Kategorie: Erfahrungen

#smyly - wasserfallshirt nähen

#SMYLY – Sewing Makes You Love Yourself

Was verbirgt sich nur hinter dem Hashtag #SMYLY? Ich verrats euch: Eine ganz wunderbare Aktion, und eine Übung in Selbstliebe und Achtsamkeit – beides Themen, die ich in diesem Jahr gemeinsam mit Nachhaltigkeit noch ein wenig ernster nehmen will. Diese Bloggeraktion kommt aus dem englischsprachigen Raum, und ich bin das erste Mal bei PeterSilie & Co darauf gestoßen. #SMYLY steht für Sewing Makes You Love Yourself, was auf deutsch übersetzt ungefähr bedeutet: Nähen hilft dir, dich selbst zu lieben! — Ist dem so? Wie gehts mir damit? Schon viele Näherinnen haben bewegende Geschichten rund um das Thema erzählt, denn der eigene Körper ist für viele Frauen noch immer Streit- oder Angriffsfläche. Nicht umsonst veröffentliche ich diesen Text, der auch ein sehr persönlicher ist, am Weltfrauentag. Für diese etwas andere Näh-Challenge habe ich mir ein Wasserfallshirt genäht. Auch das stelle ich heute vor.

 

Frauen und ihre Körper

Ich muss gestehen, dass ich gar keine Probleme mit meinem Körper habe. Offenbar bin ich ein glücklicher Einzelfall, wenn ich mich so in den sozialen Medien umsehe.

Natürlich habe ich auch die ein oder andere „Problemzone“, und ich erinnere mich noch gut an eine Zeit voller Selbstzweifel, voller Pickel im Gesicht und voller Minderwertigkeitskomplexe. Aber ich habe selbst glücklicherweise nie ernsthaft Probleme mit mir selbst aufgrund meiner Figur oder Gewicht gehabt. Und ich finde es auch mal wichtig das zu sagen! Ich finde die #SMYLY-Challenge, ganz besonders hinsichtlich frauenverachtender Fernsehshows wie Frau Klums „Game of Bones“ (so wurde die Modelshow neulich auf Twitter genannt), essentiell wichtig und mache deshalb sehr gern hier mit.

Frauen und ihre Körper – schon wenn ich aus dem EINEN Wesen „Frau“ zwei Dinge mache, wird die Distanz zwischen beiden deutlich. Ganz offenbar haben viele Frauen sich irgendwie von ihren Körpern getrennt. Bitte korrigiert mich, wenn ich mit dieser Beobachtung falsch liege. Momentan konkurrieren die Titel der Zeitschriftenmagazine mal wieder um die beste Diät. Oder zerreißen sich das Maul über irgendwelche Hollywoodstars, ob sie Schwangerschaftsstreifen haben oder nicht. Oder sind sie gar zu dünn?

Wasserfallshirt nähen - SMYLY

In dieser Medienwelt leben wir alle, und ihr wisst genau, was ich meine. Zeitschriften – speziell Fashion- und Frauenmagazine – sind NUR zu dem Zweck geschaffen Frauen andauernd ihren defizitären Körper vorzuhalten und ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen! (Und um ihnen teuren Schmuck, Parfum und Fashion anzudrehen, das sie dann arm aber kein Stück glücklich macht!)

Ich saß mal beim Friseur und blätterte mich eineinhalb Stunden (ja, da hatte ich mal Zeit!) durch eine Illustrierte – Europäische Königshäuser, Trendfrisuren, Diättipps, ihr kennt das. Nachdem ich alles darüber erfuhr warum Pippa Middleton es schwer im Leben hat, habe ich zuhause meinen Mann ihn den Arm genommen, ihn leidenschaftlich geküsst und ihm gesagt wie glücklich ich bin einfach nur ich zu sein. Und mit ihm zusammenzusein. Und das fand er auch – doppelt Glück! 😀

Aber ganz ehrlich: Das war auch nicht immer so! Ich hab lange gebraucht um mich selbst genauso zu lieben, wie ich bin. Zum Glück hat sich mein Mann da nicht so schwer getan *lach*.

 

Wasserfallshirt nähen

#SMYLY – Meine Näh- und Körpergeschichte

Ausgerechnet Barbiepuppen habe ich in meinem Nähleben zuerst benäht (so mit ca. 11 Jahren??). Die Barbie wird zu Recht von vielen Feministinnen kritisiert. Ich hab trotzdem mit ihr gespielt und ihr Kleider genäht. Meine Töchter haben auch ein paar Barbies und so Elsa-Puppen. (Sie spielen aber so gut wie nicht damit!)

Naja, also Barbie war mein ersten Näh-Opfer. Später dann habe ich viel für mich genäht, aber hauptsächlich Kostüme (Halloween), Outfits für den Mittelaltermarkt und so. In dieser Zeit – so zwischen 16 und Ende 20 – habe ich mit meinem Äußeren und überhaupt mit mir selbst viele Kämpfe ausgefochten. Obwohl ich zu den Menschen gehöre, die sehr selbstbewusst auftreten und wirken können, bin ich es nie gewesen.

Ich hatte immer Angst – vorm nächsten Tag, vor der Prüfung, vor dem Versagen… Vor allem vor dem Versagen! Studieren war ne harte Nummer. Ich bin froh, dass das vorbei ist.

Ich habe nie Probleme aufgrund meiner Figur gehabt – da können andere sicher ganz andere Geschichten erzählen. (Was ich auch zum Teil in diversen Facebook-Nähgruppen an Mobbing erlebe, ist übrigens nicht mehr feierlich – und für mich ein Grund mehr mich auf Facebook weiterhin zurückzuhalten, und zwar auch und besonders als Bloggerin.)

#SMYLY

Figurprobleme hatte ich nie so gravierend, dass ich ernsthaft darunter gelitten hätte. Aber ich habe meinem Körper weh getan. Auf meinem Unterarm habe ich eine kleine Narbe von einer ausgedrückten Zigarette. Ich habe viele Tattoos auf den Armen und dem Rücken. Auch das hat weh getan. Und die Wahrheit dahinter ist: Das ist alles die Fassade. Eine Fassade, die mich mit meiner Angst beschützen sollte, genau wie der geschwungene, pechschwarze Lidstrich, den ich ich jahrelang getragen habe.

Genäht habe ich während meines Studiums – das deckt sich so mit dieser Zeit – wenig. Ich habe irgendwann das Seifesieden für mich entdeckt und mich damit kreativ ausgetobt (coming soon!).

Erst mit dem Nähen für Kinder begann ich auch für mich zu nähen. Meine selbst genähte Kollektion ist noch recht klein, weil ich in den letzten sieben Jahren ja irgendwie dauernd schwanger war, und ich hab mir keine Schwangerschaftssachen genäht. Nicht, weil ich Probleme mit meinem Körper hatte, sondern aus praktischen Gründen: Beim ersten hab ich noch nicht soviel genäht, und später fand ich es nutzlos, weil es ja vielleicht die letzte Schwangerschaft war. Näheres zu den Schwangerschaften hier.

Mit den Kindern und den Geburten wurde das Nähen stärker.  Und wenn ich noch einmal auf den Spruch #SMYLY – „Sewing makes you love yourself“ eingehe, muss ich sagen, dass das Nähen erst im zweiten Schritt kam. Mich selbst zu lieben und mir auch einige Dinge zu verzeihen – das habe ich durch meine Kinder geschafft. Das Nähen hat uns dabei begleitet. Inzwischen ist es mehr als nur ein Hobby, sondern Leidenschaft, Energiequelle und Inspiration.

Es fällt mir nicht gerade leicht diesen Text öffentlich zu machen. Warum ich es trotzdem tue? – Ich finde die Bewegung nähender Frauen rund um den Erdball einfach fantastisch! Und ich liebe es ein Teil davon zu sein. Wenn man sich zum Beispiel auf Instagram durch den Hashtag #SMYLY scrollt, lernt man plötzlich sooooo wunderbare Nähfrauen kennen – ich finde das großartig. Uns eint, dass wir a) nähen und b) uns alle mit dem Thema Selbstliebe und den kleinen Schwestern Selbstbewusstsein und Achtsamkeit beschäftigt haben und am Ende zu einem prositiven Ergebnis gekommen sind. Das finde ich einfach grandios, speziell heute am Weltfrauentag!

Ich kenne so viele wunderbare Frauen, und ich beobachte bei vielen, dass wir alle dasselbe Problem mit uns selbst haben. Viele von uns leiden an irgendwas – oft ist es der eigene Körper, aber auch andere Dämonen der Vergangenheit. Es äußert sich in der ein oder anderen Weise. Und vielleicht kann ich dir ja mit meinem Text ein wenig Mut machen?

#SMYLY Wasserfallshirt nähen

Selbstliebe lernen… und nähen

Wie kam ich dahin, dass ich mich selbst lieben lernte? Nun, zum einen fand ich in meinem Mann jemand, der mich einfach so liebte. Er sah nicht den ganzen Ballast, den ich mit mir rumschleppte, sondern mich. Das ist so, wie wenn man sich nackig vor den Spiegel stellt und einfach mal hinguckt. Mit liebenden Augen. Und feststellt, wie schön man ist! Ich nahm mir die Freiheit einfach mal so zu sein wie ich sein wollte, und seitdem jeden Tag. Von außen wirkte es wohl wie eine Veränderung. Ich habe vielfach Komplimente für meine positive Entwicklung bekommen *lach*. Dabei war es keine Veränderung, sondern eine Befreiung, und der erste Schritt zur Selbstliebe.

Wann hast du das kleine Mädchen in dir das letzte Mal liebevoll in den Arm genommen und ihm gesagt, dass alles gut ist? Dass du es liebst?

Die Schwangerschaften und Geburten waren für mich wichtige Erfahrungen, die mir zu meinem heutigen Körper- und Selbstbewusstsein geholfen haben. Auch Yoga ist ein Teil davon, und ich bin sehr glücklich, dass ich nun endlich wieder halbwegs regelmäßig an einem Kurs teilnehme (ok, ganze 2x bisher in diesem Jahr, aber ich plane wöchentlich!)

Ab und an kommen dann so Gedanken, dass ich gern meine Brüste wieder hätte, die ich vor meinen Schwangerschaften hatte. Mit denen war ich immer zufrieden. Und ich gefalle mir auch nicht auf jedem Foto. Aber ich finde mich rein äußerlich komplett so in Ordnung, wie ich bin. Sobald sich daran was ändert, werde ich was ändern!

#SMYLY

Im letzten Jahr habe ich begonnen wieder mehr für mich zu nähen – und das ist großartig! Ich benähe mich gern, und ich stehe auch mal gern vor der Kamera – so, wie ich bin, und wie ich mich mag. Ich habe die (Selbst-)Zweifel (also die Sorte, die schädlich für einen selbst ist) und diese diffuse Angst hinter mir gelassen.

 

Wasserfallshirt nähen

Genäht habe ich mir übrigens für diesen Beitrag ein schlichtes Wasserfallshirt nach dem Schnitt „Ella“ von konfetti Patterns*, und zwar aus einem schwarzen Jersey im Destroyed-Look mit Löchern. Ich fand, das passte. Das Shirt ist recht leicht zu nähen, zumal ich auf Ärmel verzichtet habe. Die Ella könnte auch mit Flügelärmchen oder Kappärmchen genäht werden, aber das wollte ich nicht. Der Schnitt gefällt mir – das werde ich für den Sommer noch häufiger nähen. Ist ja auch ein Figurschmeichler ;).

Damit verlinke ich nun zu RUMS und zu Frau Jules Sammlung „Politisiert euch“ (über die ich sehr froh bin, dass es sie gibt!).

Lieber Gruß,

Sonja

 

 

*affiliate link: Beim Einkauf über den mit * gekennzeichneten Link erhalte ich eine Provision, ohne dass Dir Mehrkosten entstehen. Meine Empfehlungen wähle ich sehr sorgfältig aus und stecke sehr viel Zeit und Arbeit in jeden meiner Beiträge. Über Provisionen und Werbung finanziere ich die laufenden Kosten dieses Blogs und kann auch zukünftig hochwertige Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen. Vielen Dank!

nähblog crafting cafe

Jahresrückblick 2017 + Danke + Free Printable

Irgendwie ist das Jahr schon wieder um! Im Dezember rauscht alles irgendwie an mir vorbei. Das hat ein bisschen mit meiner Weihnachts-Aversion zu tun, aber auch damit, dass alle zum Ende des Jahres irgendwie schneller laufen. Aber egal – es wird Zeit für einen kleinen Jahresrückblick! Mein kleiner Nähblog wird sehr bald auch zwei Jahre alt, und ich werde eine große Verlosung dazu starten. Heute aber will ich auf das vergangene Jahr zurückblicken und ein paar der schönsten Momente noch einmal Revue passieren lassen. Außerdem erzähle ich ein bisschen was zu kommenden Projekten und meinen (Blog-)Zielen für 2018. Für die Bloggerinnen unter euch habe ich dazu auch ein Free Printable gebastelt, das ihr am Ende ausdrucken und für eure eigenen Blog Ziele 2018 verwenden dürft!

 

Danke … für einfach alles!!

blogsommer

Zunächst will ich mich bei meinen engsten Blogfreundinnen bedanken, und dem gesamten Blogsommer-Team! Der Blogsommer 2017 war mein persönliches Blog-Highlight des Jahres, und ich freue mich, dass so viele wunderbare Blogbeiträge entstanden sind! Ich gehe auch einfach davon aus, dass wir den Blogsommer im kommenden Jahr wiederholen werden! Das Stammteam des Blogsommers bestand aus 10 Nähblogs, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Auch über Probenähen sind wir alle regelmäßig in Kontakt, und ich finde es sehr schön, dass man sich so immer wieder begegnet und sich gegenseitig unterstützt. Von Neid keine Spur! Auch das will ich mal betonen, denn ich lese auf anderen Blogs immer wieder, dass es da auch mal Probleme untereinander gibt. Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich von sowas bisher in meinem Blogleben verschont wurde!

Meine liebsten Blogs liste ich jetzt auch einfach mal namentlich hier auf! Ich danke jeder einzelnen von euch für das wunderbare, inspirative und freundschaftliche Miteinander! Ich hoffe, wir werden noch viele gemeinsamen Blogaktionen starten!

Allen voran stehen drei Bloggerinnen, denen ich mich sehr verbunden fühle. Das ist Ellen von Ellen’s Schneiderstube, Eva von KaRToFFeLTiGeR und Susanna von Mamsell Su. Lieben Dank für eure Freundschaft!

Weiter gehts mit dem Blogsommer-Stammteam! Ihr habt ein kreatives Feuerwerk entfacht, das am Ende für 597 kreative Blogbeiträge gesorgt hat!! Das war der totale Wahnsinn! Am Ende kam ich auch gar nicht mehr mit, aber zum nächsten Sommer werde ich sicher noch einmal in der Linkparty stöbern – die Inspiration bleibt ja!

Und das war das Blogsommer-Team 2017:

Ingrid von „Nähkäschtle

Eva von „Eva Kartoffeltiger“

Susen von „made by Frau S.

Ulrike von „Ulrikes Smaating

Marita von „maritabw macht’s möglich

Silke von „Muckibär&Schneckenkind

Ellen von „Ellen’s Schneiderstube“

Annette von „Augenstern-HD&Zauberkrone

Vivien von „KreaVivität

Sonja von „the crafting cafe

 

Darüber hinaus möchte ich mich noch einmal bei allen Probenäherinnen bedanken, die in diesem Jahr für mich genäht haben! Viele waren auch schon letztes Jahr dabei, und inzwischen hat sich ein kleines Stammteam gefunden. Dieses Team ist auch jetzt wieder fleißig – dazu erzähle ich im neuen Jahr etwas mehr (muss ja jetzt nicht alles verraten). Auch hier schätze ich mich sehr glücklich, dass alle meine Probenähen sehr konstruktiv und im guten Miteinander verlaufen sind. Erst jüngst habe ich als Teilnehmerin eine andere Erfahrung machen müssen – das finde ich sehr traurig, dass gerade in Probenähgruppen doch immer wieder Streitigkeiten und doofe Verhaltensweisen an den Tag gelegt werden. Nun ja – ich bin mit einem tollen Team gesegnet und verneige mich vor:

Team Nähgitarre

Marietta von H-M und C

Eva Kartoffeltiger

Uli von Maschenrisotto

Andrea (FB)

Anja (FB: FlotteSprotte)

Anna (FB)

Lydia (FB)

Nancy von Nuckelpille

Sabine ohne Blog

Vivi von Kreavivität

Nina (FB)

Sarah (Makerist-Schauseite)

Antje (FB)

Karina (FB)

Manuela ohne Blog

Tamara (FB: Maralutti)

Jenny aka Abendstern von Rocknähmaschine

Janet von Knöpflekistchen

Vivo la Vita 

Team Beach Bag

Ulrikes Smaating
Marietta
Mandy
Marita bw machts möglich
Strippe Eileen
Bettina Katzenfarm
Marion Marys Nähkram (FB)
Silke
Ingrid
Jenni
Manuela
So So – König Otto
Anne
Ellen
Antje
Datbienchen Walter
Tubaverliebt

 

Außerdem danke ich natürlich allen Leserinnen, die hier regelmäßig vorbeischauen und kommentieren, sowie allen, die auf einem oder mehreren Social-Media-Kanälen auf „like“ und „follow“ geklickt haben, und natürlich den Newsletterabonenntinnen – lieben Dank an euch!

 the crafting cafe blog

Nähblog? Mamablog? …?

Dieser Nähblog, der ja viel mehr als ein reiner Nähblog oder Mamablog ist, ist auch in diesem Jahr thematisch weiter gewachsen, und ich habe viele viele Texte geschrieben und fotografiert. Ich habe einige Nähanleitungen und weitere Tutorials geschrieben. Doch mein Blog wäre nicht meiner, wenn nicht auch persönliche Texte hier ihren Platz fänden. Meine liebsten und auch persönlichsten Texte aus diesem Jahr sind mein Text über meine Yoga-Geschichte (samt selbst genähten Yoga-Outfit), mein Text über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, dann meine Surfer Story – wie wir im Bulli mit zwei Kindern durch Europa fuhren, meine Blogger-Geschichte I’m a Blogger und ganz frisch mein Text „Wer inspiriert dich am meisten?“

Außerdem gibt es so einige Blogtexte, die mir sehr am Herzen liegen – wahrscheinlich, weil ich sehr viel Zeit mit dem Schreiben verbracht habe. Da ist zum Beispiel der Text über den Bienengarten, und die noch recht junge Blog-Reihe Näh-Blogger Basics. Diese Reihe werde ich natürlich im neuen Jahr fortsetzen. Ursprünglich wollte ich mal eine Text-Reihe, die dann auch irgendwann fertig ist. Inzwischen glaube ich, dass ich niemals fertig werde. Ich lerne ja auch selbst soviel über das Bloggen – ich denke, da hab ich noch Stoff um einen ganzen Blog zu füllen! Aber das will ich gar nicht. Ich schreibe einfach weiter an der Reihe, und ihr dürft weiter gern Themenwünsche machen!

Das Thema Garten will ich im kommenden Jahr auch vertiefen – da wird bei uns auch viel zu tun sein, dazu gleich mehr!

 the crafting cafe nähblog

ebooks des Jahres

Die ebooks aus diesem Jahr habe ich bereits bei den Probenähteams vorgestellt. Entstanden sind in diesem Jahr die Nähgitarre und die Cross Body-Tasche „Beach Bag“. Beide sind eigentlich eher spontan entstanden, aus einer plötzlichen Eingebung heraus. Die Beach Bag war im Probenähen eine zähe Sache. Da musste ich von Anfang an viel am Schnitt ändern, bis alles passte. Und so zog sich das Probenähen während der Sommerferien sehr lang dahin. Nebenbei bin ich „mal eben“ zu WordPress umgezogen. Das war teilweise ziemlich hart, und ich hatte zwischendurch selbst keinen Bock mehr. Deshalb ist sie leider völlig zu Unrecht ein bisschen das Stiefkind, dabei ist es ein toller Taschenschnitt. Mir fehlte nur am Ende die Kraft für eine ausgiebige PR. Das Bloggerleben geht ja auch manchmal sehr schnell weiter – da komme ich gleich nochmal drauf zu sprechen!

 

prinzesssinnenkissen nähen

Freebooks und Tutorials

In diesem Jahr sind auch viele Nähanleitungen und Tutorials entstanden, z.B. das Kissen aus einem Stück oder die Sweat-Decke für Babies oder das Prinzessinnenkissen. Es macht mir immer mehr Spaß so kleine und große Anleitungen zu schreiben, und ich glaube, ich habe jetzt meinen Platz in der Nähbloggerwelt gefunden. Ihr findet meine Tutorials und kostenlosen Anleitungen alle hier. Die Freebooks findet ihr in meinem Shop.

 

Bloggen… so als „Profi“

In diesem zweiten Jahr meines professionellen Bloggerdaseins habe ich sehr sehr viel gelernt: Über das Bloggen, self-marketing, social Media… Da schwirrt mir zuweilen der Kopf. Im Lauf des kommenden Jahres, wenn mein letztes Elterngeld ausläuft, werde ich darauf angewiesen sein mit dem Blog auch langsam Geld zu verdienen. Natürlich muss ich nicht davon leben, das würde wahrscheinlich auch nicht funktionieren. Aber ich habe durchaus Ambitionen ein regelmäßiges Nebeneinkommen zu erwirtschaften – d.h. es wird mehr ebooks geben :). Die ersten beiden stehen bereits in den Startlöchern!

Außerdem konnte ich in diesem Jahr in die Welt der Blog-Kooperationen hineingeschnuppert. Von den verschiedenen möglichen Einnahmequellen als Blogger sind Kooperationen bisher für mich am attraktivsten, da geht es wahrscheinlich vielen so. Das ist nicht immer alles eitel Sonnenschein und reich wird man damit auch nicht! Aber es waren allesamt doch sehr schöne Erfahrungen, und ich werde diesen Weg auch zukünftig verfolgen. Im Rahmen der Näh-Blogger Basics werde ich dann nochmal mehr über Kooperationen schreiben, falls es euch interessiert, wie das so läuft?

Mein Blog hat sich erfreulicherweise in den Seitenaufrufen, Followern usw. nochmal sehr gesteigert. Das freut mich sehr, dass meine Beiträge gern gelesen werden – dankeschön! Inzwischen landen sogar auch „von selbst“ immer mal wieder Anfragen zu Kooperationen bei mir. Das meiste passt leider irgendwie gar nicht, trotzdem ist es für mich ein schönes Kompliment gefunden und als Partner in Erwägung gezogen zu werden. Ich freue mich auf das kommende Jahr und hoffe, dass ich das noch weiter ausbauen kann.

 

nähblog crafting cafe

Persönlicher Rückblick

Es war ein intensives und heftiges Jahr! Begonnen hat es mit der Geburt von Vincent, unserem vierten Kind. Ich hatte mir um die Geburt herum zwar Blogpausen gelegt, aber ich kann es dann ja auch nicht lassen und habe trotzdem viel gearbeitet. Ja, gearbeitet. Für mich ist der Blog viel viel Lebensfreude und kreatives Zuhause, aber eben auch Arbeit. Zukunft. Vision. Ich erwähnte eben schon: Im Lauf des kommenden Jahres will ich hier ein kleines, aber solides Einkommen erwirtschaften – und dafür habe ich den Grundstein in diesem Jahr gelegt.

Nicht, dass das alles ohne Niederlagen oder Rückschläge verlaufen wäre! Ich möchte nicht den falschen Eindruck einer steilen Erfolgsgeschichte vermitteln. Das Bloggen mit vier Kindern ist nicht unbedingt einfach, denn obwohl ich das alles sehr ernst nehme, sieht mein Mann das Ganze so als nettes Hobby, das ich mir ein bisschen refinanziere. Da stehe ich dann zwischen den Stühlen! Wobei er mittlerweile eingesehen hat, dass es deutlich mehr ist. Und er respektiert sehr, was ich in gerade zwei Jahren neben vier Kindern auf die Beine gestellt habe.

Ich habe hier nie Idealbedingungen, was ich oft bedaure: Ich schreibe und fotografiere, wenn der Kurze schläft und die anderen betreut sind. Am Stück hab ich häufig nur eine Stunde, oft weniger. Jeder zusätzliche Termin bedeutet für mich: Ich kann an dem Tag nichts machen! Das ist oft frustrierend, denn nach sieben Jahren Babyphase reichts mir einfach in meiner täglichen Planung andauernd so eingeschränkt zu sein! Es kommt ja auch mal vor, dass man sozusagen geschäftlich telefoniert. Da nervt es mich, wenn der Kleine im Hintergrund quakt, oder ich nie Termine rausgeben kann, sondern immer nur ungefähre Zeiten eingrenzen kann. Das wird besser werden, wenn er zu seiner Tagesmutter geht – das wird dann ab August der Fall sein, und ich freue mich darauf!

Oft würde ich gern mehr, aber ich schaffe nicht alles. Das habe ich in diesem Jahr sehr gelernt: Manche Dinge müssen reifen. Und ich kann nichts übers Knie brechen. Das macht mich auch kapputt. Ich will da im kommenden Jahr – ich schreibe ja gerade am Redaktionsplan – noch mehr Blogpausen einlegen, die auch wirklich Pause sind. Denn das war mal der Gedanke: Mehr Zeit für die Kinder haben. Und insofern will ich die Geldverdienerei auch nicht als höchstes meiner Ziele hängen – ich bin erstmal froh, wenn ich das aktuelle Level so halten kann und erstmal etwas verschnaufen. Ich bin nämlich gerade ganz schön alle (was auch an Weihnachten liegt.)

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit diesem Blog-Jahr: Alle statistischen Zahlen entwickeln sich positiv, und dank einiger Kooperationen habe ich auch erstes Geld verdient. Ich war beim Blogsommer dabei – das war eine ganz tolle Aktion! Ich bin im Sommer zu WordPress umgezogen und bin inzwischen total begeistert! Und ich habe gegen Ende des Jahres auch noch meinen Newsletter ins Leben gerufen.

Es gab auch ein paar Rückschläge und Niederlagen. Nicht, dass ihr denkt, bei mir läuft das alles immer supi. Ist nicht so! Ich hab auch viele Absagen bekommen für Kooperationen, oder es kamen Anfragen und dann nie wieder Antworten. Ich habe Ideen gehabt und wieder verworfen. Habe an der Beach Bag sehr sehr viel herumgedoktert, was mich doch sehr geärgert hat. Es tut mir auch gegenüber dem Probenähteam immer noch leid, dass ich da so planlos war! Ich hab Stoffe im Übereifer versaut. Neulich hab ich ein Teil wegen eines ganz doofen Nähfehlers (eigentlich ein Stickfehler!) in die Tonne gekloppt. Tja.

Naja, unterm Strich war es ein anstrengendes Jahr, weil es auch wieder ein Baby-Jahr war. Das letzte! Definitiv. Ich freu mich, dass der Kleine nun zehn Monate alt ist und demnächst laufen wird. Seit einigen Tagen ist es richtig schön mit ihm. Und ich freu mich auf 2018!

nähblog crafting cafe

Ausblick Blogziele und -themen 2018

Einiges habe ich im Text bisher ja bereits durchblicken lassen – ich gehe selbstbewusst, aber nicht ohne Zweifel in das kommende Jahr. Ich bin froh, dass der Kleine demnächst ein Jahr wird und das erste Babyjahr um ist. Dass er ab August zur Tagesmutter geht. Hatte ich damals noch etwas gezweifelt, so weiß ich jetzt ganz sicher: Wir sind komplett. Wir gehen glücklich, dass wir uns alle haben, in das neue Jahr und freuen uns auf viele Ausflüge, Urlaube und auch etwas mehr Freiheit – besonders ich sehne mich nach Sonnenzeiten und Freizeit. Auszeit. Babyfreie Zeit!

Privat haben wir sehr viel vor: Nach einigem Hin und Her soll demnächst unser Holzanbau starten. Dem wird eine neue Küche (YEAH!!!) folgen, und viel Umgeziehe und Eingerichte im Haus. Darauf freue ich mich sehr, und ich werde das auch hier auf dem Blog zum Thema machen: Nähen für zuhause, Kinderzimmer einrichten und fürs Kinderzimmer nähen, Küche, Schlafzimmer, Flur, Terrasse… ich habe viel zu tun! Und ich freu mich drauf!

Den Waschkeller werden wir jetzt auch in Kürze renovieren, und dann soll da auch eine kleine Küchenzeile rein. Und das Schöne daran: Ich kann dann endlich wieder Seife sieden!!! Freunde wissen das natürlich, dass ich eigentlich die Seifensiederin bin. Kinderbedingt ist das etwas eingeschlafen, aber ich habe noch das ganze Equipment, und dann wird es auch wieder losgehen – so richtig mit NaOH und Schutzbrille, nicht mit Fertigpackung oder so. Ihr dürft gespannt sein!

Auch der Garten wird eine Umgestaltung erleben – kann aber sein, dass wir das auf 2019 schieben. Alles auf einmal geht ja nun auch nicht!

Ich gehe mal davon aus, dass es auch wieder einen Blogsommer geben wird – auch darauf freue ich mich! Natürlich habe ich auch einige Ideen für ebooks und freebooks – die ersten Probenähen laufen auch schon, bzw. sind in Vorbereitung!

Neben diesen Themen will ich alles vertiefen, was ich schon jetzt mache: Nähen für mich, Nähen für Kinder und auch Babies (nein, keine eigenen mehr!), meine Mama-Kolumne, die Näh-Blogger Basics, DIY, Garten, Buchrezensionen… Hier hat sich ja eine große Themenvielfalt angesammelt.

In einigen „Blogdingen“ will ich noch einiges optimieren: Ich werde mich strategisch mehr auf SEO und Pinterest konzentrieren, und auf den Newsletter. Ich glaube, das geht vielen Bloggern so? Zumindest habe ich das von ein paar anderen auch so mitbekommen, dass der Trend aktuell von Facebook weggeht! Dazu schreibe ich bei den Näh-Blogger Basics bestimmt nochmal was – wenn es euch interessiert?

Außerdem werde ich hier noch ein paar kleinere Baustellen instand setzen – so Sachen wie „SSL einrichten“ und wohl auch mal eine Anwältin dafür bezahlen meine Seite auf rechtliche Mängel zu prüfen. Da ja demnächst diese neue Rechtsverordnung kommt, will ich da gut aufgestellt sein. Und ein paar Dinge aufhübschen… dank meinen frisch erlernten Photoshop-Skills macht mir das gerade am meisten Spaß :).

Dies sind so meine nächsten Themen! Um einen kleinen Fahrplan für das kommende Blog-Jahr zu haben, habe ich mir ein Datenblatt gebastelt, das ich euch auch zur Verfügung stellen möchte!

blogziele 2018

 

Free Printable: Blog Ziele

Mit diesem Free Printable hältst du ein paar Kennzahlen zu deinem Blog fest und und überlegst dir, welche Ziele und Schwerpunkte du im kommenden Jahr setzen willst. Ich hab für mich ja schon einiges genannt – da fällt dir bestimmt auch etwas ein? Du kannst dir strategische Ziele stecken oder inhaltliche. Als Tipp sage ich noch dazu: Überlege dir auch, wie Du Deine Ziele erreichen willst und wie realistisch deine Ziele sind. Bei Fragen melde dich einfach hier im Kommentar. Und wenn es etwas blog-spezifisches ist, findest du vielleicht schon eine Antwort bei den Näh-Blogger Basics?

Die Datei gibts hier als pdf. Lass mich wissen, wie es dir gefällt und wie Du damit zurecht kommst!? Ich hab für die Näh-Blogger Basics noch viel mehr solcher Datenblätter geplant, und mich interessiert brennend, ob dich das weiterbringt!

blogziele_2018

Außerdem würde ich natürlich gern wissen, welche Themen und Gedanken dich sonst so zum Jahreswechsel beschäftigen?

Ich wünsche dir nun erstmal eine schöne Weihnachtswoche und einen guten Rutsch! Ich melde mich im neuen Jahr erst wieder. Dafür dann mit einer MEGA-Überraschung ;).

 

Viele Grüße,

Sonja

Blogparade Inspiration The Crafting Cafe

{Blogparade} Wer inspiriert Dich?

~ enthält Werbelinks (mit * gekennzeichnet), mehr Info unten ~

Welche Person hat dich in den letzten 12 Monaten am meisten inspiriert?  Diese Frage hat mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Ich dachte mir, jetzt in der Weihnachtszeit mache ich mal was „besinnliches“. Etwas, das ein bisschen mehr ist als das übliche Weihnachts-blabla. Oder sich wenigstens so anfühlt. Und deshalb starte ich heute eine Blogparade mit der Frage: Welche Person inspiriert Dich am meisten? Inspiriert hat mich übrigens das neue Kartenspiel Vertellis*, das ich bereits bei den Crafting Linktipps November und in meinem jüngsten Newsletter als Geschenkidee empfohlen habe. Dieses neue Spiel will mehr echte, aufrichtige Gespräche fördern – mithilfe dieser und weiterer Fragen, die einfach sind und dennoch eine stärker reflektierte Antwort provozieren. Ich bin davon sehr begeistert und habe mittlerweile drei Spiele gekauft (eins für uns und zwei zum Verschenken). Wie auch immer – dieses Spiel hat mich zu diesem Blogpost inspiriert. 

 

blogparade inspiration the crafting cafe

Blogparade: Welche Person inspiriert Dich? Wer ist Dein Vorbild?

Was ist eine Blogparade eigentlich? Das funktioniert so: Ein Blog gibt ein Thema / Frage vor, und dann kann jeder Blog, der sich angesprochen fühlt, dieses Thema aufgreifen und auch einen Beitrag dazu schreiben. Diesen Beitrag verlinkst du dann hier in der Linkparty oder auch als Kommentar, und ich sammle alle Links – auf dass eine schöne Sammlung inspirierender Blogposts entsteht!

Ich möchte das eigentlich nicht zeitlich begrenzen, weil es ja so ein zeitloses Thema ist. Aber ich habe die Linkparty auf den 28.02.2018 begrenzt. Du hast also genug Zeit einen Beitrag dazu zu schreiben. Wenn du nach dem Stichtag noch einen Beitrag schreiben willst, verlink dich einfach als Kommentar!

Um noch ein bisschen Hilfestellung zu geben: Orientiere dich an der Frage! Es kann irgendjemand sein, den du kennst, oder ein Künstler oder ein Vorfahre von dir, oder eine beeindruckende geschichtliche Persönlichkeit. Oder eine fiktive Figur! Schreib es raus und lass uns alle teilhaben, wer dich am meisten inspiriert, oder wer dein Vorbild ist! Dein Text kann lang oder kurz sein, ganz egal!

Nun mache ich erstmal den Anfang und stelle Euch den Mann vor, der neben Stefan wohl der wichtigste in meinem Leben ist. Dabei weiß er nicht einmal, dass es mich gibt.

 inspiration crafting cafe

 

Meine Muse, Inspiration, Vorbild und Kraftquelle

Ich war mit meinem dritten Kind schwanger, als seine Musik meine Seele berührte. Das klingt sehr schwülstig, aber nichts anderes trifft es. Ich habe damals viel Yoga gemacht. Nach einem Kaiserschnitt und einer Saugglockengeburt hatte ich soeben ganz tollkühn beschlossen mein drittes Kind im Geburtshaus zur Welt zu bringen. Mir war sehr wichtig, dass ich nach den beiden ersten Geburten wenigstens eine „schöne“ und natürliche Geburt erlebe. In meinem Blogpost über meine persönliche Yoga-Geschichte habe ich darüber schon einmal geschrieben. Und ja, die Geschichte meiner Geburten werde ich auch noch verbloggen (ich werde ja immer mal wieder danach gefragt). Bitte seht mir nach, wenn ich es bisher nicht getan habe, denn es gibt kaum ein Thema, das für mich so persönlich ist. Aber da meine Geschichte vielleicht der ein oder anderen unter euch Kraft geben kann, werde ich da auch bald was zu schreiben. *versprochen*

Heute geht’s erst mal um den Mann, der mich nicht nur „inspiriert“, sondern der seit dieser Zeit damals auch mein Vorbild ist und mir immer wieder Kraft gibt, egal wie tief unten ich mich gerade fühle. Er ist nicht nur Inspirationsquelle, Vorbild und Kraftquelle, sondern auch Vision und Wegweiser – für meinen ganz persönlichen Weg. Ich wollte euch schon lange von ihm erzählen, brauchte aber den richtigen „Aufhänger“. Seine Musik höre ich jeden Abend beim Nähen, und insofern hat dieser Beitrag doch noch was mit Nähen zu tun *lach*.

Wie er zu mir kam: Ich hatte mir für mein Schwangeren-Yoga auf Youtube eine Playlist zusammengestellt. Und wie das so ist, wenn die mal durch ist, sucht der Youtube-Algorithmus ja weitere, passende Musik raus und spielt die einfach so ab. Sein Song war dabei: ein unbeschreiblich schönes Musikstück von über 10 Minuten Länge, und eins der erfolgreichsten Youtube-Videos überhaupt mit mehreren Millionen Klicks. Die Rede ist von Nahko Bear und seinem Song „Aloha Ke Akua“. Ich verlinke euch alles am Ende!

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Aloha Ke Akua ~ wie ich auf Nahkos Zauber stieß

Den Zauber dieses Songs kann man glaub ich nur nachvollziehen, wenn man sich das Video ansieht. Um mich war es ein für allemal geschehen, als ich es mir angesehen habe (und es geht mir noch immer so, wann immer ich es ansehe.) Das Video ist auch gar kein „offizielles“, sondern ursprünglich war es ein Werbevideo für Mexiko als Reiseziel. Zu sehen sind sehr ästhetische, wunderschöne Landschaftsaufnahmen und Aufnahmen indigener Kultstätten, kombiniert mit Bildern wunderschöner Frauen in atemberaubenden Kleidern, die mit wilden Tieren posieren. Man sieht eine Frau, die mit einem Alligator kuschelt, oder eine in inniger Verbundenkeit mit einem Leoparden und einem Panther. Eine Frau in einem beneidenswerten, tiefroten Kleid galoppiert auf einem pechschwarzen Araber durch die mexikanische Wüste.

Das ist es schon: Spektakuläre, slow motion-Landschaftsbilder, Frauen in flatternden Kleidern, wilde Tiere und Portraits indigener Ureinwohner. Untermalt werden diese Bilder von Nahko Bears unvergesslicher Piano-Version zu „Aloha Ke Akua“ – gemeinsam ergeben sie ein bildgewaltiges 10-Minuten-Epos, das ich mir gerade auch nebenbei in einer Endlos-Schleife anschaue. Und ich bekomme immer noch Gänsehaut!

Dieser Song hat mich tatsächlich durch die dritte (und vierte) Schwangerschaft getragen. Es war der erste, den ich von Nahko Bear kannte und ist immer noch einer meiner Top 3 von ihm. Mein größter Wunsch ist, ihn mal live auf der Bühne zu erleben. Denn hinter der Musik steckt nicht nur irgendein Musiker, sondern einer der stärksten Menschen, die ich jemals „kennengelernt“ habe. Seine Geschichte gibt auch mir Kraft, wenn ich mal wieder ein kleines Tief habe: Er war nie geplant, als er auf die Welt kam und gehörte nirgendwohin. Heute hat er eine wachsende Fangemeinde rund um den Erdball – seinen tribe, wie er seine Fans liebevoll nennt.

inspiration blogparade

Nahko Bear und die Macht der Vergebung

Seine gesamte Geschichte ist herzzerreißend traurig, und doch ist er wohl der positivste Mensch auf unserer Erde. Seine Mutter, die selbst noch ein Kind war, als sie ihn bekam (sie war 14 Jahre alt!), gehört zum indianischen Stamm der Apatschen. Ihre eigene Mutter wiederum zwang sie zur Prostitution – und das ist sehr komprimiert die Entstehungsgeschichte von Nahko Bear. Seine Wurzeln sind ensprechend „indianisch“-puertoricanisch-philippinisch.

Seine Mutter musste ihn einige Monate später zur Adoption freigeben, obwohl sie ihn liebte und gern selbst aufziehen wollte. Nahko wuchs in einem weißen, amerikanischen Elternhaus auf. In seinen Songtexten geht er sehr offen mit seiner Geschichte um. In einem Text einer meiner liebsten Songs „Build a Bridges“ erzählt er:

I said, life was pretty crazy, I was nine months old
Yeah, mama gave me up – fourteen years old
Said, I don’t give a shit, grandmother, she was so bold
Son of that rapist, mama’s body got sold
Not to say poppa didn’t have a good soul
‚Cause he did give me the anger, I was born so cold
Raised white-Christian in a white neighborhood
There was no bridges for me and my indigenous blood
Said I’m confused, identity crisis
Indigenous mastery is so timeless
Now I’m building bridges so that it will all make sense

(aus „Build a Bridge“, Album: HOKA*)

Als junger Erwachsener riss er aus. Durch das Leben begleitete ihn fortan seine Musik. Dies ist sehr sehr komprimiert wiedergegeben. Für alle, die nun mehr über ihn erfahren wollen, habe ich unten ein paar Links gesammelt, die sehr gut und detailreich Nahko Bears Geschichte erzählen. Um es kurz zu machen: Er traf seine Vorfahren und er „fand sich selbst“. Aber viel wichtiger: Er vergab allen.

Es steckt so viel in diesen Worten: Er vegab allen.

Er hat seiner Oma vergeben, dass sie seine Mutter gegen Sex verkauft hat. Er vergab seiner Mutter. Seinem biologischen Vater. Er vergab auch dem Mann, der später seinen Vater erschoss. In dem Song „San Quentin“ (HOKA*, das Video habe ich ebenfalls unten verlinkt) beschreibt er, wie er den Mörder seines Vaters im Gefängnis traf. Der Mann wurde später begnadigt und kam nach seiner Haftstrafe wieder frei.

Seine Mutter – den Link findet ihn unten – hat eine nicht weniger interessante Geschichte erlebt: Sie fand tatsächlich irgendwann den „Richtigen“ und bekam eine neue, echte Chance im Leben, die sie vorher nie hatte. Heute arbeitet sie als Sozialarbeiterin und hilft Prostituierten.

Wenn man diese Geschichte zumindest so rudimentär kennt, kann man sich vielleicht vorstellen, dass hinter dem Musiker Nahko Bear nicht irgendein Robbie Williams steckt. Nahko Bear hat tatsächlich eine Mission, und die lautet: Liebe und Vergebung.

Und wer von euch auch sein kleines Päckchen mit sich herumträgt – diese Mischung aus Schuld, Scham, Angst und Trauer, die uns alle mehr oder weniger im Leben fertigmacht, dem kann ich nur empfehlen sich mit dem Oeuvre dieses Ausnahmekünstlers zu beschäftigen. Wenn ich in meiner Wanne liege, lasse ich mich von seiner Musik umarmen. Beim Nähen setzt bei die Sofortentspannung ein, wenn der CD-Player die ersten Takte anspielt.

 

inspiration the crafting cafe blogparade

Peace, love, energy ~ great spirit

In seinen Songtexten und in vielen Interviews geht Nahko Bear offen und ehrlich mit seiner Geschichte um. Er beschreibt seine eigene Krise, seine Konflikte. Und er besingt immer wieder die Kraft der Liebe und Vergebung. Viele seiner Texte sind spirituell, oder bedienen sich spirituellen Elementen. Immer wieder wird von dem „inner guide“, also dem inneren Führer, gesprochen. Von „shape shifter“ (Formwandler) und auch Krafttieren ist die Rede – kein Wunder also, dass in dem besagten Video die wilden Tiere so gut reinpassen! Die indianische Kultur ist sehr präsent. Er sagt selbst, dass er dort sein geistiges Zuhause gefunden hat. Dabei sieht er in der durchdringenden Weisheit das Verbindende der Religionen, nicht das Trennende – was mir heutzutage angesichts der Lage der Welt mehr als wichtig erscheint.

Die Textzeile „Aloha Ke Akua“ stammt aus dem Hawaiianischen, und sie bedeutet soviel wie „Atem Gottes“ oder „Lebenshauch“. Nahko geht es immer wieder um die ganzheitliche Schöpfung, unabhängig von festgeschriebenen Göttern. In seinem Song „Great Spirit“ betet er, und er räumt ein „I should talk to you more often“ (ich sollte öfter mit dir reden). An vielen Stellen seiner Songs kommen Zweifel, und dann wieder Hoffnung – am Ende bleibt er in seinem Glauben an das Gute immer positiv. Und ich kann nur von mir sprechen: Es ist ansteckend!

Time based prophecies that kept me from living
in the moment I am struggling
to trust the divinity of all the guides
and what the hell they have planned for us.
I cry for the creatures who get left behind
but everything will change in a blink of an eye
and if you wish to survive
you will find the guide inside.
(aus Aloha Ke Akua, Nahko Bear)

Er kritisiert vielfach den Umgang des Menschen mit der Natur, und er setzt sich mit Rassismus und der Gier des weißen Mannes auseinander. Dem entgegen stellt er sein „Konzept“ von Liebe, Vergebung, Spirit. Neben seiner Musik ist er sehr engagiert in verschiedenen Umweltschutzorganisationen, und auch politisch hat er sich sowohl für Bernie Sanders eingesetzt, als auch für die Indianer am Standing Rock (für die, die das mitbekommen haben.)

 

Blogparade Wer inspiriert Dich?

 

Inspiration und Vorbild

Ich fühle mich seinem gesamten Werk inzwischen sehr verbunden. Mit „Aloha Ke Akua“ hat es begonnen, aber ich liebe auch viele weitere Songs von ihm – meine liebsten Zitate habe ich für diesen Beitrag als Grafiken verewigt.

Seine Musik wirkt sofort beruhigend auf mich – ich fühle mich bei ihm einfach wohl! 🙂 Seit ich mich intensiv mit seiner Geschichte und seiner Musik auseinandergesetzt habe, hat sich viel in meinem Leben verändert. Ja, das hatte auch mit den Geburten zu tun, denn die fielen zufällig (wenn es Zufälle gibt) in diese Zeit. Man lernt nie wieder so viel und so schnell über sich selbst wie in der Zeit als Eltern, das ist einfach so. Nahko Bear hat mich mit seiner Musik zusätzlich „geerdet“. Ich bin in vielen Dingen gelassener geworden, und ich habe von ihm wohl eins der schwersten Dinge gelernt: Mich selbst zu lieben, indem ich mir (und anderen) vergebe. Dieses „Päckchen“, das ich eben erwähnte, das trage ich auch mit mir herum. Aber es ist längst nicht mehr so schwer wie früher. Und seine Sichtweise auf die Welt hat sehr dazu begeitragen!

Nun habe ich natürlich noch das Video für euch, nebst einigen Links zum Weiterlesen! Und vielleicht erreicht sein Zauber ja auch euch? Schreibt mir in den Kommentaren und macht auch bei der Blogparade mit! 🙂 Ich freue mich schon zu sehen, wer euch so inspiriert!

 

Alben, die ich habe und empfehle


HOKA*

Dark as Night*

My Name is Bear* – ist ganz frisch erschienen und mein Geschenk an mich :).

 

Songs/Videos auf Youtube

Ich habe euch aufgrund der Fülle einfacherhalber eine Playlist auf Youtube zusammengestellt – auch die Alben „Dark as Night“ und „On The Verge“ sind dabei.

Ein weiterer Favorit – mein aktueller Lieblingssong, bei dem mir spätestens bei der Zeile

the day you were born
you came out perfect, no reason to be torn
in silence

die Tränen kommen, ist „Love letters to God“ von HOKA. Den picke ich euch mal raus und verlinke den ebenfalls direkt – in der Akustik-Version:

 

 

Links

Nahko – offizielle Seite

„When love wins“ – die Geschichte von Nahko Bears Mutter (englisch)

It is Written, La Yoga Magazine – über Nahko’s politisches Engagement

Stand with Standing Rock – Infoseite

 

Bilder

Die Bilder für diesen Beitrag sind aus meinem Urlaubs-Archiv. Sie sind 2009 auf unserer Great Ocean Road-Tour in Australien entstanden.

 

*affiliate link: Bei Kauf über den mit * gekennzeichneten Link erhalte ich eine Provision, ohne dass Dir Mehrkosten entstehen. Meine Empfehlungen wähle ich sehr sorgfältig aus und stecke sehr viel Zeit und Arbeit in jeden meiner Beiträge. Über Provisionen und Werbung finanziere ich die laufenden Kosten dieses Blogs und kann auch zukünftig hochwertige Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen. Vielen Dank!

Weihnachten nicht mögen

Keine Liebesgeschichte, oder: Wie man Weihnachten nicht mögen kann

Vielleicht bin ich die einzige Mama in diesem Land, die Weihnachten mit gemischten Gefühlen begegnet. Und wahrscheinlich ist es der kreativbloggerische Selbstmord, aber ich gestehe: Ich mag Weihnachten nicht. Ich nehme gern die zwei freien Tage. Aber bitte ohne Weihnachten!! Wie kann man Weihnachten nicht mögen, werden einige entsetzt fragen? Habe ich Probleme mit Emotionen? Mit Menschen? Habe ich einen lieben Menschen um Weihnachten herum verloren? – Nein. Nein und nein, hab ich alles nicht. Will ich euch jetzt Weihnachten verderben? Oder meinen Kindern? (Oh Gott, die Armen!) Nein, auch nicht. Aber ich muss auch einfach mal was loswerden. Über mein Plätzchen-Trauma und mein Scheitern als Perfect Mom. Denn in der Königsdisziplin aller Mütter (Weihnachtsvorbereitungen) scheitere ich. Alle Jahre wieder. Mit voller Absicht.

Have Fun ;).

Weihnachten nicht mögen? Warum nur?

Tja, ich könnte so viele Dinge nennen und eine so lange Moralpredigt über Massenkonsum und Wegwerfgesellschaft schreiben und darüber, dass ich Weihnachten schon immer als Heuchelei empfunden habe – begonnen mit der Lüge, dass Christkind oder Weihnachtsmann die Geschenke bringen. Aber das ist eigentlich nur das, was noch obendrauf kommt.

Ich bin schlicht und ergreifend ein durch und durch praktisch veranlagter Mensch. Und die meiste Zeit will ich einfach, dass es irgendwie läuft und ich meine Ruhe habe. In Ruhe vor mich hin werkeln. Weihnachten stört mich dabei. Dieses Märchen, dass man ja endlich soviel Zeit hat, weil da zwei Feiertage sind, ist eine Lüge. Ich habe im ganzen Jahr nicht soviel Stress wie an diesen drei Tagen! (Oder der ganzen Weihnachtswoche: Wir sind nämlich wirklich schon komplett verplant!)

Auf Twitter schrieb neulich jemand etwas, das ich gern unterschreibe:

Der Dezember hat mehr Weihnachtsfeiern als Tage.

Und auch wenn sich das bei uns in Grenzen hält, kommen doch plötzlich alle auch entferntesten Bekannten und Verwandten auf den Trichter sie müssten uns jetzt im Dezember unbedingt nochmal sehen. Unbedingt jetzt, weil Weihnachten ist!!

Aber mal ganz ehrlich: Wir sind auch sonst zuhause. Den ganzen Sommer lang haben wir Sonne im Garten und den Grill bereit stehen. Warum kommen also alle ausgerechnet jetzt auf die Idee, dass wir uns unbedingt mal wieder sehen müssen? Wo es draußen kalt und ungemütlich ist und ich lieber mit nem guten Buch in der Wanne liege, und das am liebsten jeden Abend? Dieser ganze Wir-müssen-uns-unbedingt-noch-sehen-Weihnachtszwang steht im krassen Kontrast zu meinem Biorhythmus, Leute.

 

Vorgartenbeleuchtungswahnsinn: Sind wir hier auf der Reeperbahn oder wat?

Ich bin wahrscheinlich so ein Sommer-Mensch: Ich brauche gutes Wetter um gute Laune zu haben und um gesellig zu sein. Dieses hyggelige-kuschelige-Weihnachtsgen hab ich nicht. Sorry! Ich kann weder dem wachsenden Vorgartenbeleuchtungswahnsinn etwas abgewinnen („Ist das schon Puff oder noch Weihnachtsdeko?“), noch dem steigenden Trend des Innenraumschmucks. Auch hier gebe ich ganz einfach zu: Es ist mir zu anstrengend und zu stressig: Erstmal die ganze Deko im Keller suchen!! Boah, da ist der Mittagsschlaf des Kleinen um, bevor ich da alles gefunden habe. Dann alles aufhängen im ganzen Haus und dann den ganzen Advent die Kinder davon abhalten alles anzufassen, überall dran zu ziehen und Kerzen anzuzünden!!! ===:o

Horror!!

Bei mir gibts entsprechend keine Deko. Ich hab mal dekoriert, als ich noch eine Ein-Kind-Mama war. Die letzte Deko hab ich dann im August des darauffolgenden Jahres gefunden und sie dann gleich fürs nächste Weihnachten hängen lassen. Mittlerweile war ich Zwei-Kind-Mama und ahnte bereits, dass Weihnachten nicht so toll ist, wie alle immer behaupten.

Ja, meine Kinder finden das ein bisschen schade. Die mögen Weihnachten natürlich. Insofern gibts dann kurz vorher vielleicht ein kleines bisschen Deko – aber nur unter strengen Auflagen. („FINGER WEG!“) Da halte ich auch nix von Kuschel-Parenting. Ich mach hier ganz klare Ansagen, damit das läuft und die Kinder nicht die Bude abfackeln. Und Schokoteller stelle ich auch nicht auf! Meine Großen können sich zurückhalten, K3 aber dafür gar nicht. Also gibts Schoki nur unter Aufsicht. Ist auch besser für meine Wände.

Wir haben keinen Baum. Aus ethischen Gründen. Mein Mann sammelt kurz vor Weihnachten ein paar Tannenzweige, und die dürfen die Kinder mit ihrem selbstgebastelten Zeugs behängen. Lichterkette gibts auch. Das muss dann reichen. Meine Mutter baut entschädigend mittlerweile einen Zweitbaum auf der Terrasse auf, und da wir Heiligabend da sind, bekommen die Kinder dann auch ihre Extraportion Weihnachten. Halleluja!

 

Plätzchen backen? Jo, viel Spaß!

Dann dieses Plätzchen-Drama im Advent! Ich bin ja auch blöd – jedes Jahr stelle ich mir vor, dass die Kinder ja jetzt schon etwas weiter sind und das bestimmt total toll und besinnlich wird, wenn ich sie auf kiloweise Teig, Schokolade und Streusel loslasse! Hahahahaha! Jedes Jahr haben die Kinder nach dem zweiten Blech keinen Bock mehr. Kind 3 schaufelt sich den Teig roh rein, und ich versuche die Schoko-Streusel-Katastrophe aus den Stuhlkissen zu rubbeln, während die beiden Großen sich um das Nudelholz streiten. Das kommt dann auch schnell zu Handgreiflichkeiten, wenn ich nicht schnell genug bin.

Am Ende hab ich keine Chance und parke die ganze Bande vor einem Film und backe ganz besinnlich und für mich die letzten 15 Bleche Plätzchen selbst. Und mache dann den Abwasch. Allein! Oh du fröhliche!

Übrigens – ja, ich habe den Kindern dieses Jahr Keksstempel gekauft – jedes bekommt einen im Adventskalender! Sie sind ja auch schon viel weiter als letztes Jahr… (hört ihr auch gerade die Musik vom weißen Hai?? Oder von Michael Myers? di-di-di-di-di… ok, die Melodie müsst ihr euch jetzt denken…)

 

Die Feiertage: Das Jacke-an-und-auszieh-Fest. Mit special Zutat: Geplärre und Geschrei.

Und dann die Feiertage: Dreimal pro Tag Kinder vollständig an- und ausziehen, aus ihrem Spiel mit den neuen Sachen reißen (ja, da sind sie glücklich!), irgendwohin fahren, zwei Stunden versuchen am Kaffeetisch Gespräche ans Laufen zu kriegen, während man gleichzeitig aufpassen muss, dass kein Kind den Weihnachtsbaum umreißt (ich weiß, warum ich keinen habe!), sich mit Geschwistern oder Cousinen in die Wolle kriegt und auch sonst keine Tischkatastrophen passieren. Nebenbei bauen wir noch die neue Lego-Ritterburg oder den Todesstern zusammen („Was hat der Kleine denn da im Mund?“), und begleiten Toilettengänge.

Muss ich extra erwähnen, welchen Kämpfen und Schreiattacken wir jedes einzelne Mal ausgeliefert sind? Dabei sage ich schon die meisten Termine gar nicht zu! Es sind trotzdem zuviele Termine und zuviele Leute.

Letztes Jahr wurden wir erstmals von Magen-Darm verschont. Die kam erst mit Freunden zu Silvester und ging erst mit den Heiligen drei Königen.

Weihnachten? Im Ernst? Jubelzeit?

Überall der wabernde Heizungs- und tote-Enten-Gestank. Ich bin Vegetarierin, und mir wird da schlecht. Ehrlich. Da brauchts nicht mal die Magen-Darm-Grippe. Vielleicht bin ich traumatisiert, weil ich in den letzten sieben Jahren drei schwangere Weihnachten und vier Weihnachten mit Baby hatte. Ich hätte jetzt echt gern mal ein Weihnachten ohne Weihnachten. Echt.

 

Lichtpunkte. (Ok, es ist nicht alles schlecht an Weihnachten)

Versteht mich nicht falsch: Es gibt Highlights. Und manchmal werde ich mit unerwartet guten Gesprächen überrascht. Oder unerwartet gutem Wein. Gutem Essen. Es gab auch immer schöne Momente und Abende rund um Weihnachten, z.B. das rituelle Kino-Event mit Herr der Ringe, Hobbit oder Star Wars (die einzigen Filme, die ich im Kino gesehen habe, seit ich Kinder habe. Ich als Cineast!). Wir sind in den letzten Jahren auch mit den beiden Großen im Theater gewesen, das war jeweils sehr sehr schön. Und ja, ich mag auch diesen kurzen Glitzermoment in ihren Augen, wenn sich ein sehnlicher Spielzeugwunsch erfüllt.

Leider verwandeln sie sich wieder in kleine Weihnachtsmonster, sobald die Szene wechselt und sie einen Weihnachtsbaum sehen: „Wo sind die Geschenke?“ Und das besagte Herzensgeschenk liegt zwei Wochen später häufig achtlos in der Ecke und ich muss Kleinteile aus dem Staubsaugerbeutel fischen.

Hm.

Ich habe echt gemischte Gefühle für Weihnachten.

Mit dem beginnenden Advent werde ich mir nun eine Survival-Strategie erarbeiten.

Weihnachten nicht mögen

Alles Gute!

Eure Sonja

(Anzeige) A Surfer Story ~ mit dem 3D Puzzle Volkswagen T1*

Ich durfte eine kleine Zeitmaschine zusammenbauen. Kultstatus genießt er schon lange – jetzt gibt es ihn auch im Miniformat für Zuhause: Die Rede ist vom Volkswagen T1 – auchbekannt als „Bulli“. Von Ravensburger gibt es ihn nun als 3D Puzzle Zeitmaschine. Denn beim Zusammensetzen des 3D Puzzle Volkswagen T1 wurden bei einige Erinnerungen lebendig: Nicht nur an unseren schönsten und bisher längsten Urlaub, sondern auch den größten Traum, den wir uns bislang erfüllt haben: Ein Surf-Road Trip mit dem Bulli durch halb Europa – einmal Surfen und zurück. Mit zwei kleinen Kindern! Heute erzähle ich euch meine Surfer Story, während ich dieses 3D Puzzle zusammensetze.

 

A Surfer Story: Australien und Marokko – wie alles begann

Wir haben 2013 unsere zweite Elternzeit genutzt um uns den Traum vom Surfen zu erfüllen. Hier habe ich schon einmal ganz kurz davon erzählt. Aber unsere Surfer Story begann eigentlich viel viel früher, nämlich als Stefan und ich uns kennenlernten: Ich hatte damals einen dreiwöchigen (viel zu kurz!) Backpackertrip nach Australien gebucht. Und Stefan hat, nachdem wir uns sehr schnell verliebt hatten, kurzerhand auch einen Flug gebucht. Und so sind wir gleich zu Anfang unserer Beziehung einmal um die Welt geflogen – er über Amerika, ich über Asien: wir haben damit sogar die Welt einmal umarmt.

 In Australien haben wir in kurzer Zeit viel gesehen – allein über unseren Australien-Trip könnte ich noch ganz viel erzählen! Aber es geht heute um unsere „Surfer Story“: Auf einer Tour nach Kangaroo Island haben wir unsere erste Surfstunde genommen, und seitdem war es um uns geschehen. Ich weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann, der noch nie auf einem Surfbrett gestanden hat (?). Alles, was du je über die Magie des Wellenreitens gehört oder gelesen hast ist wahr! Es gibt kein großartigeres Gefühl auf dieser Erde, nicht einmal auf einem Pferderücken zu sitzen.

Damals, auf Kangaroo Island, wuchs in uns beiden die Sehnsucht nach Wellen und Surfen (auch wenn aus uns wohl niemals mehr Supersurfer werden, aber darum gehts beim Surfen ja auch gar nicht.)

Wir planten unseren nächsten Urlaub nach Taghazout, Marokko – dieses Mal eine ganze Woche lang Surf Camp! Taghazout galt als Geheimtipp für Surfer, ebenso das nahe gelegene Essaouira.Leider hatten wir damals (es war Februar) richtig Pech mit dem Wetter – der Urlaub war total verregnet. Vor der Küste hatte es einen Orkan gegeben, der die die Strömungen über Wochen durcheinander gebracht hat. Wir haben nicht einmal auf dem Surfbrett gestanden, obwohl wir es jeden Tag tapfer versucht haben. Ich war völlig entmutigt und niedergeschlagen, als wir nach Hause flogen.

(Das einzig Schöne am Ende dieses Urlaubs: Finja! Wir hatten zuvor erfolglos versucht schwanger zu werden – der verunglückte Surftrip hatte es nun möglich gemacht.)

A Surfer Story: Unser Trip mit dem Bulli durch Europa

2013 – drei Jahre und zwei Kinder später – wagten wir einen erneuten Versuch und starteten unseren sechswöchigen Road Trip durch Europa!Warum das 3D Puzzle des Volkswagen T1 so eine Zeitmachine für uns ist: Wir hatten schon lange von einem eigenen Bulli geträumt (ich glaub, mit diesem Traum sind wir nicht allein?), und lang haben wir gesucht, bis wir unseren Volkswagen T4 – wir nennen ihn „Wilbur“, nach den Traveling Wilburys 😉 – gefunden haben. Wir fahren ihn übrigens immer noch!

Wir starteten in Hamburg, fuhren quer durch Frankreich entlang des Mittelmeers, durch Spanien bis nach Portugal, wo wir zwei Wochen lang in einem fantastischen Surfcamp verbringen durften, und das mit unseren beiden kleinen Kindern!

Insgesamt waren wir sechs Wochen lang unterwegs – von Campingplatz zu Campingplatz. Das Bild oben ist aus Spanien, und ihr bekommt einen Eindruck davon, wie wir da so gezeltet haben. Das große Vorzelt war fest am Bulli installiert. Die ganzen deutschen und holländischen Rentner, die um uns herum campten, wurden alle ganz nostalgisch: Sie seien ja früher auch alle mit VW Bulli durch die Weltgeschichte gefahren.

In Portugal waren wir dann zwei Wochen in Aljezur und hatten dort das Glück, dass wir in einer Bucht surfen lernen konnten, wo die Wellen sehr anfängertauglich und ganz regelmäßig reinkommen, das sieht man auf dem Bild glaube ich sehr gut! Ich muss gestehen, dass ich nach der Marokko-Erfahrung eigentlich so demotiviert war, dass ich keinen Bock hatte es überhaupt zu versuchen.

Außerdem hatte ich echt Angst vor dem Wasser, auch wenn es nicht sehr tief war, und überhaupt war ich vor dem Urlaub sehr gestresst gewesen, sodass ich eigentlich gar nicht surfen wollte.

Aber zum Surfen gehören solche Momente des Zweifels und Nicht-Wollens auch dazu – und das ist nur eine der vielen Wahr- und Weisheiten, die man vom Surfen lernen kann. Rückblickend muss ich sagen, dass diese zwei Wochen Surfcamp sogar Einfluss auf meine ganze Lebenseinstellung hatten.

 

Nach der ersten Surfstunde (in der ich schon gestanden habe, yeah me!!) war ich wieder „angefixt“ und plötzlich süchtig nach Surfen! Die Angst blieb trotzdem noch sehr präsent, aber viele kleine und große Dinge des Lebens wurden mir in dieser Zeit bewusst. Oder besser: Vieles, das mir erst viel später klar wurde – über das Leben allgemein und über mein Leben im Besonderen – begann dort, in Aljezur, auf einem Surfbrett.

 

The worst day on the beach ist still better than the best day at work

Surfen ist (für mich, auch wenn ich seitdem nicht mehr die Gelegenheit hatte) mehr als auf dem Brett stehen. Ich glaube, das wird jeder bestätigen, der schon einmal gesurft ist: Es steckt die Magie der Freiheit darin.Es ist auch völlig egal, ob man Anfänger ist oder Profi. Ich habe einen Surfer kennengelernt, der sinngemäß sagte: „Für einen Anfänger kann heute der beste Tag seines Lebens sein, und für mich ist heute vielleicht nicht so gelaufen. Es ist dieselbe Welle, und doch nimmt jeder sie anders wahr.“

Daher kommt auch der Spruch „Der schlimmste Tag am Strand ist immer noch besser als der beste Tag im Büro.“

Surfen ist mehr als Sport – es steckt eine Menge Lebensweisheit darin. Ich habe von meinem Surflehrer und vom Surfen viel über das Leben gelernt, und auch – darüber erzähle ich euch ein anderes Mal – über das Kinderkriegen.

Das Ravensburger 3D Puzzle Volkswagen T1

Als ich jetzt die Gelegenheit hatte das 3D Puzzle Volkswagen T1 von Ravensburger zu puzzeln, habe ich natürlich nicht gezögert! Sofort war die Erinnerung an unseren Surf-Trip da, und mit ihr das Fernweh – der Wunsch nach Wasser, Sonne, Sand und dem unbeschreiblichen Gefühl von Wasser getragen zu werden.

Das 3D Puzzle Volkswagen T1 – das sich übrigens entgegen meiner ersten Befürchtung problemlos und sehr fix zusammenbauen ließ – bekommt natürlich einen Ehrenplatz bei uns.

Der kleine Bulli wird uns immer an unseren großen Trip erinnern und uns ermahnen fit zu bleiben. Irgendwann wollen wir noch einmal einen Surftrip starten können. Denn die Sehnsucht nach den Wellen ist geblieben. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es noch einmal klappen wird.

Eins fehlt noch: Ihr wollt mich jetzt surfen sehen. Da:

Damit wünsche ich euch jetzt noch eine schöne Woche!
Lieber Gruß,
Sonja

*Sponsored Post

 

 

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Mama – Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Als ich die Blogparade von „Heute ist Musik“ sah, musste ich einfach mitmachen: Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich konnte den folgenden Text so runterschreiben ohne viel nachzudenken. Es ist eins der Themen, die mein Muttersein sehr geprägt haben und nicht zuletzt Grund für die Existenz dieses Blogs. Ich erzähle euch heute ~ zum Muttertag ~ meine Geschichte von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Vor den Kindern…

Dass ich Kinder wollte, war mir schon immer klar. Auch, dass ich mehrere wollte. Dass ich dazu auch arbeiten gehen wollte und ganz selbstverständlich davon ausgegangen bin, dass ich das alles schaffe, das war mir auch vollkommen klar. Als ich noch Studentin war!

Ich hab gedacht, ich arbeite dann so bis mittags im Büro, fahre entspannt nach Hause, koche schonmal was vor, hole mein Kind ab, verbringe einen schönen Nachmittag mit diesem Kind und singe es dann abends um sechs nach einer Gutenachtgeschichte in den Schlaf.

Hab ich gedacht. Das ist schon sehr lange her.Dass ich jemals in die berühmte Falle von der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ tappen würde – damit hab ich nicht gerechnet.

Arbeiten und Kinder

Ich war arbeitslos, als ich mit Finja schwanger wurde, und ich war es immer noch, als ich 16 Monate nach Finja unseren Sohn Jesper zur Welt brachte. Zuvor (also vor den Kindern) hatte ich nach einem Burnout meinen bisherigen Arbeitgeber verlassen.

Arbeitslos zwei Kinder in die Welt zu setzen hatte ich mir nie vorgestellt! Und mein Ziel war damals, dass ich das so schnell wie möglich ändere: Ich wollte wieder arbeiten! Nicht mehr nur von Stefans Geld abhängig sein, meinen Kindern auch ein gutes Vorbild sein, nicht die „Mama am Herd“ usw.

Die Zeit damals war sehr hart, nicht nur, weil ich mich als Arbeitslose sowieso irgendwie mies fühlte, sondern, weil ich zudem viel mit den Kindern alleine war. In diesem Artikel hab ich darüber schonmal geschrieben.

Kinderbetreuung

Wenn man als Mama arbeiten gehen will muss (das klassische Familienmodell vorausgesetzt), muss zunächst die Kinderbetreuung stehen, und darum hab ich mich damals zuerst gekümmert.

Als wir eine Tagesmutter hatten, begann ich mich zu bewerben und aktiv nach Stellen umzusehen. Da unsere Tagesmutter aber nur vier Tage  die Woche arbeitete und auch nur von 8-12h, konnte ich meine Suche recht bald abhaken.

Erst als die beiden ihre Kitaplätze hatten (Finja im Kindergarten, Jesper in der Krippe), nahm meine Jobsuche Fahrt auf. Ich bekam auch Unterstützung vom Arbeitsamt und hab noch einen BWL-Kurs besucht. Langsam erhöhte sich auch der Druck, denn Stefans Gehalt reichte so eben für unsere nötigsten Kosten – wir lebten damals im Süden Hamburgs.

Die Kitaplätze (Vollzeit, inkl. Essen) kosteten uns monatlich 700€, dazu kamen Miete, Nebenkosten und die üblichen Lebenshaltungskosten. Monatlich waren da locker 2.300€ weg. Autsch!

Job & Kinder?

Um es kurz zu machen: Ich fand einen Bürojob. Nichts aufregendes, keine sonderliche Verantwortung, einfach 9-17h Büro: Papier, Telefon, Emails, etwas über 1000€ netto.

Ich war froh, den Job zu haben, ehrlich! Vollzeit!

Wir haben uns so organisiert: Einer bringt morgens die Kinder weg, der andere holt ab (meist war ich das, damit Stefan Überstunden machen konnte).

Die unter euch, die rechnen können und die auch Kinder haben, sehen natürlich schon jetzt, dass das auf die Katastrophe zulaufen musste, in der es endete.
Unter dem berühmten Strich verdiente ich 6€ am Tag – dies nur mal so am Rande!

Unser Alltag sah dann so aus:

Wir weckten die Kinder (2 und 3 Jahre alt) früh, sie kriegten Kakao und machten jeden Morgen Theater. Ich fuhr ganz früh zur Arbeit, damit ich pünktlich um 16:00h Schluss machen konnte. (Der Wunsch früh nach Hause zu fahren, war übrigens nicht gern gesehen.Mein Arbeitgeber führte sein Unternehmen auf ziemlich altmodische Art und Weise, und die Atmosphäre im Büro war schlecht. Ziemlich schlecht. Die Chefs waren alle miteinander verwandt und konnten sich untereinander nicht leiden. Und ansonsten waren die einfach nur … weiß ich auch nicht. Despotisch. Unfair. Selbstverliebte Psychopathen.

Die Krippe und der Kindergarten lagen an zwei Standorten. Nach einer halben Stunde Fahrt von der Arbeit hatte ich wiederum eine halbe Stunde Zeit beide Stätten anzufahren und meine Kinder abzuholen, die von 8:30 bis knapp 17h in der Einrichtung verbracht hatten und entsprechend gelaunt waren.

Auf dem Weg schnell einkaufen? Pustekuchen! Das klappte nur, wenn ich vorher auf meine halbe Stunde Mittagspause verzichtete und nur nach Absprache. Nix mit Vertrauen oder so. Wegen jedem kleinen Pups musste man da vorsprechen! Wie gesagt: die Atmosphäre war das Grauen, und alle Kollegen litten darunter.

Ich kam abends entnervt zuhause an, wo nichts mehr lief: Unseren Haushalt und Garten machten wir am Wochenende, einkaufen auch. Statt uns also erholen zu können, hatten wir am Wochenende volles Programm, und unsere beiden Kinder drehten am Rad. Dazu eine leere Familienkasse, denn so richtig gelohnt hat sich das finanziell mit meinem Arbeiten nicht. Pizza bestellen? Bei den Preisen? Wir fuhren Monat für Monat ein Stückchen mehr ins Minus.

Dazu kam die echt schlechte Stimmung im Büro. Ich bin teils mit Angstgefühlen dahin gefahren.

Es dauerte keine zwei Monate, bis ich krank wurde. Bronchitis – und die blieb auch hartnäckig!

Mein Arzt stellte bei mir einen schweren Eisenmangel fest und verordnete mir Infusionen!

Ich muss dazu sagen: In Stressphasen neige ich dazu eher nichts zu essen, und genau das war meiner Gesundheit zum Verhängnis geworden.

Ich konnte netterweise meine Stunden auf 32 Stunden pro Woche reduzieren, das war wirklich nett.

Fortan brachte ich die Kinder weg UND holte sie ab, ich hatte also morgens eine halbe Stunde Zeit um beide wegzubringen und nachmittags eine halbe Stunde um sie abzuholen.Da Stefan das stärkere Gehalt hatte, haben wir das so entschieden, dass er in seinem Job den Rücken frei hat. Auch wenn die Kinder krank waren, blieb ich meist zuhause. Das war mir auch ganz lieb, denn ich war nicht gern im Büro. Stefan dagegen hat so einen #arschcoolearbeitgeber – mit viel Verständnis, Vertrauensarbeitszeit, guter Bezahlung, Home Office usw.

Wegbringen und abholen – das ging gerade so mit der Zeit. Mir ging es etwas besser damit weniger zu arbeiten, aber mein geheimer Plan – nach einem Jahr Arbeiten schwanger werden – wurde vorverlegt: Nach Ende der Probezeit eröffnete ich meinem Chef wieder schwanger zu sein. Er hat mich nicht gefeuert. Ok, hätte er selbst dann nicht dürfen, wenn ich noch in der Probezeit gewesen wäre, weil ich grundsätzlich einen Festvertrag hatte. Von sowas können viele Mamas ja nur träumen; ich war mir ja auch bewusst, dass ich eigentlich voll Glück gehabt hatte.

Betreuung

Mit dem dritten Kind schwanger standen wir vor einem Problem: Drei Kinder in der Ganztagsbetreuung hätten uns 900€ gekostet (im Monat, kein Witz!). Zwar hätte Finja im letzten Jahr vor der Schule nichts mehr bezahlt, aber Jesper wäre dann von 75% auf 100% Anteil gerutscht. Und die Nachmittagsbetreuung in der Schule hätte uns auch 150€ plus Essen gekostet. Damit hätten wir 400€ + 350€ + 150€ gehabt (so in etwa). Und eigentlich hatten wir damals schon von VIER Kindern geträumt.

Wie soll man sich da FÜR Kinder entscheiden, wenn man sie nicht ernähren kann, trotz zwei Vollzeitgehältern?

Das weitere Problem sahen wir auch schon auf uns zukommen: Kindergarten und Krippe waren bis 17h auf, die Nachmittagsbetreuung der Schule ging aber nur bis 15:30h. Da fragt man sich doch auch, wie das gehen soll?

Und dafür zahlt man noch Unsummen! Übrigens war die Betreuung in dem Kindergarten allenfalls eine Verwahrung: Der Krankenstand der Mitarbeiter war derart hoch, dass ein Jahr krank fehlen keine Seltenheit war. Dauernd waren Aushilfen und Zeitarbeitskräfte da, die dann auch noch alle zwei Monate wechselten. Tja – wir sind ja bei „so isses“, nicht wahr?

Ursprünglich wollte ich ja nach der Babypause zurück zu meinem Arbeitsplatz, aber die Stimmung in dem Laden hat mich nicht gerade zurück gezogen. Ganz ehrlich: Da jeden Tag hinzumüssen war die Hölle. Der Druck gipfelte dann irgendwann in vorzeitigen Wehen und einem Arbeitsverbot. Danach wurde es besser. Ich habe dann später gekündigt.

Unsere Lösung

Ich mach es jetzt mal so kurz wie möglich: Wir sind in meine Heimatstadt Paderborn gezogen. Mein Cousin hatte sich zwar auch über horrende Kindergartenpreise aufgeregt – auf Nachfrage, wieviel er denn bezahle, kam dann „100€“ für Teilzeit. Und alle Geschwister kostenlos!!!

Ganz ehrlich, diese Geschwisterflatrate spart uns unglaublich viel Geld – ich werde auch nie was auf Paderborn kommen lassen!

Wir hatten durch diesen Umzug so wahnsinnig Glück: Meine Mutter war zu ihrem Lebensgefährten gezogen und wir konnten in ihr Haus, das wir inzwischen für einen absolut lächerlichen Preis mietkaufen (Danke, Mama!!).

Finja zahlt momentan im letzten Jahr vor der Schule auch nichts, aber der Unterschied ist: Die Geschwister auch nicht! Der Kindergarten kostet momentan nur das Essensgeld, das ist absolut leistbar. Das wird sogar taggenau abgerechnet, und wir kriegen immer was zurück, wenn die Kinder mal nicht im Kindergarten essen. Die Qualität der Betreuung ist 1a; die Vorbereitung auf die Schule ist top, das muss ich echt mal sagen.

Der „Preis“, den wir zahlen: Stefan pendelt! Er arbeitet von Montag bis Donnerstag in Hamburg. Er konnte dank seines „arschcoolen Arbeitgebers“ seine Stundenzahl auf 36 reduzieren und die auf vier Tage verteilen (Rest ist Home Office). Bisher konnte er recht günstig bei seiner Mutter wohnen, die auch in Hamburg lebt.

Ich bin also unter der Woche alleinerziehend mit mittlerweile vier Kindern. Ok, momentan genießt Stefan sechs Monate (!!!) Elternzeit – dank seines extrem familienfreundlichen Arbeitgebers. Dass das ein Einzelfall in diesem Land ist, wissen wir sehr zu schätzen – ein Grund mehr dafür, dass Stefan auch dort bleiben will. (Vielleicht bloggt Stefan hier mal als Gast zu dem Thema, wie er sein Papasein zwischen Job und Familie so erlebt – vorausgesetzt, ihr hättet daran Interesse?)

Welchen regulären Job würde ich aber nun bekommen??? Mit meinen Referenzen??? *lachmichtot*

Die Aussichten

Im Moment wage ich die Flucht nach vorn: Ich habe mein kleines Unter-näh-men gegründet und festgestellt, dass mir Bloggen und Nähanleitungen schreiben am besten liegt. Und dass man damit auch Geld verdienen kann.

Ich bin dankbar, dass ich es noch nicht muss, sondern Zeit habe ein paar Dinge auszuprobieren und meine Reichweite aufzubauen. Klar sollte das irgendwann auch Gewinne abwerfen, damit das Finanzamt mir mein Gewerbe nicht gleich wieder aberkennt, aber so schlecht steht mein Crafting Café im Moment gar nicht da, worüber ich mich sehr freue. (Von einem geregelten Einkommen kann noch lange nicht die Rede sein, aber ich bin glücklich und zufrieden und kenne den Weg, der vor mir liegt.)

Was
wäre meine Alternative? Die Armutsfalle 450€-Job am Wochenende an
irgendeiner Kasse sitzen. Dann hätte ich die
Kinder Mo-Do und Stefan von Fr-So. Super! Familienfreundliches Deutschland!

Unsere
Ehe könnten wir dann gleich begraben, und unsere Kinder (die sowieso
gerade alle in so ner Phase sind) würden uns nochmal zusätzlich ne
Quittung ausstellen.

Stefan belächelt mich manchmal mit meinem „Business“. Wenn ich mein Fairphone in der Hand halte, fragt er dann schonmal „Na, zählste wieder deine Follower?“

Aber ganz ehrlich: Ich freu mich über JEDEN einzelnen von euch, denn jeder Klick und jeder Like und jeder Kommentar ist eine Bestätigung, eine Ermutigung, ein Schulterklopfen. DANKE!!!

#muttertagswunsch

Heute ist ja auch Muttertag, und es ist kein Zufall, dass ich diesen Text heute bringe. Auf Twitter läuft unter dem hashtag #muttertagswunsch eine wunderbare Aktion, was Mütter sich wirklich wünschen statt Blumen und Pralinen. Ihr habt selbst schon festgestellt, dass ich auch kein Herzchen-Utensilo für den Muttertag entworfen habe, dabei müsste ich mich als Kreativbloggerin an Muttertag mit Ideen überschlagen!

Hier nun meine Muttertagswünsche:

  • bezahlbare Kinderbetreuung für alle, keine regionalen Unterschiede mehr
  • mehr und besser bezahlte Erzieherinnen und Erzieher
  • für jeden Elternteil 10 Tage Sonderurlaub pro Kind pro Jahr bis zum 16. Lebensjahr des Kindes um alle Ferien überbrücken zu können
  • Verlängerung der Erziehungszeiten für die Rente und eine volle Anerkennung für Erziehungs- und Pflegezeiten
  • eine Reform des Steuersystems (obwohl wir mit unserem Modell vom Ehegattensplitting profotieren)

.. und wenn wir schon bei wünsch-dir-was sind:

  • bedingungsloses Grundeinkommen
  • Abschaffung von Hartz IV
  • Abschaffung prekärer Jobs

Einen Linktipp hab ich noch zum Schluss für alle kinderreiche Familien (ab drei Kindern): Der Verband kinderreicher Familien e.V. setzt sich speziell für die besonderen Interessen kinderreicher Familien ein.

Ausblick

Wir sind leidenschaftlich gern Eltern. Im Moment fordern uns die Zwerge auch ganz stark, aber wir lieben sie und tun alles für sie. Wir wollen keinen missen. Wir wollten vier, und wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt um uns diesen Traum zu erfüllen. Aber wir werden noch viele Jahre den Spagat Paderborn-Hamburg haben – und das wird für uns alle hart werden.Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet für uns also in erster Linie eine Trennung: Familie in Paderborn, Arbeit in Hamburg!

Für mich wird die Zeit der Blog-Spielwiese irgendwann vorbei sein, und dann muss ich mir was einfallen lassen, wie es weitergeht, sollte ich hiermit nicht wenigstens ein kleines Einkommen generieren können.

 „Sorgen machen ist Missbrauch von Phantasie“

– deshalb grübele ich heute noch nicht darüber nach, sondern vertraue darauf, dass es irgendwie mit mir weitergeht. Bin ja kreativ.

Jetzt seid ihr dran! Her mit eurem Senf in den Kommentaren!

Bis bald, Sonja

 

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(Anzeige) Wellness für Mama mit der Sekunden-Sprühlotion von Kneipp*

Neulich schrieb ich über Zeitmanagement. Seit Vincent da ist, wurden die Karten nochmal neu gemischt. Im Moment ist es tatsächlich so: Zeit fehlt an allen Ecken und Enden, und ich knappse soviel Zeit wie möglich von anderen Dingen ab, z.B. von der Schönheitspflege, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Und das, obwohl wir erst im Dezember unser Badezimmer vollständig renoviert haben und ich es wirklich liebe dort zu duschen!

Zeit für Pflege

45 Minuten täglich verbringen die Deutschen mit der Körperpflege. Tja – ich nicht! Ich würde gern jeden Tag 45 Minuten mit Körperpflege verbringen – das ist für mich ja sowas wie „Wellness“, und das kommt in meinem Mamasein wirklich viel zu kurz.Ich dusche aus organisatorischen Gründen immer abends. Das habe ich mir irgendwann beim zweiten Kind so angewöhnt, weil ich sonst gar nicht mehr unter die Dusche gekommen wäre. Die Umstellung damals war auch nicht ganz einfach, aber es hat meinen Mama-Tag sehr entstresst.

 Inzwischen liebe ich es, weil ich abends den ganzen Tag
„abwaschen“ kann. Dann beginnt „meine“ Zeit!Trotzdem bin ich irgendwie immer in Eile – da ruft dann schon
die Nähmaschine (oder auch mal eins der Kinder), und ich habe keine Zeit ausgiebig unter der Dusche zu stehen, geschweige denn mich einzucremen!

Sekunden-Sprühlotion von Kneipp

Abhilfe verspricht da die neue Sekunden-Sprühlotion von Kneipp, die ich testen durfte und heute vorstelle. Ich greife sehr gern zu Kneipp-Produkten, weil ich von der Qualität und der Firmenphilosophie überzeugt bin. Das Gesundheitskonzept von Sebastian Kneipp (1821-1897) fußt auf den fünf Säulen Wasser, Pflanzen, Bewegung, Ernährung und Balance – ein eigentlich sehr moderner Ansatz, der sich auch in der Firmenphilosphie von Kneipp widerspiegelt.

Inhaltsstoffe und Nachhaltigkeit

Wie alle Produkte von Kneipp wird auch die neue Sekunden-Sprühlotion vegan hergestellt, d. h. sie kommt ohne Tierversuche aus, und sie enthält weder Mikroplastik noch Palmöl. Ich erwähne das deshalb, weil ich als Kundin mittlerweile sehr darauf achte was in Pflegeprodukten enthalten ist.
Ich kaufe auch gar nicht so viele Pflegeprodukte, aber ich achte darauf, dass die Inhaltsstoffe ohne Silikone und Parabene auskommen, möglichst natürlich sind und nachhaltig und vegan produziert. Dafür gebe ich auch gern etwas mehr Geld aus. Achtet ihr bei Kosmetik und Pflege auf die Inhaltsstoffe und nachhaltige Produktion?

Zeit für mich: Mein Date mit mir!

Ich habe die Sekunden-Sprühlotion „Zitronenverbene ~ Avocadobutter“ getestet und bin begeistert: Ein feiner Nebel wird auf die Haut gesprüht und dann sanft gecremt. Nach vier Schwangerschaften und heizungsbedingt trockener Haut ist das schon eine Wohltat. Die Lotion klebt nicht, zieht schnell ein und verleiht ein wunderbares, samtiges Hautgefühl – damit starte ich dann doch sehr entspannt und mit einem Hauch von Wellness und Luxus in „meinen“ Abend!

Das Beste an ihr ist aber ihr Duft! Ich schnuppere auch jetzt während des Schreibens immer wieder an mir – denn der Duft trifft genau meinen Geschmack: Frisch und herb zugleich mit einer ganz leicht fruchtigen Note – eine sehr gelungene Komposition (und ja, ich kann mich sehr für schöne Düfte begeistern).
Wer sich darüber vielleicht ein wenig wundert, dem sei gesagt: Ich habe früher jahrelang Seifen gesiedet und auch selbst beduftet. Ich habe viel mit ätherischen Ölen gearbeitet und eigene Düfte kreiert. Wenn die Kinder etwas größer sind, will ich das auch wieder machen.Wie ist das bei euch? Welche Düfte mögt ihr so?Bis bald,
Sonja

*Sponsored Post

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RUMS. Mit Yoga.

Ich war über ein Jahr nicht bei RUMS dabei. Ungefähr so lange hab ich tatsächlich keine Sachen mehr für mich zum Anziehen genäht. Für mich mit Kugel hat es sich irgendwie nicht gelohnt – Vincent war ja nun auch das letzte Kind, soviel steht immer noch fest. Umso mehr habe ich es genossen zum Ende der Schwangerschaft dieses bequeme Wohlfühl-Yoga-Set für mich zu nähen: Mein neues Yoga-Outfit! Und während ich meine neue Yoga-Hose und das schöne Top vorstelle, erzähl ich euch ein bisschen was über meine Yogageschichte und was das mit den ganzen Schwangerschaften zu tun hat…

Yoga und ich: Die Anfänge

Ich bin über das Kinderkriegen zum Yoga gekommen, genauer: Über einen geburtsvorbereitenden Yogakurs. Ich war damals zum ersten Mal schwanger, arbeitslos, frisch in meine Heimatstadt Paderborn zurückgezogen – und irgendwelche Probleme hatte ich damals irgendwie immer. So richtig „wirken“ konnte der Kurs noch nicht.

Nach der Geburt von Finja habe ich dann einen Yoga-Rückbildungskurs gemacht. Auch da hatte ich irgendwie andere Sorgen und hab das Yoga gar nicht als Yoga wahrgenommen. Aber als Schwangere oder überhaupt als Mama macht man heutzutage Yoga – ich also auch.

Ich hab Chai-Tee getrunken und „Yoga gemacht“, zur Rückbildung. Das war ne nette Gruppe und eine schöne Atmosphäre (übrigens auch damals schon alles hier im Geburtshaus Paderborn), aber so richtig als Yogi bezeichnet hätte ich mich damals nicht.

Yoga zum Zweiten

Während der zweiten Schwangerschaft sind wir in den Süden Hamburgs gezogen. Wegen Stefans Arbeit. Ich war bereits schwanger und hatte wieder alle möglichen Probleme: Zum ersten Mal Mama (Finja war damals gerade ein Jahr alt), zum zweiten Mal schwanger, gerade umgezogen, weiterhin arbeitslos und ohne irgendwen zu kennen. Stefan war die ganze Woche weg, und ich hing also da und musste mich in allem neu orientieren.

Die Rettung war ein Yoga-Schwangeren-Kurs. Der fand immer donnerstags von 20h bis 22h statt, und der wurde mein Anker und Lichtblick einer jeden Woche! Ich hatte selten Lust hinzufahren, aber wenn ich zurückkam, war ich „aufgeladen“, fühlte mich fit und vital.

Der Kurs wurde von zwei Hebammen geleitet; jede gab immer sieben Wochen Kurs im Wechsel. Beide habe ich bewundert: Beide waren vierfache Mütter, die eine war damals selbst mit ihrem fünften Kind schwanger; heute hat sie sogar sechs Kinder und hat ein Yoga-Familienzentrum in Buchholz in der Nordheide gegründet, den „Yoga Circus“. Ich habe außerdem HIER ein schönes Interview mit ihr gefunden.

Wer das große Glück hat schwanger zu sein und in ihrer Nähe zu wohnen, sollte sich vertrauensvoll an sie wenden – sie ist nicht nur eine fantastische Frau, Hebamme und Yogalehrerin, sondern auch diejenige, die mir auf meinem Weg vom Kaiserschnitt zur Traumgeburt maßgeblich geholfen hat (und sie weiß es nicht einmal). Darüber werde ich im Einzelnen noch schreiben (ich weiß, es warten schon einige darauf, aber dafür muss die Zeit reif sein, Mädels. Ich taste mich langsam heran!).

Nach Jespers Geburt ging es mit Rückbildungs-Yoga weiter. Ich hatte immer noch alle möglichen Probleme mit meinen zwei kleinen Kindern und unter der Woche alleinerziehend, weil Stefan von montags früh bis freitags spät weg war.

Etwa zwei Jahre später begann ich zu arbeiten und hatte wieder viele Probleme: Meine beiden Kinder morgends früh zur Kita karren war eine Katastrophe, die Stimmung im Büro auch. Nachmittags knatschige Kinder abholen, und am Ende des Monats hatte sich der Aufwand nicht einmal finanziell gelohnt. Meine Rettung war der erste reguläre Yogakurs, den ich bei Nina Mann belegt habe.

Yoga zum Dritten

Der erste schwangerschaftsunabhängige Yoga-Kurs hat mich endgültig von Yoga überzeugt: Es ist schon was anderes, ob man beim Yoga schwanger ist oder nicht. Erstmals konnte ich Yoga voll mitmachen und erleben, nicht „nur“ das bauchmuskelfreie Schwangerenyoga, das mir ja dennoch gut getan hatte. Nina ist übrigens eine fantastische Trainerin – in ihrem Kurs habe ich zum ersten Mal erlebt, was Yoga kann. Nach dem Kurs habe ich mich immer gefühlt wie frisch durchgeknetet. Und dabei voller Kraft, Energie und innerer Ruhe. Und: Bauchmuskeln!

Zu Beginn der dritten Schwangerschaft bin ich wieder zum Schwangeren-Yoga gegangen. Nach einem Kaiserschnitt und einer Saugglocken-Geburt hatte ich mir vorgenommen, mein drittes Kind im Geburtshaus Paderborn zur Welt zu bringen. Dass wir wieder zurück nach Paderborn wollten, kristallisierte sich zu dem Zeitpunkt heraus.

In diesem Kurs klärte Alexandra uns in einer Sitzung über Geburten (in Krankenhäusern) auf – und bestärkte mich darin, Marla im Geburtshaus zu kriegen, was dann ja auch so kam.

Yoga zum Vierten

Die Probleme waren weniger geworden. Ich war immer noch unter der Woche alleinerziehend (von Mo-Do), aber vieles hatte sich positiv entwickelt, und ich habe es tatsächlich auch zum vierten Kind geschafft einen Yoga-Kurs zu besuchen! Hier.

Wieder hat mich dieser Kurs auf meiner (spirituellen) Reise weiter gebracht. Vor allem habe ich durch die Yoga-Praxis mein Körper-Bewusstsein geschult, was mir während der vierten Geburt, die die dritte noch einmal getoppt hat, unheimlich geholfen hat. Keine Geburt habe ich so bewusst wahrgenommen wie diese. Sie war perfekt. Auch dank Yoga.

Wie ist das bei euch? Macht ihr Yoga?

Namasté!
Sonja

PS: Das Yoga-Outfit

Für den nächsten Yoga-Kurs habe ich mir eine MamaSun von aefflyns to go (Freebook) aus Lillestoff genäht und dazu die Yogahose von leni pepunkt*. 

Verlinkt mit RUMS, Freebook Friday, Weekend Wonderland.

 

*affiliate link: Wenn Du über diesen Link etwas bestellst, erhalte ich eine kleine Provision, vielen Dank.

 

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Bauchzwergen-Landung

Einige haben es über instagram schon mitbekommen: Der kleine Bauchzwerg ist gelandet! Er kam direkt am Valentinstag am 14.02.2017 bei einer vollkommen unkomplizierten Geburt im Geburtshaus Paderborn zur Welt und macht seitdem unser Leben noch ein kleines Stück perfekter!

Er heißt Vincent, bringt 3kg auf die Waage und wird sicher sehr bald noch mehr von sich sehen und erzählen lassen. Bisher ist er ein sehr verschlafener Zeitgenosse, und wir genießen vorerst die Ruhe.

Lieber Gruß,
Sonja

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Zeitmanagement für Mamas. Life Balance und Glücklichsein mit Kindern, Haushalt und Blog

Immer mal wieder bekomme ich Komplimente oder ernte Erstaunen. Das drückt sich dann meist ungefähr so aus: „Wie schaffst du das alles?“ – „Wie machst du das nur?“ Flankiert wird das meistens von Sätzen wie „Ich bin abends so platt, ich kann dann nur noch fernsehen.“ Ich wurde sogar schon als „Zeitmanagement-Genie“ bezeichnet – alles Komplimente, die ich gern annehme. Aber eigentlich empfinde ich meine Art Haushalt und Kinder und Blog und Nähstudio zu organisieren ganz normal. Oder doch nicht? Meine goldenen Regeln und ein paar ganz grundsätzliche Dinge über das Leben und das Glücklichsein und zum Zeitmanagement für Mama(-Blogger) lest ihr heute hier…

Zeitmanagement und Life Balance

Ich kenne so viele Leute, die dauernd im Stress sind (dem negativen), weil sie keine Zeit mehr haben. War ich auch mal. Bin ich auch immer noch, aber irgendwie positiver, finde ich. Wie komme ich jetzt auf Stress? Nun ja, Stress und Zeitmangel hängen ja irgendwie zusammen. Wer kennt das nicht, dieses „Ich brauch mal wieder Zeit für mich“? Die Lösung ist also scheinbar, dass man möglichst viel Zeit „für sich“ zusammenspart um dann viel Zeit zu haben. Was dann automatisch zu Entspannung führt. Jedenfalls theoretisch.

Ich schreib heute mal ein paar Takte aus meiner Sicht dazu. Und eigentlich gehts auch nur vordergründig um Zeitmanagement, sondern vielmehr um „Life Balance“. Nicht Work-Life-Balance oder Blog-Life-Balance oder Kids-Life-Balance, sondern ganz schlicht „Life Balance“. Denn für mich gehört alles zu meinem Leben dazu: Meine Kinder, mein Mann, mein Blog, meine Nähwerkstatt und auch der Haushalt. Das alles und noch mehr unter einen Hut zu bekommen geht nicht, wenn man mit strikten Polen arbeitet, die sich bitte nicht berühren dürfen. Ich glaube fest daran, dass alles um uns im Fluss ist. Und nur so funktioniert auch der Alltag mit vier Kindern, Blog, Haushalt und der Nähmaschine.

Ich werde im folgenden Text also mehr auf die Basis eines glücklichen Zeitmanagements eingehen statt irgendwelche Tools zur Terminorganisation vorzustellen. Dazu kommt dann nochmal ein separater Beitrag! Denn eins beobachte ich immer wieder: Das „Problem“ ist nicht das richtige Tool, sondern mehr …

… eine Frage der Einstellung

Fühlst du dich von Terminen und To-Dos verfolgt? Hast du allem und jedem gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil du nie Zeit hast? Und eigentlich fühlst du dich leer und ausgebrannt und fragst dich, wann denn mal wieder Zeit für dich ist?

Also zunächst einmal: Es geht uns allen so! Wenn man „Zeitmanagement“ googelt, landet man bei diversen Methoden und/oder Tools, die einem helfen die einem „zur Verfügung stehende Zeit möglichst produktiv zu nutzen.“ (Wikipedia)

Wenn man sich Definitionen wie diese mal auf dem Zahnfleisch zergehen lässt, muss man sich gerade als Mama fragen, ob die „produktive Nutzung von Zeit“ beim Thema Kinder nicht vollkommen deplatziert ist, denn Kinder nutzen ihre Zeit – ihre Kindheit! – genau gegenteilig zu dem betriebswirtschaftlichen Streben möglichst viel Profit aus der uns gegebenen Zeit herauszuholen. Kinder spielen einfach. Vergessen die Zeit dabei. Und damit sind sie die großen Gewinner.

Das ist der Kern dessen, was ich Dir heute sagen will: Wir sind es in unserer kapitalistischen Welt gewöhnt überall das Optimum herauszuholen – den größten Profit und die besten Rendite zu machen. In punkto Geld, und in punkto Zeit. Denn Zeit ist Geld, haben wir alle mal gelernt. Aber so wenig wie Geld glücklich macht, macht Zeit allein glücklich. DAS habe ich von meinen Kindern gelernt.

Zeit muss man nutzen. Auch das wissen wir eigentlich alle. Nur wie, ist die Frage. Ganz ehrlich: Wenn ich z.B. eine Glotze hätte, vor der ich jeden Abend versumpfen könnte, würde es mir wahrscheinlich auch viel schlechter gehen. Denn Fernsehen ist tote Zeit (das gilt auch für deine Kinder, nur mal so nebenbei). Sobald wir uns in eine passive Rolle begeben, geben wir nicht nur die Verantwortung für uns ab, sondern auch wertvolle Energie. Ja, ich sitze abends lieber an der Nähmaschine oder schreibe für meinen Blog. Aber der Unterschied ist: Das GIBT mir Energie, anstatt sie mir zu nehmen! Das heißt nicht, dass ich nicht auch mal gern einen Filmabend habe oder nicht gern ins Kino gehe – im Gegenteil!

Aber wie und wo soll man anfangen? Immer wieder nicken alle eifrig, wenn ich Weisheiten wie diese von mir gebe, und meist kommt dann, dass der Anfang das Schwerste ist. Das stimmt natürlich. Aber anfangen muss man, sonst endet man echt frustriert und wird zu einem sehr unangenehmen Zeitgenossen, der so zwischen Selbstmitleid, Neid und Griesgram vor sich hinvegetiert und auf den nächsten Arzttermin wartet.

 

Zeitmanagement für Mamas

Vor etwa einem Jahr habe ich einen Workshop besucht. Dabei ging es generell um die Mutterrolle, Selbstfindung, eigene Stärken und Schwächen usw. Das hatte rein gar nichts mit Zeitmanagement zu tun, und doch drehte sich bei allen Teilnehmerinnen alles um Zeit!

Eine Teilnehmerin sagte, sie würde gern Gitarre spielen lernen, aber jetzt mit ihrem dritten Kind hätte sie überhaupt keine Zeit mehr, und selbst wenn sich mal ein Zeitfenster auftäte, wüsste sie ja nie, ob das nur zehn Minuten sind und ob es sich „lohnt“ die Gitarre überhaupt zu hervorzukramen.

Dieses Problem kenne ich nur zu gut! Und mein Tipp war und bleibt: JA! Es „lohnt“ sich! Man kann Pech haben und es sind sogar weniger als zehn Minuten. Man kann aber auch Glück haben und plötzlich hat man eine ganze Stunde Zeit! Ich nenne das die „Mama-Schlaf-Lotterie“. Und ich ziehe auch nicht immer sechs Richtige.

Einmal hab ich mich richtig geärgert, dass ich bei einem unverhofft langen Mittagsschlaf nicht vorbereitet war und am Ende die schöne Zeit irgendwie verplempert habe. Das war tote Zeit, die ich mit nutzlosen Dingen vergeudet habe. Irgendeinen Mist im Internet gesucht oder irgendeine dämliche Diskussion im social network verfolgt oder so. Ich weiß nicht mal mehr, was ich in der Zeit gemacht habe. Es war tote Zeit, die mir Energie geraubt hat. Das hat mich maßlos geärgert, und es ist mir nie wieder passiert.

Die Kehrseite dieser Medaille ist aber auch: Wenn man mit einem langen Mittagsschlaf des Kindes rechnet und dann enttäuscht wird, sollte man für sich Strategien entwickeln das nicht ganz so schwer zu nehmen. Dein Baby macht das nicht um dich zu ärgern, auch wenn man sich in dem Moment echt betrogen fühlt. Auch das gehört dazu: Gelduldig sein und sich darauf freuen, dass der nächste Schlaf bestimmt kommt.

 

Ziele, Prioritäten und Entscheidungen

Der Schlüssel jedes erfolgreichen Zeitmanagements ist die Zielsetzung. Wenn man recht planlos durch seinen Alltag stolpert und am Ende des Tages einfach nur froh ist, dass das Kind schläft und man selbst vor der Glotze liegt, ist das völlig in Ordnung. Ich habe auch immer wieder solche Tage.
Dass man so aber weiter nichts erreicht und auch nicht das schöne Gefühl erlebt etwas Tolles, Kreatives geschaffen zu haben, erklärt sich aber auch von selbst: Du entscheidest!

Das mit der Entscheidung ist auch sowas. Ich habe mal den schönen Satz gelernt „Keine Entscheidung ist immer die schlechteste Entscheidung.“ Dieser Satz ist wahr. Egal um was es geht – ein Problem aufschieben oder sich selbst überlassen hilft nicht. Am Ende wirst du gezwungen sein eine Entscheidung zu treffen, dann kannst du das auch gleich machen, wenn dein Handlungsspielraum am größten ist. (Wir) Mamas wissen das. Es ist so ziemlich das erste, das wir spätestens ab Geburt unserer Kinder lernen.

Auch „Glücklichsein“ ist am Ende eine Entscheidung. Du kannst natürlich warten, bis das Glück irgendwann ausgerechnet an deine Tür klopft, oder du kannst entscheiden hier und jetzt etwas für dein Glücklichsein zu tun. Dich nicht dem Zufall überlassen und darauf warten, dass dich einer rettet. Die Zeiten sind vorbei. Wenn du also neben Kindern und Haushalt irgendwas machen willst, triff diese Entscheidung und entwerfe dir einen Plan, wie du das schaffen willst! Steck dir Ziele, und seien sie noch so klein.

„Gitarre spielen lernen“ kann ein Ziel sein. Oder „eine Pumphose für mein Baby nähen“. Fang klein an, lass Dir Zeit zu wachsen und vor allem: Sei nachsichtig mit Dir selbst, wenn es nicht auf Anhieb klappt.

 

Widerstände: Der Haushalt, der innere Schweinehund, die Müdigkeit…

Ich schreibe die ganze Zeit von irgendwelchen Zielen und Prioritäten, dabei müsste eigentlich erstmal der Tisch abgeräumt, die Wäsche gewaschen und die Spülmaschine ausgeräumt werden. Und der Müll rausgebracht. Fenster geputzt. Wäsche gebügelt. Bis das alles fertig ist, ist das Kind wieder wach. Und eigentlich wollte ich mich hinlegen…

Ja, ich hab diese Probleme auch, jeden Tag. Essen kochen kommt noch dazu, und dann natürlich Texte wie diesen schreiben, Fotos dazu machen, usw.

Zunächst einmal: Ich habe jahrelang daran gearbeitet (und optimiere immer noch!!), dass der Haushalt, Kinder und mein Blog „laufen“. Und es gibt gaaaaaaaaanz viele Tage, an denen ich scheitere. Da klappt auch mal nichts, weil die Kinder mies drauf sind oder krank oder weil irgendwas dazwischen kommt.

Meine ganz persönliche, goldene Regel ist: Ich mache keinen Haushalt, während mein Kind schläft. Die Zeit der schlafenden Kinder gehört MIR ALLEIN. Und ich habe immer irgendwas vor in dieser Zeit (und wenn es einfach schlafen ist, das kommt gerade jetzt in der Spätschwangerschaft häufig vor!).

Für die „Gefahr“, dass sich unverhofft ein Zeitfensterchen auftut, hab ich immer was im Hinterkopf: Schnittmuster ausdrucken oder kleben, Stoff zuschneiden, ein Bild für einen Beitrag bearbeiten… Das sind alles Sachen, die man auch in zehn Minuten schaffen kann! (Womit wir wieder bei den Basics sind: Lohnen sich 10 Minuten? – IMMER!!!)

Der Nachteil ist: Wir haben es eigentlich nie aufgeräumt. Ich versuche soviel wie möglich an Putzerei und Aufräumen unter der Woche mit wachem Kind zu schaffen, aber ich gebe zu, dass mein Ehrgeiz und mein Anspruch in diesen Dingen noch Luft nach oben haben. Für mich ist das ok, für die Kinder auch, und mein Mann hat sich weitgehend daran gewöhnt, solange ich ab und zu bei gemeinsamen Hau-Ruck-Aufräumaktionen am Wochenende mitziehe.

Der andere „Nachteil“ ist: Ich hab meist zig Projekte gleichzeitig, und manchmal – wenn privat auch noch Termine dazu kommen – komme ich ins Trudeln und drohe den Überblick zu verlieren.

Zusammenfassung: Zeitmanagement für Mamas

Ich habe schon das Feedback bekommen, dass das ja alles viel zu aufwändig sei. Dass es sich nicht „lohnt“, dass man sich verzettelt und am Ende nichts geschafft kriegt.
Naja, ich denke, es kommt hier wirklich auf die Einstellung an: Ich bin in meinen ganzen kleinen und großen kreativen Projekten sehr zielstrebig und ehrgeizig, und ich kann wohl und sicher behaupten sehr sehr viel zu schaffen (wenngleich ihr gar nicht ahnt, wieviel hier aufgrund von Alltag hinten rüber fällt! Ja, ich weiß, was ich alles nicht schaffe!). Aber ich habe gelernt, dass ich lieber mein Augenmerk auf meine Erfolge richte als auf alles, was gerade nicht läuft. Oder anders formuliert:

Und was den „Lohn“ angeht: Mir gibt meine Nähmaschine und auch der Erfolg meines Blogs in Form von Kommentaren, Likes usw. soooooo viel mehr als jeder Abend vor der Glotze (wir haben ja auch nicht einmal einen Fernseher…), dass ich ganz sicher sagen kann: Natürlich lohnt es sich! Immer! Es gibt dir ein gutes Gefühl. Du bist aktiv. Du lebst! Ich kann mir gar nicht vorstellen es jemals anders zu haben.

Bevor ich zum Ende komme, fasse ich noch einmal zusammen, was ein glückliches und erfolgreiches Zeitmanagement ausmacht, bevor wir mit dem Organisieren überhaupt beginnen (Tipps dazu werde ich bestimmt auch nochmal schreiben).

  1. Fang einfach an.
  2. Warte nicht auf Idealbedingungen.
  3. Nutze die Zeit, auch wenn es vielleicht nur zehn Minuten sind, für dich (was immer du gern machen möchtest).
  4. Stecke dir kleine, realistische Ziele.
  5. Sei nachsichtig mit dir selbst.
  6. Wenn dein Kind schläft, ist Deine Zeit!
  7. Gib nicht auf. Du schaffst das!

Dieses Thema wird mich hier auf dem Blog auch weiterhin immer mal beschäftigen. Wenn Dich ein Aspekt besonders interessiert, schreib mir doch einen Kommentar! Ich greife gern einzelne Themen nochmal besonders auf.

Das war auch schon die ganze Zauberei! So in etwa schaff ich das alles!

Wie sieht es bei dir aus? Wie bringst Du Dein Leben als Mama und als Blogger unter einen Hut? Hast du vielleicht noch einen Trick oder Tipp zur Optimierung?

Lieber Gruß,
Sonja

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