Schlagwort: Familienausflug

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

Kindergeburtstag auf der Wewelsburg – mit der „kleinen Hexe“

~ enthält Werbelinks (mit * gekennzeichnet), mehr Info unten ~

Im letzten Jahr haben wir den Kindergeburtstag unserer Großen auf dem Pferderücken gefeiert. Hier habe ich davon berichtet. Leider gibt es das Angebot meines Wissens nun nicht mehr, sodass wir uns nach einer Alternatrive umsehen mussten. Außerdem sollte es dann doch etwas anderes sein. Über einen Flyer im Kindergarten wurde ich auf das Angebot der nahe gelegenen Wewelsburg aufmerksam: Warum also nicht den Kindergeburtstag auf der Wewelsburg feiern? Meine Kinder stehen auf Burgen, Schlösser, Geheimnisse und alles Zauberhafte. Das Programm „Die kleine Hexe“ nach dem Buch von Otfried Preußler passte also perfekt.

 

Die Wewelsburg – Museum und Geschichte

Die Wewelsburg ist Paderbornern natürlich bekannt. Deutschland einzige Dreiecksburg steht in Wewelsburg nahe Büren. Der Paderborner Flughafen, an dem ich während meines Studiums gearbeitet habe, liegt in Sichtweite. Die Geschichte der Burg reicht bis in das 10. Jahrhundert zurück. In ihrer heutigen Form wurde sie allerdings erst Anfang des 17. Jahrhunderts als fürstbischöfliches Schloss errichtet. Die weitere Geschichte könnt ihr bei der Wikipedia nachlesen – weiterführende Links habe ich am Ende dieses Blogbeitrags gesammelt.

Eine sehr unrühmliche Episode möchte ich hervorheben: Die Wewelsburg erlebte während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933-45 traurige Berühmtheit, bzw. wurde zum Mittelpunkt der SS. Ausgerechnet diese Burg war von Heinrich Himmler erkoren zum neuen Hauptquartier zu werden. So wurde die komplette Inneneinrichtung durch die SS verändert und mit nordischen Symbolen versehen. Auch ein KZ wurde hier errichtet. Diesen traurigen Teil deutscher Geschichte arbeitet das Kreismuseum Wewelsburg akribisch und gewissenhaft auf – ihm ist eine Dauerausstellung gewidmet.

Nach Kriegsende brannte die Burg vollständig aus und wurde neu aufgebaut. Heute findet sich das Kreismuseum Wewelsburg, das sich auf zwei Dauerausstellungen konzentriert: Die Aufarbeitung der Nazizeit und der Geschichte des Hochstifts Paderborn. Außerdem gibt es hier eine Jugendherberge, in der ich als junges Mädchen sogar schon mal übernachtet habe. (Und vielleicht machen wir das bald mit den Kindern auch nochmal, so als Abenteuer zwischendurch…)

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

 

Kindergeburtstag auf der Wewelsburg

Die traurige Geschichte der Wewelsburg ist natürlich hier in der Umgebug bekannt, und auch mir läuft immer wieder ein Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke. Dennoch: Verdrängen nützt nichts. Gerade heute finde ich es wichtiger denn je, dass man auch diesem Kapitel unserer Landesgeschichte offen und kritisch begegnet. Und eigentlich gehts ja auch um einen Kindergeburtstag! Der hatte natürlich überhaupt nichts mit diesem Kapitel der Geschichte zu tun, sondern stand ganz im Zeichen der kleinen Hexe.

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

 

Von dem Muff der Nazis spürt man heute glücklichweise kaum noch etwas, wenn man heute die Wewelsburg besucht. Die Kinder sind da auch unvorbelastet und freuten sich auf das Burgerlebnis! Mehrere Kiindergeburtstags-Programme stehen zur Auswahl (siehe unten in den Links). Es gibt Themen für verschiedene Altersgruppen, und eigentlich alle beinhalten eine Schatzsuche. Ältere Kinder sogar mit GPS! Wir haben uns für „Die kleine Hexe“ entschieden, das auf dem gleichnamigen Buch von Otfried Preußler* basiert.

Unsere Kinder kennen natürlich „Die kleine Hexe“, und viele unserer Gäste auch. Mit 10 Kindern sind wir zur Wewelsburg gefahren, und es hat sehr viel Spaß gemacht! Der Geburtstag wird von einer Pädagogin geleitet und ist sehr abwechslungsreich und lehrreich gestaltet. Zu Beginn verkleiden sich die Kinder, und dann geht es auch schon los! Gut 2,5 Stunden dauert das Programm, das uns allen viel Spaß gemacht hat. Wir als Eltern waren auch wieder überzeugt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben den Geburtstag auszulagern.

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

Kindergeburtstagsprogramm: Die kleine Hexe

Bei der „kleinen Hexe“ wird natürlich aus dem Buch von Otfried Preußler vorgelesen. Außerdem lernen die Kinder spielerisch einiges über Kräuterkunde und brauen im Spiel einen Zaubertrank in einem echten Hexenkessel. Anschließend haben wir den Hexenkeller und das Burgverlies besichtigt. Ein bisschen gruselig kann das für einige Kinder schon sein, aber gerade meine Kinder fahren auf so einen Nervenkitzel total ab.

Die grauenhafte Geschichte der Hexenverfolgung und überhaupt wer wohl seinerzeit elendig in dem Hexenkeller zugrunde gegangen ist, wird natürlich nicht weiter thematisiert. Das Programm ist sehr kindgerecht und orientiert sich an der Erfahrungs- und Erlebniswelt der Kinder, etwa ob sie irgendwelche Hexen aus Büchern und Geschichten kennen – Bibi Blocksberg oder Hexe Lilli.

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

Nach dem Hexenkeller gab es eine Kuchen- und Bastelpause, die den Kindern viel Spaß gemacht hat. (Und ich merke mir, dass ich nur noch Schokomuffins backe und keine mit Früchten drin. Die kommen einfach nicht an.)

Nach dem Basteln und der zweiten Vorlese-Einheit mit einem wilden Mitmach-Spiel, das die Kindern auch gut auspowert, sucht die Hexentruppe noch einen echten Schatz. Natürlich haben wir die Schatztruhe bestückt; die Geschenktäschchen mit dem Süßkram hatte ich zuvor abgegen. (Leider hatte ich es dieses Mal nicht geschafft Taschen für alle zu nähen wie beim letzten Mal.)

Die Kosten für den Kindergeburtstag auf der Wewelsburg halten sich in Grenzen: Das Programm kostet 40€, zzgl. 1€ Eintritt pro Person und 0,50€ Bastelmaterial pro Kind – ich finde, dass das ziemlich preiswert ist.

 

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

 

Geburtstagsessen und Gesamtkosten

Nach so einem langen Programm haben natürlich alle Hunger. Wir haben die Möglichkeit genutzt direkt im Café nebenan ein Geburtstagsmenü zu bestellen. Man kann dort zwischen mehreren Geburtstagsessen wählen, und wir Erwachsene haben die Gelegenheit genutzt und à la Carte gegessen (wie oft gehen wir essen? Irgendwie nie…!?). Das war übrigens sehr gut!

Summa Summarum lagen wir kostentechnisch am Ende bei ca. 130€ inkl. Programm, Essen und Getränke für 10 Kinder und 2 Erwachsene. Da kann man wirklich nicht meckern, finde ich. Das Museum hatte uns übrigens auch Einladungskarten zugeschickt, die waren inklusive! Wir hatten einen tollen Tag und haben diese ganze Organisation und Ideenfindung für einen Kindergeburtstag zuhause gespart.

Meine größte Sorge war eigentlich, dass irgendwer einpullert (hatten wir bei den letzten zwei Geburtstagen). Also hab ich die Kinder immer mal wieder auf Klo geschickt, auch wenn die meinten sie müssten nicht. Sie mussten dann doch ganz schön viel, als sie erstmal saßen.

Unser Sohn hat schon gesagt, dass er auch einmal dort feiern will – vielleicht probieren wir dann im März das nächste Programm! Die Große will nächstes Jahr gern nochmal Hexe sein.

 

Kindergeburtstag Wewelsburg Paderborn

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Pader-Blog-News

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Sonja

 

Links

Kreismuseum Wewelsburg – offizielle Seite

Kindergeburtstag auf der Wewelsburg

Jugendherberge Wewelsburg

Café Restaurant Wewelsburg

Wewelsburg in der Wikipedia

Kindergeburtstag in Paderborn – eine Sammlung mit vielen Tipps!

 

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum Wewelsburg entstanden – vielen Dank!

 

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Wohin bei dem Mistwetter? – Ins Dinomuseum!*

So richtig kommt der Sommer ja nun nicht ausm Quark. Nicht falsch verstehen, das soll keine Beschwerde sein! Aber als Familie muss man sich schon was überlegen, wenn alle Draußen-Aktivitäten buchstäblich ins Wasser fallen. Freibad, Spielplatz, Badesee, Park, Tierpark sind so unsere Standards bei trockenem Wetter, und in Paderborn gibt es da auch genug Angebote. Aber wenn es schüttet und schüttet, kann man die Kinder nicht lange in den eigenen vier Wänden halten, ohne dass es recht bald Knatsch gibt. Wohin also bei Mistwetter? Ich hab da einen Tipp…

 

LWL Museum für Naturkunde Münster

Am Titelbild kannst Du schon erahnen, wohin die Reise geht: Nämlich ein paar Millionen Jahre in der Zeit zurück zu den Dinosauriern!
Meine Kinder stehen im Moment total auf Dinosaurier und kennen sich auch schon richtig gut damit aus. (Meine Große kann zum Beispiel sogar „Deinonychosaurus“ sagen ohne über ihre Zunge zu stolpern. Und der Mittlere fachsimpelt gern mit über Brachiosaurus und Archaeopteryx.) Also stand für uns an einem der besagten Regentage fest: Wir gucken uns die Dinos mal aus der Nähe an!

Unser Weg führte uns in das LWL-Museum für Naturkunde, Münster, das sich mit dem berühmten Münster Zoo einen Parkplatz teilt (hätten wir in den Anfahrtsplan geschaut, hätten wir es wissen können, deshalb weise ich hier mal explizit darauf hin). Von Paderborn aus nach Münster zu fahren ist eine langwierige und nervige Angelegenheit von knapp eineinhalb Stunden, aber die Reise hat sich mehr als gelohnt!

Meine Kinder sind jetzt 5 1/2 (Finja), 4 (Jesper) und 1 (Marla), und sie fühlten sich von der Ausstellung alle gleichermaßen angesprochen – und auch wir waren begeistert! Das LWL-Naturkundemuseum Münster zeigt viele Skelette und Nachbildungen und spricht mit Texten und kleinen Filmen und einem kleinen Dinokino unterschiedliche Altersgruppen an. Gezeigt wurden übrigens Ausschnitte aus einer dreiteiligen Dino-Dokumentation, die man auch in der ZDF Mediathek findet. Die ganze Serie (aus Terra X, ist aber z.T. recht blutig – meine stehen drauf!) kennen meine Kids inzwischen auswendig – dies als kleiner TV-Tipp abseits von irgendwelchen furchtbaren modernen Comic-Sendungen und anderem Nonsense, der sich „Kinderfernsehen“ schimpft (mehr dazu an anderer Stelle…)

Wie man ihnen vielleicht ansieht, waren sie schwer beeindruckt. (Und mir fiel erst jetzt auf, dass Jesper sein Raglanshirt aus dem „Dinopunks“-Stoff trägt, hihi, das war gar keine Absicht.)

Auch die Kleine fand die großen Echsen schon interessant. Seit dem Besuch wollen sie alle Forscher werden und deklarieren jeden Schafknochen, den sie irgendwo finden, als Dinoknochen. Ich habe versprochen, die Knochen beim nächsten Besuch einem Experten zu zeigen.

Eins der Highlights war natürlich dieses Skelett. Na, erkennst Du, welcher Räuber das war?
Mich hat am meisten das Pottwal-Skelett beeindruckt, das ich nie und nimmer als solches erkannt hätte. Hier ein Foto von hinten fotografiert:

Verpflegung

Im Dinomuseum gibt es übrigens eine Snackbar, wo wir gegessen haben. Für uns war es genau das Richtige – es gab für die Kinder die obligatorischen Pommes und für uns auch „Erwachsenenessen“ *lach*. Zum Nachtisch natürlich Eis aus der Truhe! Für uns war das alles sehr praktisch – auch mit dem Kinderwagen sind wir gut überall hin gekommen, und wickeln war auch kein Problem!

Zum Abschluss noch eine kleine Bilderflut:

 

 

Weil wir mindestens drei Mal durch die Dino-Ausstellung gelaufen sind, sahen wir erst viel zu spät, dass das Naturkundemuseum Münster ja noch viel mehr zu bieten hat: Zum einen hatten sie da noch das Planetarium und eine schöne Ausstellung über Indianer – aktuelles Lieblingsthema Nr. 2 bei unseren Kindern.

Im Hinausgehen haben wir noch eine „Gruselausstellung“ und und noch die „Tiefsee“-Ausstellung gesehen (also, dass es sie gab! Zum Besuchen hatten wir leider keine Zeit mehr, und leider ist diese Ausstellung unter dem Gesamttitel „Leben in der Dunkelheit“ ausgelaufen).

Fazit: Den Besuch des LWL-Museum für Naturkunde in Münster kann ich allen Familien im näheren (und auch weiteren) Umkreis wärmstens empfehlen. Wir waren selbst bestimmt nicht zum letzten Mal da – auch die Kinder fragen schon, wann wir mal wieder dort hinfahren.

Dinomuseum Münster

 


~KLICK ZUR MUSEUMSWEBSITE~
~KLICK zur Dinoausstellung „Die Urzeit lebt“~
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Ich verlinke diesen Post noch mit dem Freutag – denn ich erinnere mich gern an diesen Familienausflug!

Herzliche Grüße,
Sonja

*Die Nutzung der Bilder aus der Ausstellung erfolgt auf freundliche Genehmigung des LWL Naturkundemuseum Münster. Vielen Dank!

Urlaub mit Kindern – ein Überlebensratgeberpost mit Urlaubstipp

Familienurlaub ist etwas völlig anderes als „Urlaub“, das werden Eltern mit Kindern aller Altersstufen bestätigen können. Bei uns sind die Zeiten, in denen wir im Urlaub Urlaub hatten, seit gut fünf Jahren vorbei, seit unsere erste Tochter geboren wurde und wir mit jeder Reise in das Thema „Familienurlaub“ hineingewachsen sind.

Mittlerweile sind wir nicht nur im Alltag, sondern auch im Urlaub ein eingespieltes Team, denn auch das will gelernt sein: Mit Kindern Urlaub machen! Ich kenne nicht wenige Eltern, die nach dem Urlaub gern wieder zur Arbeit gehen, weil das entspannter ist als den ganzen Tag die Zwerge um sich zu haben. Wie und wo wir das dieses Mal gut geschafft haben – davon bericht ich heute!

Reisegesellschaft
Seit ein paar Jahren fahren wir einmal im Jahr mit einer sehr gut befreundeten (und mittlerweile verpateten) Familie, die auch drei Kinder im Alter unserer Kinder haben, in den Urlaub. Mein Mann und der Papa von Familie K. kennen sich noch aus Abizeiten, und auch zwischen Frau K. (auch eine Nähmama) und mir, sowie unseren Kindern hat es von Anfang an „gepasst“.

Wir feiern seit Jahren Silvester zusammen und sind dann irgendwann dazu übergegangen auch den Urlaub gemeinsam zu verbringen – bisher eine Erfolgsgarantie und Win-Win-Situation für alle! 

Stress pur im Familienurlaub? 
Es empfiehlt sich aus verschiedenen Gründen mit einer befreundeten Familie zu fahren:

Familienurlaub ist deutlich „stressiger“ als der normale Alltagstrott: Auch wir Erwachsenen müssen uns erstmal neu orientieren und im Zielgebiet organisieren. Wir müssen weiter funktionieren und können es uns eben nicht sofort im Liegestuhl bequem machen, wie wir es in unserem Leben vor den Kindern vielleicht gewöhnt waren.

Wir müssen weiterhin für halbwegs geregelte Mahlzeiten sorgen, Essen einkaufen, Koffer auspacken, ggfs. Bettwäsche auf fünf Betten aufziehen, ein Campingbett aufbauen, den Kindern erklären, dass wir leider irgendein Lieblingsspielzeug zuhause vergessen haben und nach einer möglicherweise langen und tränenreichen Anreise bei Stau und schwächelnder Klimaanlage ein Abendessen zaubern. Je nachdem wie gut wir mental darauf vorbereitet sind, entwickelt sich dann aus Kleinigkeiten Frust und Streit.

Es ist deutlich einfacher, wenn man zwei Erwachsene mehr ist, um all diese Aufgaben zu übernehmen, auch wenn es insgesamt mehr Kinder sind – das ist die Quintessenz unserer gemeinsamen Urlaube.

Auch die Kinder sind aufgedreht, wenn sie im Ziel ankommen: Sie haben ziemlich lange gesessen und sich eventuell gelangweilt, haben steife Glieder und Hunger. Ausgeschlafen sind sie meistens – was uns Große dann zusätzlich stresst, weil wir uns bange fragen, ob und wann wir die ganze Bagage ins Bett kriegen. Wir selbst sind nämlich reif für ein Nickerchen. Oder wenigstens eine Dusche.

Mit Freunden urlauben löst das Problem: Die Wiedersehensfreude ist meist groß, und schon sind zumindest unsere vier „Großen“ im Alter von fast vier bis fast sechs verschwunden um das Gelände zu erkunden.

Natürlich muss es auch irgendwie die „richtige“ Familie sein – wir haben Glück mit unseren Reisefreunden – wir alle haben einen „Partner“ in der jeweils anderen Familie auf einer Wellenlänge, und es funktioniert total gut. So eine ideal passende Familie zu finden ist nicht immer einfach – gibt ja auch Familien, mit denen ich mir einen gemeinsamen Urlaub nicht so entspannt vorstelle. Wichtig ist, dass sich die Elternpaare gut verstehen und möglichst eine große Deckung verschiedener Weltansichten und auch Kindererziehung haben, denn für die Urlaubswoche sind wir alle für alle Kinder irgendwie mit verantwortlich und sollten uns über bestimmte Grenzen und Leitlinien einig sein.

Wir haben jetzt nie einen „Kriegsrat“ dazu abgehalten und unsere Statuten aufgestellt, und wir sind auch nicht in allen Dingen einer Meinung. Aber in den Wichtigen Dingen sind wir uns einig und vor allem fallen wir uns nicht gegenseitig in den Rücken, z.B. bei der Verteilung von Gummibärchen oder Eis (ein Rat, den ich auch an einzelne Elternpaare weitergeben kann! Ihr bildet zusammen die „Front“! Meinungsverschiedenheiten sind immer erwünscht, aber werden ohne Kinder ausdiskutiert. Vor den Kindern seid ihr einander solidarisch, und wenn einer was verbietet, kann der andere es nicht erlauben. Punkt.)

Das Ganze funktioniert auch nur, wenn beide Paare „intakt“ sind und bei dem gemeinsamen Projekt Familienurlaub gleichermaßen mitmachen. Natürlich gibt es so ein Urlaub auch her, dass einer mal mittags Schlaf nachholen kann, aber es muss auf der Paarebene abgesprochen sein – so, wie es idealerweise auch im Alltag funktioniert.

Marla komplett benäht – Body nach Schnabelina, Tunika Ottobre, Monkey Pants von Kid5

Eine kleine Bewährungsprobe war bei uns das Thema Streit unter den Kindern. Das hatten wir in den letzten Jahren nicht so. Mittlerweile sind speziell die großen vier aber in einem streitfähigen Alter, und allein unsere beiden gehen ja auch zuhause schon gut aufeinander los.

Auch im Urlaub gab es dann zum Ende der Woche ein paar heftige Auseinandersetzungen, die wir aber zum Glück alle gut lösen konnten, wenngleich nicht ohne Tränen.

Hier versteckt sich allerdings Zündstoff, und ich finde es wichtig darauf hinzuweisen, dass wir Großen uns nicht in die Streite der Kinder hineinziehen lassen und die Probleme eben auch „wie Große“ klären – mit den Kindern. Der Anlass in unserem Fall war jeweils nichtig; dahinter steckte wahrscheinlich eine gewisse Ermüdung und ein „Zuviel“ an Nähe – eine Woche mit einer ganzen anderen Familie so eng zusammen zu leben bedeutet für die Kinder auch Stress!

Das richtige Reiseziel und welche Fehler man vermeiden sollte
Beim Familienurlaub kann man schon bei der Buchung alles falsch machen: Ok, wenn Du nunmal der 5-Sterne-Hotel-all-inclusive-Urlauber mit Kinderanimation bist, und Dich jeden Urlaub ärgerst, dass Du das Hotelzimmer nicht gescheit abdunkeln kannst oder dass Deine Kinder sich beim Essen nicht benehmen – vielleicht sollte es doch mal was „bodenständigeres“ sein?


Die Anfahrt in den Familienurlaub sollte für alle Beteiligten in einem überschaubaren Rahmen liegen, speziell wenn Kinder berühmt für Reisekrankheit sind. Außerdem müssen wir nicht glauben, dass besonders weit weg oder besonders teuer auch besonders gut für die Kinder ist. (Besonders teuer fällt allerspätestens ab dem dritten Kind sowieso erstmal aus, bis die fertig sind mit Studieren — hoffentlich!? )

Meiner Erfahrung nach sind gerade junge Kinder vollkommen zufrieden, wenn sie eine Woche lang im Sand sitzen und Wasser in der Nähe zum Matschen haben. Ob sie das an der Ostsee oder Mallorca oder in Florida oder Australien machen ist den Kindern völlig wumpe. Die erinnern sich am Ende an so Sachen wie eine besonders coole Ritterburg, die sie gebaut haben, oder ein riesengroßes Eis, das sie bekommen haben.

Neben Sand und Wasser (das hatten wir in unseren letzten Urlauben) gibt es noch was, was Kinder im Kindergartenalter super finden: Tiere.
Das war in diesem Jahr auch ausschlaggebend für unser Reiseziel, die Ziegenalm Sophienhof im Harz. Wir haben bereits in unserem letzten Urlaub gemerkt, dass die Kinder sich sehr gut den ganzen Tag mit Tieren beschäftigen können. Der Harz war als Reiseziel außerdem ideal, also haben wir recht bald die „Ziegenalm“ gefunden und dort zwei Ferienwohnungen in einem Haus gebucht.

Der aufmerksame Leser hat richtig erkannt: Wir haben unser Ziel nach den Bedürfnissen der Kinder ausgewählt. Wellness und Erholung machen wir ein anderes Mal! Ich glaube, dass dies am wichtigsten für den gelungenen Familienurlaub ohne Stress ist: Dass die Kinder gut beschäftigt sind und sich wohl fühlen. Dann finden auch wir die Lücken und Nischen, in denen wir entspannen können.

Die beiden Ferienwohnungen erwiesen sich als ideal für uns – beide Wohnungen waren nur durch einen kurzen Flur getrennt, und wir hatten so eine große Etage plus schönem, verwilderten Garten für uns, das war super: Die Kinder hatten draußen viel Gelegenheit Abenteuer zu erleben und was zu entdecken. Die eigentliche Ziegenalm lag in Fußnähe, sodass wir außerdem jeden Tag die Ziegen sehen und füttern konnten.

Das war schade an der Lage der Wohnungen: Wir waren nicht direkt auf dem Hof, etwas mehr Interaktion hätten wir uns da im ersten Moment gewünscht, aber auch so war es nah genug dran, und so haben wir die Kinder auch mal von den Ziegen weggekriegt.

Von der Ziegenalm Sophienhof aus haben wir viele wunderschöne Ausflüge und auch eine schöne Wanderung unternommen – die Sonne sonnte uns wohl, und ich muss sagen, dass der Harz gerade für Tagesausflüge mit Kindern sehr sehr viel zu bieten hat. Da uns Strand und Meer fehlten, war unser Urlaub entsprechend programmintensiv.

Unsere Ausflüge


Von der Ziegenalm aus war es nicht weit zum Rabensteiner Stollen, den wir auch als erstes besichtigt haben.

Ich fand das Kohle-Bergwerk sehr interessant, allerdings muss ich als Mama von Kleinkindern das Fazit ziehen: So toll war es für die Kleinen nicht! Das jüngste Kind sollte schon fünf bis sechs Jahre sein um inhaltlich überhaupt folgen zu können.

Unser Sohn Jesper hatte mit seinen vier Jahren Angst, gerade beim Runterfahren: Wir sind mit einer kleinen Bahn in einen stockfinsteren Tunnel gefahren; ich habe Finja vor mir festgehalten, Jesper saß hinter mir und klammerte sich an mich, und Stefan hielt Marla fest.
Wir hatten auch einen Tragerucksack dabei, aber durch die niedrigen Decken durften wir Marla nicht reinsetzen – ich hatte sie also die meiste Zeit der knapp einstündigen Führung auf dem Arm. Und sie wand sich und wollte runter, jammerte, verlor andauernd ihren Helm und nur mit Mühe und Not NICHT ihren Schnuller.

Jesper im Raglan T-Shirt nach Ottobre

Fazit: Bergwerke erst in ein paar Jahren wieder! Grundsätzlich ist der Rabensteiner Stollen aber ein schönes Ziel für einen Familienausflug, und gerade abenteuerlustige Kids werden voll auf ihre Kosten kommen!

Pullman City – Westernstadt im Harz
Am nächsten Tag trafen wir es besser: Wir haben uns wieder auf eine Zeitreise begeben und Pullman City, die Westernstadt im Harz, besucht. Von der Ziegenalm aus liegt die ca. eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Montag und Freitag kommt man zum halben Preis rein, und so zog es uns dann dorthin – ein voller Erfolg!

Besonders gefallen hat uns hier der gewaltfreie Ansatz. Die amerikanische Geschichte ist bis in die heutige Zeit blutig, und der Genozid an den Ureinwohnern des Kontinents ist noch lange nicht aufgearbeitet. Insofern kann man vor dem Besuch der Westernstadt im Harz tatsächlich gewisse Ressentiments pflegen. Wir haben uns darauf eingelassen und eben besonders die positive Feststellung gemacht, dass es eine Wild-West-Show ohne knallende Colts und Gewalt geben kann.

Die Westernstadt ist wirklich nett aufgebaut mit reichlich Verpflegungsmöglichkeiten, Unterhaltung (tolle Pferdeshow!!!), einem super Spielplatz und Ponyreiten, dem Highlight für unsere Kinder. Nun folgt eine kleine Bilderflut um ein paar Eindrücke der Westernstadt zu bekommen:

Es gab auch ein authentisches Trapperlager, ein Mandan-Erdhaus, ein Museum zur amerikanischen Geschichte der Kolonialzeit, und vieles mehr!

Uns und allen Kindern hat der Ausflug in die Westernstadt sehr gut gefallen, und wir würden gern wieder hinfahren!

Finja im Raglankleid nach klimperklein

Der Brocken
Man kann gar nicht in den Harz fahren ohne den Brocken zu sehen – wir wollten uns fast aus Kostengründen drücken. Man kommt nur zu Fuß oder mit der Harzer Schmalspurbahn hinauf, und das Ticket für einen Erwachsenen ist dermaßen unverschämt teuer, dass wir eigentlich nicht hinauf wollten. 

Aber wenn man schonmal da ist… Und es fährt eine echte Dampflok… und alles andere kostet auch Geld…

  
Wir haben es also getan und sind mit der Dampflok hinauf gefahren! Bewusst sind wir ab Drei Annen Hohne zugestiegen um eine möglichst kurze Fahrt zu haben. Mit einer knappen Stunde war auch unsere Belastungsgrenze erreicht – für die Kinder ist es natürlich ein Stückchen aufregend, aber nach einer halben Stunde muss man sich schon was einfallen lassen. Und die Babies im Alter von einem halben und einem Jahr war die Bahnfahrt auch eher nicht so interessant.

Oben angekommen war es windig und kalt, und auf dem Rundweg ging schnell das Geheule von zwei Kindern los: Zu windig, zu kalt, Hunger, Füße tun weh etc…
Es war schon nicht so leicht die Motivation zu halten. Die Aussicht aber war grandios:

Nach dem Rundweg und einer Brotzeit ging es dann zurück – trotz der Anstrengung und des Fahrpreises war es schön dort gewesen zu sein. Zumindest ich hatte zuvor noch nie die Gelegenheit!

Thale
Einer unserer letzten, sehr gelungenen Ausflüge führte uns in die Stadt Thale, die neben einem mystischen Wanderweg durch die Stadt ein paar schöne Spielplätze, eine Gondelbahn und natürlich den Hexentanzplatz zu bieten hat!

Vor dieser wunderschönen Kulisse kommt richtig „Harz-Feeling“ auf: Hier ist der Nationalpark Harz richtig nah!

Diese Bilder sind aus der Gondelbahn heraus entstanden, die mich ja doch etwas Überwindung gekostet hat zu betreten, ich bin da eher so der Schisser.

 Mit der Gondelbahn ging es hinauf zum Hexentanzplatz, einem beliebten Touristenziel, das auch für Kinder einiges zu bieten hat.

 Da sitzt er, der Beelzebub:


In der Nähe stand natürlich auch ein Hexenhaus auf dem Kopf, das ich mit den vier großen Kindern besichtigt habe – sehr nett gemacht, und ich bin ja empfänglich für die ganzen Symbole und alles rund um Hexen und Teufel, daher noch zwei Bilder aus dem Haus, in dem alles auf dem Kopf steht. Eine uralte Nähmaschine hing da auch unter der Decke, und ein Spinnrad, aber das Licht war zu dunkel – da müsst ihr dann wohl selber hinfahren und gucken!

Ach ja, einen Tierpark gibt’s da auch noch zu besuchen, und unten bei der Gondelbahn gibt’s einen tollen Spielplatz (ok, die haben auch diese ganzen elektrischen Karussels und so, wo man nen Euro reinstecken muss, aber unsere waren mit dem „Schiff“ dort total happy) und für größere Kinder einen Kletterwald. Also: Thale ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Jetzt verabschiede ich mich – vielen Dank für’s Lesen, ich hoffe, der Artikel hat Dir gefallen?

Bis bald,
Sonja

Hinweis: Dieser Blogpost enthält eine Menge Reise- und Ausflugsempfehlungen, allerdings KEINE WERBUNG. Weder die Reise noch Teile davon wurden in irgendeiner Form gesponsort. Sollten Sie an einer Kooperation interessiert sein, schreiben Sie mir gern eine Mail. Vielen Dank.