind wird die Rechnung interessant

Interessant wird die Rechnung mit den Betreuungsgebühren ab dem zweiten Kind. Denn wer „nur“ ein Kind hat, kann womöglich die paar Jahre irgendwie überbrücken. Und da es mit „nur“ einem Kind deutlich einfacher ist auch als Mutter wieder in den Beruf zurückzukehren, fällt dieses Loch in der Familienkasse bei Ein-Kind-Familien oder auch Familien mit zwei Kindern nicht so sehr ins Gewicht. (Das soll jetzt keine neidvolle Klage sein, ich bin ja mit meiner Lebenssituation mehr als glücklich und stehe voll dahinter! Und ich will auch niemand verurteilen, der „nur“ ein Kind hat. Aber faktisch ist vieles schneller wieder möglich als wenn man vier Kinder hat, z.B. in den Beruf zurückzukehren…)

In unserem letzten Wohnort zahlte das erste Kind 100% Gebühren, das zweite 75% und das dritte 70%. Ab dem dritten Kind hätten wir also circa 900€ im Monat nur für den Kindergarten bezahlt. Finja wäre dann in die Schule gekommen; die Nachmittagsbetreuung hätte „nur“ 150€ gekostet. Jesper wäre dann aber auf 100% gerutscht und Marla auf 75%. Macht in Summe immer noch 900€. Das wäre für uns nicht bezahlbar gewesen – ein viertes Kind hätten wir uns schlichtweg nicht leisten können. Die Schulbetreuung ist auch eine halbe Stunde kürzer als der Kindergarten – wir hätten also zusätzlich auf Stunden (und damit Gehalt) verzichten müssen um es irgendwie hinzubiegen. Dass das auch eine nervliche Belastung ist und früher oder später zwangsläufig zum Streitthema wird, kommt noch hinzu!

 

Das Paderborner Gebührenmodell: 11.000€ in zwei Jahren gespart

Was ist jetzt an dem Paderborner Gebührenmodell so toll? Ich habe schon die viel humanere Staffelung in der Berechnungstabelle erwähnt.  Zudem sind die Gebühren an sich um einiges günstiger, was allein schon unsere monatliche Belastung immens zurückgeschraubt hat. Abgesehen davon gibt es eine Besonderheit hier in Paderborn, die eigentlich bundesweit gelten müsste, wenn man ernsthaft daran interessiert ist Eltern und potentielle Eltern zum Kinderkriegen zu bewegen (und zwar zum mehrfachen Kinderkriegen!): Geschwister haben eine Flatrate!

Wir bezahlen nur für das älteste Kind im Kindergarten, alle weiteren Kinder gehen kostenlos.

Kostenlos? Kostenlos!

Und zwar auch dann, wenn das älteste Kind im Vorschuljahr ist und selbst nichts mehr bezahlen muss! Das bedeutet tatsächlich, dass wir in dem Jahr, in dem unser ältestes Kind Vorschulkind ist, alle Geschwister auch nichts bezahlen müssen! Zum Vergleich: Das kostenlose Jahr vor der Einschulung gab es in unserem bisherigen Wohnort auch, allerdings rutschte dann ja Kind Nr. 2 auf 100% Beitrag.

Wir bezahlen natürlich noch Essensgeld, das hier taggenau abgerechnet wird (das war in dem letzten Kindergarten auch nicht so). Wenn wir wegen Krankheit, Urlaub oder unserem Familientag die Kinder mal vor dem Mittagessen abholen, müssen wir es auch nicht bezahlen! Im letzten Kindergartenjahr machte das für zwei Kinder schon so 200€ aus! Übrigens ist die Betreuungsqualität hier deutlich besser als in unserem letzten Kindergarten, in dem die Belegschaft dauerkrank war und wir in nur zwei Jahren diverse Personalwechsel miterlebt haben.

Hier gehen die Kinder in einen katholischen Kindergarten, was mich als erklärte Heidin durchaus schon zum Grübeln gebracht hat. Aber der Kindergarten ist top eingerichtet, die Erzieherinnen sind allesamt engagiert, kompetent und hervorragend ausgebildet – und auch wenn Finja sich immer über das Essen beschwert, so weiß ich doch, dass sie hier sicher und geborgen aufgehoben sind. (Seit sie mittags zuhause ist, beschwert sie sich auch – wenn es nicht gerade Kartoffeln mit Sauce Hollandaise gibt…)

Stefan hat übrigens neulich mal ausgerechnet, was wir bisher so an Kindergartengebühren gespart haben und kam auf grob 11.000€ in gut zwei Jahren. Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.

 

Paderborn familienfreundlich

 

Bezahlbarer Wohnraum, Kindergartenplätze, Familienkarte

Neben diesem Faktor brauchten wir nicht so viele weitere Argumente um uns für Paderborn zu entscheiden.Tatsächlich beobachte ich bei uns und im Bekanntenkreis, dass Geld für Familien ein Dauerthema ist. Das mag auch schon immer so gewesen sein, das kann ich nicht beurteilen. Aber haben sich gut verdienende Paare auch früher schon gegen weitere Kinder entschieden, weil sie es sich nicht leisten konnten? Wir haben den Fall bei Freunden, die noch an unserem letzten Wohnort leben. Sie hätten gern ein drittes Kind. Sie arbeiten beide in gut bezahlten Positionen. Aber aus finanziellen Gründen (Kinderbetreuung + Kredit) haben sie sich dagegen entschieden. Das finde ich schon sehr traurig.

Klar, es können jetzt nicht alle hierher nach Paderborn kommen – aber vielleicht kann das Modell hier (deswegen stelle ich das ja vor) ja Eltern in anderen Regionen inspirieren mal die eigenen Kitagebühren in Frage zu stellen.

Für uns war es definitiv die beste Entscheidung. Meine Familie lebt hier, da hatten wir also einen Anlaufpunkt. Stefans Familie lebt noch in Hamburg, weshalb er da unter der Woche günstig wohnen kann. Und wir hatten das sagenhafte Glück, dass wir nun auch das Haus meiner Mutter kaufen konnten. Überhaupt eine Immobilie zu kaufen wäre im Großraum Hamburg gar nicht drin gewesen.

Hier ziehen die Immobilienpreise seit ein paar Jahren auch ganz gut an, aber noch ist es möglich sich als Familie den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. Es gibt im Raum auch immer mal wieder neue Baugebiete – die Warteliste ist allerdings lang! Bevor ihr jetzt also alle die Koffer packt und hierher zieht, empfehle ich eine eingehende Recherche. Und: Die Preise sind auch hier deutlich angestiegen, hinter vorgehaltener Hand wird hier auch von Immobilienblase gesprochen. Von halben Millionen für ein mickriges Grundstück mit baufälligem Haus drauf sind wir hier aber noch ein bisschen entfernt.

Das Angebot an Kindergärten und Schulen ist (soweit ich das bisher überblicke) ausreichend. Im Moment wächst die Nachfrage nach Kindergartenplätzen – wir erleben in Paderborn tatsächlich einen Zuzug von Familien. Wir haben unseren Jüngsten also schon angemeldet, auch wenn er noch zwei Jahre Zeit hat. Bei uns im Ort sind drei Kindergärten, die alle voll ausgebucht sind und gar nicht alle Kinder aufnehmen können. Auch hier empfehle ich eine Recherche. Die Kindergartenplatzvergabe wird zentral über einen KiTaNavigator gesteuert, da kann man seinen Bedarf eingeben, und die Stadt kann besser planen.

Zur Wohn- und Betreuungsfrage kommen weitere Dinge, die mir hier in Paderborn einfach gut gefallen, z.B. die Familienkarte, die uns zahlreiche Vergünstigungen verschafft, etwa in die Landesgartenschau. Es gibt hier ein großes Angebot toller Spielplätze, die ich euch im Einzelnen noch vorstellen will, und viele Freizeit- und Bildungsangebote, die alles andere als „provinziell“ sind.

Paderblog

Dieser Beitrag ist der Auftakt einer kleinen Paderborn-Serie. Ich lebe inzwischen sehr gern hier und weiß, dass meine Kinder hier gut aufwachsen können. Deshalb möchte ich gern das familienfreundliche Paderborn vorstellen, das ich inzwischen sehr zu schätzen weiß. Viele Dinge auf dem Schulhof sind hier noch ein bisschen „provinziell“, und das finde ich auch ganz gut. Darauf werde ich sicher in einem der kommenden Beiträge näher eingehen. Wenn Du keinen neuen Beitrag verpassen willst, dann trag dich doch in meinen neuen Pader-Newsletter ein!

Subscribe to our mailing list

* indicates required



Email Format



 

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr „zufrieden“ mit Eurer Stadt? Und wie sind die Gebührenmodelle bei euch? Und habt ihr schon die Koffer gepackt um herzuziehen? 🙂

Bis demnächst,

Eure Sonja

 

Links

Stadt Paderborn – offizielle Seite

Familien Service Center Paderborn

Paderborn in der Wikipedia

Pader, Wikipedia

Erzbistum Paderborn