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{Werbung – Rezension} „Wieder Paar sein“ von Sascha Schmidt*

Jedes unserer Kinder hat unsere Partnerschaft neu auf eine Probe gestellt. Nicht so, dass wir uns als Paar grundsätzlich in Frage gestellt hätten, aber doch so, dass wir immer mal wieder den Dialog finden mussten (… und ja, das ist diplomatisch für: „Es flogen auch mal die Fetzen“). Beim vierten Kind waren wir natürlich schon ganz gut vorbereitet, aber dennoch hat ein neugeborenes Baby so seine Bedürfnisse, die im laufenden Familienbetrieb berücksichtigt werden wollen. Und Paar wollen wir als Eltern ja auch gern noch sein. Wie können wir als Eltern Paar bleiben?

Als ich nun die Chance bekam das Buch „Wieder Paar sein“ von Sascha Schmidt zu lesen, trieb mich also durchaus ein persönliches Interesse – ich gleiche bei Eltern-Ratgebern ja sehr gern ab, ob wir alles „richtig“ machen und wo wir so stehen.

Der Autor

Er weiß, wovon er schreibt: Sascha Schmidt ist Paarberater und familylab-Seminarleiter. Familylab wird einigen Eltern vielleicht ein Begriff sein: Dahinter verbirgt sich die Familienwerkstatt nach dem bekannten Pädagogen Jesper Juul. In seinem Buch „Wieder Paar sein. Erfüllte Zweisamkeit trotz Arbeit und Kind“ geht Sascha Schmidt  in vielen lebensnahen Beispielen – auch aus seinem Privatleben – auf typische Konfliktherde ein.

Als Eltern Paar bleiben

Vor Kurzem schrieb ich über unseren täglichen Spagat, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Richtig hätte es heißen müssen: Vereinbarkeit von Familie, Beruf UND Partnerschaft. Sascha Schmidt geht in „Wieder Paar sein“ auf die verschiedenen Anforderungen, denen wir als Eltern uns stellen müssen, ein.

Beim ersten Kind finden wir als Eltern uns plötzlich in einer neuen Rolle wieder, die viel Verantwortung und Nerven fordert. Dazu stellen die Arbeit, die Familie und mein persönlicher Erzfeind – Der Haushalt – Anforderungen an uns Eltern. Man muss nun „funktionieren“ – als Mama, als Papa. Schnell geht die Liebesbeziehung im Alltag unter. Schmidt greift in seinem Buch ganz klassische, lebensnahe Streitthemen auf und bebildert sie sehr anschaulich: Er geht z.B. auf die Themen  „schlechtes Gewissen“, „Sex“ sowie „Geld und Macht“ ein.

Er berücksichtigt auch verschiedene Familien- und Paarkonstellationen wie z.B. Patchworkfamilien und spricht auch die Streitform selbst an – etwa Vorwürfe oder Schweigen. Dass diese Formen der Kommunikation Frtonten eher verhärten, wird wohl jedem klar sein. Aber wie geht man mit verletzten Gefühlen um? Wie findet man aus dem Konflikt heraus?

„Wieder Paar sein“ lässt seine Leserinnen und Leser mit den Problemen nicht allein: Schmidt zeigt Lösungswege aus der Krise auf und ermutigt zu mehr Selbst-Bewusstsein und Loslösung von Perfektionsansprüchen, die man an sich und den Partner vielleicht hat. Dank vieler Fallbeispiele – auch von wieder glücklichen Paaren aus seiner Beratung – findet die Leserin (und der Leser) konkrete Hilfe, auch bevor man bei dem Autor zur Beratung anklingeln muss. Wie es auf dem Titelbild schon heißt: Erste Hilfe für berufstätige Eltern.

Fazit

Ich glaube, Stefan und ich haben noch Chancen! Auch wenn wir gerade mit unserer Nr. 4 wieder sehr vom Alltag beansprucht werden, setzen wir doch vieles von dem um, was Sascha Schmidt als Rat und Hilfe seinen Lesern mitgibt. Trotzdem finde ich es gut, mir mithilfe dieses Buches über potentielle Gefahren bewusst zu werden, denn: Eine Paarbeziehung ist nie gesetzt und nie „fertig“! Wir arbeiten (hoffentlich) ein Leben lang daran. Dank des Buches bin ich nun wieder ein bisschen sensibler für die ersten Anzeichen einer Krise und kann ihnen souverän begegnen.

Ich kann „Wieder Paar sein“ von Sascha Schmidt also nicht nur allen Paaren empfehlen, die bereits in der Krise stecken, sondern auch allen, die sich und ihre Partnerschaft auf das Baby in ihrem Leben vorbereiten wollen, denn eins kann ich aus meiner Erfahrung sicher sagen: Konflikte entstehen auch mal aus den kleinsten und nichtigsten Anlässen. Auch wenn man sich gut auf die Elternschaft vorbereitet fühlt – ein gemeinsames Kind bringt nochmal viel Zündstoff mit!

„Wieder Paar sein! Erfüllte Zweisamkeit trotz Arbeit und Kind“
Sascha Schmidt, erschienen bei humboldt, 2017. 19,99€

*Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Humboldt-Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt, eine weitere Bezahlung ist nicht erfolgt.

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2 Comments

  1. Ellen
    6 Monaten ago

    Oh Sonja,
    jetzt wird es wieder eine "etwas längere" Antwort von mir 😉

    Als wir in der Situation "NEUeltern" waren bzw. unser Baby alles auf den Kopf stellte, gab es ja noch kein WWW (also ich bin schon ein bisserl länger Mama).
    Eine betreuende Hebammme? – Fehlanzeige
    Fachliteratur? – beim Buchhändler gab es höchstens Romane, Koch- und Reisebücher
    Ärzte? – echt, weder der Kinder- noch der Frauenarzt war hier in irgendeiner Weise hilfreich
    gleichgesinnte Jungmamas? – bei denen klappte (lt. deren Aussagen) alles immer bestens. Die hatten nie Probleme (wobei von den superduper glücklichen sind heute fast keine mehr verheiratet)
    Fachzeitschriften? – na, ja seinerzeit war es für mich die "Eltern" (die gibt es glaube ich ja noch). Lustig fand ich später mal den Hinweis eines "Erziehungsratgebers", welcher zu eben dieser Zeit noch gar keine Kinder hatte.
    OK – er hatte studiert, aber von Kindern (und dass eben nicht alles nach Plan läuft) hatte er keine Ahnung. Er meinte dann nach seinem ersten Kind, dass Kinder einfach alles … wirklich alles auf den Kopf stellen und man versuchen muß zu ÜBERLEBEN.
    Als Elternteil und vor allem als Paar!

    Das erste mal, in dem man sich dessen zwangsläufig bewußt wird, ist die Geburt eines Kindes. Jede Mama weiß, wieviel Kraft ein Säugling kosten kann. Ich nenne hier nur das Zahnen, Impfprobleme, Wachstumsschübe etc. Schlaflose Nächte eben. Gibt es viele in der Folge …. geht man schier auf dem Zahnfleisch.
    Der Haushalt soll ja trotzdem laufen etc.
    Dieses belastet eine Partnerschaft einfach. Man muß immer, wirklich immer an eben dieser Partnerschaft arbeiten.
    Die Pupertät ist auch so eine wirklich tolle Zeit. Auch hier (ich zitiere dich mal) "fetzt" es schon mal. Nicht nur mit den Kindern, sonder auch zwischen eben den Elternteilen.

    Verläßt das jüngste Kind dann das Elternhaus muß man auch erst wieder lernen als "NUR Paar" – ohne Kinder …. ganz alleine … gemeinsam zu leben.

    Jeder (ich nenne es jetzt mal wie es einfach war) KAMPF war jedoch der Mühen wert.
    Man wächst auch daran – miteinander und je reifer dann eine Beziehung wird, desto fester und schöner ist sie dann auch.

    Ey – wenn man 2 Schreibabys, 2x Pupertät überlebt, also dann hat man doch das schlimmste ÜBERLEBT. Das schweißt auch ungemein zusammen, das verbindet.

    Man darf sich in eben dieser langen Zeit als Paar nicht vergessen.

    Ich wünsche dir und deinem Mann, dass auch ihr das alles "wuppt". Mit 4 Kindern ist das nochmal eine Spur heftiger. Aber es lohnt sich auf alle Fälle!

    Fühle dich gedrückt

    ♥liche Grüße
    Ellen

    Reply
    1. Sonja
      6 Monaten ago

      Liebe Ellen,

      ich sehe, du weißt, wovon du redest! Zumindest bei allem, was du über die ersten Veränderungen schreibst, kann ich dir nur zustimmen. Alles andere liegt ja noch vor uns!

      Und ich kann soviel sagen: Ja, wir arbeiten immer an uns, diskutieren, und klären auch alles wieder. Aber wir mussten das auch erst lernen! Wenn die eigene Zeit durch ein Baby so minimiert wird, muss man wirklich kämpfen – um sich selbst und um die Beziehung!

      Und ich bin ja auch jemand, der dann in jeder freien Minute an der Nähmaschine oder dem Rechner sitzt. Inzwischen haben wir aber doch recht fix einen Tag am Wochenende, an dem wir uns Zeit für uns nehmen – UNSER Abend – heute zum Beispiel ;).

      Lieber Gruß,
      Sonja

      Reply

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