In Crafting, Sonstiges

Operation: Nähzimmer – Teil 1: Der Kellerausbau

Wer träumt nicht von einem eigenen Nähzimmer? Ich bin ja auch damals damit angefangen, dass ich Abend für Abend die Nähma auf den Küchentisch hievte. Es folgte eine Nähecke im Wohnzimmer. Und zwei Umzüge später habe ich nun endlich mein Nähzimmer! Wie Du vielleicht weißt, haben wir bereits im Sommer begonnen einen Kellerraum auszubauen, damit ich mit meinem Nähzimmer dort unten einziehen kann. Mittlerweile ist dieses Projekt abgeschlossen und ich bin da unten eingezogen (zumindest stehen meine Nähmaschinen und die ganzen Stoffkisten unten, und ich arbeite da auch schon. Für Teil 2 und 3 dieser kleinen Reihe muss ich definitiv noch aufräumen…)

Ein eigenes Nähzimmer…

 In diesem Beitrag stelle ich die Entstehung dieses Raumes vor. Nein, es geht noch nicht um die Einrichtung, sondern erstmal um den „Rohbau“. Die Bilder dieses Blogbeitrags werden auch nicht „schön“ – ich hab heute viele Wände und Dreck. Aber das gehört halt dazu!

Für alle, die vielleicht auch auf der Suche nach einem Platz zum Nähen sind. Vielleicht ist der Ausbau eines Kellerraumes ja eine Möglichkeit?

Einen Kellerraum bewohnbar zu machen – die Möglichkeit haben nur Hausbesitzer, das ist mir schon bewusst. Wir haben hier in Paderborn lange nach einem Haus und auch nach einem Bauplatz gesucht, bevor wir dann entschieden haben das Haus meiner Mutter zu kaufen, in dem wir nun auch schon seit eineinhalb Jahren zur Miete wohnen (zum Thema Immobilienmarkt werde ich vielleicht auch nochmal was bloggen). Mit den Umständen und Details unseres Hauskaufs will ich mich an dieser Stelle nicht weiter aufhalten – am Ende haben wir nun dieses Haus, müssen aber gucken, dass wir hier Platz für uns alle finden, denn Nr. 4 ist ja bekanntlich unterwegs.

Der Ausbau eines Kellerraums war das erste von vielen Projekten rund ums Haus, aber zugleich das, was Dich wahrscheinlich am meisten interessiert. So sah „mein“ Keller aus, als wir ihn freigeräumt hatten:

Voraussetzungen

Hier in unserem Haus stimmte eine Voraussetzung: Wir hatten tatsächlich einen Kellerraum „übrig“, der früher Party- und später Probenraum für meinen Bruder war. Zuletzt stand er voll mit unserem Zeug, das nicht mehr in die Wohnung passte. Ich tippe mal (nachdem ich während unserer Immobiliensuchphase viele Häuser besichtigt habe), dass fast jedes Haus so einen Kellerraum voller Gerümpel hat.

Wir haben aufgeräumt, zusammengeschoben und weggeschmissen, nachdem der Plan für den Ausbau stand. In besagtem Raum hatte meine Mutter vor Jahren schon eine Heizung anschließen lassen. Aber dank mangelnder Isolierung und einem klassischen Kellerfenster (siehe Bilder) brachte die natürlich gar nichts, und wir heißen ja auch nicht Rockefeller.

Wärmedämmung und Fenster

Es war also klar: Der Raum braucht ein richtiges Fenster und eine Isolierung. Letztere braucht die Kellerdecke sowieso, weil altes Haus und so. (Das ist noch so ein Projekt, das ich eben andeutete.)

Wir haben uns beraten lassen und uns dann für eine Wärmedämmung von innen entschieden. Das hatte meine Mutter vor zwei Jahren auch hier in unserer Wohnung machen lassen, und es hat deutlich was gebracht (ich kenne ja dieses Haus schon sehr lange, und es ist im Winter immer kalt.)

Bei dem Fenster hatten wir die Idee, es nach unten zu vergrößern. Auf den Außen-Bildern kannst Du sehen, dass das Fenster vorher über dem Boden lag – was eine gute Voraussetzung war. Wir wollten außen von Anfang an terrassenartig anböschen, um einen Sousterrain zu bekommen. Eine Verbreiterung des Fensters hätte weitere Probleme mit sich gebracht, weil das natürlich in die Statik des Hauses eingegriffen hätte. Also wurde das Fenster von 1mx0,50m auf 1mx1m vergrößert.

Eigen- und Fremdleistung

So ein Projekt konnten wir nicht allein stemmen. Uns fehlt es an Zeit, Wissen und Gerät um mal eben ein Loch in die Außenmauer zu schneiden, ein Fenster einzusetzen und drei Kellerwände von innen zu isolieren. 

Wir haben uns darauf „beschränkt“ außen das Loch zu buddeln (danke an meinen GöGa Stefan!), und später innen die Wände zu gestalten.

Das war auch gut so. Hier ein paar Eindrücke von der Entstehung des Fensters, das zuerst kam:

Das Loch in der Außenwand hat ein lokaler Bauunternehmer geschnitten, und ich bin sooooo froh, dass Stefan das nicht selbst gemacht hat! Es hat ca. eine halbe Woche gedauert, bis dann das Fenster drin war – das hat ein Holzbauunternehmer gemacht – beide kann ich dringend empfehlen. Sie haben super korrekt und sauber gearbeitet, und wir haben auch schon die nächsten Aufträge an sie vergeben, weil wir sehr zufrieden sind.

So sah das zu dem Zeitpunkt von innen aus:

Nach dem Fenster folgte die Wärmedämmung. Wir wünschten uns eine ökologisch nachhaltige Variante aus Holzwolle (Stefan hatte sich viel mit dem Material auseinandergesetzt – als Bauingenieur kennt er sich da dankenswerterweise auch echt gut aus). Der Tischler unseres Vertrauens hat dann also die Kellerwände von innen gedämmt – dazu hat er aus Holz ein Gerüst maßgeschneidert und mit dem Dämmmaterial aufgefüllt:

Ja, das kann man selbst machen und Geld sparen. Aber die Zeit, die wir gebraucht hätten (und den Nervenkrieg, den uns das wieder gekostet hätte, allein die Kinder wieder unterzubringen usw.) — diese Leistung haben wir also eingekauft und sind glücklich damit! In nur einer Woche war der Keller fertig!

Das Gerüst wurde am Ende verschlossen und verpsachtelt – so haben wir dann den Raum zur weiteren Gestaltung übernommen:

 

Ach ja, die Tür wurde auch neu eingesetzt – die ging vorher auch zur anderen Seite auf!

Jetzt waren wir also wieder dran: Die zwei Wände, die auf dem letzten Bild zu sehen sind, haben wir mit einem Mineralputz verputzt. Ich habe das Glück einen Onkel zu haben, der Malermeister ist und mir die Technik beigebracht hat. Die erste Wand hat er gemacht, die zweite ich. Und ich bin mit dem Ergebnis auch ganz zufrieden – obwohl mir drei Tage der Arm und die Schulter wehtaten!

Hier ein Bild, das zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen wurde, schon mit einem Bild an der Wand. Der Putz ist grau und unregelmäßig, so richtig gut sieht man es leider auf dem Bild nicht (es ist ja auch nach wie vor ein Keller, da sind die Lichtverhältnisse nicht immer optimal zum Fotografieren…)

Die anderen beiden Wänden haben wir tapeziert – das war dann Stefans Aufgabe, der das absolut oberkorrekt mit der Mauertapete hinbekommen hat!

 

Gestaltung außen

Derweil hatten wir ja draußen nur das Loch! Da hat Stefan mir mein „Colosseum“ gebaut. Dazu haben wir uns Pflanzsteine vom Baumarkt anliefern lassen (was auch ne echt gute Entscheidung war).

Auf diesen Bildern bekommst Du einen kleinen Eindruck, wie das am Ende aussehen wird (denn die dritte und letzte Reihe fehlt derzeit immer noch):

Ein paar der Pflanztöpfe sind bereits bepflanzt (ich konnt’s nicht erwarten, hehe). Hauptsächlich hab ich Blumenzwiebeln gesteckt. Ich bin gespannt auf das kommende Jahr, ob alle kommen, und wie mein Colosseum in Blüte aussehen wird.

Damit beende ich Teil 1 dieser kleinen Blogreihe. Vollständigerweise erwähne ich noch, dass wir den gesamten Raum auch neu verkabelt haben (auch hier habe ich einen Cousin, der gelernter Elektriker ist und uns da beraten hat, sowie die Installation gemacht hat!)
Es wird vielleicht irgendwann so kommen, dass eins der Kinder diesen Raum als Zimmer haben will – dies war mit ein Grund diesen Ausbau zu machen und die Investition zu tätigen.

Die Investition – genau. Was hat uns der Aufwand gekostet? Ich kann es nicht ganz genau sagen, aber es sind inkl. der externen Leistungen, wie Fenster, Dämmung, sowie inkl. Pflanzsteine, Verkabelung, Lampen, Tapeten ca. 6000€ gewesen. Ja, das ist viel Geld, und darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man so etwas anstößt. Aber man bekommt dafür auch einen bewohnbaren Raum mehr – je nach Platzbedarf kann sich das also durchaus lohnen. Und wir sehen da mit bald vier Kindern keine Probleme.

Ich hoffe, dir hat dieser Beitrag gefallen? Vielleicht planst du gerade ein ähnliches Projekt oder hast nun eine Idee für etwas ähnliches bekommen?

Im nächsten Teil meiner kleinen Nähzimmer-Reihe zeige ich ein paar DIY-Projekte für kostengünstige Nähmöbel!

Lieber Gruß,
Sonja


 

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Posted on 18. September 2016

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8 Comments

  1. Ein Dekoherzal in den Bergen
    1 Jahr ago

    mei toll an eigenen RAUM,,,,
    hab ah lei soooo ah kloans ECKAL im BÜRO,,,
    und des is no mini,,,gggg

    aber des wird toll,,,,
    und wenn ma eins hat macht ma ah mehr
    weil ma alles liegen lassen kann,,,,

    hob no an feinen ABEND
    bis bald de BIRGIT

    Reply
  2. KreaVivi tät
    1 Jahr ago

    Man muss echt auf viel achten. Nun bin ich echt neugierig, wie dein Nähreich fertig aussieht. Vielleicht kann ich mir noch etwas abgucken, habe mein eigenes Nähreich auch noch nicht sooo lange. 🙂

    Reply
  3. Sonja
    1 Jahr ago

    Hallo ihr beiden :),

    es ist schon schön, wenn man aktuelle Projekte auch mal liegenlassen kann. Bisher hatte ich auch nur eine Ecke im Arbeitszimmer. Aber Nähzimmer sind wie das Universum: Sie dehnen sich aus :D.

    Insofern sind wir alle superglücklich, dass ich jetzt einen richtigen Arbeitsraum habe! Auf meinem Insta-Feed hab ich schon ein paar Bilder gezeigt, nächste Woche gibt's dann mehr von der "Nähzimmer-Front" :).

    Lieber Gruß und schönes Wochenende,
    Sonja

    Reply
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