Kategorie: Blogging

Crafting Linktipps – November 2016

Dieser Monat flog mal wieder an mir vorbei – obwohl, bzw. vielleicht auch weil ich soviel geschafft habe. Z.B. habe ich Zeitmanagement. Und mein Mini-Tutorial „Kinderwagenaufhängung“ hat meinen Lesern so gut gefallen, dass Google Analytics fast beim Zählen  zusammengebrochen wäre – danke! Außerdem hat euch der Partnerhandschuh Valery sehr gut gefallen – ich wünsche allen viel Freude beim nähen!

Ich habe diesen Blog-Monat ganz gut gemanagt gekriegt, weil ich in meiner Blogpause zuvor und auch so schon immer mal wieder gesammelt und vorgebloggt habe – Stichwort: Zeitmanagement. Das machte es mir in meinem Alltag deutlich einfacher Blog, Nähen, Kinder, Haushalt und unsere ganzen Um- und Anbauten hier rund ums Haus zu betreuen. Und ich hab auch einiges für meinen baldigen Weihnachtsmarkt genäht. Uff!

Aber auch andere haben fleißig gebloggt und Sachen vorgestellt. Ein paar Dinge, über die ich im Netz gestolpert bin, habe ich gesammelt! Viel Spaß beim Durchklicken – vielleicht ist ja für Dich auch ein interessanter Link dabei?

Thema: Urheberrecht beim Nähen und Zeigen von genähten Werken

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, und das ist auch gut so. Wir alle haben uns inzwischen ein paar „basics“ zum Thema copyright angeeignet. Spätestens wenn es um Lizenzstoffe oder Schnittmuster geht, müssen wir unsere Rechte und die der Lizenzgeber kennen, wenn wir uns nicht selbst strafbar machen wollen.

Zum Thema „Copyright Applikationen“ habe ich hier einen tollen Blogbeitrag gefunden, der auch auf das Zeigen von Lizenzstoffe übertragbar ist.

Wer tiefer in die Thematik eintauchen will: bei mamahoch2 gab es vor einiger Zeit diesen Artikel dazu, der auch fortlaufend gepflegt wird, und hier ist eine Liste zu finden, die zeigt, welche Stoffe wie verwendet werden dürfen. Gerade für gewerbliche Näherinnen und Erstellerinnen von ebooks ist das interessant!

Zur Nähwelt außerhalb des Internets

Eine lesenswerte Fernsehkritik an der Nähsendung „Geschickt eingefädelt“ wurde auf Fuchsgestreift hier veröffentlicht. Ich finde, diese Kritik lässt sich sehr gut auch auf andere TV-Formate übertragen. Ich habe mich bestätigt gefühlt, dass ich selbst bereits seit Jahren keinen Fernseher mehr besitze.

Freebooks/Nähanleitungen for free

Ich suche eigentlich gar nicht dauernd nach Freebooks – ich will erstmal meine Festplatte nähen, bevor ich neue Sachen sammle – aber ein paar Freebooks sind mir aufgefallen und stehen nun auf meiner To-Sew-Liste:

NEU im November und aktuell ganz oben auf meiner To-Sew-List: Lin-Kims „Little Sweat Coat“

Und ein paar ältere Klassiker, aber nichtsdestoweniger tolle Anleitungen/Nähideen:
Stofftasse – als hübsches Weihnachtsgeschenk
Fußsack für Buggy oder Kinderwagen selber nähen  
Eine super Einzelsockenverwertung für Puppen – Achtung, Anleitung auf englisch, aber gut bebildert!

DIY

Zum Schluss hab ich noch eine schöne DIY-Anleitung auf Englisch für ein einfaches DIY-Holzpuzzle für ein Kleinkind gefunden, das sich super für Holzreste eignet: *Klick hier*

Damit haben wir dann nun Dezember samt Advent und Vorweihnachtszeit – puh! Ich muss je gestehen, dass ich ein totaler Weihnachtsmuffel bin, aber gerade im Kreativbereich explodieren ja in dieser Zeit die Ideen – ich bin schon gespannt, was sich da alle ausdenken werden!

Lieber Gruß,
Sonja

Fashion Revolution Day und WIP

Schon im vergangenen Jahr machte Susanne von Mamimade mit der Nähblogger-Aktion „This is NOT OK“ auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam. Das kam für mich damals genau zu einem Zeitpunkt, an dem auch ich mich verstärkt mit dem Thema und anderen politischen, menschenrechtlichen und klimarelevanten Themen beschäftigte. Nicht umsonst habe auch ich mir in diesem Jahr auf die Fahne geschrieben keine neuen Klamotten zu kaufen, außer sie sind fair produziert und gehandelt. Selbst nähen geht natürlich auch, klar.

Worum geht es jetzt beim Fashion Revolution Day?
Die Welt ist nicht ok, so wie sie organisiert ist. Wenn wir mal ehrlich zu uns selbst sind, wissen wir das. Wir gehören hier in Deutschland, in Europa, zu den reichsten Ländern der Welt. Hier werden die Geschäfte und das große Geld gemacht (gelagert wird es dann in Panama). Hierzu könnte ich soviel schreiben, Links (!) zusammensuchen – aber das führt zu weit. Mit dem Fashion Revolution Day greifen wir Nähbloggerinnen eine Sache aus dem großen kaputten System des neoliberalen Kapitalismus heraus und sagen laut: THIS IS NOT OK!

Es geht um das Unglück von Rana Plaza am 23.04.2013, bei dem 1127 Menschen ihr Leben verloren, 2438 verletzt wurden und unzählige weitere Gliedmaße verloren.

Die Menschen, die dort unter den Trümmern begraben wurden, weil das Gebäude einstürzte, waren mehrheitlich Frauen, die allein durch ihre Armut gezwungen sind dort zu arbeiten – wie Sklavinnen, das kann man wohl so sagen. Am Geld der Industrienationen klebt ihr Blut. Wir kaufen für 3€ hier ein T-Shirt – und sie verhungern, versuchen ihre Kinder durchzubringen, werden sexuell belästigt, sind rechtlos, arbeiten tage- und nächtelang und verlieren ihr Leben dabei.  

Das ist einfach nicht ok!

Nicht nur in der Textilindustrie ist das so – es ist in allen Branchen so. „Unser“ Reichtum basiert auf den Schulden der kleinen Länder, auf Knebelverträgen und auf der Armut und dem Hunger derer, die sich nicht wehren können.

Das ist eine Erkenntnis, die man erst einmal auf sich wirken lassen muss. Es ist ziemlich traurig, und mich macht es auch traurig. Deshalb kaufe ich nur noch fairtrade-Kaffee und Schokolade, versuche meinen Wasserkonsum einzuschränken (Nestlé privatisiert bereits Trinkwasser!), usw.
Ich versuche so mit gutem Beispiel voranzugehen. Und mache bei dieser Aktion des Fashion Revolution Day mit.

Was bedeutet Nähen für mich?
Ich nähe schon so lange, und seit einigen Jahren immer mehr und intensiver. Es ist ein wunderbares Hobby, meine Leidenschaft und neuerdings auch meine Arbeit.

Nähen ist Kreativität und Freiheit – genau das Gegenteil von dem, was es für die Frauen in den Drittweltländern ist, die teilweise ab ihrem 14. Lebensjahr den Rest ihres meist kurzen Lebens eine einzige Naht 20 Stunden täglich nähen. Immer wieder. (Ich empfehle diese Dokumentation um sich ein Bild von der Lebensrealität der Textilarbeiterinnen zu machen.)

Nähen ist für mich auch Entspannung und ein bisschen Flucht vor dem Haushalt, und außerdem ist es ein wunderbares Handwerk.

Auf den Bildern seht ihr mich an der Nähmaschine, mit meinem aktuellen Projekt, dem WIP – Werk in progress.

Vielen Dank, Susanne, für diese Aktion! Wir sind viele, und wir können etwas bewirken!

Lieber Gruß,
Sonja