Kategorie: Familienwahnsinn

command center selber bauen

Command-Center selber machen – inkl. Free Printable!

~ enthält Werbelinks (gekennzeichnet), mehr Info unten ~

Nachdem ich neulich das Buch „Command Center“ vorgestellt habe, musste ich mir unbedingt ein Command Center selber bauen. Das ist gar nicht weiter schwierig, und das Ergebnis ist wirklich super, denn: Es funktioniert! Plötzlich fühle ich mich sogar endlich mal „gut organisiert“ und tappe nicht mehr nur von einer Katastrophe in die nächste. Mein Mama-Command-Center ist noch recht überschaubar, trotzdem habe ich damit wirklich den Überblick, und das fühlt sich sehr gut an. Heute stelle ich mal im Einzelnen vor, wie ich mein Command Center gebaut habe.

 

Command Center – das Buch

Die Idee zu meinem Command Center erhielt ich durch das gleichnamige Buch, das ich hier ausführlich vorgestellt habe. Ein paar der darin vorgestellten Ideen habe ich in mein Command Center übernommen. Das Buch enthält aber noch viel mehr schöne Inspirationen zur Gestaltung und außerdem viele schöne DIY-Ideen. Du kannst es z.B. bei amazon (Werbelink) oder
buecher.de (Werbelink) kaufen.

 

Mein Command Center

Ich war gleich überzeugt von dem Command Center-Konzept und habe mir Gedanken gemacht: Was nervt mich am meisten im Alltag? Wo fehlen mir Ordnung und Organisation? Die Antworten fand ich schnell – ein Blick zum Kühlschrank genügte:

ich brauche ein command center

Wie du siehst – ein heilloses Zettelchaos! Ich hatte das schon mehrfach aufgeräumt, aber es wächst dann von allein wieder an, was echt nervig ist! Dazu kommt dann die Essensfrage: Was kochen wir heute? Was schmeckt den Kindern? Was für Termine haben wir diese Woche? (Welcher Tag ist heute?)

Mein Alltag hat also viele Probleme, die mein Command Center nun lösen soll ;).

Also habe ich mir mithilfe des Buches einen Plan gemacht: Ich wollte unbedingt so Sammelfächer haben, für die Post und für Wichtiges, für Pizzaservice und für Stefan und mich. Da Stefan ja nur am Wochenende zuhause ist, war es mir wichtig seine ganze Post zentral zu sammeln. (Und er findet das auch ganz toll.)

Außerdem sollte unser Familienkalender integriert sein, und ein Memo-Board, wo wir aktuelle Todos bündeln – das sind aktuell wegen unseres Anbaus ja nicht gerade wenige! Das Herzstück ist aber unser 2-Wochen-Essensplaner, für den ich eine eigene Vorlage gebastelt habe, die du hier gratis downloaden kannst. Wie du ihn einsetzt, zeig ich sofort ;).

So sieht mein fertiges Command Center nun aus. Ich gebe zu: Keine Schönheit, aber da es demnächst in die neue Küche umzieht, wird es vorerst reichen. Du erkennst die einzelnen Elemente: Links oben das Memo-Board, daneben der Kalender. Unten links unser Essensplaner und rechts daneben unsere Sammelfächer. Stefan meinte gleich, davon dürfte ich noch mehr kaufen :D.

diy command center selbst gemacht

Materialien

Für dieses Command Center – Projekt habe ich bei IKEA zugeschlagen. Den Kalender hatte ich natürlich schon, aber die Magnetwand und vor allem die Sammelfächer habe ich zum ersten Mal online bei IKEA bestellt. Online deshalb, weil sonst bei mir ein halber Tag für einen IKEA-Ausflug draufgeht und ich einfach keine Zeit hatte – vor allem mit dem Kleinen, das macht dann ja auch nur halb soviel Spaß, obwohl die Kinder ja gern da sind und wir da gute Erfahrungen gesammelt haben. Meist vergess ich dann aber, was ich kaufen wollte und gebe dafür hunderte von €uros für irgendwas anderes aus (Meterware zum Beispiel…). Also habe ich bequem online bestellt, und zwar die Sammelfächer KVISSLE(Werbelink) und die
Magnetwand SKURAR (Werbelink). Die praktischen Magnet-Clipse  (Werbelink) gibts auch bei IKEA.

Da tuts natürlich auch jede andere Magnetwand. Ursprünglich wollte ich eine Tafel haben, aber so finde ich es jetzt ganz schön. Und so praktisch! 🙂

 

Zum Beschriften von Magnetwand und meinem Essensplan nehme ich einen Non-Permanent-Marker (Werbelink). Bei meinem ist der Radierer gleich dabei, dann muss man den nicht irgendwo suchen.

Die Sammelfächer habe ich nach „Posteingang“ und „Postausgang“ sortiert, außerdem gibts ein Fach für Lieferservice, „Wichtig“ (damit uns keine Rechnung mehr durch die Lappen geht), und dann noch für jeden ein eigenes Fach. In dem Buch „Command Center“ waren auch Sticker dabei, die habe ich da gleich verwendet.

 

Tutorial: 2-Wochen-Essensplaner mit Vorlage

Das Beste an meinem selbst gebauten Command Center ist der Essensplan! Wenn du meinen Newsletter abonniert hast, ist der nicht mehr neu für dich, denn meine Newsletterabonnentinnen haben den Plan bereits bekommen. Ich plane nun immer 2 Wochen im Voraus. In der Vergangenheit hatte ich es schon einmal versucht unser Essen im Voraus zu planen, war aber irgendwie in der Praxis gescheitert. Mein neues System funktioniert bisher sehr gut, und deshalb stelle ich es hier inkl. Gratis-Druckvorlage vor.

Gratis Vorlage 2 Wochen Essensplaner

 

Druck einfach das pdf aus und klemm es in einen 21×30 Fotorahmen, am besten aus Glas. Mit dem Non-Permanent-Marker (Werbelink) kannst du den Plan nun nach Belieben beschriften ;). Ich fand es anfangs nicht so leicht gleich für zwei Wochen im Voraus zu planen, mittlerweile finde ich es super, weil ich diese Sorge einfach los bin! Der Einkauf läuft auch viel souveräner, und ich kaufe nicht soviel „auf Verdacht“.

essenplan

 

Noch mehr Mama-DIYs und Tipps rund um den Alltag

Die besten Ideen, Tipps und Lifehacks rund um Mamas Alltag sammle ich übrigens auf meinem Pinterest-Board „Mama sein – Überleben im Alltag“. Ich freue mich, wenn du dieser Wand folgst! Außerdem versende ich ja ab und an einen Newsletter – auch hier freue ich mich über dein Abo! Kleiner Tipp: Dieses kleine DIY-Tutorial hatte ich bereits vorab an die Newsletterabonnentinnen geschickt, und hin und wieder gibts dort Infos, News und exklusive Inhalte.

 

Ich hoffe, dir hat mein Command Center gefallen? Hast du auch sowas oder baust du es dir jetzt? Vielleicht hast du auch noch Ideen dazu? Lass es mich wissen und schreib mir einen Kommentar.

 

Lieber Gruß,

Sonja

Verlinkt mit Creadienstag, HoT, DienstagsDinge.

 

command center essensplan download

 

*affiliate link/Werbelink: Beim Einkauf über den gekennzeichneten Werbelink erhalte ich eine Provision, ohne dass Dir Mehrkosten entstehen. Meine Empfehlungen wähle ich sehr sorgfältig aus und stecke sehr viel Zeit und Arbeit in jeden meiner Beiträge. Über Provisionen und Werbung finanziere ich die laufenden Kosten dieses Blogs und kann auch zukünftig hochwertige Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen. Vielen Dank!

command center buchrezension

(Anzeige) Rezension: Command Center – Überblick über Haushalt und Familie

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Man muss nicht erst vier Kinder und einen Nähblog haben, bevor man als Mama das Gefühl bekommt auf Treibsand zu stehen. Auch bei uns halten sich trotz wohlgemeinter Aufräumaktionen hartnäckig diverse Zettel, Gutscheine und Pizzaservice-Flyer am Kühlschrank. Halb geöffnete Briefe warten zwischen die Tastatur geklemmt auf Bearbeitung. Und neulich kam tatsächlich eine doofe Mahnung – nur deswegen, weil uns hier die Systematik fehlt. Es sind ja auch nicht wenig Themen: da ist natürlich mein Blog hier auf dem Schreibtisch vertreten, aber auch unsere ganze private Korrespondenz und Buchhaltung und aktuell unser Anbau (über den ich bestimmt sehr bald mal mehr erzähle). Lange Rede, kurzer Sinn: Wir brauchen hier dringend eine Lösung um nicht den Überblick zu verlieren. Die Rettung könnte ein Command Center sein. Was das ist? Wusste ich auch nicht – bis ich das so betitelte Buch aus dem Frechverlag zugeschickt bekam.

 

Command Center – Haushalt und Familie auf einen Blick

Vor einiger Zeit habe ich das Buch „Die Aufräum-Profis“ aus dem Frechverlag vorgestellt. Über zahlreiche Rückmeldungen über Kommentare hier und in Social Media habe ich erfahren, dass ich wohl nicht die einzige bin, die dem Chaos häufig machtlos gegenüber steht. Übrigens: Das Aufräum-Buch hat mir tatsächlich geholfen etwas Struktur in unseren Haushalt zu birngen, aaaaaber man muss natürlich dranbleiben. Und wenn man nebenbei anbaut, bloggt und die Kinder krank sind… ja, ihr ahnt es…  Aber heute will ich ja über das neue Ordnungs-Tool schreiben: Das Command Center.

Die Idee des Command Centers ist simpel: Mama behält den Überblick. Termine, Planung, Ordnung und Koordination sind Schlagworte, die direkt im Zusammenhang stehen. Und wer gerade den Haushalt auf Vorderfrau gebracht hat, ist nun wirklich bereit für das Command Center, das helfen soll die Ordnung auch weiter zu behalten. Zettelwirtschaften und Sammelsurien von Visitenkarten, Pizzaflyern, To-Do-Listen, Postkarten, Einladungs- und Dankekarten bekommen endlich einen eigenen Platz!

Im Command Center wird alles geordnet und strukturiert, was man braucht um Haushalt, Job, Alltag und optional weitere Bereiche optimal zu koordinieren. Und zwar in schön! Im gleichnamigen Buch stellen 10 kreative Bloggerinnen ihre persönlichen Command Centers vor – inkl. inspirierender DIY-Anleitungen und schönen Ideen, was man alles im Command Center integrieren kann. Alle Autorinnen sind Mütter, viele selbstständig und alle kreativ. Jede hat ihren eigenen Stil, und jedes vorgestellte Command Center hat seinen eigenen Charme.

Mithilfe eines „Entscheidungsbaums“ und der Einleitung kann man sich gleich zu Beginn der Lektüre Gedanken machen, welche Bestandteile das eigene Command Center haben soll. In den folgenden Kapiteln stellen die Bloggerinnen ihre Command Centers vor – und ich kann mich gar nicht entscheiden, welches mir am besten gefällt.

Nach den Einzelvorstellungen gibts nochmal zusammenfassende kleine Kapitel um DIY-Ideen zu bestimmten Themen – mit Anleitungen, z.B. „To Do’s & Putzlisten“. Praktisch: Im Buch integriert sind Lesezeichen, die ein schnelles Wiederfinden ermöglichen.

command center rezension

Als zusätzliches Extra gibts außerdem einen Stickerbogen für das eigene Command Center.

Rezension

Ich wusste gleich, dass das „Command Center“ was für mich ist. Ich hatte nun während unseres Urlaubs in Dänemark (Bericht folgt) genug Gelegenheit in dem Buch zu stöbern, und ich habe schon viele Ideen, wie ich mein eigenes Command Center gestalten will, bzw. was unbedingt mit rein muss! Der praktische Nutzen dieses Buchs ist unbedingt gegeben.

Mein eigenes Command Center plane ich gerade noch – bzw. ich warte auf eine Bestellung mit Materialien, die ich noch benötige. Denn ich brenne darauf mir mein Command Center zu bauen! Das Schöne an dem Konzept des Buches ist: Man kann damit das eigene Command Center ganz individuell gestalten und anpassen. Ich habe mittlerweile sogar drei Command Centers geplant: Eins für Familie-Haus-Garten-Anbau, eins für mein Nähzimmer und ein Blog-Command-Center. Wie meine dann aussehen, stelle ich separat vor.

Mein Fazit zu diesem Buch: Ich finde es sehr hilfreich und auch inspirierend! Ich mag Bücher, die mir bei leidigen Themen Rückenwind geben. Das hat mir schon bei den Aufräum-Profis gefallen, und das finde ich hier auch gut. Die Aufmachung mit den Lesezeichen und dem Stickerbogen finde ich schön – es ist wirklich ein praktisches Buch, mit dem man sofort losstarten kann. Es werden ganz verschiedene Design-Stile vorgestellt, sodass man sich auch abseits sonstiger Vorlieben inspirieren lassen kann. Ich finde: Ein schöner Ratgeber mit vielen Ideen und Tricks rund um die Selbstorganisation – und auch wenn es nicht explizit in dem Buch beschrieben steht, so fühle ich mich schon sehr inspiriert ein „Blog-Command-Center“ zu bauen. Da in meiner Nähblogger-Umfrage auch einige Interesse an „Zeitmanagement“ geäußert haben, werde ich es euch demnächst mal vorstellen.

 

rezension buchvorstellung command center

Blick ins Buch

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann hier einen Blick ins Buch werfen.

command center rezension

„Command Center“ kaufen

Command Center ist im Frechverlag in der Reihe TOPP Kreativ im März 2018 erschienen. Ihr erhaltet es z.B. bei buecher.de (Werbelink) oder bei amazon.de (Werbelink).

 

Werbehinweis

Das Buch „Command Center“ wurde mir für diese Rezension freundlicherweise vom Frechverlag kostenlos überlassen, vielen Dank!

Wenn Du über einen Werbelink etwas bestellst, erhalte ich eine kleine Provision als Vergütung. Du hilfst mir damit die laufenden Kosten meines Blogs zu tragen ohne dass für Dich Mehrkosten anfallen, vielen Dank!

 

nachhaltig leben familie

Nachhaltig leben als Familie ~ mit der Solawi Vaußhof

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Mein erster „richtiger“ Blogpost nach dem Gewinnspiel in diesem Jahr beschäftigt sich mit einem Thema, das in meinem Leben der letzten Jahre zunehmend wichtiger geworden ist. Auch hier auf dem Blog soll es präsenter werden. Es geht darum Nachhaltigkeit zu leben – als Mensch, als Familie. Und ja, das hat auch irgendwie was mit gutem Vorsatz zu tun, wobei ich nicht so der Vorsätze-fürs-neue-Jahr-Typ bin. (Ich warte selten auf das neue Jahr für einen Neuanfang… ;)) Wie sollen wir nachhaltig leben als Familie? Mit sechs Personen? Die ernüchternde Erkenntnis ist: Wir können nicht alles. Aber ein bisschen was. Und vielleicht machst du ja auch mit?

 

Etwas ist faul an unserer Lebensweise

Seit ich Kinder habe, denke ich mehr über unsere (westliche) Lebensweise nach. Es begann mit dem ersten Bauernhof-Bilderbuch, das eine Idylle zeichnete, die es wohl kaum wirklich gibt. Der Konflikt war da: Wie kann ich meinen Kindern eine Bauernhof-Idylle zeigen und selbst wissen, dass es auf der Mehrheit der Bauernhöfe nicht so aussieht? Dass Bauer Paul gar keine Zeit hat stundenlang Ferkel Ferdinand zu suchen? Dass Ferkel Ferdinand in Wirklichkeit womöglich missgebildet geboren wurde, weil das Futter seiner Mutter glyphosatverseucht war? Und dass Ferdinands Papa als Bierschinken auf dem Pausenbrot gelandet ist?

Sich all dessen bewusst zu sein und das eigene Konsumverhalten entsprechend ändern – das ist der erste Schritt zum nachhaltigen Lebensstil, und das hat sehr sehr sehr sehr viel mit unseren Essgewohnheiten und unserem Umgang mit Lebensmitteln zu tun: „Du bist, was du isst.“

Ich will heute gar nicht das ganz große Fass aufmachen. Ja, es geistert immer wieder in meinem Kopf herum – Tierquälerei, Massentierhaltung, geschredderte Hahnküken, Glyphosat, der Preiskampf der Milchviehhalter und die Frage, welchem Bio-Siegel man überhaupt noch trauen kann in einer Zeit, in der Minister vermeintlich eigenmächtige Entscheidungen FÜR Glyphosat treffen. Ich habe die Newsletter diverser Verbraucherschutzorganisationen, von Foodwatch und Öko-Warentest abonniert. Die Wahrheit hinter dem Massenkonsum und Billigwahn ist düster, traurig, verstörend und eklig.

Aber wem sag ich das? Dir ist wahrscheinlich genauso klar wie mir. Die Frage ist ja: Wie und was können wir es selbst besser machen? Was können wir an unserem Lebensstil ändern? Und: Bringt das überhaupt was?

Nachhaltigkeit leben als Familie

Nachhaltig leben als Familie: Was geht? Was nicht?

Wir machen bestimmt nicht alles richtig. Und nein, ich prüfe nicht (mehr) vor jedem Einkauf, ob die Ware fair gehandelt, bio und die Verpackung biologisch abbaubar ist. Eine Zeitlang habe ich akribisch darauf geachtet, woher Kleidung und Lebensmittel stammen. Habe ganze Produktgruppen und Marken von meiner Einkaufsliste gestrichen und Jogurt ausschließlich aus Gläsern gekauft. Irgendwann, als ich unseren T4 mit Diesel volltankte, wurde mir bewusst, dass es alles unbedeutend ist angesichts der anhaltenden Konsumkatastrophe der westlichen Bevölkerung. Und ja, eine gewisse Resignation ist da auch schon dabei.

Allen Versuchen des „nachhaltig leben“ steht voraus, dass wir als Menschen, als Familie, in ein Gesellschaftssystem eingebunden sind, das es uns nur innerhalb gewisser Grenzen erlaubt „nachhaltig zu leben“. Natürlich gibt es rein theoretisch die Alternative komplett auszusteigen. Es gibt so Projekte, und ich kenne sogar über ein, zwei Ecken ein Paar, dass das wirklich durchzieht. Und irgendwo tief in mir schlummert auch der Wunsch nach einem Aussteigerleben (auf einer sonnigen Kanareninsel) – aber faktisch ist es so erstmal nicht möglich.

Ich mag nämlich viele Vorteile unserer Gesellschaft ziemlich gern, z. B. die gesundheitliche Versorgung und die Möglichkeiten meine Kinder zu impfen (und jetzt bitte KEINE Impfdebatte, sonst erschlage ich euch zukünftig mit Ärzte-Interviews und WISSENSCHAFTLICHEN Studien über Impfungen), sowie Strom, das Internet (es ist nicht nur schlecht!) und natürlich meine heiße Wanne am Abend. Und die Waschmaschine!! Ich hätte gern eine zweite, wenn ich ehrlich bin.

Nachhaltig leben als Familie

Innerhalb dieses Rahmens ist es dennoch möglich wenigstens ein bisschen das Thema Nachhaltigkeit zu verfolgen – z.B. bei jedem Supermarkteinkauf. (Ich sage ja auch immer, dass ein Einkaufszettel auch ein Stimmzettel ist, aber dies nur am Rande.) Mittlerweile kaufe ich nur noch fair gehandelten Kaffee* und achte auch bei Schokolade und Keksen auf die Herkunft. Ich meide Großkonzerne, die z.B. für ihre rücksichtslose Trinkwasserpolitik oder für Steuerflucht bekannt sind. Und auch wenn ich wahrscheinlich deutlich mehr Geld mit diesem Blog verdienen würde, verzichte ich seit einiger Zeit auf Partnerlinks zu einem gewissen amerikanischen Großkonzern.

Für Kleidung gilt dasselbe! Es ist uns als Näherinnen besonders bewusst, wieviel Zeit und Arbeit in einem Kleidungsstück stecken, und dass es unmöglich ist, wenn im Billigladen T-Shirts für 5€ und weniger verkauft werden. (Ich habe euch unten eine Dokumentation dazu verlinkt.) Solche Läden betrete ich gar nicht erst, und beim Kauf (alles kann ich ja nun nicht nähen) gibt es auch hier Siegel und Zertifikate, denen ich Vertrauen schenke (kein restloses – ein bisschen Zweifel ist leider immer dabei).

Das alles sind nur kleine Tröpfchen auf dem dank Klimawandel viel zu heißen Stein, und sobald ich wieder an der Zapfsäule stehe… tja, das kann ich nicht schönreden! Wir haben auch (noch) eine Ölheizung, und wenn es nach uns ginge, hätten wir die schon gegen Pellets oder sowas ausgetauscht. Aber tauschen wir eine funktionierende Heizung einfach so mal eben aus?

Du merkst, dass ich mich permanent im inneren Konflikt befinde: Müsste ich nicht eigentlich noch viel mehr? Die Antwort ist: Ja, natürlich. Aber die vollständige Nachhaltigkeitsperfektion werde ich in meiner aktuellen Lebensphase nicht erreichen. Wir können nur kleine Schritte machen und stetig daran arbeiten uns noch zu verbessern – wie mit allem im Leben!

Das Thema „Nachhaltigkeit“ ist riesengroß. Und es bedeutet leider viel viel mehr als auf Plastiktüten zu verzichten – die Plastiktüte allein macht ja nun auch gar nicht soviel aus. (Und für alle, die gerade einfach nach beiner Nähanleitung für einen Stoffbeutel suchen: Schaut mal hier in meinem Shop nach diesem Freebook für einen Stoffbeutel – die Maße könnt ihr euch individuell anpassen!).

 

nachhaltig leben familie

 

Solidarische Landwirtschaft: Wie funktioniert das?

Was wir können, das machen wir auch! So unterstützen wir seit ihrer Gründung die Solidarische Landwirtschaft Vauß-Hof eG. Das Prinzip solidarischer Landwirtschaften ist recht einfach: Wir ackern und ernten als Mitglieder gemeinsam, und natürlich schultern wir auch das Risiko einer „Missernte“ gemeinsam.

Monatlich zahlen wir einen festen Betrag, den wir uns selbst gesetzt haben. Es gibt natürlich einen Richtwert (ca. 65€), an dem sich der monatliche Beitrag orientiert. Und je nachdem, wieviel oder wenig man selbst an Arbeitsstunden einbringen kann, legt man auf diesen Richtwert noch etwas drauf. Neben der Arbeit auf unserem Bio-Acker (und wir sind hier wirklich sicher, dass die Erde und das Saatgut absolut genfreie Qualität haben) kann man sich noch in verschiedenen AGs rund um das Gemüse engagieren – und dabei unglaublich viel lernen! Ich arbeite auch daran, dass ich in diesem Jahr endlich genug Zeit übrig habe um ab und zu mal auf dem Solawi-Blog als Gastbloggerin zu schreiben.

Neben der Gemüseernte gibts so viele schöne Aktionen wie z. B. das Storchennest, die eigenen Bienen, Sauerkraut selber machen (das ist jetzt nicht so mein persönlicher Fall, aber trotzdem ein nettes Angebot), eine Anbau-AG und viele Angebote für Kinder!

Das Gemüse schmeckt übrigens – wer hätte es anders erwartet – so, wie ich das aus meiner Kindheit her noch von Omas Kartoffeln und Tomaten her kenne. Nämlich richtig nach Gemüse! Mein persönlicher Favorit sind die Salatgurken, Tomaten und Kartoffeln.

Außerdem waren wir nun gezwungen einige Gemüsesorten auszuprobieren, die wir vorher gar nicht kannten. Stielmus zum Beispiel. Dazu habe ich sogar ein sehr leckeres Rezept gefunden – und ich freue mich schon auf die nächste Saison! Außerdem Postelein, das gibts jetzt bald wieder. Auch kaufe ich sonst eher selten Rote Bete, Kohlsorten, Bohnen usw. Dank der Solawi haben wir nun einige regionale und saisonale Gemüsesorten für uns entdeckt. Natürlich gibts im Sommer Zucchini ohne Ende, und da muss man dann kreativ werden, wohin mit dem ganzen Gemüse – die Kinder können es dann ja irgendwann auch nicht mehr sehen! Aber ich hab jetzt schon einige Rezepte gesammelt, und wenn du noch einen heißen Tipp hast – her damit :D.

Nachhaltig leben als Familie

Solawi Vauß-Hof eG

Für alle Paderbornerinnen unter euch kommt jetzt die gute Nachricht: Die Solawi sucht wieder Mitglieder! Wenn du jetzt Interesse hast, dann schau doch am besten gleich mal hier auf der Website vorbei und wende dich vertrauensvoll an Anja.

Alle anderen müssen nicht traurig sein: Ich habe in der Linkliste auch den „Dachverband“ verlinkt – hier kannst du nach Solawis in deiner Nähe suchen! Es lohnt sich auf jeden Fall am Tag der Offenen Tür vorbeizukommen – egal welche Solawi man in der Nähe hat.

Ich hoffe, dir hat dieser Artikel gefallen, und ich konnte dir ein paar Anregungen geben für genfreies Bio-Gemüse und gesundes Essen? Vielleicht trägst du dich ja auch sowieso mit dem Gedanken dich einer Solawi anzuschließen?

Abschließend habe ich noch ein paar Links gesammelt, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen – selbstverständlich ohne den Anspruch vollständig zu sein! Jetzt gehts noch ab zu den Montagsfreuden beim Zwerg. Kommt gut in die Woche!

Zuletzt noch der Hinweis: Dieser Artikel ist in freundlicher Zusammenarbeit mit der Solawi VaußHof eG entstanden, aber ich habe weder Geld noch andere Extraleistungen dafür erhalten.

Viele Grüße,

Sonja

 

 

Links und Quellen

Solidarische Landwirtschaft Vauß-HofeG – „unsere“ Solawi in Paderborn.

Solidarische Landwirtschaft Dachverband – Solawi in deiner Nähe finden!

Fair Trade Siegel – Kritik – ein Überblick auf Utopia.de

Sweat Shop – Dokumentation über die Textilherstellung in Kambodscha: Drei norwegische Upper-Class-Jugendliche, darunter eine Fashion-Bloggerin, leben und arbeiten in einer Textilfabrik. Sehenswert!

Chronisch vergiftet – Monsanto und Glyphosat (Arte Dokumentation) – Warnung: In dieser Dokumentation von Arte werden missgebildete Schweine und Föten gezeigt. Das ist nichts für schwache Nerven. Solltest du gerade schwanger sein, sieh es dir bitte nicht an.

Let’s make Money (Trailer) – Dokumentation von Erwin Wagenhofer. Die gesamte Dokumentation kann man sich für 2,99€ direkt auf Youtube ansehen.

5vor12 – eine Blogaktion zum Mitmachen von Mamadenkt.de – jeden Monat neu!

 

*affiliate link: Mit deinem Einkauf über den mit * gekennzeichneten Link erhalte ich eine Provision, ohne dass Dir Mehrkosten entstehen. Meine Empfehlungen wähle ich sehr sorgfältig aus und stecke sehr viel Zeit und Arbeit in jeden meiner Beiträge. Über Provisionen und Werbung finanziere ich die laufenden Kosten dieses Blogs und kann auch zukünftig hochwertige Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen. Vielen Dank!

 

Weihnachten nicht mögen

Keine Liebesgeschichte, oder: Wie man Weihnachten nicht mögen kann

Vielleicht bin ich die einzige Mama in diesem Land, die Weihnachten mit gemischten Gefühlen begegnet. Und wahrscheinlich ist es der kreativbloggerische Selbstmord, aber ich gestehe: Ich mag Weihnachten nicht. Ich nehme gern die zwei freien Tage. Aber bitte ohne Weihnachten!! Wie kann man Weihnachten nicht mögen, werden einige entsetzt fragen? Habe ich Probleme mit Emotionen? Mit Menschen? Habe ich einen lieben Menschen um Weihnachten herum verloren? – Nein. Nein und nein, hab ich alles nicht. Will ich euch jetzt Weihnachten verderben? Oder meinen Kindern? (Oh Gott, die Armen!) Nein, auch nicht. Aber ich muss auch einfach mal was loswerden. Über mein Plätzchen-Trauma und mein Scheitern als Perfect Mom. Denn in der Königsdisziplin aller Mütter (Weihnachtsvorbereitungen) scheitere ich. Alle Jahre wieder. Mit voller Absicht.

Have Fun ;).

Weihnachten nicht mögen? Warum nur?

Tja, ich könnte so viele Dinge nennen und eine so lange Moralpredigt über Massenkonsum und Wegwerfgesellschaft schreiben und darüber, dass ich Weihnachten schon immer als Heuchelei empfunden habe – begonnen mit der Lüge, dass Christkind oder Weihnachtsmann die Geschenke bringen. Aber das ist eigentlich nur das, was noch obendrauf kommt.

Ich bin schlicht und ergreifend ein durch und durch praktisch veranlagter Mensch. Und die meiste Zeit will ich einfach, dass es irgendwie läuft und ich meine Ruhe habe. In Ruhe vor mich hin werkeln. Weihnachten stört mich dabei. Dieses Märchen, dass man ja endlich soviel Zeit hat, weil da zwei Feiertage sind, ist eine Lüge. Ich habe im ganzen Jahr nicht soviel Stress wie an diesen drei Tagen! (Oder der ganzen Weihnachtswoche: Wir sind nämlich wirklich schon komplett verplant!)

Auf Twitter schrieb neulich jemand etwas, das ich gern unterschreibe:

Der Dezember hat mehr Weihnachtsfeiern als Tage.

Und auch wenn sich das bei uns in Grenzen hält, kommen doch plötzlich alle auch entferntesten Bekannten und Verwandten auf den Trichter sie müssten uns jetzt im Dezember unbedingt nochmal sehen. Unbedingt jetzt, weil Weihnachten ist!!

Aber mal ganz ehrlich: Wir sind auch sonst zuhause. Den ganzen Sommer lang haben wir Sonne im Garten und den Grill bereit stehen. Warum kommen also alle ausgerechnet jetzt auf die Idee, dass wir uns unbedingt mal wieder sehen müssen? Wo es draußen kalt und ungemütlich ist und ich lieber mit nem guten Buch in der Wanne liege, und das am liebsten jeden Abend? Dieser ganze Wir-müssen-uns-unbedingt-noch-sehen-Weihnachtszwang steht im krassen Kontrast zu meinem Biorhythmus, Leute.

 

Vorgartenbeleuchtungswahnsinn: Sind wir hier auf der Reeperbahn oder wat?

Ich bin wahrscheinlich so ein Sommer-Mensch: Ich brauche gutes Wetter um gute Laune zu haben und um gesellig zu sein. Dieses hyggelige-kuschelige-Weihnachtsgen hab ich nicht. Sorry! Ich kann weder dem wachsenden Vorgartenbeleuchtungswahnsinn etwas abgewinnen („Ist das schon Puff oder noch Weihnachtsdeko?“), noch dem steigenden Trend des Innenraumschmucks. Auch hier gebe ich ganz einfach zu: Es ist mir zu anstrengend und zu stressig: Erstmal die ganze Deko im Keller suchen!! Boah, da ist der Mittagsschlaf des Kleinen um, bevor ich da alles gefunden habe. Dann alles aufhängen im ganzen Haus und dann den ganzen Advent die Kinder davon abhalten alles anzufassen, überall dran zu ziehen und Kerzen anzuzünden!!! ===:o

Horror!!

Bei mir gibts entsprechend keine Deko. Ich hab mal dekoriert, als ich noch eine Ein-Kind-Mama war. Die letzte Deko hab ich dann im August des darauffolgenden Jahres gefunden und sie dann gleich fürs nächste Weihnachten hängen lassen. Mittlerweile war ich Zwei-Kind-Mama und ahnte bereits, dass Weihnachten nicht so toll ist, wie alle immer behaupten.

Ja, meine Kinder finden das ein bisschen schade. Die mögen Weihnachten natürlich. Insofern gibts dann kurz vorher vielleicht ein kleines bisschen Deko – aber nur unter strengen Auflagen. („FINGER WEG!“) Da halte ich auch nix von Kuschel-Parenting. Ich mach hier ganz klare Ansagen, damit das läuft und die Kinder nicht die Bude abfackeln. Und Schokoteller stelle ich auch nicht auf! Meine Großen können sich zurückhalten, K3 aber dafür gar nicht. Also gibts Schoki nur unter Aufsicht. Ist auch besser für meine Wände.

Wir haben keinen Baum. Aus ethischen Gründen. Mein Mann sammelt kurz vor Weihnachten ein paar Tannenzweige, und die dürfen die Kinder mit ihrem selbstgebastelten Zeugs behängen. Lichterkette gibts auch. Das muss dann reichen. Meine Mutter baut entschädigend mittlerweile einen Zweitbaum auf der Terrasse auf, und da wir Heiligabend da sind, bekommen die Kinder dann auch ihre Extraportion Weihnachten. Halleluja!

 

Plätzchen backen? Jo, viel Spaß!

Dann dieses Plätzchen-Drama im Advent! Ich bin ja auch blöd – jedes Jahr stelle ich mir vor, dass die Kinder ja jetzt schon etwas weiter sind und das bestimmt total toll und besinnlich wird, wenn ich sie auf kiloweise Teig, Schokolade und Streusel loslasse! Hahahahaha! Jedes Jahr haben die Kinder nach dem zweiten Blech keinen Bock mehr. Kind 3 schaufelt sich den Teig roh rein, und ich versuche die Schoko-Streusel-Katastrophe aus den Stuhlkissen zu rubbeln, während die beiden Großen sich um das Nudelholz streiten. Das kommt dann auch schnell zu Handgreiflichkeiten, wenn ich nicht schnell genug bin.

Am Ende hab ich keine Chance und parke die ganze Bande vor einem Film und backe ganz besinnlich und für mich die letzten 15 Bleche Plätzchen selbst. Und mache dann den Abwasch. Allein! Oh du fröhliche!

Übrigens – ja, ich habe den Kindern dieses Jahr Keksstempel gekauft – jedes bekommt einen im Adventskalender! Sie sind ja auch schon viel weiter als letztes Jahr… (hört ihr auch gerade die Musik vom weißen Hai?? Oder von Michael Myers? di-di-di-di-di… ok, die Melodie müsst ihr euch jetzt denken…)

 

Die Feiertage: Das Jacke-an-und-auszieh-Fest. Mit special Zutat: Geplärre und Geschrei.

Und dann die Feiertage: Dreimal pro Tag Kinder vollständig an- und ausziehen, aus ihrem Spiel mit den neuen Sachen reißen (ja, da sind sie glücklich!), irgendwohin fahren, zwei Stunden versuchen am Kaffeetisch Gespräche ans Laufen zu kriegen, während man gleichzeitig aufpassen muss, dass kein Kind den Weihnachtsbaum umreißt (ich weiß, warum ich keinen habe!), sich mit Geschwistern oder Cousinen in die Wolle kriegt und auch sonst keine Tischkatastrophen passieren. Nebenbei bauen wir noch die neue Lego-Ritterburg oder den Todesstern zusammen („Was hat der Kleine denn da im Mund?“), und begleiten Toilettengänge.

Muss ich extra erwähnen, welchen Kämpfen und Schreiattacken wir jedes einzelne Mal ausgeliefert sind? Dabei sage ich schon die meisten Termine gar nicht zu! Es sind trotzdem zuviele Termine und zuviele Leute.

Letztes Jahr wurden wir erstmals von Magen-Darm verschont. Die kam erst mit Freunden zu Silvester und ging erst mit den Heiligen drei Königen.

Weihnachten? Im Ernst? Jubelzeit?

Überall der wabernde Heizungs- und tote-Enten-Gestank. Ich bin Vegetarierin, und mir wird da schlecht. Ehrlich. Da brauchts nicht mal die Magen-Darm-Grippe. Vielleicht bin ich traumatisiert, weil ich in den letzten sieben Jahren drei schwangere Weihnachten und vier Weihnachten mit Baby hatte. Ich hätte jetzt echt gern mal ein Weihnachten ohne Weihnachten. Echt.

 

Lichtpunkte. (Ok, es ist nicht alles schlecht an Weihnachten)

Versteht mich nicht falsch: Es gibt Highlights. Und manchmal werde ich mit unerwartet guten Gesprächen überrascht. Oder unerwartet gutem Wein. Gutem Essen. Es gab auch immer schöne Momente und Abende rund um Weihnachten, z.B. das rituelle Kino-Event mit Herr der Ringe, Hobbit oder Star Wars (die einzigen Filme, die ich im Kino gesehen habe, seit ich Kinder habe. Ich als Cineast!). Wir sind in den letzten Jahren auch mit den beiden Großen im Theater gewesen, das war jeweils sehr sehr schön. Und ja, ich mag auch diesen kurzen Glitzermoment in ihren Augen, wenn sich ein sehnlicher Spielzeugwunsch erfüllt.

Leider verwandeln sie sich wieder in kleine Weihnachtsmonster, sobald die Szene wechselt und sie einen Weihnachtsbaum sehen: „Wo sind die Geschenke?“ Und das besagte Herzensgeschenk liegt zwei Wochen später häufig achtlos in der Ecke und ich muss Kleinteile aus dem Staubsaugerbeutel fischen.

Hm.

Ich habe echt gemischte Gefühle für Weihnachten.

Mit dem beginnenden Advent werde ich mir nun eine Survival-Strategie erarbeiten.

Weihnachten nicht mögen

Alles Gute!

Eure Sonja

Elternautomat

Der sprechende Elternautomat

„Nicht anfassen.“ „Wie oft hab ich das jetzt schon gesagt?“ „Hast du mir zugehört?“ „Lass los.“ „Lass es sein.“ „Schuhe an.“ „Nein, lass es.“ „Zähneputzen und ab ins Bett.“ „Schneller.“ „Hast du schon mal auf die Uhr gesehen?“ „Wir kommen zu spät!“ – das ist nur ein kleiner Auszug von Sätzen, die ich täglich so von mir gebe. Das häufigste Wort, das ich sage, ist wahrscheinlich „Nein.“ Mit einer Mischung aus Schrecken und Belustigung stelle ich eins fest: Aus mir ist ein sprechender Elternautomat geworden.

Ich? Ein Elternautomat?

Als ich noch mit meinem ersten Kind schwanger war, habe ich viel gelesen und mir viele Gedanken gemacht. Mir ein „Konzept Mama“ zurechtgelegt. Stefan und ich haben viel darüber gesprochen, wie wir uns uns als Familie vorstellen (und wie nicht!). Was uns wichtig ist. Was wir uns für unsere Tochter wünschen.

Ich habe viel Jesper Juul gelesen. Mein erstes Buch von ihm war „Dein kompetentes Kind“*. In diesem Buch erklärt er sein Konzept der „gleichwürdigen Familie“. Ich liebe dieses Buch, wirklich. Es enthält die Quintesssenz von allem, was er danach geschrieben hat. Und vor allem erklärt er den „sprechenden Elternautomat“ (S. 169):

Dieser gibt automatisch seine pädagigischen, belehrenden oder hilfsbereiten Kommentare zum Besten, sobald sich ein Kind in Hörweite befindet. Mit dem sprechenden Elternautomaten verhält es sich allerdings so, dass schon die meisten Dreijährigen ihr Ohren auf Durchzug stellen, wenn er anfängt zu plappern, und auch die meisten Erwachsenen wüssten schon nach fünf Minuten nicht mehr, was ihr Elternautomat von sich gegeben hat.

Oha. Neulich fiel es mir wieder ein, und ich bin ehrlich: Ich bin auch einer! Ein sprechender Elternautomat! Hilfe!!!

Ja, Nein, Bitte, Danke, Lass es sein!

Ok, von mir kommt nicht dieses „Was sagt man?“ im Nervton, wenn die Kinder sich bedanken sollen. Das tun sie von allein. Manchmal vergessen sie es, dann lächele ich dem zu Bedankenden zu und sage stellvertretend „Danke“, und dann ziehen wir weiter.

Es gibt Tage, da nehme ich mir vor mal nichts zu sagen und es läuft so lala. Dann gibts total gute Tage, da muss ich gar nicht soviele Kommandos geben, und es läuft super. Und dann gibts Tage, sie sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Da kippt die Stimmung schon beim Frühstück. Und ich schalte auf Automatik.

Ich habe mal bewusst darauf geachtet. Schlimm, wie schnell man in so einen Automatismus verfällt. Und plötzlich plappert man so vor sich hin, während man eigentlich ganz woanders ist und selbst nicht so genau weiß, was man da gerade von sich gibt. Auch das macht den Elternautomat aus (Juul, „Dein kompetentes Kind“, S. 169):

Denn was er äußert, ist gelinde gesagt von schwankender Qualität und besteht aus einem ungeordneten Sammelsurium  von Aussagen früherer Generationen, vermischt mit Phrasen, die wir irgendwo aufgeschnappt haben.

Au Backe. Jetzt fühle ich mich nicht nur ertappt, sondern auch schlecht.

Elternautomat

Survival im Alltag

Ganz klar: Ich bin nicht gern ein sprechender Elternautomat! Das will ich jetzt mal klarstellen. Ich arbeite daran, dass ich es nicht mehr bin. Ich bemühe mich um eine persönliche Sprache, die wertneutral und aufmerksam ist und auf die Bedürfnisse meines Kindes eingeht. Wie ich eben schon sagte: Manchmal klappts. Manchmal nicht.

Ich habe selbst inzwischen festgestellt, dass es besser klappt, wenn es mir selbst gut geht. Unausgeschlafen und hungrig ist zum Beispiel ein ganz schlechter Zeitpunkt. Oder wenn ich eigentlich gerade was anderes zu tun habe / tun will. Meist hat das dann mit Nähen und Bloggen zu tun. Denn eins ist auch wahr: Mamasein kann entsetzlich eintönig und langweilig sein. Meine Kinder blubbern mich den ganzen Tag mit Gummibärenbande und Vaiana voll, die sind bei uns gerade in. Find ich ja auch alles cool, und ich gucke auch gern mal mit, aber den ganzen Tag Gummibärsaft und Herzog Ikzorn und Maui und Hey-hey??

Puuuh… Ich würde total eingehen, wenn ich nicht nebenbei mein kleines Näh-Blog-Business hätte, auch wenn andere mich immer fragen, warum und vor allem wie ich das so schaffe.

Naja. Manchmal klappts. Manchmal nicht.

Wie ist das bei euch?

Wünsche eine schöne Woche!

Eure Sonja

 

 

 

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Nordsee mit Bauernhof

Bauernhof mit Nordsee – der perfekte Familienurlaub auf dem Julianenhof

In den letzten Jahren sind wir in den Sommerferien immer mit einer befreundeten Familie in den Urlaub gefahren – ein Konzept, das ich sehr empfehlen kann. Wir waren in den letzten Jahren gemeinsam auf Usedom, auf Poel und im Harz auf der Ziegenalm. Wir haben festgestellt, dass Tiere für unsere Kinder super sind – schon ein Kaninchen ist eine kleine Attraktion! Und wir haben festgestellt, dass wir alle gern am Meer sind. Im letzten Jahr haben wir das Meer doch ein wenig vermisst. Also war in diesem Jahr klar: Wir brauchen Tiere und Meer, quasi Bauernhof mit Nordsee. Fündig wurden wir für unseren Familienurlaub auf dem „Julianenhof“, der direkt an der Nordsee gelegen ist und beides verbindet. Heute stelle ich euch also unseren (ersten) Sommerurlaub vor. Und vielleicht ist das ja auch was für euch für die Herbstferien?

 

Der Julianenhof

Ich weiß auch immer nicht, wie es kommt, dass wir so ein wahnsinniges Glück haben. Ich nehme mal das Fazit vorweg: Es war für uns perfekt! Der Julianenhof liegt an der Nordseeküste gegenüber von Baltrum, in der Nähe von Norden-Norddeich. Idyllisch inmitten von Feldern und Windkraftanlagen (die ich persönlich ja sehr mag, da kann man aber auch geteilter Meinung sein) fügt sich dieser Hof ein. Kaum angekommen, entspannen wir: Unsere unglaublich nette Wirtin nimmt uns in Empfang und erlaubt den Kindern überall rumzulaufen und sich Kettcars aus der Garage zu holen oder auf dem Pony zu reiten, wenn wir Eltern das Pony führen.

Alle Kinder waren also gleich beschäftigt. Es gibt einen kleinen Spielplatz (mit Trampolin) vor dem Haupthaus und wie bereits erwähnt jede Menge Tiere auf dem Julianenhof: Zwei Ponys, zwei Esel, Kaninchen, Hühner und Katzen. Die großen Kettcars (Zwei- bis Dreisitzer) wurden sofort von unserem Sohn in Beschlag genommen. Eigentlich ist er die ganze Woche darauf rumgefahren. Und Finja war natürlich gleich bei den Ponys und wollte reiten.

Familienurlaub Bauernhof mit Nordsee

Das Gelände ist weitläufig und hat für die Kinder viel zu bieten, das war für uns die Hauptsache. Nichts ist schlimmer, als dass man die Kinder im Urlaub andauernd ermahnen muss („nicht anfassen, in der Nähe bleiben“ – Allein deshalb meiden wir Hotels!).

Julianenhof Familienurlaub Nordsee Bauernhof

Hier durften die Kinder eigentlich überall hin. Und reiten ging natürlich auch problemlos. Einzige Bedingung: Wir als Eltern sind gefragt das Pony zu führen; es gibt keinen Reitunterricht. Aber ich habe ja auch etwas Erfahrung mit Pferden und habe diesen Part dann auch gern übernommen.

Bauernhof mit Nordsee Julianenhof Familienurlaub

 

Die Ferienwohnungen

Wir bewohnten zwei der Ferienwohnungen. Beide liegen im Haupthaus und sind gemütlich und geschmackvoll ausgestattet. Es gibt Geschirrspüler! Und WLAN, obwohl ich mich echt zurückgehalten und nur abends mal kurz geguckt habe, was so an Mails reinkam. (Und immer, wenn ich in Urlaub bin, kommen dann Nähaufträge oder Kooperationsanfragen… ich sollte öfter in Urlaub fahren…)

Von der Wohnung habe nicht so viele Bilder von innen gemacht, aber auf der Webseite des Julianenhof (unten verlinkt) kann man sich viele Wohnungsbilder ansehen. Die Mülltrennung war eine leichte Herausforderung: Nach klassischem Bauernhofprinzip wird der Obst-und-Gemüseabfall nämlich für die Tiere verwertet oder kommt auf den Kompost. Was welche Tiere bekommen und was kompostiert wird – es gibt eine Anleitung! Und ich hoffe, wir haben niemand vergiftet.

Wir haben übrigens auch zu sechst sehr gut Platz in unserer Wohnung „Kornboden“ gefunden. Unsere Schlafzimmer waren eine Etage über der Wohnung eingerichtet. Die Großen hatten ein kleines Nebenzimmer mit Etagenbett; Marla und Vincent schliefen bei uns im geräumigen Schlafzimmer. Sie haben es super gemacht. Nachdem wir zum Thema Schlafen schon alles Mögliche erlebt haben, was man sich als Familie und Eltern so vorstellen kann, sind unsere inzwischen vorbildlich, auch wenn sie natürlich im Sommer ewig lange wach sind.

Bauernhof mit Nordsee

Auch die Wohnung unserer Mitreisenden lag auf zwei Etagen und hat ihnen (5köpfige Familie) genug Platz geboten. Die Bettenlösung fand ich dort noch etwas „uriger“. Bei unserem nächsten Besuch (hoffentlich in den Herbstferien) auf dem Julianenhof wollen wir gern diese Wohnung haben, weil das Familienschlafzimmer unter dem Dach so schön eingerichtet ist. Schaut mal nach Bildern der Wohnung „Heuboden“ auf der Seite vom Julianenhof! Ist das nicht schön?

Übrigens sind alle Wohnungen (und unten schon der Haupteingang) mit Büchern und Gesellschaftsspielen ausgestattet. Das fand ich total nett, dass der Julianenhof hier wirklich auf Familien eingestellt ist. Wir haben uns gleich wie zuhause gefühlt.

Julianenhof Bauernhof mit Nordsee Familienurlaub

 

Bauernhof mit Nordsee

Die Nordsee liegt in nächster Umgebung. Zu Fuß haben wir es nicht probiert, das wäre für die Kinder zu weit, aber möglich gewesen. Mit dem Auto ist man schnell direkt in der Umgebung im Naturschutzgebiet, oder man fährt ein oder zwei Orte weiter an den Strand (Kurkarte gilt dort auch). Wir haben zwei Strände ausprobiert, bei beiden gab es einen Spielplatz. Das war gut, denn das Meer haben wir fast nicht gesehen und wäre zum Baden auch zu kalt gewesen. Der Älteste unserer Freunde hat sich einmal ins Wasser getraut und kam dann zitternd wieder zurück. Die Nordsee ist einfach nicht so sehr zum Baden.

Julianenhof Familienurlaub Nordsee Bauernhof

Trotzdem hatten wir unseren Spaß. Mit den Spielplätzen und genug Sandspielzeug konnten sich die Kinder gut beschäftigen. Wir Eltern hatten natürlich trotzdem viel zu tun (und man läuft ja doch immer hinterher), aber es war auch sehr entspannt. Wir Erwachsene haben ja auch einfach eine gute Zeit, wenn die Kinder schön beschäftigt sind und spielen. Das hat auf jeden Fall sehr gut geklappt.

 

Tagesausflüge

Wir haben natürlich auch Tagesausflüge gemacht. In guter Reichweite lag eine Seehundstation, die wir besucht haben. Es folgte zwei Tage später das „Waloseum“ (alle Links unten). Für beides gab es ein erschwingliches Kombiticket, und beides hat uns sehr gut gefallen, besonders das Waloseum. Möglich gewesen wären auch noch ein Schwimmbad und ein Indoor-Spielplatz in der Nähe der Seehundstation, aber da waren wir dann doch nicht mit den Kindern.

Julianenhof Familienurlaub Nordsee Bauernhof

Außerdem haben wir einen Ausflug nach Greetsiel unternommen, einem niedlichen Fischerdörfchen in der Nähe.

 

Julianenhof Familienurlaub Nordsee Bauernhof

Einkaufen, Essen gehen…

Zum nächsten größeren Supermarkt muss man ca. eine Viertelstunde mit dem Auto fahren; auch der Bäcker war dort. Einen Brötchenservice oder ähnliches gibt es direkt auf dem Julianenhof nicht. Wir fanden das nicht so schlimm – dank Marla sind wir im Moment immer sehr früh wach, und Stefan ist dann morgens mit ihr zum Bäcker gefahren, oder wir haben z.T. die Brötchen schon am Abend vorher geholt.

Essen waren wir zwei Mal unterwegs. Von „essen gehen“ kann man mit vier Erwachsenen und sieben Kindern kaum sprechen – wir sind ja froh, wenn wir keine Scherben und keine Flecken hinterlassen. Aber natürlich bieten die vielen Orte entlang der Nordseeküste viel Gastronomie an. Man muss nie lange suchen, bis man etwas gefunden hat.

Julianenhof Familienurlaub Nordsee Bauernhof

 

Fazit

Es war ein toller Urlaub auf dem Julianenhof. Wir haben die Gastfreundschaft unserer Wirtin (und ihrer Tochter und Enkeltochter) sehr genossen und haben beschlossen im Herbst noch einmal für ein paar Tage hinzufahren. Und ich glaube, das ist das Beste, was man über eine Unterkunft schreiben kann: Dass man wirklich gern wiederkommt!

Jetzt verlinke ich noch mit den Montagsfreuden. Übrigens beinhaltet dieser Beitrag keine Werbung, sondern nur echte und ehrliche Freude über unseren schönen Urlaub!

 

Julianenhof Familienurlaub Nordsee Bauernhof

 

Links

Julianenhof

Seehundstation

Waloseum

(Anzeige) A Surfer Story ~ mit dem 3D Puzzle Volkswagen T1*

Ich durfte eine kleine Zeitmaschine zusammenbauen. Kultstatus genießt er schon lange – jetzt gibt es ihn auch im Miniformat für Zuhause: Die Rede ist vom Volkswagen T1 – auchbekannt als „Bulli“. Von Ravensburger gibt es ihn nun als 3D Puzzle Zeitmaschine. Denn beim Zusammensetzen des 3D Puzzle Volkswagen T1 wurden bei einige Erinnerungen lebendig: Nicht nur an unseren schönsten und bisher längsten Urlaub, sondern auch den größten Traum, den wir uns bislang erfüllt haben: Ein Surf-Road Trip mit dem Bulli durch halb Europa – einmal Surfen und zurück. Mit zwei kleinen Kindern! Heute erzähle ich euch meine Surfer Story, während ich dieses 3D Puzzle zusammensetze.

 

A Surfer Story: Australien und Marokko – wie alles begann

Wir haben 2013 unsere zweite Elternzeit genutzt um uns den Traum vom Surfen zu erfüllen. Hier habe ich schon einmal ganz kurz davon erzählt. Aber unsere Surfer Story begann eigentlich viel viel früher, nämlich als Stefan und ich uns kennenlernten: Ich hatte damals einen dreiwöchigen (viel zu kurz!) Backpackertrip nach Australien gebucht. Und Stefan hat, nachdem wir uns sehr schnell verliebt hatten, kurzerhand auch einen Flug gebucht. Und so sind wir gleich zu Anfang unserer Beziehung einmal um die Welt geflogen – er über Amerika, ich über Asien: wir haben damit sogar die Welt einmal umarmt.

 In Australien haben wir in kurzer Zeit viel gesehen – allein über unseren Australien-Trip könnte ich noch ganz viel erzählen! Aber es geht heute um unsere „Surfer Story“: Auf einer Tour nach Kangaroo Island haben wir unsere erste Surfstunde genommen, und seitdem war es um uns geschehen. Ich weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann, der noch nie auf einem Surfbrett gestanden hat (?). Alles, was du je über die Magie des Wellenreitens gehört oder gelesen hast ist wahr! Es gibt kein großartigeres Gefühl auf dieser Erde, nicht einmal auf einem Pferderücken zu sitzen.

Damals, auf Kangaroo Island, wuchs in uns beiden die Sehnsucht nach Wellen und Surfen (auch wenn aus uns wohl niemals mehr Supersurfer werden, aber darum gehts beim Surfen ja auch gar nicht.)

Wir planten unseren nächsten Urlaub nach Taghazout, Marokko – dieses Mal eine ganze Woche lang Surf Camp! Taghazout galt als Geheimtipp für Surfer, ebenso das nahe gelegene Essaouira.Leider hatten wir damals (es war Februar) richtig Pech mit dem Wetter – der Urlaub war total verregnet. Vor der Küste hatte es einen Orkan gegeben, der die die Strömungen über Wochen durcheinander gebracht hat. Wir haben nicht einmal auf dem Surfbrett gestanden, obwohl wir es jeden Tag tapfer versucht haben. Ich war völlig entmutigt und niedergeschlagen, als wir nach Hause flogen.

(Das einzig Schöne am Ende dieses Urlaubs: Finja! Wir hatten zuvor erfolglos versucht schwanger zu werden – der verunglückte Surftrip hatte es nun möglich gemacht.)

A Surfer Story: Unser Trip mit dem Bulli durch Europa

2013 – drei Jahre und zwei Kinder später – wagten wir einen erneuten Versuch und starteten unseren sechswöchigen Road Trip durch Europa!Warum das 3D Puzzle des Volkswagen T1 so eine Zeitmachine für uns ist: Wir hatten schon lange von einem eigenen Bulli geträumt (ich glaub, mit diesem Traum sind wir nicht allein?), und lang haben wir gesucht, bis wir unseren Volkswagen T4 – wir nennen ihn „Wilbur“, nach den Traveling Wilburys 😉 – gefunden haben. Wir fahren ihn übrigens immer noch!

Wir starteten in Hamburg, fuhren quer durch Frankreich entlang des Mittelmeers, durch Spanien bis nach Portugal, wo wir zwei Wochen lang in einem fantastischen Surfcamp verbringen durften, und das mit unseren beiden kleinen Kindern!

Insgesamt waren wir sechs Wochen lang unterwegs – von Campingplatz zu Campingplatz. Das Bild oben ist aus Spanien, und ihr bekommt einen Eindruck davon, wie wir da so gezeltet haben. Das große Vorzelt war fest am Bulli installiert. Die ganzen deutschen und holländischen Rentner, die um uns herum campten, wurden alle ganz nostalgisch: Sie seien ja früher auch alle mit VW Bulli durch die Weltgeschichte gefahren.

In Portugal waren wir dann zwei Wochen in Aljezur und hatten dort das Glück, dass wir in einer Bucht surfen lernen konnten, wo die Wellen sehr anfängertauglich und ganz regelmäßig reinkommen, das sieht man auf dem Bild glaube ich sehr gut! Ich muss gestehen, dass ich nach der Marokko-Erfahrung eigentlich so demotiviert war, dass ich keinen Bock hatte es überhaupt zu versuchen.

Außerdem hatte ich echt Angst vor dem Wasser, auch wenn es nicht sehr tief war, und überhaupt war ich vor dem Urlaub sehr gestresst gewesen, sodass ich eigentlich gar nicht surfen wollte.

Aber zum Surfen gehören solche Momente des Zweifels und Nicht-Wollens auch dazu – und das ist nur eine der vielen Wahr- und Weisheiten, die man vom Surfen lernen kann. Rückblickend muss ich sagen, dass diese zwei Wochen Surfcamp sogar Einfluss auf meine ganze Lebenseinstellung hatten.

 

Nach der ersten Surfstunde (in der ich schon gestanden habe, yeah me!!) war ich wieder „angefixt“ und plötzlich süchtig nach Surfen! Die Angst blieb trotzdem noch sehr präsent, aber viele kleine und große Dinge des Lebens wurden mir in dieser Zeit bewusst. Oder besser: Vieles, das mir erst viel später klar wurde – über das Leben allgemein und über mein Leben im Besonderen – begann dort, in Aljezur, auf einem Surfbrett.

 

The worst day on the beach ist still better than the best day at work

Surfen ist (für mich, auch wenn ich seitdem nicht mehr die Gelegenheit hatte) mehr als auf dem Brett stehen. Ich glaube, das wird jeder bestätigen, der schon einmal gesurft ist: Es steckt die Magie der Freiheit darin.Es ist auch völlig egal, ob man Anfänger ist oder Profi. Ich habe einen Surfer kennengelernt, der sinngemäß sagte: „Für einen Anfänger kann heute der beste Tag seines Lebens sein, und für mich ist heute vielleicht nicht so gelaufen. Es ist dieselbe Welle, und doch nimmt jeder sie anders wahr.“

Daher kommt auch der Spruch „Der schlimmste Tag am Strand ist immer noch besser als der beste Tag im Büro.“

Surfen ist mehr als Sport – es steckt eine Menge Lebensweisheit darin. Ich habe von meinem Surflehrer und vom Surfen viel über das Leben gelernt, und auch – darüber erzähle ich euch ein anderes Mal – über das Kinderkriegen.

Das Ravensburger 3D Puzzle Volkswagen T1

Als ich jetzt die Gelegenheit hatte das 3D Puzzle Volkswagen T1 von Ravensburger zu puzzeln, habe ich natürlich nicht gezögert! Sofort war die Erinnerung an unseren Surf-Trip da, und mit ihr das Fernweh – der Wunsch nach Wasser, Sonne, Sand und dem unbeschreiblichen Gefühl von Wasser getragen zu werden.

Das 3D Puzzle Volkswagen T1 – das sich übrigens entgegen meiner ersten Befürchtung problemlos und sehr fix zusammenbauen ließ – bekommt natürlich einen Ehrenplatz bei uns.

Der kleine Bulli wird uns immer an unseren großen Trip erinnern und uns ermahnen fit zu bleiben. Irgendwann wollen wir noch einmal einen Surftrip starten können. Denn die Sehnsucht nach den Wellen ist geblieben. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es noch einmal klappen wird.

Eins fehlt noch: Ihr wollt mich jetzt surfen sehen. Da:

Damit wünsche ich euch jetzt noch eine schöne Woche!
Lieber Gruß,
Sonja

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Rückbildungskurs? -> Über Mamas Freiheit und das Pipi-Anhalte-Gefühl

Während unsere Kinder momentan in absoluter Topform sind, muss ich mir meine Form wieder mühselig erarbeiten. Ihr ahnt es: es geht seit ein paar Wochen einmal die Woche zum Rückbildungskurs! Und irgendwie fühlt der sich an wie ein Rückfahrticket in mein Leben. Klingt verrückt, is aber so.

Nach dem eher amüsanten Einstieg „Kacka-la-kack“ in meine Montags-Kolumne, in der ich ein bisschen aus meinem Alltag plaudere – immer der Frage nachgehend, wie das so ist mit vier Kindern.
Heute denke ich einfach ein bisschen laut – über das Mamasein, das „normale“ Leben vs. meinem Leben und über unseren Kinderwunsch. Und warum mein Rückbildungskurs eine bedeutende Wegmarke ist.

Rückbildungskurs: mein Ticket „zurück ins Leben“

Es ist insgesamt der vierte Rückbildungskurs, den ich besuche. (Wegen der vierten Schwangerschaft, nicht der vierte nach dem vierten Kind, wohlgemerkt.) Und ich liebe ihn! Obwohl ich gar nicht so der Sports-Typ bin. Außer Yoga mache ich eigentlich nicht viel (und auch Yoga kommt viel zu kurz).

Mal unter uns: Es ist einfach schön wieder allein „rauszukommen“ – daher das „Rückticket in mein Leben“- Gefühl! Ich freue mich auf jedes Training, auch wenn (oder gerade weil?) es anstrengend ist. Da ich viele Übungen im Alltag umsetzen kann (z.B. den Trick mit dem Kinderwagen: Einfach die Handflächen beim Schieben nach oben, das führt zu einer ganz anderen Körperhaltung und trainiert schon ein bisschen ;)), bin ich bisher sehr zufrieden mit dem Kurs und mit mir.

Jeden Mittwoch eine Stunde breche ich aus dem Alltag mit vier Kindern aus und bin mal wieder ich. Ich genieße bereits die Autofahrt zum
Kurs: Meine Musik in meiner Lautstärke hören, meinen Gedanken nachhängen… das ist einfach schön. Plötzlich fühle ich mich wieder als
ich und nicht „nur“ Mama.

Ich hab kaum Zeit vor oder nach dem Kurs mit anderen Mamas zu quatschen, aber für ein, zwei Sätze reicht es, und wir alle haben dieselben Überlebensprobleme, wir alle haben mal mehr, mal weniger Sorgen. Wir alle strampeln uns jeden Mittwoch Abend ab und schwitzen da um unsere Beckenböden wieder auf Vorderfrau zu bringen. Ich muss ja immer schmunzeln bei dem  „Pipi-Anhalte-Gefühl“, wie unsere Trainerin es nennt.

Im Alltag habe ich dieses Gefühl der Freiheit (nicht das Pipi-Anhalte-Gefühl!) selten – wir sind doch sehr eingebunden in unsere täglichen Abläufe. Es dürfen keine Lücken und keine Langeweile entstehen. Stefan und ich jonglieren von einem Termin zum nächsten und versuchen dabei nichts zu vergessen. Andauernd kullern von außen irgendwelche Sachen rein – Events im Kindergarten, Arzttermine und all sowas.

Einmal die Woche ALLEIN (Rückbildungskurse sollte man immer allein machen, ohne Baby!) zu sein und was anderes zu machen, das fühlt sich an wie eine Rückkehr ins „normale“ Leben. Und dieses Mal umso mehr, weil es dieses Mal NICHT „vor dem nächsten Baby“ ist.

Dieses Mal Rückbildungskurs ist für mich das letzte Mal. Das ist auch ein bisschen traurig. Wenn der kleine Vincent mich anstrahlt und ich denke, dass dies nun wirklich die letzte Runde Baby in meinem Mamaleben ist… tja – ein bisschen Wehmut ist auch dabei. Wenn ich die Babysachen nach und nach aussortiere, dann weiß ich, dass es jetzt das letzte Mal ist. Aber es fühlt sich auch gut und beruhigend an: Nach drei Kindern waren wir lange nicht sicher, ob wir noch ein viertes wollen schaffen. Hätten wir heute nur drei, würde ich mich wahrscheinlich fragen, ob vier nicht doch gegangen wären.

Es sollte so sein, dass wir vier Kinder haben. Ich habe mich lange mit dieser Schwangerschaft schwer getan. Es war nicht leicht noch einmal die Kraft zu finden für noch ein Kind, und es ist auch nicht leicht sich jeden Tag wieder zu motivieren – speziell, wenn die alle so ihre Phasen haben und man sie alle am liebsten zum Mond schießen würde. Sicher gibt es ab und an so Highlights und auch mal kleine Auszeiten, aber „Zeit für mich“, in der ich wirklich abschalten kann, ist rar.

Aber jeden Mittwoch, da klappt das. Mit dem Pipi-Anhalte-Gefühl.
Damit verlinke ich noch zu den Montagsfreuden!

Unsere DIY-Feuerschale und Stockbrot

„Wo ein Feuer brennt, da ist man zuhause“, sagt Ronja zu Birk, als sie in der Bärenhöhle wohnen. Und Ronja hat diesen Spruch von ihrer Mutter Lovis, eine sympathische Frau, die ich gern mal treffen würde, wenn sie nicht eine Figur in einer Geschichte wäre. Ihr wisst, welches Buch ich meine: Ronja Räubertochter. Das Buch* habe ich schon als Kind geliebt, und heute ist meine Älteste total begeistert von der Geschichte. Ich habe das Buch vorgelesen, wir haben das Hörspiel und auch den Film, den ich zugegebenermaßen auch gern mitgucke.
Mein Blogsommer-Beitrag für diese Woche ist also nichts genähtes, dafür aber etwas sommer-abend-liches. Ich stelle heute unsere DIY-Feuerschale vor und passend dazu ein Rezept für Stockbrot.

Abenteuer mit Lagerfeuer

Feuer – seit jeher beflügelt es die Phantasie der Kinder! Mir ging es als kleines Mädchen nicht anders. Ein Lagerfeuer ist das Sinnbild aller Abenteuergeschichten und -romane, und ich muss sagen: Ich liebe Feuer, ich mag den Geruch von Rauch und das Knistern des Holzes, wenn es verbrennt. Für mich gehören Feuer und Sommerabende einfach zusammen. In jüngeren, kinderlosen Jahren bin ich oft zur Sonnenwendfeier oder Beltane zu den Externsteinen gefahren, die nicht weit von hier sind, und bin da auch ums Feuer getanzt (heute darf man das leider nicht mehr).

Aber bevor ich jetzt ins Schwärmen komme, stelle ich euch unsere DIY-Feuerschale vor. Die ist nämlich selbst gebaut.

 

DIY-Feuerschale

Der Hauptteil unserer Feuerschale ist eine alte Stahlfelge. Die haben wir kostenlos in der Werkstatt unseres Vertrauens bekommen. Der Meister war froh, dass er den Schrott nicht selbst entsorgen musste. Stefan hat dann im Baumarkt Gewindeschrauben (ca. 1,50cm Durchmesser) gekauft. Die gibt es als Meterware, und man kann die im Baumarkt selbst schneiden.

 

Die drei Gewindeschrauben hat Stefan dann mit der Stahlfelge mithilfe von Muttern verschraubt. Zum Schluss hat er noch das Gitterfenster eines alten Kellerfensters zurecht gesägt und als Gitter benutzt.

Wenn man darin was abbrennt, muss man darunter festen Boden haben! Wir haben so eine alte Waschbetonplatte, das geht wunderbar!

 

Stockbrot

Die Kinder lieben es natürlich zu kokeln, wie wir früher auch. Ich hab ja schon immer ein bisschen Angst, aber bisher ist nichts passiert, und zumindest die beiden Großen sind inzwischen sehr vorsichtig.

Für das Stockbrot haben wir Haselnussäste abgeschnitten. Es gehen auch Weiden- oder Buchenäste. Die Stöcke selbst sollen ja nicht brennen, also werden diese Äste immer wieder empfohlen. Fichte brennt sofort, also bitte keine Fichte nehmen!!
Wir haben die Äste zusätzlich vorher stundenlang in Wasser getaucht. Je nasser das Holz, desto weniger brennt es. Unsere Stöcker sind ca. 1,20m lang – auch das ist eine Sicherheitsmaßnahme!

Das Rezept ist ein simpler Hefeteig:

400g Mehl
1 Pck. Trockenhefe
1 EL Zucker
300ml warme Milch
1/2 TL Salz
2 EL Öl

 

Wir haben das fertige Stockbrot mit unseren Restbeständern Haselnusscreme genossen, die ich aus ethischen Gründen nicht mehr nachkaufen werde. Wir sahen am Ende alle aus wie die Räuber :).
Macht ihr auch manchmal Stockbrot? Habt ihr noch Rezepte-Tipps?

 

 

Nun gebe ich dann mal direkt ab zum Blogsommer und zum Freebook Friday! Ich mache auch noch einmal auf unsere Gruppen aufmerksam, bei denen ihr alle gern mitmachen könnt:

Jetzt bin ich gespannt, was wieder neu dazugekommen ist!  Liebste Grüße,
Sonja
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Kacka-la-kack.

Wie das mit vier Kindern so ist? – Ehrlich, ich kann es gar nicht so genau beziffern. Unsere Abläufe haben sich doch noch einmal sehr geändert, wie ich hier bereits angesprochen habe. Ein paar Episoden aus unserer Familienchronik kann ich euch nun erzählen. Heute Episode 1: „Kacka-la-kack“.

Unser „großer“ Sohn ist in der analen Phase. Ich hätte nie gedacht, dass es uns mal so „erwischen“ würde. Weiß jemand wie lang das noch geht? – Kackao – Kacktus – Kackerlake – Kacka-la-kack.

Es tropft uns aus den Ohren, ehrlich! Ich finde ja, 5 Jahre ist an und für sich ein tolles Alter: Mit 5 Jahren können die Kinder schon ganz viel (wenn sie wollen!): sich anziehen, selber essen, selber auf Klo gehen, sich selber anschnallen (Wisst ihr, wie lang das dauert, VIER Kinder anzuschnallen??).

Leider bleibt sein Mundwerk auch nicht stehen, und es geht weiter, alles dreht sich um die Sch… . Er sagt immer „ßeiße“, weil er das SCH noch nicht kann – und so hören wir ihn weiter: „Dieser ßeiß arß!“ usw.

Puh – von Finja kennen wir das nicht. Ob das jetzt aber jungsspezifisch ist? Da unser „Törtchen“ Marla charakterlich ganz ähnlich drauf ist wie ihr großer Bruder, glaub ich es fast nicht. Was Rummatschen und Kaputtmachen angeht, toppt Marla ihren Bruder noch: Keins unserer Kinder hat so viele Bücher und Spielzeuge auf dem Gewissen wie Marla. Und ich bin mir fast sicher, dass sie auch noch „diese Phase“ mit dem „ßeiß-kacka-pups-arß“ entwickelt.

Die Sache mit der Gelassenheit

Wir versuchen gelassen zu bleiben. Die anderen drei Kinder pflegen allerdings auch alle ihre Neurosen: Finja bereitet sich innerlich auf die Schule vor und hängt so richtig zwischen Kindsein und Schulkindsein – Marla ist mitten in der berühmten Selbstständigkeitsphase, wie die Pädagogen die Trotzphase so gerne nennen – und Vincent, ja Vincent hat auch viel mit dem Kacka-ßeiß-arß-Pups zu kämpfen. Was Jesper zuviel hat, kommt bei ihm manchmal drei Wochen nicht. Ich finde ja, das könnte sich etwas besser verteilen.

Marla trainiert bei den sonnigen Temperaturen übrigens „Töpfchen“. Und wie läufts? – Ihr ahnt es schon: Sie macht das im Grunde ganz hervorragend. Nur ab und zu haben wir auch mal einen Blindgänger auf dem Rasen. Oder im Sandkasten. Aber dies nur am Rande.

Zum Glück haben unsere Kinder so super kompetente Eltern, die niemals die Ruhe verlieren. Hmmm… OK, ich gebs zu: Jespers ständiger Verbalstuhlgang nervt! Es nervt total!!!

Eine Zeitlang bin ich mit ihm immer Zähneputzen gegangen, wenn wieder so ein Schwall exkrementaler Schimpfwörter aus seinem Mund kamen. Nicht böse oder so, ich hab nicht einmal geschimpft. Eine Zeitlang haben wir mitgemacht, damit er die Lust verliert. Wir sind sauer geworden. Haben geschimpft. Haben uns müde angelächelt. Haben es ignoriert.

In letzter Zeit ist es leicht besser geworden. Vielleicht ist es vorbei? Haben wir die Phase nun geschafft?

Vor Kurzem ist Folgendes passiert: Wir sitzen ganz entspannt auf dem Sofa (was seeeeehr selten vorkommt). Jesper kommt rein, grinst und fragt: „Na, macht ihr sexy?“
Wir gucken uns müde an, und in meinem Ohr höre ich ganz leise die Musik vom weißen Hai…

to be continued…

Damit gebe ich ab zu den Montagsfreuden -auch solche Episoden gehören ja nunmal zum Eltern sein dazu, und unseren Humor haben wir ja noch nicht verloren – und wünsche eine sonnenverwöhnte Woche!

Lieber Gruß,
Sonja

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