Kategorie: Erfahrungen

#smyly - wasserfallshirt nähen

#SMYLY – Sewing Makes You Love Yourself

Was verbirgt sich nur hinter dem Hashtag #SMYLY? Ich verrats euch: Eine ganz wunderbare Aktion, und eine Übung in Selbstliebe und Achtsamkeit – beides Themen, die ich in diesem Jahr gemeinsam mit Nachhaltigkeit noch ein wenig ernster nehmen will. Diese Bloggeraktion kommt aus dem englischsprachigen Raum, und ich bin das erste Mal bei PeterSilie & Co darauf gestoßen. #SMYLY steht für Sewing Makes You Love Yourself, was auf deutsch übersetzt ungefähr bedeutet: Nähen hilft dir, dich selbst zu lieben! — Ist dem so? Wie gehts mir damit? Schon viele Näherinnen haben bewegende Geschichten rund um das Thema erzählt, denn der eigene Körper ist für viele Frauen noch immer Streit- oder Angriffsfläche. Nicht umsonst veröffentliche ich diesen Text, der auch ein sehr persönlicher ist, am Weltfrauentag. Für diese etwas andere Näh-Challenge habe ich mir ein Wasserfallshirt genäht. Auch das stelle ich heute vor.

 

Frauen und ihre Körper

Ich muss gestehen, dass ich gar keine Probleme mit meinem Körper habe. Offenbar bin ich ein glücklicher Einzelfall, wenn ich mich so in den sozialen Medien umsehe.

Natürlich habe ich auch die ein oder andere „Problemzone“, und ich erinnere mich noch gut an eine Zeit voller Selbstzweifel, voller Pickel im Gesicht und voller Minderwertigkeitskomplexe. Aber ich habe selbst glücklicherweise nie ernsthaft Probleme mit mir selbst aufgrund meiner Figur oder Gewicht gehabt. Und ich finde es auch mal wichtig das zu sagen! Ich finde die #SMYLY-Challenge, ganz besonders hinsichtlich frauenverachtender Fernsehshows wie Frau Klums „Game of Bones“ (so wurde die Modelshow neulich auf Twitter genannt), essentiell wichtig und mache deshalb sehr gern hier mit.

Frauen und ihre Körper – schon wenn ich aus dem EINEN Wesen „Frau“ zwei Dinge mache, wird die Distanz zwischen beiden deutlich. Ganz offenbar haben viele Frauen sich irgendwie von ihren Körpern getrennt. Bitte korrigiert mich, wenn ich mit dieser Beobachtung falsch liege. Momentan konkurrieren die Titel der Zeitschriftenmagazine mal wieder um die beste Diät. Oder zerreißen sich das Maul über irgendwelche Hollywoodstars, ob sie Schwangerschaftsstreifen haben oder nicht. Oder sind sie gar zu dünn?

Wasserfallshirt nähen - SMYLY

In dieser Medienwelt leben wir alle, und ihr wisst genau, was ich meine. Zeitschriften – speziell Fashion- und Frauenmagazine – sind NUR zu dem Zweck geschaffen Frauen andauernd ihren defizitären Körper vorzuhalten und ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen! (Und um ihnen teuren Schmuck, Parfum und Fashion anzudrehen, das sie dann arm aber kein Stück glücklich macht!)

Ich saß mal beim Friseur und blätterte mich eineinhalb Stunden (ja, da hatte ich mal Zeit!) durch eine Illustrierte – Europäische Königshäuser, Trendfrisuren, Diättipps, ihr kennt das. Nachdem ich alles darüber erfuhr warum Pippa Middleton es schwer im Leben hat, habe ich zuhause meinen Mann ihn den Arm genommen, ihn leidenschaftlich geküsst und ihm gesagt wie glücklich ich bin einfach nur ich zu sein. Und mit ihm zusammenzusein. Und das fand er auch – doppelt Glück! 😀

Aber ganz ehrlich: Das war auch nicht immer so! Ich hab lange gebraucht um mich selbst genauso zu lieben, wie ich bin. Zum Glück hat sich mein Mann da nicht so schwer getan *lach*.

 

Wasserfallshirt nähen

#SMYLY – Meine Näh- und Körpergeschichte

Ausgerechnet Barbiepuppen habe ich in meinem Nähleben zuerst benäht (so mit ca. 11 Jahren??). Die Barbie wird zu Recht von vielen Feministinnen kritisiert. Ich hab trotzdem mit ihr gespielt und ihr Kleider genäht. Meine Töchter haben auch ein paar Barbies und so Elsa-Puppen. (Sie spielen aber so gut wie nicht damit!)

Naja, also Barbie war mein ersten Näh-Opfer. Später dann habe ich viel für mich genäht, aber hauptsächlich Kostüme (Halloween), Outfits für den Mittelaltermarkt und so. In dieser Zeit – so zwischen 16 und Ende 20 – habe ich mit meinem Äußeren und überhaupt mit mir selbst viele Kämpfe ausgefochten. Obwohl ich zu den Menschen gehöre, die sehr selbstbewusst auftreten und wirken können, bin ich es nie gewesen.

Ich hatte immer Angst – vorm nächsten Tag, vor der Prüfung, vor dem Versagen… Vor allem vor dem Versagen! Studieren war ne harte Nummer. Ich bin froh, dass das vorbei ist.

Ich habe nie Probleme aufgrund meiner Figur gehabt – da können andere sicher ganz andere Geschichten erzählen. (Was ich auch zum Teil in diversen Facebook-Nähgruppen an Mobbing erlebe, ist übrigens nicht mehr feierlich – und für mich ein Grund mehr mich auf Facebook weiterhin zurückzuhalten, und zwar auch und besonders als Bloggerin.)

#SMYLY

Figurprobleme hatte ich nie so gravierend, dass ich ernsthaft darunter gelitten hätte. Aber ich habe meinem Körper weh getan. Auf meinem Unterarm habe ich eine kleine Narbe von einer ausgedrückten Zigarette. Ich habe viele Tattoos auf den Armen und dem Rücken. Auch das hat weh getan. Und die Wahrheit dahinter ist: Das ist alles die Fassade. Eine Fassade, die mich mit meiner Angst beschützen sollte, genau wie der geschwungene, pechschwarze Lidstrich, den ich ich jahrelang getragen habe.

Genäht habe ich während meines Studiums – das deckt sich so mit dieser Zeit – wenig. Ich habe irgendwann das Seifesieden für mich entdeckt und mich damit kreativ ausgetobt (coming soon!).

Erst mit dem Nähen für Kinder begann ich auch für mich zu nähen. Meine selbst genähte Kollektion ist noch recht klein, weil ich in den letzten sieben Jahren ja irgendwie dauernd schwanger war, und ich hab mir keine Schwangerschaftssachen genäht. Nicht, weil ich Probleme mit meinem Körper hatte, sondern aus praktischen Gründen: Beim ersten hab ich noch nicht soviel genäht, und später fand ich es nutzlos, weil es ja vielleicht die letzte Schwangerschaft war. Näheres zu den Schwangerschaften hier.

Mit den Kindern und den Geburten wurde das Nähen stärker.  Und wenn ich noch einmal auf den Spruch #SMYLY – „Sewing makes you love yourself“ eingehe, muss ich sagen, dass das Nähen erst im zweiten Schritt kam. Mich selbst zu lieben und mir auch einige Dinge zu verzeihen – das habe ich durch meine Kinder geschafft. Das Nähen hat uns dabei begleitet. Inzwischen ist es mehr als nur ein Hobby, sondern Leidenschaft, Energiequelle und Inspiration.

Es fällt mir nicht gerade leicht diesen Text öffentlich zu machen. Warum ich es trotzdem tue? – Ich finde die Bewegung nähender Frauen rund um den Erdball einfach fantastisch! Und ich liebe es ein Teil davon zu sein. Wenn man sich zum Beispiel auf Instagram durch den Hashtag #SMYLY scrollt, lernt man plötzlich sooooo wunderbare Nähfrauen kennen – ich finde das großartig. Uns eint, dass wir a) nähen und b) uns alle mit dem Thema Selbstliebe und den kleinen Schwestern Selbstbewusstsein und Achtsamkeit beschäftigt haben und am Ende zu einem prositiven Ergebnis gekommen sind. Das finde ich einfach grandios, speziell heute am Weltfrauentag!

Ich kenne so viele wunderbare Frauen, und ich beobachte bei vielen, dass wir alle dasselbe Problem mit uns selbst haben. Viele von uns leiden an irgendwas – oft ist es der eigene Körper, aber auch andere Dämonen der Vergangenheit. Es äußert sich in der ein oder anderen Weise. Und vielleicht kann ich dir ja mit meinem Text ein wenig Mut machen?

#SMYLY Wasserfallshirt nähen

Selbstliebe lernen… und nähen

Wie kam ich dahin, dass ich mich selbst lieben lernte? Nun, zum einen fand ich in meinem Mann jemand, der mich einfach so liebte. Er sah nicht den ganzen Ballast, den ich mit mir rumschleppte, sondern mich. Das ist so, wie wenn man sich nackig vor den Spiegel stellt und einfach mal hinguckt. Mit liebenden Augen. Und feststellt, wie schön man ist! Ich nahm mir die Freiheit einfach mal so zu sein wie ich sein wollte, und seitdem jeden Tag. Von außen wirkte es wohl wie eine Veränderung. Ich habe vielfach Komplimente für meine positive Entwicklung bekommen *lach*. Dabei war es keine Veränderung, sondern eine Befreiung, und der erste Schritt zur Selbstliebe.

Wann hast du das kleine Mädchen in dir das letzte Mal liebevoll in den Arm genommen und ihm gesagt, dass alles gut ist? Dass du es liebst?

Die Schwangerschaften und Geburten waren für mich wichtige Erfahrungen, die mir zu meinem heutigen Körper- und Selbstbewusstsein geholfen haben. Auch Yoga ist ein Teil davon, und ich bin sehr glücklich, dass ich nun endlich wieder halbwegs regelmäßig an einem Kurs teilnehme (ok, ganze 2x bisher in diesem Jahr, aber ich plane wöchentlich!)

Ab und an kommen dann so Gedanken, dass ich gern meine Brüste wieder hätte, die ich vor meinen Schwangerschaften hatte. Mit denen war ich immer zufrieden. Und ich gefalle mir auch nicht auf jedem Foto. Aber ich finde mich rein äußerlich komplett so in Ordnung, wie ich bin. Sobald sich daran was ändert, werde ich was ändern!

#SMYLY

Im letzten Jahr habe ich begonnen wieder mehr für mich zu nähen – und das ist großartig! Ich benähe mich gern, und ich stehe auch mal gern vor der Kamera – so, wie ich bin, und wie ich mich mag. Ich habe die (Selbst-)Zweifel (also die Sorte, die schädlich für einen selbst ist) und diese diffuse Angst hinter mir gelassen.

 

Wasserfallshirt nähen

Genäht habe ich mir übrigens für diesen Beitrag ein schlichtes Wasserfallshirt nach dem Schnitt „Ella“ von konfetti Patterns*, und zwar aus einem schwarzen Jersey im Destroyed-Look mit Löchern. Ich fand, das passte. Das Shirt ist recht leicht zu nähen, zumal ich auf Ärmel verzichtet habe. Die Ella könnte auch mit Flügelärmchen oder Kappärmchen genäht werden, aber das wollte ich nicht. Der Schnitt gefällt mir – das werde ich für den Sommer noch häufiger nähen. Ist ja auch ein Figurschmeichler ;).

Damit verlinke ich nun zu RUMS und zu Frau Jules Sammlung „Politisiert euch“ (über die ich sehr froh bin, dass es sie gibt!).

Lieber Gruß,

Sonja

 

 

*affiliate link: Beim Einkauf über den mit * gekennzeichneten Link erhalte ich eine Provision, ohne dass Dir Mehrkosten entstehen. Meine Empfehlungen wähle ich sehr sorgfältig aus und stecke sehr viel Zeit und Arbeit in jeden meiner Beiträge. Über Provisionen und Werbung finanziere ich die laufenden Kosten dieses Blogs und kann auch zukünftig hochwertige Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen. Vielen Dank!

nähblog crafting cafe

Jahresrückblick 2017 + Danke + Free Printable

Irgendwie ist das Jahr schon wieder um! Im Dezember rauscht alles irgendwie an mir vorbei. Das hat ein bisschen mit meiner Weihnachts-Aversion zu tun, aber auch damit, dass alle zum Ende des Jahres irgendwie schneller laufen. Aber egal – es wird Zeit für einen kleinen Jahresrückblick! Mein kleiner Nähblog wird sehr bald auch zwei Jahre alt, und ich werde eine große Verlosung dazu starten. Heute aber will ich auf das vergangene Jahr zurückblicken und ein paar der schönsten Momente noch einmal Revue passieren lassen. Außerdem erzähle ich ein bisschen was zu kommenden Projekten und meinen (Blog-)Zielen für 2018. Für die Bloggerinnen unter euch habe ich dazu auch ein Free Printable gebastelt, das ihr am Ende ausdrucken und für eure eigenen Blog Ziele 2018 verwenden dürft!

 

Danke … für einfach alles!!

blogsommer

Zunächst will ich mich bei meinen engsten Blogfreundinnen bedanken, und dem gesamten Blogsommer-Team! Der Blogsommer 2017 war mein persönliches Blog-Highlight des Jahres, und ich freue mich, dass so viele wunderbare Blogbeiträge entstanden sind! Ich gehe auch einfach davon aus, dass wir den Blogsommer im kommenden Jahr wiederholen werden! Das Stammteam des Blogsommers bestand aus 10 Nähblogs, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Auch über Probenähen sind wir alle regelmäßig in Kontakt, und ich finde es sehr schön, dass man sich so immer wieder begegnet und sich gegenseitig unterstützt. Von Neid keine Spur! Auch das will ich mal betonen, denn ich lese auf anderen Blogs immer wieder, dass es da auch mal Probleme untereinander gibt. Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich von sowas bisher in meinem Blogleben verschont wurde!

Meine liebsten Blogs liste ich jetzt auch einfach mal namentlich hier auf! Ich danke jeder einzelnen von euch für das wunderbare, inspirative und freundschaftliche Miteinander! Ich hoffe, wir werden noch viele gemeinsamen Blogaktionen starten!

Allen voran stehen drei Bloggerinnen, denen ich mich sehr verbunden fühle. Das ist Ellen von Ellen’s Schneiderstube, Eva von KaRToFFeLTiGeR und Susanna von Mamsell Su. Lieben Dank für eure Freundschaft!

Weiter gehts mit dem Blogsommer-Stammteam! Ihr habt ein kreatives Feuerwerk entfacht, das am Ende für 597 kreative Blogbeiträge gesorgt hat!! Das war der totale Wahnsinn! Am Ende kam ich auch gar nicht mehr mit, aber zum nächsten Sommer werde ich sicher noch einmal in der Linkparty stöbern – die Inspiration bleibt ja!

Und das war das Blogsommer-Team 2017:

Ingrid von „Nähkäschtle

Eva von „Eva Kartoffeltiger“

Susen von „made by Frau S.

Ulrike von „Ulrikes Smaating

Marita von „maritabw macht’s möglich

Silke von „Muckibär&Schneckenkind

Ellen von „Ellen’s Schneiderstube“

Annette von „Augenstern-HD&Zauberkrone

Vivien von „KreaVivität

Sonja von „the crafting cafe

 

Darüber hinaus möchte ich mich noch einmal bei allen Probenäherinnen bedanken, die in diesem Jahr für mich genäht haben! Viele waren auch schon letztes Jahr dabei, und inzwischen hat sich ein kleines Stammteam gefunden. Dieses Team ist auch jetzt wieder fleißig – dazu erzähle ich im neuen Jahr etwas mehr (muss ja jetzt nicht alles verraten). Auch hier schätze ich mich sehr glücklich, dass alle meine Probenähen sehr konstruktiv und im guten Miteinander verlaufen sind. Erst jüngst habe ich als Teilnehmerin eine andere Erfahrung machen müssen – das finde ich sehr traurig, dass gerade in Probenähgruppen doch immer wieder Streitigkeiten und doofe Verhaltensweisen an den Tag gelegt werden. Nun ja – ich bin mit einem tollen Team gesegnet und verneige mich vor:

Team Nähgitarre

Marietta von H-M und C

Eva Kartoffeltiger

Uli von Maschenrisotto

Andrea (FB)

Anja (FB: FlotteSprotte)

Anna (FB)

Lydia (FB)

Nancy von Nuckelpille

Sabine ohne Blog

Vivi von Kreavivität

Nina (FB)

Sarah (Makerist-Schauseite)

Antje (FB)

Karina (FB)

Manuela ohne Blog

Tamara (FB: Maralutti)

Jenny aka Abendstern von Rocknähmaschine

Janet von Knöpflekistchen

Vivo la Vita 

Team Beach Bag

Ulrikes Smaating
Marietta
Mandy
Marita bw machts möglich
Strippe Eileen
Bettina Katzenfarm
Marion Marys Nähkram (FB)
Silke
Ingrid
Jenni
Manuela
So So – König Otto
Anne
Ellen
Antje
Datbienchen Walter
Tubaverliebt

 

Außerdem danke ich natürlich allen Leserinnen, die hier regelmäßig vorbeischauen und kommentieren, sowie allen, die auf einem oder mehreren Social-Media-Kanälen auf „like“ und „follow“ geklickt haben, und natürlich den Newsletterabonenntinnen – lieben Dank an euch!

 the crafting cafe blog

Nähblog? Mamablog? …?

Dieser Nähblog, der ja viel mehr als ein reiner Nähblog oder Mamablog ist, ist auch in diesem Jahr thematisch weiter gewachsen, und ich habe viele viele Texte geschrieben und fotografiert. Ich habe einige Nähanleitungen und weitere Tutorials geschrieben. Doch mein Blog wäre nicht meiner, wenn nicht auch persönliche Texte hier ihren Platz fänden. Meine liebsten und auch persönlichsten Texte aus diesem Jahr sind mein Text über meine Yoga-Geschichte (samt selbst genähten Yoga-Outfit), mein Text über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, dann meine Surfer Story – wie wir im Bulli mit zwei Kindern durch Europa fuhren, meine Blogger-Geschichte I’m a Blogger und ganz frisch mein Text „Wer inspiriert dich am meisten?“

Außerdem gibt es so einige Blogtexte, die mir sehr am Herzen liegen – wahrscheinlich, weil ich sehr viel Zeit mit dem Schreiben verbracht habe. Da ist zum Beispiel der Text über den Bienengarten, und die noch recht junge Blog-Reihe Näh-Blogger Basics. Diese Reihe werde ich natürlich im neuen Jahr fortsetzen. Ursprünglich wollte ich mal eine Text-Reihe, die dann auch irgendwann fertig ist. Inzwischen glaube ich, dass ich niemals fertig werde. Ich lerne ja auch selbst soviel über das Bloggen – ich denke, da hab ich noch Stoff um einen ganzen Blog zu füllen! Aber das will ich gar nicht. Ich schreibe einfach weiter an der Reihe, und ihr dürft weiter gern Themenwünsche machen!

Das Thema Garten will ich im kommenden Jahr auch vertiefen – da wird bei uns auch viel zu tun sein, dazu gleich mehr!

 the crafting cafe nähblog

ebooks des Jahres

Die ebooks aus diesem Jahr habe ich bereits bei den Probenähteams vorgestellt. Entstanden sind in diesem Jahr die Nähgitarre und die Cross Body-Tasche „Beach Bag“. Beide sind eigentlich eher spontan entstanden, aus einer plötzlichen Eingebung heraus. Die Beach Bag war im Probenähen eine zähe Sache. Da musste ich von Anfang an viel am Schnitt ändern, bis alles passte. Und so zog sich das Probenähen während der Sommerferien sehr lang dahin. Nebenbei bin ich „mal eben“ zu WordPress umgezogen. Das war teilweise ziemlich hart, und ich hatte zwischendurch selbst keinen Bock mehr. Deshalb ist sie leider völlig zu Unrecht ein bisschen das Stiefkind, dabei ist es ein toller Taschenschnitt. Mir fehlte nur am Ende die Kraft für eine ausgiebige PR. Das Bloggerleben geht ja auch manchmal sehr schnell weiter – da komme ich gleich nochmal drauf zu sprechen!

 

prinzesssinnenkissen nähen

Freebooks und Tutorials

In diesem Jahr sind auch viele Nähanleitungen und Tutorials entstanden, z.B. das Kissen aus einem Stück oder die Sweat-Decke für Babies oder das Prinzessinnenkissen. Es macht mir immer mehr Spaß so kleine und große Anleitungen zu schreiben, und ich glaube, ich habe jetzt meinen Platz in der Nähbloggerwelt gefunden. Ihr findet meine Tutorials und kostenlosen Anleitungen alle hier. Die Freebooks findet ihr in meinem Shop.

 

Bloggen… so als „Profi“

In diesem zweiten Jahr meines professionellen Bloggerdaseins habe ich sehr sehr viel gelernt: Über das Bloggen, self-marketing, social Media… Da schwirrt mir zuweilen der Kopf. Im Lauf des kommenden Jahres, wenn mein letztes Elterngeld ausläuft, werde ich darauf angewiesen sein mit dem Blog auch langsam Geld zu verdienen. Natürlich muss ich nicht davon leben, das würde wahrscheinlich auch nicht funktionieren. Aber ich habe durchaus Ambitionen ein regelmäßiges Nebeneinkommen zu erwirtschaften – d.h. es wird mehr ebooks geben :). Die ersten beiden stehen bereits in den Startlöchern!

Außerdem konnte ich in diesem Jahr in die Welt der Blog-Kooperationen hineingeschnuppert. Von den verschiedenen möglichen Einnahmequellen als Blogger sind Kooperationen bisher für mich am attraktivsten, da geht es wahrscheinlich vielen so. Das ist nicht immer alles eitel Sonnenschein und reich wird man damit auch nicht! Aber es waren allesamt doch sehr schöne Erfahrungen, und ich werde diesen Weg auch zukünftig verfolgen. Im Rahmen der Näh-Blogger Basics werde ich dann nochmal mehr über Kooperationen schreiben, falls es euch interessiert, wie das so läuft?

Mein Blog hat sich erfreulicherweise in den Seitenaufrufen, Followern usw. nochmal sehr gesteigert. Das freut mich sehr, dass meine Beiträge gern gelesen werden – dankeschön! Inzwischen landen sogar auch „von selbst“ immer mal wieder Anfragen zu Kooperationen bei mir. Das meiste passt leider irgendwie gar nicht, trotzdem ist es für mich ein schönes Kompliment gefunden und als Partner in Erwägung gezogen zu werden. Ich freue mich auf das kommende Jahr und hoffe, dass ich das noch weiter ausbauen kann.

 

nähblog crafting cafe

Persönlicher Rückblick

Es war ein intensives und heftiges Jahr! Begonnen hat es mit der Geburt von Vincent, unserem vierten Kind. Ich hatte mir um die Geburt herum zwar Blogpausen gelegt, aber ich kann es dann ja auch nicht lassen und habe trotzdem viel gearbeitet. Ja, gearbeitet. Für mich ist der Blog viel viel Lebensfreude und kreatives Zuhause, aber eben auch Arbeit. Zukunft. Vision. Ich erwähnte eben schon: Im Lauf des kommenden Jahres will ich hier ein kleines, aber solides Einkommen erwirtschaften – und dafür habe ich den Grundstein in diesem Jahr gelegt.

Nicht, dass das alles ohne Niederlagen oder Rückschläge verlaufen wäre! Ich möchte nicht den falschen Eindruck einer steilen Erfolgsgeschichte vermitteln. Das Bloggen mit vier Kindern ist nicht unbedingt einfach, denn obwohl ich das alles sehr ernst nehme, sieht mein Mann das Ganze so als nettes Hobby, das ich mir ein bisschen refinanziere. Da stehe ich dann zwischen den Stühlen! Wobei er mittlerweile eingesehen hat, dass es deutlich mehr ist. Und er respektiert sehr, was ich in gerade zwei Jahren neben vier Kindern auf die Beine gestellt habe.

Ich habe hier nie Idealbedingungen, was ich oft bedaure: Ich schreibe und fotografiere, wenn der Kurze schläft und die anderen betreut sind. Am Stück hab ich häufig nur eine Stunde, oft weniger. Jeder zusätzliche Termin bedeutet für mich: Ich kann an dem Tag nichts machen! Das ist oft frustrierend, denn nach sieben Jahren Babyphase reichts mir einfach in meiner täglichen Planung andauernd so eingeschränkt zu sein! Es kommt ja auch mal vor, dass man sozusagen geschäftlich telefoniert. Da nervt es mich, wenn der Kleine im Hintergrund quakt, oder ich nie Termine rausgeben kann, sondern immer nur ungefähre Zeiten eingrenzen kann. Das wird besser werden, wenn er zu seiner Tagesmutter geht – das wird dann ab August der Fall sein, und ich freue mich darauf!

Oft würde ich gern mehr, aber ich schaffe nicht alles. Das habe ich in diesem Jahr sehr gelernt: Manche Dinge müssen reifen. Und ich kann nichts übers Knie brechen. Das macht mich auch kapputt. Ich will da im kommenden Jahr – ich schreibe ja gerade am Redaktionsplan – noch mehr Blogpausen einlegen, die auch wirklich Pause sind. Denn das war mal der Gedanke: Mehr Zeit für die Kinder haben. Und insofern will ich die Geldverdienerei auch nicht als höchstes meiner Ziele hängen – ich bin erstmal froh, wenn ich das aktuelle Level so halten kann und erstmal etwas verschnaufen. Ich bin nämlich gerade ganz schön alle (was auch an Weihnachten liegt.)

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit diesem Blog-Jahr: Alle statistischen Zahlen entwickeln sich positiv, und dank einiger Kooperationen habe ich auch erstes Geld verdient. Ich war beim Blogsommer dabei – das war eine ganz tolle Aktion! Ich bin im Sommer zu WordPress umgezogen und bin inzwischen total begeistert! Und ich habe gegen Ende des Jahres auch noch meinen Newsletter ins Leben gerufen.

Es gab auch ein paar Rückschläge und Niederlagen. Nicht, dass ihr denkt, bei mir läuft das alles immer supi. Ist nicht so! Ich hab auch viele Absagen bekommen für Kooperationen, oder es kamen Anfragen und dann nie wieder Antworten. Ich habe Ideen gehabt und wieder verworfen. Habe an der Beach Bag sehr sehr viel herumgedoktert, was mich doch sehr geärgert hat. Es tut mir auch gegenüber dem Probenähteam immer noch leid, dass ich da so planlos war! Ich hab Stoffe im Übereifer versaut. Neulich hab ich ein Teil wegen eines ganz doofen Nähfehlers (eigentlich ein Stickfehler!) in die Tonne gekloppt. Tja.

Naja, unterm Strich war es ein anstrengendes Jahr, weil es auch wieder ein Baby-Jahr war. Das letzte! Definitiv. Ich freu mich, dass der Kleine nun zehn Monate alt ist und demnächst laufen wird. Seit einigen Tagen ist es richtig schön mit ihm. Und ich freu mich auf 2018!

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Ausblick Blogziele und -themen 2018

Einiges habe ich im Text bisher ja bereits durchblicken lassen – ich gehe selbstbewusst, aber nicht ohne Zweifel in das kommende Jahr. Ich bin froh, dass der Kleine demnächst ein Jahr wird und das erste Babyjahr um ist. Dass er ab August zur Tagesmutter geht. Hatte ich damals noch etwas gezweifelt, so weiß ich jetzt ganz sicher: Wir sind komplett. Wir gehen glücklich, dass wir uns alle haben, in das neue Jahr und freuen uns auf viele Ausflüge, Urlaube und auch etwas mehr Freiheit – besonders ich sehne mich nach Sonnenzeiten und Freizeit. Auszeit. Babyfreie Zeit!

Privat haben wir sehr viel vor: Nach einigem Hin und Her soll demnächst unser Holzanbau starten. Dem wird eine neue Küche (YEAH!!!) folgen, und viel Umgeziehe und Eingerichte im Haus. Darauf freue ich mich sehr, und ich werde das auch hier auf dem Blog zum Thema machen: Nähen für zuhause, Kinderzimmer einrichten und fürs Kinderzimmer nähen, Küche, Schlafzimmer, Flur, Terrasse… ich habe viel zu tun! Und ich freu mich drauf!

Den Waschkeller werden wir jetzt auch in Kürze renovieren, und dann soll da auch eine kleine Küchenzeile rein. Und das Schöne daran: Ich kann dann endlich wieder Seife sieden!!! Freunde wissen das natürlich, dass ich eigentlich die Seifensiederin bin. Kinderbedingt ist das etwas eingeschlafen, aber ich habe noch das ganze Equipment, und dann wird es auch wieder losgehen – so richtig mit NaOH und Schutzbrille, nicht mit Fertigpackung oder so. Ihr dürft gespannt sein!

Auch der Garten wird eine Umgestaltung erleben – kann aber sein, dass wir das auf 2019 schieben. Alles auf einmal geht ja nun auch nicht!

Ich gehe mal davon aus, dass es auch wieder einen Blogsommer geben wird – auch darauf freue ich mich! Natürlich habe ich auch einige Ideen für ebooks und freebooks – die ersten Probenähen laufen auch schon, bzw. sind in Vorbereitung!

Neben diesen Themen will ich alles vertiefen, was ich schon jetzt mache: Nähen für mich, Nähen für Kinder und auch Babies (nein, keine eigenen mehr!), meine Mama-Kolumne, die Näh-Blogger Basics, DIY, Garten, Buchrezensionen… Hier hat sich ja eine große Themenvielfalt angesammelt.

In einigen „Blogdingen“ will ich noch einiges optimieren: Ich werde mich strategisch mehr auf SEO und Pinterest konzentrieren, und auf den Newsletter. Ich glaube, das geht vielen Bloggern so? Zumindest habe ich das von ein paar anderen auch so mitbekommen, dass der Trend aktuell von Facebook weggeht! Dazu schreibe ich bei den Näh-Blogger Basics bestimmt nochmal was – wenn es euch interessiert?

Außerdem werde ich hier noch ein paar kleinere Baustellen instand setzen – so Sachen wie „SSL einrichten“ und wohl auch mal eine Anwältin dafür bezahlen meine Seite auf rechtliche Mängel zu prüfen. Da ja demnächst diese neue Rechtsverordnung kommt, will ich da gut aufgestellt sein. Und ein paar Dinge aufhübschen… dank meinen frisch erlernten Photoshop-Skills macht mir das gerade am meisten Spaß :).

Dies sind so meine nächsten Themen! Um einen kleinen Fahrplan für das kommende Blog-Jahr zu haben, habe ich mir ein Datenblatt gebastelt, das ich euch auch zur Verfügung stellen möchte!

blogziele 2018

 

Free Printable: Blog Ziele

Mit diesem Free Printable hältst du ein paar Kennzahlen zu deinem Blog fest und und überlegst dir, welche Ziele und Schwerpunkte du im kommenden Jahr setzen willst. Ich hab für mich ja schon einiges genannt – da fällt dir bestimmt auch etwas ein? Du kannst dir strategische Ziele stecken oder inhaltliche. Als Tipp sage ich noch dazu: Überlege dir auch, wie Du Deine Ziele erreichen willst und wie realistisch deine Ziele sind. Bei Fragen melde dich einfach hier im Kommentar. Und wenn es etwas blog-spezifisches ist, findest du vielleicht schon eine Antwort bei den Näh-Blogger Basics?

Die Datei gibts hier als pdf. Lass mich wissen, wie es dir gefällt und wie Du damit zurecht kommst!? Ich hab für die Näh-Blogger Basics noch viel mehr solcher Datenblätter geplant, und mich interessiert brennend, ob dich das weiterbringt!

blogziele_2018

Außerdem würde ich natürlich gern wissen, welche Themen und Gedanken dich sonst so zum Jahreswechsel beschäftigen?

Ich wünsche dir nun erstmal eine schöne Weihnachtswoche und einen guten Rutsch! Ich melde mich im neuen Jahr erst wieder. Dafür dann mit einer MEGA-Überraschung ;).

 

Viele Grüße,

Sonja

Weihnachten nicht mögen

Keine Liebesgeschichte, oder: Wie man Weihnachten nicht mögen kann

Vielleicht bin ich die einzige Mama in diesem Land, die Weihnachten mit gemischten Gefühlen begegnet. Und wahrscheinlich ist es der kreativbloggerische Selbstmord, aber ich gestehe: Ich mag Weihnachten nicht. Ich nehme gern die zwei freien Tage. Aber bitte ohne Weihnachten!! Wie kann man Weihnachten nicht mögen, werden einige entsetzt fragen? Habe ich Probleme mit Emotionen? Mit Menschen? Habe ich einen lieben Menschen um Weihnachten herum verloren? – Nein. Nein und nein, hab ich alles nicht. Will ich euch jetzt Weihnachten verderben? Oder meinen Kindern? (Oh Gott, die Armen!) Nein, auch nicht. Aber ich muss auch einfach mal was loswerden. Über mein Plätzchen-Trauma und mein Scheitern als Perfect Mom. Denn in der Königsdisziplin aller Mütter (Weihnachtsvorbereitungen) scheitere ich. Alle Jahre wieder. Mit voller Absicht.

Have Fun ;).

Weihnachten nicht mögen? Warum nur?

Tja, ich könnte so viele Dinge nennen und eine so lange Moralpredigt über Massenkonsum und Wegwerfgesellschaft schreiben und darüber, dass ich Weihnachten schon immer als Heuchelei empfunden habe – begonnen mit der Lüge, dass Christkind oder Weihnachtsmann die Geschenke bringen. Aber das ist eigentlich nur das, was noch obendrauf kommt.

Ich bin schlicht und ergreifend ein durch und durch praktisch veranlagter Mensch. Und die meiste Zeit will ich einfach, dass es irgendwie läuft und ich meine Ruhe habe. In Ruhe vor mich hin werkeln. Weihnachten stört mich dabei. Dieses Märchen, dass man ja endlich soviel Zeit hat, weil da zwei Feiertage sind, ist eine Lüge. Ich habe im ganzen Jahr nicht soviel Stress wie an diesen drei Tagen! (Oder der ganzen Weihnachtswoche: Wir sind nämlich wirklich schon komplett verplant!)

Auf Twitter schrieb neulich jemand etwas, das ich gern unterschreibe:

Der Dezember hat mehr Weihnachtsfeiern als Tage.

Und auch wenn sich das bei uns in Grenzen hält, kommen doch plötzlich alle auch entferntesten Bekannten und Verwandten auf den Trichter sie müssten uns jetzt im Dezember unbedingt nochmal sehen. Unbedingt jetzt, weil Weihnachten ist!!

Aber mal ganz ehrlich: Wir sind auch sonst zuhause. Den ganzen Sommer lang haben wir Sonne im Garten und den Grill bereit stehen. Warum kommen also alle ausgerechnet jetzt auf die Idee, dass wir uns unbedingt mal wieder sehen müssen? Wo es draußen kalt und ungemütlich ist und ich lieber mit nem guten Buch in der Wanne liege, und das am liebsten jeden Abend? Dieser ganze Wir-müssen-uns-unbedingt-noch-sehen-Weihnachtszwang steht im krassen Kontrast zu meinem Biorhythmus, Leute.

 

Vorgartenbeleuchtungswahnsinn: Sind wir hier auf der Reeperbahn oder wat?

Ich bin wahrscheinlich so ein Sommer-Mensch: Ich brauche gutes Wetter um gute Laune zu haben und um gesellig zu sein. Dieses hyggelige-kuschelige-Weihnachtsgen hab ich nicht. Sorry! Ich kann weder dem wachsenden Vorgartenbeleuchtungswahnsinn etwas abgewinnen („Ist das schon Puff oder noch Weihnachtsdeko?“), noch dem steigenden Trend des Innenraumschmucks. Auch hier gebe ich ganz einfach zu: Es ist mir zu anstrengend und zu stressig: Erstmal die ganze Deko im Keller suchen!! Boah, da ist der Mittagsschlaf des Kleinen um, bevor ich da alles gefunden habe. Dann alles aufhängen im ganzen Haus und dann den ganzen Advent die Kinder davon abhalten alles anzufassen, überall dran zu ziehen und Kerzen anzuzünden!!! ===:o

Horror!!

Bei mir gibts entsprechend keine Deko. Ich hab mal dekoriert, als ich noch eine Ein-Kind-Mama war. Die letzte Deko hab ich dann im August des darauffolgenden Jahres gefunden und sie dann gleich fürs nächste Weihnachten hängen lassen. Mittlerweile war ich Zwei-Kind-Mama und ahnte bereits, dass Weihnachten nicht so toll ist, wie alle immer behaupten.

Ja, meine Kinder finden das ein bisschen schade. Die mögen Weihnachten natürlich. Insofern gibts dann kurz vorher vielleicht ein kleines bisschen Deko – aber nur unter strengen Auflagen. („FINGER WEG!“) Da halte ich auch nix von Kuschel-Parenting. Ich mach hier ganz klare Ansagen, damit das läuft und die Kinder nicht die Bude abfackeln. Und Schokoteller stelle ich auch nicht auf! Meine Großen können sich zurückhalten, K3 aber dafür gar nicht. Also gibts Schoki nur unter Aufsicht. Ist auch besser für meine Wände.

Wir haben keinen Baum. Aus ethischen Gründen. Mein Mann sammelt kurz vor Weihnachten ein paar Tannenzweige, und die dürfen die Kinder mit ihrem selbstgebastelten Zeugs behängen. Lichterkette gibts auch. Das muss dann reichen. Meine Mutter baut entschädigend mittlerweile einen Zweitbaum auf der Terrasse auf, und da wir Heiligabend da sind, bekommen die Kinder dann auch ihre Extraportion Weihnachten. Halleluja!

 

Plätzchen backen? Jo, viel Spaß!

Dann dieses Plätzchen-Drama im Advent! Ich bin ja auch blöd – jedes Jahr stelle ich mir vor, dass die Kinder ja jetzt schon etwas weiter sind und das bestimmt total toll und besinnlich wird, wenn ich sie auf kiloweise Teig, Schokolade und Streusel loslasse! Hahahahaha! Jedes Jahr haben die Kinder nach dem zweiten Blech keinen Bock mehr. Kind 3 schaufelt sich den Teig roh rein, und ich versuche die Schoko-Streusel-Katastrophe aus den Stuhlkissen zu rubbeln, während die beiden Großen sich um das Nudelholz streiten. Das kommt dann auch schnell zu Handgreiflichkeiten, wenn ich nicht schnell genug bin.

Am Ende hab ich keine Chance und parke die ganze Bande vor einem Film und backe ganz besinnlich und für mich die letzten 15 Bleche Plätzchen selbst. Und mache dann den Abwasch. Allein! Oh du fröhliche!

Übrigens – ja, ich habe den Kindern dieses Jahr Keksstempel gekauft – jedes bekommt einen im Adventskalender! Sie sind ja auch schon viel weiter als letztes Jahr… (hört ihr auch gerade die Musik vom weißen Hai?? Oder von Michael Myers? di-di-di-di-di… ok, die Melodie müsst ihr euch jetzt denken…)

 

Die Feiertage: Das Jacke-an-und-auszieh-Fest. Mit special Zutat: Geplärre und Geschrei.

Und dann die Feiertage: Dreimal pro Tag Kinder vollständig an- und ausziehen, aus ihrem Spiel mit den neuen Sachen reißen (ja, da sind sie glücklich!), irgendwohin fahren, zwei Stunden versuchen am Kaffeetisch Gespräche ans Laufen zu kriegen, während man gleichzeitig aufpassen muss, dass kein Kind den Weihnachtsbaum umreißt (ich weiß, warum ich keinen habe!), sich mit Geschwistern oder Cousinen in die Wolle kriegt und auch sonst keine Tischkatastrophen passieren. Nebenbei bauen wir noch die neue Lego-Ritterburg oder den Todesstern zusammen („Was hat der Kleine denn da im Mund?“), und begleiten Toilettengänge.

Muss ich extra erwähnen, welchen Kämpfen und Schreiattacken wir jedes einzelne Mal ausgeliefert sind? Dabei sage ich schon die meisten Termine gar nicht zu! Es sind trotzdem zuviele Termine und zuviele Leute.

Letztes Jahr wurden wir erstmals von Magen-Darm verschont. Die kam erst mit Freunden zu Silvester und ging erst mit den Heiligen drei Königen.

Weihnachten? Im Ernst? Jubelzeit?

Überall der wabernde Heizungs- und tote-Enten-Gestank. Ich bin Vegetarierin, und mir wird da schlecht. Ehrlich. Da brauchts nicht mal die Magen-Darm-Grippe. Vielleicht bin ich traumatisiert, weil ich in den letzten sieben Jahren drei schwangere Weihnachten und vier Weihnachten mit Baby hatte. Ich hätte jetzt echt gern mal ein Weihnachten ohne Weihnachten. Echt.

 

Lichtpunkte. (Ok, es ist nicht alles schlecht an Weihnachten)

Versteht mich nicht falsch: Es gibt Highlights. Und manchmal werde ich mit unerwartet guten Gesprächen überrascht. Oder unerwartet gutem Wein. Gutem Essen. Es gab auch immer schöne Momente und Abende rund um Weihnachten, z.B. das rituelle Kino-Event mit Herr der Ringe, Hobbit oder Star Wars (die einzigen Filme, die ich im Kino gesehen habe, seit ich Kinder habe. Ich als Cineast!). Wir sind in den letzten Jahren auch mit den beiden Großen im Theater gewesen, das war jeweils sehr sehr schön. Und ja, ich mag auch diesen kurzen Glitzermoment in ihren Augen, wenn sich ein sehnlicher Spielzeugwunsch erfüllt.

Leider verwandeln sie sich wieder in kleine Weihnachtsmonster, sobald die Szene wechselt und sie einen Weihnachtsbaum sehen: „Wo sind die Geschenke?“ Und das besagte Herzensgeschenk liegt zwei Wochen später häufig achtlos in der Ecke und ich muss Kleinteile aus dem Staubsaugerbeutel fischen.

Hm.

Ich habe echt gemischte Gefühle für Weihnachten.

Mit dem beginnenden Advent werde ich mir nun eine Survival-Strategie erarbeiten.

Weihnachten nicht mögen

Alles Gute!

Eure Sonja

(Anzeige) A Surfer Story ~ mit dem 3D Puzzle Volkswagen T1*

Ich durfte eine kleine Zeitmaschine zusammenbauen. Kultstatus genießt er schon lange – jetzt gibt es ihn auch im Miniformat für Zuhause: Die Rede ist vom Volkswagen T1 – auchbekannt als „Bulli“. Von Ravensburger gibt es ihn nun als 3D Puzzle Zeitmaschine. Denn beim Zusammensetzen des 3D Puzzle Volkswagen T1 wurden bei einige Erinnerungen lebendig: Nicht nur an unseren schönsten und bisher längsten Urlaub, sondern auch den größten Traum, den wir uns bislang erfüllt haben: Ein Surf-Road Trip mit dem Bulli durch halb Europa – einmal Surfen und zurück. Mit zwei kleinen Kindern! Heute erzähle ich euch meine Surfer Story, während ich dieses 3D Puzzle zusammensetze.

 

A Surfer Story: Australien und Marokko – wie alles begann

Wir haben 2013 unsere zweite Elternzeit genutzt um uns den Traum vom Surfen zu erfüllen. Hier habe ich schon einmal ganz kurz davon erzählt. Aber unsere Surfer Story begann eigentlich viel viel früher, nämlich als Stefan und ich uns kennenlernten: Ich hatte damals einen dreiwöchigen (viel zu kurz!) Backpackertrip nach Australien gebucht. Und Stefan hat, nachdem wir uns sehr schnell verliebt hatten, kurzerhand auch einen Flug gebucht. Und so sind wir gleich zu Anfang unserer Beziehung einmal um die Welt geflogen – er über Amerika, ich über Asien: wir haben damit sogar die Welt einmal umarmt.

 In Australien haben wir in kurzer Zeit viel gesehen – allein über unseren Australien-Trip könnte ich noch ganz viel erzählen! Aber es geht heute um unsere „Surfer Story“: Auf einer Tour nach Kangaroo Island haben wir unsere erste Surfstunde genommen, und seitdem war es um uns geschehen. Ich weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann, der noch nie auf einem Surfbrett gestanden hat (?). Alles, was du je über die Magie des Wellenreitens gehört oder gelesen hast ist wahr! Es gibt kein großartigeres Gefühl auf dieser Erde, nicht einmal auf einem Pferderücken zu sitzen.

Damals, auf Kangaroo Island, wuchs in uns beiden die Sehnsucht nach Wellen und Surfen (auch wenn aus uns wohl niemals mehr Supersurfer werden, aber darum gehts beim Surfen ja auch gar nicht.)

Wir planten unseren nächsten Urlaub nach Taghazout, Marokko – dieses Mal eine ganze Woche lang Surf Camp! Taghazout galt als Geheimtipp für Surfer, ebenso das nahe gelegene Essaouira.Leider hatten wir damals (es war Februar) richtig Pech mit dem Wetter – der Urlaub war total verregnet. Vor der Küste hatte es einen Orkan gegeben, der die die Strömungen über Wochen durcheinander gebracht hat. Wir haben nicht einmal auf dem Surfbrett gestanden, obwohl wir es jeden Tag tapfer versucht haben. Ich war völlig entmutigt und niedergeschlagen, als wir nach Hause flogen.

(Das einzig Schöne am Ende dieses Urlaubs: Finja! Wir hatten zuvor erfolglos versucht schwanger zu werden – der verunglückte Surftrip hatte es nun möglich gemacht.)

A Surfer Story: Unser Trip mit dem Bulli durch Europa

2013 – drei Jahre und zwei Kinder später – wagten wir einen erneuten Versuch und starteten unseren sechswöchigen Road Trip durch Europa!Warum das 3D Puzzle des Volkswagen T1 so eine Zeitmachine für uns ist: Wir hatten schon lange von einem eigenen Bulli geträumt (ich glaub, mit diesem Traum sind wir nicht allein?), und lang haben wir gesucht, bis wir unseren Volkswagen T4 – wir nennen ihn „Wilbur“, nach den Traveling Wilburys 😉 – gefunden haben. Wir fahren ihn übrigens immer noch!

Wir starteten in Hamburg, fuhren quer durch Frankreich entlang des Mittelmeers, durch Spanien bis nach Portugal, wo wir zwei Wochen lang in einem fantastischen Surfcamp verbringen durften, und das mit unseren beiden kleinen Kindern!

Insgesamt waren wir sechs Wochen lang unterwegs – von Campingplatz zu Campingplatz. Das Bild oben ist aus Spanien, und ihr bekommt einen Eindruck davon, wie wir da so gezeltet haben. Das große Vorzelt war fest am Bulli installiert. Die ganzen deutschen und holländischen Rentner, die um uns herum campten, wurden alle ganz nostalgisch: Sie seien ja früher auch alle mit VW Bulli durch die Weltgeschichte gefahren.

In Portugal waren wir dann zwei Wochen in Aljezur und hatten dort das Glück, dass wir in einer Bucht surfen lernen konnten, wo die Wellen sehr anfängertauglich und ganz regelmäßig reinkommen, das sieht man auf dem Bild glaube ich sehr gut! Ich muss gestehen, dass ich nach der Marokko-Erfahrung eigentlich so demotiviert war, dass ich keinen Bock hatte es überhaupt zu versuchen.

Außerdem hatte ich echt Angst vor dem Wasser, auch wenn es nicht sehr tief war, und überhaupt war ich vor dem Urlaub sehr gestresst gewesen, sodass ich eigentlich gar nicht surfen wollte.

Aber zum Surfen gehören solche Momente des Zweifels und Nicht-Wollens auch dazu – und das ist nur eine der vielen Wahr- und Weisheiten, die man vom Surfen lernen kann. Rückblickend muss ich sagen, dass diese zwei Wochen Surfcamp sogar Einfluss auf meine ganze Lebenseinstellung hatten.

 

Nach der ersten Surfstunde (in der ich schon gestanden habe, yeah me!!) war ich wieder „angefixt“ und plötzlich süchtig nach Surfen! Die Angst blieb trotzdem noch sehr präsent, aber viele kleine und große Dinge des Lebens wurden mir in dieser Zeit bewusst. Oder besser: Vieles, das mir erst viel später klar wurde – über das Leben allgemein und über mein Leben im Besonderen – begann dort, in Aljezur, auf einem Surfbrett.

 

The worst day on the beach ist still better than the best day at work

Surfen ist (für mich, auch wenn ich seitdem nicht mehr die Gelegenheit hatte) mehr als auf dem Brett stehen. Ich glaube, das wird jeder bestätigen, der schon einmal gesurft ist: Es steckt die Magie der Freiheit darin.Es ist auch völlig egal, ob man Anfänger ist oder Profi. Ich habe einen Surfer kennengelernt, der sinngemäß sagte: „Für einen Anfänger kann heute der beste Tag seines Lebens sein, und für mich ist heute vielleicht nicht so gelaufen. Es ist dieselbe Welle, und doch nimmt jeder sie anders wahr.“

Daher kommt auch der Spruch „Der schlimmste Tag am Strand ist immer noch besser als der beste Tag im Büro.“

Surfen ist mehr als Sport – es steckt eine Menge Lebensweisheit darin. Ich habe von meinem Surflehrer und vom Surfen viel über das Leben gelernt, und auch – darüber erzähle ich euch ein anderes Mal – über das Kinderkriegen.

Das Ravensburger 3D Puzzle Volkswagen T1

Als ich jetzt die Gelegenheit hatte das 3D Puzzle Volkswagen T1 von Ravensburger zu puzzeln, habe ich natürlich nicht gezögert! Sofort war die Erinnerung an unseren Surf-Trip da, und mit ihr das Fernweh – der Wunsch nach Wasser, Sonne, Sand und dem unbeschreiblichen Gefühl von Wasser getragen zu werden.

Das 3D Puzzle Volkswagen T1 – das sich übrigens entgegen meiner ersten Befürchtung problemlos und sehr fix zusammenbauen ließ – bekommt natürlich einen Ehrenplatz bei uns.

Der kleine Bulli wird uns immer an unseren großen Trip erinnern und uns ermahnen fit zu bleiben. Irgendwann wollen wir noch einmal einen Surftrip starten können. Denn die Sehnsucht nach den Wellen ist geblieben. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es noch einmal klappen wird.

Eins fehlt noch: Ihr wollt mich jetzt surfen sehen. Da:

Damit wünsche ich euch jetzt noch eine schöne Woche!
Lieber Gruß,
Sonja

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Mama – Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Als ich die Blogparade von „Heute ist Musik“ sah, musste ich einfach mitmachen: Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich konnte den folgenden Text so runterschreiben ohne viel nachzudenken. Es ist eins der Themen, die mein Muttersein sehr geprägt haben und nicht zuletzt Grund für die Existenz dieses Blogs. Ich erzähle euch heute ~ zum Muttertag ~ meine Geschichte von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Vor den Kindern…

Dass ich Kinder wollte, war mir schon immer klar. Auch, dass ich mehrere wollte. Dass ich dazu auch arbeiten gehen wollte und ganz selbstverständlich davon ausgegangen bin, dass ich das alles schaffe, das war mir auch vollkommen klar. Als ich noch Studentin war!

Ich hab gedacht, ich arbeite dann so bis mittags im Büro, fahre entspannt nach Hause, koche schonmal was vor, hole mein Kind ab, verbringe einen schönen Nachmittag mit diesem Kind und singe es dann abends um sechs nach einer Gutenachtgeschichte in den Schlaf.

Hab ich gedacht. Das ist schon sehr lange her.Dass ich jemals in die berühmte Falle von der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ tappen würde – damit hab ich nicht gerechnet.

Arbeiten und Kinder

Ich war arbeitslos, als ich mit Finja schwanger wurde, und ich war es immer noch, als ich 16 Monate nach Finja unseren Sohn Jesper zur Welt brachte. Zuvor (also vor den Kindern) hatte ich nach einem Burnout meinen bisherigen Arbeitgeber verlassen.

Arbeitslos zwei Kinder in die Welt zu setzen hatte ich mir nie vorgestellt! Und mein Ziel war damals, dass ich das so schnell wie möglich ändere: Ich wollte wieder arbeiten! Nicht mehr nur von Stefans Geld abhängig sein, meinen Kindern auch ein gutes Vorbild sein, nicht die „Mama am Herd“ usw.

Die Zeit damals war sehr hart, nicht nur, weil ich mich als Arbeitslose sowieso irgendwie mies fühlte, sondern, weil ich zudem viel mit den Kindern alleine war. In diesem Artikel hab ich darüber schonmal geschrieben.

Kinderbetreuung

Wenn man als Mama arbeiten gehen will muss (das klassische Familienmodell vorausgesetzt), muss zunächst die Kinderbetreuung stehen, und darum hab ich mich damals zuerst gekümmert.

Als wir eine Tagesmutter hatten, begann ich mich zu bewerben und aktiv nach Stellen umzusehen. Da unsere Tagesmutter aber nur vier Tage  die Woche arbeitete und auch nur von 8-12h, konnte ich meine Suche recht bald abhaken.

Erst als die beiden ihre Kitaplätze hatten (Finja im Kindergarten, Jesper in der Krippe), nahm meine Jobsuche Fahrt auf. Ich bekam auch Unterstützung vom Arbeitsamt und hab noch einen BWL-Kurs besucht. Langsam erhöhte sich auch der Druck, denn Stefans Gehalt reichte so eben für unsere nötigsten Kosten – wir lebten damals im Süden Hamburgs.

Die Kitaplätze (Vollzeit, inkl. Essen) kosteten uns monatlich 700€, dazu kamen Miete, Nebenkosten und die üblichen Lebenshaltungskosten. Monatlich waren da locker 2.300€ weg. Autsch!

Job & Kinder?

Um es kurz zu machen: Ich fand einen Bürojob. Nichts aufregendes, keine sonderliche Verantwortung, einfach 9-17h Büro: Papier, Telefon, Emails, etwas über 1000€ netto.

Ich war froh, den Job zu haben, ehrlich! Vollzeit!

Wir haben uns so organisiert: Einer bringt morgens die Kinder weg, der andere holt ab (meist war ich das, damit Stefan Überstunden machen konnte).

Die unter euch, die rechnen können und die auch Kinder haben, sehen natürlich schon jetzt, dass das auf die Katastrophe zulaufen musste, in der es endete.
Unter dem berühmten Strich verdiente ich 6€ am Tag – dies nur mal so am Rande!

Unser Alltag sah dann so aus:

Wir weckten die Kinder (2 und 3 Jahre alt) früh, sie kriegten Kakao und machten jeden Morgen Theater. Ich fuhr ganz früh zur Arbeit, damit ich pünktlich um 16:00h Schluss machen konnte. (Der Wunsch früh nach Hause zu fahren, war übrigens nicht gern gesehen.Mein Arbeitgeber führte sein Unternehmen auf ziemlich altmodische Art und Weise, und die Atmosphäre im Büro war schlecht. Ziemlich schlecht. Die Chefs waren alle miteinander verwandt und konnten sich untereinander nicht leiden. Und ansonsten waren die einfach nur … weiß ich auch nicht. Despotisch. Unfair. Selbstverliebte Psychopathen.

Die Krippe und der Kindergarten lagen an zwei Standorten. Nach einer halben Stunde Fahrt von der Arbeit hatte ich wiederum eine halbe Stunde Zeit beide Stätten anzufahren und meine Kinder abzuholen, die von 8:30 bis knapp 17h in der Einrichtung verbracht hatten und entsprechend gelaunt waren.

Auf dem Weg schnell einkaufen? Pustekuchen! Das klappte nur, wenn ich vorher auf meine halbe Stunde Mittagspause verzichtete und nur nach Absprache. Nix mit Vertrauen oder so. Wegen jedem kleinen Pups musste man da vorsprechen! Wie gesagt: die Atmosphäre war das Grauen, und alle Kollegen litten darunter.

Ich kam abends entnervt zuhause an, wo nichts mehr lief: Unseren Haushalt und Garten machten wir am Wochenende, einkaufen auch. Statt uns also erholen zu können, hatten wir am Wochenende volles Programm, und unsere beiden Kinder drehten am Rad. Dazu eine leere Familienkasse, denn so richtig gelohnt hat sich das finanziell mit meinem Arbeiten nicht. Pizza bestellen? Bei den Preisen? Wir fuhren Monat für Monat ein Stückchen mehr ins Minus.

Dazu kam die echt schlechte Stimmung im Büro. Ich bin teils mit Angstgefühlen dahin gefahren.

Es dauerte keine zwei Monate, bis ich krank wurde. Bronchitis – und die blieb auch hartnäckig!

Mein Arzt stellte bei mir einen schweren Eisenmangel fest und verordnete mir Infusionen!

Ich muss dazu sagen: In Stressphasen neige ich dazu eher nichts zu essen, und genau das war meiner Gesundheit zum Verhängnis geworden.

Ich konnte netterweise meine Stunden auf 32 Stunden pro Woche reduzieren, das war wirklich nett.

Fortan brachte ich die Kinder weg UND holte sie ab, ich hatte also morgens eine halbe Stunde Zeit um beide wegzubringen und nachmittags eine halbe Stunde um sie abzuholen.Da Stefan das stärkere Gehalt hatte, haben wir das so entschieden, dass er in seinem Job den Rücken frei hat. Auch wenn die Kinder krank waren, blieb ich meist zuhause. Das war mir auch ganz lieb, denn ich war nicht gern im Büro. Stefan dagegen hat so einen #arschcoolearbeitgeber – mit viel Verständnis, Vertrauensarbeitszeit, guter Bezahlung, Home Office usw.

Wegbringen und abholen – das ging gerade so mit der Zeit. Mir ging es etwas besser damit weniger zu arbeiten, aber mein geheimer Plan – nach einem Jahr Arbeiten schwanger werden – wurde vorverlegt: Nach Ende der Probezeit eröffnete ich meinem Chef wieder schwanger zu sein. Er hat mich nicht gefeuert. Ok, hätte er selbst dann nicht dürfen, wenn ich noch in der Probezeit gewesen wäre, weil ich grundsätzlich einen Festvertrag hatte. Von sowas können viele Mamas ja nur träumen; ich war mir ja auch bewusst, dass ich eigentlich voll Glück gehabt hatte.

Betreuung

Mit dem dritten Kind schwanger standen wir vor einem Problem: Drei Kinder in der Ganztagsbetreuung hätten uns 900€ gekostet (im Monat, kein Witz!). Zwar hätte Finja im letzten Jahr vor der Schule nichts mehr bezahlt, aber Jesper wäre dann von 75% auf 100% Anteil gerutscht. Und die Nachmittagsbetreuung in der Schule hätte uns auch 150€ plus Essen gekostet. Damit hätten wir 400€ + 350€ + 150€ gehabt (so in etwa). Und eigentlich hatten wir damals schon von VIER Kindern geträumt.

Wie soll man sich da FÜR Kinder entscheiden, wenn man sie nicht ernähren kann, trotz zwei Vollzeitgehältern?

Das weitere Problem sahen wir auch schon auf uns zukommen: Kindergarten und Krippe waren bis 17h auf, die Nachmittagsbetreuung der Schule ging aber nur bis 15:30h. Da fragt man sich doch auch, wie das gehen soll?

Und dafür zahlt man noch Unsummen! Übrigens war die Betreuung in dem Kindergarten allenfalls eine Verwahrung: Der Krankenstand der Mitarbeiter war derart hoch, dass ein Jahr krank fehlen keine Seltenheit war. Dauernd waren Aushilfen und Zeitarbeitskräfte da, die dann auch noch alle zwei Monate wechselten. Tja – wir sind ja bei „so isses“, nicht wahr?

Ursprünglich wollte ich ja nach der Babypause zurück zu meinem Arbeitsplatz, aber die Stimmung in dem Laden hat mich nicht gerade zurück gezogen. Ganz ehrlich: Da jeden Tag hinzumüssen war die Hölle. Der Druck gipfelte dann irgendwann in vorzeitigen Wehen und einem Arbeitsverbot. Danach wurde es besser. Ich habe dann später gekündigt.

Unsere Lösung

Ich mach es jetzt mal so kurz wie möglich: Wir sind in meine Heimatstadt Paderborn gezogen. Mein Cousin hatte sich zwar auch über horrende Kindergartenpreise aufgeregt – auf Nachfrage, wieviel er denn bezahle, kam dann „100€“ für Teilzeit. Und alle Geschwister kostenlos!!!

Ganz ehrlich, diese Geschwisterflatrate spart uns unglaublich viel Geld – ich werde auch nie was auf Paderborn kommen lassen!

Wir hatten durch diesen Umzug so wahnsinnig Glück: Meine Mutter war zu ihrem Lebensgefährten gezogen und wir konnten in ihr Haus, das wir inzwischen für einen absolut lächerlichen Preis mietkaufen (Danke, Mama!!).

Finja zahlt momentan im letzten Jahr vor der Schule auch nichts, aber der Unterschied ist: Die Geschwister auch nicht! Der Kindergarten kostet momentan nur das Essensgeld, das ist absolut leistbar. Das wird sogar taggenau abgerechnet, und wir kriegen immer was zurück, wenn die Kinder mal nicht im Kindergarten essen. Die Qualität der Betreuung ist 1a; die Vorbereitung auf die Schule ist top, das muss ich echt mal sagen.

Der „Preis“, den wir zahlen: Stefan pendelt! Er arbeitet von Montag bis Donnerstag in Hamburg. Er konnte dank seines „arschcoolen Arbeitgebers“ seine Stundenzahl auf 36 reduzieren und die auf vier Tage verteilen (Rest ist Home Office). Bisher konnte er recht günstig bei seiner Mutter wohnen, die auch in Hamburg lebt.

Ich bin also unter der Woche alleinerziehend mit mittlerweile vier Kindern. Ok, momentan genießt Stefan sechs Monate (!!!) Elternzeit – dank seines extrem familienfreundlichen Arbeitgebers. Dass das ein Einzelfall in diesem Land ist, wissen wir sehr zu schätzen – ein Grund mehr dafür, dass Stefan auch dort bleiben will. (Vielleicht bloggt Stefan hier mal als Gast zu dem Thema, wie er sein Papasein zwischen Job und Familie so erlebt – vorausgesetzt, ihr hättet daran Interesse?)

Welchen regulären Job würde ich aber nun bekommen??? Mit meinen Referenzen??? *lachmichtot*

Die Aussichten

Im Moment wage ich die Flucht nach vorn: Ich habe mein kleines Unter-näh-men gegründet und festgestellt, dass mir Bloggen und Nähanleitungen schreiben am besten liegt. Und dass man damit auch Geld verdienen kann.

Ich bin dankbar, dass ich es noch nicht muss, sondern Zeit habe ein paar Dinge auszuprobieren und meine Reichweite aufzubauen. Klar sollte das irgendwann auch Gewinne abwerfen, damit das Finanzamt mir mein Gewerbe nicht gleich wieder aberkennt, aber so schlecht steht mein Crafting Café im Moment gar nicht da, worüber ich mich sehr freue. (Von einem geregelten Einkommen kann noch lange nicht die Rede sein, aber ich bin glücklich und zufrieden und kenne den Weg, der vor mir liegt.)

Was
wäre meine Alternative? Die Armutsfalle 450€-Job am Wochenende an
irgendeiner Kasse sitzen. Dann hätte ich die
Kinder Mo-Do und Stefan von Fr-So. Super! Familienfreundliches Deutschland!

Unsere
Ehe könnten wir dann gleich begraben, und unsere Kinder (die sowieso
gerade alle in so ner Phase sind) würden uns nochmal zusätzlich ne
Quittung ausstellen.

Stefan belächelt mich manchmal mit meinem „Business“. Wenn ich mein Fairphone in der Hand halte, fragt er dann schonmal „Na, zählste wieder deine Follower?“

Aber ganz ehrlich: Ich freu mich über JEDEN einzelnen von euch, denn jeder Klick und jeder Like und jeder Kommentar ist eine Bestätigung, eine Ermutigung, ein Schulterklopfen. DANKE!!!

#muttertagswunsch

Heute ist ja auch Muttertag, und es ist kein Zufall, dass ich diesen Text heute bringe. Auf Twitter läuft unter dem hashtag #muttertagswunsch eine wunderbare Aktion, was Mütter sich wirklich wünschen statt Blumen und Pralinen. Ihr habt selbst schon festgestellt, dass ich auch kein Herzchen-Utensilo für den Muttertag entworfen habe, dabei müsste ich mich als Kreativbloggerin an Muttertag mit Ideen überschlagen!

Hier nun meine Muttertagswünsche:

  • bezahlbare Kinderbetreuung für alle, keine regionalen Unterschiede mehr
  • mehr und besser bezahlte Erzieherinnen und Erzieher
  • für jeden Elternteil 10 Tage Sonderurlaub pro Kind pro Jahr bis zum 16. Lebensjahr des Kindes um alle Ferien überbrücken zu können
  • Verlängerung der Erziehungszeiten für die Rente und eine volle Anerkennung für Erziehungs- und Pflegezeiten
  • eine Reform des Steuersystems (obwohl wir mit unserem Modell vom Ehegattensplitting profotieren)

.. und wenn wir schon bei wünsch-dir-was sind:

  • bedingungsloses Grundeinkommen
  • Abschaffung von Hartz IV
  • Abschaffung prekärer Jobs

Einen Linktipp hab ich noch zum Schluss für alle kinderreiche Familien (ab drei Kindern): Der Verband kinderreicher Familien e.V. setzt sich speziell für die besonderen Interessen kinderreicher Familien ein.

Ausblick

Wir sind leidenschaftlich gern Eltern. Im Moment fordern uns die Zwerge auch ganz stark, aber wir lieben sie und tun alles für sie. Wir wollen keinen missen. Wir wollten vier, und wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt um uns diesen Traum zu erfüllen. Aber wir werden noch viele Jahre den Spagat Paderborn-Hamburg haben – und das wird für uns alle hart werden.Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet für uns also in erster Linie eine Trennung: Familie in Paderborn, Arbeit in Hamburg!

Für mich wird die Zeit der Blog-Spielwiese irgendwann vorbei sein, und dann muss ich mir was einfallen lassen, wie es weitergeht, sollte ich hiermit nicht wenigstens ein kleines Einkommen generieren können.

 „Sorgen machen ist Missbrauch von Phantasie“

– deshalb grübele ich heute noch nicht darüber nach, sondern vertraue darauf, dass es irgendwie mit mir weitergeht. Bin ja kreativ.

Jetzt seid ihr dran! Her mit eurem Senf in den Kommentaren!

Bis bald, Sonja

 

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(Anzeige) Wellness für Mama mit der Sekunden-Sprühlotion von Kneipp*

Neulich schrieb ich über Zeitmanagement. Seit Vincent da ist, wurden die Karten nochmal neu gemischt. Im Moment ist es tatsächlich so: Zeit fehlt an allen Ecken und Enden, und ich knappse soviel Zeit wie möglich von anderen Dingen ab, z.B. von der Schönheitspflege, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Und das, obwohl wir erst im Dezember unser Badezimmer vollständig renoviert haben und ich es wirklich liebe dort zu duschen!

Zeit für Pflege

45 Minuten täglich verbringen die Deutschen mit der Körperpflege. Tja – ich nicht! Ich würde gern jeden Tag 45 Minuten mit Körperpflege verbringen – das ist für mich ja sowas wie „Wellness“, und das kommt in meinem Mamasein wirklich viel zu kurz.Ich dusche aus organisatorischen Gründen immer abends. Das habe ich mir irgendwann beim zweiten Kind so angewöhnt, weil ich sonst gar nicht mehr unter die Dusche gekommen wäre. Die Umstellung damals war auch nicht ganz einfach, aber es hat meinen Mama-Tag sehr entstresst.

 Inzwischen liebe ich es, weil ich abends den ganzen Tag
„abwaschen“ kann. Dann beginnt „meine“ Zeit!Trotzdem bin ich irgendwie immer in Eile – da ruft dann schon
die Nähmaschine (oder auch mal eins der Kinder), und ich habe keine Zeit ausgiebig unter der Dusche zu stehen, geschweige denn mich einzucremen!

Sekunden-Sprühlotion von Kneipp

Abhilfe verspricht da die neue Sekunden-Sprühlotion von Kneipp, die ich testen durfte und heute vorstelle. Ich greife sehr gern zu Kneipp-Produkten, weil ich von der Qualität und der Firmenphilosophie überzeugt bin. Das Gesundheitskonzept von Sebastian Kneipp (1821-1897) fußt auf den fünf Säulen Wasser, Pflanzen, Bewegung, Ernährung und Balance – ein eigentlich sehr moderner Ansatz, der sich auch in der Firmenphilosphie von Kneipp widerspiegelt.

Inhaltsstoffe und Nachhaltigkeit

Wie alle Produkte von Kneipp wird auch die neue Sekunden-Sprühlotion vegan hergestellt, d. h. sie kommt ohne Tierversuche aus, und sie enthält weder Mikroplastik noch Palmöl. Ich erwähne das deshalb, weil ich als Kundin mittlerweile sehr darauf achte was in Pflegeprodukten enthalten ist.
Ich kaufe auch gar nicht so viele Pflegeprodukte, aber ich achte darauf, dass die Inhaltsstoffe ohne Silikone und Parabene auskommen, möglichst natürlich sind und nachhaltig und vegan produziert. Dafür gebe ich auch gern etwas mehr Geld aus. Achtet ihr bei Kosmetik und Pflege auf die Inhaltsstoffe und nachhaltige Produktion?

Zeit für mich: Mein Date mit mir!

Ich habe die Sekunden-Sprühlotion „Zitronenverbene ~ Avocadobutter“ getestet und bin begeistert: Ein feiner Nebel wird auf die Haut gesprüht und dann sanft gecremt. Nach vier Schwangerschaften und heizungsbedingt trockener Haut ist das schon eine Wohltat. Die Lotion klebt nicht, zieht schnell ein und verleiht ein wunderbares, samtiges Hautgefühl – damit starte ich dann doch sehr entspannt und mit einem Hauch von Wellness und Luxus in „meinen“ Abend!

Das Beste an ihr ist aber ihr Duft! Ich schnuppere auch jetzt während des Schreibens immer wieder an mir – denn der Duft trifft genau meinen Geschmack: Frisch und herb zugleich mit einer ganz leicht fruchtigen Note – eine sehr gelungene Komposition (und ja, ich kann mich sehr für schöne Düfte begeistern).
Wer sich darüber vielleicht ein wenig wundert, dem sei gesagt: Ich habe früher jahrelang Seifen gesiedet und auch selbst beduftet. Ich habe viel mit ätherischen Ölen gearbeitet und eigene Düfte kreiert. Wenn die Kinder etwas größer sind, will ich das auch wieder machen.Wie ist das bei euch? Welche Düfte mögt ihr so?Bis bald,
Sonja

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Bauchzwergen-Landung

Einige haben es über instagram schon mitbekommen: Der kleine Bauchzwerg ist gelandet! Er kam direkt am Valentinstag am 14.02.2017 bei einer vollkommen unkomplizierten Geburt im Geburtshaus Paderborn zur Welt und macht seitdem unser Leben noch ein kleines Stück perfekter!

Er heißt Vincent, bringt 3kg auf die Waage und wird sicher sehr bald noch mehr von sich sehen und erzählen lassen. Bisher ist er ein sehr verschlafener Zeitgenosse, und wir genießen vorerst die Ruhe.

Lieber Gruß,
Sonja

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Zeitmanagement für Mamas. Life Balance und Glücklichsein mit Kindern, Haushalt und Blog

Immer mal wieder bekomme ich Komplimente oder ernte Erstaunen. Das drückt sich dann meist ungefähr so aus: „Wie schaffst du das alles?“ – „Wie machst du das nur?“ Flankiert wird das meistens von Sätzen wie „Ich bin abends so platt, ich kann dann nur noch fernsehen.“ Ich wurde sogar schon als „Zeitmanagement-Genie“ bezeichnet – alles Komplimente, die ich gern annehme. Aber eigentlich empfinde ich meine Art Haushalt und Kinder und Blog und Nähstudio zu organisieren ganz normal. Oder doch nicht? Meine goldenen Regeln und ein paar ganz grundsätzliche Dinge über das Leben und das Glücklichsein und zum Zeitmanagement für Mama(-Blogger) lest ihr heute hier…

Zeitmanagement und Life Balance

Ich kenne so viele Leute, die dauernd im Stress sind (dem negativen), weil sie keine Zeit mehr haben. War ich auch mal. Bin ich auch immer noch, aber irgendwie positiver, finde ich. Wie komme ich jetzt auf Stress? Nun ja, Stress und Zeitmangel hängen ja irgendwie zusammen. Wer kennt das nicht, dieses „Ich brauch mal wieder Zeit für mich“? Die Lösung ist also scheinbar, dass man möglichst viel Zeit „für sich“ zusammenspart um dann viel Zeit zu haben. Was dann automatisch zu Entspannung führt. Jedenfalls theoretisch.

Ich schreib heute mal ein paar Takte aus meiner Sicht dazu. Und eigentlich gehts auch nur vordergründig um Zeitmanagement, sondern vielmehr um „Life Balance“. Nicht Work-Life-Balance oder Blog-Life-Balance oder Kids-Life-Balance, sondern ganz schlicht „Life Balance“. Denn für mich gehört alles zu meinem Leben dazu: Meine Kinder, mein Mann, mein Blog, meine Nähwerkstatt und auch der Haushalt. Das alles und noch mehr unter einen Hut zu bekommen geht nicht, wenn man mit strikten Polen arbeitet, die sich bitte nicht berühren dürfen. Ich glaube fest daran, dass alles um uns im Fluss ist. Und nur so funktioniert auch der Alltag mit vier Kindern, Blog, Haushalt und der Nähmaschine.

Ich werde im folgenden Text also mehr auf die Basis eines glücklichen Zeitmanagements eingehen statt irgendwelche Tools zur Terminorganisation vorzustellen. Dazu kommt dann nochmal ein separater Beitrag! Denn eins beobachte ich immer wieder: Das „Problem“ ist nicht das richtige Tool, sondern mehr …

… eine Frage der Einstellung

Fühlst du dich von Terminen und To-Dos verfolgt? Hast du allem und jedem gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil du nie Zeit hast? Und eigentlich fühlst du dich leer und ausgebrannt und fragst dich, wann denn mal wieder Zeit für dich ist?

Also zunächst einmal: Es geht uns allen so! Wenn man „Zeitmanagement“ googelt, landet man bei diversen Methoden und/oder Tools, die einem helfen die einem „zur Verfügung stehende Zeit möglichst produktiv zu nutzen.“ (Wikipedia)

Wenn man sich Definitionen wie diese mal auf dem Zahnfleisch zergehen lässt, muss man sich gerade als Mama fragen, ob die „produktive Nutzung von Zeit“ beim Thema Kinder nicht vollkommen deplatziert ist, denn Kinder nutzen ihre Zeit – ihre Kindheit! – genau gegenteilig zu dem betriebswirtschaftlichen Streben möglichst viel Profit aus der uns gegebenen Zeit herauszuholen. Kinder spielen einfach. Vergessen die Zeit dabei. Und damit sind sie die großen Gewinner.

Das ist der Kern dessen, was ich Dir heute sagen will: Wir sind es in unserer kapitalistischen Welt gewöhnt überall das Optimum herauszuholen – den größten Profit und die besten Rendite zu machen. In punkto Geld, und in punkto Zeit. Denn Zeit ist Geld, haben wir alle mal gelernt. Aber so wenig wie Geld glücklich macht, macht Zeit allein glücklich. DAS habe ich von meinen Kindern gelernt.

Zeit muss man nutzen. Auch das wissen wir eigentlich alle. Nur wie, ist die Frage. Ganz ehrlich: Wenn ich z.B. eine Glotze hätte, vor der ich jeden Abend versumpfen könnte, würde es mir wahrscheinlich auch viel schlechter gehen. Denn Fernsehen ist tote Zeit (das gilt auch für deine Kinder, nur mal so nebenbei). Sobald wir uns in eine passive Rolle begeben, geben wir nicht nur die Verantwortung für uns ab, sondern auch wertvolle Energie. Ja, ich sitze abends lieber an der Nähmaschine oder schreibe für meinen Blog. Aber der Unterschied ist: Das GIBT mir Energie, anstatt sie mir zu nehmen! Das heißt nicht, dass ich nicht auch mal gern einen Filmabend habe oder nicht gern ins Kino gehe – im Gegenteil!

Aber wie und wo soll man anfangen? Immer wieder nicken alle eifrig, wenn ich Weisheiten wie diese von mir gebe, und meist kommt dann, dass der Anfang das Schwerste ist. Das stimmt natürlich. Aber anfangen muss man, sonst endet man echt frustriert und wird zu einem sehr unangenehmen Zeitgenossen, der so zwischen Selbstmitleid, Neid und Griesgram vor sich hinvegetiert und auf den nächsten Arzttermin wartet.

 

Zeitmanagement für Mamas

Vor etwa einem Jahr habe ich einen Workshop besucht. Dabei ging es generell um die Mutterrolle, Selbstfindung, eigene Stärken und Schwächen usw. Das hatte rein gar nichts mit Zeitmanagement zu tun, und doch drehte sich bei allen Teilnehmerinnen alles um Zeit!

Eine Teilnehmerin sagte, sie würde gern Gitarre spielen lernen, aber jetzt mit ihrem dritten Kind hätte sie überhaupt keine Zeit mehr, und selbst wenn sich mal ein Zeitfenster auftäte, wüsste sie ja nie, ob das nur zehn Minuten sind und ob es sich „lohnt“ die Gitarre überhaupt zu hervorzukramen.

Dieses Problem kenne ich nur zu gut! Und mein Tipp war und bleibt: JA! Es „lohnt“ sich! Man kann Pech haben und es sind sogar weniger als zehn Minuten. Man kann aber auch Glück haben und plötzlich hat man eine ganze Stunde Zeit! Ich nenne das die „Mama-Schlaf-Lotterie“. Und ich ziehe auch nicht immer sechs Richtige.

Einmal hab ich mich richtig geärgert, dass ich bei einem unverhofft langen Mittagsschlaf nicht vorbereitet war und am Ende die schöne Zeit irgendwie verplempert habe. Das war tote Zeit, die ich mit nutzlosen Dingen vergeudet habe. Irgendeinen Mist im Internet gesucht oder irgendeine dämliche Diskussion im social network verfolgt oder so. Ich weiß nicht mal mehr, was ich in der Zeit gemacht habe. Es war tote Zeit, die mir Energie geraubt hat. Das hat mich maßlos geärgert, und es ist mir nie wieder passiert.

Die Kehrseite dieser Medaille ist aber auch: Wenn man mit einem langen Mittagsschlaf des Kindes rechnet und dann enttäuscht wird, sollte man für sich Strategien entwickeln das nicht ganz so schwer zu nehmen. Dein Baby macht das nicht um dich zu ärgern, auch wenn man sich in dem Moment echt betrogen fühlt. Auch das gehört dazu: Gelduldig sein und sich darauf freuen, dass der nächste Schlaf bestimmt kommt.

 

Ziele, Prioritäten und Entscheidungen

Der Schlüssel jedes erfolgreichen Zeitmanagements ist die Zielsetzung. Wenn man recht planlos durch seinen Alltag stolpert und am Ende des Tages einfach nur froh ist, dass das Kind schläft und man selbst vor der Glotze liegt, ist das völlig in Ordnung. Ich habe auch immer wieder solche Tage.
Dass man so aber weiter nichts erreicht und auch nicht das schöne Gefühl erlebt etwas Tolles, Kreatives geschaffen zu haben, erklärt sich aber auch von selbst: Du entscheidest!

Das mit der Entscheidung ist auch sowas. Ich habe mal den schönen Satz gelernt „Keine Entscheidung ist immer die schlechteste Entscheidung.“ Dieser Satz ist wahr. Egal um was es geht – ein Problem aufschieben oder sich selbst überlassen hilft nicht. Am Ende wirst du gezwungen sein eine Entscheidung zu treffen, dann kannst du das auch gleich machen, wenn dein Handlungsspielraum am größten ist. (Wir) Mamas wissen das. Es ist so ziemlich das erste, das wir spätestens ab Geburt unserer Kinder lernen.

Auch „Glücklichsein“ ist am Ende eine Entscheidung. Du kannst natürlich warten, bis das Glück irgendwann ausgerechnet an deine Tür klopft, oder du kannst entscheiden hier und jetzt etwas für dein Glücklichsein zu tun. Dich nicht dem Zufall überlassen und darauf warten, dass dich einer rettet. Die Zeiten sind vorbei. Wenn du also neben Kindern und Haushalt irgendwas machen willst, triff diese Entscheidung und entwerfe dir einen Plan, wie du das schaffen willst! Steck dir Ziele, und seien sie noch so klein.

„Gitarre spielen lernen“ kann ein Ziel sein. Oder „eine Pumphose für mein Baby nähen“. Fang klein an, lass Dir Zeit zu wachsen und vor allem: Sei nachsichtig mit Dir selbst, wenn es nicht auf Anhieb klappt.

 

Widerstände: Der Haushalt, der innere Schweinehund, die Müdigkeit…

Ich schreibe die ganze Zeit von irgendwelchen Zielen und Prioritäten, dabei müsste eigentlich erstmal der Tisch abgeräumt, die Wäsche gewaschen und die Spülmaschine ausgeräumt werden. Und der Müll rausgebracht. Fenster geputzt. Wäsche gebügelt. Bis das alles fertig ist, ist das Kind wieder wach. Und eigentlich wollte ich mich hinlegen…

Ja, ich hab diese Probleme auch, jeden Tag. Essen kochen kommt noch dazu, und dann natürlich Texte wie diesen schreiben, Fotos dazu machen, usw.

Zunächst einmal: Ich habe jahrelang daran gearbeitet (und optimiere immer noch!!), dass der Haushalt, Kinder und mein Blog „laufen“. Und es gibt gaaaaaaaaanz viele Tage, an denen ich scheitere. Da klappt auch mal nichts, weil die Kinder mies drauf sind oder krank oder weil irgendwas dazwischen kommt.

Meine ganz persönliche, goldene Regel ist: Ich mache keinen Haushalt, während mein Kind schläft. Die Zeit der schlafenden Kinder gehört MIR ALLEIN. Und ich habe immer irgendwas vor in dieser Zeit (und wenn es einfach schlafen ist, das kommt gerade jetzt in der Spätschwangerschaft häufig vor!).

Für die „Gefahr“, dass sich unverhofft ein Zeitfensterchen auftut, hab ich immer was im Hinterkopf: Schnittmuster ausdrucken oder kleben, Stoff zuschneiden, ein Bild für einen Beitrag bearbeiten… Das sind alles Sachen, die man auch in zehn Minuten schaffen kann! (Womit wir wieder bei den Basics sind: Lohnen sich 10 Minuten? – IMMER!!!)

Der Nachteil ist: Wir haben es eigentlich nie aufgeräumt. Ich versuche soviel wie möglich an Putzerei und Aufräumen unter der Woche mit wachem Kind zu schaffen, aber ich gebe zu, dass mein Ehrgeiz und mein Anspruch in diesen Dingen noch Luft nach oben haben. Für mich ist das ok, für die Kinder auch, und mein Mann hat sich weitgehend daran gewöhnt, solange ich ab und zu bei gemeinsamen Hau-Ruck-Aufräumaktionen am Wochenende mitziehe.

Der andere „Nachteil“ ist: Ich hab meist zig Projekte gleichzeitig, und manchmal – wenn privat auch noch Termine dazu kommen – komme ich ins Trudeln und drohe den Überblick zu verlieren.

Zusammenfassung: Zeitmanagement für Mamas

Ich habe schon das Feedback bekommen, dass das ja alles viel zu aufwändig sei. Dass es sich nicht „lohnt“, dass man sich verzettelt und am Ende nichts geschafft kriegt.
Naja, ich denke, es kommt hier wirklich auf die Einstellung an: Ich bin in meinen ganzen kleinen und großen kreativen Projekten sehr zielstrebig und ehrgeizig, und ich kann wohl und sicher behaupten sehr sehr viel zu schaffen (wenngleich ihr gar nicht ahnt, wieviel hier aufgrund von Alltag hinten rüber fällt! Ja, ich weiß, was ich alles nicht schaffe!). Aber ich habe gelernt, dass ich lieber mein Augenmerk auf meine Erfolge richte als auf alles, was gerade nicht läuft. Oder anders formuliert:

Und was den „Lohn“ angeht: Mir gibt meine Nähmaschine und auch der Erfolg meines Blogs in Form von Kommentaren, Likes usw. soooooo viel mehr als jeder Abend vor der Glotze (wir haben ja auch nicht einmal einen Fernseher…), dass ich ganz sicher sagen kann: Natürlich lohnt es sich! Immer! Es gibt dir ein gutes Gefühl. Du bist aktiv. Du lebst! Ich kann mir gar nicht vorstellen es jemals anders zu haben.

Bevor ich zum Ende komme, fasse ich noch einmal zusammen, was ein glückliches und erfolgreiches Zeitmanagement ausmacht, bevor wir mit dem Organisieren überhaupt beginnen (Tipps dazu werde ich bestimmt auch nochmal schreiben).

  1. Fang einfach an.
  2. Warte nicht auf Idealbedingungen.
  3. Nutze die Zeit, auch wenn es vielleicht nur zehn Minuten sind, für dich (was immer du gern machen möchtest).
  4. Stecke dir kleine, realistische Ziele.
  5. Sei nachsichtig mit dir selbst.
  6. Wenn dein Kind schläft, ist Deine Zeit!
  7. Gib nicht auf. Du schaffst das!

Dieses Thema wird mich hier auf dem Blog auch weiterhin immer mal beschäftigen. Wenn Dich ein Aspekt besonders interessiert, schreib mir doch einen Kommentar! Ich greife gern einzelne Themen nochmal besonders auf.

Das war auch schon die ganze Zauberei! So in etwa schaff ich das alles!

Wie sieht es bei dir aus? Wie bringst Du Dein Leben als Mama und als Blogger unter einen Hut? Hast du vielleicht noch einen Trick oder Tipp zur Optimierung?

Lieber Gruß,
Sonja

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Jahresrückblick 2016: Ein Jahr Crafting Café!

Bevor ich mich mit meinem Crafting Cafe nun in eine kleine Winterpause verabschiede, möchte ich das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Nicht nur dieses Kalenderjahr neigt sich dem Ende; auch mein Blog feiert nun bald seinen ersten Geburtstag! Da ist für mich die Zeit gekommen ein wenig in mich zu kehren und auf das vergangene Jahr zurückzuschauen.

Der Anfang

2016 begann ich meinen Blog „The Crafting Café“, der meine geplante Selbstständigkeit als Unter-näh-merin von nun an begleiten sollte. So ganz wusste ich noch nicht so recht, wohin mich diese Reise führen sollte (und weiß es auch noch immer nicht so ganz genau), aber da ich auch schon vorher lange rein privat gebloggt habe und mir das Bloggen immer Spaß gemacht hat, fand ich es für mich den besten Weg um online „präsent“ zu sein. Mehr über meine Bloggergeschichte habe ich hier geschrieben.

Ursprünglich war meine Geschäftsidee, genähte Sachen über meinen Dawanda-Shop, Fachvermietungen und als Auftragsware zu verkaufen. Den Blog hatte ich also als Anlaufstelle für potentielle Kunden geplant. Daraus entwickelte sich allerdings mehr und mehr das heutige „Konzept“, das nirgendwo geschrieben steht, und dass auch noch längst nicht fertig ist.

Mein Näh- und Kreativblog

Im Hintergrund war ich Anfang des Jahres noch mit vielen Formalitäten rund um die Selbstständigkeit beschäftigt – diverse Ämter, Handwerkskammer, Verpackungsverordnung und auch rechtliche Grundlagen für das Betreiben einer Internetseite, sowie die Konsultation unseres
Steuerberaters gehörten dazu.

Gebloggt habe ich zu Anfang also eher wenig – hier und da ein neues Nähwerk, mehr nicht.

Da ich vorher schon Ideen für eigene Schnittmuster hatte und ich den Versuch starten wollte als Nähblog mit Tutorials und Schnittmustern
erfolgreich zu sein, hatte ich mir schon im Vorfeld über das Bloggen Gedanken gemacht. Aber „Gedanken machen“ und „machen“ sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe!

Erste Schritte als Nähblogger

Anfangs fehlte noch viel Know How. Ich hab viel gelesen und dann einfach gemacht und ausprobiert. Noch immer hab ich ein paar „Leichen“ hier auf dem Blog, die ich noch überarbeiten will – das ist ein Projekt für die kommende Babyzeit.
Die DIY-Szene im Internet ist insgesamt sehr kontaktfreudig und hilfsbereit. Es entstanden bereits im Februar die ersten Kontakte zu anderen Kreativbloggerinnen.

Mein erstes Näh-Tutorial war das „Utensilo aus einem Stück“, aus dem sich inzwischen eine kleine Serie unter dem Titel „Nähen für Faule“ entwickelt hat.

Wenn man einen Näh-und/oder DIY-Blog professionell betreibt, bedeutet das, regelmäßig möglichst innovative und neue Ideen zu posten – und das erfordert gute Schritt-für-Schritt-Bilder plus Anleitungen. Viel Zeit zum Experimentieren bleibt da wenig. Und ich hab ja auch noch drei kleine
Kinder!

Ein paar Ideen hatte natürlich im Vorfeld gesammelt. Und mir gehen viele dieser Voraussetzungen leicht von der Hand, weil es mir einfach soviel Spaß macht. Manche Dinge kamen ganz ohne große Vorbereitung aus, z.B. mein zweites kleines Näh-Tutorial, das im beginnenden Winter Ende 2016 nochmal eine Renaissance erleben sollte: Valery, der Partnerhandschuh.

 

Valery habe ich als Partner- und als Eltern-Kind-Handschuh entwickelt und ist mein erstes „richtiges“ Schnittmuster.

Es ist erstmals im Februar zum Valentinstag erschienen, als es schon fast wieder warm wurde. Erst Ende des Jahres wurde es dann irgendwie wieder aktuell und zog unglaublich viele Klicks auf den Blog. Das hat mich sehr gefreut, war aber auch Anlass zur Überarbeitung. Inzwischen kannte ich mich mit dem Programm besser aus und habe das Schnittmuster angepasst: HIER findest Du das aktuelle Freebook!

Neben „Valery“ habe ich dann noch eine Häkelanleitung geschrieben und ansonsten im März erst einmal den Geburtstag meines Sohnes gefeiert.

Aus diesem Anlass habe ich einen langen Post geschrieben, in dem ich unter anderem ein Backbuch empfehle – genau dieser Eintrag sollte im Verlauf
des Jahres zu einem sehr sympathischen Kontakt und einer Kooperation führen. Neben „Valery“ ist das für mich eins der besten Beispiele, dass
der „Erfolg“ beim Bloggen manchmal einfach ein bisschen Zeit braucht.

Parallel plante ich bereits ein erstes eigenes Probenähen. Ich hatte bei einem anderen Probenähen teilgenommen (und hätte noch bei viel mehr
mitgemacht, wenn ich denn die Zeit gehabt hätte), und wollte es nun selbst versuchen. Als erklärter Taschen-Junkie hatte ich eine Kindergartentasche entwickelt: Das Käferlein, das dann im Juni als mein erstes Schnittmuster erschinenen ist:

 

Crafting Cafe goes Facebook

Zuvor stand allerdings noch etwas anderes an: Meine Facebook-Seite! Ursprünglich hatte ich auf einen Facebook-Kanal sogar gänzlich verzichten wollen. Auch mit diversen weiteren social-media-Kanälen hatte ich mich bislang nicht oder nur halbherzig beschäftigt. Facebook kannte ich privat, aber ich wollte eigentlich keine Unternehmensseite dort haben.

Irgendwie wurde mir Ende März klar, dass ich ohne Facebook langfristig keinen Erfolg haben würde – denn natürlich bin ich daran interessiert möglichst viele für meine Ideen und meinen Blog zu begeistern, und ohne Facebook erscheint mir dieses Ziel unmöglich. Wie stark tatsächlich der Näh- und Kreativmarkt dort vertreten ist, wurde mir auch erst noch viel später klar.

Am Anfang meiner Zeit auf Facebook standen eher so rechtliche Fragen nach dem Impressum und einem Titelbild. Viele meiner privaten Freunde
gaben meiner Seite dankenswerter Weise ein Däumchen, und so startete ich mit ich glaub irgendwas um die 30 Fans. Bis November sind daraus über 160 geworden, und ich freue mich total über jeden Einzelnen, der meine Seite liked und kommentiert! Gerade dank des Sternkörbchens, das ich vor ein paar Tagen vorgestellt habe, folgen meiner Seite nun über 230 Leute – das ist der totale Wahnsinn — Danke!

Mama-und-Familien-Blog

Während dieser ersten Zeit – April bis Juni – kristallisierten sich immer mehr „Mama“-Themen heraus, die mir wichtig genug waren, um sie dauerhaft hier im Blog aufzugreifen. Immerhin beschäftigt mich jedes einzelne davon, und ich kann wohl von mir behaupten, inzwischen viel Erfahrung als Mama zu haben. Ich versuche dabei, nicht belehrend aufzutreten, sondern mehr Erfahrungen zu schildern.

Schon die ersten Reaktionen auf meine „Mama“-Beiträge waren durchweg positiv und bestärken mich, diesen Weg weiter zu gehen. Einer der erfolgreichsten Blogbeiträge in diesem Jahr war dann auch im September „Bye bye Kinderwunsch“, der auch einer der persönlichsten Texte bisher auf diesem Blog ist. Stolz bin ich darauf, dass dieser Text im „Familienbloggerzin“ aufgenommen wurde.

Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an Zicklein und Böckchen!

Die zweite Jahreshälfte

In der zweiten Jahreshälfte überschlugen sich hier bei uns zuweilen die Ereignisse. Das hatte zum einen private Gründe: Wir haben ein Haus gekauft und hier mit diversen Renovierungs- und Umbauarbeiten begonnen, die auch immer noch aktuell „nebenher“ laufen. Mein Nähzimmer war das erste Bau-Projekt; darüber habe ich unter anderem hier geschrieben.

Der Sommer hat mir dann leicht den Boden unter den Füßen weggezogen – die Kinder hatten vier Wochen Ferien, und es war hier teilweise echt turbulent. Das hatte ich im Vorfeld doch etwas unterschätzt, sodass ich dann erstmal in eine erste Blogpause gegangen bin. Im nächsten Jahr werde ich das besser planen!

Trotzdem fand in dieser Zeit die erste Nähblogger-Themenwoche zum Thema „Urlaub (mit Kindern)“ statt, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Im Rahmen dieser Woche konnte ich auch viele Kontakte zu anderen Nähbloggerinnen festigen; später sollte eine weitere Themenwoche folgen, sodass wir inzwischen eine kleine „Truppe“ sind. Für diese Themenwoche habe ich auch weitere kostenlose Freebooks und Nähanleitungen geschrieben, unter anderem für die „Büchertasche aus einem Stück“.

Erfolge und „Nähen für Faule“

Diese Büchertasche – das war mir vorher nicht so klar – habe ich auch als Freebook über meinen Shop bei CrazyPatterns veröffentlicht. Irgendjemand in der Redaktion dort muss sie so sehr gefallen haben, dass sie prompt als Highlight im nächsten Newsletter erschien, was mich persönlich total gefreut hat! Daraufhin wurde das Freebook bis heute knapp 1800x runtergeladen – damit hab ich vorher im Traum nicht gerechnet!

Es folgten außerdem ganz viele liebe Bewertungen und Kommentare wie z.B. „super,so macht Bücher verschenken Spaß .Alles super“ oder „leichter geht es echt nicht mehr wie bei dieser Tasche“. Das hat mich richtig überwältigt, und ich bedanke mich bei allen, die sich die Zeit genommen haben eine Bewertung abzugeben!

Auch vor dem Hintergrund dieses Erfolgs entwickelte sich die Idee Nähen für Faule weiter, und ich hoffe, dass noch viele weitere Anleitungen folgen werden!

Bloggerlife vs. Mamalife und roXXanne

Trotz aller kleinen und großen Erfolgserlebnisse war ich zwischendurch mit meinem Spagat unzufrieden. Dazu kam die Schwangerschaft, mit der ich zu Anfang noch nicht so „im Reinen“ war, wie ich in dem bereits verlinkten Beitrag „Bye bye Kinderwunsch“ ja schrieb.

Aber ich habe natürlich weiter meine Projekte verfolgt, und dann entstand auch bald die Idee für mein zweites Schnittmuster „roXXanne“.

Das Probenähen lief – so fand ich – deutlich organisierter ab als noch beim Käferlein, und ich war auf vieles bei der Organisation besser vorbereitet. Viele Probenäherinnen vom Käferlein waren wieder dabei, und so war es eine schöne Zeit, bei der unglaublich tolle Taschen entstanden sind!

Ich kann auch nur immer wieder betonen: Mein Herz macht jedes Mal einen Sprung, wenn jemand eine Tasche oder irgendwas nach meiner Anleitung näht! Das ist einfach ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Und weil bei „roXXanne“ so tolle Designbeispiele entstanden sind, habe ich viel Zeit investiert und ein LookBook entwickelt, das zum Erfolg des Schnittes wesentlich beigetragen hat.

roXXanne hat sich bisher ganz gut verkauft. Ein bisschen Glück und Zufall haben dabei auch geholfen: Bei CrazyPatterns gab es zur Veröffentlichung gerade eine Rabattaktion, bei der ich mitgemacht habe. roXXanne hat es wieder in den Newsletter geschafft, und das hat sehr geholfen den Schnitt bekannt zu machen – vielen Dank!

Zum Jahresende…

Ein langes und kreatives Jahr neigte sich nun dem Ende! „Zwischendurch“ hatte noch die zweite Nähblogger-Themenwoche zum „Herbst“ stattgefunden, und die Adventszeit wurde auch schon geplant. Für den Advents-Blogger-Kalender hatte ich allerdings wegen des bereits genannten Spagats und dem Gefühl, dass mir alles zuviel wird, gleich meine Teilnahme abgesagt. Das war auch die richtige Entscheidung.

„Nebenbei“ habe ich hier fleißig Kundenaufträge genäht und einen Weihnachtsmarkt vorbereitet, und alles geht nun einmal nicht. Außerdem bin ich ein erklärter Weihnachtsmuffel und kann speziell angesichts der Lage unserer Mutter Erde und ihrer Kinder nicht wirklich in „Weihnachtsstimmung“ kommen.

Ein kleines Freebook habe ich dann doch noch zum Jahresende geschrieben: Das Sternkörbchen!

Angesichts der vielen Advents-Freebooks und Verlosungen habe ich überhaupt nicht mit einem solchen Erfolg gerechnet. Innerhalb eines Abends kletterten meine Followerzahlen bei Facebook um über 60 (!!!) Fans nach oben; das Freebook wurde inzwischen knapp 600x heruntergeladen, und die Anleitung wurde bis jetzt über 3000x angeklickt.

Was soll ich sagen? DANKE!!! So viele nette Kommentare, Likes und Rückmeldungen auf ein so kleines Freebook — wow!

Das freut mich total und zeigt mir: Ich bin mit meinem Blog und Nähanleitungen – dem Mix aus Mama’s Life, Näherei, Schnittmustern und Freebooks auf dem richtigen Weg. Und auch wenn ich Anfang des kommenden Jahres in eine kleine babybedingte Blogpause gehe, werde ich diesen Weg weiter beschreiten. Und ich freu mich auf alle, die mir weiter die Treue halten!

Ausblick und Projekte

Ich deutete gerade schon die Blogpause an: Ja, ich werde nun erstmal in die Winterferien gehen, bis Mitte Januar 2017. Und danach kann ich erstmal nichts versprechen – ich habe Beiträge in Planung, aber Ende Februar kommt dann Kind Nr. 4, und dafür möchte ich erstmal den Rücken frei haben und mich zu nichts verpflichten. Sicher werde ich mich im Januar/Februar nochmal melden und dann hoffentlich ab Ende März wieder regelmäßiger – das kommt darauf an, wie es hier läuft!

Mein erster Mädchenkleidschnitt!

Was ich für 2017 auf jeden Fall vorhabe: Ein erster Kleiderschnitt für Mädchen! Die Pläne sind sogar schon „in der Mache“ – heißt, ich arbeite bereits an dem Schnittmuster. Wer mir auf instagram und/oder Facebook folgt, wird demnächst eventuell erste Bilder sehen.
Wann ich dazu ein Probenähen veranstalte… ich befürchte, dass es April oder Mai wird, aber dann werde ich Probenäherinnen für voraussichtlich die Größen 86-134 suchen, und jede Größe würde ich gern mindestens doppelt besetzen um ein umfassendes Feedback zu erhalten.

Blogging

Auch beim „Bloggen“ habe ich natürlich noch weitere Pläne – jetzt habe ich mir erstmal den schönen Blogplaner von Kreavida gekauft und werde meine Erfahrungen aus dem ersten Blogjahr mitnehmen um mich im kommenden Jahr noch besser zu organisieren und hier auf dem Blog die richtige Themenmischung rund um meine Näh- und Mamawelt zu präsentieren.


Danke!

Bis dahin verabschiede ich mich nun nach diesem meterlangen Beitrag in die Blogpause bis voraussichtlich Mitte Januar 2017. Ich wünsche allen, die dies lesen, ein paar schöne und friedliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Außerdem möchte ich mich bei einigen Blogger-Weggefährtinnen für die gute Zusammenarbeit, den Support beim Probenähen und überhaupt für die schöne Gemeinschaft ganz herzlich bedanken!
Ich hoffe, wir werden auch im kommenden Jahr noch das ein oder andere schöne, kreative Projekt miteinander stemmen!

Eva Kartoffeltiger

Ellen’s Schneiderstube

… und dann kam irma

Maritabw macht’s möglich

Augenstern-HD und Zauberkrone

Kreavivität

Susi näht

 Ökolochic

Außerdem gilt mein Dank meinen wunderbaren Probenäherinnen, die mich beim Käferlein und roXXanne mit Ideen, Feedback und wunderschönen Designbeispielen unterstützt haben!

Danke Euch!

 

Karo von 27stitcheslater (FB)

Bianca P. von Julie Handmade (FB)

Abendstern von und mit Rock’n’Roll-Nähmaschine

Elly Nadine G. von El-Ra-Ya by Elly (FB)

Ingrid C. von Nähen & Sticken aus Leidenschaft (FB)

Anja – https://m.facebook.com/Stepptanznadel/ 

Sabine von EmmA Ostsee – https://www.facebook.com/emmaostsee

Emmi´s cuties, Sabine Grüner – https://www.facebook.com/Emmis-cuties-915449291885115/

Noemi von Mama Nachteule – www.facebook.com/Mama.Nachteule

Maralutti – https://www.facebook.com/maralutti/

Barbara – ohne Blog

Manuela – ohne Blog

 

Viele Grüße,
Sonja



Hebammen und Geburtshilfe – ein Hilferuf

Dieses Thema begleitet mich seit sechs Jahren, seit ich das erste Mal schwanger war. Das war 2010. Inzwischen bin ich mit dem vierten Kind schwanger, und die Lage hat sich im Vergleich zu vor sechs Jahren deutlich verschlechtert: Die Rede ist von der Situation der Hebammen und Geburtshilfe in Deutschland. Aktuell ist das Thema für mich mal wieder sehr präsent – die nächste, die vierte, Geburt steht im Februar 2017 an. Ich werde an dieser Stelle NICHT im Einzelnen über die vorangegangenen Geburten schreiben, sondern das separat machen. Eins kann ich aber zu meinen Geburtsgeschichten sagen: Ich hatte alles – zwei Krankenhausgeburten mit 1x Kaiserschnitt und 1x Saugglocke und eine „Traum“-Geburt im Geburtshaus Paderborn.

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen möchte ich mich nun für die Hebammen stark machen und auch junge und Erst-Schwangere und auch (werdende) Väter für das Thema sensibilisieren.

„Meine“ Hebammen

Ich habe in den letzten sechs Jahren ausnahmslos fantastische Frauen als Hebammen kennengelernt, die ihren Beruf mit Leidenschaft, Liebe und Begeisterung ausgeübt haben. (Selbiges kann ich – nur zum Vergleich – längst nicht von allen Frauenärzten behaupten, die meine Schwangerschaften betreut haben!)

Wir sind in den vergangenen Jahren viel umgezogen, daher hatte ich eigentlich bei jedem Kind eine andere Hebamme. Zusätzlich habe ich über Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse viele wunderbare Hebammen kennenlernen dürfen, und ich kann eins mit Sicherheit sagen: Sie waren alle individuell und verschieden, und ich habe von jeder einzelnen etwas gelernt. Danke an dieser Stelle!

Hebammen und Geburtshilfe in Deutschland: Status Quo

Denk ich an die Geburtshilfe in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

So würde der gute alte Heinrich Heine das wohl formulieren. Es sieht finster aus. Wie in vielen Wirtschaftszweigen zählt auch im Gesundheitssektor nur noch eins: Die harte Währung. Und damit sind nicht die Gehälter des Pflegepersonals gemeint, sondern der Profit, der am Ende für die Krankenhäuser, Pharmakonzerne und wer da sonst noch dran verdient herausspringen soll.

Das gilt allgemein für Krankenhäuser und den Pflegesektor, aber eben auch speziell für die Geburtshilfe. Ich persönlich finde das einen Skandal, und ich werde auch sagen warum:

Eine Hebamme ist heute kaum noch in einem Krankenhaus angestellt, maximal in Teilzeit. Die meisten arbeiten freiberuflich und tragen schon darin ein gewisses Finanzierungsrisiko. Gut, das haben sie in der Regel vorher gewusst. Die, die trotzdem Hebammen werden, entscheiden sich meist aus Leidenschaft und Idealismus dafür – wovon wir als Schwangere und später als Mütter ungemein profitieren!

Viele Hebammen schlagen sich also mit dem Angebot diverser Kurse rund um Baby, Wochenbett, Schwangerschaft und Rückbildung durch, bieten Nach- und Vorsorgen an, leisten unersetzliche Hilfestellung im Alltag mit dem Baby und begleiten Geburten – und das alles auch am Wochenende, an Feiertagen und nachts.

Berufshaftpflicht unbezahlbar

Der letzte Punkt – die Geburtshilfe – ist allerdings selten geworden, denn kaum noch Hebammen können die Geburtshilfe überhaupt anbieten. Warum? Weil ihre Berufshaftpflichtprämie horrend gestiegen ist. Aktuell zahlt eine Hebamme in der Geburtshilfe 6.800€ im Jahr, Tendenz steigend. Gemessen an dem, was eine Hebamme im Durchschnitt verdient, ist es für die meisten kaufmännischer Irrsinn überhaupt noch Geburtshilfe anzubieten. Mit einer schlimmen Folge: Kreißsäle und Geburtshäuser werden geschlossen, und Schwangeren bleibt für die Entbindung nur noch die spärliche Auswahl, in welchem Krankenhaus sie entbinden wollen. Alternativen wie Geburtshäuser oder gar Hausgeburten werden mit dieser Politik systematisch ausgeräumt. Und genau das ist mehr als beklagenswert.

Immer noch gibt es viele Vorurteile gegen Hausgeburten oder Geburtshäuser, und auch ich sah mich bei meiner Entscheidung, mein drittes Kind im Geburtshaus zur Welt bringen zu wollen, mit Unglauben bis Entsetzen in meiner Familie konfrontiert. Mit diesen Ängsten und Vorurteilen werde ich an anderer Stelle noch einmal aufräumen – einen sehr schönen Beitrag dazu hat Sabrina von Mamahoch2 vor einiger Zeit geschrieben; in diesem Blogpost möchte ich auf etwas anderes hinaus.

Seit September 2015 bekommen Hebammen, die pro Quartal mindestens eine Geburt betreuen, einen Sicherheitsabschlag, damit sie sich ihren Beruf leisten können (ja, die Formulierung ist Absicht), ABER der Fehler liegt da schon wieder im Detail: Ist die Frau nämlich privat versichert, wird es schon wieder schwierig. Außerdem hat man ja auch mal Urlaub, das eigene Kind ist krank oder man selbst, oder es ist einfach ein schlechter Zeitraum mit wenig Geburten (ist in unserem Land auch nicht ungewöhnlich).

(Das ist übrigens eine ähnliche Milchmädchenrechnung wie die Maut-Debatte, bei der sie uns weismachen wollen, dass wir erstmal schön zahlen sollen, den Ausgleich dann aber an anderer Stelle bekommen in Form von Steuererleichterungen. Das ist ein genauso fiskalischer Unsinn wie die Gängelei der Hebammen, die wir gar nicht hoch genug bezahlen können für das, was diese Frauen leisten!)

Hinter der gesamten Problematik stehen finanzstarke Versicherungskonzerne und Krankenversicherungen, die mit wahnwitzigen Millionensummen getreu dem neoliberalistischen „Mehr-Wachstum“-Mantra dabei sind einen ganzen Berufsstand auszulöschen.

Bei der ganzen Debatte rund um die „sichere“ und „natürliche“ Geburt, oder bei den Nebenschauplätzen „Kaiserschnitt vs. natürliche Geburt“ geht es leider nicht um Argumente (von denen ich auch eine ganze Menge nur aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz beisteuern könnte), sondern um Geld. Davon haben besagte Versicherungskonzerne eine ganze Menge, und damit machen sie gerade die Hebammen platt. Das muss man einfach mal so sagen.

Aber die Hebammen haben uns. Frauen. Mütter. Eltern. Wir sind die Öffentlichkeit! Und wir müssen uns dagegen wehren, sonst werden unsere Töchter nur noch per Plan-Kaiserschnitt im Akkord im Krankenhaus (das, nebenbei gesagt, für Kranke ist!!) entbinden. Ein Blick nach Amerika – dem Land des Kapitalismus im Endstadium, das sich gerade vor der ganzen Welt mit seiner Präsidentschaftswahl blamiert hat – zeigt uns, wohin die Reise geht: Seit Jahren steigt dort die Kaiserschnittrate; der schlechte Zustand der Geburtshilfe wird immer wieder beklagt.

Dich geht das nichts an? Sicher?

Jetzt mag vielleicht die ein oder andere denken, dass sie das nichts angeht, weil sie sowieso keine Kinder will. Oder schon welche hat (aber die wollen vielleicht auch selbst mal welche haben?). Oder weil für viele aus medizinischen Gründen ein Kaiserschnitt unumgänglich ist. Oder weil viele die Optionen Hausgeburt und Geburtshaus schon nicht mehr haben. Oder sowieso nicht in Erwägung ziehen.

Ja, kann alles sein, und ich hab auch Verständnis für jede individuelle Entscheidung. Mir geht es im Gegensatz zu 99% aller Frauen- und Elternmagazine auch NICHT darum diese einzelnen Gruppen und Grüppchen jetzt inhaltlich gegeneinander aufzuhetzen, damit meine Klickzahlen stimmen.

Ich verurteile niemand für die Entscheidung per Plan-Kaiserschnitt entbinden zu wollen (das war auch mal anders, aber dazu schreibe ich ein anderes Mal). Was ich will: Dass wir uns alle bewusst machen, was da auf Kosten von Schwangeren, Müttern und unseren Kindern gerade verhandelt wird!! Auch wenn Du Dich selbst nicht für betroffen hältst, so geht uns das Thema sehr wohl gesamtgesellschaftlich an.

Dass die Optionen Hausgeburt und Geburtshaus zukünftig gar nicht mehr existieren sollen – das geht in einer demokratischen Gesellschaft nicht, bin ich der Meinung. Auch wenn Du selbst keine Hausgeburt oder Entbindung im Geburtshaus haben willst – die Möglichkeit dazu sollten alle Gebärenden in diesem Land haben!

Sollte es wirklich so weit kommen, dass es das Angebot Geburtshaus/Hausgeburt zukünftig nicht mehr gibt, weil die Versicherungsprämien für die Hebammen zu hoch sind (was für ein bescheuerter Grund, mal ehrlich!), dann werden Frauen und ihre Hebammen, die dies trotzdem wünschen, als nächstes kriminalisiert. In was für einem Staat lebten wir dann, wenn das Gebären zum kriminellen Akt wird??? — Ja genau, bitte mal kurz nachdenken!

Aktionen und Protest

Was machen wir jetzt? Ich mag es ja nicht die Dinge einfach nur zu beklagen. Es gibt ein paar Möglichkeiten sich für die Hebammen einzusetzen und die Geburtshilfe in Deutschland noch zu retten. Der Berufsverband der Hebammen setzt sich seit Jahren öffentlichkeitsstark ein. Außerdem gibt es die Eltern-Initiative „Mother Hood e.V.“, die eine Petition gestartet hat und ebenfalls seit Jahren auf die Missstände hinweist. Beide verlinke ich im Folgenden – klick Dich durch, lies Dich in die Problematik ein, teile auf Facebook, schreib an die Verantwortlichen, sammle Unterschriften, flute das Netz mit den entsprechenden hashtags, nerv die Politiker zu dem Thema …!!!

Wir können den Trend stoppen, wenn wir der Politik ganz klar sagen: Wir wollen eine weiterhin gute Betreuung durch unsere Hebammen! Rettet die Geburtshilfe, lasst Hausgeburten und Geburtshäuser nicht wegen Geld scheitern. Warum die sooooo wichtig sind, haben viele Mütter, Hebammen, Studien, Bloggerinnen bereits überzeugend dargelegt, während die Gegenseite immer nur mit Geld und möglichen Risiken herumfantasiert. Meine Geschichte wird bald dazukommen. (Leider geht’s ja nicht um Argumente oder Inhalte, aber trotzdem hab ich einiges zu dem Thema zu sagen. Freut Euch drauf!…)

Was mich an dieser Stelle allerdings brennend interessiert: Wie geht oder ging es Dir mit Deiner Hebamme? Welche Erfahrungen hast Du rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett mit Deiner Hebamme gemacht?

Ich werde dieses Thema noch das ein ums andere Mal in den nächsten Wochen aufgreifen. Bis dahin freue ich mich auf Kommentare und auch gern Fragen!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
Lieber Gruß,
Sonja

Links

Berufsverband der deutschen Hebammen, mit Möglichkeiten mitzumachen und sich dem Protest anzuschließen

Mother Hood e.V.  – Elterninitiative zur sicheren Geburt in Deutschland

Hebammenblog – sehr schöner Blog rund um Hebammenarbeit, Geburten und Schwangerenbetreuung

Hebammenpolitik – ein (älterer) Blog zum Thema